Möchtegern

von Milena Moser 
3,6 Sterne bei17 Bewertungen
Möchtegern
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Inhaltsangabe zu "Möchtegern"

Das Geschäft mit den Träumen

Das Schweizer Fernsehen sucht den Superstar – im Schreiben. Zehn Nachwuchstalente treten gegeneinander an. Die Jury besteht aus dem Verleger Wolfenberger, der auf einen Bestseller hofft, der Literaturkritikerin Michelle Schlüpfer sowie der Erzählerin Mimosa Mein. Nach ihren Erfolgen mit skandalträchtigen Romanen, hatte sich Mimosa aufs Land zurückgezogen. Jetzt, mit fast fünfzig, ist sie wieder mitten drin im Medienbetrieb und staunt ...

Buchdetails

Aktuelle Ausgabe
ISBN:9783423214162
Sprache:Deutsch
Ausgabe:Flexibler Einband
Umfang:464 Seiten
Verlag:dtv Verlagsgesellschaft
Erscheinungsdatum:01.01.2013
Das aktuelle Hörbuch ist am 19.02.2010 bei RADIOROPA Hörbuch erschienen.

Rezensionen und Bewertungen

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    Readandbeyourselfs avatar
    Readandbeyourselfvor 7 Jahren
    Rezension zu "Möchtegern" von Milena Moser

    Manchmal sind Schriftsteller komische Kauze. Sonderlinge, Einzelgänger, Neurotiker. Mimosa Mein ist nicht anders. Am liebsten ist sie halbnackt in ihrem Haus, mit dem Laptop auf dem Schoß, und einer Tasse Espresso. Sie geht ungerne vor die Tür, und vergisst Zeit und Raum. Normalerweise geht sie auch nicht ans Telefon.

    Bis zu einem Tag, als sie einen Anruf ihres Dönerlieferanten erwartet. Aber es ist ein Fernsehproduzent, der eine Show über Schriftsteller machen möchte – und in die Jury soll die ehemalige Schriftstellerin Mimosa Mein. Angeblich ist sie ein „Hasbeen“, ihre besten Tage sind also vorbei. Und ehe sie sich versieht, sagt Mimosa zu.

    Die Sendung „Wannabees“ (Möchtegern) beginnt, und findet reißenden Absatz in der Schweiz. Jeder kann schreiben, ist das Motto, und es kommt wahnsinnig gut an in der Öffentlichkeit. Mimosa findet in jedem der zehn Kandidaten, die in die sogenannte SchreibStatt ziehen dürfen, einen Schützling, ist von ihren Geschichten angetan.

    Aber gewinnen kann nur einer, doch irgendetwas stimmt mit der Siegerkandidatin Iris Hasenfratz nicht. Und der Schlagersänger Nico, der Mimosas Haut zu nahe kommt, hat scheinbar auch seine Finger im Spiel.

    Und jeder einzelne Kandidat hat seine Geschichte. Nicht nur die, die er schrieben möchte.

    „Möchtegern“ ist ein sehr nahegehendes Buch, wenn man selber schreiben möchte, oder es bereits tut. Nachdem ich kurz zuvor gerade erst „Stutenbiss“ von derselben Autorin gelesen hatte, fand ich leider wenig Neues zu Beginn. Die Geschichte um Mimosa Mein und die angehenden Schriftsteller entwickelte sich aber glücklicherweise in eine eigene Richtung.

    Mimosa Mein ist ein sehr komischer Mensch. Sie wird auch nicht sofort im Buch vorgestellt, das Augenmerk richtet sich erst auf ein paar wenige Menschen, mit denen man allerdings rein gar nichts anzufangen weiß. Sie werden so kurz hintereinander vorgestellt, dass man denkt, es geht zunächst um eine Schreibübung der Autorin. Oder es wären Kurzgeschichten. Oder ein paar Ideen von Mimosa Mein.

    Aber nach und nach verknüpfen sich alle Schicksale, alle einzelnen kleinen Geschichten. Nach und nach muss man sich immer von einigen wieder verabschieden, weil sie aus der Sendung oder aus Mimosas Blickfeld ausscheiden.

    Mich störte allerdings sehr die unglückliche Namensgebung der Autorin für ihre Figuren. Bei „Michelle Schlüpfer“ hätte man ja noch lachen können, wenn nicht die Alliterationen bei vielen Namen schon unangenehm angeschlagen hätten (allen voran Mimosa Mein, das auch noch an die Autorin erinnert). „Iris Hasenfratz“ und „HaGe Krieg“ (der sich unnennt in „George Frieden“) sind seltsam, finde ich. Ich mag wohlklingende Namen. Liegt vermutlich an der Schweizer Autorin. (dass ihre Romane beide in der Schweiz spielen, hat mir auch nicht sonderlich gepasst, aber begründen kann ich das nicht.)

    Erneut möchte ich den Vergleich mit „Stutenbiss“ ziehen (bei dem es übrigens auch Namen mit gleichbeginnenden Buchstaben gab…). Leider entwickelt sich die Hauptfigur Mimosa auch nicht sonderlich (wie eine der Hauptfiguren in „Stutenbiss“), nur die Schreibkandidaten machen ihren eigenen Wandel. Mimosa lernt schlecht aus ihren Fehlern. Aber vielleicht soll das auch so.

    Für mich hatte ich das Gefühl, am Ende des Buches fast wieder am Anfang angekommen zu sein. Es gab immer noch keinen Mann in Mimosas Leben, und noch immer keine fertige Geschichte (wenn sie auch in Arbeit war – diesmal produktiver).

    Insgesamt habe ich mich als Möchtegern-Schriftstellerin bei John Irvings „Garp“ mehr wiedergefunden als in dem konfusen, zeitlosen Empfinden von Mimosa Mein in „Möchtegern“. Die kleinen Schreibübungen, die es nach fast jedem Kapitel für den Leser gibt, sind ganz witzig (ich habe sie allerdings einfach überlesen).

    Von Milena Moser werde ich wohl nichts mehr lesen. Ich vergebe nur einen von fünf Sternen.

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    Jaris avatar
    Jarivor 8 Jahren
    Rezension zu "Möchtegern" von Milena Moser

    Inhalt:

    Mimosa Mein sagte ja, weil sie nicht schlafen konnte. Damit fing es an. Man nannte sie einen Hasbeen und ob sie nicht in einer Fernsehshow mitwirken wolle. "SchreibStar" heisst die Sendung. Die Schweiz sucht den SchreibStar, einen Autoren, gecastet im Fernsehen, vor den Augen der gesamten Schweiz. Mimosa sagte ja, weil sie nicht hatte schlafen können.
    Und plötzlich findet sich die eigenbrötlerische Mimosa inmitten fremder und nicht ganz so fremder Leute wieder, die alle nur eins wollen: Schreiben.
    Mimosa wird in das Geflecht von Büchern, vorprogrammierten Sendungen und Schlagzeilen hineingezogen. Sie wird mit ihrer Vergangenheit konfrontiert und mit der der Teilnehmer, die zwar alle unterschiedlicher nicht sein könnten, aber dennoch alle nur eines wollen: Ein Buch veröffentlichen.
    Und so unterschiedlich ihre Motivation beim SchreibStar mitzumachen, so unterschiedlich sind ihre Geschichten und das, was noch aus ihnen werden soll.

    Meine Meinung:

    Ja, ich tue mich schwer, mit meinen Landsleuten, ihrem Schreibstil und ihren Geschichten. Umso verblüffter war ich, als ich feststellte, dass mir Milena Mosers "Möchtegern" überaus gut gefallen hat. Ich hatte sie mehr als "Frauenautorin" im Kopf, deshalb überraschte mich dieses ernsthafte, tiefgründige Buch und seine selbstbestimmte Protagonistin, die mich manchmal an eine ältere Version von mir selbst denken liess.

    Mimosa Mein ist keine einfache Hauptperson. Man muss sie verstehen lernen, ihr Denken, ihr zwiegespaltenes Verhalten. Doch sobald man sich mit ihr arrangiert hat, schliesst man sie ins Herz. Diese Frau, die nichts Schlechtes an den Wechseljahren sieht, die ihre Schützlinge "Pelztierchen" nennt und das Bett lieber mit einem Buch als mit einem Mann teilt.
    Ebenso interessant sind jedoch die anderen Charaktere, die man in diesem Buch trifft. Die Hausfrau, der niemand die Autorin abnimmt, der Bergler mit der Handorgel oder der schwule Schönling, der vor seiner dominanten Mutter flüchten will. Sie alle haben ihre eigene Geschichte, mal mehr, mal weniger aufregend, aber immer interessant zu lesen. Vor allem auch zum Mitfühlen. Denn kennen wir uns mit ihren Problemen selbst nicht auch gut aus? Schönheit, Familie, Kinder, Träume, Arbeit, Geld, treibt sie um, doch alle haben sie denselben Traum, um den sie kämpfen: Sie wollen ein Buch veröffentlichen. Sich Autor nennen dürfen.

    "Möchtegern" ist keine Lektüre, für zwischendurch. Man muss sich auf die Personen, die Geschehnisse konzentrieren. Oft auch blättern, da man sich nicht immer an die Personen erinnern kann, was eindeutig ein Minuspunkt ist. Jedoch legt sich das mit der Zeit, da man die Charaktere besser kennenlernt.
    Auch die Sprache ist besonders. Dem Buch angepasst, tiefgründig und sensibel. Die Gefühle sind zum Greifen nah. Jedoch hätte die Autorin vor allem gegen Ende etwas mehr Energie und Kraft in ihre Sprache legen können, um den spannenden Höhepunkt zu unterstreichen. Aber vielleicht wollte sie das gar nicht.

    Milena Moser ist mit dem Büchergeschäft bestens vertraut und kennt sich darin aus. Doch erhält man in diesem Buch auch einen ehrlichen Einblick in die Filmbranche. Wie manche gepusht werden, während man andere fallen lässt. Wie man um Einschaltquoten kämpft und die Meinung des Einen nichts zählt.
    Auch der Aufbau des Buches ist interessant gestaltet. Man wechselt die Perspektiven relativ oft, wechselt von Sendung zu Privatem und zurück, ohne dass es zu anstrengend wird. Jedoch hätte ich gerne noch die eine oder andere Geschichte gelesen, die die Personen im Buch produziert haben.
    Im Übrigen regt das Buch sehr zum Selberschreiben an, was nicht nur an den eingeschobenen Anregungen liegt. Zudem bereit einen das Buch auch noch auf die Menopause vor...

    Und auch wenn einen den Schreibstil ab und zu etwas anödet und eintönig wird, hält sich das dennoch nie lange, denn die Geschichte ist so intensiv erzählt, dass man sich schon bald wieder im Buch wiederfindet und weiterliest.

    Für alle, die sich für das Schreiben und einen Blick hinter die Kulissen interessieren, ist das Buch eine interessante Lektüre, ebenso für alle, die gerne Lebensgeschichten von Personen lesen. Und vor allem jene, die einen eigenen, aber bestimmten Schreibstil schätzen, sollten auch mal einen Blick in das Buch werfen.

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    mitas avatar
    mitavor 8 Jahren
    Rezension zu "Möchtegern" von Milena Moser

    "Sie wollten alle dasselbe.... "

    Nur eine Nacht konnte Mimosa Mein nicht schlafen, eine endlos lange Nacht und schon nimmt sie ausnahmsweise das Telefon ab und zur Krönung des Ganzen, sagt sie auch noch ja. Und schon ist sie für das Schweizer Fernsehen verpflichtet. Für SchreibStar. Nicht etwa als Teilnehmerin, nein ihr Platz ist in der Jury.

    Mit siebzehn veröffentlichte sie ihr erstes Buch, das vor allem wegen den äusserst anzüglicher Stellen, ein Bestseller wurde. Dass es nicht autobiografisch, sie sogar noch Jungfrau war, durfte sie niemand verraten. Die nötigen Intimkenntnisse hatte sie sich aus medizinischen Werken aus der Stadtbücherei und aus etlichen Herrenmagazinen abgeschrieben.

    Und dann rücken sie an, die Möchtegerns ...

    Vierzig Wannabes werden von der Kritikerin Michelle Schlüpfer, dem Verleger Wolfensberger und der Hasbeen Mimosa Mein beurteilt. Zehn Finalisten werden auserkoren für einen Aufenthalt in der Schreibfabrik, in ihr Leben auf Schritt und Tritt von Kameras dokumentiert,- besser gesagt aufs Genaueste beobachtet werden.

    Jeder Wannabe umgibt sein eigenes Schicksal, das ihn zum Schreiben treibt, das nach und nach im Roman ans Licht kommt. Am Anfang wird es deshalb stellenweise unübersichtlich. Vor allem jedoch erzählt uns Mimosa ihre eigene Lebensgeschichte, die natürlich auch eine Geschichte der Literaturszene ist und die kennt die Autorin bestens – und kann sie auf sehr witzige, oft auch bösartige Weise wiedergeben.

    Milena Moser hat einen wunderbaren Roman über Medien und Hypen geschrieben, darüber, wie Kritiker Autorinnen festlegen und auch darüber, wie Fernsehen gemacht wird. Denn die Siegerin wurde schon am Anfang ausgewählt. Eine junge, hübsche Frau, versteht sich. Doch dann kommt doch alles ganz anders, als geplant...

    Mit den Geschichten ihrer Möchtegerns, findet Mimosa zum Schreiben zurück. Sie schreibt über alles, alles was sie miterlebt. Und so ist das Ende des Buches gleichermassen der Anfang...

    "Sie wollten alle dasselbe.... "

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    Carosternchens avatar
    Carosternchenvor 9 Jahren
    Rezension zu "Möchtegern" von Milena Moser

    Wieder ein Buch, das ich nach 2 Kapiteln zur Seite gelegt habe. Vielleicht gebe ich ihm noch eine Chance ... aber am Ende eines Kapitels, z.b. wenn die Hauptdarstellerin eine schlaflose Nacht hat, aus der Geschichte gerissen zu werden, um eine Seite selber zu schreiben "beschreiben Sie eine schlaflose Nacht" sorgt bei mir nicht gerade dafür, dass ich bei dem Buch wissen will, wie es weitergeht.

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    Daniela6s avatar
    Daniela6vor einem Jahr
    aseras avatar
    aseravor 5 Jahren
    sunlights avatar
    sunlightvor 6 Jahren
    Ein LovelyBooks-Nutzervor 6 Jahren
    Ein LovelyBooks-Nutzervor 7 Jahren
    Textravaganzas avatar
    Textravaganzavor 7 Jahren

    Gespräche aus der Community zum Buch

    Neu
    L
    Hallo Frau Moser, wenn Sie selber Ihr Buch Möchtegern in einem Buchladen platzieren dürften, auf welcher Ausstellungsfläche wäre das: Frauenbuchtisch, Literaturtisch, freche junge Literatur, oder wünschen Sie sich einen ganz anderen Tisch? Und wo finden Sie Ihr Buch in der Realität. Grüße Sandra Zimmermann
    Zum Thema
    miadonnas avatar
    guten morgen frau moser, ich muss gestehen, ich habe gedacht, dass sie wirklich eine castingshow für kommende autoren begleiten. nun hatte ich ihr buch möchtegern in der hand und habe gemerkt, dass das der inhalt ihres neuen buches ist. war das eine pr-aktion für ihr buch und die verwechslung beabsichtigt?
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