Die Flutwelle

von Mikael Niemi 
3,8 Sterne bei38 Bewertungen
Die Flutwelle
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Neue Kurzmeinungen

Positiv (22):

Eine dramatische Geschichte, die mich an einem verregneten Sonntag mitgerissen hat. Einfach lesenswert!

Kritisch (6):
LeonoraVonToffiefees avatar

Zäh, langweilig. ohne Spannung, tlw. unrealistisch und zu viele Personen, deren Handeln ich nicht immer nachvollziehen konnte.

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Inhaltsangabe zu "Die Flutwelle"

Wie würdest du dich verhalten im Angesicht einer Katastrophe?

Hoch oben im Norden Schwedens regnet es schon fast den ganzen Herbst. Und dann zeigen sich im obersten Staudamm des Lule älv tatsächlich Risse. Keiner kann sich vorstellen, dass er brechen könnte. Doch dann geschieht genau das – die Katastrophe nimmt ihren Lauf. Das Wasser kommt in gigantischen Massen. Ein Tsunami im eigenen Land. Inmitten des Infernos eine Gruppe von Menschen, die unterschiedlicher nicht sein könnten und die nun aufeinander angewiesen sind, wollen sie überleben: Der Hubschrauberpilot, der kurz vor einem Selbstmord stand. Die Künstlerin, die mit ihrer Malgruppe in den Wäldern umherstreift. Die Schwangere, die an einen Schornstein geklammert um ihr Überleben kämpft und von einem anderen Schiffbrüchigen ins Boot gezerrt wird. Zwei Ingenieurinnen, die schon lange vor der Gefahr gewarnt haben. Sie alle stehen vor einer gewaltigen Herausforderung: Sie kämpfen nicht nur ums Überleben, sondern auch um ihre eigene Menschlichkeit …

Buchdetails

Aktuelle Ausgabe
ISBN:9783442749928
Sprache:Deutsch
Ausgabe:Flexibler Einband
Umfang:320 Seiten
Verlag:btb
Erscheinungsdatum:12.10.2015
Das aktuelle Hörbuch ist am 04.04.2014 bei RADIOROPA Hörbuch erschienen.

Rezensionen und Bewertungen

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    Ein LovelyBooks-Nutzervor 2 Jahren
    Kurzmeinung: Eine dramatische Geschichte, die mich an einem verregneten Sonntag mitgerissen hat. Einfach lesenswert!
    Ein dramatisches und mitreißendes Buch

    Die Flutwelle von Mikael Niemi ist ein mitreißendes Buch, wo inmitten eines Infernos eine Gruppe von Menschen auf einander angewiesen sind. Ein Staumdamm im hohen Norden Schwedens reißt auf und eine unglaubliche Flutwelle überschwemmt die Dörfer. Die Menschen versuchen sich zu retten und jeder geht unterschiedlich mit der Situation um. Wie würde man selber bei so einem Inferno reagieren? Was wäre einem wichtig? Was würde man mitnehmen, wenn man nur drei Dinge mitnehmen dürfte? Wie reagiert man, wenn man keine Möglichkeiten hat aus der auswegslosen Situation herraus zukommen. Eine von vielen Fragen, die das Buch aufwirft.
    Auf jeden Fall ist "Die Flutwelle" ein sehr lesenswertes Buch für einen verregneten Sonntag. Mich hat das Buch nachdenklich gestimmt und der verregnete Sonntag erschien mir nicht mehr so trostlos. Die Menschen in diesem Buch mußten auf jeden Fall schlimmere Dinge überstehen, wie ein bißchen Regen. Aus diesem Grund vergebe ich 5 Sterne.

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    Lumis avatar
    Lumivor 3 Jahren
    Rezension zu Mikael Niemi - Die Flutwelle

    Vielen dürfte der nordschwedische Schriftsteller Mikael Niemi vor allem als Autor witziger Romane wie "Populärmusik aus Vittula" bekannt sein. Nun hat vor einiger Zeit seinen neuen Roman "Die Flutwelle" veröffentlicht.

    Inhaltlich geht das Buch in eine ganz andere Richtung als seine bisherigen Veröffentlichungen. In Schweden wurde "Die Flutwelle" sogar unter dem Label Thriller vermarktet, ich würde aber vielleicht eher von einem Katastrophenroman sprechen.

    Die Handlung ist, wie bei Niemi üblich, in Nordschweden angesetzt. Das nördliche Norrland wird von einem unheimlich nassen Herbst heimgesucht, es regnet seit Wochen ohne Unterlass. Trotzdem verläuft das Leben am Luleälv, dem großen Fluss der die Gegend durchzieht, in geregelten Bahnen. Der Leser lernt verschiedene Personen kennen, darunter einen samischen Autonarren, einen Hubschrauberpiloten, den der Lebensmut verlassen hat und eine von ihrem Beruf frustrierte Kunstlehrerin. Als plötzlich der Damm eines Kraftwerks bricht, ändert sich vom einen auf den anderen Augenblick alles für diese Menschen. Plötzlich sind die alten Probleme verschwunden und ein Kampf um das bloße Überleben beginnt.

    Mich hat "Die Flutwelle" von der ersten bis zur letzten Seite gefesselt. Viele der Charaktere, die Niemi beschreibt, sind - wie man es von ihm gewohnt ist - ziemlich eigen. Mit einigen von ihnen kann man sich identifizieren, mit anderen nicht. Die Sprache ist gewohnt angenehm zu lesen und auch der Humor kommt nicht zu kurz, soweit das in einem Roman dieses Genres eben möglich ist. Vor allem aber gelingt es dem Autor, die Handlung durchgehend spannend zu halten. Es fiel mir manchmal wirklich schwer, das Buch aus der Hand zu legen um mich anderen nötigen Beschäftigungen zu widmen.

    Wieder einmal konnte mich Mikael Niemi vollständig überzeugen und ich freue mich wirklich, dass dieses Buch, welches ich direkt nach seinem Erscheinen in Schweden gelesen habe, seinen Weg auf den deutschen Markt gefunden hat!

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    Haverss avatar
    Haversvor 4 Jahren
    Ausgeliefert!

    „Populärmusik aus Vittula“ sowie „Der Mann, der starb wie ein Lachs“ sind die beiden Romane, mit denen der schwedische Schriftsteller Mikael Niemi auch hierzulande bekannt wurde. Sein neuester Roman „Die Flutwelle“ beschäftigt sich mit dem Verhalten von Menschen in einer Extremsituation, in der sie dem Schicksal – in diesem Fall allerdings eher einer Naturkatastrophe – hilflos ausgeliefert sind.

    Handlungsort ist der schwedische Norden, wo es seit Wochen wie aus Kübeln regnet. Die Erde ist komplett durchweicht, und auch der oberste Staudamm des Luleälven zeigt bereits gefährliche Risse. Lange wird er den Wassermassen nicht mehr standhalten können, und wenn dieser Damm bricht, wird das einen Domino-Effekt nach sich ziehen und sich eine Flutwelle biblischen Ausmaßes über das Land ergieße, die alles Leben vernichten.

    Am Beispiel einer Personengruppe zeigt der Autor auf, wie sich die unterschiedlichsten Menschen in dieser für alle gleichen, lebensbedrohlichen Situation verhalten: ein Hubschrauberpilot, der seinen Selbstmord plant, seine Frau, die sich scheiden lassen will, deren schwangere Tochter, die den Vater von seinem Vorhaben abbringen möchte, die Leiterin eines Kunstkurses, die in den strömenden Fluten ein inspirierendes Motiv sieht, die Beschäftigten von Vattenfall, der Betreiberfirma, die felsenfest davon überzeugt ist, dass der Damm hält und ein gebürtiger Same, den es nach London verschlagen hat und der in der Einsamkeit der nordschwedischen Wälder die Hektik der Großstadt hinter sich lassen möchte.

    Das Beste und das Schlechteste kommen bei ihnen zum Vorschein, Fürsorge und Brutalität. Während die einen sich fatalistisch ihrem Schicksal ergeben, beginnen die anderen zu kämpfen. Manch einer wird zum absoluten Egoisten, für den nur das eigene Überleben zählt, andere tragen dafür Sorge, dass alle gleichermaßen eine Überlebenschance haben.

    Niemi schreibt verhalten und immer mit dem notwendigen Fingerspitzengefühl. Ihm kommt es nicht auf billige Effekte an, und gerade deshalb geht dem Leser das Schicksal der Protagonisten sehr nahe. Je stärker sich die Situation zuspitzt, je auswegloser der Kampf gegen die entfesselte Natur wird, desto mehr wünscht man sich das Überleben aller.

    Ein starkes Buch, höchst dramatisch und beeindruckend und über weite Strecken spannender als mancher Krimi!

    Kommentare: 2
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    unclethoms avatar
    unclethomvor 4 Jahren
    Leseempfehlung

    Der Klappentext:


    Hoch oben im Norden Schwedens regnet es schon fast den ganzen Herbst. Und dann zeigen sich im obersten Staudamm des Lule älv tatsächlich Risse. Keiner kann sich vorstellen, dass er brechen könnte. Doch dann geschieht genau das - die Katastrophe nimmt ihren Lauf. Das Wasser kommt in gigantischen Massen. Ein Tsunami im eigenen Land. Inmitten des Infernos eine Gruppe von Menschen, die unterschiedlicher nicht sein könnten und die nun aufeinander angewiesen sind, wollen sie überleben: Der Hubschrauberpilot, der kurz vor einem Selbstmord stand. Die Künstlerin, die mit ihrer Malgruppe in den Wäldern umherstreift. Die Schwangere, die an einen Schornstein geklammert um ihr Überleben kämpft und von einem anderen Schiffbrüchigen ins Boot gezerrt wird. Zwei Ingenierinnen, die schon lange vor der Gefahr gewarnt haben. Sie alle stehen vor einer gewaltigen Herausforderung: Sie kämpfen nicht nur ums Überleben, sondern auch um ihre eigene Menschlichkeit...
    Quelle: http://www.randomhouse.de/Presse/Buch/Die-Flutwelle-Roman/Mikael-Niemi/pr426638.rhd?mid=2&showpdf=false&per=54519&men=762&pub=2000#tabbox



    Der Autor:


    Mikael Niemi, Jahrgang 1959, wuchs im hohen Norden Schwedens in Pajala auf, wo er heute noch lebt. Im Jahr 2000 erschien sein erster Roman "Populärmusik aus Vittula", für den er den renommiertesten Literaturpreis seines Landes, den Augustpreis, bekam. Es war das spektakulärste Debüt, das Schweden je erlebt hatte. Das Buch stand monatelang auf Platz 1 der Bestsellerliste, verkaufte sich über eine Million mal, wurde in 24 Sprachen übersetzt und ebenso erfolgreich verfilmt.
    Quelle: http://www.randomhouse.de/Presse/Buch/Die-Flutwelle-Roman/Mikael-Niemi/pr426638.rhd?mid=2&showpdf=false&per=54519&men=762&pub=2000#tabbox





    Die Rezension:

    Erschreckend real beschreibt der Autor das Szenario einer nicht für möglich gehaltenen Katastrophe. Sehr plastisch die Figuren und Schauplätze, so real, dass man das Gefühl hat mitten im Geschehen zu stehen.
    Die Schreibweise sehr flüssig, dass es eine Freude ist das Buch zu lesen. Kaum begonnen, ist man schon gefangen von der Story. Der Spannungsaufbau ist so gehalten, dass man fast wie von einer Flutwelle mitgerissen wird und das Buch erst dann aus den Händen legt, wenn man es beendet hat. Spannungsliteratur vom feinsten ist das Buch, so schreibt man Spannungsliteratur heute. Ich war absolut begeistert von der Lektüre dieses Buches und vergebe dafür 5 von 5 Sternen, sowie eine Leseempfehlung.

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    WolfgangBs avatar
    WolfgangBvor 4 Jahren
    Kurzmeinung: Hart, berührend, erschütternd regt der Autor zum Nachdenken an.
    Im Angesicht der eigenen Endlichkeit

    Nach anhaltenden strömenden Regenfällen hält ein Staudamm im hohen Norden der Belastung nicht mehr stand und bricht. Zunächst zeichnen sich erste Risse ab, die sich unaufhaltsam weiten, und schließlich zerbröckelt das Material, die Katastrophe bricht herein: Die Massen ergießen sich über das Tal, brechen Schneisen durch die Städte, hinterlassen Leid und Verwüstung.

    Unter den um ihr Leben kämpfenden Menschen finden sich exemplarisch einige Personen, die im Laufe der Erzählung begleitet werden.
    Der Hubschrauberpilot Vincent muß spontan seinen geplanten Selbstmord aufgeben, um seiner untreuen Gattin Henny bei der Rettung ihres Geliebten zu helfen.
    Der motoraffine Adolf wird in der Sicherheit seines Saab erschüttert, als das Gefühl der Freiheit dem des Eingeschlossenseins in einem grenzenlosen See weicht.
    Der Kraftwerksarbeiter Barney fühlt sich ungerecht behandelt und ergießt den aufgestauten Zorn eines Lebens auf zwei ihm aufgrund der Katastrophe ausgelieferten Ingenieurinnen.
    Der Malerin Laura gelingt die Flucht auf einen starken Baum und beschließt einen bewußtlos angespülten Teilnehmer ihres Kurses zu retten.

    Ein wortgewaltiges, von harter, kalter, zuweilen makabrer Poesie durchdrungenes Werk legt der schwedische Autor Mikael Niemi vor, nachdem er bereits mit "Populärmusik aus Vittula" reüssierte. Auch beweist er augenzwinkernden Humor, wenn er ein zerfleddertes Exemplar seines Erstlingsromans vorbeischwimmen läßt.Vordringlich jedoch wirft er essentielle Fragen des Daseins auf:

    Wie verhält sich der Mensch, wenn er unausweichlich mit der Zerbrechlichkeit des Lebens, der eigenen Endlichkeit konfrontiert wird?
    Rettet man um jeden Preis und ohne Rücksicht auf Verluste das eigene Leben?
    Engagiert man sich selbstlos für andere Menschen, ist man bereit, für wildfremde Zeitgenossen das eigene Überleben aufs Spiel zu setzen?
    Wo verläuft die dünne Grenze zwischen Zivilisation und Recht des Stärkeren? Wann ist sie überschritten?
    Investiert man die verbleibenden Energien in einen möglicherweise aussichtslosen Kampf, oder resigniert man?

    Anhand der Schicksale seiner Protagonisten demonstriert der Autor, wie die Extremsituation zugleich das Beste und das Schlechteste im Menschen hervorbringt, wie sie als ein scharfer Sturm wütet, der alles an mühsam angeeigneter Zivilisation hinfortschleift und die nackte Persönlichkeit offenlegt. Die Erzählung regt zu Gedankenexperimenten, zum Hinterfragen der eigenen Disposition an.

    Wir würden wir uns in der Begegnung mit dem eigenen Ablaufdatum verhalten? Eindrucksvoll, bildgewaltig, berührend, erschütternd hämmert der Autor dem Leser ins Bewußtsein, daß der Gedanke, jeder Augenblick könnte der letzte Sein, weit mehr ist als eine abgedroschene Carpe-Diem-Phrase.

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    SharonsBuecherparadiess avatar
    SharonsBuecherparadiesvor 4 Jahren
    Kurzmeinung: Schockierend, spannend und einzigartig geschrieben!
    Einfach großartig!!!

    Da mich der Klappentext sehr ansprach, war ich wirklich erfreut, dieses Buch vom btb Verlag zugeschickt bekommen zu haben! Vielen Dank nochmal dafür!

    Worum gehts?
    Da es in Schweden den ganzen Herbst durchgeregnet hat, stieg das Wasser nur so an. Es wurde vorausgesagt, doch keiner schenkte diesen Voraussagen glauben. Die Katastrophe begann, es gab viele Tote und auch ein Tsunami brach aus...

    Meinung:
    Dies war ein Buch, was mich schon vom Klappentext überzeugen konnte und zuvor bekannt gab, dass sich in diesem unterschiedliche Geschichte zusammentragen werden. So war es auch. Jeder der Menschen, von denen hier berichtet wurde, erlebte die Katastrophe anders, auf seine Art und Weise. Das fand ich zuerst sehr gewöhnungsbedürftig, doch nach und nach fand ich mich damit zurecht und fand es positiv, dass man so aus verschiedenen Sichtweisen von dieser erfuhr. Die Handlungen der Menschen waren nachvollziehbar und interessant geschildert worden und so gelang es mir, mich schnell in die Geschichte hineinzufinden. Teilweise spürte man den Überlebenskampf der Charaktere enorm. Emotionen wurden in diesem Buch "groß" geschrieben. Das konnte der Autor hier sehr gut übermitteln. Die Spannung wurde somit schon gleich am Anfang des Buches aufgebaut und blieb durchweg bestehen. Der Schreibstil war recht einfach und man konnte das Buch somit flüssig weg lesen.
    Das Cover des Buches zeigt die Flut, es passt ganz gut zum Buch!

    Was mir ein wenig fehlte, waren Charaktere, mit denen man sich sofort anfreunden konnte, weil sie einem sympathisch wurden. Man merkte jedoch, dass der Autor viel mehr auf die eigentliche Handlung setzte, statt sich mit diesen jeweils noch kontinuierlicher zu befassen. Dennoch ist dies kein Grund für mich, einen Punkt abzuziehen!

    Fazit:
    Für mich war dies ein eher erschreckendes Buch, was nicht nur spannend geschrieben wurde, sondern auch gleichzeitig die unterschiedlichsten und interessantesten Reaktionen seiner Charaktere wieder gab. Lesen lohnt sich!


    - Cover: 5/5
    - Story: 5/5
    - Charaktere: 5/5
    - Schreibstil: 5/5
    - Emotionen: 5/5

    Gesamt: 5/5 Palmen

    © Sharons Bücherparadies

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    reading-bookss avatar
    reading-booksvor 4 Jahren
    Eindrucksvoll und wortgewaltig

    Auf dieses Buch wurde ich durch einen Newsletter des Verlages aufmerksam. Das Cover weckte direkt mein Interesse, denn ich musste unweigerlich zweimal hinsehen um den Titel zu bemerken. Das prägende Element ist hier das Wasser und auch wenn man den Titel liest, drängt sich das Thema Wasser regelrecht auf.

    Ich denke der Klappentext spricht für sich. Es handelt sich hier um kein “Schön-Wetter-Buch” – entschuldigt das Wortspiel – sondern um eines das den Menschen in einer Extremsituation zeigt. Das schreckte mich keineswegs ab sondern war im Gegenteil einer der Gründe warum ich “Die Flutwelle” von Mikael Niemi unbedingt lesen wollte. Es ist manchmal erstaunlich wie sehr schon ein Klappentext für ein Buch spricht. Ich muss sagen der btb Verlag hat hier wahrlich ein Glanzstück in sein Programm genommen. Dieses Buch brilliert durch seine Wortgewalt. Einen detaillierten Spannungsbogen dürfen Leser hier nicht erwarten. Doch diesen braucht das Buch auch nicht unbedingt, es ist zwar spannend zu lesen, viel beeindruckender sind in meinen Augen jedoch die schonungslosen Beschreibungen der Situation, der Menschen und ihrer Reaktionen. Hier wird nicht beschönigt sondern eine denkbare Realität dargestellt.

    Adolf Paval würde einen richtig schlechten Tag erleben. Tatsächlich sollte der Tag schlimmer werden, als er es sich je hätte vorstellen können. Noch ahnte er nichts und war deshalb guter Dinge und zugleich ein wenig wehmütig, als er in seinem Arbeitsgerät saß, einem Saab 9000 Coupé mit allerlei Sonderausstattung und getönten Seitenscheiben.
    Zitat Seite 7

    Das Buch beginnt mit einer Bestandsaufnahme. Es werden die verschiedenen Personen und ihre Lebenssituation in einzelnen Kapiteln vorgestellt. Das mag zunächst etwas verwirrend sein, da es scheinbar ständig eine neue Figur zu geben scheint ohne das es Verbindungen geben würde. Das hat mich zunächst irritiert, doch mit jedem weiteren Kapitel und jeder weiteren Seite rückt dies irgendwie in den Hintergrund, da das Geschehen selbst die Hauptrolle spielt. Hier sind es nicht die Figuren, die das Leseerlebnis prägen und ein Gefühl für das Buch prägen, hier waren es das Thema und die Umsetzung, die Beschreibungen und Handlungen, die mich mitgerissen haben (irgendwie ist fast alles hier ein Wortspiel). Ich muss gestehen, dass mir keine der Figuren wirklich tief ins Gedächtnis gelangt ist. Sie sind irgendwie auch nicht wichtig obwohl ohne sie das Buch nicht funktioniert hätte. Es ist schwer zu beschreiben, doch dieses Buch lebt von viel mehr als nur den Protagonisten.

    Draußen regnete es leicht, fast wie Neben – eher dunstige Feuchtigkeit, die herumwaberte, als einzelne Tropfen.
    Zitat Seite 8

    Der Schreibstil ist einfach, offen und sehr deutlich. Die klaren Beschreibungen helfen dem Leser sich in die Situation und das Geschehen einzuleben. Das Kopfkino begann bei mir schon nach wenigen Zeilen, was in meinen Augen ein Indikator für ein gutes Buch ist. Ohne aufzusehen habe ich so direkt die Hälfte des Buches gelesen gehabt ohne einmal aufzusehen oder zu unterbrechen. Es war grandios.

    Es war unbeschreiblich. Eine Welt, die in Milliarden Tonnen zerbrach. Wie ferngesteuert tastete er nach seiner Handykamera, bis er sich wieder daran erinnerte. Sie war weg. Er hatte nur noch seine Augen. Er konnte nur noch dastehen und etwas betrachten, wovon er nie gedacht hätte, dass ein Mensch es je erleben würde.
    Zitat Seite 47

    Manchmal war es erschreckend wie wenig überraschend die eine oder andere Reaktion der Figuren im Buch gewesen sind. Das machte es aber auch so nachvollziehbar und realistisch. Vielleicht funktioniert es deswegen so gut. Ich würde die Handlung ja als flüssig und gut zu folgen beschreiben, aber lassen wir das. Ich bin mir nicht einmal sicher, ob hier wirklich alles in chronologischer Reihenfolge passierte. Die Figuren für sich sicherlich aber untereinander? Nun das ist irgendwie auch egal, denn irgendwie gehört dieses Durcheinander auch dazu. Eine Flutwelle, dem Titel entsprechend bricht sich den Weg und verursacht Chaos. Das spürt man beim Lesen und genau das hat mich hier auch so begeistert. Dieses Buch bekommt von mir eine unbedingte Leseempfehlung und die vollen 5 Sterne mit mehreren Ausrufezeichen. Es war ein grandioses Lesegefühl, das man erlebt haben sollte.

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    reading-booksvor 4 Jahren
    Eindrucksvoll und wortgewaltig

    Auf dieses Buch wurde ich durch einen Newsletter des Verlages aufmerksam. Das Cover weckte direkt mein Interesse, denn ich musste unweigerlich zweimal hinsehen um den Titel zu bemerken. Das prägende Element ist hier das Wasser und auch wenn man den Titel liest, drängt sich das Thema Wasser regelrecht auf.

    Ich denke der Klappentext spricht für sich. Es handelt sich hier um kein “Schön-Wetter-Buch” – entschuldigt das Wortspiel – sondern um eines das den Menschen in einer Extremsituation zeigt. Das schreckte mich keineswegs ab sondern war im Gegenteil einer der Gründe warum ich “Die Flutwelle” von Mikael Niemi unbedingt lesen wollte. Es ist manchmal erstaunlich wie sehr schon ein Klappentext für ein Buch spricht. Ich muss sagen der btb Verlag hat hier wahrlich ein Glanzstück in sein Programm genommen. Dieses Buch brilliert durch seine Wortgewalt. Einen detaillierten Spannungsbogen dürfen Leser hier nicht erwarten. Doch diesen braucht das Buch auch nicht unbedingt, es ist zwar spannend zu lesen, viel beeindruckender sind in meinen Augen jedoch die schonungslosen Beschreibungen der Situation, der Menschen und ihrer Reaktionen. Hier wird nicht beschönigt sondern eine denkbare Realität dargestellt.

    Adolf Paval würde einen richtig schlechten Tag erleben. Tatsächlich sollte der Tag schlimmer werden, als er es sich je hätte vorstellen können. Noch ahnte er nichts und war deshalb guter Dinge und zugleich ein wenig wehmütig, als er in seinem Arbeitsgerät saß, einem Saab 9000 Coupé mit allerlei Sonderausstattung und getönten Seitenscheiben.
    Zitat Seite 7

    Das Buch beginnt mit einer Bestandsaufnahme. Es werden die verschiedenen Personen und ihre Lebenssituation in einzelnen Kapiteln vorgestellt. Das mag zunächst etwas verwirrend sein, da es scheinbar ständig eine neue Figur zu geben scheint ohne das es Verbindungen geben würde. Das hat mich zunächst irritiert, doch mit jedem weiteren Kapitel und jeder weiteren Seite rückt dies irgendwie in den Hintergrund, da das Geschehen selbst die Hauptrolle spielt. Hier sind es nicht die Figuren, die das Leseerlebnis prägen und ein Gefühl für das Buch prägen, hier waren es das Thema und die Umsetzung, die Beschreibungen und Handlungen, die mich mitgerissen haben (irgendwie ist fast alles hier ein Wortspiel). Ich muss gestehen, dass mir keine der Figuren wirklich tief ins Gedächtnis gelangt ist. Sie sind irgendwie auch nicht wichtig obwohl ohne sie das Buch nicht funktioniert hätte. Es ist schwer zu beschreiben, doch dieses Buch lebt von viel mehr als nur den Protagonisten.

    Draußen regnete es leicht, fast wie Neben – eher dunstige Feuchtigkeit, die herumwaberte, als einzelne Tropfen.
    Zitat Seite 8

    Der Schreibstil ist einfach, offen und sehr deutlich. Die klaren Beschreibungen helfen dem Leser sich in die Situation und das Geschehen einzuleben. Das Kopfkino begann bei mir schon nach wenigen Zeilen, was in meinen Augen ein Indikator für ein gutes Buch ist. Ohne aufzusehen habe ich so direkt die Hälfte des Buches gelesen gehabt ohne einmal aufzusehen oder zu unterbrechen. Es war grandios.

    Es war unbeschreiblich. Eine Welt, die in Milliarden Tonnen zerbrach. Wie ferngesteuert tastete er nach seiner Handykamera, bis er sich wieder daran erinnerte. Sie war weg. Er hatte nur noch seine Augen. Er konnte nur noch dastehen und etwas betrachten, wovon er nie gedacht hätte, dass ein Mensch es je erleben würde.
    Zitat Seite 47

    Manchmal war es erschreckend wie wenig überraschend die eine oder andere Reaktion der Figuren im Buch gewesen sind. Das machte es aber auch so nachvollziehbar und realistisch. Vielleicht funktioniert es deswegen so gut. Ich würde die Handlung ja als flüssig und gut zu folgen beschreiben, aber lassen wir das. Ich bin mir nicht einmal sicher, ob hier wirklich alles in chronologischer Reihenfolge passierte. Die Figuren für sich sicherlich aber untereinander? Nun das ist irgendwie auch egal, denn irgendwie gehört dieses Durcheinander auch dazu. Eine Flutwelle, dem Titel entsprechend bricht sich den Weg und verursacht Chaos. Das spürt man beim Lesen und genau das hat mich hier auch so begeistert. Dieses Buch bekommt von mir eine unbedingte Leseempfehlung und die vollen 5 Sterne mit mehreren Ausrufezeichen. Es war ein grandioses Lesegefühl, das man erlebt haben sollte.

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    robbylesegernvor 4 Jahren
    superspannend und oftmals berührend

    Im Norden Schwedens hat es schon den ganzen Herbst geregnet. Die Staudämme sind übervoll und drohen den Wassermassen nachzugeben. Zwei junge Ingenieurinnen haben vor dieser Gefahr gewarnt, doch keiner glaubt daran, bis die Katastrophe ihren Lauf nimmt. Zuerst entsteht ein Riss, dann bricht der Damm und führt zu einem Tsunami im eigenen Land mit vielen Toten und Verletzten. Der Autor Mikael Niemi, der schon mit seinem Buch " Populärmusik aus Vittula " bekannt wurde und dafür sogar den renommierten Literaturpreis Schwedens, den " Augustpreis " bekam, hat in seinem Roman einzelne Personen , bzw. Gruppen herausgesucht, über die während der Katastrophe immer wieder erzählt wird.

    Barney Lundmark, ein Angestellter des Stauwerks, der während der Katastrophe zusammen mit zwei Ingenieurinnen vor Ort ist. Vincent Laurin, der mit seinem Hubschrauber in den Tod fliegen will, weil seine Frau ihn wegen eines anderen verließ und ihn nun ruinieren will. Lovisa Laurin, seine schwangere Tochter, die von dem Dammbruch erfährt und vergebens versucht ihre Eltern zu erreichen, Adolf Pavval, der mit seinem heißgeliebten Saab dem Unglück begegnet ,Sophia Pellebro, die versucht ihre Tochter, die an Bulimie erkrankt ,ist zu retten und eine Malgruppe, die durch die Wälder streift, um geeignete Motive zu finden.

    All diese Menschen begegnen der Katastrophe unterschiedlich, doch was allen gemein ist, sie wollen ihr Leben retten, egal mit welchen Konsequenzen. Da wird Mitgefühl und Mitmenschlichkeit häufig außer Kraft gesetzt. Da gelten anderen Regeln, als die , die einem in einer funktionierenden Gesellschaft vorgegeben sind.

    Mikael Niemi hat mich mit seinem Buch fasziniert. Ich habe mich manchmal an gewisse Passagen aus Schätzings Schwarm erinnert und zwar die, als ein Tsunami über Norwegens Küsten hereinbricht. Genau diese Spannung habe ich auch bei diesem Buch empfunden. Doch auch die unterschiedlichen Handlungen der einzelnen Personen sind interessant und nachvollziehbar geschildert worden. Wo bei dem Einen das Mitgefühl überwiegt, werden bei einem Anderen die niedersten Instinkte des Menschen an die Oberfläche gebracht. Man versucht Menschen zu retten, indem man andere bestiehlt und das Leben eines Menschen hängt manchmal an einem kleinen Halm.

    Die Spannung dieses Romans wird nicht nur durch die Katastrophe selbst hervorgerufen, sondern auch durch das Handeln einzelner Personen und man fragt sich manchmal selbst, "wie würdest du reagieren ?".Ein Buch , was ich nicht so schnell vergessen werden, in einem ansprechenden Schreibstil geschrieben und mit Personen , die überzeugen. Ich wünsche diesem Buch viele Leser, denn es hat es verdient.

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    M
    michael_lehmann-papevor 4 Jahren
    Archaische Katastrophe

    Archaische Katastrophe

    Für die Beteiligten, jene, die im Bannkreis dieser brechenden Dämme, des überschäumendes Flusses, dieser gewaltigen Wassermassen sich befinden, geht im wahrsten Sinne des Wortes die Welt unter.

    Für andere, im Buch Niemi nur einen kleinen Nebensatz wert, schwankt eben in der großen Stadt mal für 2 Sekunden der Strom.

    In rasanten Perspektivwechselns, immer nur kurz und knapp, dafür aber nahhaltig eindrucksvoll bei den einzelnen Personen je verbleibend, bietet Niemi einen Katastrophenablauf in bester Hollywoodmanier. Eine Katastrophe, die alles hat, was Spannung ausmacht.

    Einer, der mit seinem geliebten Saab mit allem, was er hat, der Flutwelle entfliehen will, die sich im Rückspiegel auftürmt. Eine Geschichte, die sich für den Leser durch das gesamte Buch durchziehen wird, zu der Niemi immer wieder zurückkehrt. Was noch lange nicht für alle Personen und Gruppen gilt, denen er sich zuwendet. Selbst nach einer kleinen Weile bereits vertraut wirkende Gestalten, Sympathieträger, wird Niemi nicht schonen, wenn Beine durch Äste gebrochen, Leichen als Auftrieb für ein Boot benutzt oder Fingernägel sich verzweifelt in nasses Erdreich schlagen werden.

    Ebenso, wie Niemi durchaus massiv realistisch den Tod, das Ertrinken, abgetrennte Körperteile vor Augen führt (ohne dabei blutrünstig zu wirken, sondern eher wie ein kühler Berichterstatter dessen, was nun einmal geschieht), bringt er den Leser zum mit Fiebern beim Ansaugen von Luft durch ein dünnes Staubsaugerrohr, zum Mitleiden mit der Mutter, dich sich selbst auf einem Kinderfahrrad bis zur Erschöpfung versucht, zu ihrer Tochter durchzuschlagen. Nah dran an jener Frau, die langsam, bedacht in einem ganz natürlich wirkenden Vorgang ihren Atem in den anderen einfließen lässt.

    „Ihr war ein bisschen Übel, aber es gab niemanden, der sie hätte ablösen können. Sein Leben lag in ihren Händen“. Und fast ein wenig Genuss für diese Frau ist dabei zu spüren.

    Menschen zeigen ihr wahres Ich, das schon zuvor zu erahnen ist, dann aber beim ein oder anderen ungehemmt durchbricht. Wie bei jenem, der noch eine Schleuder bauen wird, um die Frau auf der Insel in den Wassermassen als Zeugin auszuschalten. Oder auch nur aus reiner Lust, wer weiß das schon? Wobei er eine Kleinigkeit übersieht (zur tiefen Befriedigung des Lesers im Nachhinein).

    Aber auch Annäherungen finden statt, die in einer sehr ungewöhnlichen, zart-harten, sanften wie abstoßenden Szene körperlicher Liebe enden werden.

    Alles in allem eine rasante, temporeiche Lektüre, die kein Blatt vor den Mund nimmt, die gerade durch die kühle Distanz des erzählenden Stils den Leser ein um das andere Mal emotional mit hineinnimmt, immer in der Ungewissheit bei jeder der Personen und Ereignisketten, wie diese Enden werden. Mit überraschenden Wendungen in alle Richtungen und einer hochgradig plastischen Form der Darstellung in einer tief düsteren Atmosphäre.

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