Milan Kundera Das Buch vom Lachen und Vergessen

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Inhaltsangabe zu „Das Buch vom Lachen und Vergessen“ von Milan Kundera

Tamina, eine junge Emigrantin, versucht nach dem Tod ihres Mannes, seine ersten Briefe aus dem okkupierten Prag nach Paris zu schaffen, um sich ihr verblassendes Glück wieder in Erinnerung zu rufen. Ein Prager Dissident versucht, die Briefe aus der Zeit seiner Liebe zu einer Kommunistin in die Hand zu bekommen, um sie zu vernichten, da sie ihn zu kompromittieren scheinen und sein Bild als Held des Widerstands zerstören. ›Das Buch vom Lachen und Vergessen‹ ist ein Rollen- und Vexierspiel der Figuren und Geschichten; ein Roman in Variationen, in dem Kundera von Menschen erzählt, die es wagen, sich dem Vergessen (in der Liebe und der Geschichte) zu widersetzen, und er tut dies mit einem Lachen und der ihm eigenen feinen Ironie. Hat, so fragt er dabei, die Geschichte einen Sinn, oder treibt sie mit den Menschen nur absurde Scherze, auf die das Lachen und das Vergessen die einzige Antwort sein können?

wundervoll, einzigartig! So ein Buch gibt es kein zweites Mal!

— SandraWer
SandraWer

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    „Jeder Mensch bedauert, nicht auch ein anderes Leben als das eine, einzige leben zu können; auch Sie würden gerne alle Ihre nicht verwirklichten Möglichkeiten durchleben, alle Ihre möglichen Leben. Unser Roman ist wie Sie. Auch er wünscht sich sehr, andere Romane zu sein, jene, die er hätte werden können, aber nicht war.“ (Seite 297) Milan Kunderas Roman beginnt in Prag zu Ende des zweiten Weltkrieges. Er erzählt die Geschichte von Jaromil. Als Kind sonnt er sich in der uneingeschränkten Bewunderung seiner Mutter und wird von ihr als Wortjongleur gefeiert. Schnell zeigt sich, dass sie nicht beziehungsfähig ist. Gerade deswegen geht sie eine innige Symbiose mit dem Sohn ein und empfindet ihn als Stück ihrer selbst. Sie schüttet ihn zu mit ungeteilter Aufmerksamkeit, besitzergreifender Liebe und endloser Bewunderung. Streng bewacht sie ihn und ordnet ihm jedes eigene Interesse unter. In insgesamt sieben Teilen, die jeweils wieder in eigene Kapitel unterteilt sind, erzählt Kundera von Jaromils Kindheit, seinem Heranwachsen, seinen Träumen und seiner eifersüchtigen Liebe, seinen Erfolgen und seinem Scheitern. Während dieser Zeit erlebt er die von der Bevölkerung mit Euphorie begrüßte Machtübernahme durch die Kommunisten im Jahr 1948. Kritische Töne haben es unmöglich gemacht, den 1970 noch in der Tschechoslowakei fertig gestellten Roman in der ursprünglichen Heimat Kunderas erscheinen zu lassen. Erst 1973 kam das Buch in französischer Sprache heraus, der Sprache, in der der inzwischen 85jährige seine späteren Romane verfasste. Nachdem ich schon mehrere Romane Kunderas mit Begeisterung inhaliert habe, konnte mich dieser nur teilweise gefangen nehmen. Mich begeisterten weder Jaromils jugendliche Fragestellungen („Bin ich nackt oder angezogen hübscher?“) noch die über allem stehende Mutter. Eher gefiel mir der Auftritt eines älteren Dichters, der meinte: „Jung ist, wer sich der Zukunft verschrieben hat und nicht zurückschaut.“ Jaromil, der ewige Zweifler dagegen „beneidete seine Mitschüler um das wirkliche Leben, in das er noch immer nicht eingetreten war.“ Nach einer lang ausgedehnten Lesezeit schloss ich dieses Buch mit sehr gemischten Gefühlen und bin sicher, dass ich kein zweites Mal mehr hineinschauen werde.

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    • 4
  • Ganz anders als erwartet

    Das Buch vom Lachen und Vergessen
    Bibliomania

    Bibliomania

    19. December 2014 um 22:59

    Leider muss ich feststellen, dass mir jedes Buch von Milan Kundera, das ich nach "Die unerträgliche Leichtigkeit des Seins" gelesen habe, immer weniger gefallen hat. Dieses hier stellt leider einen Tiefpunkt dar. Nach dem ersten Teil wollte ich das Buch schon abbrechen, habe es dann aber weitergelesen. Die Teile wurden besser, jedoch waren es alles Geschichten und Personen, die bis auf eine nicht wieder auftauchten und keine zusammenhängende Story abgaben. Es war wie ein Erzählband. Hat mir nicht wirklich gefallen, bis auf ein, zwei Geschichten, die ich besser fand, deswegen immerhin zwei Sterne...

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  • wundervoll, einzigartig! So ein Buch gibt es kein zweites Mal!

    Das Buch vom Lachen und Vergessen
    SandraWer

    SandraWer

    Das Buch besteht aus sieben Geschichten, die auf den ersten Blick nichts miteinander zu tun haben. Erst nach und nach kommt man drauf, dass alle Geschichten zusammen ein großes Ganzes ergeben. Ich werde hier nicht genauer auf den Inhalt der einzelnen Erzählungen eingehen, aber es sei erwähnt, dass bestimmte Themen immer wieder auftauchen. So sind wie auch im Titel das Lachen und das Vergessen, bzw. wie geht man mit der Vergangenheit um, Themen die immer wieder auftauchen. Die Liebe und der Tod sind zwei weitere wichige Themen, wobei auch die Liebe nicht ohne Probleme auskommt. Litost ist ein tschechischer Begriff, der ein weiteres wichtiges Thema im Buch beschreibt. Für dieses Wort gibt es allerdings keine eindeutige Übersetzung (in etwa: Bedauern, Trauer, Mitleid, Selbstvorwurf, Wehmut). Der Autor selbst erscheint immer wieder mitten in der Geschichte und bringt seine Sichtweise ein. Er liefert so eine Erklärung für seine Motivation des Geschriebenen an den Leser. Dabei geht es einerseits um persönliche Erlebnisse, wie den Tod seines Vaters und andererseits auch um das Schreiben im Allgemeinen. Warum schreibt man einen Roman? Er vergleicht dabei das Schreiben mit der Komposition eines Musikstücks. Die Art und Weise, die er nun gewählt hat, nämlich sieben Kurzgeschichten zu einem großen Ganzen zu bringen, ist hier eine besondere Kunst. Die Sprache Kunderas empfinde ich als wunderbar. Bei manchen anderen Kurzgeschichten hatte ich Probleme in die Geschichte hineinzufinden; hier hingegen reichte die erste Seite oder schon der erste Absatz einer neuen Geschichte aus um mich mitten im Geschehen wiederzufinden. Ich stelle es mir wirklich nicht einfach vor so ein Buch zu schreiben und um so erstaunlicher finde ich, wie schön und trotzdem so einfach zu verstehen Kunderas Werk ist. "Das Buch vom Lachen und Vergessen" ist einer meiner absoluten Favoriten in diesem Jahr! Ich werde jetzt noch einige Zitate anfügen, die mich sehr beeindruckt haben: "Lauthals verkünden die Menschen, dass sie eine bessere Zukunft erschaffen möchten, aber das ist nicht wahr. Zukunft ist nur gleichgültige Leere, die interessiert niemanden, Vergangenheit hingegen ist voller Leben, ihr Gesicht reizt, erzürnt, beleidigt uns, so dass wir es entweder zerstören oder neu malen möchten. Die Leute wollen lediglich Herren der Zukunft sein, um die Vergangenheit ändern zu können….." (S. 32) "Der irdische Raum war erneut nur Hindernis, das sein Tun verlangsamte.“„Ein Lachen, das zum Lachen ist, ist ein Debakel. Dennoch blieben die Engel nicht erfolglos. Dank eines semantischen Betrugs. Ihre Imitation des Lachens wird mit ein und demselben Wort bezeichnet wie das ursprüngliche Lachen (des Teufels). Die Menschen sind sich nicht mehr bewusst, dass die gleiche äußere Wiedergabe zwei einander völlig gegensätzliche innere Haltungen birgt. Es existiert zweierlei Lachen, und uns fehlt ein Wort, mit dem wir das eine Lachen vom anderen unterscheiden könnten.“ (S.87) Übers Schreiben: Ein Roman sei nur Illusion, den anderen zu begreifen, aber was wissen wir schon vom anderen..? „Das einzige, was wir tun können“, sagte Banaka, „ das ist, Bericht über uns selbst zu geben. Alles andere ist Kompetenzüberschreitung. Alles andere ist Lüge.“ Bibi rief begeistert:“ Das ist wahr! Absolut wahr! Ich will auch gar keinen Roman schreiben. Ich habe mich ungeschickt ausgedrückt. Ich möchte genauso schreiben, wie Sie es gesagt haben, nämlich über mich selbst. Ich möchte einen Bericht über mein Leben abgeben. Dabei will ich nicht verbergen, dass mein Leben völlig alltäglich, gewöhnlich ist, dass ich nichts Besonderes erlebt habe.“ Banaka lächelte:“ Das ist unwichtig! Von außen betrachtet, habe auch ich nichts Besonderes erlebt.“ „Jawohl“, rief Bibi wieder, „das ist richtig gesagt! Von außen betrachtet, habe ich nichts erlebt! Von außen betrachtet! Aber ich habe das Gefühl, daß meine innere Erfahrung es wert ist, aufgezeichnet zu werden, und dass sie jedermann interessieren könnte.“ … Der Philosophieprofessor: „ Bereits seit James Joyce wissen wir, dass das größte Abenteuer unseres Lebens die Absenz von Abenteuer ist. Der homerische Odysseus, der bei Troja kämpfte, über die Meere heimkehrte, sein Schiff selbst steuerte, auf jeder Insel eine Geliebte hatte – nein, das ist nicht unser Leben. Homers Odysseus hat sich nach innen verlagert. Sie hat sich verinnerlicht. Inseln, Meere, Sirenen, die uns locken, Ithaka, das uns zurückruft, das sind heute nur die Stimmen unseres Inneren.“ (S.122/123) Stolz „Sie verstehen Lermontow leider nicht! Der Stolz des Dichters ist etwas völlig anderes als der gewöhnliche Stolz. Nur der Dichter selbst kennt den Wert dessen, was er schreibt. Die anderen begreifen es erst viel später oder begreifen es gar nicht. Der Dichter hat deshalb die Pflicht, stolz zu sein. Wäre er es nicht, würde er sein Werk verraten.“ (S.183)

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    • 2
  • Rezension zu "Das Buch vom Lachen und Vergessen" von Milan Kundera

    Das Buch vom Lachen und Vergessen
    Beagle

    Beagle

    Das Buch vom Lachen und Vergessen ist nicht Kunderas bester Roman, und doch spürt man auch hier die unvergleichliche Art, mit der er alle seine Geschichten schreibt. Es geht über die Liebe, über die Tschechoslowakei und deren Politik, das damals herrschende Regime - und um sein geliebtes Prag. Der Roman ist in einzelne Geschichten unterteilt, sodass es fast den Anschein macht, als wären es Kurzgeschichten. Aber der erste Eindruck täuscht, denn alle Erzählungen sind miteinander verwoben. In der ersten geht es um einen jungen Mann, der von der Geheimpolizei schon länger verfolgt wird. Seit der Zeit des Prager Frühlings im Jahre 1968, in der er seine Stelle aufgeben musste und seither sein Geld auf dem Bau verdient. Er möchte die Liebesbriefe von der Frau, die er vor langen Jahren geliebt hat, wiederhaben, begibt sich auf eine Reise zu ihr, nur, um zu erfahren, dass sie sie ihm nicht wiedergeben möchte. Als er wieder in Prag ist, wird er verhaftet. In der zweiten Geschichte ist die Mutter des Ehemanns zu Besuch bei dem Paar. Früher, als der Vater noch lebte und die beiden mit ihnen in einem Haus wohnten, war sie herrisch und arrogant. Doch die Schwiegertochter bekam miit der Zeit ein immer schlechteres Gewissen der alten Frau gegenüber, die ganz allein auf dem Land lebt und niemanden mehr hat. So gehen die paar Tage friedvoll zu Ende, die Abreise naht, doch die Mutter beschließt, noch einen weiteren Tag zu bleiben. Der Tag, an dem Eva, eine Freundin des Paares, zu Besuch kommen sollte. Um nicht weiteren Fragen ausgesetzt zu sein, wird Eva der Mutter als Cousine der Ehefrau vorgestellt, die nach einer guten Unterhaltung, in ihr Zimmer verschwindet. Doch zu diesem Zeitpunkt lüftet Kundera das Geheimnis über Eva, der Jägerin, die Liebe nicht gelten lässt. Sie jagt die Männer, wie diese normal Frauen jagen, auch den Ehemann hat sie einst gejagt. Seine Frau war schon immer eiffersüchtig, da er nie ein treuer Gatte war, sich immer anderen Frauen hingegeben hat. So war sie eines Tages auf die Idee gekommen, eine seiner Gespielinnen gemeinsam zu verführen, was dem Mann aber keine Freude machte, da er sich immerzu beobachtet und hintergangen fühlte. Also kam er auf die Idee, dieses Eiffersucht der Frau müsste auszuschalten sein, wenn es sich um eine ihrer Freundinnen handelt, mit der sie gemeinsam ins Bett gehen. Kurzerhand fädelte er es so ein, dass sich die beiden Frauen wähend eines Urlaubs "zufällig" kennen lernen. Dann wäre da noch die Geschichte von Tamina, deren Mann nach der Flucht ins ausländische Exil starb, dessen Tod sie nie überwinden kann. Krampfhaft versucht sie, sich an die Zeit mit ihm zu erinnern, doch sie merkt, dass immer mehr Stellen darin aus ihrem Gedächtnis verloren gehen. Hätte sie doch nur das Tagebuch, welches sie seinerzeit in Prag geführt hatte, das aber noch immer in der tschechischen Hauptstadt liegt. Doch mit einem Mal, ergibt sich ihr eine Chance, dieses geliebte Erinnerungsstück doch noch zu bekommen. Kunderas Geschichten sind verzweigt miteinander. Immer wieder geht es um psychologische Verwirrungen, Liebe, die keine mehr ist, oder nie eine war. Meisterlich erzählt er all dies mit den Augen des Beobachters, der aber immer wieder seine eigenen, sehr grundlegenden Anschauungen mit einbring. Und das ist es, was Kunderas Bücher so einzigartig macht.

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