Mike Croft

 3,5 Sterne bei 22 Bewertungen
Autor von Tief und Tief.

Alle Bücher von Mike Croft

Cover des Buches Tief (ISBN: 9783832161224)

Tief

 (21)
Erschienen am 14.02.2012
Cover des Buches Tief (ISBN: B004WMP750)

Tief

 (1)
Erschienen am 20.04.2011

Neue Rezensionen zu Mike Croft

Cover des Buches Tief (ISBN: 9783832161224)michaelkothes avatar

Rezension zu "Tief" von Mike Croft

Wie gewollt und nicht gekonnt
michaelkothevor 2 Monaten

Erster Eindruck:

Da hat jemand Frank Schätzings Werk „Der Schwarm“ überarbeitet! Der Unterschied: Nicht die Natur richtet sich gegen den Menschen, der im Begriff ist, sie zu vernichten, sondern sie bittet ihn darum, die von ihm angerichteten Schäden wiedergutzumachen.

 

Inhalt:

Als ein einzelner Pottwal am Strand von Brighton in Großbritannien aufläuft, richten sich alle Bemühungen, auch die des Meeresbiologen Roddy Ormond, auf seine Rettung. Wenige Tage, nachdem das Tier erfolgreich seinem Element zurückgegeben wurde, werfen sich 78 Wale unterschiedlicher Spezies wieder auf den Strand. Bevor sie gerettet werden können, sterben sie. Hier kommt der Antagonist Rattigan ins Spiel, ein nach außen hin wohltätiger Milliardär. Nicht nur seine dunklen Geschäfte werden nach und nach dem Leser enthüllt, sondern auch sein Hass auf Ormond, den er seit ihren Studientagen kennt und dem er damals die Freundin ausgespannt hat. Erst spät erkennt Ormond in der Aktion der Wale einen Hilferuf, doch kann er sich nicht gegen die Medien und die Politik durchsetzen, die die Ursache dafür bislang erfolgreich vertuschen konnte.

 

Schreibstil:

Wie im Thriller üblich, fehlt die „innere Heldenreise, also die Charakterentwicklung der Protagonisten. Nicht nur die Handlung, sondern auch die Sprache gibt ein rasches Tempo vor, sodass die gut 380 Seiten am liebsten „am Stück“ verschlungen werden wollen. Zahlreiche Dialoge wechseln mit eher kurzen Berichtssequenzen und recht vielen Selbstreflexionen ab. Auch der Wechsel der Perspektiven – einschließlich der Sicht und Gedanken des Pottwals Blackfin – macht den Thriller lebendig. Leider krankt die erste Hälfte des Romans an zahlreichen Wiederholungen schon ausgedrückter Vermutungen, und obwohl die Handlung samt Ergebnis schon früh vorhersehbar ist, versucht Croft beinahe krampfhaft, den Leser im Ungewissen zu lassen. Die Figuren sind durch ihre jeweilige Innenschau plastisch und lebendig dargestellt, wobei Rattigans kapitelfüllende Zerrissenheit zwischen Wohltätigkeit und Verbrechen und zwischen übertriebener Liebe zu seiner Tochter Ally und sein Hass auf Ormond übertrieben anmutet und nur dadurch erklärt werden kann, dass man ihn als Psychopathen einstuft. Hier wäre weniger mehr gewesen.

 

Fazit:

Wer Schätzings „Schwarm“ nicht kennt, mag mit „TIEF“ zufrieden sein, allen anderen Lesern ist der Thriller nicht zu empfehlen. Da schon früh zu erkennen ist, wie alle Handlungsstränge enden, wird die künstlich verschleppte Offenbarung zum Lesehindernis. Die erste Hälfte des Buches verzettelt sich in der Einführung der Figuren und Schauplätze und kommt einfach nicht auf den Punkt. Außerdem spielt Croft mit den in amerikanischen Actionfilmen beliebten Klischees, was alte Bekannt- und Liebschaften angeht, und so wirkt die Logik mancher Handlungen arg konstruiert. Daher landet „TIEF“ nur im Mittelfeld, der Roman hinkt zu sehr hinter Schätzings Original hinterher.

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Cover des Buches Tief (ISBN: 9783832161224)Stefan83s avatar

Rezension zu "Tief" von Mike Croft

Ein Schätzing "Light", der unterhält
Stefan83vor 11 Jahren

Wenn dem etwaigen Leser bei der Lektüre dieser Rezension ein leichtes Déjà-Vu-Gefühl beschleicht, so ist dies nicht verwunderlich, hat doch Kollege Michael Drewniok Mike Crofts Öko-Thriller „Tief“ bereits gewohnt umfassend auf der Phantastik-Couch besprochen. Der ein oder andere mag sich nun fragen: Bedarf es da überhaupt einer zweiten Beurteilung? Rein objektiv gesehen eigentlich nicht, zumal auch der jetzige Rezensent inhaltlich zu dem gleichen Ergebnis kommt. Insofern ist der vorliegende Text in erster Linie doppelte Werbung, welche jedoch „Tief“ wahrlich verdient hat, da der Roman nicht nur vortrefflich mit den Elementen des Genres jongliert, sondern auch sehr kurzweilig unterhält und dem „Schätzing“-Milieu langvermisste Leichtigkeit zurückbringt.

Das ein Pottwal strandet ist an sich schon ein seltenes Ereignis, leben diese Tiere doch in den Weiten der Tiefsee und meiden in der Regel die flacheren Küstengewässer. Wenn dies aber dann auch noch am Badestrand des südenglischen Seebads Brighton geschieht, so ist das mehr als ungewöhnlich, weshalb man unverzüglich nach Dr. Roderick, genannt „Roddy“, Ormond schickt. Der Direktor des Instituts für Meeressäugetiere in London und weltweit anerkannte Walfachmann soll das Tier so schnell wie möglich zurück in den Ärmelkanal befördern. Der exzentrische Ormond, bei dem die nach Informationen dürstende Journalistenmenge auf Granit beißt, tut jedoch erst einmal nichts dergleichen. Stattdessen nimmt er die Gelegenheit wahr, um den riesigen Meeressäuger näher zu untersuchen. Dabei entdeckt er Erstaunliches. Der Pottwal ist keineswegs gestrandet, sondern hat sich vielmehr mit voller Geschwindigkeit auf den Strand geworfen. Außerdem kennt Ormond das Tier. Vor vielen Jahren hat er dieses Exemplar namens „Blackfin“ vor Neufundland fotografiert. Ein Zufall?

Während Ormond gemeinsam mit seinem Kollegen Whitaker das Tier untersucht und alles für die Rückbeförderung ins Meer vorbereitet, gerät im Nordatlantik ein alter Frachter in Seenot. Der soll im SONAZ-Sperrgebiet (eine“ Special Operations No Access Zone“, die Großbritannien nach Ende des Zweiten Weltkriegs für experimentelle Tests mit Atomwaffen nutzte) einen Behälter unbekannter Herkunft versenken und sieht sich nun von ganzen Walherden attackiert. Auch Fischer der Gegend berichten vom merkwürdigen Verhalten des Meeressäuger und schrecklich deformierten Fischen in ihren Netzen. Was geht dort im Meer vor sich?

Als Ormond langsam die Vermutung kommt, dass die Wale die Menschen nicht angreifen, sondern ihnen etwas mitteilen wollen, scheint es beinahe zu spät. Und der gerettete Blackfin kehrt zurück – mit hunderten seiner Artgenossen und einer Warnung, die es zu entschlüsseln gilt – bevor es für Mensch und Tier zu spät ist.

Wer nach dieser gekürzten Inhaltsbeschreibung bereits ahnt, worauf das Ganze hinausläuft und in ihr gewisse Parallelen zu Schätzings dickem Schinken entdeckt, liegt einerseits wohl richtig, andererseits aber auch nicht ganz, denn „Tief“ bietet zwar wahrlich wenig Überraschendes in der insgesamt sehr simplen Handlung, verschont den Leser dafür aber mit ausuferndem Wissenschafts-Blabla. Croft nimmt sein Anliegen (das er eins hat, wird zwischen den Zeilen immer wieder ersichtlich) und seine Geschichte nicht ganz so ernst, und schippert einen Kurs, der den platten Mystery-Mainstream ebenso meidet, wie das Aneinanderreihen fachspezifischer Begriffsungeheuer. Unterhaltung ist hier nicht eine Verpackung, in der sich ein moralisches Mahnmal verbirgt, sondern Triebfeder des Plots. Ein Rezept, das funktioniert, da die in den Dialogen und den Handlungen der Figuren verborgenen Botschaften uns dennoch erreichen. Wenn daher „Glennkill“-Geplagte schon zu Beginn, der uns in die Gedankenwelt des Pottwals „Blackfin“ versetzt, die Segel streichen wollen, sollten diese dem Buch lieber noch etwas Zeit geben – denn es lohnt sich.

Trotz teils kruder Behauptungen oder dem doch sehr zusammengezimmerten Handlungsrahmen, weiß Mike Croft seine Effekte geschickt zu platzieren. Jedes Rad greift nahtlos ins andere, jedes Wort sitzt da wo es hingehört. Relativ schnell stellt sich ein rasanter Leserhythmus ein, der bis zum Ende hin keinerlei Unterbrechung erfährt. Dies liegt vor allem an Crofts erfrischendem Stil. Sein herrlicher, immer wieder zum Schmunzeln verführender, bitterer Sarkasmus passt erstaunlich gut zur eigentlich ernsten Geschichte, (Hier muss auch der treffsicheren Übersetzerin ein Lob ausgesprochen werden) die nur auf den ersten Blick fantastisch klingt und im Kern (leider) viel zu Nahe an der Realität ist. Vielleicht ist gerade deswegen die Auflösung, welche das seltsame Verhalten der Wale erklärt, dann auch so wenig überraschend. Durchaus möglich, dass hier die Realität die Fiktion bereits überholt hat. Zu dieser Erkenntnis lässt Croft uns aber selbst kommen. Den moralischen Zeigefinger spart er sich.

Gespart hat er allerdings auch bei der Besetzung seines Romans. Neben dem Held, der Freundin des Helden und dem Bösewicht führen die meisten anderen Personen (von der britischen Verteidigungsministerin Victoria Adlington hätte man gern mehr gesehen) nur ein Schattendasein, was der ohnehin sehr linearen Geschichte nicht immer gut bekommt. Die gelungene Zeichnung der Figuren macht diese zahlenmäßige Überschaubarkeit dann aber fast wieder wett. „Roddy“ Ormond ist ein liebenswerter Protagonist, dem man genauso gern über die Schulter guckt, wie dem zwielichtigen Tony Rattigan, dessen schizophrenes Handeln im Verlauf der Geschichte erschreckend glaubwürdig daherkommt.

Insgesamt präsentiert sich „Tief“ als äußerst unterhaltsamer und letztendlich auch glaubwürdiger „Schätzing-Light“, der gekonnt mit den üblichen Klischees spielt, ohne dabei zur reinen Komödie zu verkommen. Ein entdeckenswerter Roman vom Dumont-Verlag, der Lust auf mehr aus der Feder des schottischen Autoren macht.

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Cover des Buches Tief (ISBN: 9783832161224)cvcoconuts avatar

Rezension zu "Tief" von Mike Croft

Rezension zu "Tief" von Mike Croft
cvcoconutvor 11 Jahren

Das sollte ein Buch sein für sämtliche Umweltschützer und Umweltverschmutzer. Das ist ein Aufruf unsere natur sauber zu halten und es wird gezeigt was passiert wenn wir das nicht tun. Die Geschichte ist teils aus der Sicht der Wale geschrieben und wie sich die Verdreckung der Meere auf sie auswirkt. Sie versuchen den Menschen das auf ihre Art begreiflich zu machen. Das Buch ist sicherlich nicht jedermanns Sache, aber wer sich ein bißchen für Natur und Umwelt interessiert, dem werden etwas die Augen geöffnet.

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