Mildred Davis Ein Grab reicht nicht für drei . . .

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Inhaltsangabe zu „Ein Grab reicht nicht für drei . . .“ von Mildred Davis

Handlung, Hauptcharaktere, Spannung? Fehlanzeige! Bis auf einige intelligente Dialoge ist dieses Buch völlig uninteressant.

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    Ein Grab reicht nicht für drei . . .
    Ein LovelyBooks-Nutzer

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    03. September 2014 um 19:20

    Es ist lange her, seit ich das letzte Mal einen reinrassigen Krimi gelesen habe. Ich kann mich nicht einmal mehr erinnern, um welchen es sich damals gehandelt hat. Eigentlich bin ich auch kein Freund normaler Kriminalgeschichten. Doch manchmal überkommt es mich doch, sozusagen für Zwischendurch, mal schnell ein Taschenbuch dieses Genres zu lesen. So war es auch bei "Ein Grab reicht nicht für drei..." der amerikanischen Autorin Mildred B. Davis. Die Autorin Über die Schriftstellerin Mildred B. Davis ist wenig bekannt, was gemäß diverser Quellen im Internet darin begründet liegt, dass sie Privates nicht öffentlich macht. Die wenigen Informationen beziehen sich auf ihre Veröffentlichungen von 1948 bis 1977 und auf ihre Rückkehr auf die Literaturbühne im Jahr 2006. In diesem Jahr veröffentlichte sie den ersten Teil der Triologie "Murder in Maine", den sie gemeinsam mit ihrer Tochter Katherine Roome schrieb. Das von mir gelesene Buch stammt aus dem Jahr 1969. Die Handlung Innerhalb weniger Tage verschwinden drei Personen, eine Frau und zwei Männer, auf unerklärliche Weise spurlos. Sie hielten sich an völlig verschiedenen Orten auf und zunächst schien es auch keinerlei Verbindung zwischen ihnen zu geben. Sherry, die junge Frau eines Physikers, lässt ihren Mann Walter im Hotelzimmer ihres Urlaubsortes zurück um Ski zu fahren. Danach wird sie nicht mehr gesehen. Blake hat in Japan eine Besprechung mit Geschäftspartnern und kehrt von diesem Meeting nicht mehr zurück und Cecil ist auf dem Heimweg von einem Pub-Besuch, kommt aber nie zu Hause an. Nach diesen drei Vorfällen wendet sich die Autorin den Angehörigen der drei Vermissten zu und beschreibt, wie sie versuchen, mit ihrem aus den Fugen geratenen Leben zurecht zu kommen und gleichzeitig der Polizei bei den Ermittlungen zu helfen. Bald deutet eine erste Spur auf die Erfindung eines neuen, hochgeheimen Werkstoffes hin, an dem sowohl Walter als auch Blake gearbeitet haben, ohne sich jedoch je begegnet zu sein. Dann wird Walters Frau Sherry tot aufgefunden und erste Hinweise auf die Täter entdeckt. Es fehlt: der herausragende Charakter und eine Geschichte Schon nach einem Drittel des Buches verabschiedete ich mich von der Vorstellung, Leser einer typischen Ermittler-Geschichte zu werden. Statt dessen tauchte ich in den Alltag von Carrie ein, die mit ihren fünf Kindern ohne ihren Mann Blake heillos überfordert ist und es doch irgendwie schafft, so etwas wie Normalität aufrecht zu erhalten. Ich begleitete Walter, der jeden Schritt der Polizei auf der Suche nach seiner vermissten Frau mit zunehmendem Misstrauen verfolgt. Als dann ihre Leiche gefunden wird, sieht er sich in seiner ablehnenden Haltung mehr als bestätigt. Dem reichen Ehepaar Melinda und Edward fällt zunächst nicht einmal auf, dass Cecil, Edwards Cousin, nicht im gemeinsam bewohnten Schloss ankommt. Zu sehr sind sie mit ihrem Anwesen und sich selbst beschäftigt. Die Autorin schafft es in diesem Buch, völlig ohne Identifikationsfigur auszukommen. Keiner der Protagonisten bietet sich dazu an. Vielmehr erscheint die gesamte "Handlung" wie eine Aneinanderreihung einzelner Szenen, bei denen die Charaktere eher nebensächlich sind. Obwohl die Gefühlswelt der Angehörigen vor dem Leser ausgebreitet wird, schafft man es kaum, eine Beziehung herzustellen. Was sie erleben ist nachvollziehbar und durchaus menschlich, und doch bleiben alle Figuren irgendwie oberflächlich. Die verschiedenen Handlungsabschnitte, die zudem eine ganze Reihe von Nebencharakteren beinhalten, fügen sich kaum zu einem verständlichen Ganzen zusammen, was schließlich zu einem recht chaotischen Gesamtplot führt. Als logische Konsequenz lässt das Ende dann auch viele Fragen offen und bleibt daher unbefriedigend. Ich muss sogar gestehen, dass ich die Zusammenhänge noch immer nicht ganz verstanden habe. Aber das macht letztendlich nichts, da sie mich angesichts der insgesamt wenig interessanten Geschichte auch nicht weiter interessieren. Einen Pluspunkt kann ich allerdings doch verzeichnen: Das Buch liest sich sehr flüssig (was aber die Handlung nicht verständlicher macht) und die Dialoge sind durchaus einfallsreich, intelligent und lebensnah. Damit reißt Mildred Davis es zu einem erheblichen Teil wieder heraus und sorgt dafür, dass der Roman bei mir nicht völlig durchfällt. Vielleicht müsste ich "Ein Grab reicht nicht für drei..." (ein selten dämlicher Titel, aber auch der Originaltitel "The third Half" ist nicht viel besser) auch nur ein zweites Mal lesen, um alles zu verstehen. Ob ich diesen Krimi empfehlen kann? Ich tendiere eher gegen "Nein", denn dafür ist er einfach zu chaotisch, zu oberflächlich und zu wenig Krimi.

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