Miljenko Jergovic Sarajevo Marlboro

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Inhaltsangabe zu „Sarajevo Marlboro“ von Miljenko Jergovic

Miljenko Jergović erzählt aus dem belagerten Sarajevo: Seine Helden sind die kleinen Leute, beschädigt und zerstört von den Schrecken des Krieges, der ihren Alltag und das Zusammenleben im Vielvölkerstaat völlig aus den Fugen hebt. Er erweist sich als Meister des Details: der Kaktus der Geliebten, der während des Bombardements im Keller vertrocknet; der Apfelbaums zwischen zwei Grundstücken, der in der schlimmsten Phase des Krieges die prächtigsten Äpfel trägt und zerstrittene Nachbarn in ihrer Not wieder zusammenbringt; der Tontopf für ein typisches bosnisches Gericht, der im Exil sehnlich vermisst wird - die einfachen Dinge des täglichen Lebens spiegeln die große Tragödie im Kleinen und lassen Schrecken und Verzweiflung unmittelbar spürbar werden: "In einer Welt, die so beschaffen ist wie diese, gibt es eine Grundregel, und die reduziert sich auf zwei stets reisefertige Koffer."

Mit einem Paukenschlag hat sich Miljenko Jergović mit diesen Geschichten in die erste Liga der europäischen Erzähler geschrieben.

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  • Rezension zu "Sarajevo Marlboro" von Miljenko Jergovic

    Sarajevo Marlboro

    Hallogen

    06. January 2011 um 12:12

    Ein Buch ohne Schwächen. Vielleicht etwas schwierig für jene, die nichts über die Lage von Sarajevo in den Jahren 1992-1993 wissen, aber trotzdem lesenswert, weil der Autor die Gewalt und die Angst, v. a. aber die Hilflosigkeit der belagerten Stadt beschreibt. In 29 kurzen Anekdoten zeichnet er ein Bild, in dem nicht immer die Serben die Täter sind. Dabei betont er, dass die Wahrheit über die Zeit in keinem Geschichtsbuch auftauchen wird, weil alle drei Seiten Verbrechen begingen, und somit die Wahrheit als Beleidigung auffassen müssen. Faszinierend ist, mit welcher Zeitnähe (das Buch erschien 1994) er Dinge erkannte, die noch heute nicht vollends begriffen wurden. Die große Stärke ist aber der Balanceakt zwischen Realität und Realismus. Nie hat man den Eindruck, hier nur eine journalistische Wiedergabe der Geschehnisse zu lesen, sondern die Schlaglichter sind stets um literarische Bilder bemüht, zeigen eine verstörende Poesie inmitten der Gewalt. Er berichtet von einem Apfelbaum oder einem Brunnen, von einem Blumentopf oder einem Saxofonspieler. Vor allem aber von der Belastungsprobe für die Beziehungen der Einwohner untereinander, von dem Umgang mit Verlust von Menschen und Orten. Einige wenige Anekdoten spielen in anderen bosnischen Orten oder in Orten des Exils.

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