Min Jin Lee

 4.7 Sterne bei 7 Bewertungen
Autorin von Ein einfaches Leben, Pachinko und weiteren Büchern.

Lebenslauf von Min Jin Lee

Harte Arbeit und der internationale Erfolg: Min Jin Lee ist 1968 in Seoul geboren und verbrachte dort die ersten Jahre ihres Lebens. 1976 zog ihre Familie in die Vereinigten Staaten und Min Jin wuchs in Queens, New York auf. Dort besuchte sie häufig die Bibliothek, wo sie Lesen, Schreiben und Englisch lernte. Später studierte sie Geschichte am Yale College und Jura am Georgetown University Law Center. Sie arbeitete einige Jahre als Anwältin in New York, bevor sie ihre Berufung als Schriftstellerin entdeckte. Ihre erste Kurzgeschichtensammlung wurde 2004 veröffentlicht, ihr erster Roman, „Free Food for Millionaires“, erschien 2007. Der internationale Durchbruch gelang ihr mit ihrem zweiten Roman „Pachinko“, der 2017 erschien und an dem sie über Jahre hinweg gearbeitet hatte. Er stand auf unzähligen Bestsellerlisten, wurde unter anderem von der New York Times und BBC zu einem der Top 10 Bücher des Jahres gezählt und in über 20 Sprachen übersetzt. Auf Deutsch erschien das Buch 2018 unter dem Titel „Ein einfaches Leben“. Für ihre Arbeit erhielt die Autorin bereits mehrere Stipendien. Neben dem Schreiben hält Min Jin Lee auf Lesungen über Literatur, Politik und das Schreiben in den USA und international. Nachdem sie mehrere Jahre in Japan verbrachte, lebt sie heute mit ihrem Mann – einem Halb-Japaner – und ihrem Sohn wieder in New York.

Neue Bücher

Ein einfaches Leben

Neu erschienen am 24.09.2018 als Hörbuch bei Der Hörverlag.

Ein einfaches Leben

 (4)
Neu erschienen am 21.09.2018 als Hardcover bei dtv Verlagsgesellschaft.

Alle Bücher von Min Jin Lee

Ein einfaches Leben

Ein einfaches Leben

 (4)
Erschienen am 21.09.2018
Ein einfaches Leben

Ein einfaches Leben

 (0)
Erschienen am 24.09.2018
Pachinko

Pachinko

 (3)
Erschienen am 23.02.2017
Free Food for Millionaires

Free Food for Millionaires

 (0)
Erschienen am 17.04.2008

Neue Rezensionen zu Min Jin Lee

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MikkaGs avatar

Rezension zu "Ein einfaches Leben" von Min Jin Lee

‘Pachinko’
MikkaGvor 6 Tagen

Min Jin Lee schrieb mit diesem Buch einen wahrhaft epischen Generationenroman, der die japanisch-koreanische Geschichte thematisiert. (Der Klappentext reduziert die Handlung zu sehr auf drei der Charaktere!) Laut Wikipedia war “Pachinko”, so der Originaltitel, der erste Roman, der diese Thematik für eine erwachsene englischsprachige Leserschaft aufgriff. Das Buch wurde 2017 für den “National Book Award” nominiert und war unter den Finalisten.

‘Vielschichtig’, ‘komplex’ und ‘differenziert’ sind Worte, die mir auf Anhieb in den Sinn kommen – auch ‘unbedingt lesenswert’ schließt sich ihnen an.

Die Autorin beleuchtet in ihrem Werk kulturelle Eigenheiten, Vorstellungen und Wertesysteme, die dem nicht-asiatischen Leser vollkommen fremd sind.

Als Beispiel möchte ich hier nur das Thema Selbstmord anführen, das im Buch mehrfach eine Rolle spielt. So wählt ein Charakter aufgrund eines als untragbar empfundenen Ehrverlustes den Freitod und lässt damit geliebte Menschen in einer sehr schwierigen, fast schon unerträglichen Situation zurück.

Konnte ich das aus meiner Sicht heraus verstehen? Nein. Konnte ich es aus meiner heraus Sicht verurteilen? Ebenfalls nein. Denn Min Jin Lee gelingt es, dem Leser zu zeigen, dass der Charakter in seiner Situation, seinem kulturellen Umfeld, keine andere Alternative sieht.

Überhaupt sind ihre Charaktere jederzeit glaubhaft und in sich schlüssig, auch wenn sie unter Umständen Dinge tun, die dem Wertesystem des Lesers zuwider laufen.

Es geht viel um Vorurteile und Diskriminierung und deren Auswirkungen auf beide Seiten des Konflikts. Mit den Hauptfiguren habe ich innigst mitgefiebert, aber auch die Nebenfiguren werden sehr aussagekräftig beschrieben. Die Autorin zeichnet ihre Geschichte mit nicht weniger liebevollem Strich

Der Schreibtil ist unprätentiös und ruhig, und dennoch zieht er den Leser hinein in eine Geschichte, die emotional viel auslösen kann.

Ich zögere, für so eine Geschichte Wörter wie “spannend” und “unterhaltsam” zu gebrauchen.

Einige Entwicklungen machen zutiefst betroffen, viele der Charaktere erleiden tragische Schicksale. Mehr als einmal hatte ich einen Kloß im Hals, ein Brennen in den Augen – und das, ohne dass die Autorin das mit künstlichem Pathos forciert hätte. Auch Kitsch und Klischees umschifft sie in meinen Augen elegant.

Daher kann ich das Buch nach reiflicher Überlegung sowohl als spannend als auch als unterhaltsam bezeichnen. Man muss sich als Leser nie dazu quälen, weiterzulesen, auch wenn die Geschichte gerade schmerzt. Man sträubt sich nicht gegen ihre Tragik, und das spricht sehr für die Erzählkunst der Autorin.

Ich habe durch das Buch viel gelernt.

Erst beim Lesen dieser Geschichte ist mir klar geworden, wie oberflächlich und lückenhaft meine Kenntnisse über die koreanische Kultur tatsächlich sind: Kim Jong Un. Propagandafilme mit breit lächelnden Frauen, die Korea als das glücklichste Land der Welt bezeichnen. Vage Erinnerungen an eine Dokumentation über die “Trostfrauen” (zum Teil aus Korea), die in japanischen Kriegsbordellen zwangsprostituiert wurden.

Ich habe das Gefühl, jetzt erstmals wirklich einen Eindruck in die Lebenswirklichkeit der japanisch-koreanischen Geschichte erhalten zu haben.

FAZIT

Min Jin Lee legt mit “Ein einfaches Leben” (im Original “Pachinko”) einen Generationenroman vor, der eine ungemeine Wirkung entfaltet. Die Geschichte verfolgt das Schicksal einer koreanischen Familie und spricht dabei zahlreiche Themen an, von Migration und Ausgrenzung über den Ehrbegriff in der koreanischen und japanischen Kultur bis hin zu der Frage, was Familie überhaupt ausmacht.

Diese Rezension erschien zunächst auf meinem Buchblog:
https://wordpress.mikkaliest.de/2018/11/10/rezension-min-jin-lee-ein-einfaches-leben/

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buchstabensammlerins avatar

Rezension zu "Ein einfaches Leben" von Min Jin Lee

Viel gelernt,... über das andere Ende der Welt
buchstabensammlerinvor 8 Tagen

Rund ums Buch:
Titel: Ein einfaches Leben
Autorin: Min Jin Lee
Übersetzerin: Susanne Höbel
Verlag: dtv
Buch: Gebundene Ausgabe
Seiten: 551
Erschienen: 21.09.2018
ISBN: 978-3-423-28972-6
Preis: 24,00 €

Cover:
Ruhig... rosa... Weite.. eine Frau und zwei Kinder mit Tornister, die hinter ihr her laufen... schön... link zum Buch. Seht gut!

Inhalt:
Sunja, eine Koreanerin in Japan, zwei Kinder, die unterschiedlicher nicht sein können. Sunja schlägt sich durch... die Kinder gehen ihren eigenen Weg... der Leser begleitet Sunja und ihre Familie von 1910 bis 1989. 


Meine Meinung:
Dieses Buch gehört sicherlich zu den schönsten Geschichten, die ich bis heute gelesen habe.
Ein ruhiges Buch, obwohl es eine so aufreibende, ja teilweise schlimme und brutal ehrliche Familiensaga ist... doch ziehen die über 550 Seiten den Leser dermaßen in die asiatische Welt... man merkt gar nicht, die Menge an Seiten. Ich habe so viel gelernt, über die Vorurteile, denen sich Koreaner in Japan gegenüber sehen. Ich wusste nicht, dass sie nur „gedulded“ niemals geachtet werden... auch heute noch. Ich wußte nicht, dass sie sich regelmäßig der Diskriminierung stellen müssen, auch, wenn sie im Land geboren sind... in xter Generation.
Es ist ein Buch, was heute so wichtig wie nie ist, denn überall haben wir es mit Verachtung und Ablehnung zu tun.
Das Buch ist leise.... doch die Geschichte laut. Die Atombomben auf Hiroshima und Nagasaki, Korea als geteiltes Land.. nur kurz erwähnt, wichtiger ist die Rolle der Frauen, Sunja im Vordergrund, die nicht lesen kann und die Sprache des Landes, in dem sie nun lebt, nicht spricht. Und immer wieder die unbändige Sehnsucht nach der Heimat... Korea. Aber es sind auch die Frauen in diesem Buch, die kämpfen, die Entscheidungen treffen und die die ganz besonderen und für mich tränenreichen Momente in diesem Buch ausmachen. Die Frauen, die unter den schlimmsten Bedingungen irgendwie versuchen, Geld zu verdienen.... KIMCHI kochen.... (und ich musste mal direkt wieder eines vorbereiten)... ich liebe KIMCHI. Sie stehen zwischen Hühnern und toten Ferkeln auf dem Markt, um über die Runden zu kommen..und sie schaffen es. Sie werden groß, sie werden auf ihre Art erfolgreich.

Und ich habe gelernt, dass man in Japan seit Ewigkeiten PACHINKO spielt. Das ist übrigens auch der Originaltitel des Buches. PACHINKO, ein Glücksspiel, was aber nicht als selbiges rechtlich gilt, denn Glücksspiele sind in Japan verboten. Und Sunjas Sohn wird reich und bekannt mit Pachinko, arbeitet sich hoch, in einer Kette, lernt viel und macht seine eigene irgendwann auf... und trotzdem ist er immer nur der Gangster, denn es sind die eingewanderten Koreaner, die sich mit diesen Geschäften hocharbeiten und grundsätzlich „Böse“ sind.
Wir erfahren von Kindern, die sich ausgegrenzt in der Schule fühlen (heute würden wir über Mobbing sprechen), die sich umbringen, weil sie es nicht mehr aushalten,.. Frauen, die ihre Körper für die reichen Japaner hergeben um irgendwie etwas für sich zu haben... und wir lesen über Sunja, die immer für die Familie kämpft - nur für die Familie.

Fazit:
Dieses Buch wird in meine „Bestenliste“ einziehen.... ein Roman, der mich sehr berührt hat und durch den ich sehr viel über eine Ecke der Welt lernen konnte, die mir noch so fremd ist.
Danke!

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Xanakas avatar

Rezension zu "Ein einfaches Leben" von Min Jin Lee

Absolut beeindruckend und überwältigend
Xanakavor 13 Tagen

Worin besteht für uns Europäer der Unterschied zwischen Japanern und Koreanern? Wir meinen es gibt keinen, im Gegenteil, für uns sehen sie sogar gleich aus. Das dem nicht so ist, kann man in diesem Buch erfahren.

Es ist die Geschichte einer koreanischen Familie über den Zeitraum von 70 Jahren erzählt. Die Heldin Sunja wird mit ihren beiden Söhnen gezwungen, nach Japan zu emigrieren und sich dort ein neues Leben aufzubauen. Dass das Leben in Japan noch viel schwieriger, als in Korea ist, hängt nicht nur mit den Sprachbarrieren zusammen. Schnell wird klar, ein Koreaner ist in Japan nicht viel wert. Er ist das unterste Glied in einer Kette. Ein Aufstieg in die Gesellschaft scheint nicht einmal nach mehreren Generationen möglich. Nur durch Selbstverleugnung der eigenen Herkunft und guten japanischen Papieren kann es gelingen ein anerkanntes Mitglied der japanischen Gesellschaft zu werden. 

Davon ist Sunja, die weder lesen noch schreiben kann, weit entfernt. Und doch gelingt es ihr, zusammen mit der Familie, ihren beiden Söhnen eine Schul- und Ausbildung zu ermöglichen. Das beide Söhne durch verschiedene Umstände zu Pachinko (so der Originaltitel dieses Buches) werden, war nicht geplant.

Die Autorin, die hier das Leben einer Familie über einen sehr großen Zeitraum kennzeichnet, hat selbst über zwanzig Jahre an diesem Buch geschrieben. Ihr gelingt es viel von der Mentalität der Koreaner und auch der Japaner darzustellen. Beim Lesen erfährt man viel vom den Traditionen, dem Familienzusammenhalt und dem Stolz innerhalb der Familie. Aber es geht auch um den Krieg, die Not und den täglichen Kampf ums Überleben.

Ein einfaches Leben ist nicht nur eine Familiengeschichte, sondern auch ein Buch über das Überleben in der Fremde, das Leben mit Vorurteilen und Fremdenhass. 

Mir hat dieses Buch sehr gut gefallen, ich kann es auf jeden Fall empfehlen und vergebe verdiente fünf Lesesterne.

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