Milena Agus

 3.6 Sterne bei 361 Bewertungen
Autorin von Die Frau im Mond, Die Flügel meines Vaters und weiteren Büchern.
Milena Agus

Lebenslauf von Milena Agus

Milena Agust ist 1959 in Genua geboren. Sie unterrichtet als Lehrerin Italienisch und Geschichte. Heutzutage lebt sie in Cagliari, Sardinien. Auch ihr Romane spielen auf Sardinien. Die Autorin wurde in Italien und Frankreich mehrmal nominiert und mit Preisen ausgezeichnet.

Alle Bücher von Milena Agus

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Milena AgusDie Frau im Mond
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Die Frau im Mond
Die Frau im Mond
 (217)
Erschienen am 01.02.2009
Milena AgusDie Flügel meines Vaters
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Die Flügel meines Vaters
Die Flügel meines Vaters
 (46)
Erschienen am 01.09.2010
Milena AgusDie Welt auf dem Kopf
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Die Welt auf dem Kopf
Die Welt auf dem Kopf
 (33)
Erschienen am 22.04.2016
Milena AgusDie Gräfin der Lüfte
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Die Gräfin der Lüfte
Die Gräfin der Lüfte
 (29)
Erschienen am 01.09.2011
Milena AgusSolange der Haifisch schläft
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Solange der Haifisch schläft
Solange der Haifisch schläft
 (16)
Erschienen am 01.06.2009
Milena AgusMagie der Leidenschaft
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Magie der Leidenschaft
Magie der Leidenschaft
 (1)
Erschienen am 01.04.2015
Milena AgusDie Welt auf dem Kopf: Roman
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Die Welt auf dem Kopf: Roman
Die Welt auf dem Kopf: Roman
 (0)
Erschienen am 21.03.2013
Milena AgusDie Frau im Mond
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Die Frau im Mond
Die Frau im Mond
 (7)
Erschienen am 01.11.2007

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Neue Rezensionen zu Milena Agus

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Duffys avatar

Rezension zu "Die Frau im Mond" von Milena Agus

Eine sardische Liebesgeschichte
Duffyvor 3 Monaten

30 Jahre ist die Bauerstochter schon alt und immer noch unverheiratet. Niemand weiß, warum sich die Verehrer alle von ihr abwenden. Möglicherweise liegt es an den Gedichten und Briefen, die sie den Kandidaten zukommen lässt. Die Eltern sind der Verzweiflung nahe, da taucht ein Witwer auf und eine Vernunftehe wird eingegangen, die der Frau allerdings nicht die große Liebe bringt, die sie sich erträumt. Die erfährt sie bei einem Kuraufenthalt auf dem Festland mit einem Kriegsversehrten. allerdings nur für kurze Zeit, denn der Mann geht zurück zu seiner Familie nach Mailand. Nach der Rückkehr auf die Insel ist die Frau von der Liebe zu diesem Mann ganz und gar erfüllt.  Und sie wird das erste Mal schwanger.
Die Geschichte wird von der Enkelin anhand von Tagebuchaufzeichnungen der Großmutter erzählt. Dort findet sich dann auch das überraschende Ende der Liebesgeschichte.
Milena Agus schrieb eine schöne sardische Liebesgeschichte voller Höhen und Tiefen in einer sehr aussdrucksstarken Sprache. Die Insel, die Traditionen und die Einwohner spielen eine nicht unerhebliche Rolle. Störend ist der Verzicht von Namen. Es ist nur von Urgroßmutter, Großmutter, Mutter etc. die Rede und der Sprung zwischen den Generationen kann so manches Mal verwirren, gerade weil es sich auch oft um mehrere Familien handelt, die in die Geschichte verwickelt sind. Auch der Mann in der Klinik hat keinen Namen, sondern heißt nur Reduce. Das hemmt so manches Mal den Lesefluß.
Trotz dieser Einschränkung eine schöne, sensible Geschichte, gut geeignet für ein entspannendes Lesen.

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katzenminzes avatar

Rezension zu "Die Frau im Mond" von Milena Agus

Die Frau im Mond
katzenminzevor 3 Monaten

In diesem kurzen Roman von Milena Agus geht es um die Lebens- und Liebesgeschichte einer namenlosen Frau. Erzählt wird alles von ihrer Enkelin. Deren „Großmutter“ sehnte sich schon immer nach der großen Liebe. Doch leider blieb ihr dieser innige Wunsch lange verwehrt. Potentielle Bewerber vertrieb sie mit „Verrücktheiten“ wie flammenden Liebesbriefen und der Mann der schließlich um ihre Hand anhielt tat dies eher aus Gefälligkeit ihrer Familie gegenüber. Die Ehe der beiden ist keineswegs schlecht. Doch erst während einer Kur trifft sie auf ihre große Liebe und verbringt die erfülltesten Wochen ihres Lebens.

Durch die Wahl der Enkelin als Erzählerin ist der Roman leider teilweise sehr verwirrend zu lesen. Die Enkelin erzählt über diverse andere Personen aus deren Perspektive. Da kaum jemand abseits von Papa, Großvater, Großmutter oder Urgroßmutter einen Namen hat, musste ich hier und da zurückblättern und doppelt lesen um zu rekonstruieren wer nun gerade gemeint ist. Das hätte man eleganter lösen können! Allerdings erzählt die Enkelin die Geschichte sehr liebevoll und reflektiert.

Hier und da hätte die Geschichte gerne noch ausführlichen sein dürfen. Es las sich zwar schön schnell und alles nötige wurde untergebracht. Über manche Begebenheiten hätte ich aber einfach gerne noch mehr erfahren. Über die Jugend der Großmutter zum Beispiel und ihre verständnislose bis gewalttätige Familie oder über das Leben der anderen Großmutter, das nicht minder interessant schien aber nur kurz angeschnitten wird.

Die Frau im Mond ist kein Must read. Es ist eine nette Geschichte über eine besondere Frau, die man an einem Tag wunderbar durchschmökern kann. Allerding war das Ende sehr hübsch und hat die Geschichte wunderbar abgerundet. Insgesamt hinterlässt der Roman aber nur wenig Nachhall.

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Wortklaubers avatar

Rezension zu "Die Frau im Mond: Roman" von Milena Agus

Von der Steinkrankheit
Wortklaubervor 3 Monaten

Sardinien zur Zeit des Zweiten Weltkriegs: Eine junge Frau ist von der einen, alles verzehrenden Sehnsucht erfüllt, die große Liebe zu erleben. Nur die Liebe, meint sie, macht ein bäuerliches Leben ihrer Zeit überhaupt erträglich. Da sie bildschön ist, hat sie viele Verehrer, das Verlieben fällt ihr nicht schwer. Trotzdem verschreckt irgendetwas an ihr die jungen Männer. Vielleicht liegt es an den leidenschaftlichen Gedichten, die sie ihnen schreibt, Gedichten, die nicht frei von Anzüglichkeiten sind. Vielleicht stimmt ja, was ihre Mutter meint: dass ihre Tochter den Teufel im Leib hat. Oder zumindest, dass sie verrückt ist. Das eine wie das andere lässt alle Verehrer früher oder später das Weite suchen: zu viel Leidenschaft ist schon fast wie eine Geisteskrankheit. Von der Mutter misshandelt und mit eisiger Missachtung gestraft, wohlgelitten vom Vater und den jüngeren Schwestern – die allerdings ihrer eigenen Zukunft zunehmend sorgenvoll entgegensehen, denn immerhin muss die älteste Tochter zuerst verheiratet werden – erscheint sie wie eine Frau vom Mond, wie ein Wesen, nicht von dieser Welt.

So geht die Frau schon auf die Dreißig zu, als sich endlich jemand ernsthaft für sie interessiert: ein Witwer, dessen Haus im Bombenhagel dem Erdboden gleichgemacht worden ist und der von der Bauersfamilie aufgenommen wird. Ist es pure Dankbarkeit, die ihn dazu veranlasst, um die Hand der ältesten Tochter anzuhalten? Egal! Die Erleichterung ist groß – nur nicht bei der Frau. Sie wird ihn niemals lieben, sagt sie ihm frei heraus. Das sei ihm gleich, entgegnet er, er liebe sie auch nicht. Sie würde ihm niemals eine Frau sein? Auch das akzeptiert er. Er wird einfach weiter ins Hafenviertel gehen.

Eines Tages erkrankt die Frau schwer: an der Steinkrankheit. Ein Arzt rät ihr zu einer Thermalkur. Dort trifft sie auf einen kriegsversehrten Mitpatienten, den Reduce. Der Mann schenkt ihr Aufmerksamkeit, fragt sie nach ihrer Meinung, sie teilt schließlich ihre geheimen Aufzeichnungen und Gedanken mit ihm. Im tristen Alltag des Sanatoriums findet die Frau, was sie sich immer gewünscht hat: die große Liebe. Die Dinge nehmen ihren Lauf. Neun Monate später bringt die Frau einen Sohn zur Welt.

Abgesehen davon, dass in Märchen wahrscheinlich grundsätzlich keine Freudenhäuser vorkommen, hat der Anfang des Romans etwas durchaus Märchenhaftes. Die schöne junge Frau, die böse Mutter (wenn auch nicht erklärtermaßen Stiefmutter), der liebevolle, aber schwache Vater, die Schwestern, die fürchten müssen, alte Jungfern zu werden, der Bräutigam schließlich als (zunächst) verschmähter König Drosselbart. Das Romangeschehen allerdings ist eindeutig zu vielschichtig für dieser Erzählform. Er wird von der Enkelin der Hauptperson (die im Roman immer nur als „Großmutter“ bezeichnet wird) erzählt. Diese Sichtweise ist insofern ungewöhnlich, weil ein Enkel in der Regel immer nur einen beschränkten Blick auf seine Großeltern hat, nämlich die des Kindes auf sehr viel ältere Bezugspersonen, also solche, die es hegen und pflegen, aber kein eigenes Leben haben. Die Erzählerin im Roman jedoch hat einen sehr viel weiteren Blick auf ihre Großmutter, kann sie doch von Erzählungen ihrer Mutter und von persönlichen Aufzeichnungen der Großmutter zehren. So entsteht ein Blickwinkel, der gleichzeitig von engen familiären Banden geprägt ist, aber auch Aspekte der Persönlichkeit der Großmutter gerade nicht ausspart, als diese noch eine junge Frau war, die eine sexuell erfüllte Ehe führte und eine große romantische Liebe zu einem anderen Mann erlebt hat. Sie erzählt von ihrer Großmutter als einer Frau, die mit einem reichen Gefühlsleben und viel Fantasie ausgestattet ist, im wahren Leben allerdings seltsam unbeholfen ist, die aneckt, so talentiert wie unverstanden ist – in einem anderen Leben wäre sie, der zweifellos vorhandenen Einschränkungen auch gesundheitlicher Natur zum Trotz, vielleicht eine Schriftstellerin geworden. Der Roman ist – was auch immer das heißt – nicht nur „gut geschrieben“, sondern feiert auch die Kraft der Kreativität und musischen Begabung – wenn sich auch manchmal erst in kommenden Generationen durchsetzend, ein dennoch tröstlicher Gedanke.

PS: Der (mit gut 130 Seiten kurze) Roman ist 2006 im Original als „Mal di pietre“ erschienen und wurde mehrfach ausgezeichnet. Was im Italienischen immer noch Klang hat, macht sich im Deutschen als „Steinkrankheit“ weniger gut, weshalb kaum verwunderlich ist, dass sich der deutsche Verlag für das klingendere „Die Frau im Mond“ entschieden hat, einem Titel, der zudem (aber längst nicht selbstverständlich) immer noch Widerhall im Roman hat. Zehn Jahre später wurde er von der französischen Regisseurin Nicole Garcia mit Marion Cotillard in der Hauptrolle verfilmt. Der Film entfernt sich allerdings erheblich von der Romanvorlage. Die Handlung wurde nicht nur von Italien nach Frankreich verlegt, das Sanatorium der Bilder wegen von einer eher tristen in eine imposante Landschaft versetzt, sondern offenbar erachtete man es für unabdingbar, entscheidende Elemente zu verändern. Das trägt nicht unbedingt zur Glaubwürdigkeit der Handlung bei, ist aber, betrachtet man den Film als eigenständiges Werk für sich, verschmerzbar,  wenn man meint, dass Dinge in einem Film zugespitzt gehören, Ecken gerundet und manchmal mit roten, fetten, dreifachen Unterstreichungen gearbeitet werden muss. Wenn man das nicht meint, sollte man dem Buch den Vorzug geben.

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