Milena M Flasar

 4.3 Sterne bei 116 Bewertungen

Lebenslauf von Milena M Flasar

Die österreichische Schriftsltellerin Milena Michiko Flasar wird1980 in St. Pölten als Tochter einer Japanerin und eines Österreichers geboren. Nach ihrem Schulabschluss absolvierte sie in Wien und Berlin ein Studium der Komparatistik, Germanistik und Romanistik. Milena Flasar lebt als freie Schriftstellerin in Wien und unterrichtet nebenbei Deutsch als Fremdsprache. Nach ihrem Romandebüt "Ich bin", das 2008 erschien, folgte 2010 "Okaasan - Meine unbekannte Mutter". 2012 gelangte ihr aktueller Roman "Ich nannte ihn Krawatte" auf die Longlist des deutschen Buchpreises.

Alle Bücher von Milena M Flasar

Milena M FlasarOkaasan - Meine unbekannte Mutter
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Okaasan - Meine unbekannte Mutter
Okaasan - Meine unbekannte Mutter
 (5)
Erschienen am 17.02.2010
Milena M FlasarIch bin
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Ich bin
Ich bin
 (5)
Erschienen am 02.09.2008

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Neue Rezensionen zu Milena M Flasar

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Stephan59s avatar

Rezension zu "Ich nannte ihn Krawatte" von Milena M Flasar

fremd und doch so nah
Stephan59vor einem Jahr

Melancholisch, sanft und dann doch wieder erschreckend - der Einblick in die Welt der Gestrandeten, deren Insel sind zwei Bänke im Park , wo sie auf einander treffen, abseits der gesellschaftlichen Zwänge, denen sie nicht oder nicht mehr gerecht geworden sind, der eine, alt, ausgestoßen aus dem Arbeitszusammenhang im Kreis der jüngeren Kollegen, nun diese Zuflucht wählend, damit er seine Lebenslüge des Nichtausgestoßenseins gegenüber seiner geliebten Frau aufrecht erhalten kann, der andere, jung, sich verweigernd, ein Hikkikomori, der seit Jahren, von der Familie als im Ausland weilend gedeckt, die selbstgewählte Isolation seines Zimmers nicht mehr verlassen hat.. Flasar nutzt ihre eigene bipolare kulturelle Identität, um uns mit dem Rahmen der japanischen Gesellschaft den Spiegel vorzuhalten. Am Beispiel der beiden Protagonisten führt sie uns unsere eigene Einsamkeit vor und den Zwang, alles nur Erdenkliche zu unternehmen, um nach außen hin Zugehörigkeit zu demonstrieren, die Illusion, dass alles in Ordnung sei, Mit einem flüssigen Erzählstil, sprachlicher Eleganz und immer wieder aufblitzenden Abstechern ins Philosophische bleibt eine Erkenntnis übrig: Die, die meinen noch dazuzugehören, bleiben letztlich genauso einsam und verlassen wie die, die, bereits an den Rand gedrängt, darum ringen, eine eigene Position zu finden, einen Wiedereinstieg unter veränderten Bedingungen oder - den Tod.

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Gruenentes avatar

Rezension zu "Ich nannte ihn Krawatte" von Milena M Flasar

Gemeinsam ist man stark!
Gruenentevor 2 Jahren

Dieses Buch führt uns nach Japan. In eine andere Kultur. Diese Geschichte würde in Deutschland so nicht funktionieren, weil unsere Gesellschaft anders funktioniert (oder auch nicht) als die japanische.  

Zwei Männer treffen in einem Park aufeinander. Beide haben ziemliche Probleme.

Taguchi, ein junger Mann, ist über Jahre die  Wohnung in der er mit seinen Eltern lebt nicht verlassen, Er ist ein Hikikomori. So werden in Japan (meist junge Menschen) genannt, die sich ganz zurückziehen und jeden Kontakt vermeiden.

Ohara ist älter, gekleidet wie ein Geschäftsmann. Er hat seinen Job verloren, dies nicht seiner Frau erzählt und schlägt seine Zeit nun im Park tot.

Die beiden kommen sich vorsichtig näher, sitzen nebeneinander, reden wenig. Nach und nach öffnen sie sich ein wenig, erzählen ihre Geschichten. Geschichten voller Trauer, Tod  und Schmerz.

Durch die Gespräche schöpfen beide neuen Lebensmut und versuchen ihre Probleme anzugehen.

Mein Exemplar war voller Markierungen. Vielleicht ist der Roman etwas überfrachtet, doch es hatte viele wertvolle Gedankenansätze für mich.

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sweetpiglets avatar

Rezension zu "Ich nannte ihn Krawatte" von Milena M Flasar

Ich nannte ihn Krawatte
sweetpigletvor 2 Jahren

Meine Meinung:Dieses wunderbare Buch war eine Empfehlung, wo michschon der Klappentext angesprochen hat. Ein Buch, dass uns vor Augen führt was am Rand der Gesellschaft passieren kann, bei den Menschen, an denen wir sonst nur achtlos vorbei laufen.
Taguchi ist ein Einzelgänger, das war er schon immer, immer hat er versucht sich aus allem raus zuhalten. Niemals auffallen, und somit nicht in den Fokus rücken, nach dieser Art lebte er sehr lange. Dies führt dazu, dass Taguchi an einen Punkt kommt, in dem er das Zimmer nicht verlassen kann. Die Welt draußen ist zu viel für ihn, er kehrt ihr den Rücken und lebt als Einsiedler unter tausenden Menschen. Nach fast 2 Jahren wagt er jedoch den Schritt hinaus, und findet eine Bank auf der er sitzt und nachdenkt.
Eines Tages setzt sich ein Geschaftmann gegenüber, liest Zeitung und isst sein Mittagessen. Taguchi nennt ihn "Krawatte", wegen seiner auffälligen rotgrauen Krawatte. Durch Blicke, dennTaguchi hat schon sehr lange nicht mehr geredet, finden sie zueinander und ins Gespräch. Man erfährt, was Krawatte dau gebracht hat auf dieser Bank zu landen, aber auch Taguchis Geschichte ist spannend. Beide offenbaren sich dem Anderen und es entsteht, unter diesen beiden Außenseitern, eine Freundschaft, die man so nicht erwartet hätte, die Beiden selbst am allerwenigstens.
Die Geschichten die sie sich erzählen sind ergreifend und berühren mich als Leser sehr. Es wird klar, wie es passieren kann, dass man sich fernab der Gesellschaft wieder findet und nicht weis wohin mit sich. Dieses Buch schafft es, dass man aufblickt und hinschaut, zu diesen Menschen die still mit sich selber reden und denen wir sonst keine Beachtung schenken, dabei sind doch auch ihre Leben und Geschichten wertvoll und interessant.
Flasars Schreibstil ist bemerkenswert, fast ohne direkte Rede, im ständigen FLießtext und sehr kurzen Kapitel, schafft sie es uns an dieses Buch zu fesseln und mehr erfahren zu wollen, über diese beiden gegensätzlichen Protagonisten. Mein einziger Kritikpunkt ist die Länge, ich hätte mir mehr Tiefe und Ausschweifungen gewünscht, vor allem bei den Rückblicken der beiden Männern.

Fazit:Ein wundervolles Buch, dass uns vor Augen führt, wie unsere Gesellschaft teilweise funktioniert und Randgruppen schafft. Es ist ein Standbild der Menschheit, fass uns wachrütteln sollte, die Augen nicht zu verschließen sondern auf Menschen auch mal zuzugehen. Mit einem tollem Schreibstil und einer schönen Idee hat Milena Michiko Flasar hier ein kleines, kuzes Meisterwerk geschaffen.

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Gespräche aus der Community

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Daniliesings avatar
Hallo,

ich tue mich aktuell sehr schwer mit meinen Büchern, die ich hier so habe und dabei sind das wirklich nicht wenig. Vielleicht brauche ich also mal was ganz neues, etwas, das mich wirklich überrascht und vielleicht nicht unbedingt das ist, was ich immer lese.

Deshalb wollte ich euch nach Buchkauftipps fragen! Es wäre klasse, wenn ihr mir hier eure Lieblingsbücher nennt, die ich auf keinen Fall verpassen sollte. Es dürfen gern auch Geheimtipps sein, sowas mag ich ganz besonders :-) Es sind also solche Bücher gesucht, die euch richtig am Herzen liegen und die ihr am liebsten immer wieder empfehlen würdet. (Bitte keine Eigenwerbung von Autoren!)

Wichtig dabei: ich sollte das Buch noch NICHT in meiner Bibliothek hier haben.

Denn von den Büchern, die ihr mir hier empfehlt, möchte ich mir danach 3-5 kaufen und selbst schauen, wie ich sie finde. Natürlich werde ich berichten, für welche Bücher ich mich entscheide und hier verraten, wie sie mir gefallen haben.

Jetzt bin ich ganz gespannt und dankbar für jeden Tipp! Eure Empfehlungen möchte ich bis einschließlich 18.5. sammeln und danach werde ich eine Entscheidung treffen und die Bücher kaufen.

Dankeschön!

Bisherige Vorschläge hänge ich mal an:
Zum Thema

Zusätzliche Informationen

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von 2 Lesern aktuell gelesen

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