Der Keller

von Minette Walters 
3,8 Sterne bei77 Bewertungen
Der Keller
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Neue Kurzmeinungen

Positiv (49):
Callsos avatar

Eine feine Geschichte über Macht und Machthunger - ein gelungenes Psychospiel!

Kritisch (8):
Daniela34s avatar

Absolut nicht mein Fall, hab es nach der Hälfte abgebrochen, der Schreibstil ist gewöhnungsbedürftig, obwohl die Grundstory gut klang

Alle 77 Bewertungen lesen

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Inhaltsangabe zu "Der Keller"

Munas Leben ist die Hölle. Und niemand kommt ihr zu Hilfe, denn keiner weiß, dass die Familie Songolis ihr Hausmädchen behandelt wie eine Sklavin. Dabei muss sie sich nicht nur Tag für Tag bis zur Erschöpfung um das Wohl der Songolis kümmern, sondern wird auch noch jede Nacht in einen dunklen, fensterlosen Keller gesperrt. Doch dann kehrt eines Tages der jüngste Sohn der Familie aus unerklärlichen Gründen nicht mehr nach Hause zurück. Damit die ermittelnden Polizeibeamten nichts von Munas Schicksal erfahren, darf sie ihren Keller verlassen. Und diese Chance nutzt sie auch. Denn Muna ist sehr viel klüger, als alle ahnen – und ihre Pläne sind sehr viel schockierender, als irgendjemand jemals vermuten würde ...

Buchdetails

Aktuelle Ausgabe
ISBN:9783442484324
Sprache:Deutsch
Ausgabe:Flexibler Einband
Umfang:224 Seiten
Verlag:Goldmann
Erscheinungsdatum:18.04.2016

Rezensionen und Bewertungen

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    misspidervor 22 Tagen
    Holzhammer statt Finesse

    Die Geschichte fing zwar spannend an, ließ dann aber leider stark nach und endete eher enttäuschend. Ich fand die Handlung im Vergleich zu den früheren Werken der Autorin ungewohnt auf Schockeffekte (heischend?) ausgerichtet. Mir hat der subtile Ton gefehlt, das Gefühl, dass sich etwas zusammenbraut und sich die Spannung langsam steigert. 'Der Keller' wirkte dagegen wie mit dem Holzhammer serviert und ohne Finesse. Schade, aber an die genialen frühen Werke kann das Buch nicht anknüpfen.

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    Callsos avatar
    Callsovor 6 Monaten
    Kurzmeinung: Eine feine Geschichte über Macht und Machthunger - ein gelungenes Psychospiel!
    Wenn die moderne Sklavin selber austeilt....

    Schade, wenn so ein feines Buch so abrupt endet. Ärgerlich, wenn man das Ende nicht packen kann, schwer einordenen kann und das Buch dann (eher) unbefriedigt zum Abnschluss bringt und verstört wieder zur Seite legt.

    So erging es mir bei dem düsteren Thriller "Der Keller" von Minette Walters. Die britische Schriftstelelrin hat einen Roman geschrieben, der mit viel Tempo und einer interessanten Geschichte aufwarten kann.

    Die junge und farbige Muna wird seit Jahren im Haushalt der ebenfalls schwarzen Familie Songolis als Sklavin gehalt. Gewalt, Erniedrigungen und sexuelle Demütigungen stehen bei der 14jährigen Afrikanerin auf der Tagesordnung. Doch mit dem plötzlich Verschwinden von einem der beiden bösartigen Söhne wendet sich das Blatt. Muna gewinnt an Konturen und an Macht. Und plötzlich wird aus dem stillen Mauerblümchen und dem gepeinigten Kellerkind eine intigrante udn erfolgreiche Psychospielerin.

    Minette Walters legt in der Geschichte ein ordentliches Tempo vor,  was der Spannung und der Dramatik zugute kommt. Der Schreibstill ist kurz, manchmal sparsam, gleichwohl sorgt die Autorin für gekonnte Wendungen. Sicherlich büst die Story - hier und da - ein wenig an Glaubwürdigkeit ein, was den Lesespaß indes nur wenig lindert.

    Denn der Keller und die Personen sind so böse, durchtrieben und hinterhältig, dass man auch als Leser gefesselt im Keller sitzt und den anderen Nebenkriegsschauplätzen gebannt zuschaut.

    Es kommt zum großen Finale um Muna und die letzten Familienmitglieder und es kommt zum Buchende, das schneller daher kommt, als man lesen und verstehen kan....

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    Bibi1960s avatar
    Bibi1960vor einem Jahr
    Kurzmeinung: Beeindruckend und abstoßend zugleich!
    Psychologisches Drama

    „Ihr Zuhause ist ein Kellerloch, ihr Leben das einer machtlosen Sklavin und ihr Racheplan kennt kein Erbarmen.“

    Den Tipp, das Buch „Der Keller“ von Minette Walters zu lesen, erhielt ich von einer Freundin, die ausgefallene Bücher liebt.

    Das Cover ist recht unscheinbar und lässt keinerlei Rückschlüsse auf den Inhalt des Buchs zu. Der Umfang ist mit 220 Seiten nicht besonders dick und nur der Untertitel „Psychothriller“ lässt ahnen, was auf den Leser zukommt.

    Und es kommt! Immer noch bin ich mir nicht sicher, ob ich das Buch schrecklich schön oder schön schrecklich finde. Während des Lesens erging es mir wie einem Kind, das eine Fernsehsendung eigentlich gar nicht sehen möchte und die Hände vor‘s Gesicht schlägt, um dann durch die Finger zu spähen, damit es auch bloß nichts verpasst…

    Minette Walters beschreibt das Schicksal des farbigen Mädchens Muna und ihrer „Familie“ so intensiv und eindrucksvoll, dass ich einfach weiterlesen musste, obwohl mir manches zu schaffen gemacht hat.

    Da dieses mein erstes Buch von der Autorin war, weiß ich nicht, ob das Minette Walters gängiger Stil ist und sie ihre Bücher immer so schreibt. Ich fand dieses Buch beeindruckend und abstoßend zugleich.

    Es ist auf jeden Fall wert, gelesen zu werden!

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    abuelitas avatar
    abuelitavor 2 Jahren
    etwas verwirrt....


    .....hat mich diese düstere Novelle zurückgelassen. Mochte ich dieses Buch nun oder nicht? Darüber bin ich mir immer noch nicht ganz im Klaren. Fakt ist: die früheren Werke der Autorin fand ich entschieden besser ! Aber auch dieses dünne Büchlein „hat was“.

    Das ist die Inhaltsangabe lt. amazon:

    Munas Leben ist die Hölle. Und niemand kommt ihr zu Hilfe, denn keiner weiß, dass die Familie Songolis ihr Hausmädchen behandelt wie eine Sklavin. Dabei muss sie sich nicht nur Tag für Tag bis zur Erschöpfung um das Wohl der Songolis kümmern, sondern wird auch noch jede Nacht in einen dunklen, fensterlosen Keller gesperrt. Doch dann kehrt eines Tages der jüngste Sohn der Familie aus unerklärlichen Gründen nicht mehr nach Hause zurück. Damit die ermittelnden Polizeibeamten nichts von Munas Schicksal erfahren, darf sie ihren Keller verlassen. Und diese Chance nutzt sie auch. Denn Muna ist sehr viel klüger, als alle ahnen – und ihre Pläne sind sehr viel schockierender, als irgendjemand jemals vermuten würde ...

    Viel mehr möchte  auch ich dazu auch nicht sagen. Der Schreibstil ist ganz anders als ich es von den früheren Büchern gewohnt bin. Schnell aber war ich mit diesem ungewöhnlichen Stil vertraut – es war und ist einfach mal etwas anderes. Und dient wohl auch der Eindringlichkeit dieser doch nicht unbekannten Situtation/en. 


    Der Leser sieht und erlebt das alles aus der Sicht von Muna mit – und begreift auch nach und nach, zu was diese fähig ist. Eher kühl und emotionslos kommt dieses Buch daher und und trotzdem – es zog mich in seinen Bann….daher gute drei Sterne.

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    Leseratte87s avatar
    Leseratte87vor 2 Jahren
    Perfide Rache eines misshandelten Kindes

    Muna, ein 14-jähriges Mädchen, wird schon seit vielen Jahren von den Songolis als Sklavin gehalten. Die Mutter lässt alle Wut durch Schläge an ihr aus, der Vater missbraucht sie regelmäßig und die Kinder behandeln sie über all die Jahre hinweg wie eine Aussätzige. Sie muss im Keller des Hauses leben und sämtliche Hausarbeiten erledigen, nach draußen kommt sie nie. Doch dann verschwindet der jüngste Sohn der Songolis spurlos und das ist Munas Chance, den Keller zu verlassen und Rache zu üben an all denen, die sie jahrelang gequält haben.

    Minette Walters' Bücher habe ich immer schon geliebt und war von deren Plots und der Umsetzung gefesselt. Auch "Der Keller" macht da keine Ausnahme. Das relativ kleine Buch hat mich von der ersten Seite an in seinen Bann gezogen. Vielleicht gerade deshalb, weil es so psychologisch aufgebaut ist. Die Personenanzahl, die auftritt, ist relativ begrenzt, im Grunde lernen wir nur die Familie Songoli und Muna kennen und erfahren, was das Mädchen alles erdulden musste im Laufe ihres Lebens. Muna ist ein unglaublich schlaues Mädchen, viel schlauer als einer ihrer Peiniger gedacht hätte. Doch die Jahre im Keller sind an ihr nicht spurlos vorbei gegangen. Und schon bald wird das Opfer zum Täter. Ich hab das Buch kaum noch aus der Hand legen können, weil es immer wieder eine neue Wendung gibt. 

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    ChattysBuecherblogs avatar
    ChattysBuecherblogvor 2 Jahren
    Kurzmeinung: Tolle, spannende und unterhaltsame Stoy
    Mein Leseeindruck

    Muna wird tatsächlich gefangen gehalten und "wohnt" sozusagen im Keller. Erst als der jüngste Sohn der Familie Songoli von der Schule nicht nach Hause kommt, ändert sich alles.

    Die Autorin versteht es mit ihren Sorten den Leser geschickt in ihren Bann zu ziehen. Man leidet sogar ein bisschen mit Muna mit. Furchtbaren Sache, denkt man. Aber plötzlich ändert sich alles und der Leser wird mit dem zweiten Ich der Protagonisten konfrontiert.

    Plötzlich hat einen der Thrill richtig in Griff und man erlebt Luna ganz anders.

    Ich war stellenweise wirklich erschrocken und habe mir überlegt, ob diese Story wirklich nur ausgedacht war. Hier ist natürlich auch wieder der Schreibstil der Autorin schuld, dass alles so reell klingt.

    Fazit:

    Dieses Buch hat mir gut unterhalten und die Seiten sind nur so dahin geflogen. Eine Story, die mich wirklich nachdenklich gemacht hat. Ist wirklich alles nur der Fantasy der Autorin entsprungen? Für mich wäre die Story wirklich filmreif.

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    Katjess avatar
    Katjesvor 2 Jahren
    Naja...

    Ich hatte mich sehr gefreut, als ich hörte, dass es von Minette Walters ein neues Buch gibt. Ich habe früher ihre Bücher verschlungen und so freute ich mich auf das neue Buch. Allerdings wurde meine Freude etwas getrübt, da mich schon einige Blogger gewarnt hatten, dass es kein typischer Walters ist.

    Es ist in der Tat ein etwas anderes Buch von ihr. Psychothriller würde ich das jetzt nicht nennen und find ich schon sehr weit hergeholt. Auch wenn es flüssig geschrieben ist und mich doch ein wenig gefesselt hat, ich habe einfach mehr erwartet und wurde enttäuscht (trotz der Vorwarnung).  Die ganze Story ist irgendwie merkwürdig und ziemlich weit her geholt. Ich stelle mir die Frage, warum das veröffentlicht wurde, brauchte da jemand Geld oder ist das jetzt die neue Richtung von Minette Walters? Wenn dem so wäre, finde ich das sehr schade. Denn das ist dann nicht mehr mein Geschmack. Warten wir mal auf ein weiteres Buch von ihr. Vielleicht ist das ja wieder im alten Stil von ihr.

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    fredhels avatar
    fredhelvor 2 Jahren
    Kurzmeinung: Ein kleines Mädchen wird wie eine Sklavin gehalten, und kann den Spieß umdrehen. Eiskalt und erbarmungslos. Absolut spannend.
    Kein Erbarmen


    Als Achtjährige wird die kleine Muna von der Familie Songoli in Afrika entführt und mit falschen Papieren nach London gebracht. Man sperrt sie nachts in den dunklen Keller. Die Tage sind voller Schläge und harter Arbeit. Der Familienvater mißbraucht sie und auch die dicken, faule Söhne fangen an, ein sexuelles Interesse an ihr zu entwickeln. Munas Leben bessert sich erst, als der jüngere Sohn auf dem Schulweg spurlos verschwindet. Die Polizei kommt ins Haus. Sie stellt viele Fragen und Muna spielt die Rolle ihres Lebens. Intuitiv verschlagen und superschlau spielt sie alle Personen gegeneinander aus. 
    Zuerst hat man ja noch Mitleid mit diesem armen geschundenen Kind, aber dann blickt man in ihr Inneres und sieht eine Psychopathin.
    Mich hat dieser Thriller gefesselt. Das allmähliche Umkehren der Machtverhältnisse, das nackte Grauen und diese Erbarmungslosigkeit sind schon beeindruckend. Natürlich halte ich die Verhältnisse für weltfremd, aber weil ich alles psychologisch nachvollziehbar finde, habe ich daran nichts auszusetzen. Minette Walters hat mich auch diesmal nicht enttäuscht.

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    BooksAndFilmsByPatchs avatar
    BooksAndFilmsByPatchvor 2 Jahren
    Kurzmeinung: Ein lahmer Stil in Kombination mit einer nüchternen Umsetzung können auch kein Meisterwerk ergeben.
    Definitiv kein Thriller - eine Erzählung, aber zugegeben: eine lahme Erzählung.

    » INHALT «

    Munas Leben ist die Hölle. Und niemand kommt ihr zu Hilfe, denn keiner weiß, dass die Familie Songolis ihr Hausmädchen behandelt wie eine Sklavin. Dabei muss sie sich nicht nur Tag für Tag bis zur Erschöpfung um das Wohl der Songolis kümmern, sondern wird auch noch jede Nacht in einen dunklen, fensterlosen Keller gesperrt. Doch dann kehrt eines Tages der jüngste Sohn der Familie aus unerklärlichen Gründen nicht mehr nach Hause zurück. Damit die ermittelnden Polizeibeamten nichts von Munas Schicksal erfahren, darf sie ihren Keller verlassen. Und diese Chance nutzt sie auch. Denn Muna ist sehr viel klüger, als alle ahnen – und ihre Pläne sind sehr viel schockierender, als irgendjemand jemals vermuten würde ...

    » MEINE MEINUNG «

    Lange, um nicht zu sagen eine ewige, Zeit habe ich Abstand von Thrillern gehalten. Das liegt schlicht und ergreifend daran, dass mich manche Thriller, gerade Psychothriller einfach zu sehr mitnehmen, als dass ich Spaß am Lesen hätte. Tja. Diese Thriller-Abstinenz soll nun ein Ende haben und dafür habe ich mich für "Der Keller" von Minette Walters entschieden. Warum? Erstens: er ist nicht unheimlich lang. Zweitens fand ich den Klappentext sooo interessant, dass ich das Buch einfach anfragen musste. Wie ich es letztlich fand, erfahrt ihr hier und jetzt, wie gewohnt in aller Ausführlichkeit.

    Der Einstieg bereitete mir bereits erste Probleme, aber diesen Umstand ist garantiert meiner Abhängigkeit von Jugendbüchern geschuldet, weswegen ich dem Buch noch keinen Vorwurf gemacht habe. Alles beginnt damit, wie das Chaos bei der Familie Songoli ausbricht, als sie erfahren, dass ihr jüngster Sohn verschwunden ist. Prompt wird Muna aus ihrem Kellerloch geholt und als Tochter bezeichnet, als die Polizei eintrifft. Nach ein paar Seiten kam ich dann aber doch gut zurecht und hatte mich mit den Umständen und Fakten vertraut gemacht.

    Die Charaktere hingegen waren quasi von der ersten Seite an eine Katastrophe. Unsere Hauptfigur Muna ist eine sehr seltsame Person, mit der ich nicht warmwerden konnte. Einerseits war sie irrsinnig verschlossen, dabei aber auch deutlich klüger, als alle denken. Nur ihre Handlungen und Gedankengänge waren für mich in keinsterweise nachvollziehbar. Ich hätte absolut anders gehandelt und wahrscheinlich auch gedacht. Was ich ihr zu Gute halte ist, dass ich mich auch, Gott bewahre, noch nie in einer solchen Situation war und mich deshalb auch nicht in ihre Situation versetzen konnte. 
    Die anderen Hauptfiguren, also die Familie Songoli, bestehend aus Ebuka, dem Vater, Jetunde der Mutter und Olubayo, dem älteren Sohn, war ein furchtbar. Mir ist bewusst, dass sie mit Absicht sehr unsympathisch gestaltet wurden, aber in diesem Falle gefielen sie mir nicht mal als "die Bösen". Ebuka, ein äußerst rassistischer und sexistischer Schwarzer, der alle Weißen hasst und stets nur sein eigenes Glück im Blick hat. Jetunde, die fettleibige Mutter, die total geldgeil ist und ihre Söhne total verwöhnt und Olubayo, der einfach ein totales Arschloch war. Ich konnte diese Familie in keinsterweise ausstehen und hab mich mehr als einmal fremdgeschämt. Mir schien es auch, als würde die Autorin diese dunkelhäutige Familie mit Absicht derart schrecklich dargestellt hat und dabei bewusst auf Schwarze gesetzt hat.

    Den Stil fand ich relativ plump. Alles wurde total nüchtern und gefühllos erzählt, ohne jeglichen Wert darauf gelegt zu haben, eine gewisse Spannung aufzubauen. Gewisse Punkte waren doch schon etwas eklig beschrieben, aber das rettete das sinkende Schiff dann nicht mehr. Auch der Lesefluss war nicht das, was ich mir gewünscht habe, denn ich wurde nicht nur von den Namen der einzelnen Figuren immer mal wieder aufgehalten sondern auch von der Sprache. Außerdem bekam ich, so sehr ich mich auch bemühte, nie ein Bild vors Auge, wie die Figuren oder die Kulisse oder dieses Haus aussehen sollte. Erzählt aus Muna's Sicht ist diese Geschichte wohl darauf aus, Mitleid zu erwecken - kann man aber die Hauptfigur nicht leiden, ist alles Mitgefühl für den Hintern.

    Die Idee ist an und für sich absolut gelungen und vielversprechend. Aus diesem Gedanken hätte man unheimlich viel rausholen können, gerade in Kombination mit den Ermittlungsarbeiten der Polizei. Mir ist klar, dass es kein Krimi ist, aber man hätte das einfach mit einbinden können, um der ganzen Sache ein wenig Tempo zu verschaffen und eine gewisse Spannung aufzubauen. Auch hätte man, mit einem besseren Stil und ordentlich platzierten Wendungen ein absolutes Highlight zaubern können.

    Hat man aber nicht. Die gesamte Umsetzung glänzte lediglich durch Unglaubwürdigkeit. Die ganzen Geschehnisse und einzelnen Szenen entlockten mir oft genug ein Augenrollen, denn schon an Anfang fragt man sich, wie das überhaupt sein kann. Auch gewisse Logikfehler waren da, die mich einfach nur nervten und über die ich einfach nicht hinweg sehen konnte. Dazu kommt: Es kam einfach keine Spannung auf und irgendwann verlor ich sogar die Lust daran, zu erfahren, was in diesem Hause geschieht. Die einzelnen Szenen ziehen sich wie Kaugummi in die Länge und man hat kaum noch Lust, weiterzulesen. Auf eine unerwartete Wendung oder gar ein großes Finale hofft man hier total vergeblich. Eventuell hätte es dem Buch gut getan, eher als Roman deklariert zu werden, anstatt als Psychothriller, weil man dann einfach mit ganz anderen Erwartungen an die Sache heran gegangen wäre - so aber erhoffte ich mir Nervenkitzel, Tempo, Überraschungen und Wendungen und ein absolut rasantes Finale - keins davon traf ein. Am Ende bleibt vieles ungeklärt und das Ende im Grunde komplett offen. Die Polizei wird als "Nichtsnutz" dargestellt, die Nachbarin als verwirrte Schachtel und Muna .. ja was passierte mit Muna? Man weiß es nicht.

    » FAZIT «

    "Der Keller" von Minette Walters war für mich eine heillose Enttäuschung. Lieblose Figuren, eine seltsame Botschaft/Moral und ein holpriger Schreibstil machten das Buch für mich zur Qual. Das einzig gute an dieser Geschichte war die Grundidee, die mich auch dazu veranlasste, nach dem Buch zu greifen, dass ich letztlich so enttäuscht wurde, konnte ja keiner voraus ahnen. Leider überhaupt nicht meins. Schade.


    » 2 VON 5 STERNEN «

    Ich vergebe 2 von 5 Sternen, einzig und allein weil die Idee wirklich gut war und weil das doch von Kreativität der Autorin zeugt. Leider kann ich in diesem Fall keine Lese-Emfehlung aussprechen, außer man lässt sich darauf ein, dass es eben kein Thriller, geschweige denn ein Psycho-Thriller ist, sondern einfach nur ein Drama. Obwohl man selbst dann wirklich über einiges hinweg sehen können sollte.

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    Sammyandme_s avatar
    Sammyandme_vor 2 Jahren
    Spannend und fesselnd auf nur 218 Seiten!

    [ausgelesen] "Der Keller" von Minette Walters. Das Buch hat 218 Seiten, ist im GoldmannVerlag erschienen, und als Taschenbuch für 9,99€ zu haben. [Darum gehts:] Die kleine Muna lebt im Keller seit sie denken kann. Das ist aber nicht so schlimm. Viel schlimmer ist, das sie die Sklavin der Songolis ist, und deshalb der Prinzessin, dem Master und deren furchtbaren Söhnen Olubayo und Abiolas, sämtliche Wünsche erfüllen soll. Sie spricht kein Englisch und laut der Prinzessin hat sie zudem einen Hirnschaden, wie soll sie dieser Hölle also je entkommen? Doch eines Tages kommt Abiolas nicht von der Schule nach Hause, und so nehmen die Dinge ihren Lauf... [Meine Meinung:] Zuerst hatte ich etwas Bedenken wie spannend die Geschichte auf "nur" 218 Seiten sein kann?! Das war sie aber dennoch! Es ist beängstigend sich nur ansatzweise in Munas Situation zu versetzen, und doch so glaubwürdig und realistisch in dieser heutigen Welt. Man freut sich fast mit ihr, wie sie ein "Problem" nach dem anderen löst, und ihr Umfeld sich stetig bessert...

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