Minetaro Mochizuki

 4.4 Sterne bei 31 Bewertungen
Autor von Dragon Head 02, Dragon Head, Band 3 und weiteren Büchern.

Neue Bücher

Chiisakobee 4

 (2)
Neu erschienen am 30.10.2018 als Taschenbuch bei Carlsen.

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Chiisakobee 1

Chiisakobee 1

 (3)
Erschienen am 27.02.2018
Chiisakobee 2

Chiisakobee 2

 (2)
Erschienen am 30.04.2018
Chiisakobee 4

Chiisakobee 4

 (2)
Erschienen am 30.10.2018
Chiisakobee 3

Chiisakobee 3

 (2)
Erschienen am 31.07.2018

Neue Rezensionen zu Minetaro Mochizuki

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Rezension zu "Chiisakobee 4" von Minetaro Mochizuki

Ende ohne Überraschungen, in gewohnter Manier
lex-booksvor 4 Tagen

Es heißt Abschied nehmen: Der vierte ist der letzte Band der Mangareihe „Chiisakobee – Die kleine Nachbarschaft“ und sie endet, wie sie begonnen hat – leise und elegant. Eine Reise geht zuende. Das spürt man schon mit den ersten Bildern. Shigeji und Ritsu zeigen sich ungewohnt nachdenklich. Sie wirken einander zugewandt, in Gesten und Gedanken. Keine geballten Fäuste, kein stures Ausweichen.

Nachdem im dritten Teil eine Art emotionaler Knoten geplatzt ist, widmet sich dieser Band ganz der Beziehung zwischen Shigeji und Ritsu. Wie diese endet, nimmt das Cover augenscheinlich vorweg. Dennoch ist es faszinierend, sich von den Bildern das letzte Stück des Weges tragen zu lassen. Es ist nach wie vor erstaunlich, wie kraftvoll und doch schlicht Zeichner Minetaro Mochizuki Gefühle transportiert. Er zoomt heran und wieder weg, inszeniert Details und Körperhaltungen, legt sein Augenmerk auf beiläufige Momente, die der Geschichte und den Personen Lebendigkeit einhauchen. Es fesselt, diese Bilder zu betrachten. Sie führen mit einem Minimum an Text und einfachen, klaren Strichen ausdrucksstark durch die Handlung.

Der Abschluss einer Reihe, das letzte Mosaikstück, bietet immer die Möglichkeit, ein Werk in seiner Gesamtheit zu beurteilen: Und da zeigt sich wenig Kritik. Persönlich finde ich, hätte man einen Band einsparen können. Die ruhige Erzählweise macht diese Reihe so einzigartig, doch kleine Kürzungen hätten der Qualität nichts anhaben können. Bisweilen hat man den Eindruck, dass sich die Handlungsfäden zu schwach entwickeln.

Kritisiert hatte ich in einer früheren Rezension das Frauenbild: Und ja, ich bin kein Fan von dem Klischee, dass wir Frauen vom männlichen Geschlecht gerettet werden müssen. Dieses Eindrucks kann man sich hier leider nicht ganz erwehren. Ob es nun an der Roman-Vorlage aus den 1950er Jahren liegt, oder an überholten Rollenbildern, die sowohl in unseren Köpfen, als auch in der Realität weiterhin – und nicht nur in Japan – zu finden sind.

Davon abgesehen ist Chiisakobee ein angenehm reifer, bodenständiger Manga mit starken und sensiblen Charakteren und einer authentischen Entwicklung, ohne künstliches Drama oder vor Kitsch triefender Romantik, vor allem aber ein großer visueller Genuss.

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Rezension zu "Chiisakobee 3" von Minetaro Mochizuki

Auf der Stelle
lex-booksvor 3 Monaten

Es ist schwer zu beschreiben, was mich an dieser Reihe reizt. Ich hatte es bereits in einer früheren Rezension geschrieben: die Geschichte besteht größtenteils aus Alltagseindrücken. Beeindruckend ist jedoch die Darstellung der Gefühlswelt der Figuren. Leider kommt in „Chiisakobee 3: Die kleine Nachbarschaft“ ein wenig der Eindruck auf, auf der Stelle zu treten.


Zwischen dem um die Existenz des elterlichen Betriebes kämpfenden Schreinermeister Shigeji und seiner Kindheitsfreundin Ritsu gibt es weiterhin eine trotzige, schweigsame Verbundenheit. Immer noch versteckt sich der junge Schreiner hinter seinem wuchtigen Vollbart und Ritsu hinter ihrer distanzierten Schroffheit.

Die inhaltlichen Veränderungen sind minimal. Ich hätte mir für diesen dritten Band vor allem mehr Entwicklung der unterschwelligen Dreiecksbeziehung zwischen Shigeji, der jungen Erzieherin Yuko und Haushälterin Ritsu gewünscht. Darauf wird aber kaum eingegangen. Am Ende des Teils bleibt der Eindruck, dass man Band 2 und 3 gut und gerne in einem einzigen Buch hätte zusammenpacken können.

Festmachen kann man das Fortschreiten der Geschichte allenfalls am Verhalten der zentralen Personen, das vermehrt verletztend und grenzüberschreitend ist. Das Aufbrechen der äußeren Fassade zieht sich als roter Faden durch die Bücher und erreicht einen einstweiligen Höhepunkt. Von Anfang an war zu spüren, wie es unter der Oberfläche brodelt. Aus jedem Bild spricht die Angespanntheit der Figuren, die sich bei Weitem nicht immer korrekt verhalten, aber schwer in Schubladen zu stecken sind. Aus meiner Sicht wurden sie nicht unbedingt dazu erschaffen, sie zu mögen, sondern, um zu sehen, wie sie mit ihren Gefühlen kämpfen und der Überforderung, wie sie Fehler begehen und sich nach Ausbrüchen wieder annähern.

Was aus europäischer Sicht stört, ist das Frauenbild – möglicherweise ist dieser Umstand der Romanvorlage von 1957 geschuldet, wahrscheinlicher ist, dass die Kluft zwischen Mann und Frau in Japan bei der Gleichberechtigung noch recht beachtlich ist. Die Geschichte bildet eine Gesellschaft ab, in der die klassische Rollenaufteilung weitestgehend eingehalten wird – er, der selbstständige Unternehmer, sie, im häuslichen Umfeld. Visuell und inhaltlich bekommt das Bild immer wieder Risse, stoßen moderne, westliche Welt und japanische Kultur aufeinander. Die weiblichen Figuren bleiben davon jedoch weitestgehend unberührt.

Trotz einiger Kritikpunkte freue ich mich auf den Abschluss dieser eigenwilligen Reihe, der Ende Oktober erscheint. Ich würde Shigeji nach drei haarigen Büchern dann gerne endlich ohne Vollbart sehen und rechne eigentlich fest damit. Noch mehr würde ich mich freuen, wenn sich am Ende nicht nur Shigeji, sondern auch Ritsu und Yuko finden würden. So oder so… ich bin gespannt!

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Rezension zu "Chiisakobee 2" von Minetaro Mochizuki

Faszination des Alltäglichen
lex-booksvor 7 Monaten

Es freut mich total, dass die einzelnen Bände dieser vierteiligen Reihe in kurzen Abständen von wenigen Wochen nacheinander erscheinen. Nach dem ersten Teil hätte ich gerne direkt weitergelesen. Auch der zweite Band hat mich wieder völlig vereinnahmt und war viel zu schnell zu Ende gelesen. Auf den ersten Blick ist die Geschichte sehr ruhig, teilweise fast gewöhnlich. Die Inhaltsangabe klingt wirklich unspektakulär. Grundkonstellation ist folgende: Der junge Schreinermeister Shigeji will aus eigener Kraft die durch einen Brand zerstörte Zimmerei seiner Eltern wiederaufbauen. Privat entlasten soll ihn Kindheitsfreundin Ritsu, die ihm den Haushalt führt, aber auch fünf nicht ganz einfache Waisen im Schlepptau hat.

Man spricht oft von der Faszination des Alltäglichen. Das ist es, was den Reiz dieser Geschichte ausmacht. Bei diesem Manga habe ich das Gefühl, heimlich Nachbarn zu beobachten, unbemerkt durch ihre Fenster zu blicken oder ihnen auf der Straße hinterherzugaffen. Zeichner Minetaro Mochizuki fängt den Leser auf der zwischenmenschlichen Ebene ein, gibt dem Leser/Betrachter aber nur Bruchstücke an die Hand. Interessant ist der Kontrast, den er gestaltet: Eine fast klischeehafte japanisch-kulturelle Distanziertheit und Höflichkeit der Figuren wird immer wieder durchbrochen von emotionalen Ausbrüchen. Dabei reagieren die Protagonisten keineswegs immer liebenswert, sondern eher menschlich. Mal schreit Shigeji seine Arbeiter an, ein anderes Mal rutscht Ritsu bei den Waisen die Hand aus. In diesem Teil macht sich eines der Waisenmädchen außerdem einen Spaß daraus, Ritsu gegen die hübsche Nachbarin Yuko auszuspielen. Und der pubertierende Kiku entwickelt eindeutig sexuelles Interesse an Ritsu.

Ritsu und Shigeji kommen langsam aus ihrem Schneckenhaus heraus und bringen kleine, offene Gespräche zustande. Es ist spannend mitzuerleben, wie sich das Verhältnis der beiden inmitten der vielen Schwierigkeiten verändert. Auch hier fühlt man sich als Leser wie ein Beobachter, ahnt, dass sich eine Liebesbeziehung anbahnt, kommt an das Innere der Charaktere aber nur ansatzweise heran. Das mag am Ende des zweiten Bandes vielleicht wieder etwas frustrierend sein, andererseits wird die Neugier auf den Fortgang der Geschichte kontinuierlich geschürt.

Gekonnt unterstützt wird die Handlung durch den einfallsreichen Zeichenstil, der Gefühle in Details herausstellt und viel mit dem Format der Bilder oder dem Blickwinkel spielt. Zeichnerisch wie inhaltlich ist "Chiisakobee" ein wirklich schöner, feinsinniger Manga, der mich weiterhin auf eine emotionale, realistische Weise begeistert. 4,5 Pkt.

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