Milena M Flasar Ich nannte ihn Krawatte

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Inhaltsangabe zu „Ich nannte ihn Krawatte“ von Milena M Flasar

Wer in einem Lachen nichts anderes als ein Lachen hört, der ist taub Ist es Zufall oder eine Entscheidung? Auf einer Parkbank begegnen sich zwei Menschen. Der eine alt, der andere jung, zwei aus dem Rahmen Gefallene. Jeder auf seine Weise, beide radikal, verweigern sie sich der Norm. Erst einem fremden Gegenüber erzählen sie nach und nach ihr Leben und setzen zögernd wieder einen Fuß auf die Erde. Milena Michiko Flašars Parkbank befindet sich in Japan und könnte doch ebenso gut anderswo in der westlichen Welt stehen. Dieser Roman stellt der Angst vor allem, was aus der Norm fällt, die Möglichkeit von Nähe entgegen - sowie die archaische Kraft der Verweigerung.

Jeder Mensch ist eine Insel, gestrandet... diesmal in der fremden Gesellschaft Japans, die aus einer Binnensicht heraus nahe gebracht wird.

— Stephan59

Schön, sehr melancholisch, nur an Sonnentagen zu genießen

— Beust

Wunderbare Geschichte um zwei sehr verschiedene Männer mit sehr unterschiedlichen Problemen, die trotzdem zueinander finden.

— Gruenente

Zwar leider etwas zu kurz, dafür mit einer tollen Message

— sweetpiglet

Die Lage ist ernst, aber nicht hoffnungslos - Die Sprache einfach nur bezaubernd! http://irveliest.wordpress.com

— Irve

poetisch, berührend- diese Parkbank könnte überall stehen. Diese Menschen könnten wir sein.

— Palomapixel

berührende Geschichte!

— leniks

Wunderbar leicht und poetisch geschrieben und mit tollen Japanbildern, die an Murakami erinnern.

— derkleinemaulwurf

Ein unglaublich ergreifendes, trauriges und schönes Buch. Tränen der Erkenntnis sind geflossen.

— SophiaLaGrande

Einer meiner Favoriten in diesem Lesejahr

— Milagro

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  • fremd und doch so nah

    Ich nannte ihn Krawatte

    Stephan59

    15. September 2017 um 19:05

    Melancholisch, sanft und dann doch wieder erschreckend - der Einblick in die Welt der Gestrandeten, deren Insel sind zwei Bänke im Park , wo sie auf einander treffen, abseits der gesellschaftlichen Zwänge, denen sie nicht oder nicht mehr gerecht geworden sind, der eine, alt, ausgestoßen aus dem Arbeitszusammenhang im Kreis der jüngeren Kollegen, nun diese Zuflucht wählend, damit er seine Lebenslüge des Nichtausgestoßenseins gegenüber seiner geliebten Frau aufrecht erhalten kann, der andere, jung, sich verweigernd, ein Hikkikomori, der seit Jahren, von der Familie als im Ausland weilend gedeckt, die selbstgewählte Isolation seines Zimmers nicht mehr verlassen hat.. Flasar nutzt ihre eigene bipolare kulturelle Identität, um uns mit dem Rahmen der japanischen Gesellschaft den Spiegel vorzuhalten. Am Beispiel der beiden Protagonisten führt sie uns unsere eigene Einsamkeit vor und den Zwang, alles nur Erdenkliche zu unternehmen, um nach außen hin Zugehörigkeit zu demonstrieren, die Illusion, dass alles in Ordnung sei, Mit einem flüssigen Erzählstil, sprachlicher Eleganz und immer wieder aufblitzenden Abstechern ins Philosophische bleibt eine Erkenntnis übrig: Die, die meinen noch dazuzugehören, bleiben letztlich genauso einsam und verlassen wie die, die, bereits an den Rand gedrängt, darum ringen, eine eigene Position zu finden, einen Wiedereinstieg unter veränderten Bedingungen oder - den Tod.

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  • Gemeinsam ist man stark!

    Ich nannte ihn Krawatte

    Gruenente

    05. September 2016 um 20:00

    Dieses Buch führt uns nach Japan. In eine andere Kultur. Diese Geschichte würde in Deutschland so nicht funktionieren, weil unsere Gesellschaft anders funktioniert (oder auch nicht) als die japanische.   Zwei Männer treffen in einem Park aufeinander. Beide haben ziemliche Probleme. Taguchi, ein junger Mann, ist über Jahre die  Wohnung in der er mit seinen Eltern lebt nicht verlassen, Er ist ein Hikikomori. So werden in Japan (meist junge Menschen) genannt, die sich ganz zurückziehen und jeden Kontakt vermeiden. Ohara ist älter, gekleidet wie ein Geschäftsmann. Er hat seinen Job verloren, dies nicht seiner Frau erzählt und schlägt seine Zeit nun im Park tot. Die beiden kommen sich vorsichtig näher, sitzen nebeneinander, reden wenig. Nach und nach öffnen sie sich ein wenig, erzählen ihre Geschichten. Geschichten voller Trauer, Tod  und Schmerz. Durch die Gespräche schöpfen beide neuen Lebensmut und versuchen ihre Probleme anzugehen. Mein Exemplar war voller Markierungen. Vielleicht ist der Roman etwas überfrachtet, doch es hatte viele wertvolle Gedankenansätze für mich.

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  • Ich nannte ihn Krawatte

    Ich nannte ihn Krawatte

    sweetpiglet

    21. July 2016 um 11:24

    Meine Meinung:Dieses wunderbare Buch war eine Empfehlung, wo michschon der Klappentext angesprochen hat. Ein Buch, dass uns vor Augen führt was am Rand der Gesellschaft passieren kann, bei den Menschen, an denen wir sonst nur achtlos vorbei laufen.Taguchi ist ein Einzelgänger, das war er schon immer, immer hat er versucht sich aus allem raus zuhalten. Niemals auffallen, und somit nicht in den Fokus rücken, nach dieser Art lebte er sehr lange. Dies führt dazu, dass Taguchi an einen Punkt kommt, in dem er das Zimmer nicht verlassen kann. Die Welt draußen ist zu viel für ihn, er kehrt ihr den Rücken und lebt als Einsiedler unter tausenden Menschen. Nach fast 2 Jahren wagt er jedoch den Schritt hinaus, und findet eine Bank auf der er sitzt und nachdenkt.Eines Tages setzt sich ein Geschaftmann gegenüber, liest Zeitung und isst sein Mittagessen. Taguchi nennt ihn "Krawatte", wegen seiner auffälligen rotgrauen Krawatte. Durch Blicke, dennTaguchi hat schon sehr lange nicht mehr geredet, finden sie zueinander und ins Gespräch. Man erfährt, was Krawatte dau gebracht hat auf dieser Bank zu landen, aber auch Taguchis Geschichte ist spannend. Beide offenbaren sich dem Anderen und es entsteht, unter diesen beiden Außenseitern, eine Freundschaft, die man so nicht erwartet hätte, die Beiden selbst am allerwenigstens.Die Geschichten die sie sich erzählen sind ergreifend und berühren mich als Leser sehr. Es wird klar, wie es passieren kann, dass man sich fernab der Gesellschaft wieder findet und nicht weis wohin mit sich. Dieses Buch schafft es, dass man aufblickt und hinschaut, zu diesen Menschen die still mit sich selber reden und denen wir sonst keine Beachtung schenken, dabei sind doch auch ihre Leben und Geschichten wertvoll und interessant.Flasars Schreibstil ist bemerkenswert, fast ohne direkte Rede, im ständigen FLießtext und sehr kurzen Kapitel, schafft sie es uns an dieses Buch zu fesseln und mehr erfahren zu wollen, über diese beiden gegensätzlichen Protagonisten. Mein einziger Kritikpunkt ist die Länge, ich hätte mir mehr Tiefe und Ausschweifungen gewünscht, vor allem bei den Rückblicken der beiden Männern.Fazit:Ein wundervolles Buch, dass uns vor Augen führt, wie unsere Gesellschaft teilweise funktioniert und Randgruppen schafft. Es ist ein Standbild der Menschheit, fass uns wachrütteln sollte, die Augen nicht zu verschließen sondern auf Menschen auch mal zuzugehen. Mit einem tollem Schreibstil und einer schönen Idee hat Milena Michiko Flasar hier ein kleines, kuzes Meisterwerk geschaffen.

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  • *+* Dieses Buch ist ein Geschenk *+*

    Ich nannte ihn Krawatte

    Irve

    01. July 2016 um 20:51

    . „Friss´ oder stirb!“ So könnte man nach der Lektüre dieses Buches das allgemeingültige, gesellschaftliche Motto Japans zusammenfassen. Es gibt Aussteiger zuhauf, die dem Druck nicht standhalten können, oder sich diesem Irrsinn nicht unterwerfen wollen. Erwünscht ist nicht, was dem Individuum gefällt, oder es glücklich macht, sondern das, was der Gesellschaft dienlich ist. Ein perfektes System an Zahnrädern – zumindest theoretisch. Was aber, wenn sich eines von ihnen nicht weiterdreht? Steckt es nicht mitten im System, sind die Auswirkungen gering und das Versagen kann unter schamvollen Lügen versteckt werden. Aber unbegrenzt funktioniert diese Kompensation nicht. Denn steht es mehr im Zentrum, dann ist die Möglichkeit, auf gleichgesinnte Nachahmer zu treffen, noch größer. Und dann? „Zu jung erkannte er, dass nichts vollkommen ist, und er war zu jung, um die richtigen Schlüsse daraus zu ziehen. Dass dies auch meine Krankheit war, davor wollte er mich vielleicht warnen.“ Die Autorin geht nicht soweit, ergründen zu wollen, wie viele Verweigerer des unreflektierten Befolgens der ungeschriebenen Gesetze diese Gesellschaft verkraften kann. Das ist nicht ihre Intention. Sie greift sich einige wenige Menschen, im Sinne des Regelwerks defekte, Zahnrädchen aus der Masse heraus und zeigt an ihnen die Ursachen für die gefühlte Ausweglosigkeit auf. So begreift man recht schnell, warum sich der rote Faden der Verzweiflung quer durch alle Altersklassen und Schichten zieht. „Selbst der allerkleinste Stachel reißt, wenn er tief genug sitzt, eine Wunde ins Fleisch. Man spürt ihn als einen Fremdkörper, der den eigenen, nach und nach, in die Knie zwingt.“ Milena Michiko Flasar erzählt mit einem eindringlichen Schreibstil. Ihre Wortwahl, deren Komposition zu tiefen Wahrheiten, die stellenweisen halben Sätze, die mit alldem erzeugte Gesamtstimmung – sie bleibt am Leser haften! Man fragt sich unwillkürlich nach seinem Platz im Leben. Prüft, ob und wie weit die eigene Schere des Wollens und Sollens auseinanderklafft und mag möglicherweise gar umfassende Schlüsse ziehen und entsprechende Entscheidungen treffen. Die Hauptcharaktere des Buches haben dies getan. Sie haben den eigenen Willen erspürt und sind ihm gefolgt. „Man lebt nur einmal, heißt es. Warum stirbt man so oft?“ Sehr berührend sind die Gespräche der wie Seelenverwandte anmutenden beiden Männer, die sich immer mehr annäherten. Aus dem anfangs scheuen Blickkontakt, gepaart mit dem Wunsch, sich bloß nicht auf den anderen einzulassen, wurde tiefe Freundschaft, die große Blüten trieb. Die später geernteten Früchte waren jedoch von unterschiedlicher Qualität. „Jeder Mensch ist eine Ansammlung von Geschichten. Ich aber. Ich zögerte. Ich habe Angst davor, Geschichten anzusammeln. Ich wäre gerne nur eine, in der nichts passiert.“ Öhara Tetsu und Taguchi Hiro, die beiden Männer auf der Parkbank, die irgendwie aus dem Leben gefallen zu sein schienen, beeindruckten mich sehr. Nicht nur, was sie erzählten, sondern dass sie es überhaupt taten! Es waren Dinge, die zutiefst in ihnen vergraben lagen, unschöne Erinnerungen und Gedanken. Über lange Zeit verbarrikadiert hinter dicken Mauern, durften sie endlich das Bewusstsein erreichen und verarbeitet werden – mit weitreichenden Folgen. „Schäm dich nur ja nicht dafür, ein Mensch mit Gefühlen zu sein. Egal, was es ist, fühl es innig und tief. Fühl es noch ein bisschen inniger, fühl es noch ein bisschen tiefer. Fühl es für dich. Fühl es für den anderen. Und dann: Lass es gehen.“ So verzweifelnd und düster wie man nun meinen mag, ist „Ich nannte ihn Krawatte“ nicht, denn auch die Hoffnung weiß ihre machtvolle Saat in diesen zauberhaften Roman hineinzusäen. Das Leben ist nicht nur Pflicht und Frust, es ist auch ein Geben und Nehmen, ein Akzeptieren und Loslassen. Hat man den richtigen Weg erst gefunden, ist es auch möglich, ihn im Gleichtakt mit den anderen Zahnrädern der Gesellschaft zu beschreiten und dabei sogar glücklich zu werden.Die Besprechung ist meinem LitBlog entnommen. Inhalt Ist es Zufall oder eine Entscheidung? Auf einer Parkbank begegnen sich zwei Menschen. Der eine alt, der andere jung, zwei aus dem Rahmen Gefallene. Jeder auf seine Weise, beide radikal, verweigern sie sich der Norm. Erst einem fremden Gegenüber erzählen sie nach und nach ihr Leben und setzen zögernd wieder einen Fuß auf die Erde. Milena Michiko Flašars Parkbank befindet sich in Japan und könnte doch ebenso gut anderswo in der westlichen Welt stehen. Dieser Roman stellt der Angst vor allem, was aus der Norm fällt, die Möglichkeit von Nähe entgegen – sowie die archaische Kraft der Verweigerung. Autorin Milena Michiko Flašar, geboren 1980 in St. Pölten, hat in Wien und Berlin Komparatistik, Germanistik und Romanistik studiert. Sie ist die Tochter einer japanischen Mutter und eines österreichischen Vaters, lebt als Schriftstellerin in Wien und unterrichtet nebenbei Deutsch als Fremdsprache. Quelle: Randomhouse

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  • Ich nannte ihn Krawatte

    Ich nannte ihn Krawatte

    Palomapixel

    14. May 2016 um 17:33

    Dies war das erste Buch, dass sich in der japanischen Kultur bewegt, dass ich je gelesen habe. Es war wie ein Rausch der schönen Worte. Ich hatte keine Erwartungen und habe mir vorher sogar bewusst nicht den Klappentext oder weitere Infos zu der Thematik angeschaut. Ich wollte mich überraschen lassen und wurde voll mitgerissen. Im Buch sitzen zwei völlig unterschiedliche Männer auf einer Bank. Der eine jung der andere alt. Unterschiedlicher könnten die beiden nicht sein. Doch in einer Sache sind sie vereint, sie verweigern sich den Normen einer Gesellschaft, mit der sie nicht mehr zurecht kommen und doch ist es gerade ihr aufeinander Treffen, dass für Sie gegenseitig die Türen aufstößt und selbst hochgezogene Mauern einreißt.  Die Geschichte berührt einen von der ersten Minute. Es gab so viele schöne Sätze, dass man das ganze Buch hätte mit Textmarker markieren müssen. Ich kenne mich nun überhaupt nicht aus mit Japan und kann deswegen auch keine Aussage darüber machen, wie realitätsnah die Beschreibung des Hikkikomori im Buch ist.  Hikkikomori werden in Japan, die meist jungen Leute genannt die mit dem Leistungs- und Anpassungsdruck der Gesellschaft nicht mehr zurecht kommen und sich oft über Jahre in ihr Zimmer einschließen und jeglichen Sozialkontakt vermeiden. Ich habe zwar ein bisschen weiter dazu gegoogelt auch um das Buch noch besser zu verstehen aber wirklich beurteilen kann ich es nicht. Das ist auch für dieses Buch nicht wirklich wichtig denn es findet sich nicht nur die hoffnungsvolle Botschaft darin, dass man seine Depressionen, Ängste und Nöte überwinden kann. Sondern man kann auch Freundschaft an Orten finden, an denen man nicht damit rechnet und man kann sich selber wiederfinden, auch wenn man sich vermeintlich verloren hat. Die vielen kleinen Gesten die im Buch so hinreißend klar und schön beschrieben sind. Ein Philosophikurs auf 136 Seiten. Ein Protokoll der Mitmenschlichkeit.  Als Leser erfährt man nicht nur die tragische Geschichte der beiden Männer, in der es Zeit zum mitleiden gibt. Man erfährt auch die Suche und die Hoffnung nach Freiheit und Liebe. Es ist ein sehr zartes Buch, fast schon zaghaft in seiner Sprache. Man muss diese poetische Sprache mögen. Es ist ein kurzweiliges Buch und schnell und gut zu lesen. Mich hat es daran erinnert das miteinander sprechen wichtig ist und ,wenn man es nicht tut, es zuviel zu bereuen gibt. Wer etwas wirklich anrührendes lesen will und sich dazu noch für Japan interessiert, kann hier auf eine besondere Art fündig werden. Ein Buch wie ein sanft fallendes Kirschblütenblatt. Die Bank mit den zwei Männern kann überall stehen. Diese Personen könnten wir sein. Mehr auf : http://palomapixel.blogspot.de

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  • Eine stimmige, poetische und gesellschaftskritische Geschichte

    Ich nannte ihn Krawatte

    Franzis2110

    10. May 2016 um 19:14

    Irgendwo in Japan begegnen sich zwei Menschen auf einer Parkbank. Der eine ist alt, der andere noch jung. Beide sind aus dem Rahmen gefallen, jeder auf seine Weise. Erst diesem fremden Gegenüber erzählen sie sich nach und nach aus ihrem Leben. Zögernd setzten sie wieder einen Fuß auf die Erde. Milena Michiko Flašar schreibt wundervoll fließend, poetisch, stimmig. Sie verzichtet dabei vollständig auf Anführungszeichen, was für mich diesen fließenden Übergang zwischen den zwei Protagonisten untermalt. Denn die zwei könnten zwar kaum aus unterschiedlicheren Hintergründen kommen, aber beide verbindet, dass sie aus der Norm fallen, anders sind, als all die Anderen. Der eine ist Taguchi Hiro, er ist der jüngere. Er ist ein sogenannter Hikikomori. Einer von vielen Menschen, meist Jugendliche und junge Erwachsene, die sich freiwillig vollkommen von der Gesellschaft, meist sogar der eigenen Familie, zurück ziehen. Das Phänomen stammt aus Japan, verbreitet sich aber auch über den Rest der Welt. Es sind junge Menschen, die dem Leistungsdruck nicht mehr standhalten. Sie verkriechen sich für Wochen, Monate, ja sogar Jahre. Einige versucht man, wieder in die Gesellschaft einzugliedern, sie wieder in die Norm zu zwängen. Doch nicht so bei Taguchi. Denn seine Eltern, die lassen ihn in Ruhe. Sie schämen sich. Sie fahren nicht mehr in den Urlaub, sie gehen ihre Verwandten nicht besuchen, keine Freunde und Bekannte betreten mehr das Haus. Es könnte ja jemand mitbekommen, das Taguchi scheinbar nicht mehr ganz richtig tickt. Flašar schafft es, durch Taguchis Erzählungen beeindruckend und authentisch zu vermitteln, wie sich Hikkomoris wohl fühlen, wie der junge Taguchi sich fühlte. Sie schafft es, mir das ganze einleuchtend und gleichzeitig sehr poetisch näherzubringen, es vollkommen verständlich, gar greifbar zu machen. Ohne zu wissen warum, starten wir, als Taguchi eine Schwelle übertritt und sich endlich wieder vor die Tür traut. Er geht in den Park, wo er auf die Bank stößt, auf der er in seiner Kindheit oft saß. Er verbindet viele guter Erinnerungen mit diese Parkbank, die überall auf der Welt stehen könnte. Bald entdeckt er ihm gegenüber den zweiten Protagonisten – den älteren Ohara Tetsu. Ohara ist ein Salaryman, ein Geschäftsmann. Jeden Tag kommt er um Punkt neun Uhr in den Park und setzt sich auf die gegenüberliegende Bank. Mittags packt er sein Bento, ein Mittagessen, aus, das in seine Frau Kyoto jeden morgen zubereitet. Ohara ist hier, weil er zu alt wurde, zu ineffizient – für die Arbeit nicht mehr zu gebrauchen. Er wurde entlassen. Nach Jahrzehnten der Routine ist er damit überfordert. Er traut sich nicht, es seiner Frau zu sagen, kann aus der täglichen Routine nicht ausbrechen.nEs dauert etwas, doch bald nehmen die beiden einen Faden auf. Sie können nicht mehr leugnen, dass es den anderen gibt. „Er war da, hatte in mir Platz genommen, war eine Person geworden, über die ich sagen konnte: Ich erkenne sie wieder.“ (S. 17) Bis sie irgendwann sogar auf einer Bank sitzen und sich gegenseitig von ihrem Leben erzählen. Davon, wie sie hier gelandet sind. Sie nehmen uns zurück, in ihre Erinnerungen. Eine berührende, tiefgründige und auch melancholische Reise. Es ist eine gesellschaftskritische Geschichte, zwei Männder, die dem starken Leistungsdruck nicht mehr standhalten. Die am Anspruch von Gesellschaft und Familie zerbrechen. Die jahrelang versuchten, nicht aus der Norm zu fallen und daran zerbrechen. Doch es ist auch eine positive Geschichte. Sie strahlt Hoffnung aus. Flašar zeigt, das es ok ist, anders zu sein. Und was heißt schon anders, jeder ist anders, jeder von uns hat seine Makler. Es ist ok, nicht immer zu funktionieren, Gefühle zu zeigen, Schwächen zu haben. „Schäm dich nur ja nicht dafür, ein Mensch mit Gefühlen zu sein. Egal, was es ist, fühl es innig und tief.“ (S. 92) Eine stimmige, poetische und gesellschaftskritische Geschichte.  Es reiht sich definitiv in meine Liste meiner All-Time-Favoirtes ein!

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  • Ich nannte ihn Krawatte

    Ich nannte ihn Krawatte

    leniks

    09. May 2016 um 22:57

    Dieses Buch habe ich im Rahmen einer besonderen Leserunde gelesen, und bin auch wenn ich nur drei Sterne vergebe, sehr berührt von der Geschichte. Das Buch gibt es als Hardcover (Ausgabe 2012) und Taschenbuch (2014).  Auf dem Cover sind rot-graue Fische abgebildet. So ungefähr soll die Krawatte des älteren der beiden Hauptdarsteller darstellen. Dieser und der jungere Mann treffen auf zwei bzw. später auf einer Parkbank zusammen. Der jungere der beiden beginnt mit der Erzählung der Geschichte. Traurig und schön zugleich ist diese Geschichte. Da ist ein junger Mensch der noch bei seinen Eltern wohnt, so mit 20 ist und schon seit Jahren nicht mehr aus der Wohnung geht, die Eltern sind quasi mit eingepperrt. Und der ältere Mann getraut sich nicht nach Hause um seiner Frau zu sagen, das er arbeitslos ist. Es dauert eine ganze Zeit bis die beiden mit einander reden und sich gegenseitig ihr Leben erzählen. Das Buch geht zumindest für einen der beiden gut aus. Das finde ich gut. Das Buch umfasst 136 Seiten und eine Liste mit Worterklärungen, die ich auch ab und an genutzt habe.

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  • Die Sehnsucht nach der Weite

    Ich nannte ihn Krawatte

    SophiaLaGrande

    13. March 2016 um 20:28

    Taguchi muss raus. Nach zwei Jahren in seinem Zimmer, kann er dem Drang nach draussen zu gehen nicht mehr widerstehen. Ein Park, ein Mann mit Krawatte. Aus einem Fremden auf der gegenüberliegenden Bank wird ein Freund. Die Sehnsucht nach der Weite bringt Taguchi in seine Vergangenheit zurück und näher zu sich selbst. Dieses Buch reisst alle Wünsche, Träume und Sehnsüchte aus dem Körper heraus. Der Druck der Gesellschaft. Die Anpassung. Normal sein. Nicht auffallen. Freunde. Familie. In einer Kombination, die erschüttert. Kann unsere Welt es wirklich schaffen, dass wir uns unserer eigenen Freiheit berauben und in einem Raum bleiben? Oder ist das Freiheit? Frage über Frage und diese Buch wirft viele Fragen auf, aber kann sie auch beantworten, obwohl man vielleicht besser dran wäre die Antwort nicht zu kennen. Sie schmerzt, weil sie wahr ist. Wahrheit ist nicht immer das Beste. Ein Buch über eine ungleiche Freundschaft zweier Menschen, die eine Geschichte teilen. Ein Buch über das Leben einer modernen und fortgeschrittenen Welt. Die Geschichte eines 20 jährigen, der die Welt sieht, doch sie nicht akzeptieren will. Wunderschön und traurig.

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  • Challenge: Literarische Weltreise 2016

    Euphoria

    Ginevra

        Liebe Lovelybookerinnen und –booker, habt Ihr Lust, im Jahr 2016 auf Weltreise zu gehen – literarisch gesehen? Dann begleitet mich durch 20 verschiedene Lese- Regionen! Die Aufgabe besteht darin... -  12 Bücher in einem Jahr zu lesen;-   Mindestens 10 verschiedene Regionen auszuwählen (zwei Regionen dürfen also doppelt vorkommen);-   Autor und/oder Schauplatz und/oder eine bzw. mehrere der Hauptfiguren müssen zu dieser Region passen.-   Bitte postet Eure Rezensionen und Beiträge bei den passenden Regionen;-   Auch Buchtipps ohne Rezension sind jederzeit willkommen;-   Am Ende des Jahres zählen Eure 12 Rezensionen - bis zu zwei Kurzmeinungen sind erlaubt!-   Eure Beiträge werde ich verlinken;-   Einstieg und Ausstieg sind natürlich jederzeit möglich;-   Genre und Erscheinungsjahr sind egal:-   Hörbücher, Graphic Novels, Biographien, Krimis, Literatur – bei dieser Challenge ist alles erlaubt!Gut geeignet sind z.B. die Bücher verschiedener Literaturpreise oder Empfehlungslisten (Booker- Preis, Preis des Nordischen Rats, ZEIT- Liste zur Neuen Weltliteratur, usw.).Diese Challenge eignet sich also auch hervorragend dazu, den SuB abzubauen, oder um andere Challenges damit zu kombinieren.Unter den TeilnehmerInnen, die die Challenge erfolgreich beenden, verlose ich am Ende des Jahres drei Bücher aus meinen Beständen - natürlich passend zum Thema!Ich freue mich sehr auf Eure Beiträge und werde zu jeder Region ein Unterthema erstellen, so dass es etwas übersichtlicher wird. Einige Tipps und Empfehlungen werde ich schon mal vorab anhängen - Ihr müsst davon natürlich nichts lesen. Dann wünsche ich uns allen...Bon voyage – Buon viaggio - Have a nice trip - Tenha uma boa viagem - Приятной поездкиСчастливого пути - ¡Qué tengas un buen viaje! -旅途愉快!- すばらしい旅行をなさって下さい。-Gute Reise! TeilnehmerInnen:abaAberRushAmayaRoseAriettaArizonaarunban-aislingeachBellastellaBellisPerennisBibliomaniablack_horseBonniereadsbooksBuchraettinBücherwurmBuchinaCaroasCode-between-linesConnyMc CorsicanaCosmoKramerDaniB83DieBertaDunkelblauElkeelmidiGelindeGinevraGingkoGruenentegstGwendolinahannelore259hexepankiInsider2199IraWirajasbrjeanne1302kopikrimielseKruemelGizmoleiraseleneleseratteneuleseleaLeonoraVonToffiefeelesebiene27leucoryxLexi216189lieberlesen21LibriHollylittleowllouella2209MaritaGrimkeMinnaMminorimiss_mesmerizedmozireadnaninkaNightflowerOannikiOrishapardenPetrisPMelittaMPostboteRyffysameaSchlehenfeeschokolokoserendipity3012Sikalsnowi81StefanieFreigerichtstefanie_skysursulapitschiSvanvitheTalathielTanyBeeTatjana89Thaliomeevielleser18wandablueWanderdueneWedmawerderanerWollywunderfitz

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  • Welche Bücher soll ich mir kaufen? Brauche Buchtipps!

    Daniliesing

    Hallo, ich tue mich aktuell sehr schwer mit meinen Büchern, die ich hier so habe und dabei sind das wirklich nicht wenig. Vielleicht brauche ich also mal was ganz neues, etwas, das mich wirklich überrascht und vielleicht nicht unbedingt das ist, was ich immer lese. Deshalb wollte ich euch nach Buchkauftipps fragen! Es wäre klasse, wenn ihr mir hier eure Lieblingsbücher nennt, die ich auf keinen Fall verpassen sollte. Es dürfen gern auch Geheimtipps sein, sowas mag ich ganz besonders :-) Es sind also solche Bücher gesucht, die euch richtig am Herzen liegen und die ihr am liebsten immer wieder empfehlen würdet. (Bitte keine Eigenwerbung von Autoren!) Wichtig dabei: ich sollte das Buch noch NICHT in meiner Bibliothek hier haben. Denn von den Büchern, die ihr mir hier empfehlt, möchte ich mir danach 3-5 kaufen und selbst schauen, wie ich sie finde. Natürlich werde ich berichten, für welche Bücher ich mich entscheide und hier verraten, wie sie mir gefallen haben. Jetzt bin ich ganz gespannt und dankbar für jeden Tipp! Eure Empfehlungen möchte ich bis einschließlich 18.5. sammeln und danach werde ich eine Entscheidung treffen und die Bücher kaufen. Dankeschön! Bisherige Vorschläge hänge ich mal an:

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    • 113
  • Geheimtipp

    Ich nannte ihn Krawatte

    Tree_Trunks

    14. October 2013 um 23:20

    Dieses Buch ist mir durch den ungewöhnlichen Titel aufgefallen und ist voll schöner Gedanken. Zwei Männer im Park, die beide aus dem Rahmen gefallen sind, entlocken sich gegenseitig ihre Lebensgeschichten und kehren Stück für Stück ihr Innerstes nach Außen. Auf der einen Seite: Ein junger Mann, der seinen Platz in der leistungsorientierten Gesellschaft Japans nicht finden kann und zum Aussteiger geworden ist. Auf der anderen Seite; Ein Mann in Krawatte und Anzug, der nur dem Anschein nach noch ein kleines Zahnrad im Getriebe eines großen Konzerns ist. Beide haben ein großes Geheimnis, große Schuldgefühle und so zarte, vielschichtige Charaktere, die die Autorin nach und nach entblättert. Sie tragen Verantwortung für ihre Mitmenschen, bedauern zurückliegende Fehlentscheidungen und freuen sich über die kleinen Glücksmomente. Milena Michiko Flasar erzählt nachdenklich und feinsinnig. Damit zeigt sie nicht nur zwei besondere Schicksale, die in den unbeachteten Nischen unserer schnellen Gesellschaft passieren. Sondern sie zeichnet ein Porträt der Mentalität in Industriestaaten. Ihr Erzählton ist ungewöhnlich und zeugt von einer intelligenten Beobachterin. Mein Geheimtipp und eines meiner Lieblingsbücher 2012, das völlig zu Recht für den Deutschen Buchpreis nominiert war.

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  • Mal etwas anderes... sehr gut

    Ich nannte ihn Krawatte

    Haserl

    07. August 2013 um 10:37

    Als ich anfing dieses Buch zu lesen, wusste ich nicht genau in welche Richtung ich tendieren soll...Die gesamten Sätze kamen mir abgehackt vor, sie bestanden manchmal nur aus 3 Worten, aber dennoch waren sie sehr Melodisch und fesselten mich.... Ich persönlich finde es ist eine ganz neue Art der Literatur... eine ganz andere Art zu schreiben... und als ich am Ende ankam war ich doch total erstaunt wie schnell ich es durchgelesen hatte. Milena Michiko Flasar Roman ist nie plakativ, sie bewegt sich eher in kleinen Schritten, wie die gesamte Sprache die sie verwendet, auf den Kernpunkt der eigentlichen Geschichte zu. Ich persönlich kann es nur empfehlen

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  • zu kurz und zum weinen

    Ich nannte ihn Krawatte

    Ein LovelyBooks-Nutzer

    22. June 2013 um 14:51

    Ich mag dieses Buch! Hiro hat sein Zimmer bereits seit Jahren nicht mehr verlassen. Eines Tages tut er es doch und trifft auf einen wesentlich älteren Mann, der ebenfalls nicht mehr weiter kann. Mit einem völlig Fremden lässt es sich leichter reden und Stück für Stück gestehen sie sich all die Dinge, an denen sie gescheitert sind. Ich hatte öfter einmal feuchte Augen und fand's doch ganz wunderschön!

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  • Rezension zu "Ich nannte ihn Krawatte" von Milena M Flasar

    Ich nannte ihn Krawatte

    nw0783

    31. January 2013 um 14:21

    Das Thema des Buches ist meiner Meinung nach Diskreminierung und der Ausstieg aus dem "System". Grundsätzlich fand ich es eher ein Buch das einen ein wenig "runterzieht" das einzig positive für mich war, mehr über Japan zu erfahren und bei einigen Dingen war ich wirklich überrascht. Dennoch würde ich es weiterempfehlen.

  • Rezension zu "Ich nannte ihn Krawatte" von Milena M Flasar

    Ich nannte ihn Krawatte

    Sarlascht

    26. December 2012 um 12:51

    Inhalt: Der junge Taguchi Hiro ist ein Hikikomori, jemand der sich von der Gesellschaft zurückzog und nur noch in seinem Zimmer blieb, ohne jemals Kontakt zur Außenwelt zu suchen. Ein weitverbreitetes Problem und Phänomen in Japan. Die zumeist Jugendlichen halten den Leistungsdruck nicht mehr statt und suchen die soziale Isolation. Jetzt als 20-jähriger lernt er sein Zimmer zu verlassen, sucht Zuflucht vor der lauten Welt in einem nahegelegenen Park. Ohara Tetsu ist ein 58-jähriger Firmenangestellter, der seine Arbeit verloren hat und es nicht wagt, es seiner Frau zu sagen. Jeden Tag verlässt er pünktlich das Haus, um für seine Frau die Illusion aufrechtzuerhalten, dass alles in Ordnung ist. Sein Weg führt ihn in den Park und somit ist der Anfang einer Geschichte geschrieben, die von zwei Menschen handelt, die aus der Norm gefallen sind und gemeinsam wieder Normalität schaffen. . Meine Meinung: Es war eher ein Zufall, dass mir dieses Buch in die Hand fiel, vermutlich hätte ich ohne Empfehlung niemals dazu gegriffen. Die Geschichte klingt simpel gestrickt: treffen sich zwei Japaner auf einer Parkbank und erzählen einander ihr Leben. Allerdings ist die Begegnung, wie sie zueinander finden, eine feine und filigrane Annäherung. Zuerst sind es nur Beobachtungen, nur langsam kommt es zu wirklichen Gesprächssituationen, doch wenn sie da sind, dann hat man das Gefühl, als würden sich Menschen unterhalten, die sich schon jahrelang kennen. Kein Geheimnis scheint zwischen ihnen zu stehen, vermutlich deshalb, weil beide das selbe Schicksal teilen, sie passen nicht wirklich in die japanische, leistungsorientierte Gesellschaft. Stehen abseits. Zuerst jeder für sich, doch dann miteinander. . Heute begreife ich, dass es unmöglich ist, jemanden nicht zu begegnen. Indem man da ist und atmet, begegnet man der ganzen Welt. Der unsichtbare Faden hat einen vom Augenblick der Geburt an mit dem anderen verbunden. Ihn zu kappen, dazu bedarf es mehr als nur eines Todes, und es nützt nichts, dagegen zu sein. Als er auftauchte, hatte ich keine Ahnung. (Seite 12) . In einem Wechsel erzählen die beiden Männer ihre Geschichten, geben einen kurzen Einblick in das eigene Leben, werden dadurch für den Leser mehr als nur facettenreich, nein, nach dem Lesen selbst hat man das Gefühl, beide wahrhaftig zu kennen. Eigentlich, eigentlich sitzt man zusammen mit ihnen auf der Parkbank, ist der stille Zuhörer, der beobachtet, wie die Verbindung der Zwei mit jedem Tag wächst. . Das Buch spielt in Japan, so werden auch viele japanische Ausdrücke eingebaut, was das Ganz nur irgendwie noch authentischer macht, wenn aber auch gesagt sei, dass die Geschichte im Prinzip überall spielen könnte, weil es in jedem Leistungssystem Menschen gibt, die durch das Raster fallen und sich als Ausgestoßene sehen. Zurück zu den Ausdrücken, es finden sich eine Menge in dem Buch vor, die allerdings im Anhang auch ihre Erklärung finden, bis es dem Leser irgendwie in Fleisch und Blut übergeht, man ein wenig selbst in Japan lebt. . Herauszuheben wäre die sprachliche Präzision, mit der das Buch geschrieben ist. Man könnte beinahe jeden Absatz anstreichen, so poetisch und wunderschön sind die Worte gewählt, die Gefühle verpackt. Die Faszination an diesem Buch liegt für mich zum großen Teil an dem Schreibstil, allerdings auch an den zwei Protagonisten, die man einfach nur ins Herz schließen kann. . Fazit: Es gibt diese kleinen Schätze auf dem Buchmarkt, die man einfach nur in sein Herz schließen kann. „Ich nannte ihn Krawatte“ ist eines dieser außergewöhnlichen Werke.

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