Miljenko Jergović

 3.6 Sterne bei 8 Bewertungen
Autor von Freelander, Wolga, Wolga und weiteren Büchern.

Alle Bücher von Miljenko Jergović

Miljenko JergovićFreelander
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Freelander
Freelander
 (6)
Erschienen am 15.02.2010
Miljenko JergovićWolga, Wolga
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Wolga, Wolga
Wolga, Wolga
 (2)
Erschienen am 08.08.2011
Miljenko JergovićVater
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Vater
Vater
 (0)
Erschienen am 03.02.2015
Miljenko JergovićDie unerhörte Geschichte meiner Familie
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Die unerhörte Geschichte meiner Familie
Die unerhörte Geschichte meiner Familie
 (0)
Erschienen am 08.03.2017

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Rezension zu "Freelander" von Miljenko Jergović

Rezension zu "Freelander" von Miljenko Jergovic
Vannavor 6 Jahren

Karlo Adum, Witwer und pensionierter Lehrer, wird zur Testameneröffnung nach Sarajevo, seine Geburtsstadt eingeladen. Widerwillig und mit einer Pistole bewaffnet begibt er sich in seinem Volvo in dieses von ihm verhasste und primitiv-brutale Land. Während der Reise erinnert sich Karlo an seine Kindheit im faschistischen Sarajevo, an seine schöne Mutter Cica und den verrückten Vater, an sein Leben im kommunistischen Jugoslawien. Er gerät in viele bizarre Situation und wird mit seinen Vorurteilen konfrontiert.
Jergovic schafft es mal wieder, mit viel Humor die gängigen Vorurteile zu beschreiben.
Freelander ist für mich das beste Buch der Trilogie über Menschen und Autos. Um es in seiner ganzen Weite zu verstehen, erfordert auch dieses Buch gewisse Kenntnisse der Balkansituation. Vermutlich können nur „betroffene“ richtig herzlich darüber lachen. Jergovic schreibt sehr ehrlich und schonungslos über seine zwei Heimatländer Bosnien und Kroatien.
Vielleicht ist dieses Buch aber auch eine gute Hilfe, um die dortige Mentalität besser zu verstehen.
Eine meiner Lieblingsstellen ist: „Tudjman hat Kroaten gelehrt, stolz zu sein auf ihre Geschicklichkeit des Sterbens, ihre vielen Leichen, ihre Grab- und hässliche Ehrenmale den gefallenen Freiwilligen, ihre vergoldeten Grabkreuze und auf die Tatsache, dass die kroatischen Dörfer in Posavina ausradiert sind, die kroatischen Friedhöfe aber wie noch nie zuvor blühen.“
Jergovic rechnet in diesem Buch mit allen Parteien des Krieges auf eine sehr witzige Weise ab und zeigt die Sinnlosigkeit und den Wahnsinn der dortigen Situation.
Es ist ein tiefsinniger Humor über ein ernsthaftes Thema.
Fazit: gut gemacht, Miljenko.

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Rezension zu "Wolga, Wolga" von Miljenko Jergović

Rezension zu "Wolga, Wolga" von Miljenko Jergovic
Vannavor 6 Jahren

Dzelal Pljevljak, der ehemals beste Fahrer der jugoslawischen Armee und Chauffer des Generals Karamujic, fährt jeden Freitag in seinem Volga, den er von General abgekauft hat, von Split (Kroatien) nach Livno (Bosnien), um in der hiesigen Moschee dem Freitagsgebet beizuwohnen. Diese Reise tritt er seit etwa 15 Jahren, nach dem tragischen Verlust seiner Tochter und seiner Frau, jeden Freitag ohne Ausnahme an. Während eines frühherbstlichen Schneesturmes zwingt ihn ein Autounfall, im Dorf Fatumi (Bosnien) Hilfe zu suchen. Dort lernt er eine muslimische Familie kennen und beginnt, sie regelmäßig zu besuchen. Da nimmt das Unheil seinen Lauf.
„Volga, Volga“ ist der Abschluss einer Trilogie Jergovics (weitere Bücher der Trilogie sind Buick Rivera und Freelander, die allerdings von der Handlung her nicht zusammenhängen.). Jergovic, der in Sarajevo geboren und gelebt hat und aktuell in Zagreb wohnt, hat in diesem Werk erneut einen einsamen Helden mit seinem Auto auf die Reise geschickt.
Jergovic zeichnet in diesem Werk sehr liebevoll seinen Helden. Er schafft es wieder auf eine sehr subtile Weise das innere Leben eines einsamen und vom Leben enttäuschten Mannes wiederzugeben und die Seele eines Bosniers/Balkanmenschen mit Bezug auf die soziopolitische Situation auf dem Balkan in Worte zu fassen. Sein Leben wird nach und nach erzählt. Immer wieder springt Jergovic durch die Zeiten. Das Buch nimmt eine unerwartete Wendung und setzt sich am Ende zu einem klaren Ganzen, das die vielen Fragen, bis auf eine, schließlich beantwortet.
Und als Leser bleibt man erstmal mit einem Gefühl, das ich jetzt gar nicht so richtig beschreiben kann. Man hat Mitleid mit Dzelal, diesem einsamen Mann, aber man freut sich in gewisser Weise am Ende mit und für ihn, auch wenn das Buch mit einer Situation endet, die alles andere als glücklich ist.
Die Schlussworte von Dzelal und die des Buches sind: „Ich bin ein glücklicher Mensch, weil ich auch jetzt zu Gott bete und weil hinter meinem Rücken jemand steht, den ich gut kenne, Avram Prodanovic, mein Freund.“
Dieses Buch lässt einen nicht kalt. Man klappt es zu und denkt nach.
Sicherlich ist es vom Vorteil, sich mit der Situation auf dem Balkan auszukennen. Aber ich denke, wenn man Interesse an liebevoll gezeichneten Persönlichkeitsstudien hat, wird man mit diesem Buch auch richtig liegen. Denn nicht die Handlung ist das Herzstück dieses Buches, sondern der Mensch Dzelal Pljevljak.
Meiner Meinung nach schafft es kaum einer so wie Jergovic, die Menschen vom Balkan, oder vielleicht besser gesagt aus Bosnien, und die Situation dort wiederzugeben. Dabei ist er weitab davon, parteiisch zu sein.
Fazit: lesenswert.

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Rezension zu "Freelander" von Miljenko Jergović

Rezension zu "Freelander" von Miljenko Jergovic
Hallogenvor 8 Jahren

Kurzweiliges Buch, dessen Sachkenntnis teilweise erstaunt, da sich der Autor auch in Milieus bewegt, die er selbst nicht erlebt hat (etwa den faschistischen kroatischen Staat in Sarajevo oder Kinderurlaub in der Nachkriegszeit), aber bis in kleinste Details überzeugend beschreibt. Unterhaltsame Szenen und eine Reise durch Bosnien, die an keiner Stelle übertrieben wirkt, zumal ich vieles davon selbst schon gesehen/erlebt habe. Erstaunlich ist auch, wie kritisch Jergovic mit seinen beiden Heimatländern (Bosnien-Herzegowina und Kroatien) umgeht. Besonders dem Nationalismus und der unreflektierten Vergangenheit stellt er bittere Fakten gegenüber, ohne dass das Buch dadurch schwere Kost werden würde. In Erinnerung bleiben eher die heiteren Momente und die symbolische Szene des Autounfalls, den er intensiv begutachtet sowie die Schlußszene.

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