Milena Moser Das wahre Leben

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Inhaltsangabe zu „Das wahre Leben“ von Milena Moser

Erika und Nevada stecken in der Krise.
Erika muss mit fünfzig einsehen, dass ihr
Leben unerträglich geworden ist. Sie verlässt ihren untreuen Mann samt luxuriöser
Villa und zieht in eine Vorstadtsiedlung.
Nevada, 37, hat Multiple Sklerose und
lernt gerade, mit ihrer Krankheit zurechtzukommen – da wird sie von der großen
Liebe erwischt. Mit Witz und Herz führt
Milena Moser ihre Figuren durch die
Höhen und Tiefen des Lebens.

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  • Eine schöne, vielleicht an manchen Stellen zu schöne Geschichte

    Das wahre Leben

    WinfriedStanzick

    22. January 2014 um 12:32

        Der neue, packende und bewegende Roman von Milena Moser erzählt von zwei Frau, wie sie unterschiedlicher nicht sein könnten. Bevor sie sich kennenlernen, stecken sie aber beide mit Mitte Vierzig in einer veritablen Lebenskrise. Nevada hat gerade die erschütternde Diagnose bekommen, dass sie unter Multipler Sklerose leidet und sieht sich von einem auf den anderen Tag aus ihrem bisherigen Leben vertrieben. Dennoch gibt sie weiter ihren Yoga-Unterricht in einer einfachen Wohnblocksiedlung.   Dorthin ist Erika, die zweite Frau, mit ihrer schwergewichtigen Tochter Suleika gezogen. Mitten heraus aus einem privilegierten Leben in einer gehobenen Gesellschaft mit gut verdienendem Mann. Bei einem Fest für ihre angeblichen Freunde hat sie gemerkt, wie kaputt ihre Familie ist und wie elend ihr eigenes Leben. Sie beschließt etwas zu wagen, was Milena Moser im Buchtitel „Das wahre Leben“ nennt und zieht in eine Siedlung, die in Zürich als sozialer Brennpunkt bekannt ist. Immer die Sätze ihrer Bekannten Gerda im Ohr, einer erfolgreichen Architektin: „Eine Frau, die hierzulande zu wenig verdient, ist einfach selber schuld. Eine Frau, die verlassen wird, auch. Ich hab die Nase voll von den Weibern, die zu faul sind, um wirklich etwas zu leisten, und die sich dann beklagen, sie seien nicht wichtig!“   In einem Yogakurs von Suleika, den Nevada leitet, kommen sich die beiden unterschiedlichen Frauen näher. Sie erleben zum ersten Mal in ihrem Leben so etwas wie Freiheit, fühlen sich von der jeweils anderen verstanden. Und indem Erika zu sich findet, kann sie auch zu ihrer Tochter einen anderen Zugang finden.   Derweil hat Nevada den jungen Dante kennengelernt und sich ihn verliebt. Er leidet an einem Hirntumor. Doch als er erfährt, dass er vielleicht geheilt werden kann, hat sie Angst, ein  gesunder Dante werde eine kranke Nevada nicht mehr lieben können. Doch es kommt alles anders…     Milena Moser hat eine schöne, vielleicht an manchen Stellen zu schöne Geschichte geschrieben über zwei Frauen, die auf jeweils unterschiedliche Weise und mit gegenseitiger Hilfe aus ihrer schweren Lebenskrise herausfinden, einen neuen Sinn für ihr eigenes Leben entdecken und ihn  mit Mut und Zuversicht verfolgen.     Neben einer guten Unterhaltung kann die Lektüre des Buches vielleicht auch die eine oder den anderen ermutigen, eigene Lebenskrisen nicht mehr wegzudrücken, sondern sich mutig und aufrecht an ihre Lösungen zu wagen.    

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  • Milena Moser - Das wahre Leben - Frauenliteratur die wirklich unter Literatur einzuordenen ist

    Das wahre Leben

    thursdaynext

    15. January 2014 um 09:45

    Teamwork production by Bri & thursdaynext Yogalehrerin Nevada lebt nun schon einige Zeit mit der niederschmetternden Diagnose MS - schon kurz nach dem Erwachen beginnt der Kampf und die Herrschaft über ihren Körper, den sie jahrelang mit den schwierigsten Yogaübungen gedrillt, gestählt und kontrolliert hatte. War die Kontrolle zu viel des Guten? Erika, das Ex-Model, fühlt sich in ihrem Leben nicht richtig. Eigentlich war das schon immer so. Im Kindergarten nach ihrem Nachnamen gefragt, sagt sie, sie heiße Niitili - Nichts. Auch ihren späteren Modelnamen wählt sie so: Niita. Denn so fühlt sie sich. Wie ein Nichts, wie niemand. Immer nur darauf erpicht, zu gefallen, den Regeln zu entsprechen und sie richtig anzuwenden, vergisst sie, wer sie wirklich ist. Zwei Frauen, die irgendwie auf der Suche sind. Nevada sucht Nähe, Liebe - Erika hingegen will endlich frei sein, sie selbst. Frauen am Rande des Nervenzusammenbruchs? - Nein, einfach nur mitten im Leben. Beide, körperlich oder geistig versehrt, nutzen die Chance für einen Neuanfang. Werfen Ballast ab, müssen aber feststellen, dass sie diesen "Ballast" nicht einfach so loswerden. Milena Moser beschreibt hier das Wahre Leben. Das Leben einiger von der Gesellschaft schon in sehr jungen Jahren aussortierte junger Mädchen. Mädchen mit Migrationshintergrund, die zusätzlich zu ihren Problemen mit dem Erwachsenwerden, harten Lebensumständen und wenig Chancen, mangels Erziehung, auf Teilhabe und Aufnahme in die Gesellschaft schon zu scheitern drohen, bevor sie überhaupt erst leben konnten. Was Milena Moser dabei von vielen Lesern angekreidet wird, ist ihre angeblich oberflächliche Darstellung. Eine Meinung, die wir nicht teilen können. Vielmehr schafft die Autorin etwas ganz Schwieriges: sie zeigt alltägliche Menschen, die sie uns nur leicht verhüllt - wie in hauchdünnes Seidenpapier - präsentiert. Diese Verhüllung gibt immer wieder tiefe Blicke in deren Verletzbarkeit, Trauer und Angst und Hoffnungen frei. Sie sind nicht perfekt, das ist niemand, aber sie sind auf dem Weg. Als Gegenpol bietet sie uns etwas, was sie meisterlich beherrscht: sie zaubert Glücksmomente aus dem Nichts. Kaum greifbar sind sie, schwer zu benennen und doch ganz real. So real, dass sie animieren, das eigene Leben, die eigenen glücklichen Momente zu reflektieren und das kann man beileibe nicht als oberflächlich bezeichnen. Sie hat ein Händchen dafür, packend, mit liebevollem Humor und ohne Wertung zu erzählen. Ihre Figuren sprechen für sich, entwickeln sich, scheitern,  kämpfen. Alternative Lebensprojekte sind eines ihrer Themen. Menschen die aus ihrer Lebensbahn geworfen werden, sich aufrappeln und weitermachen. Und genau das macht den Reiz für uns aus. Denn das ist Frauenliteratur der tiefgründigen Art. Kunstvoll verzweigt und traumwandlerisch schlicht und sicher erzählt.Die Montagsmenschen im Real Life

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  • Die Montagsmenschen im Real Life

    Das wahre Leben

    Bri

    14. January 2014 um 20:15

    Eine Gemeinschaftsrezension von Thursdaynext und Bri Yogalehrerin Nevada lebt nun schon einige Zeit mit der niederschmetternden Diagnose MS - schon kurz nach dem Erwachen beginnt der Kampf und die Herrschaft über ihren Körper, den sie jahrelang mit den schwierigsten Yogaübungen gedrillt, gestählt und kontrolliert hatte. War die Kontrolle zu viel des Guten? Erika, das Ex-Model, fühlt sich in ihrem Leben nicht richtig. Eigentlich war das schon immer so. Im Kindergarten nach ihrem Nachnamen gefragt, sagt sie, sie heiße Niitili - Nichts. Auch ihren späteren Modelnamen wählt sie so: Niita. Denn so fühlt sie sich. Wie ein Nichts, wie niemand. Immer nur darauf erpicht, zu gefallen, den Regeln zu entsprechen und sie richtig anzuwenden, vergisst sie, wer sie wirklich ist. Zwei Frauen, die irgendwie auf der Suche sind. Nevada sucht Nähe, Liebe - Erika hingegen will endlich frei sein, sie selbst. Frauen am Rande des Nervenzusammenbruchs? - Nein, einfach nur mitten im Leben. Beide, körperlich oder geistig versehrt, nutzen die Chance für einen Neuanfang. Werfen Ballast ab, müssen aber feststellen, dass sie diesen "Ballast" nicht einfach so loswerden. Milena Moser beschreibt hier das Wahre Leben. Das Leben einiger von der Gesellschaft schon in sehr jungen Jahren aussortierte junger Mädchen. Mädchen mit Migrationshintergrund, die zusätzlich zu ihren Problemen mit dem Erwachsenwerden, harten Lebensumständen und wenig Chancen, mangels Erziehung, auf Teilhabe und Aufnahme in die Gesellschaft schon zu scheitern drohen, bevor sie überhaupt erst leben konnten. Was Milena Moser dabei von vielen Lesern angekreidet wird, ist ihre angeblich oberflächliche Darstellung. Eine Meinung, die wir nicht teilen können. Vielmehr schafft die Autorin etwas ganz Schwieriges: sie zeigt alltägliche Menschen, die sie uns nur leicht verhüllt - wie in hauchdünnes Seidenpapier - präsentiert. Diese Verhüllung gibt immer wieder tiefe Blicke in deren Verletzbarkeit, Trauer und Angst und Hoffnungen frei. Sie sind nicht perfekt, das ist niemand, aber sie sind auf dem Weg. Als Gegenpol bietet sie uns etwas, was sie meisterlich beherrscht: sie zaubert Glücksmomente aus dem Nichts. Kaum greifbar sind sie, schwer zu benennen und doch ganz real. So real, dass sie animieren, das eigene Leben, die eigenen glücklichen Momente zu reflektieren und das kann man beileibe nicht als oberflächlich bezeichnen. Sie hat ein Händchen dafür, packend, mit liebevollem Humor und ohne Wertung zu erzählen. Ihre Figuren sprechen für sich, entwickeln sich, scheitern,  kämpfen. Alternative Lebensprojekte sind eines ihrer Themen. Menschen die aus ihrer Lebensbahn geworfen werden, sich aufrappeln und weitermachen. Und genau das macht den Reiz für uns aus. Denn das ist Frauenliteratur der tiefgründigen Art. Kunstvoll verzweigt und traumwandlerisch schlicht und sicher erzählt.Die Montagsmenschen im Real Life

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  • Was vom Leben bleibt, wenn man die Masken ablegt

    Das wahre Leben

    cosima73

    01. September 2013 um 09:50

    Eine Siedlung in Zürich Seebach, ein Projekt des Miteinanders. Hier treffen problematische Jugendliche auf die an MS erkrankte Yogalehrerin Nevada, zu ihnen stösst Erika Keiner, eine sich als nichts und nichtig empfindende Frau aus gutem Hause, dem sie gerade den Rücken gekehrt hat, um ihr eigenes Leben zu finden. Doch Erika verlässt nicht nur ihren Mann Max – wobei sie nicht mal sicher weiss, ob sie ihn wirklich verlassen kann oder nur, wie er sagt, eine Auszeit nimmt –, sie verlässt auch Suleika, ihre Tochter, für die sie sich insgeheim schämt, zu der sie keinen Zugang mehr findet, weil diese ihn vielleicht nicht will und sich unter Fettschichten davor schützt.  Auch Nevada sucht ihr eigenes Leben, eine Möglichkeit, mit den ständig stärker werdenden Schmerzen umzugehen. Als sie sich in einem Projekt mit schwierigen Jugendlichen wiederfindet, merkt sie, dass sie nicht alleine steht mit ihrer Behinderung, dass nicht alle anderen gesund waren, nur sie krank. "Das wahre Leben" ist ein modernes Märchen über die Schwierigkeiten des Lebens und die wundersamen Heilkräfte, die es ertragbarer machen. Es ist ein Märchen, das von Menschen handelt, die kein alltägliches Leben führen, in denen man sich aber trotzdem wiedererkennt, weil sie mit denselben Ängsten und Gefühlen zu kämpfen haben, wie man selber. Es ist ein Märchen des möglichen Miteinanders in Siedlungen, in dem jeder seinen Platz hat und jedem geholfen wird, weil alle hinschauen und helfen wollen. Es ist ein Märchen von Menschen, die ihre Fehler haben und lernen, dass Fehler zum Menschsein dazugehört. Die Menschen sehen in Zürich Seebach, dass sie, wenn sie sich ihren Schwächen stellen, ihr Leben in die eigenen Hände nehmen und damit glücklich sein können. Das Leben ist nachher nicht rosarot und ohne Probleme, aber es ist ein „wahres Leben“, das sich durch diese Wahrheit gut anfühlt. "Das wahre Leben" erzählt eine Geschichte, bei der man sich beim Lesen wünscht, dass sie kein Märchen sei, sondern Realität. Man möchte die Koffer packen und in dieses Zürich Seebach ziehen, im Kopf hat man es lesenderweise bereits getan. Milena Moser ist ein Buch gelungen, das man nicht mehr aus der Hand legen mag, weil man tief und tiefer in die Geschichte eintauchen will. Es ist ein Buch, das man aber doch immer wieder beiseite legt, damit die Geschichte nicht zu schnell endet. Die Liebe, mit der Milena Moser ihre Figuren zeichnet, die feinfühlige Art, mit der sie aus deren Leben erzählt, lassen vor den Augen des Lesers eine Welt entstehen, die sich real anfühlt. Man ist geneigt zu sagen, dass hier eine Autorin zugange war, die ihr Handwerk versteht, die es vermag, Märchen zumindest für eine kurze Zeit real erscheinen zu lassen.  Fazit: Ein einnehmender, feinfühliger Roman, in den man eintaucht und nicht mehr auftauchen möchte. Sehr empfehlenswert. 

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