Die Frau im Mond

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Inhaltsangabe zu „Die Frau im Mond“ von Milena Agus

»In zwei Stunden gelesen. Geweint, glücklich gewesen (...). Wunderbar!« Elke Heidenreich in Lesen! Milena Agus erzählt in ihrem kleinen preisgekrönten Roman die Geschichte einer sardischen Großmutter, die als junges Mädchen so von der Sehnsucht erfüllt war, die große Liebe zu erfahren, dass sie mit ihren anzüglichen Liebesbriefen sämtliche Verehrer vertrieb. Als reife, unglücklich verheiratete Frau trifft sie den Mann ihrer Träume. Eine Liebeserklärung an das ganz große Gefühl, an Sardinien und an eine einzigartige Großmutter und deren verblüffendes Lebensgeheimnis.

...würde gerne mal eine längere Rezension lesen :-(

— Karin1970
Karin1970

Hat es bisher noch keinem gefallen ? Ich fande es auch sehr speziell aber ein Stern ist sehr mager...

— Binea_Literatwo
Binea_Literatwo

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  • Die ewige Suche nach Liebe ...

    Die Frau im Mond
    wakinyan

    wakinyan

    13. October 2016 um 07:59

    Es ist schon ungerecht, zu wissen, dass es die Liebe zwar gibt, aber im Unwissenden darüber zu sein, wie sie sich anfühlt. Somit beginnt eine vage Suche nach einer Vorstellung. Wenn diese Vorstellung zur Obsession wird, beherrscht sie das Fühlen und Denken. Eine unstillbare Sehnsucht erwacht. "Falls, ich dich nie kennenlernen sollte, lass mich wenigstens spüren, wie sehr ich dich vermisse." Eben das schien Großmutter passiert zu sein. In ihrer Kindheit hat sie selbst keine Liebe, sondern mit Gewalt durchtränkte Ablehnung erfahren. Sie rettete sich in ihre Phantasiewelt und stellte sich vor, wie der Mann wäre, den sie lieben könnte. So wie der Mann, den sie schließlich heiraten sollte, jedenfalls nicht. Auch wenn sie sich mit Händen und Füssen wehrte, kam die Heirat zu stande. Distanziert lebten die Eheleute nebeneinander her, während sich die Großmutter nach einem Anderen sehnte, sich ab und an umzubringen versucht und kränkelte. Die feine Feder der Autorin führt den Leser von Puzzleteil zu Puzzleteil, so dass erst am Ende ein Gesamtbild entsteht. Die brennende Sehnsucht und Verzweiflung der Großmutter bestimmt die emotionale Handlung, um die herum jedoch eine ganzes Familiendrama in der Zeit des 2. Weltkriegs gesponnen wird. "Laut Mama muss in einer Familie zwangsläufig Jemand die Unordnung auf sich nehmen, denn so ist das Leben nun mal, ein Hin- und Herpendeln zwischen Ordnung und Unordnung, ansonsten würde die Welt erstarren und stehen bleiben." In dem Buch "Die Frau im Mond" erstarrt die Geschichte jedenfalls nicht. Ganz im Gegenteil beschert sie zwiespältige Gefühlsregungen, die das Herz zum Brennen bringen und ein Aufhören unmöglich machen. So las ich das Buch an einem Abend durch und dachte die ganze Nacht über die Geschehnisse nach. Für diese feine Lektüre mit Nachklang gibt´s von mir 5 Sterne!

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  • ein Leben aufgerollt

    Die Frau im Mond
    dominona

    dominona

    18. May 2015 um 21:16

    Eigentlich ist ja jede Biographie auch eine Liebesgeschichte, Tragödie, Komödie ect. und hier merkt man das, allerdings wird es sehr nüchtern geschildert und in erster Linie geht es um Liebe. Die Enkelin schildert das Leben ihrer Oma und wird dabei hin und wieder recht kitschig, versucht aber auch den Stolz einzufangen, den sie mit ihrer Familie verbindet. Für zwei Abende war das mal eine ganz nette Unterbrechung.

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  • ein Leben aufgerollt

    Die Frau im Mond
    dominona

    dominona

    18. May 2015 um 21:15

    Eigentlich ist ja jede Biographie auch eine Liebesgeschichte, Tragödie, Komödie ect. und hier merkt man das, allerdings wird es sehr nüchtern geschildert und in erster Linie geht es um Liebe. Die Enkelin schildert das Leben ihrer Oma und wird dabei hin und wieder recht kitschig, versucht aber auch den Stolz einzufangen, den sie mit ihrer Familie verbindet. Für zwei Abende war das mal eine ganz nette Unterbrechung.

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  • Gegen alle Konventionen - oder doch nicht?

    Die Frau im Mond
    Mrs_Nanny_Ogg

    Mrs_Nanny_Ogg

    Es ist nur eine kurze Geschichte, die hier im Roman "Die Frau im Mond" erzählt wird, aber sie ist so dicht geschrieben, dass tatsächlich ein ganzes Leben auf 136 Seiten passt. Erzählt wird das Leben einer nicht mehr ganz so jungen Frau auf Sardinien aus der Sicht ihrer Enkelin. Teilweise schöpft sie ihr Wissen aus persönlichen Erfahrungen, dann aus Gesprächen mit der Großmutter, aber hauptsächlich aus Großmutters Tagebuch. Die Geschichte beginnt zur Zeit des zweiten Weltkrieges. Als fast 30jährige ist die junge Frau immer noch nicht verheiratet. Sie ist zwar sehr schön, doch schreckt sie ihre Bewerber ab, in dem sie ihnen heißblütige, ja fast schon anstößige Gedichte und Briefe schreibt. Sie wird als verrückt bezeichnet, da sie sich in ihrer verzweifelten Suche nach der großen Liebe oft selbst verletzt, ja sogar sich in den Brunnen stürzt. Da kommt der ruhige Witwer und Kriegsversehrte gerade recht, der sich auf dem elterlichen Hof einmietet. Da er nicht aus dem Dorf ist und nichts von den Verrücktheiten der jungen Frau weiß, bieten die Eltern ihm an, ihre Tochter zu heiraten. Von Liebe kann man natürlich überhaupt nicht sprechen. Doch die Frau ist gehorsam und versucht, ihre ehelichen Pflichten zu erfüllen. Leider erleidet sie eine Fehlgeburt nach der anderen. Da es vielleicht an ihrem Nierenleiden liegt, wird sie zur Kur auf das Festland geschickt. Dort lernt sie den Reduce kennen, einen gleichaltrigen Kriegsinvaliden. Das Tagebuch erzählt uns von einer leidenschaftlichen Liebe, dem Gefühl, endlich den Seelenpartner gefunden zu haben, den man sein Leben lang gesucht hat. Doch das Paar lebt in einer Zeit und in einem Land, in dem die gesellschaftlichen Konventionen nicht so einfach zu ignorieren waren... Dieses Buch hat mich wegen seiner blumigen, leidenschaftlichen Sprache gefesselt. Auch die Wendung, die es am Schluss nimmt, berührte mich sehr. Ein Schrei nach Freiheit!

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    • 3
  • Themen-Challenge 2014 - übersetzte Bücher, aber nicht aus dem Englischen oder Französischen

    Daniliesing

    Daniliesing

    Dieses Thema gehört zur Themen-Challenge 2014:

    Hier könnt ihr euch über eure gelesenen Bücher zu Thema 15 austauschen!

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  • Rezension zu "Die Frau im Mond" von Milena Agus

    Die Frau im Mond
    Brentini

    Brentini

    18. November 2012 um 04:51

    Italienische Literatur ist mir mit ihrer Sensibilität sehr nah, und das hat auch dieser Roman von Milena Agus gezeigt. Im "Die Frau im Mond" geht es um eine Liebe und um das Leben auf Sardinien. Das ist eine sanfte und warme, romantische Liebesgeschiche voll mediterraner Schönheit. Auch wenn es sich um Frauenlitertur mit eindeutiger Frauenhandschrift handelt, habe ich das Buch gerne gelesen. Dem Erfolg des Buches trägt nicht nur die schöne Poetik Milena Agus bei, sondern auch die gelungene Übersetzung von Monika Köpfer, die wunderbar all die zahlreichen Bilder aus dem Italienischen ins Deutsche übertragen hat. Die Autorin schreibt gut und reduziert, und verliert sich nicht in unnötigen Beschreibungen. Ihre Bilder sind schön und sinnlich, ihre Figuren ebenso. Die Ich-Erzählerin erzählt die Geschichte ihrer jungen Oma und ihres Opas auf Sardinien in den Wirren der 1940er Jahre und begleitet sie auch später durch das Leben. Besonders signifikant war die Episode, als die jetzt nun verheiratete Oma der Ich-Erzählerin bei der Kur einen tollen Mann kennen lernt, sozusagen das Gegenkonstrukt ihres Mannes, mit dem sie sich über die Literatur und Mondschein unterhält, und in den sie sich verliebt. Doch mehr als eine Episode wird es nicht sein.

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  • Rezension zu "Die Frau im Mond" von Milena Agus

    Die Frau im Mond
    Flaemmle

    Flaemmle

    27. May 2012 um 17:51

    * spoiler alert * Schöne Erzählung inklusive einer großen Liebe, einer Lebensbeichte oder doch nur Hingespinsten? Faszinierend detailliert zeichnet Milena Agus ein Bild einer eigenwilligen, anfangs jungen, Frau, die mit ihren Wünschen und Träumen, ihrer ganzen Art, der Zeit voraus scheint. Wobei es vielleicht nicht einmal die Zeit (während des zweiten Weltkriegs) ist, sondern die örtliche Einschränkung, ein Dorf auf Sardinien, ein kleiner Minikosmos, birgt die größten Hindernisse für den freien Geist. Hört sich nach "Die Frau greift durch und verändert die Welt an", dies wäre aber ein ganz falscher Stempel für dieses Kleinod, das durch seine Ruhe und seine eher poetische Art besticht. Ein etwas anderes Buch über diese Zeit, denn das Weltgeschehen spielt nur in ganz leisen Tönen eine Nebenrolle. Faszinierend traurig und gleichzeitig amüsant, aber nicht weltbewegend und mir fast schon zu poetisch, was auch den 5. Stern "klaut".

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  • Rezension zu "Die Frau im Mond" von Milena Agus

    Die Frau im Mond
    ninchen1809

    ninchen1809

    30. December 2010 um 20:25

    Der Roman handelt vom Wunsch nach der wahren Liebe einer Frau. Die Großmutter (wie sie im gesamten Roman von ihrer Enkelin genannt wird) ist verheiratet mit einem Mann, den sie nicht wirklich liebt. In ihren jungen Jahren leidet sie an Nierensteinen und muss auf Kur gehen. Dort lernt sie ihre Liebe des Lebens kennen. Der komplette Roman ist aus Sicht der Enkelin geschrieben. Und ihre Beschreibung stammt zunächst aus Erzählungen der Großmutter. Beeindruckend sind die Zeitsprünge innerhalb des Romans. Bis zum sehr berührenden Ende, welches die Geschichte in einem neuen Licht erscheinen lässt. Fazit: Das Buch ist meiner Meinung nichts Einzigartiges oder sehr Außergewöhnliches. Es ist einfach eine sehr traurige Geschichte.

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  • Rezension zu "Die Frau im Mond" von Milena Agus

    Die Frau im Mond
    Schiller-Buchhandlung

    Schiller-Buchhandlung

    26. June 2010 um 12:12

    Italien, Sardinien,

  • Rezension zu "Die Frau im Mond" von Milena Agus

    Die Frau im Mond
    Speckelfe

    Speckelfe

    14. May 2010 um 22:52

    Milena Agus erzählt hier die Geschichte ihrer Großmutter, die von der Sehnsucht nach der großen Liebe erfüllt ist. Sie schreibt glühende Liebesbriefe und Gedichte an mögliche Verehrer, verschreckt diese aber eher dadurch und findet lange keinen Ehemann, was auf Sardinien schon eine Schande ist. Spät heiratet sie dann doch noch, allerdings handelt es sich um eine Vernunftehe, fast sogar platonisch, auf jeden Fall ohne verliebt sein. Doch später, während eines Kuraufenthaltes, Lernt die Großmutter ihre große Liebe kennen und kurze Zeit später wird der Vater der Autorin geboren. Wer ist nun sein Vater?! Ein nettes kleines Büchlein mit einem überraschenden Ende.

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  • Rezension zu "Die Frau im Mond" von Milena Agus

    Die Frau im Mond
    ribanna

    ribanna

    11. May 2010 um 23:09

    Sardinien in der ersten Hälfte des zwanzigsten Jahrhunderts. Die Menschen arbeiten hart in der Landwirtschaft, auch die Frauen. Mädchen erhalten keine Bildung, sie helfen zu Hause, werden gefreit, heiraten, bekommen Kinder. Doch dieses Mädchen, dessen Geschichte von seiner Enkelin erzählt wird, ist anders als die anderen. Sie ist wunderschön, intelligent, aber nicht so sittsam und züchtig, wie es von einer Tochter erwartet wird. Sie träumt von der großen Liebe, doch alle Freier ziehen sich nach kurzer Zeit von ihr zurück. Sie bekommt Anfälle, verletzt sich, so dass sich die Eltern nicht anders zu helfen wissen, als sie auf dem Speicher einzusperren. Als im Krieg schließlich doch noch ein älterer Witwer um ihre Hand anhält, heiratet sie nur widerwillig. Liebe ist es auf beiden Seiten nicht. Der Mann ist gut zu ihr, bedrängt sie nicht. Die ersten Jahre ihrer Ehe leben sie wie Bruder und Schwester zusammen. Als sie wegen eines Nierenleidens zur Kur aufs Festland geschickt wird, begegnet ihr dort ihre große Liebe. Dieser Mann fördert ihr Erzähl- und Schreibtalent und weckt in ihr die Liebe zur Musik. Nach der Kur, wieder nach Hause zurückgekehrt, gelingt es ihr, nach gescheiterten Schwangerschaften, ein Kind auszutragen. Der Junge, Vater der Erzählerin, wird ein berühmter Pianist. Das Büchlein hat nur knapp 130 Seiten. Es kommt mit einer einfachen, schnörkellosen Sprache daher. Kein Satz zuviel, keine Sentimentalität, kein Beiwerk. Es bleibt viel Raum für die eigene Vorstellungskraft. Daher wirkt dieses rasch zu lesende Buch noch lange nach.

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  • Rezension zu "Die Frau im Mond" von Milena Agus

    Die Frau im Mond
    Feli

    Feli

    10. May 2010 um 20:24

    Ein Buch über die Liebe, wie es schöner geschrieben nicht sein könnte, dieses zauberhafte Werk hat Milena Agus mit „Die Frau im Mond“ vollbracht und ich kann nur jedem raten, dieses kleine Büchlein in die Hand zu nehmen und zu lesen! Eine Enkelin berichtet über das geheimnisvolle Leben ihrer Großmutter, nachdem sie nach deren Tod ihre Tagebücher geerbt bekommt. Die Geschichte der Großmutter scheint sehr hart zu sein, wird sie doch in ihrem Dorf als junges Mädchen für geisteskrank gehalten, für was sich die gesamte Familie schämen muss. Glücklicherweise will endlich doch noch jemand dieses seltsame Mädchen zur Frau nehmen, doch nicht aus Liebe, sondern eher aus Zweck. Weder die Großmutter noch der Großvater werden mit dieser Ehe wirklich glücklich, vielmehr leben sie als platonisches Paar nebeneinander her und Großmutter macht sich ständig Vorwürfe, dass sie ihren Mann nicht lieben kann. So sehnt sie sich weiterhin nach der großen Liebe, die sich scheinbar bei einem Kuraufenthalt erfüllt. Dort trifft sie einen ansehnlichen jungen Mann, der genau in ihre Welt zu passen scheint. Sie unterhält sich viel mit ihm und kann ihre Phantasien wunderbar mit ihm teilen. Doch was nun Phantasie und was Wirklichkeit ist, das möchte ich an dieser Stelle nicht verraten. Schon allein das Cover hat das Buch für mich interessant gemacht, denn durch den Blick durch ein Fenster, hinauf aufs offene Meer und mit blassen Farben gestaltet wirkt das Bild auf mich sehr träumerisch und genau so geht der Roman auch los. Eine sensible und einfühlsame Geschichte, eine Geschichte über die Liebe, über die eigene Phantasie und über das Anderssein. Was will man als Leser mehr?

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  • Rezension zu "Die Frau im Mond" von Milena Agus

    Die Frau im Mond
    Die Buchprüferin

    Die Buchprüferin

    09. December 2009 um 17:56

    Dieses Buch ist schlicht. Die Erzählerin schildert das Leben ihrer Großmutter auf Sardinien. Wie diese als junge Frau glühende Briefe und Gedichte an irgendwelche Männer schrieb, weil sie sich von ihnen verehrt glaubte. Dabei wollte niemand etwas von ihr. Vor allem wegen besagter Briefe. Eines Tages will sie dann doch einer. Ein Witwer aus dem nächstgrößeren Ort, der der Großvater der Erzählerin werden wird. Man heiratet. Man lebt zusammen. Die Nierensteine, die die Großmutter schon länger plagen, verhindern immer wieder das Gelingen der Schwangerschaften. Schließlich geht sie in Kur. Und begegnet dort der Liebe ihres Lebens. Aber Kuren dauern nicht ewig. Wieder heimgekehrt, wird sie schwanger und bringt den Vater der Erzählerin zur Welt. Die Sprache ist unspektakulär. Weisheiten werden keine ausgeteilt. Auf blumige Metaphern wird verzichtet. Trotzdem kann man manchmal kaum glauben, was man da liest: „Die Dienerin: In einem Kleid, das ihre Brüste vollständig entblößt, ansonsten jedoch ganz züchtig ist, bringt sie ihm den Kaffee ans Bett und lässt ihn an den Brustwarzen saugen, dann klettert sie auf den Schrank, um Staub zu wischen, wobei sie keinen Schlüpfer trägt.“ Für jemanden wie mich, unvertraut mit den Gewohnheiten der Großmütter in Italien, sind das erstaunliche Neuigkeiten. Die Großmutter kommt ihren ehelichen Pflichten in abwechlungsreicher Folge nach, so wie ihr Mann, seinen früheren Bordellerfahrungen gemäß, es ihr beigebracht hat. Er empfindet Lust. Sie empfindet Lust. Aber sie liebt ihn nicht. Und so schlafen die Großeltern ansonsten wie Bruder und Schwester nebeneinander – möglichst nah am Bettrand auf ihrer jeweiligen Seite. Ihr Herz gehört der Liebe ihres Lebens, nachdem sie sich ihr ganzes Leben lang nach der Liebe, der alles andere zu Bedeutungslosigkeit verdammenden Liebe gesehnt hat: dem Kriegsheimkehrer, dem sie in der Kur begegnet. Und die Erzählerin spekuliert: Ist er womöglich der wahre Vater ihres Vaters? Um das herauszufinden, müsst Ihr das Buch selber lesen. Es handelt von einer verschrobenen Außenseiterin, erzählt vom Italien der Kriegs- und Nachkriegsjahre bis heute, ist von hintergründigem Witz, sanftem Tiefgang sowie verblüffender Direktheit und lässt in kurzen Kapiteln und skizzenhaften Szenen ein verrücktes Leben vor dem inneren Auge entstehen. Ein Leben, das doch irgendwo und irgendwann seinen Sinn findet. Aber ... damit ist noch nicht Schluss. Der Schluss ist vielmehr eine Überraschung. Und macht deutlich: Dieses Buch ist ganz schön raffiniert.

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  • Rezension zu "Die Frau im Mond" von Milena Agus

    Die Frau im Mond
    JustLoveMyHoney

    JustLoveMyHoney

    18. November 2009 um 17:47

    Das Buch kann ich leider nur mittelmäßig bewerten. An manchen Stellen wurde alles zu detailgetreu beschrieben, an anderen Stellen hätte ich mir das gewünscht. Gewöhnungsbedürftig war, aus welcher Sicht erzählt wurde: nämlich aus der der Enkelin. So musste man erstmal überlegen, ob nun von der Großmutter/ dem Großvater oder der Mutter/dem Vater die Rede war. Ein wenig verwirrend. Ansonsten eigentlich eine schöne Geschichte.

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  • Rezension zu "Die Frau im Mond" von Milena Agus

    Die Frau im Mond
    milasun

    milasun

    23. October 2009 um 22:18

    Eine nette kleine Geschichte. Eine Hommage einer Enkelin an ihre Großmutter, an die Liebe und das Leben.