Mina Baites Die silberne Spieldose

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Inhaltsangabe zu „Die silberne Spieldose“ von Mina Baites

»Für Paul, in Liebe«, so lautet die Widmung, die der jüdische Silberschmied Johann Blumenthal aus Hamburg 1914 für seinen Sohn auf eine Spieldose graviert. Es ist sein Abschiedsgeschenk, denn Johann meldet sich freiwillig in den Kriegsdienst, um für seine geliebte Heimat zu kämpfen. Das kostbare Andenken seines Vaters wird für Paul und seine Kinder zu einem Symbol für Hoffnung und Zusammenhalt, während der Hass auf sein Volk wächst und sich die Schlinge um die renommierte Juwelierfamilie enger zieht. Das Erbstück wird den Blumenthals Trost schenken, sie in Gefahr bringen und eines Tages trennen. Bis es fast fünfzig Jahre später über Schicksalswege in die Hände der jungen Londonerin Lilian Morrison gerät und sich die silberne Spieldose ihrer älteren Schwester jede Nacht wie ein ungebetener Gast in ihre Träume schleicht. Doch was hat das kostbare Andenken der Familie Blumenthal mit ihr zu tun?

Einfühlsam und historisch fundiert beschreibt die Autorin eine jüdische Familiensaga über drei Generationen ab 1914 bis 1945.

— Sigismund
Sigismund

Zutiefst berührend

— Uschi62
Uschi62

Eine gefühlvolle Geschichte mit Liebe , Leid und eine wunderschöne Spieldose

— kessi
kessi

Ein großartiges Buch - unbedingt lesen!!!

— miriamB
miriamB

Tief berührender Einblick in das Schicksal einer jüdischen Familie, das für unsagbar viele jüdische Familien während beider WK steht.

— Jana68
Jana68

5 Sterne sind hier nicht ausreichend für diesen mehr als lesenswerten "literarischen Stolperstein" !

— SigiLovesBooks
SigiLovesBooks

toller qeerschnit über eine jüdische familie vom 1. weltkrieg zu den sechzieger jahren. ich habe viel geweint bei den verlusten.

— sille72
sille72

Eine tragische Familiengeschichte mit Happy End, in einem wunderbaren Schreibstil verfasst und sehr gut recherchiert.

— FreydisNeheleniaRainersdottir
FreydisNeheleniaRainersdottir

eine intensive und bewegende Geschichte, die ihre Anfänge im ersten Weltkrieg nimmt....

— kleeblatt2012
kleeblatt2012

Eine ergreifende, jüdische Familiengeschichte !!!

— Die-Rezensentin
Die-Rezensentin

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    ChattysBuecherblog

    ChattysBuecherblog

    23. May 2017 um 08:23
  • Das Familienerbstück

    Die silberne Spieldose
    Eliza08

    Eliza08

    17. May 2017 um 19:41

    Das Cover, das eine gewisse Eleganz und Schlichtheit ausstrahlt, gefällt mir sehr gut. Der Gegenstand, die silberne Spieldose, steht im Mittelpunkt und nichts lenkt von ihr ab. Der Klappentext gibt eine gute Zusammenfassung des Geschehens, er macht neugierig und verspricht eine gewisse Spannung. Der Roman deckt einen langen Zeitraum ab, so erstreckt er sich vom ersten über den zweiten Weltkrieg, bis hin zur Nachkriegszeit und erzählt die Geschichte von drei Generationen über nationale Grenzen hinweg. Genau aus diesen Themen wird auch die Spannung des Erzählten gespeist, die Widrigkeiten, denen sich die Familie in den Zeiten der Judenverfolgung stellen muss. Das Geheimnis der Spieldose als Familienerbstück begleitet die Kinder von der einen zur nächsten Generation. Die Figuren in dem Roman haben mir gut gefallen, es sind meiner Meinung nach keine stereotypischen Figuren, sondern Charaktere, denen die Autorin Leben einhaucht und die sowohl Ecken als auch Kanten haben, sowie mit Fehlern und Stärken ausgestattet sind. Einen Kritikpunkt habe ich leider, die Geschichte um Lilian war mir im Lesefluss zu abgehackt. Seit dem Klappentext weiß man als Leser, dass sie auftauchen muss, doch erst nach ¾ des Romans tritt sie in Erscheinung. Ich hätte mir hier eine nicht chronologische Erzählung der Ereignisse gewünscht. Rückblenden oder zwei Erzählebenen hätten, meiner Meinung nach, zu einer besseren Verzahnung der Erzählstränge beigetragen. Erwähnen möchte ich, dass die Autorin es schafft Geschichte hautnah zu erzählen. Ich musste, das eine oder andere Mal ein paar Tränen verdrücken, weil die Geschichte mich so sehr mitgenommen hat. Gänsehaut ist hier garantiert. Die Story ist zu jeder Zeit auch für den Leser nachvollziehbar. Orts und Zeitangaben vor den einzelnen Kapitel ermöglichen es dem Leser sich im Roman zu orientieren und geben ein Gefühl, wie viel Zeit zwischen den einzelnen Ereignissen vergangen ist. Erwähnenswert ist auch das Nachwort der Autorin, welches viele Zusammenhänge noch einmal erläutert und einen guten Einblick in den geschichtlichen Kontext gibt. Eine lesenswerte Familiensaga, die sehr einfühlsam und authentisch geschildert wird. Von mir gibt es ein Lese- und Kaufempfehlung und legen Sie die Taschentücher nicht zu weit weg ;-)

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  • Berührend und wichtig

    Die silberne Spieldose
    dubh

    dubh

    07. May 2017 um 16:07

    Johann Blumenthal, ein Silberschmied mit einer noch jungen Familie aus Altona, beschließt 1914 freiwillig für das Deutsche Kaiserreich in den Krieg zu ziehen. Für ihn scheint es eine gute Möglichkeit, als Jude seinen Patriotismus zu beweisen, zu sein. Zum Abschied schenkt er seinem 4jährigen Sohn Paul eine sehr hübsche, fein ziselierte Spieldose aus Silber - mit einer berührenden Widmung. Was er nicht ahnen kann, ist, dass dieses Abschiedsgeschenk ein verbindendes Element zwischen den verschiedenen Generationen der Blumenthals werden wird - ein Symbol der Liebe, Verbundenheit und vor allem der Hoffnung.Fast 50 Jahre später gelangt die Spieldose in die Hände von Lilian Morrison, die nicht im Entferntesten ahnt, was dieser kleine Schatz aus ihrem Erbe mit ihr zu tun haben könnte...Auf 320 Seiten erzählt die Autorin Mina Baites eine dichte Geschichte, die mehrere Jahrzehnte umfasst. Sie hat mich berührt und mich weder während der Lektüre noch im Anschluss losgelassen. Besonders beeindruckt hat mich, dass sich aufgrund der großen Zeitspanne der Fokus auf die Figuren zwangsläufig verschieben musste und dennoch nie die Nähe zu den einzelnen Charakteren verloren gegangen ist. Dabei schafft es die Autorin die Waagschale realistisch zu halten: in den dunkelsten Jahren der deutschen Geschichte kann es nicht nur glückliche Wendungen geben - soviel sollte klar sein.Auch wenn es kleinere Missverständnisse im Text gibt (z.B. über die Größe einer Brigade oder aber bei den Autoren, deren Werke den Bücherverbrennungen anheim fielen), so schmälert dies in meinen Augen keinesfalls die Leistungen der Autorin. Denn das Buch zeigt sehr gekonnt, wie sich die Gesellschaft vor der Mobilmachung zum Ersten Weltkrieg über die sogenannten Rassegesetze des Dritten Reiches bis hin zum Holocaust verändert. Genau hier beweist die Autorin großes Feingefühl und zeigt anhand einzelner Personen, die Nachbarn oder Freunde der Blumenthals waren, wie sie sich von blindem Hass haben leiten lassen... Aber Baites zeigt auch, dass es in all den unbegreiflich grausamen Zeiten Menschen gab, die nicht vergessen haben, dass es auch möglich ist, Gutes zu tun und zu helfen.Für mich war es eine intensive Lektüre, die mich nicht selten traurig oder gar wütend gemacht hat, die es aber auch geschafft hat, immer wieder Hoffnung keimen zu lassen und mich schlussendlich sogar ein wenig glücklich gemacht hat. Auf jeden Fall ein Buch das nachhallt - was ich bei diesem Thema sehr wichtig finde.Für mich war regelrecht spürbar, dass die Autorin Mina Baites viel Herzblut hinein gesteckt hat.

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  • Berührende Geschichte

    Die silberne Spieldose
    nirak03

    nirak03

    18. April 2017 um 18:26

    Johann Blumenthal, ein Silberschmied mit jüdischen Wurzeln, beschließt sich freiwillig für den Kriegsdienst 1914 zu melden. Doch bevor er geht, fertigt er eine silberne Spieldose für seinen Sohn an. „Für Paul, in Liebe“ graviert er hinein. Dies Geschenk soll dem Sohn Trost und Hoffnung geben. Es wird die Familie über Jahre begleiten, bis die Spieldose dann auf verschlungenen Pfaden fünfzig Jahre später in die Hände von Lilian Morrison fällt. Die junge Frau lebt in London und versteht nicht, warum sie eine Spieldose erbt, auf der der Name der Blumenthals steht. Was verbindet sie mit dieser Familie? Diese schöne Geschichte findet ihren Anfang 1914 als Johann Blumenthal beschließt, es sei seine Pflicht dem Vaterland zu dienen und in den Krieg zu ziehen. Die Spieldose, die er hinterlässt, steht nicht nur für die hohe Kunst des Silberschmieds, sondern vor allem für Liebe und Hoffnung. Eindrucksvoll schildert die Autorin Mina Bates hier das Leben der Juwelierfamilie Blumenthal. Aber nicht nur aus dem 1. WK, sondern gleich über knappe 60 Jahre. Sie erzählt, wie die Spieldose von einer Generation in die nächste fand. Und mit ihr auch, wie das Leben in diesen schweren Jahren verlaufen ist. Bates erzählt von Liebe und Hoffnung in einer Zeit als es keine Liebe und Hoffnung mehr gab. Davon wie es die Menschen schafften, weiterzuleben und zu arbeiten. Am Ende hatte ich Tränen in den Augen, so nahe ging mir diese Geschichte. Die Charaktere sind einfach wunderbar gezeichnet und lassen einen nicht los. Wobei die Autorin immer zum rechten Zeitpunkt einen Zeitsprung macht und dann aus dem Leben der nächsten Generation erzählt. In bewegenden Worten schildert sie dann kurz rückblickend, was geschehen ist. Ich fand diese Art des Erzählens sehr gut. Sie hat so einen Überblick über die Ereignisse geschaffen, ohne dabei zu sehr ins Detail zu gehen und sich so in der Geschichte zu verlieren. Gleichzeitig nimmt sie ihre Leser emotional aber mit auf diese Zeitreise. „Die silberne Spieldose“ ist ein berührendes Buch, aus einer mehr als dunkeln Zeit, die nicht vergessen werden sollte. Es erzählt von Liebe und der Hoffnung auf ein Morgen.   

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  • Einfühlsam und historisch fundiert

    Die silberne Spieldose
    Sigismund

    Sigismund

    17. April 2017 um 21:27

    EINFÜHLSAM beschreibt die Autorin Mina Baites alias Iris Klockmann in ihrem im März bei Tinte&Feder (Amazon) erschienenen Roman "Die silberne Spieldose" das Leben einer jüdischen Goldschmied-Familie in Hamburg-Altona und Lübeck von der aufopfernden Kriegsteilnahme des Großvaters im Ersten Weltkrieg über den Nazi-Terror bis hin zur Londoner Enkelin, die sich 1963 nach dem Verlust ihrer Adoptiveltern auf die Suche nach ihrer Familie macht. Basierend auf Originaldokumenten und Erzählungen schuf Baites eine überaus anrührende Geschichte, die historisch fundiert den normalen Alltag deutscher Juden im aufkommenden Nationalsozialismus bis hin zur Schreckensherrschaft mit Demütigung, Entrechtung und Verfolgung beschreibt. Während mir der erste Teil dieses Romans ausnehmend gut gefiel, fand ich den Beginn des Zeitabschnitts ab 1963 (Rückblick, Lilians Nachforschungen) recht schwach und ich habe paar Seiten "quergelesen". Erst gegen Ende zieht der Roman wieder in seiner Dramatik an. Wer sich für die jüngere deutsche Geschichte (1914-1945) und Familiensagas interessiert, ist mit diesem Roman gut bedient. Mir hat das Buch recht gut gefallen und ich finde es deshalb EMPFEHLENSWERT.

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  • erinnerungen die wertvoll sind

    Die silberne Spieldose
    sille72

    sille72

    12. April 2017 um 15:05

    Die silberne Spieldose Taschenbuch Von Mina Baites EUR 9,99 Alle Preisangaben inkl. USt Taschenbuch: 320 Seiten Verlag: Tinte & Feder (7. März 2017) Sprache: Deutsch ISBN-10: 147782451 ISBN-13: 978-1477824511 Größe und/oder Gewicht: 18,6 x 2,5 x 12,6 cm Die silberne Spieldose entführt uns auf eine Zeitreise in die deutsche Geschichte. Wir erleben glückliche und traurige stunden mit der Familie Blumenthal aus Lübeck und Hamburg. Es beginnt in Hamburg zum Anfang des 1. Weltkrieges und endet in Kapstadt im Jahre 1965. Johann Blumenthal Silberschmied und Juwelier in Hamburg Altona macht eine Spieldose für seinen Sohn Paul zum Abschied, da er sich freiwillig zum Einsatz gemeldet hat. Uns wird erzählt wie er sich im Heer fühlt und das er zwei gute Kameraden findet die sich später um seine Familie kümmern. Der erste Zeitschnitt erfolgt und Paul ist jetzt Anfang zwanzig und trägt sich mit der Absicht zu heiraten. Seine verlobte möchte aber erst zum Christentum übertreten da sie und ihre Familie schon die Repressalien der SA zu spüren bekommt. So genug aus dem Buch. Die Figuren sind sehr anschaulich geschildert und die Geschichte kommt gut voran. Der Leser wird in die Geschichte und die Familie rein gesogen und kann jeden schlag spüren. In jedem Zeitabschnitt habe ich mit der agierenden Person mit gefiebert und konnte mich nach Beendigung des Buches nicht so schnell losreißen wie sonst. Die Recherche der Autorin war hervorragend und die einzelnen Charaktere waren sehr gut ausgearbeitet. Das Cover hat genau zum Titel gepasst. Die 5 Sterne hat das Buch in seiner Gesamtheit absolut verdient.

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  • Zutiefst berührend

    Die silberne Spieldose
    Uschi62

    Uschi62

    11. April 2017 um 17:04

    Wir schreiben das Jahr 1914, als sich der jüdische Silberschmied Johann Blumenthal freiwillig zum Kriegsdienst meldet. Das Abschiedsgeschenk für seinen Sohn Paul ist eine, mit viel Liebe hergestellte, wunderschöne Spieldose. Johann konnte damals nicht ahnen, welch wichtige Rolle diese Spieldose noch 50 Jahre später, im Leben der Familie Blumenthal, spielen wird.Johann kehrt nicht zurück, Paul ist in seine Fußstapfen getreten und führt das Hamburger Juweliergeschäft, doch die dunklen Wolken des Antisemitismus rücken immer näher und zwingen Paul und seine Familie bald zur Flucht. Die Spieldose ist nun ständiger Begleiter seiner Tochter doch warum gelangt sie 50 Jahre später in den Besitz der Londonerin Lilian Morrison?Mit leiser Stimme, aber dafür umso eindringlicher erzählt die Autorin Mina Baites die Geschichte der jüdischen Familie Blumenthal. Über drei Generationen hinweg durfte ich den Weg dieser Familie verfolgen und ich muss sagen, die Geschichte hat mich tief berührt. Die Protagonisten sind mit viel Feingefühl, liebevoll beschrieben und man schliesst jeden von ihnen sofort ins Herz. Durch diese innere Verbindung zur Familie Blumenthal ist mir die Verfolgung der Juden durch die Nazis sehr nahe gegangen und dabei war keine detaillierte Beschreibung der Gräueltaten notwendig.Geschickt werden die Bögen zwischen den Generationen gespannt und immer wieder mit der silbernen Spieldose verknüpft.Für mich ist dieses Buch eines meiner Highlights dieses Jahr und verdient volle fünf Sterne mit einer absoluten Leseempfehlung.

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  • Prädikat: Besonders wertvoll! Eine silberne Spieldose GEGEN DAS VERGESSEN!

    Die silberne Spieldose
    SigiLovesBooks

    SigiLovesBooks

    11. April 2017 um 15:06

    "Die silberne Spieldose" von Mina Baites (Pseudonym der Autorin Iris Klockmann) erschien als TB im Verlag 'Tinte und Feder' bei amzon Publishing, 2017. "Für Paul, in Liebe"so lautet die Widmung, die der jüdische Silberschmied Johann Blumenthal aus Hamburg 1914 für seinen Sohn auf eine Spieldose graviert. Es ist sein Abschiedsgeschenk, denn Johann meldet sich freiwillig in den Kriegsdienst, um für seine geliebte Heimat zu kämpfen. Das kostbare Andenken seines Vaters wird für Pau und seine Kinder zu einem Symbol für die Hoffnung und Zusammenhalt, während der Hass auf sein Volk wächst und sich die Schlinge um die renommierte Juwelierfamilie enger zieht. Das Erbstück wird den Blumenthals Trost schenken, sie in Gefahr bringen und eines Tages trennen. Bis es fast fünfzig Jahre später über Schicksalswege in die Hände der jungen Londonerin Lilian Morrison gerät und sich die silberne Spieldose ihrer älteren  Schwester jede Nacht wie ein ungebetener Gast in ihre Träume schleicht. Doch was hat das kostbare Andenken der Familie Blumenthal mit ihr zu tun?"(Quelle: Buchrückentext)Es ist nun schon ein paar Tage her, dass ich dieses Buch - das mehr als ein Roman ist, sondern ein Stück dunkelster deutscher Zeitgeschichte transportiert, zugeklappt habe. Los lässt es mich noch immer nicht, weshalb hier 5 Sterne als Höchstmaß nicht ausreichen; dies hat mehrere Gründe:Mina Baites (Iris Klockmann) ist es gelungen, in sehr einfühlsamer Weise das Schicksal der jüdischen Juweliersfamilie Blumenthal - stellvertretend für Millionen anderer jüdischer Familien - vom Beginn des 20. Jahrhunderts an zu beschreiben: 1914 wird die silberne Spieldose von dem Silberschmied Johann Blumenthal angefertigt, der seinem Sohn Paul ein liebevolles und auch außergewöhnliches Abschiedsgeschenk damit überreicht, nachdem er sich freiwillig zum Kriegsdienst meldet, um für sein Vaterland zu kämpfen. Johann wird aus dem 1. Weltkrieg nicht lebend zurückkehren, jedoch hat er sein Leben für einen Kameraden gegeben, dem er half, ein Lazarett zu erreichen...Paul tritt beruflich in die Fußstapfen des Vaters und übernimmt das Juweliergeschäft in Hamburg, doch die Wolken am Himmel verdüstern sich: Mit Hitlers Machtergreifung beginnt  das dunkelste Kapitel deutscher Geschichte und damit die Ausgrenzung und Verfolgung von Juden......Paul heiratet die Tochter des jüdischen Arztes Dr. Fisch, Clara und ist sehr glücklich mit ihr. Zu der Zeit, als Tochter Margarethe, ein sehr aufgewecktes und intelligentes Mädchen, zur Welt kommt, emigrieren die Schwester johanns, Martha und ihr Mann Hermann sowie Lotte, die Mutter Pauls, die ohne ihren geliebten Johann keine Zukunft mehr in ihrer Heimatstadt sieht, nach Südafrika. Onkel Max wie auch der ältere Arzt sind unter keinen Umständen zu bewegen, auszuwandern - aus sehr verständlichen Gründen. Sie hoffen noch immer, dass sich alles sehr bald wieder zum Guten wenden wird.Doch es kommt anders... Paul, Clara und die kleine Margarethe flüchten vor den Schergen der SA und finden in einem Gutspächter einen Freund. Bei Friedrich Lükemeier können sie eine Weile untertauchen und auf ein Schiff hoffen, das sie in die Freiheit bringt, während es in Nazideutschland für Juden, Kommunisten oder auch Sozialisten immer unerträglicher - und lebensgefährlicher wird. Wird es ihnen gelingen, das Land noch rechtzeitig zu verlassen?Die Spieldose ging in den Besitz von Margarethe über, die sie ebenso hütet wie ihr Vater dies bereits tat. Da kündigt sich ein Geschwisterchen an....Mina Baites hat einen Roman über das Schicksal der Familie Blumenthal geschrieben, der es in sich hat: Die Spieldose taucht später in einem englischen Schließfach wieder auf, wo sie auf die Erbschaft von Lilian Morrison wartet. Diese junge Frau sucht nun nach den Wurzeln ihrer Familie und erkennt, dass vieles anders ist, als sie bisher angenommen hat. Hier fügen sich die Puzzleteilchen zusammen und ohne das tragende, alles überdauernde Element der Spieldose, die für Hoffnung und Zuversicht stand, hätte die Familie vielleicht nicht die Chance gehabt, einander wiederzufinden.Gerade das letzte Drittel geht dem Leser sehr zu Herzen; man begibt sich mit Lilian auf Spurensuche und freut sich mit ihr, als sie fündig wird! Die größte Stärke dieses Romans liegt m.E. darin, dass er die Lebensbedingungen einer jüdischen Familie im dritten Reich so emotional erzählt, dass einem die gesamte Familie Blumenthal mehr als ans Herz wächst; ja dass man sie liebgewinnt, um sie bangt, um sie weint und sich mit ihr freut.Fazit:Ein sehr bewegender, sehr einfühlsam geschriebener und gut recherchierter Roman, dem ich meinen ganzen Respekt zolle und ihn mit einer absoluten Leseempfehlung markieren möchte: Er transportiert in einer Weise ein Stück dunkler deutscher Zeitgeschichte und Historie, die ich so schnell nicht vergessen werde, ebenso wie die schöne Leserunde mit der Autorin, die stets alle Fragen beantwortete, die sich uns stellten. Eine absolute (Lese)-Bereicherung für mich, die ich jedem empfehlen kann und das Prädikat "besonders wertvoll" sowie "literarischer Stolperstein" - gegen das Vergessen! - hinzufüge. 5 Sterne reichen hier nicht aus: Ich vergebe 7 Sterne und einen großen Dank an die Autorin!

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    • 3
  • Begleiterin in schweren Zeiten

    Die silberne Spieldose
    UlrikeG-K

    UlrikeG-K

    11. April 2017 um 14:24

    Mit "Die silberne Spieldose" hat Mina Baites die bewegende Geschichte einer deutschen Familie jüdischen Glaubens geschrieben, deren Schicksal wohl niemanden unberührt lassen wird.Vor dem Hintergrund des Ersten Weltkriegs, der Weimarer Republik und dem Aufkommen des Nationalsozialismus bis zur Machtergreifung Hitlers und deren fürchterlichenden Folgen für Europa und für die ganze Welt lässt uns die Autorin teilhaben am Leben und Leiden der Hamburger Juweliersfamilie Blumenthal.Der Leser lernt zu Beginn des Romans Johann Blumenthal kennen, den Schöpfer der Spieldose, die seinem kleinen Sohn zugedacht ist bevor er selbst freiwillig als einer der vielen tausend Juden in den Ersten Weltkrieg zieht, in dem er sein Leben lassen muss.Fortan müssen Frau und Sohn ohne ihn weiterleben, wobei ihnen echte Freunde zur Seite stehen, die unverbrüchlich auch in den kommenden schweren Zeiten an ihrer Seite bleiben werden.Die Hoffnung der Juden, dass ihre Teilnahme am Weltkrieg, ihr Einsatz für ihr Heimatland Deutschland Anerkennung finden würde, erfüllt sich nicht; gegebene Versprechen sind wertlos.Am Beispiel der Blumenthals erfahren wir und erleben mit, wie in den Nachkriegsjahren bis zur Machtergreifung der Nationalsozialisten die Repressalien und Schikanen gegen die jüdisches Bevölkerung immer mehr zunehmen, bis sich schließlich die Situation so zuspitzt, dass ein Leben in Deutschland unter menschenwürdigen Bedingungen nicht mehr möglich ist.Einige Mitglieder der Familie können sich rechtzeitig aus Deutschland absetzen und in Südafrika eine neue Heimat finden, andere entscheiden sich zum Bleiben. Eine fatale Entscheidung, wie man heute weiß!Johanns Sohn, Paul Blumenthal entschließt sich erst sehr spät, vielleicht zu spät, zur Flucht mit seiner Familie - denn ein Weggehen aus Deutschland war nun auf normalem Wege nicht mehr möglich.Seines Vaters Spieldose gibt er nun an seine kleine Tochter weiter....Der Leser verfolgt nun mit Bangen die Odyssee Pauls und der Seinen! Wird es ihnen gelingen, mit tatkräftiger Hilfe der treuen Freunde ( welch ein Trost für die Familie und letztendlich auch für den Leser deren Existenz doch ist! ), schließlich doch aus Deutschland wegzukommen? Oder werden sie den Weg so vieler Juden, den Weg in die Vernichtung, gehen müssen?Erst am Schluss des Buches werden wir eine Antwort bekommen, - und es ist letztlich die silberne Spieldose, die, lange verloren, plötzlich wieder auftaucht und nach einem Vierteljahrhundert Antworten ermöglicht, die Fäden verknüpft und die Geschichte der Familie Blumenthal zu einem versöhnlichen Ende bringt....Mina Baites ist es gelungen, ein eindringliches Bild einer Zeit zu malen, die mit Gewissheit eines der unrühmlichsten Kapitel der deutschen Geschichte darstellt. Auch ohne dass sie dem Leser das Grauen detailliert schildert, gelingt es ihr, ihm das ganze Ausmaß des Schreckens mit klarer, unsentimentaler Sprache vor Augen zu führen, ihn aufzurütteln und, ja, auch zu erschüttern.Gewiss sind die - liebevoll gezeichneten - Protagonisten fiktive Charaktere, doch sie sind gleichzeitig so real vor dem realen, vorzüglich recherchierten Hintergrundgeschehen, dass man sich leicht vorstellen kann, dass man hier kein Einzelschicksal vor sich hat, dass es unzähligen Juden ganz ähnlich ergangen sein muss, wie unsrer Roman-Familie Blumenthal!Und dann begreift man womöglich, wenn auch nur für einen kurzen Moment, welche Schuld das deutsche Volk in dieser bösen braunen Zeit auf sich geladen hat.... Mina Baites hat uns nachdrücklich daran erinnert!

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  • Beeindruckender Roman mit Leuchtkraft

    Die silberne Spieldose
    Jana68

    Jana68

    10. April 2017 um 00:54

    Der im März 2017 bei Tinte & Feder Amazon Media erschienene Roman "Die silberne Spieldose" von Mina Baites erzählt die Geschichte der Jüdischen Familie Blumenthal vom Beginn des 1. WK bis in die 1960er Jahre. Johann Blumenthal ist Familienvater und Silberschmied und hat sein Juweliergeschäft in Hamburg Altona. Als er sich 1914 freiwillig zum Kriegsdienst meldet, schmiedet er mit Hingabe eine silberne Spieldose, in der nicht nur sein überragendes, filigranes Können steckt, sondern auch seine ganze Liebe und Zuversicht. Denn diese Spieldose ist ein Abschiedsgeschenk für seinen Sohn Paul. Damit beginnt für das kleine, schillernde Kunstwerk eine lange und ungewisse Reise durch die Schrecken des 1. Weltkrieges, die entbehrungsreichen Nachkriegsjahre bis zum Börsen-Crash 1929, den zunehmenden Antisemitismus bis zur offenen und gnadenlosen Judenverfolgung während der Nazidiktatur. Dann verschwindet die Spieldose für viele Jahre in einer kupfernen Kiste und taucht erst wieder auf, als Lilian Morrison nach dem Tod ihrer Eltern ihr Erbe antritt. Trotz des langen Zeitraums, den die Geschichte umfasst, ist das Buch kein dicker Wälzer. Die Autorin schafft es dennoch, soviel zu erzählen, das man alles weiß, was man wissen muss, um die Ereignisse richtig einzuordnen und mitzufiebern. Die Geschichte ist so fesselnd geschrieben, dass sie enormen Raum einnimmt, obwohl das Buch nur 300 Seiten hat. Ja, an der einen oder anderen Stelle hätte ich mir durchaus einen noch tieferen Einblick in die Gedanken der Protagonisten gewünscht. Dennoch ist der Schreibstil so klar, bildhaft und präzise, dass ich beim Lesen die Geschichte wie einen Film vor mir ablaufen sah und am Ende habe ich nichts vermisst. Dabei verzichtet die Autorin fast vollständig auf die detaillierte Beschreibung von Gräueltaten. Sie gestaltet liebevolle, sehr sympathische Charaktere mit Stärken und Schwächen. Mit ihnen gemeinsam durchleben wir jene Zeiten, in denen die Welt mehrfach außer Kontrolle geriet und sich in grausamen Kriegen wiederfand, in denen der bewußt geschürte Volkshass Juden und andere Menschengruppen isolierte, denunzierte, verprügelte, verjagte und schließlich Massen von ihnen vernichtete. Die Spieldose hat in dieser Geschichte eine tragende Rolle als Bindeglied über die Zeiten mit viel Symbolcharakter. Ihr leuchtendes Silber steht für Hoffnung, Zuversicht, Familie und Liebe. Das angelaufene Silber symbolisiert für mich die dunkle Zeit, als die Hoffnung verloren zu gehen schien und niemand wußte, ob und wer das Grauen von Krieg und Verfolgung überlebt hat. Doch Silber verliert seine Leuchtkraft nicht, es braucht nur ein wenig Pottasche... Es überdauert die Zeit wie die Liebe und die Hoffnung, die diese Familie stets begleitet hat. Und so leuchtet sie am Ende erneut strahlend; Menschen kommen zusammen, die so lange aufeinander gewartet haben und von denen manch einer nicht mehr an ein Wiedersehen glaubte. Es ist ein kraftvoller Schluss, emotionsgeladen wie selten, weil man gar nicht anders kann, als die Freude zu teilen, den Triumph zu spüren, dass es den Nazis nicht gelungen ist, alle Juden zu vernichten. Durch die Erzählweise wird das Buch zudem zu einer Warnung ohne erhobenen Zeigefinger. Mich hat dieses Buches in jeder Hinsicht bereichert, denn es zeigt sowohl, wozu Menschen grausamer Weise fähig seien können, es zeigt aber auch, dass es immer wieder Menschen gibt, die helfen und beschützen, für die Freundschaft und Dankbarkeit mehr als ein Wort ist und deren Mitgefühl nicht am eigenen Gartenzaun endet. Ich empfehle das Buch sehr gerne und uneingeschränkt weiter.

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    • 2
  • Eine berührende Geschichte

    Die silberne Spieldose
    kessi

    kessi

    09. April 2017 um 19:34

    " Die silberne Spieldose " von Mina Baites ist eine berührende und zugleich bedrückende Geschichte der jüdischen Familie Blumenthal von 1914 an, über die Anfängen des Nationalsozialismus bis hin ins Jahr 1963.Hamburg 1914, Johann Blumentha ein Silberschmied, entscheidet sich etwas ganz besonderes für seinen Sohn Paul zu fertigen. Es soll ein Abschiedsgeschenk sein, denn Johann hat beschlossen für sein geliebtes Heimatland im ersten Weltkrieg zu dienen . Eine wunderschöne silberne Spieldose ist es geworden, die über Generationen hinweg erst Paul und später seine Tochter Margarethe wie einen großen Schatz bei sich tragen werden.Leider ist Johann im Krieg gefallen und kehrt nicht mehr zu seiner geliebten Lotte und dem kleinen Paul zurück. Als Paul alt genug ist übernimmt er das Juweliergeschäft seines Vaters und ist ebenfalls Silberschmied geworden. Er hat eine liebevolle Frau , Clara, geheiratet und ihr Glück scheint perfekt als sie Eltern von Margarethe werden ein kleines bezaubernde Mädchen, welches man einfach in sein Herz schließen muss.Doch die Zeiten für jüdische Familien werden über die Jahre unerträglich und so bleibt vielen nichts anderes als die Flucht übrig, sofern sie sich rechtzeitig dazu entschieden haben.Die Autorin hat einen guten Weg gewählt dem Leser eine Einblick in die schreckliche Zeit des Nationalsozialismus zu geben ohne die Gräueltaten ausführlich zu schildern, denn die sind allzeit bekannt. Man erlebt wie  jüdischen Gemeinden mit ihrem Schicksal im Altag zurecht kommen, wieviel Hoffnung sie tragen, dass sich doch noch alles zum Guten wenden wird um dann festzustellen, dass sie in diesem Land als Nichtarier nicht mehr erwünscht sind. Ehemals Freunde werden nun zu Feinden. Zum Glück gibt es Menschen die all die Jahre zu den Blumenthals halten und ihnen zur Seite stehen obwohl sie damit ihr eigenes Leben riskieren.Mina Baites hat mit ihren Figuren wunderbare und liebevolle Menschen geschaffen die einem sofort sympathisch  und mir im Laufe der Geschichte richtig ans Herz gewachsen sind.  So blieb es nicht aus, dass ich mit ihnen glücklich , traurig und erschrocken gewesen bin. Ich habe mit ihnen gelitten und bin über die kleinste Zuversicht glücklich gewesen.Der Schreibstil ist sehr einfühlsam und berührend und verleiht der Geschichte etwas ganz Besonderes. Ebenfalls gut hat mir die Recherchearbeit gefallen, die dem Roman die Authentizität gibt.Von der ersten Seite an hat mich die Geschichte mitgenommen und ich habe die Spannung an machen Stellen kaum ausgehalten, so blieb mir nichts anderes übrig als das Buch kaum aus der Hand zu legen. Es ist ein in sich abgeschlossener Roman wo keine Frage unbeantwortet bleibt, einfach nur wunderschön. Ich freue mich schon auf einen nächsten Roman von Mina Baites ( Iris Klockman ) in den ich abtauchen kann.

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  • Das Vermächtnis der Spieldose

    Die silberne Spieldose
    Dreamworx

    Dreamworx

    08. April 2017 um 14:36

    1914 Hamburg. Der Juwelier und Goldschmied Johann Blumenthal ist mit seiner großen Liebe Lotte verheiratet und der vierjährige Sohn Paul ist ihr ganzes Glück. Ihm möchte Johann ein besonderes Geschenk machen und fertig für ihn ein silbernes Kästchen mit eingearbeiteter Spieldose und besonders feiner Gravur. Als der Krieg ausbricht, meldet sich Johann freiwillig und stirbt ehrenvoll, nachdem er einige seiner Kameraden vor dem Tod gerettet hat. Das Einzige das Paul von seinem Vater bleibt, ist die silberne Spieldose, die ihn auch weiterhin im Leben begleitet. Paul tritt das Erbe seines Vaters an, wird ebenfalls Goldschmied und übernimmt das Familiengeschäft. Er heiratet Clara und mit Töchterchen Margarethe ist ihr Glück vollkommen. Margarethe ist von dem silbernen Kästchen ihres Vaters so fasziniert, dass Paul es ihr eines Tages nach vielem Bitten und Betteln schenkt. Als die Nazis immer mehr Zulauf bekommen und die Judenverfolgung in Deutschland ihren schrecklichen Lauf nimmt, machen sich auch Paul und Clara Gedanken, welche Zukunft sie noch haben. Kurzentschlossen und in einer Nacht und Nebelaktion flüchtet Paul mit seiner Familie und hofft, mit ihnen in einem anderen Land eine Zukunft zu haben. Die silberne Spieldose begleitet sie. Jahrzehnte später taucht die Spieldose in England wieder auf und enthüllt langsam das Geheimnis ihrer letzten Reise…Mina Baites alias Iris Klockmann hat mit ihrem Buch „Die silberne Spieldose“ einen wunderschönen, sehr berührenden historischen Roman vorgelegt, der seinesgleichen sucht. Der Schreibstil ist flüssig, bildhaft und fesselnd, der Leser kann sich gegen die Sogwirkung der Erzählweise wehren und lässt sich gedanklich in das vergangene Jahrhundert entführen, um als stiller Begleiter und Beobachter erst Johann und seiner Familie, später Paul und seinen Lieben Gesellschaft zu leisten und selbst hautnah an ihrem Schicksal teilzuhaben. Iris Klockmann wohnt das besondere Talent inne, mit wenigen Worten Situationen behutsam so genau zu beschreiben, dass man sie nicht nur vor dem inneren Auge mitverfolgen, sondern fast schon körperlich spüren kann. Der historische Hintergrund ist sehr gut recherchiert und der Handlung unterlegt. Das Schicksal der Protagonisten und deren Gefühle und Gedanken machen tief betroffen, gleichzeitig schämt man sich für diesen Tiefpunkt deutscher Geschichte und dafür, dass dies überhaupt geschehen konnte. Informationen über die Auswanderung von Juden nach Südafrika ebenso wie die Kindertransporte nach England werden hier sehr schön eingearbeitet und machen alles zu einem runden Bild.Die Charaktere sind so warmherzig und liebenswert skizziert und ausgearbeitet, dass man sich ihnen gleich eng verbunden und sich selbst wie ein unsichtbares Familienmitglied fühlt, welches beim Lesen mitleidet und mitfühlt. Alles wirkt so authentisch und lebendig, der Leser baut regelrecht eine innere Verbindung zu ihnen auf. Johann ist ein sympathischer Mann, ebenso Paul. Beide Männer sind sich in ihrem Wesen so ähnlich, sorgen sich um ihre Lieben und wollen sie mit allem Mitteln beschützen. Ebenso gleichen sich Lotte und Clara, wobei Clara eher energischer und impulsiver ist, als ihre Schwiegermutter. Max, der etwas verschrobene Onkel von Paul, ist ein herzensguter Mann, der sich nicht vertreiben lässt, dabei aber an all seine Lieben denkt und sie immer unterstützt. August und Gregor ebenso wie Lükemeyer sind besondere Menschen, die ihren Beitrag geleistet haben, Menschen zu schützen und ihr Geheimnis zu bewahren. Lilly ist eine junge Frau, die jahrelang die Wahrheit nicht kannte und dann durch Zufall eine neue Familie bekommt – ihre eigene. Auch die anderen Protagonisten sind in besonderer Weise ausgewählt, die Handlung zu stützen und die Spannung auf hohem Niveau zu halten. Der Hauptdarsteller in dieser Geschichte aber ist die Spieldose, die als Verbindungsglied zwischen Vergangenheit und Zukunft eine wunderschöne Rolle spielt und als Beweis dafür dient, wie kostbar Erinnerungen und Vermächtnisse sind.„Die silberne Spieldose“ ist ein zauberhafter historischer Roman um eine Familie, die durch sehr schwere Zeiten gehen musste. Die gefühlvolle Erzählweise der Autorin und die außergewöhnliche Handlung nehmen den Leser mit auf eine Achterbahn der Gefühle. Alle, die berührende Geschichten lieben, sollten an diesem Roman auf keinen Fall vorbeigehen. Ein Buch, dass noch sehr lange im Gedächtnis bleiben wird. Hier wurde alles richtig gemacht. Absolute Leseempfehlung für ein Wahnsinnsbuch! Chapeau!!!  

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  • Schwere Zeiten

    Die silberne Spieldose
    Pelikanchen

    Pelikanchen

    05. April 2017 um 20:23

    Johann Blumenthal lernt man als wirklich netten jüdischen Mitbürger kennen, der sich 1914 freiwillig für den Kriegsdienst meldet, um für Deutschland zu kämpfen. Das sollte ja ganz schnell gehen, wenn sie alle zusammenhalten und die Franzosen sind doch schnell erledigt. Leider war dem nicht so und der Krieg war endlos und das erlebte konnte auch kein überlebender wirklich hinter sich lassen. Johann hat seinen Sohn Paul zum Abschied noch eine silberne Spieldose geschenkt, die er als Juwelier mit größtem Geschick selbst entworfen und hergestellt hat.Jahre später wird es für die jüdische Bevölkerung immer schlimmer und bald zählt auch nicht mehr, das viele Juden im ersten Weltkrieg für Deutschland gekämpft haben. Paul der zu dieser Zeit den Juwelierladen seines Vaters übernommen hatte, kämpft täglich mit den Vorurteilen gegen Juden und muss zusehen wie sich selbst Freunde von ihm abwenden.Die Autorin hat es geschafft eine tolle Familiensaga zu erschaffen, die mich von der ersten Seite an mitgerissen hat. Ich mochte die Familie Blumenthal von Anfang an und auch viele der Protagonisten sind mir ziemlich ans Herz gewachsen. Der Schreibstil war von Anfang an flüssig zu lesen und ich fühlte mich in die Geschichte integriert. Die Geschichte ist stellenweise sehr traurig, wie allgemein der erste und zweite Weltkrieg verlaufen ist, das wissen wir ja leider alle sehr gut. Wie die Juden Schritt für Schritt immer weiter fertig gemacht wurden, Familien zerrissen wurden und das Leid immer größer wurde, genau das hat die Autorin wunderbar beschrieben.Hier wurden wunderbare Charaktere zum Leben erweckt und haben uns an ihrem Leben Teil haben lassen, ich habe mit ihnen gelacht, geweint und gezittert und war oft wirklich Sprachlos, über so viel Anfeindungen. Das Buch ist wirklich schlüssig erzählt und ich liebe es, wenn mich ein Buch wirklich packt und alle Handlungen nachvollziehbar sind. Ich hatte das Glück das Buch in einer Leserunde mit der Autorin persönlich zu lesen und es hat mir wirklich großen Spaß gemacht. Ich kann das Buch nur jeden empfehlen, ein wirklich Großartiges Buch. 

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  • Eine berührende Geschichte!

    Die silberne Spieldose
    miriamB

    miriamB

    05. April 2017 um 10:25

    Die silberne Spieldose Mina Baites   Dieses Buch erzählt uns die Geschichte der jüdischen Familie Blumenthal. Beginnend mit Johann, Silberschmied aus Hamburg der für seinen Sohn Paul eine silberne Spieldose anfertigt. Als Abschiedsgeschenk, denn Johann meldet sich freiwillig für den Kriegsdienst, um für seine Heimat zu kämpfen. Johann stirbt und die Spieldose begleitet Paul und seine Familie weiterhin. Sie ist das verbindende Element zwischen Generationen und Jahrzehnten. Sie begleitet die Familie durch Zeiten wirtschaftlicher Veränderung, zunehmendem Antisemitismus und Krieg bis in die 1960iger Jahre.   Mina Baites/Iris Klockmann beschreibt den Alltag dieser jüdischen Familie in Zeiten des zunehmenden Antisemitismus. Es sind weniger extreme Gräueltaten, sondern vielmehr der grausame „Alltag“, der die Situation der Blumenthals fassbar macht. Die Freunde und Nachbarn, die sich plötzlich abwenden, Gesetze, die das Leben erst schwer, später dann unerträglich machen. Auch die Mitglieder der Familie Blumenthal müssen alles versuchen, diese Zeit zu überstehen.   Es ist eine sehr berührende Geschichte, deren sympathische Protagonisten einem sofort ans Herz wachsen. Und es ist dieses emotionale Element, das die Geschichte zu etwas ganz Besonderem macht. Wir haben alle einiges über diese Zeit gelernt, aber in diesem Buch ist man mit Herz dabei – was dem Ganzen eine zusätzliche Qualität gibt. Die Autorin schafft es, ein schwieriges Kapitel Zeitgeschichte ohne erhobenem Zeigefinger und ohne Moralpredigt zu behandeln. Es ist die emotionale Geschichte, die von der ersten bis zur letzten Seite spannend ist, die lange nachhallt, zum Nachdenken anregt und informativ ist. Ein wichtiges Buch!

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    • 2
  • Eine Spieldose als Mittelpunkt einer tragischen Familiengeschichte

    Die silberne Spieldose
    FreydisNeheleniaRainersdottir

    FreydisNeheleniaRainersdottir

    02. April 2017 um 15:05

    1914: Als der erste Weltkrieg ausbricht, beschließt der junge Goldschmied Johann Blumenthal, sich freiwillig zum Kriegsdienst an der Front zu melden. Dabei geht es ihm nicht darum, den Feind zu zeigen, wo es lang geht, ihn würde schlicht und ergreifend das schlechte Gewissen plagen, wenn alle in den Krieg ziehen würden und er daheim säße. Als ein Mitglied der jüdischen Gemeinde wäre Johann nicht verpflichtet, sich zu melden, doch möchte er den Lästermäulern, die den Deutschen jüdischen Glaubens nachsagen, sie würden sich vor dem Krieg drücken, ganz gerne das Gegenteil beweisen. Am Tag seines Abschiedes schenkt er seinem Sohn Paul eine hübsche, silberne Spieldose, auf deren Boden er eine liebevolle Nachricht eingraviert hat, sodass ihn Paul niemals vergisst und weiß, dass sein Vater immer an ihn denkt. In dem Glauben, dass er Weihnachten wieder daheim ist, rückt Johann mit seiner Einheit aus, doch er soll nie mehr zurück kommen. So beginnt die bewegende Familiengeschichte, in der über drei Generationen hinweg von dem Schicksal der jüdischen Familie und Goldschmied-Dynastie Blumenthal erzählt wird. Geht es Johann noch um Stolz und Patriotismus, sieht sich Paul bald mit den Nazis konfrontiert, die ihm und seiner Familie des Leben zur Hölle machen. Zum Ende hin macht die Geschichte einen Sprung zu der jungen, britischen Übersetzerin Lilian, die beim Tod ihre Eltern eine hübsche silberne Spieldose vererbt bekommt. Doch warum gelangt die Spieldose ausgerechnet in Lilians Hände? Als großer Fan von historischen Romanen mit Familiengeschichten, die im 20. Jahrhundert spielen und aufgrund meiner Interesse, geschichtlich immer Neues hinzulernen, war dieses Buch für mich ein Muss. Die Thematik mit den deutschen Soldaten jüdischen Glaubens, die als Patrioten für ihr Land in den Krieg gezogen sind, hat mich schon bei Avi Primors „Süß und ehrenvoll“ sehr interessiert. Anders als bei Primor wird hier aber überwiegend darüber erzählt, was die Familie des Soldaten fühlt und welche Ängste sie aussteht, während er im Krieg ist. Ich fand es wirklich gut, diese Geschichte auch mal aus einer anderen Sichtweise zu sehen. Bei Geschichten über die Pogrome gegen die jüdische Bevölkerung im dritten Reich bekomme ich irgendwie immer einen Kloß im Hals. Mir will es nach wie vor nicht in den Kopf, wie man Menschen, die lediglich einen anderen Glauben hatten, zu einer eigenen Rasse ohne jegliche Rechte deklarieren konnte. Und mir will nicht in den Kopf, wie andere Menschen dabei mitmachen konnten. So hatte ich auch bei der Geschichte um Pauls Schicksal in der NS-Zeit wieder einen dicken Kloß im Hals. Die Geschichte ist sehr gut geschrieben, die geschichtlichen Details sehr gut recherchiert und brillant in den Erzählfluss eingeknüpft, sie ließ sich so lesen, als würde man selbst zur Familie Blumenthal gehören und an ihrem traurigen Schicksal Anteil haben. Diese Geschichte ist trotz oder gerade wegen ihres traurigen Hintergrundes sehr zu empfehlen.

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