Milena Moser Montagsmenschen

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Inhaltsangabe zu „Montagsmenschen“ von Milena Moser

»Sie stand im Hund, und fiel auf die Schnauze«Das Leben hält für Nevada, die sechsunddreißigjährige Yogalehrerin aus Leidenschaft, ein paar ungute Überraschungen parat. Während einer Yogastunde lässt ihr trainierter Körper sie plötzlich im Stich. Die vernichtende Diagnose: Multiple Sklerose. Um zu überleben, muss sie nicht nur der Krankheit den Kampf ansagen, sondern auch mit ihrer Vergangenheit abrechnen. Eine schwierige Zeit beginnt, auch für Nevadas treuste Schüler, die jeden Montag zu ihr in den Yogaunterricht kommen.

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  • Leider nicht mein Fall – nach 105 Seiten abgebrochen

    Montagsmenschen
    peedee

    peedee

    15. June 2016 um 18:28

    Nevadas trainierter Körper, der von jeher ihr Kapital war, sei es als Balletttänzerin oder nun als Yogalehrerin, arbeitet plötzlich gegen sie: „Sie stand im Hund, und fiel auf die Schnauze“ – er streikt. Auch einige ihrer Schüler des Montagskurses haben zu kämpfen – mit ganz unterschiedlichen Gegnern… Erster Eindruck: Das Cover mit dem alten Holzfensterladen und der ausgesägten Yoga machenden Person gefällt mir ganz gut. Von Milena Moser kenne ich bereits „Die Putzfraueninsel“, was ich irgendwie eigenartig, aber immerhin noch unterhaltsam fand (2 Sterne) sowie „Gebrochene Herzen oder Mein erster bis elfter Mord“ (leider gar nicht mein Fall, nur 1 Stern). Dann habe ich bewusst eine Milena-Moser-Pause gemacht. Anschliessend habe ich „Das Glück sieht immer anders aus“ gelesen – dies hat mir gut gefallen (3 Sterne), ist aber als Biografie nicht mit den Romanen zu vergleichen. Nun war also das Buch „Die Montagsmenschen“ dran. Es hat verschiedene Protagonisten, die sich alle im gleichen Yoga-Kurs befinden: - Nevada, die 34- oder 36-jährige Yogalehrerin (im Klappentext ist sie 34 Jahre alt, auf Seite 11 dann 36 Jahre…), hat neuerdings starke Schmerzen; - Ted, der 39-jährige Lehrer mit Exfrau und einer 6-jährigen Tochter „leidet“ unter zu vielen Frauen um sich herum; - Poppy, die im Archiv einer Lokalzeitung arbeitet und oft vom Leben überfordert ist; - Marie, die Ärztin, deren Mann ein mittlerweile arbeitsloser Schauspieler mit 13-jähriger Tochter ist. Soweit, so gut. Nur leider fesseln mich die einzelnen Geschichten so gar nicht. Normalerweise hat ein Buch 50 Seiten lang Zeit, mich zu faszinieren – ansonsten kommt es weg. Bei längeren Büchern gebe ich dem Werk eine Chance von 100 Seiten. Worauf will ich hinaus? Ich kam bis Seite 105 und stelle fest, dass ich nichts Interessantes erfahren habe. Da ich das Buch somit abbreche, kann ich hier schweren Herzens nur 1 Stern vergeben. Ganz offenbar ist der Schreibstil der Autorin nicht mein Fall. Die noch in meinem Regal verbleibenden Bücher „Stutenbiss“ und „Möchtegern“ werde ich nicht mehr lesen und somit weitergeben. Schade.

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  • Rezension zu "Montagsmenschen" von Milena Moser

    Montagsmenschen
    Zuellig

    Zuellig

    04. December 2012 um 09:42

    Nevada ist Yogalehrerin (ehemalige Balletttänzerin) und erkrankt an einer unheilbaren Nervenkrankheit, was ihre ganze Welt ins Wanken bringt. Poppy ist eine ihrer Schülerinnen, die nichts "richtig" auf die Reihe kriegt und nur in ihrem Leben herumstolpert. Marie, eine weitere Schülerin, ist eine Ärztin, die einmal "die glücklichste Frau der Schweiz" war, weil sie einen allseits angehimmelten Schauspieler aus der Cervelatprominenz heiratete. Ted schliesslich, blutiger Yogaanfänger, von Frauen verfolgter Primarlehrer, der eigentlich nur für seine Tochter sorgen möchte, ist die vierte Hauptfigur. Die Vergangenheit jeder einzelnen Figur wird minutiös, farbig und überzeugend dargestellt, so dass das Hier und Jetzt jedes und jeder Einzelnen in seiner ganzen Tragik, Banalität und Vielschichtigkeit zutage tritt. Die Wege der vier kreuzen sich, gehen wieder auseinander und treffen sich - einen Mord und viele persönliche Katastrophen und Irrtümer später - schliesslich wieder dort, wo der Roman angefangen hat: In einer Yogastunde. Insgesamt hat mir der Roman gut gefallen. Die Autorin ist eine sehr genaue Beobachterin. Ihre Sprache ist treffend, witzig und lässt durchschimmern, dass sie die Menschen mit all ihren Unzulänglichkeiten liebt und sich nicht scheut, die Dinge beim Namen zu nennen. Nevada, Poppy und Ted haben mich als Figuren überzeugt. Ganz eindrücklich fand ich die Beschreibung, was die Einnahme von 10mg Ritalin bei Poppy auslöste (der von einem Stein beschwerte Blätterhaufen). Mit Marie hatte ich mehr Mühe. Vielleicht liegt es daran, dass sie (in meinen Augen) den leichtesten Rucksack von allen mit sich herumträgt. In ihrer Geschichte fand ich weniger Tiefe und Tragik als bei den anderen und die Szene im Haus der "Frau mit den toten Augen" war zu klischehaft. Dies war zwar von der Autorin so beabsichtigt (à la Vorstadtklinik), gefallen oder überzeugt hat es mich trotzdem nicht. Ich mag Happy-Ends, deshalb mag ich auch das Ende des Buches, wobei ich sehr gerne wissen würde, ob es in der Schweiz irgendwo ein Vorbild für die am Schluss beschriebene Siedlung gibt.

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  • Rezension zu "Montagsmenschen" von Milena Moser

    Montagsmenschen
    Bri

    Bri

    12. November 2012 um 22:03

    „ Alles Leiden beruht auf einem Missverständnis: Das Wahrgenommene mit dem Wahrnehmenden gleichzusetzen.“ Pantanjali Yoga Sutra 2.17 Nevada ist Yogalehrerin – hart, fordernd, ihre Schüler lieben die schweißtreibenden Stunden eben deswegen. Hier wird nicht lange philosophiert, sondern praktiziert. Sie selbst hält es mit der eigenen Yogapraxis ebenso. Yoga – der Zustand – kann erreicht werden durch Glauben oder durch ständiges, unnachgiebiges Üben. Nevada geht den Weg des ständigen Übens. Zunächst. Marie ist Ärztin im Kantonsspital, verheiratet mit einem Schauspieler, der für seine Rolle in einer Seifenoper im Spital recherchiert und sich dabei in Marie verliebt hat. Sie verkörpert Unabhängigkeit, Zielstrebigkeit und Kraft und zieht in Nevadas Montagskurs vor allem Teds Blicke auf sich. Ted ist einer der wenigen Männer in Nevadas Kurs. Auffallend viele Frauen praktizieren Yoga und Ted ist meist von ihnen umgeben. Teds Leben ist gekennzeichnet von einem gewissen Frauenüberschuss, nicht zu seinem Vergnügen. Als Sohn einer früh emanzipierten Mutter wuchs er fast nur mit Mädchen auf und wurde so etwas wie ein Womanizer, ohne es darauf anzulegen. Der Typ Frau, auf den er normalerweise abonniert ist, steht im krassen Gegenteil zu Maries Ausstrahlung. Und dann ist da noch Poppy – deren Aura wild zuckend und bunt jeden Montag an der selben Stelle im Raum, links vorne, auf der eigenen Yogamatte Nevadas Aufmerksamkeit erregt. Poppy braucht Struktur, Klarheit und ihre komplette Aufmerksamkeit, um nicht gleich vom Beginn der Stunde die Übungsreihenfolge zu variieren und ihrem eigenen Flow zu folgen. Zusammen sind die vier die Montagsmenschen, die Milena Mosers klugem Roman den Titel verleihen. Montagsmenschen – der Begriff ist wie vieles im Leben oder besser in der Sprache doppeldeutig belegt. Zunächst beschreibt der Begriff erst einmal die Tatsache, dass sich die vier jeden Montag zur selben Zeit am selben Ort treffen, um in den Zustand des Yoga zu finden. Andererseits sind die Montagsmenschen einfach Menschen, die nicht in gewisse Normen passen, mit kleinen Macken versehen – wie wir alle. Und genau das macht es so leicht, Nevada, Marie, Ted und Poppy die Tür zu öffnen und in das eigene Leben zu lassen. Der Wermutstropfen bei liebgewonnen Figuren wird auch hier nicht ausbleiben – nach Beendigung des Romans braucht man ein ganzes Weilchen, um zu merken, wie sehr man sich an die vier gewöhnt hat. Aber auch das lernt man in diesem Buch: Loslassen ist die Lektion des Lebens. Viele Lektionen erhält man von Milena Moser, die selbst seit Jahren praktizierende Yogini ist, nicht zur zu dem eigentlichen Sinn von Yoga, was tatsächlich den Zustand des Einswerdens mit dem Göttlichen, der Schöpfung und den Weg dorthin bezeichnet, der auf ganz unterschiedliche Weise beschritten werden kann. Ganz plastisch wird das mit den vier Hauptprotagonisten des Romans, die in jedem Kapitel des in drei Teile gegliederten Buches, einen eigenen Abschnitt zugewiesen bekommen. Jedem Kapitel ist ein Patanjali Yoga Sutra ( nach TKV Desikachar und von Milena Moser in eigene Worte gefasst) vorangestellt, das das Kapitel auf das Allerbeste vorab beleuchtet und zusammenfasst. Anfänglich erinnert die Struktur des Romans ein wenig an „Sonnengruß für Regentage“ erinnert – den Roman der Amerikanerin Zoe Fishman. Gleiches Sujet, gleiche Struktur – aber bei weitem weniger gut ausgefeilt, überdacht und erarbeitet. Praktisch nicht vergleichbar. Meine erste Lesehemmung durch diese Analogien konnte ich glücklicherweise und nicht zuletzt wegen des überzeugenden Schreibstils Milena Mosers rasch überwinden. „ Die Handlungen der Yogi sind weder schwarz noch weiß und auch nicht schwarz-weiß wie die der anderen.“ Patanjali Yoga Sutra 4.7 Wer also gerne in vier alltägliche und dennoch außergewöhnliche Leben eintauchen, etwas über Yoga erfahren und einen Roman lesen möchte, der kunstvoll strukturiert ist, ohne dass man es ihm anmerkt, dem sei nachdrücklichst angeraten, sich diese warmherzige, kluge und tröstliche Geschichte gleich morgen in der Buchhandlung des Vertrauens einpacken lassen. Ich verlasse mich auf Sie!

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  • Rezension zu "Montagsmenschen" von Milena Moser

    Montagsmenschen
    thursdaynext

    thursdaynext

    18. September 2012 um 17:54

    Yoga dem Menschen anpassen Diese Erkenntnis wurde hart errungen. Die Menschen in Montagsmenschen ringen alle hart. Mit ihrem Leben, dessen Umstände es ihnen schwer machen, mit ihren Bedürfnissen, ihren Leiden, ihren Träumen und Hoffnungen. Milena Moser gewährt Einblicke in das Leben ins Yoga und die Befindlichkeiten ihrer Protagonisten, deren Leben ins Ungleichgewicht geraten ist, sei es aufgrund früher Kindheitserlebnisse oder sich immer wiederholender negativer Beziehungsmuster. Die "Esoterikkrücke" wird kritisch durchleuchtet. Gewiss ist, dass es nicht hilft sich dogmatisch einem Guru oder sonstigen Dogmas anzuschliessen. Das eigene Denken und Handeln bestimmt die Lebensqualität. Man muss Yoga nicht kennen um dieses Buch zu geniessen , aber etwas von Milena Mosers hintersinnigem Humor geht durch völlige Unkenntnis wohl verloren. Es bleibt aber noch genug übrig um sich zu amüsieren, ins Grübeln zu kommen und die detailiert ausgefeilten Lebensgeschichten zu goutieren. Die “Montagsmenschen“ kämpfen, für sich, für andere und das was ihnen wichtig ist. Ob es nun Vaterschaft und die damit verbundene Liebe und Verantwortung ist, Freundschaft, Liebe, Beruf, Krankheit, psychisches Leiden. Sie müssen sich diesem „Lebenskampf“ stellen. „Du bist mein Freund...... Du quälst dich dermassen mit den Weibern, dass es nicht zum zuschauen ist. Und da soll ich dir noch ständig vorhalten, was dir entgeht? Was wahre Liebe ist ? Da tu ich doch lieber so, als würdest du nichts verpassen. Oder als beneide ich dich noch um deinen traurigen Zustand. Das nennt man Freundschaft . Buddy. Denn wer das nicht tut hat ihn schon verloren....... Yoga kann dabei hilfeich sein, kann aber auch völlig verblenden. All das und noch viel mehr wird in Milena Mosers vielschichtigem Roman amüsant und zugleich tragisch mit einer fluffigen Leichtigkeit transportiert und macht ihn zum Lesevergnügen und für mich absoluten Pageturner .

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  • Rezension zu "Montagsmenschen" von Milena Moser

    Montagsmenschen
    Bibliophil

    Bibliophil

    31. May 2012 um 20:16

    Der neuste Roman von Milena Moser dreht sich um eine Yogaschule. Das heisst jedoch nicht, dass man von Yoga eine Ahnung haben muss, die Geschichte amüsiert und unterhält den Leser auch so bestens. Nevada ist Yoga-Lehrerin. Seit kurzem plagen sie diffuse Schmerzen, vor allem in den Handgelenken. Auch die Beine und Füsse lassen sie öfters im Stich und bewegen sich nicht so wie sie will. Irritiert versucht sie diese unheilvollen Zeichen einer vielleicht ernsten Erkrankung zu verdrängen und trainiert umso härter Yoga. Bis sie im Yoga-Unterricht zusammenbricht. Marie, eine Schülerin von Nevada, bringt sie in die Notfallstation des Kantonspitals. Sie selbst arbeitet dort als Ärztin. Marie, die glücklichste Frau der Schweiz. Schliesslich ist sie mit dem gutaussehenden Schauspieler Gion verheiratet. Trotzdem ist Marie ganz und gar nicht glücklich und zögert nach der Arbeit jeweils das Nachhause gehen möglichst lange hinaus. Denn die Stimmung zu Hause ist gar nicht gut, seit Gion arbeitslos ist und den ganzen Tag mit Nichtstun verbringt. Und seine pubertierende Tochter aus erster Ehe, die beschlossen hat von nun an bei ihrem Vater zu leben, verbessert die Atmosphäre zu Hause auch nicht. Im Gegenteil. Und jetzt plötzlich will Gion mit ihr zusammen ins Yoga gehen. Eigentlich sollte Marie sich darüber freuen, was ihr aber gar nicht gelingt. Ted, geschieden, eine Tochter, hat einen Gutschein für eine Gratis-Yogastunde. Zögernd, aber interessiert besucht er eine Stunde. Schliesslich sind da vor allem Frauen, also eine gute Möglichkeit eine davon kennen zu lernen. Mit den Frauen kommt Ted nicht so richtig klar. Das mag daran liegen, dass er seine Kindheit zum grössten Teil in einer reinen Frauen-WG verbrachte, wo er von der „Frauen-Power“ manchmal fast zerdrückt wurde und er sich nach einer männlichen Bezugsperson gesehnt hatte. Und da wäre noch Poppy. Auch sie ist geschieden, ihre zwei Söhne wohnen bei ihrem Vater. Was auch besser ist. Denn die Stiefmutter ihrer Söhne hat das Alltagsleben absolut im Griff. Während Poppy überhaupt nichts auf die Reihe kriegt. Nicht die einfachsten Dinge. Als ein Mord geschieht, geht sie, um ihre grosse Liebe zu schützen freiwillig ins Gefängnis. Ihr gefällt das Gefängnisleben, hier ist alles so schön geregelt, alles ist hier viel einfacher als im realen Leben. Ich lese jeden neuen Roman von Milena Moser. Weil ich weiss, dass ihre Heldinnen in ihren Geschichten einem immer so ans Herz wachsen. Das ist auch in diesem Roman so. Das Lesen der Geschichte macht Spass und man leidet oder freut sich mit den Protagonisten. An manchen Stellen in der Geschichte wurden mir aber zu viele Yoga-Weisheiten serviert. Ich überflog sie einfach und sie verdarben mir das Lesevergnügen bei weitem nicht.

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  • Rezension zu "Montagsmenschen" von Milena Moser

    Montagsmenschen
    bücherelfe

    bücherelfe

    14. April 2012 um 15:58

    Vorab: Mit Yoga habe ich nichts am Hut. Vor der Lektüre der Montagsmenschen nicht und auch danach nicht. Das aber hat dem Lesevergnügen keinerlei Abbruch getan. Mit den Montagsmenschen hat Milena Moser bei mir voll ins Schwarze getroffen. Ihr Schreibstil erinnert mich stark an Marian Keyes, meine ganz persönliche Queen der Tragikkomödie. Aber erst einmal zum Inhalt: Milena Moser rückt dem Montagskurs der Yoga-Lehrerin, Nevada, zu Leibe. Nevada, vegan, diszipliniert und überzeugt davon, dass sie ihre Schüler und Schülerinnen nur dann optimal betreuen kann, wenn sie selber die Stärke in Person ist, schwächelt. Ihr seit Kindheit gestählter - oder auch geplagter - Körper will einfach nicht mehr. Nevada und ihre Schülerinnen und Schüler lernen wir nicht nur kennen sondern sie scheinen tatsächlich aus dem Buch zu klettern und sich breit zu machen. Da ist Marie. Ärztin und im wahren (Montagsmenschen-)Leben die zweite Ehefrau eines Soap-Stars auf absteigendem Ast. Sie ist sich nicht mehr sicher, ob Gion wirklich eine gute Wahl war. Ganz abgesehen davon verhält sich seine pubertierende Tochter ganz einfach grässlich. Da ist Poppy, gescheiterte Ehefrau und Mutter zweiter Söhne, die bei ihrem Ex-Mann leben. Scheinbar glasklar eine Rabenmutter. Dass sie beruflich auf einem Abstellgleis steht, macht ihr Leben nicht wirklich runder. Und da ist Ted, Grundschullehrer und Wochenend-Papa, der von der Mutter seiner kleinen Prinzessin mal eben vor die Tatsache gestellt wird, dass sie beruflich ins Ausland geht und ihm gnädigst die Tochter überlässt. Milena Moser schreibt herrlich unterhaltsam und ist doch nicht einfach nur unterhaltend. Sie kriegt den Kunstgriff hin, dass ihre Protagonisten ans Herz wachsen. Sie kriegt es hin, dass ich langsam lese um bloss nicht das kleinste Fitzelchen zu verpassen. Und sie kriegt es hin, dass Marian Keyes ein klein wenig zur Seite rücken muss um Platz zu machen für eine zweite Queen der Tragikkomödie. In einem Radiointerview hat Milena Moser gesagt, dass eine der Protagonistinnen sie noch nicht losgelassen hat. Dass aus ihr vielleicht eine weitere Geschichte gesponnen wird. Also bitte, spinnen Sie weiter, Milena Moser. Ich warte; nicht geduldig, aber ich warte! Fazit: Lesen!

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  • Rezension zu "Montagsmenschen" von Milena Moser

    Montagsmenschen
    Malibu

    Malibu

    18. March 2012 um 21:45

    Immer montags findet der Kurs im Yoga statt mit Nevada. Sie hat drei treue Kunden, die immer ihren Kurs besuchen, doch jeder dieser, einschließlich der Kursleiterin, haben ihre Probleme. Diese hat ihrem Körper immer viel zugemutet und bekommt vom Arzt nun eine unheilvolle Diagnose. Auch ihre Schüler haben zu kämpfen – eine ist vom Alltag überfordert und weiß nicht, wie sie ihm entkommen soll, einer anderen droht, die Ehe in die Brüche zu gehen und dem anderen wird es mit Frauen zuviel, ist dieser doch in einem reinen Frauenhaushalt aufgewachsen. Alle hoffen sie, dass Yoga ihre innere Ruhe ist und ihr Leben wieder auf den Punkt bringt. Anders wie auf dem Klappentext geschrieben, geht es hier nicht nur um drei Personen. Im Eigentlichen sind es vier und noch mehr, da es auch um deren Umfeld geht. Sei da Poppy, die gar nichts auf die Reihe bekommt und ihrer verlorenen Liebe hinterher trauert – es scheint zu klappen und dann doch wieder nicht. Oder Marie – die erfolgreiche Ärztin, die einen Schauspieler zum Mann hat. Jeder würde hier denken, was für eine Glückliche! Doch bei Weitem gefehlt, auch sie hat ihr Päckchen zu tragen. Ted hat ein Problem mit Frauen, das sich in den Zeilen sehr gut äußert und der arme Kerl tut einem richtig leid, ist dieser doch ein ganz Netter. Auch die Kursleiterin Nevada muss mit ihrem Leben kämpfen, alles ging nach Plan und so wie sie es sich vorstellte, jedoch wird bei ihr eine unheilvolle Diagnose gestellt, was alles durcheinander bringt. Wieso wurde hier der Titel „Montagsmenschen“ gewählt? Dies könnte wohl ein Synonym dafür sein, dass Montag der Tag ist, an dem einfach alles blöd ist – ist es nicht so? An dem Tag sind die meisten noch unausgeschlafen, schlecht gelaunt und alles ist einfach nicht toll. Auch in diesem Buch ist nicht alles super und toll, wie es das rote Cover weismachen will – hier läuft so einiges schief. Die Autorin hat die Protagonisten mit sehr viel Gefühl gezeichnet und bringt sie dem Leser nahe, zeigt ihm richtig auf, dass wir nicht nur uns selber so wichtig nehmen sollen. Jeder und auch jede hat seine eigenen Probleme, es gibt niemand ohne – jeder trägt sein Päckchen im Leben mit. Hier zeigt die Autorin die verschiedenen Sehensweisen einiger Probleme der Charaktere, die einem sehr realistisch erscheinen. Bestimmt hat sich hier auch schon der eine oder andere Leser selbst erkannt, man sieht, keiner bleibt verschont. Die Autorin lässt den Leser die Achterbahn der Gefühle der Protagonisten durchleben, die Lösungsansätze mitverfolgen, die Scheiterungen und doch wieder die Erfolgsmomente. Das Buch ist mit so viel Gefühl geschrieben, man könnte fast meinen, man stände daneben. Es ist so realistisch, eben weil genau solche Dinge im Alltag passieren. Doch werden diese nicht wahrgenommen, da jeder nur seine eigenen Probleme wahrnimmt und viel zu viel mit sich selbst beschäftigt ist. In diesem Buch geht es keinerlei nur um Yoga oder überhaupt viel darum, wie man es denken könnte. Es ist eine Form, die Ruhe hiermit zu finden – man ist fast versucht, es selber einmal zu versuchen. Hier geht es aber eher darum, wie verschiedene Menschen mit den verschiedensten Problemen umgehen und dass es echt jeden trifft, ausnahmslos. Ein Mensch kann vor dir stehen und du siehst es ihm nicht an, er kann dies gut verbergen – aber seien wir mal ehrlich, gibt es den perfekten Menschen ohne jegliche Probleme? Das ist ein Denken der Menschen, wenn es ihnen selbst einmal wieder nicht gut geht: „Wieso ich, allen anderen geht’s doch auch gut“…. Das Buch regt auf jeden Fall zum Nachdenken an, wie man in Zukunft mit so etwas umgeht und dass man auch an andere denken sollte, nicht immer zuerst an sich – Probleme hat jeder, nicht nur man selber. Ein Roman verpackt in einer Art Aufklärung, die Autorin hat hier sehr, sehr gute Arbeit geleistet und hat alles so rübergebracht, wie es sein sollte – wenn nicht noch besser! Zu empfehlen wäre dieses Buch an Leser, die auch gern einmal etwas tiefgründiger gehen und ein so gefühlvolles Buch nicht gleich vergessen möchten, ich kann es solchen nur ans Herz legen.

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  • Rezension zu "Montagsmenschen" von Milena Moser

    Montagsmenschen
    Cibo95

    Cibo95

    17. February 2012 um 08:24

    Ein besonderes Buch, das sicher nicht für jeden Geschmack ist. Die Erzählperspektive wechselst zwischen den vier Personen Nevada (Yogalehrerin, die schwer erkrankt und an sich und ihrer Krankheit fast verzweifelt), Marie (Ärztin, Yogaschülerin, verheiratet mit dem schönsten Schauspieler der Schweiz, und unglücklich in ihrer Rolle als Ehefrau), Poppy (Yogaschülerin, die ständig über ihre eigenen Füße stolpert und alles selbst kaputt macht) und Ted (Yogaschüler, Vater von Emma und unglücklich, der an den Frauen verzweifelt). Alle haben ein besonderes Problem, alles läuft in der Yogaschule am Montagabend zusammen. Nevada erkrankt schwer und muss ihr Leben neu ordnen, sie fragt sich, ob ihr Yoga-Dharma der richtige ist. Marie möchte eigentlich lieber Landärztin sein und zweifelt an ihrer Liebe zu Gion und dessen Tochter Stefanie. Poppy kann vielleicht gar nichts für ihre Ungeschicklichkeit und lernt erst im Gefängnis, dass man ihr helfen könnte. Ted richtet sein Leben neu aus und merkt, dass er Frauen auch glücklich machen kann. Ohne Interesse am Yoga ist dieses Buch wohl eher schwer zu lesen. Jedes Kapitel beginnt mit einem Sutra, es werden viele Fachausdrücke aus dem Sanskrit verwendet, natürlich auch übersetzt. Aber einen gewissen Faible dafür würde ich für ein Lesevergnügen voraussetzen. Mir hat das Buch gefallen, da mich das Thema sehr interessiert ... Empfehlenswert, aber sicher nicht für jeden Leser geeignet.

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