Mikael Engström Ida, Paul und die fiesen Riesen aus der Dritten

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Inhaltsangabe zu „Ida, Paul und die fiesen Riesen aus der Dritten“ von Mikael Engström

Eigentlich ist der Schulanfang eine prima Sache - aber nicht, wenn man als Junge in rosa Turnschuhen kommt. Die trägt Paul nur, weil seine modernen Eltern finden, jeder könne alles tragen. Dabei kann er die Farbe gar nicht ausstehen. Deshalb macht er die blöden Turnschuhe jeden Morgen auf dem Weg zur Schule dreckig, damit sie richtig eklig braun aussehen. Doch dann regnet es, und schon haben die fiesen Kerle aus der dritten Klasse etwas, womit sie Paul piesacken können. Aber da haben sie die Rechnung ohne Pauls beste Freundin Ida gemacht. Und ohne die ganze erste Klasse mit ihrer tollen Lehrerin. Die hat nämlich einen genialen Plan … Eine witzige Geschichte von Mut und Freundschaft.

Eigentlich ein ziemlich kurzweiliges Buch ... bloß für wen? Für Schulanfänger aber mal ganz bestimmt nicht!

— brudervomweber
brudervomweber

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    Ida, Paul und die fiesen Riesen aus der Dritten
    brudervomweber

    brudervomweber

    01. February 2015 um 20:19

    Liest man sich den Teaser auf der Rückseite von IDA, PAUL UND DIE FIESEN RIESEN AUS DER DRITTEN durch, kann man auf die Idee kommen, man halte hier ein instruktives, mutmachendes Kinderbuch für den Schulanfang in den Händen. Da hat dieser Junge Paul zur Einschulung rosa Turnschuhe bekommen, und wird wegen diesen von ein paar älteren Jungs aus der dritten Klasse gepiesackt. Darum findet er die Turnschuhe blöd. Und macht sie dreckig, um ihretwegen nicht länger gehänselt zu werden. Genaugenommen macht er sie "eklig braun". Und als das nicht hilft, überlegt er sich mit seiner Freundin Ida, was man gegen diese "fiesen Riesen" unternehmen könnte. So weit, so gut. Nur geht es in IDA, PAUL UND DIE FIESEN RIESEN AUS DER DRITTEN eigentlich nur zum Teil um diesen Konflikt mit den Peinigern, die Ida als "King" und "Kong" bezeichnet. Es geht um eine ganze Menge mehr, und dabei doch irgendwie um nichts Spezielles. Und auch die Sprache ... was im Teaser noch "eklig braun" ist, wird im Buch "kackbraun". Die Schuhe sind auch nicht nur "blöd", sondern geradeheraus "lebensgefährlich". Überhaupt geht es in diesem Buch, das sich einer für ein Kinderbuch recht derben Diktion bedient, sehr viel um das Sterben, und ums Umgebrachtwerden, ums Töten, um Menschenopfer, es fließt Blut und Ida und Paul tauschen sich über Themen aus, die zumindest im Kopf unserer siebenjährigen Tochter, die inzwischen die zweite Klasse besucht, noch gar nicht verankert sind: Vampire, Werwölfe, Zombies, und nicht zuletzt den Hängenden Hassan, den sich die an einem Punkt der Geschichte von King und Kong im stockfinsteren Keller der Schule eingesperrten Kinder so vorstellen: "Womöglich baumelte er mit schiefem Kopf und heraushängender Zunge direkt vor Ihnen von der Decke und starrte sie mit toten Augen an, während ihm das Blut aus den Ohren tropfte." Erste Klasse, gerade eingeschult. Hm. Ich will mit all dem nicht sagen, dass das Buch absolut nichts taugt. Ich selbst hatte einiges Vergnügen beim (Vor)Lesen dieser Geschichte, die unterm Strich stets einen heiteren, wenn nicht unbedingt positiven Tenor behält. Aber ich finde sie viel zu ironisch und in einem Gestus satirischer Übertreibung erzählt, als dass ich sie für einen Erstklässler als wirklich geeignet oder überhaupt verständlich einschätzen kann. Der Autor Mikael Engström referenziert hier Genres und Klischees, die Kindern im Alter von 5-7 eigentlich noch gar nicht wirklich geläufig sein sollten. Und präsentiert insgesamt ein äußerst unerquickliches (wenn auch vielleicht nicht völlig unrealistisches) Weltbild. Idas Eltern liegen im öffentlichen Dauerstreit und drohen sich vor den Kindern und auf offener Straße gegenseitig mit dem Auszug, Idas Bruder Leonardo a.k.a. Zappel ist ein hyperaktiver Tierquäler, Pauls Eltern immerhin "nur" verschrobene Wolkenkuckucksheimer, die ihren Sohn mit dem Geheimauftrag in die Schule schicken "gängige Normen zu verrücken", und die titelgebenden fiesen Riesen sind zwei sadistische Schläger, die immerhin am Ende des Buches von Paul ablassen, um dann aber stattdessen einen brillentragenden Zweitklässler zum nächsten Opfer zu erküren. Das ist - in eingeschränktem Maß - auch für Grundschulanfänger lustig. Aber hier leitet sich das Vergnügen eher aus der Tatsache her, dass das Buch "verbotene" Worte benutzt ("kackbraun, hihihi") oder immer wieder mit Slapstickeinlagen aufwartet ("Die alte Tante lächelte und gab ihm ein steinhartes altes Brot. 'Kinder sind so tierlieb,' sagte sie. Zappel warf das harte Brot einer Ente an den Kopf, die glatt ohnmächtig wurde. Sie kippte um und trieb mit dem Bauch nach oben im Wasser."), deren Prinzip aber neben einer gewissen Situationskomik leider allzu oft auf Heiterkeit aus Schadenfreude hinausläuft. Mit einer gewissen Leseerfahrung kann man durch Schaffung der notwendigen ironischen Distanz der Geschichte um IDA, PAUL UND DIE FIESEN RIESEN AUS DER DRITTEN auch narrativ einiges Amüsement abgewinnen. Aber diese Lesekompetenz haben Erstklässler noch nicht. Dafür gehen sie zur Schule, um die zu erlernen. Und selbst ich kann keinesfalls eine klare moralische Linie, eine Botschaft oder überhaupt einen über episodische Haha-Effekte hinausgehende Absicht in diesem Buch erkennen. Wie sollen das dann die I-Dötzchen leisten? Was ist also die Message? Wer die Zielgruppe? Und wie bewertet man so ein Buch? Hatte ich Spaß? - Ja. Hatte unsere Tochter Spaß? - Zweifellos auch. Halte ich dieses Buch für ein gutes, sinnvolles, lohnenswertes KINDERbuch? - Absolut nicht. Und das heißt: Mehr als 2 Sterne gibt es daher von mir nicht.

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