Milan Kundera

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Autorenbild von Milan Kundera (©www.kundera.de)

Lebenslauf von Milan Kundera

Milan Kundera wurde 1929 als Sohn eines Musikwissenschaftlers geboren. Bereits auf dem Gymnasium verfasste er erste Gedichte Bevor er an der Prager Karls- Universität Musik, Filmwissenschaften und Literatur zu studieren begann, verdiente er sich sein Leben durch Gelegenheitsjobs und als Jazzmusiker. Nach dem Studium wurde er schnell Professor an der Filmakademie in Prag. Nebenbei veröffentlichte er Gedichte, Essays und Theaterstücke. Zeitgleich war er Redaktionsmitglied bei zahlreichen Literaturzeitschriften und trat wie viele seiner Kollegen in die kommunistische Partei ein, wurde 2 Jahre später allerdings wegen individualistischen Neigungen aus der Partei ausgeschlossen. 1956 trat er dieser wieder bei, beendete 1960 seine Mitgliedschaft aber selbstständig. Die nächsten Jahre war er als Übersetzer, Essayist und Theaterautor tätig. Da er zu den Hauptakteuren des Prager Frühlings gehört, verlor er 1968 seine Dozentur und seine Bücher wurden aus Bibliotheken und Buchhandlungen verbannt. 1970 erhielt er ein Publikationsverbot und ging einem Lehrauftrag aus Frankreich nach. Wegen seinem Buch "das Buch vom Lachen und Vergessen“ wurde ihm die tschechische Staatsbürgerschaft entzogen und seine Bücher durften in der CSSR nicht veröffentlicht werden. 1981 nahm er die französische Staatsbürgerschaft an. Er veröffentlicht Bücher auf Spanisch, Französisch und Deutsch. Sein Werk wurde in alle Weltsprachen übersetzt und mit zahlreichen internationalen Preisen ausgezeichnet.

Alle Bücher von Milan Kundera

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Cover des Buches Die unerträgliche Leichtigkeit des Seins (ISBN: 9783596510979)

Die unerträgliche Leichtigkeit des Seins

 (1.121)
Erschienen am 01.09.2009
Cover des Buches Die Unsterblichkeit (ISBN: 9783596106721)

Die Unsterblichkeit

 (123)
Erschienen am 01.11.1992
Cover des Buches Das Buch der lächerlichen Liebe (ISBN: 9783596292646)

Das Buch der lächerlichen Liebe

 (108)
Erschienen am 01.02.1989
Cover des Buches Die Identität (ISBN: 9783596509546)

Die Identität

 (108)
Erschienen am 01.09.2006
Cover des Buches Der Scherz (ISBN: 9783423125215)

Der Scherz

 (77)
Erschienen am 01.04.1998
Cover des Buches Das Buch vom Lachen und Vergessen (ISBN: 9783423252102)

Das Buch vom Lachen und Vergessen

 (56)
Erschienen am 01.11.2003
Cover des Buches Abschiedswalzer (ISBN: 9783423191043)

Abschiedswalzer

 (46)
Erschienen am 01.11.2006
Cover des Buches Die Langsamkeit (ISBN: 9783596130887)

Die Langsamkeit

 (44)
Erschienen am 01.02.1998

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Neue Rezensionen zu Milan Kundera

Neu

Rezension zu "Die unerträgliche Leichtigkeit des Seins" von Milan Kundera

Figurentiefe in Reinstkultur
Novella_Romanavor 2 Monaten

In Anbetracht der Tatsache, dass Geschichten mit ihren Figuren stehen und fallen, kann man diesem Roman nur 5 Sterne geben. Er ist sehr poetisch gechrieben und gespickt mit sinnvollen Weisheiten und Reflexionen. Zwar wird er für meinen Geschmack gegen Ende hin zu politisch, eine solche subjektive Empfindung zieht ihm aber bestimmt keinen Stern ab.

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Rezension zu "Das Fest der Bedeutungslosigkeit" von Milan Kundera

Nicht wirklich packend
Sommerkindtvor 3 Monaten

Der Autor schildert mit einer nahezu märchenhaften Erzählstimme die Beziehung seiner 4 Hauptprotagonisten. Und das auf einer sehr philosophischen Ebene. Er nutz dazu verschiedene Stilelemente, wie bereits die erwähnte märchenhafte Erzählstimme, aber auch das Mittel der Ironie.

 

Ich persönlich bin mit keinen der Figuren so richtig warm geworden. Am allerwenigsten mit demjenigen der nichts besseren zu tun hat als in einer Tour über Stalin zu philosophieren. Er war einer der übelsten Diktatoren und hat Russland mit eiserner Hand regiert. Im hier eine menschliche Seite geben zu wollen ist alles andere als gelungen. Und dann der arbeitslose Schauspieler, ohne Arbeit, der sich in die Rolle eines Pakistani flüchtet. Dabei ist es doch eigentlich nur eine Flucht vor seinen Mitmenschen. Und dann diese erfundene Sprache, in die er verfällt. Insgesamt sind mir die Figuren doch recht oberflächlich. Wobei ich mich öfters gefragt habe was will der Autor eigentlich. Gesellschaftskritisch sein und die Oberflächlichkeit anprangern und das keiner wirklich er selbst ist und immer nur eine Rolle spielt, um sich besser zu stellen als diese tatsächlich sind. Oder will er über Stalin und seine menschenverachtende Rolle in Russland reden.

 

Die Handlung ist in verschiedene Handlungsstränge zersplittert und 7 große Teile. Im Prinzip begleiten wir die Personen nur wenige Tage und haben Teil an ihrem Leben. Gut die eine Figur hat nur Erotik in Kopf worüber man im ersten Moment schmunzelt, aber im zweiten Gedankengang doch recht Frauenfeindlich ist. Als Gegensatz dazu dann die Stalinepisoden, die anfangs vielleicht einen gewissen Witz haben mögen, aber im zweiten Gedankengang nur die menschenverachtende Einstellung Stalins. Und das dann der Bogen von Stalin in einen Pariser Park geschlagen wird nun ja. Ganz ehrlich da habe ich nur gesagt bitte nicht.

 

Einzig und allein das Erzählvermögen des Autors haben es geschafft das ich das Buch obwohl es ja nun wirklich recht dünn ist auch durchzulesen. Er hat so den gängigen französischen Erzählstil genutzt, den man auch häufig in TV-Filmen hat. Und denn fand ich hier wirklich gelungen. Nur leider hat ihn der Autor nicht durchgängig durchgehalten. Er hat insgesamt einen gesteigerten Wert auf die philosophische Ebene gelegt, was ich an verschiedenen Stellen schon wesentlich besser gesehen habe.

 

Fazit: So richtig überzeugt hat mich das Buch leider nicht. Zeitweise musste ich mir ein gähnen verkneifen. Wobei mich der plaudernde Erzählstil dann wieder milde gestimmt hat. Also so richtig lustig ist es nun wirklich nicht. Eher wirklich sehr ernst, was einen mitunter erst auf den zweiten Blick aufgeht. Ein Buch für zwischendurch was sich relativ schnell wegließt.

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Rezension zu "Das Buch der lächerlichen Liebe" von Milan Kundera

7 Geschichten von der Lächerlichkeit und Nichtigkeit der Liebe
Anna625vor 3 Monaten

"...und plötzlich schien ihm, dass im Grunde genommen alle Menschen nur zerflossene Linien auf Löschpapier waren, Wesen mit auswechselbaren Positionen, Wesen ohne feste Substanz; was aber schlimmer, noch viel schlimmer war: er selbst war auch nur ein Schatten all dieser Schattenmenschen, denn er hatte ja seine ganze Vernunft nur dazu verwendet, sich ihnen anzupassen."

"Das Buch der lächerlichen Liebe" besteht aus sieben Kurzgeschichten. Diese werden lose miteinander verbunden, stehen jedoch in keinem festen Zusammenhang miteinander. Gelegentlich erhält der Leser das Gefühl, Figuren aus einer der vorherigen Geschichten wiederzuerkennen - sicher ist dies jedoch fast nie, bleiben die Protagonisten doch weitestgehend namenlos. Eines haben allerdings alle der Geschichten gemein: Sie tasten sich von verschiedensten Seiten über verschungene Pfade alle an das selbe Thema heran: an, wer hätte es gedacht, die Lächerlichkeit der Liebe. Die wirkliche Skurrilität und Absurdität wird in jeder Geschichte deutlich, führt letztendlich zu einem Gesamteindruck, der beinahe schon das Gefühl einer gewissen Nichtigkeit der Liebe zurücklässt.

Der Schreibstil ist durchaus gehoben, manchmal poetisch, dennoch gleichzeitig oft nüchtern von außen betrachtend bis hin zu den Leser amüsiert und verschwörerisch einbeziehend. Man könnte also sagen, dass allein schon der außergewöhnliche Sprachstil mein Leseinteresse erweckt hat, lässt er sich doch insgesamt wirklich angenehm lesen. Auch die Länge der einzelnen Geschichten ist gut gewählt, und beides gemeinsam, Länge uns Stil, ermöglicht es, schnell das Interesse an und Mitgefühl für die gerade handelnden, durchweg sehr nachvollziehbar gezeichneten  Personen zu erwecken.

Ich habe eine Weile gebraucht, um zu erkennen, was der Autor mit dem Buch insgesamt gesehen aussagen möchte. Die Geschichten für sich genommen, okay, verständlich, die Erkenntnis der "Gesamtbotschaft" stellte sich bei mir jedoch erst nach einer ganzen Weile ein und ist auch jetzt nach dem Lesen noch schwer in Worte zu fassen, weshalb ich an diese Stelle lieber darauf verzichte. 

"Das Buch der lächerlichen Liebe" ist auf jeden Fall ein Buch, das es verdient, gelesen zu werden, und das vielleicht manchmal erfordert, sich zum Dranbleiben zu überreden (insbesondere eben aufgrund der Frage, worin die Gesamtaussage denn nun betseht), was sich letztendlich aber lohnt, da es zweifellos nachdenklich stimmt, wenn man ihm nur die Gelegenheit dazu lässt.

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Gespräche aus der Community

Neu
L
Ich habe die ersten beiden Werke aus Kunderas »französischem Zyklus« gelesen und sie haben mich so gar nicht gepackt oder erreicht. Lohnt sich eurer Meinung nach trotz allem »Die Unwissenheit« nachzulegen um die Reihe quasi abzuschließen?
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Zum Thema

Zusätzliche Informationen

Milan Kundera wurde am 01. April 1929 in Brünn (Tschechische Republik) geboren.

Milan Kundera im Netz:

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von 48 Lesern aktuell gelesen

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