Milan Kundera Die Unwissenheit

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Inhaltsangabe zu „Die Unwissenheit“ von Milan Kundera

Irena lebt seit zwanzig Jahren in Paris, sie hat Prag nach der russischen Besetzung 1968 verlassen. Doch für die Franzosen ist sie immer die Emigrantin geblieben. "Wieso bist du noch hier?", fragt ihre Freundin Sylvie nach dem Umsturz von 1989. Hat es die vergangenen Jahre überhaupt gegeben? Will niemand begreifen, daß die Jahre in Paris Irenas wirkliches Leben sind und nicht nur die verlorene Heimat? Und als sie nun zum ersten Mal Prag wieder besucht, merkt sie, daß sie auch dort nur die "Heimkehrerin" ist. Wie so oft in ihrem Leben hat Irena das Gefühl, dass die anderen ihr die Entscheidungen aus der Hand nehmen: Das Prag, das sie wiederfindet, ist nicht mehr ihre Heimat, das Paris, in dem sie lebt, will ihre Heimat nicht sein.§ Doch da trifft Irena einen Mann, den sie zu kennen glaubt. War er es nicht, mit dem damals, vor vielen Jahren, eine Liebesgeschichte begann? Josef ist auch Emigrant, ihn hat es nach Skandinavien verschlagen, und plötzlich scheint es möglich, die Erfahrungen, die Erinnerungen miteinander zu teilen und ein neues, eigenes Leben zu beginnen. Doch kann man zwanzig Jahre überspringen, ja, ist im Leben etwas wie eine "Rückkehr" überhaupt möglich?§Milan Kundera erzählt von dem großen Thema der Heimat und Heimatlosigkeit. Und er erzählt davon, wie wenig man weiß von dem, was der andere erfahren und erlebt hat, wonach seine Sehnsucht, sein Heimweh eigentlich sucht.

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  • Was tun, wenn man nirgends zu Hause ist?

    Die Unwissenheit

    Bibliomania

    03. January 2014 um 13:46

    In seinem Roman "Die Unwissenheit" thematisiert Kundera das Problem der Auswanderung und Heimkehr. Irena ist, um ihrer Mutter zu entkommen, gemeinsam mit Martin, ihrem Ehemann, in schwierigen politischen Zeiten nach Paris geflüchtet. Mittlerweile hat sie zwei erwachsene Töchter und einen neuen Mann, der Gustaf heißt. Lange Zeit ist sie in Frankreich die Fremde gewesen. Bei ihrer Rückkehr in ihr ursprüngliches Heimatland muss sie jedoch feststellen, dass sie auch dort nicht mehr zu Hause ist. Dann lernt sie Josef kennen. Auch er ist damals geflohen, allerdings nach Dänemark und kommt für einen Besuch in sein alte Heimat zurück. Beiden ergeht es ähnlich und Irena glaubt, endlich den Mann gefunden zu haben, der denkt und fühlt wie sie... Sprachlich ein typischer Kundera, der sich deutlich von anderen Schriftstellern abhebt. Ein Genuss in meinen Augen. Das Thema der Heimat fand ich sehr spannend, wenn auch traurig. Niemand interessiert sich für die Ausgewanderten. Warum? Ein Leben in einem anderen Land ist doch sehr interessant. Anscheinend ist es heute wirklich anders. Außerdem denke ich nach wie vor, man ist dort zu Hause, wo man sich zu Hause fühlt. Soziale Kontakte helfen einem dabei enorm weiter.

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  • Rezension zu "Die Unwissenheit" von Milan Kundera

    Die Unwissenheit

    Beagle

    11. July 2010 um 20:24

    Auch in seinem jüngsten Buch versteht es Milan Kundera perfekt, auf die Psychologie zurückzugreifen und somit seine Protagonisten zu analysieren, aufzuzeigen, warum sie so handeln. Anhand von Nostalgie und Homers "Odyssee" versucht er zu erklären, wie man ein Land nach 20 Jahren der Abwesenheit wiedersieht. Irena und Josef haben die damalige Tschechoslowakei bei den politischen Wirren des Prager Frühlings 1968 verlassen. Irena ging nach Frankreich, Josef nach Dänemark, ein Land, das er deswegen wählte, da es klein ist und, wie er annahm, dessen Bürger sich deshalb mehr mit dem Land identifizieren könnten. Nun, nach der Samtenen Revolution 1989, müssen beide von ihren Freunden mehr oder weniger dazu gedrängt werden, ihre befreite Heimat wieder zu besuchen. Nicht, dass sie sie loswerden möchten, aber ist es nicht ganz natürlich, seine damals verlassenen Verwandten und Freunde wieder zu sehen? Auf dem Pariser Flughafen treffen die beiden zufällig aufeinander. Beide wollen sie nach Prag fliegen. Irena wohnt mittlerweile teilweise in der tschechischen Hauptstadt, da ihr Mann dort ein Büro eröffnete, Josef reist zum ersten Mal zurück. Bereits während des Fluges sprechen sie viel miteinander. Irena weiß, dass sie Josef vor Jahren schon einmal getroffen hat, er kann sich daran allerdings nicht erinnern, er schweigt. Irena erzählt ihm von den alten Freunden, die sich nicht auf sie einstellen wollten, sie nicht nach den letzten zwanzig Jahren und Frankreich ausfragten, wie sie es sich erhofft hätte. Niemand scheint sich für das zu interessieren, was ihr wiederfahren ist. Josef wäre dieser Umstand nur Recht, denn bei einem Besuch bei seinem Bruder wird er darauf angesprochen. Zum Glück möchte niemand nähere Einzelheiten über seine Frau wissen, die vor Kurzem gestorben ist. Aber wie auch Irena findet er keinen rechten Bezug mehr zu seinen ehemaligen Landsleuten. Es kommt ihm sogar vor, als hätte sich die Sprache in den Jahren seiner Abwesenheit verändert, das Timbre, die nasale Aussprache. Unentwegt denkt er an sein "Zuhause" in Dänemark, an seine Frau, das kleine Häuschen. Und er überlegt, wo er zuhause ist. Geschickt verknüpft Kundera beider Leben, was teilweise erst zum Ende des Buches ersichtlich wird, einen Sinn ergibt. Er erzählt viel von der Geschichte seines Landes, ein Land, das er selbst verlassen musste. Aus seinen Worten hört man allerdings unweigerlich heraus, dass die Liebe zu Tschechien nie nachgelassen hat. "Ein Meisterwerk des ironischen Psychologen unserer Zeit" steht auf dem Klappentext. Treffender könnte man das Buch nicht beschreiben.

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  • Rezension zu "Die Unwissenheit" von Milan Kundera

    Die Unwissenheit

    PantaRhei

    07. May 2010 um 19:12

    Prag, liebe, nostalige, tschechien, migration, sehnsucht, vergangenheit

  • Rezension zu "Die Unwissenheit" von Milan Kundera

    Die Unwissenheit

    m_maxwell

    06. December 2008 um 12:06

    Kundera versucht in diesem Buch, die Gefühle und verschiedenen Stimmungen der Wendezeit aufzuzeigen, vertreten durch die Hauptcharaktäre Josef und Irena. Die Geschichte wirkt jedoch aufgesetzt und das Ende hätte man sich meiner Meinung nach sparen können. Kein Vergleich zur "Unerträglichen Leichtigkeit des Seins".

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