Die silberne Spieldose

von Mina Baites 
4,8 Sterne bei31 Bewertungen
Die silberne Spieldose
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Gute und interessante Literatur mit historischem Hintergrund

Ein wunderbar geschriebenes Buch über das tragische Schicksal einer jüdischen Familie während und nach den Weltkriegen.

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Inhaltsangabe zu "Die silberne Spieldose"

»Für Paul, in Liebe«, so lautet die Widmung, die der jüdische Silberschmied Johann Blumenthal aus Hamburg 1914 für seinen Sohn auf eine Spieldose graviert. Es ist sein Abschiedsgeschenk, denn Johann meldet sich freiwillig in den Kriegsdienst, um für seine geliebte Heimat zu kämpfen. Das kostbare Andenken seines Vaters wird für Paul und seine Kinder zu einem Symbol für Hoffnung und Zusammenhalt, während der Hass auf sein Volk wächst und sich die Schlinge um die renommierte Juwelierfamilie enger zieht. Das Erbstück wird den Blumenthals Trost schenken, sie in Gefahr bringen und eines Tages trennen. Bis es fast fünfzig Jahre später über Schicksalswege in die Hände der jungen Londonerin Lilian Morrison gerät und sich die silberne Spieldose ihrer älteren Schwester jede Nacht wie ein ungebetener Gast in ihre Träume schleicht. Doch was hat das kostbare Andenken der Familie Blumenthal mit ihr zu tun?

Buchdetails

Aktuelle Ausgabe
ISBN:9781477820520
Sprache:Deutsch
Ausgabe:E-Buch Text
Umfang:320 Seiten
Verlag:Tinte & Feder
Erscheinungsdatum:07.03.2017

Rezensionen und Bewertungen

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    RKMs avatar
    RKMvor 4 Monaten
    Familiensaga im 20. Jahrhundert

    Man sollte ja meinen, dass es inzwischen genügend Romane zur Aufarbeitung der deutsch-jüdischen Geschichte gibt. Aber wieder einmal habe ich eine neue Facette (Kindertransporte) kennen gelernt, die ich bisher noch nicht so wahr genommen habe. Ich kann solche Bücher nicht ohne Emotionen lesen und es hat mich auch ein paar Mal so richtig gepackt. Trotzdem ist das Buch nicht effekthascherisch, sondern überraschend sachlich. Da hätte ich mir manchmal sogar etwas mehr gewünscht, dramaturgische Ausschmückungen, weniger extreme Zeitsprünge. Aber die Handlung und der Aufbau leiden darunter nicht. Die Schriftstellerin hätte nur noch mehr daraus machen können.

    Angesichts der aktuellen politischen und gesellschaftlichen Strömungen kommt der Roman zur rechten Zeit. Die Erinnerung daran, was Rassismus jeglicher Couleur auslöst, darf nicht verblassen.

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    goats avatar
    goatvor einem Jahr
    Gefühlvoll, nachhaltig und sehr wertvoll ...

    Hamburg im Jahr 1914: Der jüdische Silberschmied Johann Blumenthal verlässt seine Frau Lotte und seinen Sohn Paul, um freiwillig in den Krieg zu ziehen. Der Wunsch, für seine Heimat zu kämpfen, ist größer als die Angst vor dem Tod und so schenkt er Paul eine von ihm gefertigte silberne Spieldose zum Abschied. Und tatsächlich ist es ein Abschied für immer, denn Johann stirbt bei dem Versuch, einen verletzten Kameraden zu retten.

    Paul hütet die Spieldose wie seinen Augapfel, und als er alt genug ist, tritt er in die Fußstapfen seines Vaters und übernimmt das Juweliergeschäft. Paul heiratet Clara, die Tochter eines angesehenen jüdischen Arztes und die beiden bekommen eine kleine Tochter, die sie Margarethe nennen. Doch das Glück ist nicht von langer Dauer. Durch die Machtergreifung Hitlers wird es für die jüdische Familie unmöglich, das Juweliergeschäft weiter zu betreiben und sie müssen schlussendlich doch flüchten …

    Mina Baites hat einen sehr spannenden und zugleich gefühlvollen Roman geschrieben, der mit jeder Seite fesselt. Die Beschreibungen der Autorin über die menschenunwürdigen Bedingungen, denen die Juden zu dieser Zeit ausgesetzt waren, gehen unter die Haut. Auch die innerliche Zerrissenheit der einzelnen Charaktere ist sehr deutlich zu spüren. Man erlebt, wie eine komplette Familie gespalten wird, weil ein Teil sich sofort zur Flucht entschließt und ein anderer erst sehr spät.

    Die Geschichte wird über einen langen Zeitraum erzählt und wegen mir hätten es ruhig ein paar Seiten mehr sein dürfen. Ich mag es einfach, in das Leben der Protagonisten eintauchen zu können. Ich schätze den Erzählstil der Autorin sehr und finde es bemerkenswert, eine solche Geschichte erzählen zu können, ohne detailliert auf die grauenvollen Szenen eingehen zu müssen.

    „Die silberne Spieldose“ ist ein nachhaltig wertvoller Roman und hat mich sehr beeindruckt. Hier kann ich nur mit fünf Sternen bewerten.

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    Eliza08s avatar
    Eliza08vor einem Jahr
    Das Familienerbstück

    Das Cover, das eine gewisse Eleganz und Schlichtheit ausstrahlt, gefällt mir sehr gut. Der Gegenstand, die silberne Spieldose, steht im Mittelpunkt und nichts lenkt von ihr ab. Der Klappentext gibt eine gute Zusammenfassung des Geschehens, er macht neugierig und verspricht eine gewisse Spannung.

    Der Roman deckt einen langen Zeitraum ab, so erstreckt er sich vom ersten über den zweiten Weltkrieg, bis hin zur Nachkriegszeit und erzählt die Geschichte von drei Generationen über nationale Grenzen hinweg. Genau aus diesen Themen wird auch die Spannung des Erzählten gespeist, die Widrigkeiten, denen sich die Familie in den Zeiten der Judenverfolgung stellen muss. Das Geheimnis der Spieldose als Familienerbstück begleitet die Kinder von der einen zur nächsten Generation.

    Die Figuren in dem Roman haben mir gut gefallen, es sind meiner Meinung nach keine stereotypischen Figuren, sondern Charaktere, denen die Autorin Leben einhaucht und die sowohl Ecken als auch Kanten haben, sowie mit Fehlern und Stärken ausgestattet sind. Einen Kritikpunkt habe ich leider, die Geschichte um Lilian war mir im Lesefluss zu abgehackt. Seit dem Klappentext weiß man als Leser, dass sie auftauchen muss, doch erst nach ¾ des Romans tritt sie in Erscheinung. Ich hätte mir hier eine nicht chronologische Erzählung der Ereignisse gewünscht. Rückblenden oder zwei Erzählebenen hätten, meiner Meinung nach, zu einer besseren Verzahnung der Erzählstränge beigetragen.

    Erwähnen möchte ich, dass die Autorin es schafft Geschichte hautnah zu erzählen. Ich musste, das eine oder andere Mal ein paar Tränen verdrücken, weil die Geschichte mich so sehr mitgenommen hat. Gänsehaut ist hier garantiert. Die Story ist zu jeder Zeit auch für den Leser nachvollziehbar.

    Orts und Zeitangaben vor den einzelnen Kapitel ermöglichen es dem Leser sich im Roman zu orientieren und geben ein Gefühl, wie viel Zeit zwischen den einzelnen Ereignissen vergangen ist. Erwähnenswert ist auch das Nachwort der Autorin, welches viele Zusammenhänge noch einmal erläutert und einen guten Einblick in den geschichtlichen Kontext gibt.

    Eine lesenswerte Familiensaga, die sehr einfühlsam und authentisch geschildert wird. Von mir gibt es ein Lese- und Kaufempfehlung und legen Sie die Taschentücher nicht zu weit weg ;-)


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    Ein LovelyBooks-Nutzervor einem Jahr
    Berührend und wichtig

    Johann Blumenthal, ein Silberschmied mit einer noch jungen Familie aus Altona, beschließt 1914 freiwillig für das Deutsche Kaiserreich in den Krieg zu ziehen. Für ihn scheint es eine gute Möglichkeit, als Jude seinen Patriotismus zu beweisen, zu sein. Zum Abschied schenkt er seinem 4jährigen Sohn Paul eine sehr hübsche, fein ziselierte Spieldose aus Silber - mit einer berührenden Widmung. Was er nicht ahnen kann, ist, dass dieses Abschiedsgeschenk ein verbindendes Element zwischen den verschiedenen Generationen der Blumenthals werden wird - ein Symbol der Liebe, Verbundenheit und vor allem der Hoffnung.

    Fast 50 Jahre später gelangt die Spieldose in die Hände von Lilian Morrison, die nicht im Entferntesten ahnt, was dieser kleine Schatz aus ihrem Erbe mit ihr zu tun haben könnte...

    Auf 320 Seiten erzählt die Autorin Mina Baites eine dichte Geschichte, die mehrere Jahrzehnte umfasst. Sie hat mich berührt und mich weder während der Lektüre noch im Anschluss losgelassen. Besonders beeindruckt hat mich, dass sich aufgrund der großen Zeitspanne der Fokus auf die Figuren zwangsläufig verschieben musste und dennoch nie die Nähe zu den einzelnen Charakteren verloren gegangen ist. Dabei schafft es die Autorin die Waagschale realistisch zu halten: in den dunkelsten Jahren der deutschen Geschichte kann es nicht nur glückliche Wendungen geben - soviel sollte klar sein.

    Auch wenn es kleinere Missverständnisse im Text gibt (z.B. über die Größe einer Brigade oder aber bei den Autoren, deren Werke den Bücherverbrennungen anheim fielen), so schmälert dies in meinen Augen keinesfalls die Leistungen der Autorin. Denn das Buch zeigt sehr gekonnt, wie sich die Gesellschaft vor der Mobilmachung zum Ersten Weltkrieg über die sogenannten Rassegesetze des Dritten Reiches bis hin zum Holocaust verändert. Genau hier beweist die Autorin großes Feingefühl und zeigt anhand einzelner Personen, die Nachbarn oder Freunde der Blumenthals waren, wie sie sich von blindem Hass haben leiten lassen... Aber Baites zeigt auch, dass es in all den unbegreiflich grausamen Zeiten Menschen gab, die nicht vergessen haben, dass es auch möglich ist, Gutes zu tun und zu helfen.

    Für mich war es eine intensive Lektüre, die mich nicht selten traurig oder gar wütend gemacht hat, die es aber auch geschafft hat, immer wieder Hoffnung keimen zu lassen und mich schlussendlich sogar ein wenig glücklich gemacht hat. Auf jeden Fall ein Buch das nachhallt - was ich bei diesem Thema sehr wichtig finde.
    Für mich war regelrecht spürbar, dass die Autorin Mina Baites viel Herzblut hinein gesteckt hat.

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    nirak03s avatar
    nirak03vor einem Jahr
    Berührende Geschichte

    Johann Blumenthal, ein Silberschmied mit jüdischen Wurzeln, beschließt sich freiwillig für den Kriegsdienst 1914 zu melden. Doch bevor er geht, fertigt er eine silberne Spieldose für seinen Sohn an. „Für Paul, in Liebe“ graviert er hinein. Dies Geschenk soll dem Sohn Trost und Hoffnung geben. Es wird die Familie über Jahre begleiten, bis die Spieldose dann auf verschlungenen Pfaden fünfzig Jahre später in die Hände von Lilian Morrison fällt. Die junge Frau lebt in London und versteht nicht, warum sie eine Spieldose erbt, auf der der Name der Blumenthals steht. Was verbindet sie mit dieser Familie?

    Diese schöne Geschichte findet ihren Anfang 1914 als Johann Blumenthal beschließt, es sei seine Pflicht dem Vaterland zu dienen und in den Krieg zu ziehen. Die Spieldose, die er hinterlässt, steht nicht nur für die hohe Kunst des Silberschmieds, sondern vor allem für Liebe und Hoffnung.

    Eindrucksvoll schildert die Autorin Mina Bates hier das Leben der Juwelierfamilie Blumenthal. Aber nicht nur aus dem 1. WK, sondern gleich über knappe 60 Jahre. Sie erzählt, wie die Spieldose von einer Generation in die nächste fand. Und mit ihr auch, wie das Leben in diesen schweren Jahren verlaufen ist.

    Bates erzählt von Liebe und Hoffnung in einer Zeit als es keine Liebe und Hoffnung mehr gab. Davon wie es die Menschen schafften, weiterzuleben und zu arbeiten. Am Ende hatte ich Tränen in den Augen, so nahe ging mir diese Geschichte. Die Charaktere sind einfach wunderbar gezeichnet und lassen einen nicht los. Wobei die Autorin immer zum rechten Zeitpunkt einen Zeitsprung macht und dann aus dem Leben der nächsten Generation erzählt. In bewegenden Worten schildert sie dann kurz rückblickend, was geschehen ist. Ich fand diese Art des Erzählens sehr gut. Sie hat so einen Überblick über die Ereignisse geschaffen, ohne dabei zu sehr ins Detail zu gehen und sich so in der Geschichte zu verlieren. Gleichzeitig nimmt sie ihre Leser emotional aber mit auf diese Zeitreise.

    „Die silberne Spieldose“ ist ein berührendes Buch, aus einer mehr als dunkeln Zeit, die nicht vergessen werden sollte. Es erzählt von Liebe und der Hoffnung auf ein Morgen.   

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    Sigismundvor einem Jahr
    Kurzmeinung: Einfühlsam und historisch fundiert beschreibt die Autorin eine jüdische Familiensaga über drei Generationen ab 1914 bis 1945.
    Einfühlsam und historisch fundiert

    EINFÜHLSAM beschreibt die Autorin Mina Baites alias Iris Klockmann in ihrem im März bei Tinte&Feder (Amazon) erschienenen Roman "Die silberne Spieldose" das Leben einer jüdischen Goldschmied-Familie in Hamburg-Altona und Lübeck von der aufopfernden Kriegsteilnahme des Großvaters im Ersten Weltkrieg über den Nazi-Terror bis hin zur Londoner Enkelin, die sich 1963 nach dem Verlust ihrer Adoptiveltern auf die Suche nach ihrer Familie macht. Basierend auf Originaldokumenten und Erzählungen schuf Baites eine überaus anrührende Geschichte, die historisch fundiert den normalen Alltag deutscher Juden im aufkommenden Nationalsozialismus bis hin zur Schreckensherrschaft mit Demütigung, Entrechtung und Verfolgung beschreibt. Während mir der erste Teil dieses Romans ausnehmend gut gefiel, fand ich den Beginn des Zeitabschnitts ab 1963 (Rückblick, Lilians Nachforschungen) recht schwach und ich habe paar Seiten "quergelesen". Erst gegen Ende zieht der Roman wieder in seiner Dramatik an. Wer sich für die jüngere deutsche Geschichte (1914-1945) und Familiensagas interessiert, ist mit diesem Roman gut bedient. Mir hat das Buch recht gut gefallen und ich finde es deshalb EMPFEHLENSWERT.

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    sille72vor einem Jahr
    Kurzmeinung: toller qeerschnit über eine jüdische familie vom 1. weltkrieg zu den sechzieger jahren. ich habe viel geweint bei den verlusten.
    erinnerungen die wertvoll sind

    Die silberne Spieldose Taschenbuch

    Von Mina Baites

    EUR 9,99


    Alle Preisangaben inkl. USt

    Taschenbuch: 320 Seiten

    Verlag: Tinte & Feder (7. März 2017)

    Sprache: Deutsch

    ISBN-10: 147782451

    ISBN-13: 978-1477824511

    Größe und/oder Gewicht: 18,6 x 2,5 x 12,6 cm



    Die silberne Spieldose entführt uns auf eine Zeitreise in die deutsche Geschichte. Wir erleben glückliche und traurige stunden mit der Familie Blumenthal aus Lübeck und Hamburg. Es beginnt in Hamburg zum Anfang des 1. Weltkrieges und endet in Kapstadt im Jahre 1965.

    Johann Blumenthal Silberschmied und Juwelier in Hamburg Altona macht eine Spieldose für seinen Sohn Paul zum Abschied, da er sich freiwillig zum Einsatz gemeldet hat. Uns wird erzählt wie er sich im Heer fühlt und das er zwei gute Kameraden findet die sich später um seine Familie kümmern.

    Der erste Zeitschnitt erfolgt und Paul ist jetzt Anfang zwanzig und trägt sich mit der Absicht zu heiraten. Seine verlobte möchte aber erst zum Christentum übertreten da sie und ihre Familie schon die Repressalien der SA zu spüren bekommt.



    So genug aus dem Buch. Die Figuren sind sehr anschaulich geschildert und die Geschichte kommt gut voran. Der Leser wird in die Geschichte und die Familie rein gesogen und kann jeden schlag spüren. In jedem Zeitabschnitt habe ich mit der agierenden Person mit gefiebert und konnte mich nach Beendigung des Buches nicht so schnell losreißen wie sonst.

    Die Recherche der Autorin war hervorragend und die einzelnen Charaktere waren sehr gut ausgearbeitet. Das Cover hat genau zum Titel gepasst.



    Die 5 Sterne hat das Buch in seiner Gesamtheit absolut verdient.

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    Uschi62s avatar
    Uschi62vor einem Jahr
    Kurzmeinung: Zutiefst berührend
    Zutiefst berührend

    Wir schreiben das Jahr 1914, als sich der jüdische Silberschmied Johann Blumenthal freiwillig zum Kriegsdienst meldet. Das Abschiedsgeschenk für seinen Sohn Paul ist eine, mit viel Liebe hergestellte, wunderschöne Spieldose. Johann konnte damals nicht ahnen, welch wichtige Rolle diese Spieldose noch 50 Jahre später, im Leben der Familie Blumenthal, spielen wird.
    Johann kehrt nicht zurück, Paul ist in seine Fußstapfen getreten und führt das Hamburger Juweliergeschäft, doch die dunklen Wolken des Antisemitismus rücken immer näher und zwingen Paul und seine Familie bald zur Flucht. Die Spieldose ist nun ständiger Begleiter seiner Tochter doch warum gelangt sie 50 Jahre später in den Besitz der Londonerin Lilian Morrison?

    Mit leiser Stimme, aber dafür umso eindringlicher erzählt die Autorin Mina Baites die Geschichte der jüdischen Familie Blumenthal. Über drei Generationen hinweg durfte ich den Weg dieser Familie verfolgen und ich muss sagen, die Geschichte hat mich tief berührt. Die Protagonisten sind mit viel Feingefühl, liebevoll beschrieben und man schliesst jeden von ihnen sofort ins Herz. Durch diese innere Verbindung zur Familie Blumenthal ist mir die Verfolgung der Juden durch die Nazis sehr nahe gegangen und dabei war keine detaillierte Beschreibung der Gräueltaten notwendig.
    Geschickt werden die Bögen zwischen den Generationen gespannt und immer wieder mit der silbernen Spieldose verknüpft.

    Für mich ist dieses Buch eines meiner Highlights dieses Jahr und verdient volle fünf Sterne mit einer absoluten Leseempfehlung.

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    SigiLovesBookss avatar
    SigiLovesBooksvor einem Jahr
    Kurzmeinung: 5 Sterne sind hier nicht ausreichend für diesen mehr als lesenswerten "literarischen Stolperstein" !
    Prädikat: Besonders wertvoll! Eine silberne Spieldose GEGEN DAS VERGESSEN!

    "Die silberne Spieldose" von Mina Baites (Pseudonym der Autorin Iris Klockmann) erschien als TB im Verlag 'Tinte und Feder' bei amzon Publishing, 2017. 

    "Für Paul, in Liebe"
    so lautet die Widmung, die der jüdische Silberschmied Johann Blumenthal aus Hamburg 1914 für seinen Sohn auf eine Spieldose graviert. Es ist sein Abschiedsgeschenk, denn Johann meldet sich freiwillig in den Kriegsdienst, um für seine geliebte Heimat zu kämpfen. Das kostbare Andenken seines Vaters wird für Pau und seine Kinder zu einem Symbol für die Hoffnung und Zusammenhalt, während der Hass auf sein Volk wächst und sich die Schlinge um die renommierte Juwelierfamilie enger zieht. Das Erbstück wird den Blumenthals Trost schenken, sie in Gefahr bringen und eines Tages trennen. Bis es fast fünfzig Jahre später über Schicksalswege in die Hände der jungen Londonerin Lilian Morrison gerät und sich die silberne Spieldose ihrer älteren  Schwester jede Nacht wie ein ungebetener Gast in ihre Träume schleicht. Doch was hat das kostbare Andenken der Familie Blumenthal mit ihr zu tun?"
    (Quelle: Buchrückentext)

    Es ist nun schon ein paar Tage her, dass ich dieses Buch - das mehr als ein Roman ist, sondern ein Stück dunkelster deutscher Zeitgeschichte transportiert, zugeklappt habe. Los lässt es mich noch immer nicht, weshalb hier 5 Sterne als Höchstmaß nicht ausreichen; dies hat mehrere Gründe:

    Mina Baites (Iris Klockmann) ist es gelungen, in sehr einfühlsamer Weise das Schicksal der jüdischen Juweliersfamilie Blumenthal - stellvertretend für Millionen anderer jüdischer Familien - vom Beginn des 20. Jahrhunderts an zu beschreiben: 1914 wird die silberne Spieldose von dem Silberschmied Johann Blumenthal angefertigt, der seinem Sohn Paul ein liebevolles und auch außergewöhnliches Abschiedsgeschenk damit überreicht, nachdem er sich freiwillig zum Kriegsdienst meldet, um für sein Vaterland zu kämpfen. Johann wird aus dem 1. Weltkrieg nicht lebend zurückkehren, jedoch hat er sein Leben für einen Kameraden gegeben, dem er half, ein Lazarett zu erreichen...

    Paul tritt beruflich in die Fußstapfen des Vaters und übernimmt das Juweliergeschäft in Hamburg, doch die Wolken am Himmel verdüstern sich: Mit Hitlers Machtergreifung beginnt  das dunkelste Kapitel deutscher Geschichte und damit die Ausgrenzung und Verfolgung von Juden......

    Paul heiratet die Tochter des jüdischen Arztes Dr. Fisch, Clara und ist sehr glücklich mit ihr. Zu der Zeit, als Tochter Margarethe, ein sehr aufgewecktes und intelligentes Mädchen, zur Welt kommt, emigrieren die Schwester johanns, Martha und ihr Mann Hermann sowie Lotte, die Mutter Pauls, die ohne ihren geliebten Johann keine Zukunft mehr in ihrer Heimatstadt sieht, nach Südafrika. Onkel Max wie auch der ältere Arzt sind unter keinen Umständen zu bewegen, auszuwandern - aus sehr verständlichen Gründen. Sie hoffen noch immer, dass sich alles sehr bald wieder zum Guten wenden wird.

    Doch es kommt anders... Paul, Clara und die kleine Margarethe flüchten vor den Schergen der SA und finden in einem Gutspächter einen Freund. Bei Friedrich Lükemeier können sie eine Weile untertauchen und auf ein Schiff hoffen, das sie in die Freiheit bringt, während es in Nazideutschland für Juden, Kommunisten oder auch Sozialisten immer unerträglicher - und lebensgefährlicher wird. Wird es ihnen gelingen, das Land noch rechtzeitig zu verlassen?
    Die Spieldose ging in den Besitz von Margarethe über, die sie ebenso hütet wie ihr Vater dies bereits tat. Da kündigt sich ein Geschwisterchen an....

    Mina Baites hat einen Roman über das Schicksal der Familie Blumenthal geschrieben, der es in sich hat: Die Spieldose taucht später in einem englischen Schließfach wieder auf, wo sie auf die Erbschaft von Lilian Morrison wartet. Diese junge Frau sucht nun nach den Wurzeln ihrer Familie und erkennt, dass vieles anders ist, als sie bisher angenommen hat. Hier fügen sich die Puzzleteilchen zusammen und ohne das tragende, alles überdauernde Element der Spieldose, die für Hoffnung und Zuversicht stand, hätte die Familie vielleicht nicht die Chance gehabt, einander wiederzufinden.

    Gerade das letzte Drittel geht dem Leser sehr zu Herzen; man begibt sich mit Lilian auf Spurensuche und freut sich mit ihr, als sie fündig wird! Die größte Stärke dieses Romans liegt m.E. darin, dass er die Lebensbedingungen einer jüdischen Familie im dritten Reich so emotional erzählt, dass einem die gesamte Familie Blumenthal mehr als ans Herz wächst; ja dass man sie liebgewinnt, um sie bangt, um sie weint und sich mit ihr freut.

    Fazit:
    Ein sehr bewegender, sehr einfühlsam geschriebener und gut recherchierter Roman, dem ich meinen ganzen Respekt zolle und ihn mit einer absoluten Leseempfehlung markieren möchte: Er transportiert in einer Weise ein Stück dunkler deutscher Zeitgeschichte und Historie, die ich so schnell nicht vergessen werde, ebenso wie die schöne Leserunde mit der Autorin, die stets alle Fragen beantwortete, die sich uns stellten. Eine absolute (Lese)-Bereicherung für mich, die ich jedem empfehlen kann und das Prädikat "besonders wertvoll" sowie "literarischer Stolperstein" - gegen das Vergessen! - hinzufüge. 5 Sterne reichen hier nicht aus: Ich vergebe 7 Sterne und einen großen Dank an die Autorin!

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    UlrikeG-Ks avatar
    UlrikeG-Kvor einem Jahr
    Begleiterin in schweren Zeiten

    Mit "Die silberne Spieldose" hat Mina Baites die bewegende Geschichte einer deutschen Familie jüdischen Glaubens geschrieben, deren Schicksal wohl niemanden unberührt lassen wird.
    Vor dem Hintergrund des Ersten Weltkriegs, der Weimarer Republik und dem Aufkommen des Nationalsozialismus bis zur Machtergreifung Hitlers und deren fürchterlichenden Folgen für Europa und für die ganze Welt lässt uns die Autorin teilhaben am Leben und Leiden der Hamburger Juweliersfamilie Blumenthal.

    Der Leser lernt zu Beginn des Romans Johann Blumenthal kennen, den Schöpfer der Spieldose, die seinem kleinen Sohn zugedacht ist bevor er selbst freiwillig als einer der vielen tausend Juden in den Ersten Weltkrieg zieht, in dem er sein Leben lassen muss.
    Fortan müssen Frau und Sohn ohne ihn weiterleben, wobei ihnen echte Freunde zur Seite stehen, die unverbrüchlich auch in den kommenden schweren Zeiten an ihrer Seite bleiben werden.

    Die Hoffnung der Juden, dass ihre Teilnahme am Weltkrieg, ihr Einsatz für ihr Heimatland Deutschland Anerkennung finden würde, erfüllt sich nicht; gegebene Versprechen sind wertlos.
    Am Beispiel der Blumenthals erfahren wir und erleben mit, wie in den Nachkriegsjahren bis zur Machtergreifung der Nationalsozialisten die Repressalien und Schikanen gegen die jüdisches Bevölkerung immer mehr zunehmen, bis sich schließlich die Situation so zuspitzt, dass ein Leben in Deutschland unter menschenwürdigen Bedingungen nicht mehr möglich ist.
    Einige Mitglieder der Familie können sich rechtzeitig aus Deutschland absetzen und in Südafrika eine neue Heimat finden, andere entscheiden sich zum Bleiben. Eine fatale Entscheidung, wie man heute weiß!
    Johanns Sohn, Paul Blumenthal entschließt sich erst sehr spät, vielleicht zu spät, zur Flucht mit seiner Familie - denn ein Weggehen aus Deutschland war nun auf normalem Wege nicht mehr möglich.
    Seines Vaters Spieldose gibt er nun an seine kleine Tochter weiter....
    Der Leser verfolgt nun mit Bangen die Odyssee Pauls und der Seinen! Wird es ihnen gelingen, mit tatkräftiger Hilfe der treuen Freunde ( welch ein Trost für die Familie und letztendlich auch für den Leser deren Existenz doch ist! ), schließlich doch aus Deutschland wegzukommen? Oder werden sie den Weg so vieler Juden, den Weg in die Vernichtung, gehen müssen?

    Erst am Schluss des Buches werden wir eine Antwort bekommen, - und es ist letztlich die silberne Spieldose, die, lange verloren, plötzlich wieder auftaucht und nach einem Vierteljahrhundert Antworten ermöglicht, die Fäden verknüpft und die Geschichte der Familie Blumenthal zu einem versöhnlichen Ende bringt....

    Mina Baites ist es gelungen, ein eindringliches Bild einer Zeit zu malen, die mit Gewissheit eines der unrühmlichsten Kapitel der deutschen Geschichte darstellt. Auch ohne dass sie dem Leser das Grauen detailliert schildert, gelingt es ihr, ihm das ganze Ausmaß des Schreckens mit klarer, unsentimentaler Sprache vor Augen zu führen, ihn aufzurütteln und, ja, auch zu erschüttern.
    Gewiss sind die - liebevoll gezeichneten - Protagonisten fiktive Charaktere, doch sie sind gleichzeitig so real vor dem realen, vorzüglich recherchierten Hintergrundgeschehen, dass man sich leicht vorstellen kann, dass man hier kein Einzelschicksal vor sich hat, dass es unzähligen Juden ganz ähnlich ergangen sein muss, wie unsrer Roman-Familie Blumenthal!
    Und dann begreift man womöglich, wenn auch nur für einen kurzen Moment, welche Schuld das deutsche Volk in dieser bösen braunen Zeit auf sich geladen hat.... Mina Baites hat uns nachdrücklich daran erinnert!

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