Milan Johannes Meder Der farblose Mann

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Inhaltsangabe zu „Der farblose Mann“ von Milan Johannes Meder

Christoph Schneider blickt in Alter von 63 Jahren auf ein verworrenes Leben zurück. Heimat, Liebe und Freiheit waren nur leere Worte für ihn. Lange Zeit konnte er zu seinen Mitmenschen keine tiefe Verbindung aufbauen. Als er Sara, seine spätere Frau kennenlernt, öffnet er sich zum ersten Mal bedingungslos mit Haut und Haar. Christophs Geschichte ist die Geschichte eines Verzweifelten und eines Verstoßenen. Sie handelt von Vertrauen und Verrat, von Liebe und Grausamkeit. Sara ist umgeworfen von der Dynamik der Geschichte. Wenn die Liebe eine Chance bekommen soll, fleht sie ihn an, muss er sich auf einen Weg in die Vergangenheit begeben. Und so macht sich Christoph auf die Suche nach seinem verstorbenen Vater. "Der farblose Mann" folgt einem einsamen Helden bei der Aufgabe, sein verlorenes Leben wieder zu beleben.

Eine anspruchsvolle Lektüre, für die man sich Zeit nehmen sollte. Die Erkenntnisse darin erschließen sich nicht beim flüchtigen Lesen.

— Anfa
Anfa

dünnes Büchlein mit schweren Inhalt

— Tanzmaus
Tanzmaus

Interessanter, gut zu lesender Kurzroman.

— Wisent
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  • Der schmale Grad zwischen Todessehnsucht und Hoffnung im unendlichen Kreislauf des Seins

    Der farblose Mann
    Anfa

    Anfa

    02. November 2016 um 20:18

    Es geht um das Leben und die Wiedergeburt, um die eigenen Abgründe, die immer wiederkehren, bis man bereit ist,  sich ihnen zu stellen und seinem eigenen Selbst zu folgen.Mit bildgewaltigen Metaphern beschreibt der Autor die innere Zerrissenheit des 63 jährigen Christoph, der sich am Ende seines Lebensweges befindet. In Rückblicken wird erzählt, wie er immer wieder gegen seine inneren Bestien kämpft, die ihn ängstigen, ihm jeden Lebensmut rauben wollen und seine Gefühle vernichten - ein Suchender, der seine eigene Wahrheit nicht findet.Es ist seine Familie, die ihn daran hindert, sich endgültig ins Nichts fallen zu lassen. Es ist die Familie, die sich im unendlichen Kreislauf von Geburt und Wiedergeburt umeinander kümmert.Immer wieder kämpft Christoph gegen die innere Leere an, ohne sie endgültig auflösen zu können. Träume und Seelenverwandte sind seine Lehrmeister, bringen ihm Erkenntnisse, die ihn ein Stück voranbringen, aber nicht vor dem Abgrund retten. Doch eröffnet sich ihm eine neue Chance in einem neuen Leben ...Ein interessantes Thema auf ungewöhnliche Weise umgesetzt, das zum Nachdenken anregt. Einziger Kritikpunkt war für mich die teils verwirrenden Rückblenden und Szenenwechsel, bei denen ich aufpassen musste, nicht den roten Faden zu verlieren. Eine klare Kaufempfehlung für alle, die sich mit dem Sinn des Lebens, dem Sterben und dem Leben nach dem Tod befassen.

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  • Das Rad des Lebens

    Der farblose Mann
    buchwanderer

    buchwanderer

    29. September 2016 um 15:54

    „Manchmal fühlte er das Gefühl der Gefühllosigkeit und wie ein grauer Schatten wurde alles um ihn herum eintönig, kalt und leer“ (S.6) Zum Inhalt: Es ist das letzte Drittel des Lebens, das für den 63jährigen Christoph Schneider angebrochen ist. Zeit ein Résumé zu ziehen.  Mit seiner Frau Sara fand er einen Menschen, der ihn aus seiner sozialen Isolation, seinem Wunsch dem Leben und der Selbstentfremdung zu entfliehen im ureigensten Sinne des Wortes gerettet hatte. Das Minenfeld menschlicher Beziehungen, sei es nun zum Vater, zum Partner, zu Kindern oder dem generalisierten Mitmenschen als Archetypen der Selbstspiegelung, macht es für Christoph so unendlich kräfteraubend jene Leichtgängigkeit im Rad des Lebens zu finden, um die er andere stets beneidet. Diese Suche nach dem Pfad weg vom bloßen Existieren hin zu einem sinnerfüllten Sein durchzieht Christophs Dasein. Integraler Bestandteil seiner Findung ist auch das Entdecken und Schätzen-Lernen des Zugangs zu seinem Vater, erkennend, dass Leben ein Weg ist, dessen Ziel und Aufgabe im reinen Sein bereits Ursprung, Ende und Neubeginn birgt. Fazit: Milan Meder versteht es die zerrissene Seelenwelt eines in sich gefangenen, emotional ambivalenten Menschen mittels eindringlicher, kontrastreicher Bildsprache in das Bewusstsein des Lesers zu heben. Dieses Uneinssein, der kontinuierliche Versuch der Sinnfindung, des Schaffens oder Erlebens von etwas Bleibendem durchzieht den Text, widergespiegelt in einem oft zersplittert wirkenden Gedankenfluss. Interessant wäre es aus dem doch sehr kurzen Text einen längeren Roman zu weben, denn das Potential dazu hätte er allemal. Zum Buch: Books on Demand liefert den Text in einem qualitativ gut verarbeiteten Heft mit ansprechender Umschlaggestaltung, solider Verleimung und imprägniertem Softcover. Die Typografie lässt sich als ultraminimalistisch beschreiben. Bis auf jeweils eine Leerzeile zwischen den Kapiteln finden sich auch in der grobtextuellen Einteilung keine weiteren gestalterischen Elemente, was dem Text in seiner Optik eine recht archaische Wirkung verleiht und Textpuristen freuen wird  .

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  • Klein in der Optik, aber umfangreicher Inhalt

    Der farblose Mann
    Tanzmaus

    Tanzmaus

    23. August 2016 um 23:36

    Betrachtet man die Dicke – sofern man dies so nennen mag – des Buches, ist man doch eher überrascht und verwundert. Gerade mal 28 Seiten dick ist das Büchlein, welches der Autor Milan Johannes Meder veröffentlicht hat.   Das mag machen irritieren, denn was sind schon 28 Seiten? Schnell gelesen, denkt man da sicherlich. Bis, ja, bis man sich auf das Abenteuer einlässt und die erste Seite anfängt zu lesen.   Schon bald wird einem klar, ganz so leicht und einfach, wie man es sich zunächst vorgestellt hat, ist es dann vielleicht doch nicht.   Im Fokus steht Christoph Schneider, ein 64 jähriger Mann, der über sein Leben, die Beziehungen – nicht zuletzt zu seinem Vater und seine Entscheidungen nachdenkt. Die Überlegungen erfolgen dabei nicht etwa linear und unterhaltsam, sondern eher verworren, sprunghaft, dafür mit viel Tiefgang und Komplexität, so dass man als Leser schon an wenigen gelesenen Zeilen zu knabbern hat.   Das Buch ist definitiv kein Unterhaltungsroman, sondern eine Geschichte, die zum Nachdenken, Mitdenken und Überlegen anregt und den Leser bereits von der ersten Zeile an fordert.   Fazit: Ich lese selten diese Art von Büchern, aber wenn, dann freue ich mich immer, wenn ich kleine Schätze wie diese hier entdecke. Klein, fein, aber man hat eine Menge davon – während, aber auch nach Beendigung der Lektüre.

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