Chiisakobee 1

von Minetaro Mochizuki 
4,3 Sterne bei3 Bewertungen
Chiisakobee 1
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Auf den ersten Blick passiert nicht viel, am Ende war ich teuflisch gespannt, wie es weiter geht.

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Inhaltsangabe zu "Chiisakobee 1"

Humanität und Willenskraft! Der Zimmermeister Shigeji bemüht sich nach dem Lebensmotto seiner verstorbenen Eltern zu handeln, Verantwortung zu übernehmen und das Familienunternehmen wieder aufzubauen. Durch den Großbrand in der Stadt, dem auch die Zimmerei zum Opfer fiel, ist Ritsu obdachlos geworden, eine alte Freundin, die plötzlich mit fünf Waisenkindern vor Shigejis Tür steht – er hat ja noch Platz im großen Elternhaus! Ein bunter Haufen starker und eigensinniger Charaktere findet sich in einer schwierigen Zeit unter einem Dach zusammen – das ist teils komisch, manchmal bezaubernd, oft berührend, immer human und lässt Funken sprühen! Nach dem gleichnamigen Roman von Shuguro Yamamoto aus dem Jahr 1957 – modern und elegant versetzt in die heutige Zeit.

Buchdetails

Aktuelle Ausgabe
ISBN:9783551720955
Sprache:Deutsch
Ausgabe:Flexibler Einband
Umfang:216 Seiten
Verlag:Carlsen
Erscheinungsdatum:27.02.2018

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    Sirenes avatar
    Sirenevor 6 Monaten
    Hat was an sich, dass man weiter lesen möchte!

    Das erste was mir bei Chiisakobee aufgefallen ist, ist der Zeichenstil von Minetaro Mochizuki. Er ist auf seine Art gefühlvoll und nüchtern zugleich. Das klingt wie ein Widerspruch, aber ich versuche es mal zu erklären. Er ist nüchtern, da die Personen wenig Emotionen zeigen, wenig Mimik und Gestik und Gefühle werden meist nicht direkt gezeigt. Aber es ist auch gefühlvoll, da er viele liebevolle Details besitzt, wie an den Kleidern der Personen oder die Hintergründe. Wir haben hier gepunktete Blusen, Spitze, Blumen, eine idyllische Landschaft und an kleinen Regungen der Mimik werden viele unterdrückte Gefühle gezeigt, wie auch am Verhalten. Man muss genau hinschauen. 
    Es sind auch kräftigere Zeichnungen mit starken Linien und die Hintergründe sind realistisch und mit ihrer klaren Art bezaubernd. Man kann keine Person mit einer anderen Verwechseln, er zeichnet sehr individuelle Charaktere mit ausgeprägten Details (dort mal die Augen, da eine auffallende Nase oder stark rundes Gesicht).


    Die Handlung dreht sich um mehrer Personen, wobei ich nur auf zwei eingehen werde. Da wäre einmal der Zimmermeister Shigeji, dessen Familienunternehmen zusammen mit den Eltern in einem Feuer verbrennt. Viele andere Personen in seiner Haut, hätten nichts dagegen Hilfe zu bekommen von Freunden der Familie und Geschäftspartner, er aber bleibt stur und es ist noch abzusehen, wohin das hinausläuft. Auch wird er als Träumer und Faulpelz dargestellt und dann will er alles aus eigener Kraft wieder aufbauen? Dieser Stolz…das kann nicht gut gehen. Shigeji ist mysteriös und über sein Gefühlsleben erfahren wir wenig, wobei vieles aus seiner Sicht erzählt wird und es stellt sich raus, er ist ein guter Beobachter. Genau deswegen gefällt er mir auch so gut!

    Ritsu ist eine alte Freundin, wobei die beiden jetzt kein freundschaftliches Verhältnis zueinander pflegen und sie ist eine störrische Person. Das was wir über sie erfahren sind kleine Einblicke und Interpretationen über sie aus Shigejis Sicht und seine Erinnerungen an Ritsu als Kind. Sie tut mir Leid und regt mich teilweise etwas auf. Ritsu vertritt stark ihre Meinung, aber sie konfrontiert selten Shigeji. Die beiden wohnen zusammen, aber scheinen immer aneinander vobeizulaufen. Ich bin gespannt, wie es da weitergeht und frage mich, wann diese Blase zwischen den beiden platzt!

    Sonst geht es in diesem Graphic Novel viel um zwischenmenschlichen Beziehungen, Verpflichtungen und wie geht man mit Verlust um? Ich denke “unterdrückte Emotionen” ist ebenfalls ein zentrales Thema hier, da jede Person, die auftaucht nicht direkt ausspricht was sie fühlt oder denkt. Zuerst dachte ich “Chiisakobee” wäre ruhig, aber das täuscht, es brodelt und ich bin schon sehr gespannt auf die Entwicklung aller Charaktere.

    Was auf jeden Fall noch erwähnt werden muss, der Kleidungsstil der Charaktere. Es ist modern und cool was sie anhaben (gibt gut die jetzige Generation wieder) und sagt auch viel über die Person, als auch ihren Geschmack aus. Und kommen wir kurz mal zu dem dichten Vollbart von Shigeji, der sehr untypisch ist für Japaner! In meinen Augen zeigt es, wie anders er ist und dadurch hebt er sich nicht nur stark ab, sondern er ist nur noch viel schwieriger zu verstehen. Mal ehrlich, ich habe keine Ahnung, wie er aussieht und das macht mich verdammt neugierig. 



    Der erste Band hat auf jeden Fall mein Interesse geweckt an dieser merkwürdigen und bunten Familienkonstellation. Die Reihe werde ich weiter verfolgen, auch wenn es mich nicht so mitgenommen hat, wie gehofft. Ich denke es wird noch einiges passieren und es lohnt sich dran zu bleiben. So viel ist gesagt, es steckt sehr viel hinter Chiisakobee, es ist voll mit Konflikten, sei es auf der Arbeit oder zu Hause. Dazu kommen noch schräge und lustige Momente, die die Geschichte rund um die Bewohner des Hauses gut abrunden. Außerdem haben Shigeji und Ritsu mich mit ihrer Art gefesselt, sodass ich einfach wissen muss, wie es weiter geht.

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    lex-bookss avatar
    lex-booksvor 7 Monaten
    Kurzmeinung: Auf den ersten Blick passiert nicht viel, am Ende war ich teuflisch gespannt, wie es weiter geht.
    Ruhiger, unterschwellig emotionaler Manga mit Potenzial

    Es ist nicht nur die Figurenkonstellation, die diesen Manga so interessant macht. Vor allem sind es die unter der Oberfläche schwelenden Emotionen. An und für sich ist "Chiisakobee 1 - Die kleine Nachbarschaft" von Minetaro Mochizuki eine ruhige Geschichte. Zwischen den Zeilen und Bildern lässt sich aber soviel Konfliktpotenzial erahnen, dass man neugierig auf die Folgebände wird.

    Der Titel basiert auf einem Roman von Shuguro Yamamoto. Er spielt eigentlich im Mittelalter, ist thematisch aber zeitlos. Im Mittelpunkt stehen bisher zwei Personen: Der junge Schreinermeister Shigeji will nach dem Tod seiner Eltern, die beim Brand ihrer Traditionsschreinerei "Daitome" ums Leben gekommen sind, den Familienbetrieb wieder aufbauen. Für den langbärtigen Bücherwurm Shigeji, der sich bisher gerne aus allem herausgehalten hat, bedeutet das eine große Umstellung. Um Unterstützung bemüht, stellt er das Mädchen Ritsu, das gerade erst die Mutter verloren hat, als Haushälterin ein. Die beiden kennen sich schon lange, ihr Verhältnis ist aber rein freundschaftlich - jedenfalls soweit. Zusammen mit Ritsu ziehen fünf garstige Waisenkinder bei Shigeji ein, die für einigen Wirbel sorgen.

    Die Verbindungspunkte zwischen den Protagonisten werden schnell deutlich. Wie findet man nach einem Schicksalsschlag ins Leben zurück? Wie gelingen bei aller Individualität Freundschaften und Beziehungen? Allen Figuren gemeinsam, ist der Verlust, die Suche nach Kraft und das Ringen um Menschlichkeit. Dieses Ringen drückt sich bei Mochizuki indirekt durch Schweigsamkeit und Distanz aus, oder im Falle der Kinder durch Wut - keine der Personen teilt ihre wahren Gefühle mit, kennt sie vielleicht auch nicht bis zu diesem Moment. Sehr schön wird diese innere Zurückgezogenheit durch Shigejis einnehmenden Vollbart veranschaulicht, der vom Gesicht nur noch die Nase erkennen lässt.

    Obwohl man den Zeichenstil als spartanisch beschreiben muss, werden Emotionen eindrucksvoll mit einfachen optischen Mitteln greifbar gemacht. Nahaufnahmen von geballten Fäusten und perspektivische Tricks lassen die Protagonisten mal verloren, mal angespannt wirken. Sie ziehen den Leser/Betrachter nahezu unbewusst in die Handlung hinein. In dieser Weise begleitet man Shigeji bei seinen ersten Schritten als selbstständiger Unternehmer, die junge Ritsu bei ihren Rückschlägen mit der Erziehung der Waisenkinder und Shigejis und Ritsus höfliche, unsichere und zugleich starrsinnige Kommunikation. Rundherum gibt es einige interessante, teilweise skurrile Figuren.

    Insgesamt eine sehr erwachsene Geschichte, die sicher nicht die ganz jungen Mangafans anspricht. Mit Ausnahme der Waisen, sind die Charaktere alle Ü18 und beschäftigen sich (abgesehen von ihren persönlichen Schicksalen) mit Dingen, die viele Gleichaltrige bewegen. Wo geht es im Leben hin? Und wie realisiert man seine Ziele? Welche Kompromisse geht man ein? Was kann man aus Rückschlägen lernen? Viel Potenzial für die Folgebände ist auf jeden Fall vorhanden. Ob es auch genutzt wird... ich bin gespannt! Der einzige Nachteil bisher ist nämlich der Einführungscharakter dieses ersten von insgesamt vier Bänden. Es werden erst einmal die wichtigsten Personen vorgestellt und die Prämisse deutlich gemacht. Gerade begann ich in der Geschichte anzukommen, da war sie auch schon wieder vorbei.

    Fazit: Ein verheißungsvoller Auftakt! Ich bin neugierig, wie es mit Ritsu, Shigeji und den Waisen weiter geht. Dieser erste Band endete für mich viel zu früh, denn der leise, aber unterschwellig sehr emotionale Manga um eine kleine Gruppe Menschen, die ihren Stand im Leben sucht, macht Lust auf mehr. Ich hoffe, dass die Reihe ihr Potenzial weiter entfaltet.

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    Vaniis avatar
    Vaniivor 4 Monaten

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