Eine verrückte Story rund um ein schief gelaufenes Experiment, was nun eingedämmt werden muss.
Inhalt: Ein aufgeschlitzter fetter Mann in einer Wohnung und haufenweise ausgeweidete Großtiere im Zoo. Kommissar Hausmann beginnt einmal mehr Ermittlungen in einem seiner gruden Fälle.
Die Freundin des ausgeweideten Mannes ist verdächtig, aber flüchtig. Sie hat sich einer Truppe Alienjäger angeschlossen, die ihr ihre Geschichte abnehmen und nun mit ihren ganzen selbst gebauten Gerätschaften die Ermittlungen aufnehmen.
Die Außerirdischen stellen sich im Laufe der Handlung als ziemlich strange Mutanten heraus, die der Menschheit aber auf mannigfaltige Bedrohungen gefährlich werden können.
Ein Geheimlabor kommt ins Spiel, als der Verlobte einer der Mitarbeiterinnen, seine Verlobte als vermisst meldet, aber nichts unternommen wird. - Die Truppe mischt sich in den Fall ein, kann den Kommissar auf ihre Seite ziehen und gemeinsam gehen sie nun gegen die zwar irdische aber außergewöhnliche Katastrophe vor.
Mein Leseerlebnis: Ich muss zugeben, dass ich am Anfang schon so meine Probleme hatte, in die Handlung hinein zu kommen. Der Stil war ein so ganz anderer, als im Buch, was ich vorher gelesen habe. - Aber ab einem gewissen Zeitpunkt hat sich hier doch irgendwie ein Sinn ergeben und nun erschloss sich das Ganze auch als Story.
Am Anfang ist alles noch ziemlich harmlos. Eine Frau rennt von ihrem Vorhaben nach Hause, weil sie ein komisches Gefühl hat und findet ihren Freund sehr brutal ermordet vor. - Dass sie dann für die Polizei erst einmal Verdächtige ist, hat mich nicht weiter gewundert. Vielmehr würde ich es als ganz normales Vorgehen bezeichnen.
Dann lernen wir den Familienvater kennen, der als Hobby aber die Suche und Erforschung von Aliens hat. Das bringt ihm gerade bei seiner Partnerin nicht nur Wohlwollen ein. - Der geplante Zoobesuch geht dann aber doch schief, da der Zoo geschlossen ist und der Familienvater seine Freunde trifft. - Auf diese Weise lernen wir dann auch die Alientruppe kennen und mehr oder weniger lieben.
Ich muss mal sagen, dass ich mir zunächst ein wenig veralbert vorkam und das Gefühl hatte, ich würde hier eine Komödie lesen. Alienjäger, selbst gebaute Instrumente, die ganzen Aktionen, die diese Kerle hier starten. Normal ist echt anders. - Man muss sich wirklich auf die Handlung einlassen und auch einlassen wollen, wenn man auch nur ansatzweise Spaß an der Lektüre haben will.
Was die angeblichen Aliens angeht, wird ja wirklich jeder Mythos ausgeschöpft, dem man habhaft werden kann. Wir haben die brutalen Tötungen, die ungewollte Schwangerschaft bis zur rasenden Entwicklung und der brutalen Geburt und dieses unterschwellige Machtbewusstsein der Wesen. - Dass es dann am Ende keine Aliens sind, sonder im Labor aus Versehen gezüchtete Hybridwesen, hat dem Ganzen dann noch einmal die Krone aufgesetzt.
Das Finale ist fulminant, lässt den dabei beteiligten Polizisten alles andere, als gut aussehen hat mich aber, zumindest auf der humoristischen Seite, wirklich gut unterhalten.
Fazit: Ein Auftakt einer wohl eher humoristisch gemeinten Reihe von Mikael Lundt. - Kommissar Hausmann bekommt wohl immer nur die Fälle, die kein anderer seiner Kollegen machen will. Diesem Umstand ist es wohl zu verdanken, dass er es hier mit einer Gruppe von Alienfanatikern zu tun bekommt, die auch noch auf gewisse Weise Recht haben.
Ich würde das Buch als eine Art Fantasykomödie einordnen. So wirklich ernst kann man die Geschehnisse hier wohl nicht nehmen.
Innerhalb der Handlungen waren für meinen Geschmack leider viel zu viele Namen im Spiel. Ich bin immer wieder aus der Handlung raus geflogen und musste mich dann wieder rein kämpfen. - Unterbrechungen waren an Absätzen und Kapitelenden kein Problem, weil an diesen Stellen doch immer wieder ein anderer Handlungsstrang angeschnitten und weiter erzählt wurde. Kopfkino hatte ich hier gar nicht, aber deswegen würde ich das Buch nicht als grottenschlecht bezeichnen.
Ich habe keine Ahnung, was sich Herr Lundt bei dieser Reihe gedacht hat und ob sie wirklich noch so großartig weiter erzählt werden wird. In jedem Fall steht diese Story in einem ganz krassen Gegensatz zu seinen anderen Büchern, die sich mit wissenschaftlicher Fantasy beschreiben lassen. - Man wird es sehen, denk ich.
Man muss für diese Lektüre mit Humor umgehen können und bereit sein, über den Tellerrand hinaus zu sehen. – Ich hatte es ein wenig schwer, in die Handlung hinein zu kommen, aber als ich mich damit angefreundet hatte, ging es dann.
Wer Kommödien mag, kann sich dieses Buch gern mal antun. Ich glaub, da entsteht ein wenig Kopfkino.