Mikki H.

 4.3 Sterne bei 6 Bewertungen
Autor von Kossu & Ouzo und Pilluralli.

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Mikki H.Kossu & Ouzo
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Kossu & Ouzo
Kossu & Ouzo
 (3)
Erschienen am 15.02.2015
Mikki H.Pilluralli
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Pilluralli
Pilluralli
 (3)
Erschienen am 29.05.2014

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Rezension zu "Kossu & Ouzo" von Mikki H.

Mikki H. - Kossu & Ouzu
Buechereulevor 3 Jahren

Klappentext von der Verlagsseite:
Haben Sie schon einmal Lust verspürt einfach alles hinzuschmeißen, das Glück beim Schopf zu packen, die Heimat, den Alltagstrott und Ihre Probleme hinter sich zu lassen? Wie wäre es mit einem Tapetenwechsel auf Zeit?
Zwei völlig unterschiedliche Charaktere, der wohlhabende griechische Hotelier Paris Kamakis und der Finne Kim Rantala, Hoteldiener, tauschen für ein Jahr das Leben, obwohl sie sich gerade erst begegnet sind. Doch kann ein so verrückter Tauschhandel, der alles mit einschließt – Bankkonten, Arbeitsplätze, Fortbewegungsmittel, soziale Kontakte – funktionieren? Das Gewohnte, der Alltag, holt uns immer wieder ein.
Doch ist das Fremde, vermeintlich Interessante, wirklich besser? Der Homosapiens ist nie zufrieden. Es ist ihm meist zu kalt oder zu warm. Die Arbeit zu eintönig oder zu verantwortungsvoll. Wie reagiert ein besser Gestellter auf das Leben eines Anspruchslosen und umgekehrt?
Ein spaßiger unterhaltsamer Entwicklungsroman zweier zielloser junger Männer, die ihr Glück suchen!Erleben Sie ›Efcharisto‹ in Finnisch-Lappland und ›Kiitos‹ auf der griechischen Insel Rhodos.
Eine Geschichte für jene gehetzten Menschen unter uns, die auch mal gerne alles hinter sich lassen würden, um dann vielleicht festzustellen:»So schlecht geht es mir doch gar nicht..«

Autoreninfo von der Verlagsseite:
»Mikki H.«, finnischer Staatsbürger, geboren 1978 in Waidhofen/Ybbs Österreich, wuchs in eben diesem Land als Sohn einer Finnin und eines Österreichers auf. Im Alter von 25 Jahren, 2003, wanderte er mit seiner Ehefrau nach Finnisch-Lappland aus, wo er auch heute im eigenen Häuschen in einem 900-Einwohner-Dorf lebt. Drei Kinder bereichern das Leben des Paares. Mit etwa dreizehn Jahren, zeitgleich mit Erhalt seines ersten Computers, formulierte er erstmals das Ziel Schriftsteller zu werden.So wirklich loslegen konnte er jedoch erst in der Freiheit, der Natur und dem Frieden Lapplands. Im September 2013 entschloss er sich einen alternativen Weg zu gehen und gründete schließlich im Dezember desselbigen Jahres die Firma »ATPC Media«. Das Unternehmen sieht sich unter anderem als Verlags- beziehungsweise Medienhaus. Seine Romane werden in Eigenregie verlegt und erscheinen bei Amazon in der Druckversion als Taschenbuch und als E-Book. Die elektronische Variante wird ebenso auf anderen Buchplattformen angeboten, wie zum Beispiel Kobo.
Weiters bietet das Unternehmen auf seiner Internetseite Informationen und einen Blog mit Artikeln über das Leben oberhalb des Polarkreises,eine umfangreiche Fotogalerie (mit Kaufmöglichkeiten) sowie einen Internetshop für lappisches Kunsthandwerk und andere Artikel aus dem Norden.

Erster Satz: 
Helios lenkte, sehr zu Freude Paris, den Sonnenwagen über den strahlenblauen Himmel Kopenhagens.

Aufbau:
“Kossu & Ouzu” umfasst den Prolog, 12 Kapitel, wobei die Kapitelüberschriften in finnisch sind und jeweils einen Kalendermonat benennen und einen Epilog. Außerdem gibt es eine sprachliche Einführung, einen Sprachknigge zum Roman sowie Wörterbücher Deutsch – Finnisch und Deutsch – Griechisch. Außerdem ist dem Buch eine Danksagung an seine Familie enthalten.
Das Cover zeigt zwei Schnapsflaschen Kossu & Ouzu, ein Komboloi, welches öfters im Buch noch erwähnt und eine tanzende Paar-Silhouette.

Inhalt:
Paris, ein junger Grieche, und Kim, ein junger Finne, treffen sich an der Meerjungfrau in Kopenhagen. Beide gehen jeweils davon aus, dass der andere ein Frau ist, denn schließlich haben sie sich im Internet kennengelernt. So ist die Verwunderung groß als sie erkennen, dass ihre Vermutung nicht stimmt. Paris, ist Hotelmanager auf der griechischen Ferieninsel Rhodos, und bei einem abendlichen Backgammonspiel mit dem trinkfreudigen Kim, wetten sie. Bei der Wette geht es darum, dass Kim, sollte er gegen den Backgammonerfahrenden Paris gewinnen, für ein Jahr Paris’ Posten in Rhodos übernehmen soll. Und wie der Teufel es passiert es auch. Beide erleben in dem Jahr einige Überraschungen.

Meinung:
“Kossu & Ouzu” ist der zweite Entwicklungsroman von Mikki H. und ich muss sagen, er ist gelungen. Er hat mit Paris und Kim zwei Charaktere geschaffen, die unterschiedlicher nicht sein könnten.
Auf der einen Seite ist Paris, ein erfolgreicher griechischer Hotelmanager, der es nur nicht so mit der Treue hat und auf der anderen Seite steht Kim, ein in den Tag hineinlebender Finne, der mehr Alkohol zu sich nimmt als gut für ihn ist. Gerade Letzteres hat mich immer wieder gestört während des Lesens, teilweise hatte ich den Eindruck, dass Kim nichts anderes als ein Säufer ist und er ging mir wirklich auf den Geist. Auch kam er mir etwas tollpatschig rüber und teilweise auch einfältig. Aber es wäre kein Entwicklungsroman, wenn sich Mikki H.’s Charaktere nicht weiter entwickeln würden.
Im Laufe des Jahres erleben sowohl Kim als auch Paris einschneidende Veränderungen. Paris, der zunächst erstaunt war, dass Kim nicht auf der gleichen Führungsebene arbeitet wie er, lernt das finnische Leben kennen und im Laufe eines Jahres auch die Ruhe und Abgeschiedenheit von Kims Hütte lieben. Aber Paris wäre nicht Paris, wenn nicht auch in Finnland das Weib locken würde.
Störte mich Kims ewiges Trinken von Ouzu, so musste ich dermaßen oft über Paris lachen, dass mir der Bauch wehtat. Für den Griechen war Finnland absolutes Neuland: Eisfischen, Sauna, Schlittenhundefahrt, Elchjagd und Beerensammeln sowie die Dunkelheit im finnisch-lappländischen Winter hat ihn beeindruckt.
Zu Beginn der Lektüre musste ich schon öfters Lachen, denn es war locker und flockig geschrieben. Allein die Szenen bei der Meerjungfrau oder das Backgammonspiel haben mich immer wieder zum Lachen gebracht. Auch im Laufe der dahin fliegenden Seiten, musste ich noch öfters Lachen, aber zunehmend wurde die Geschichte ernster und nachdenklicher. Je mehr Monate dahin flossen und die beiden Charaktere Erfahrungen im Land des anderen sammelten, so mehr hinterfragten sie ihr bisheriges Tun.
Beiden gelingt es im Laufe des Jahres ihr bisheriges Leben zu überdenken und wichtige Entscheidungen zu treffen, die ihr weiteres Leben beeinflussen wird. Je mehr Seiten ich gelesen hatte umso überzeugter war ich, dass beide ihr jeweiliges Leben in den Griff bekommen und ihren Weg gehen werden.
Gerade die Beschreibung der Jahresverläufe in Finnland als auch auf Rhodos hat mir sehr gut gefallen. Mikki H. hat mir einen guten Eindruck sowohl über die finnische als auch die griechische Lebensweise gegeben. Beide sind herzlich und zuvorkommend. Wobei ich vor allen Kims Chefin stellenweise toll und stellenweise einfach kaltschnäuzig fand. Aber ein spannender Charakter, der viel im Leben von beiden Männern verändert.

Fazit
“Kossu & Ouzu” entführt einen in zwei Welten, die unterschiedlicher nicht sein könnten, mit Humor aber auch mit nachdenklichen Momenten.

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Rezension zu "Kossu & Ouzo" von Mikki H.

Fremde Leben...
pardenvor 4 Jahren

FREMDE LEBEN...

Wenn man mit seinem Leben nicht zufrieden ist, gibt es viele Möglichkeiten, sich Ablenkungen zu schaffen. Manch einer kommt dabei auf ziemlich verrückte Ideen - so z.B. die Verabredung zu einem 'Blind Date' auf halbem Wege. An sich nichts Ungewöhnliches, mag man denken - nur dass hier der eine aus Lappland kommt und der andere aus Griechenland. Kopenhagen ist der Treffpunkt der beiden, und jeder erwartet eine Frau als Gegenüber.
Groß ist daher die Überraschung als Kim Rantala sich nicht als formvollendete Blondine herausstellt, sondern als ein einfacher finnischer Hoteldiener, und Paris Kamakis auch nicht wie erwartet gut gebaute Kurven präsentiert, sondern sich als wohlhabender griechischer Hotelier entpuppt.

Doch die internationale Verständigung funktioniert nach der ersten Verblüffung gut mithilfe diverser Spirituosen. Der finnische Kossu und der griechische Ouzo lockern die Situation sichlich auf, Kneipengänge schließen sich an, es wird gespielt, es wird gewettet - und das Ende vom Lied ist ein verrückter Tauschhandel. Für ein Jahr, so die Vereinbarung, tauschen der Lappe und der Grieche ihr Leben.
Was erst wie ein Schnellschuss erscheint, nimmt plötzlich doch konkrete Formen an, und ehe die beiden es sich versehen, sind sie unterwegs - der Grieche nach Lappland, der Finne nach Griechenland. Der Tausch beinhaltet alles ohne Ausnahme - Autos, Arbeitsplätze, Bankkonten, Freunde. Unmöglich? Die Zeit wird es erweisen...

Nachdem Mikki H. bereits mit seinem Debütroman 'Pilluralli' bewiesen hat, dass er unkonventionelle Bücher schreiben kann, legt er auch mit seinem zweiten Roman ein solches vor. Ein Rollentausch der besonderen Art erwartet den Leser hier - der wohlhabene Grieche muss nun mit der spartanischen Bleibe Kims in einer einsamen, meist schneebedeckten Einöde vorlieb nehmen, den Finnen dagegen verschlägt es in ein deutlich luxuriöseres Ambiente. Nicht nur die krassen Temperaturunterschiede der beiden Länder machen Kim und Paris zu schaffen, auch die fremde Mentalität ist erst einmal gewöhnungsbedürftig.
Gerade am Anfang kommt es daher zu allerlei witzigen Verwicklungen, Missverständnissen und Fettnäpfchen, doch als das Neue seine Herausforderungen zu verlieren beginnt und auch in der Fremde der Alltag Einzug hält, gibt es ernstere Töne. Die Unzufriedenheit mit dem Leben verliert sich nicht mit einem Umzug, sei er auch noch so krass. Doch beide Helden beginnen über sich und ihr Leben nachzudenken, und allmählich setzt eine Entwicklung ein.

Mikki H. nutzt diese Idee zu einer Geschichte, um dem Leser sozusagen 'nebenher' einiges von Land und Leuten zu vermitteln. Aus eigenem Erleben - der Autor lebt seit 2003 in Finnisch-Lappland - schildert er authentisch Landschaft, Natur, Bräuche und Mentalität in der Region, doch ebenso bildhaft erscheint die Schilderung der griechischen Bräuche und Gepflogenheiten, die Mikki H. sich nach eigenen Angaben angelesen hat. Landeskunde auf diese Art macht einfach Spaß, und es ist erstaunlich, wo sich Ähnlichkeiten im Vergleich auftun, aber eben auch eklatante Unterschiede.
Bei mir ist dabei so ganz schleichend eine leise Sehnsucht erwacht, einmal die unberührte Natur Lapplands mit eigenen Sinnen zu erleben, die unendlichen Weiten des Schnees, die endlosen Wälder, das Polarlicht. Doch bitte ohne dabei komplett mein Leben zu tauschen... ;)

Ein unterhaltsames Buch in zwölf Monatskapiteln über die Entwicklung und Reifung zweier Leben, eine verrückte Idee, die dem Leser zwei mir bis dahin recht unbekannte Länder näher bringt. Meist flüssig geschrieben, weckt das Buch die Neugier nicht nur auf das Schicksal der zwei Hauptcharaktere, sondern auch darauf, was das Leben vielleicht für einen selbst noch an Überraschungen parat hält.

Gerne mehr davon!






© Parden


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Rezension zu "Pilluralli" von Mikki H.

Das Leben in Lappland...
pardenvor 4 Jahren

DAS LEBEN IN LAPPLAND...

Was hält das Leben in Lappland schon für die dort lebenden Jugendlichen bereit? Schule, viel Schnee, viel Natur, ab und zu ein Discoabend. Wer jetzt nicht gerade das Angeln zu seinem Hobby erkoren hat, sondern etwas 'erleben' will, ja, der steigt eben um auf 'Pilluralli'. 'Pilluralli' ist ein finnisches Wort für 'Rallye' und noch etwas anderes, das ich hier nicht in den Mund nehmen möchte... ;)
Hochgetunte und gepimpte Autos fahren illegale Rennen durch die finnische Landschaft, immer mit dem Reiz der Gefahr, leichtsinnig oft, vor allem wenn die Jugendlichen auch noch etwas getrunken haben. So bleiben Unfälle nicht aus, und manchmal enden sie auch tödlich...

Yrjö, ein 65jähriger Rentner, entdeckt beim täglichen Gang zum Grab seines Sohnes auf dem Friedhof ein neues Grab. Dort liegt ein junges Mädchen, das, wie er später erfährt, bei eben dieser 'Pilluralli' gestorben ist. Es macht Yrjö irgendwie traurig, das sich niemand um dieses Grab zu kümmern scheint, und so beschließt er, sich der Pflege dieser Stätte anzunehmen.
Doch er unterschätzt die Dynamik des Geredes in einem Dorf wie dem seinen, wo jede Neuigkeit begierig aufgenommen und ausgeschmückt wird. Und so entstehen plötzlich wie aus dem Nichts Gerüchte, die seinem Ruf schaden und seine langjährige Ehe ernsthaft in Gefahr bringen.

Anschaulich demonstriert Mikki H. in seinem Debütroman, wie aus einem vermeintlichen Stein des Anstoßes unaufhaltsam eine ganze Lawine wird, die das Leben auf den Kopf stellen und alles ins Rollen bringen kann. Yrjö und einige andere Personen des Romans werden aus den eingefahrenen Bahnen des Alltags gerissen, und Perspektiven verschieben sich.
Es muss sich erweisen, was im Leben Bestand haben wird und was auf immer verloren ist...

Schnell gewinnt man einen Bezug zu den Personen, und vor allem Yrjö, der etwas tapsig wirkende Rentner, ist eine Figur zum Gernhaben. Auch wenn im Verlauf der Erzählung manche Reaktion und Entwicklung befremdlich und überzogen scheint, bleibt doch das Interesse, wohin das Ganze führen mag. Neben der warmherzigen Geschichte, die Mikki H. hier erzählt, bietet das Buch auch einen guten Einblick in das Leben in einem lappländischen Dorf, der sehr authentisch ist, da der Autor selbst in Lappland lebt.
Die kleinen Fehler, die das Lektorat vereinzelt übersehen hat, sind verzeihlich, ebenso der zeitweise etwas holprige Schreibstil. Charmant sind in jedem Fall die vereinzelten österreichischen Ausdrücke ('Schlagobers' und 'Braterdäpfel') - der Autor stammt von einer Finnin und einem Österreicher ab...

Die Geschichte erzählt sich langsam, für meinen Geschmack manchmal etwas zu langatmig, aber die Warmherzigkeit dominiert. Ein generationenübergreifender Entwicklungsroman, der zudem einen interessanten Einblick in ein für uns doch fremdartiges Leben gewährt.
3,5 Sterne, die ich gerne auf 4 Sterne aufrunde, da der Autor die Leserunde intensiv und sehr nett begleitet hat. Dafür und für die Möglichkeit, dieses Buch lesen zu können, meinen herzlichen Dank!


© Parden



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