Minette Walters Der Keller

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Inhaltsangabe zu „Der Keller“ von Minette Walters

Munas Leben ist die Hölle. Und niemand kommt ihr zu Hilfe, denn keiner weiß, dass die Familie Songolis ihr Hausmädchen behandelt wie eine Sklavin. Dabei muss sie sich nicht nur Tag für Tag bis zur Erschöpfung um das Wohl der Songolis kümmern, sondern wird auch noch jede Nacht in einen dunklen, fensterlosen Keller gesperrt. Doch dann kehrt eines Tages der jüngste Sohn der Familie aus unerklärlichen Gründen nicht mehr nach Hause zurück. Damit die ermittelnden Polizeibeamten nichts von Munas Schicksal erfahren, darf sie ihren Keller verlassen. Und diese Chance nutzt sie auch. Denn Muna ist sehr viel klüger, als alle ahnen – und ihre Pläne sind sehr viel schockierender, als irgendjemand jemals vermuten würde ...

Beeindruckend und abstoßend zugleich!

— Bibi1960
Bibi1960

Nicht unbedingt mit dem Eishaus, der Bildhauerin & Co. vergleichbar, aber dennoch - durchaus teuflisch gut ;)

— SigiLovesBooks
SigiLovesBooks

Spannend, brutal und aufzeigend, dass Gewalt und Missbrauch ein Monster erschaffen kann.

— MelE
MelE

Tolle, spannende und unterhaltsame Stoy

— ChattysBuecherblog
ChattysBuecherblog

Ein kleines Mädchen wird wie eine Sklavin gehalten, und kann den Spieß umdrehen. Eiskalt und erbarmungslos. Absolut spannend.

— fredhel
fredhel

Ein lahmer Stil in Kombination mit einer nüchternen Umsetzung können auch kein Meisterwerk ergeben.

— BooksAndFilmsByPatch
BooksAndFilmsByPatch

Das Buch hat mich leider nicht überzeugt und mich eher in einer düsteren Stimmung zurückgelassen. Vielleicht ist das auch so gewollt.

— Eulenfutter
Eulenfutter

Ungewöhnliches Buch, dass einen so schnell nicht mehr los lässt...3,5 Sterne

— eulenmatz
eulenmatz

Fesselnd, düster, verstörend... leider aber auch etwas unglaubwürdig! Dennoch sehr spannend und empfehlenswert!

— Pippo121
Pippo121

Spannend von der ersten bis zur letzten Zeile, mit vielen überraschenden Wenndungen!

— Herbstblatt
Herbstblatt

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  • Psychologisches Drama

    Der Keller
    Bibi1960

    Bibi1960

    13. June 2017 um 16:44

    „Ihr Zuhause ist ein Kellerloch, ihr Leben das einer machtlosen Sklavin und ihr Racheplan kennt kein Erbarmen.“ Den Tipp, das Buch „Der Keller“ von Minette Walters zu lesen, erhielt ich von einer Freundin, die ausgefallene Bücher liebt. Das Cover ist recht unscheinbar und lässt keinerlei Rückschlüsse auf den Inhalt des Buchs zu. Der Umfang ist mit 220 Seiten nicht besonders dick und nur der Untertitel „Psychothriller“ lässt ahnen, was auf den Leser zukommt. Und es kommt! Immer noch bin ich mir nicht sicher, ob ich das Buch schrecklich schön oder schön schrecklich finde. Während des Lesens erging es mir wie einem Kind, das eine Fernsehsendung eigentlich gar nicht sehen möchte und die Hände vor‘s Gesicht schlägt, um dann durch die Finger zu spähen, damit es auch bloß nichts verpasst… Minette Walters beschreibt das Schicksal des farbigen Mädchens Muna und ihrer „Familie“ so intensiv und eindrucksvoll, dass ich einfach weiterlesen musste, obwohl mir manches zu schaffen gemacht hat. Da dieses mein erstes Buch von der Autorin war, weiß ich nicht, ob das Minette Walters gängiger Stil ist und sie ihre Bücher immer so schreibt. Ich fand dieses Buch beeindruckend und abstoßend zugleich. Es ist auf jeden Fall wert, gelesen zu werden!

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  • etwas verwirrt....

    Der Keller
    abuelita

    abuelita

    24. October 2016 um 11:37

    .....hat mich diese düstere Novelle zurückgelassen. Mochte ich dieses Buch nun oder nicht? Darüber bin ich mir immer noch nicht ganz im Klaren. Fakt ist: die früheren Werke der Autorin fand ich entschieden besser ! Aber auch dieses dünne Büchlein „hat was“.Das ist die Inhaltsangabe lt. amazon:Munas Leben ist die Hölle. Und niemand kommt ihr zu Hilfe, denn keiner weiß, dass die Familie Songolis ihr Hausmädchen behandelt wie eine Sklavin. Dabei muss sie sich nicht nur Tag für Tag bis zur Erschöpfung um das Wohl der Songolis kümmern, sondern wird auch noch jede Nacht in einen dunklen, fensterlosen Keller gesperrt. Doch dann kehrt eines Tages der jüngste Sohn der Familie aus unerklärlichen Gründen nicht mehr nach Hause zurück. Damit die ermittelnden Polizeibeamten nichts von Munas Schicksal erfahren, darf sie ihren Keller verlassen. Und diese Chance nutzt sie auch. Denn Muna ist sehr viel klüger, als alle ahnen – und ihre Pläne sind sehr viel schockierender, als irgendjemand jemals vermuten würde ...Viel mehr möchte  auch ich dazu auch nicht sagen. Der Schreibstil ist ganz anders als ich es von den früheren Büchern gewohnt bin. Schnell aber war ich mit diesem ungewöhnlichen Stil vertraut – es war und ist einfach mal etwas anderes. Und dient wohl auch der Eindringlichkeit dieser doch nicht unbekannten Situtation/en. Der Leser sieht und erlebt das alles aus der Sicht von Muna mit – und begreift auch nach und nach, zu was diese fähig ist. Eher kühl und emotionslos kommt dieses Buch daher und und trotzdem – es zog mich in seinen Bann….daher gute drei Sterne.

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  • Perfide Rache eines misshandelten Kindes

    Der Keller
    Leseratte87

    Leseratte87

    22. October 2016 um 10:40

    Muna, ein 14-jähriges Mädchen, wird schon seit vielen Jahren von den Songolis als Sklavin gehalten. Die Mutter lässt alle Wut durch Schläge an ihr aus, der Vater missbraucht sie regelmäßig und die Kinder behandeln sie über all die Jahre hinweg wie eine Aussätzige. Sie muss im Keller des Hauses leben und sämtliche Hausarbeiten erledigen, nach draußen kommt sie nie. Doch dann verschwindet der jüngste Sohn der Songolis spurlos und das ist Munas Chance, den Keller zu verlassen und Rache zu üben an all denen, die sie jahrelang gequält haben.Minette Walters' Bücher habe ich immer schon geliebt und war von deren Plots und der Umsetzung gefesselt. Auch "Der Keller" macht da keine Ausnahme. Das relativ kleine Buch hat mich von der ersten Seite an in seinen Bann gezogen. Vielleicht gerade deshalb, weil es so psychologisch aufgebaut ist. Die Personenanzahl, die auftritt, ist relativ begrenzt, im Grunde lernen wir nur die Familie Songoli und Muna kennen und erfahren, was das Mädchen alles erdulden musste im Laufe ihres Lebens. Muna ist ein unglaublich schlaues Mädchen, viel schlauer als einer ihrer Peiniger gedacht hätte. Doch die Jahre im Keller sind an ihr nicht spurlos vorbei gegangen. Und schon bald wird das Opfer zum Täter. Ich hab das Buch kaum noch aus der Hand legen können, weil es immer wieder eine neue Wendung gibt. 

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  • Lesechallenge Krimi gegen Thriller 2016

    kubine

    kubine

    Die Lesechallenge Krimi gegen Thriller geht auch 2016 weiter! Du liest gerne Krimis und kannst so bekannte Ermittler wie Miss Marple oder Commisario Brunetti locker mit Deiner Spürnase abhängen? Oder liegen Dir eher rasante Thriller, bei denen Du schon mal die Nacht zum Tag machst? Dann mach doch mit bei unserer Teamchallenge Krimi gegen Thriller. Welches Team schafft es, die meisten Bücher zu lesen? Wir sind gespannt. Welche Bücher zählen? Als grobe Einteilung soll dabei die Angabe der Verlage dienen. Hat der Verlag es als Thriller eingeordnet, zählt es als Thriller (auch wenn man nach dem Lesen einen anderen Eindruck hat). Bei Krimis ist es ebenso. Alle Arten von Krimis zählen, egal ob historischer Krimi, Regionalkrimi oder Tierkrimi. Es gibt sicher Bücher, bei denen das am Anfang nicht so klar ist. Im Zweifel würden sie dann bei beiden Teams gezählt. Die Regeln: 1. Entscheide Dich für ein Team!2. Die Challenge beginnt am 01.01.2016 und endet am 31.12.2016. Alle Bücher, die im Zeitraum vom 01.12.2015 bis 31.12.2016 erscheinen zählen, auch Neuauflagen , sofern die 2016 erscheinen.Eine Liste mit Neuerscheinungen 2016 die natürlich auch ergänzt wird, findet ihr hier: http://www.lovelybooks.de/buecher/krimi-thriller/Bestseller-Krimis-und-Thriller-2016-1201869567/#userlistglanzente war so lieb, und hat für jedes Team auch nochmal Listen mit den jeweiligen Neuauflagen erstellt. Ihr findet sie hier: http://www.lovelybooks.de/buecher/krimi-thriller/Krimiliste-Lesechallenge-Krimi-gegen-Thriller-2016-1208200397/ http://www.lovelybooks.de/buecher/krimi-thriller/Thrillerliste-Lesechallenge-Krimi-gegen-Thriller-2016-1210040822/3. Zu jedem gelesen Buch wird eine Rezension geschrieben. So kann sichergestellt werden, dass das Buch auch gelesen wurde. Der Link zur Rezi bei LB muss mit angegeben werden. Um die Spannung aufrecht zu erhalten, bitte den Link zur Rezi per PN an mich! Jede PN wird von mir kurz beantwortet, so dass ihr da eine Bestätigung habt, dass sie auch ankam. 4. Auch fremdsprachige Bücher dürfen für die Challenge gezählt werden. Hier muss nur ebenfalls der Erscheinungstermin in den oben genannten Zeitraum fallen. 5. Man kann zu jeder Zeit einsteigen bzw. aufhören. Gelesene Bücher zählen dann ab dem Einstiegsmonat. 6. Wie viele Bücher das jeweilige Team im Monat geschafft hat, wird jeweils Anfang des Folgemonats bekannt gegeben.  Unter allen, die sich an der Challenge aktiv beteiligen, wird am Ende des Jahres eine kleine Überraschung verlost. 7. Mit dem Beitritt zur Challenge erklärst Du Dich mit den oben genannten Regeln einverstanden. Sie haben sich bewährt und werden nicht mehr geändert. Viel Spaß und viel Erfolg! Auf vielfachen Wunsch darf hier geplaudert werden: http://www.lovelybooks.de/thema/Plauderthread-zur-Lesechallenge-Krimi-gegen-Thriller-1077848718/ Team Krimi:  Athene100776  lesebiene27  krimielse  Mira20  glanzente  hasirasi2  Mercado  Bellis-Perennis  Katjuschka  yari  Talitha  Lesezeichen16  dorli  sommerlese  Antek  clary999  wildpony  ChrischiD  janaka  claddy  danielamariaursula  danzlmoidl  buecherwurm1310  tweedledee  Xanaka  Barbara62  mabuerele  TheRavenking  Postbote  buchratte  DaniB83  Maddinliest  Nele75  Lesestunde_mit_Marie  sansol  bibliomarie  claudi-1963  Schalkefan  mistellor Gela_HK MissWatson76 Leserin71 (Matzbach) LibriHolly Wedma Caroas gaby2707 elmidi susawal81 agi507 Shanna1512 Paulamybooksandme DonnaVivi Bambisusuu Gelesene Bücher Januar: 72Gelesene Bücher Februar: 122Gelesene Bücher März: 163Gelesene Bücher April: 111Gelesene Bücher Mai: 180Gelesene Bücher Juni: 128Gelesene Bücher Juli: 112Gelesene Bücher August: 163Gelesene Bücher September: 111Gelesene Bücher Oktober: 147Gelesene Bücher November: 137Gelesene Bücher Dezember: 145 Zwischenstand: 1591 Team Thriller:  Floh  KruemelGizmo  Kasin  Meteorit  AberRush  Leseratz_8  Nisnis  eskimo81  Mone80  lenicool11  lord-byron  hm65  marinasworld  calimero8169  Buchgeborene  MelE  rokat  Inibini  Thrillerlady  BookfantasyXY  zusteffi  DeinSichererTod  krimiwurm  parden  MeiLingArt  DerMichel  Naden  DieNatalie  kn-quietscheentchen  Bjjordison  Artemis_25  heike_herrmann  Nenatie  Claudia-Marina  MissRichardParker  Landbiene   Janosch79  Filzblume  dieFlo  fredhel  (crumb)  Peanut1984 Anni84 kawaiigurl schuermio LillySymphonie little-hope Frenx51 BeaSurbeck Viertelkind Vreny Buecherseele79 ChattysBuecherblog Queenelyza Igela Ambermoon Insider2199 Buchraettin JuliB Helene2014 chipie2909 LisaMariee JoanStef melanie1984 Lisa0312 Gelesene Bücher Januar: 29Gelesene Bücher Februar: 49Gelesene Bücher März: 79Gelesene Bücher April: 69Gelesene Bücher Mai: 98Gelesene Bücher Juni: 60Gelesene Bücher Juli: 149Gelesene Bücher August: 42Gelesene Bücher September: 193Gelesene Bücher Oktober: 118Gelesene Bücher November: 90Gelesene Bücher Dezember: 99 Zwischenstand: 1075

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    • 3931
    kubine

    kubine

    01. October 2016 um 18:18
  • Mein Leseeindruck

    Der Keller
    ChattysBuecherblog

    ChattysBuecherblog

    27. September 2016 um 07:11

    Muna wird tatsächlich gefangen gehalten und "wohnt" sozusagen im Keller. Erst als der jüngste Sohn der Familie Songoli von der Schule nicht nach Hause kommt, ändert sich alles. Die Autorin versteht es mit ihren Sorten den Leser geschickt in ihren Bann zu ziehen. Man leidet sogar ein bisschen mit Muna mit. Furchtbaren Sache, denkt man. Aber plötzlich ändert sich alles und der Leser wird mit dem zweiten Ich der Protagonisten konfrontiert. Plötzlich hat einen der Thrill richtig in Griff und man erlebt Luna ganz anders. Ich war stellenweise wirklich erschrocken und habe mir überlegt, ob diese Story wirklich nur ausgedacht war. Hier ist natürlich auch wieder der Schreibstil der Autorin schuld, dass alles so reell klingt. Fazit: Dieses Buch hat mir gut unterhalten und die Seiten sind nur so dahin geflogen. Eine Story, die mich wirklich nachdenklich gemacht hat. Ist wirklich alles nur der Fantasy der Autorin entsprungen? Für mich wäre die Story wirklich filmreif.

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  • Naja...

    Der Keller
    Katjes

    Katjes

    21. September 2016 um 12:00

    Ich hatte mich sehr gefreut, als ich hörte, dass es von Minette Walters ein neues Buch gibt. Ich habe früher ihre Bücher verschlungen und so freute ich mich auf das neue Buch. Allerdings wurde meine Freude etwas getrübt, da mich schon einige Blogger gewarnt hatten, dass es kein typischer Walters ist. Es ist in der Tat ein etwas anderes Buch von ihr. Psychothriller würde ich das jetzt nicht nennen und find ich schon sehr weit hergeholt. Auch wenn es flüssig geschrieben ist und mich doch ein wenig gefesselt hat, ich habe einfach mehr erwartet und wurde enttäuscht (trotz der Vorwarnung).  Die ganze Story ist irgendwie merkwürdig und ziemlich weit her geholt. Ich stelle mir die Frage, warum das veröffentlicht wurde, brauchte da jemand Geld oder ist das jetzt die neue Richtung von Minette Walters? Wenn dem so wäre, finde ich das sehr schade. Denn das ist dann nicht mehr mein Geschmack. Warten wir mal auf ein weiteres Buch von ihr. Vielleicht ist das ja wieder im alten Stil von ihr.

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  • Kein Erbarmen

    Der Keller
    fredhel

    fredhel

    11. September 2016 um 17:56

    Als Achtjährige wird die kleine Muna von der Familie Songoli in Afrika entführt und mit falschen Papieren nach London gebracht. Man sperrt sie nachts in den dunklen Keller. Die Tage sind voller Schläge und harter Arbeit. Der Familienvater mißbraucht sie und auch die dicken, faule Söhne fangen an, ein sexuelles Interesse an ihr zu entwickeln. Munas Leben bessert sich erst, als der jüngere Sohn auf dem Schulweg spurlos verschwindet. Die Polizei kommt ins Haus. Sie stellt viele Fragen und Muna spielt die Rolle ihres Lebens. Intuitiv verschlagen und superschlau spielt sie alle Personen gegeneinander aus. Zuerst hat man ja noch Mitleid mit diesem armen geschundenen Kind, aber dann blickt man in ihr Inneres und sieht eine Psychopathin.Mich hat dieser Thriller gefesselt. Das allmähliche Umkehren der Machtverhältnisse, das nackte Grauen und diese Erbarmungslosigkeit sind schon beeindruckend. Natürlich halte ich die Verhältnisse für weltfremd, aber weil ich alles psychologisch nachvollziehbar finde, habe ich daran nichts auszusetzen. Minette Walters hat mich auch diesmal nicht enttäuscht.

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  • Definitiv kein Thriller - eine Erzählung, aber zugegeben: eine lahme Erzählung.

    Der Keller
    BooksAndFilmsByPatch

    BooksAndFilmsByPatch

    05. September 2016 um 18:48

    » INHALT « Munas Leben ist die Hölle. Und niemand kommt ihr zu Hilfe, denn keiner weiß, dass die Familie Songolis ihr Hausmädchen behandelt wie eine Sklavin. Dabei muss sie sich nicht nur Tag für Tag bis zur Erschöpfung um das Wohl der Songolis kümmern, sondern wird auch noch jede Nacht in einen dunklen, fensterlosen Keller gesperrt. Doch dann kehrt eines Tages der jüngste Sohn der Familie aus unerklärlichen Gründen nicht mehr nach Hause zurück. Damit die ermittelnden Polizeibeamten nichts von Munas Schicksal erfahren, darf sie ihren Keller verlassen. Und diese Chance nutzt sie auch. Denn Muna ist sehr viel klüger, als alle ahnen – und ihre Pläne sind sehr viel schockierender, als irgendjemand jemals vermuten würde ... » MEINE MEINUNG « Lange, um nicht zu sagen eine ewige, Zeit habe ich Abstand von Thrillern gehalten. Das liegt schlicht und ergreifend daran, dass mich manche Thriller, gerade Psychothriller einfach zu sehr mitnehmen, als dass ich Spaß am Lesen hätte. Tja. Diese Thriller-Abstinenz soll nun ein Ende haben und dafür habe ich mich für "Der Keller" von Minette Walters entschieden. Warum? Erstens: er ist nicht unheimlich lang. Zweitens fand ich den Klappentext sooo interessant, dass ich das Buch einfach anfragen musste. Wie ich es letztlich fand, erfahrt ihr hier und jetzt, wie gewohnt in aller Ausführlichkeit. Der Einstieg bereitete mir bereits erste Probleme, aber diesen Umstand ist garantiert meiner Abhängigkeit von Jugendbüchern geschuldet, weswegen ich dem Buch noch keinen Vorwurf gemacht habe. Alles beginnt damit, wie das Chaos bei der Familie Songoli ausbricht, als sie erfahren, dass ihr jüngster Sohn verschwunden ist. Prompt wird Muna aus ihrem Kellerloch geholt und als Tochter bezeichnet, als die Polizei eintrifft. Nach ein paar Seiten kam ich dann aber doch gut zurecht und hatte mich mit den Umständen und Fakten vertraut gemacht. Die Charaktere hingegen waren quasi von der ersten Seite an eine Katastrophe. Unsere Hauptfigur Muna ist eine sehr seltsame Person, mit der ich nicht warmwerden konnte. Einerseits war sie irrsinnig verschlossen, dabei aber auch deutlich klüger, als alle denken. Nur ihre Handlungen und Gedankengänge waren für mich in keinsterweise nachvollziehbar. Ich hätte absolut anders gehandelt und wahrscheinlich auch gedacht. Was ich ihr zu Gute halte ist, dass ich mich auch, Gott bewahre, noch nie in einer solchen Situation war und mich deshalb auch nicht in ihre Situation versetzen konnte.  Die anderen Hauptfiguren, also die Familie Songoli, bestehend aus Ebuka, dem Vater, Jetunde der Mutter und Olubayo, dem älteren Sohn, war ein furchtbar. Mir ist bewusst, dass sie mit Absicht sehr unsympathisch gestaltet wurden, aber in diesem Falle gefielen sie mir nicht mal als "die Bösen". Ebuka, ein äußerst rassistischer und sexistischer Schwarzer, der alle Weißen hasst und stets nur sein eigenes Glück im Blick hat. Jetunde, die fettleibige Mutter, die total geldgeil ist und ihre Söhne total verwöhnt und Olubayo, der einfach ein totales Arschloch war. Ich konnte diese Familie in keinsterweise ausstehen und hab mich mehr als einmal fremdgeschämt. Mir schien es auch, als würde die Autorin diese dunkelhäutige Familie mit Absicht derart schrecklich dargestellt hat und dabei bewusst auf Schwarze gesetzt hat. Den Stil fand ich relativ plump. Alles wurde total nüchtern und gefühllos erzählt, ohne jeglichen Wert darauf gelegt zu haben, eine gewisse Spannung aufzubauen. Gewisse Punkte waren doch schon etwas eklig beschrieben, aber das rettete das sinkende Schiff dann nicht mehr. Auch der Lesefluss war nicht das, was ich mir gewünscht habe, denn ich wurde nicht nur von den Namen der einzelnen Figuren immer mal wieder aufgehalten sondern auch von der Sprache. Außerdem bekam ich, so sehr ich mich auch bemühte, nie ein Bild vors Auge, wie die Figuren oder die Kulisse oder dieses Haus aussehen sollte. Erzählt aus Muna's Sicht ist diese Geschichte wohl darauf aus, Mitleid zu erwecken - kann man aber die Hauptfigur nicht leiden, ist alles Mitgefühl für den Hintern. Die Idee ist an und für sich absolut gelungen und vielversprechend. Aus diesem Gedanken hätte man unheimlich viel rausholen können, gerade in Kombination mit den Ermittlungsarbeiten der Polizei. Mir ist klar, dass es kein Krimi ist, aber man hätte das einfach mit einbinden können, um der ganzen Sache ein wenig Tempo zu verschaffen und eine gewisse Spannung aufzubauen. Auch hätte man, mit einem besseren Stil und ordentlich platzierten Wendungen ein absolutes Highlight zaubern können. Hat man aber nicht. Die gesamte Umsetzung glänzte lediglich durch Unglaubwürdigkeit. Die ganzen Geschehnisse und einzelnen Szenen entlockten mir oft genug ein Augenrollen, denn schon an Anfang fragt man sich, wie das überhaupt sein kann. Auch gewisse Logikfehler waren da, die mich einfach nur nervten und über die ich einfach nicht hinweg sehen konnte. Dazu kommt: Es kam einfach keine Spannung auf und irgendwann verlor ich sogar die Lust daran, zu erfahren, was in diesem Hause geschieht. Die einzelnen Szenen ziehen sich wie Kaugummi in die Länge und man hat kaum noch Lust, weiterzulesen. Auf eine unerwartete Wendung oder gar ein großes Finale hofft man hier total vergeblich. Eventuell hätte es dem Buch gut getan, eher als Roman deklariert zu werden, anstatt als Psychothriller, weil man dann einfach mit ganz anderen Erwartungen an die Sache heran gegangen wäre - so aber erhoffte ich mir Nervenkitzel, Tempo, Überraschungen und Wendungen und ein absolut rasantes Finale - keins davon traf ein. Am Ende bleibt vieles ungeklärt und das Ende im Grunde komplett offen. Die Polizei wird als "Nichtsnutz" dargestellt, die Nachbarin als verwirrte Schachtel und Muna .. ja was passierte mit Muna? Man weiß es nicht. » FAZIT « "Der Keller" von Minette Walters war für mich eine heillose Enttäuschung. Lieblose Figuren, eine seltsame Botschaft/Moral und ein holpriger Schreibstil machten das Buch für mich zur Qual. Das einzig gute an dieser Geschichte war die Grundidee, die mich auch dazu veranlasste, nach dem Buch zu greifen, dass ich letztlich so enttäuscht wurde, konnte ja keiner voraus ahnen. Leider überhaupt nicht meins. Schade. » 2 VON 5 STERNEN « Ich vergebe 2 von 5 Sternen, einzig und allein weil die Idee wirklich gut war und weil das doch von Kreativität der Autorin zeugt. Leider kann ich in diesem Fall keine Lese-Emfehlung aussprechen, außer man lässt sich darauf ein, dass es eben kein Thriller, geschweige denn ein Psycho-Thriller ist, sondern einfach nur ein Drama. Obwohl man selbst dann wirklich über einiges hinweg sehen können sollte.

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  • Leserunde zu "Bücherwürmer und Leseratten" von Bettina Mähler

    Bücherwürmer und Leseratten
    ChattysBuecherblog

    ChattysBuecherblog

    Wie Ihr aus dem Titel entnehmen könnt, treffen sich hier die Bücherwürmer und Leseratten. Und zwar zum gemeinsamen SUB-Abbau. Oft stehen wir vor dem Regal und fragen uns, welches Buch wir als nächstes lesen sollen.  Hier kommt die Lösung. Wir lesen einfach nach einem Monatsmotto. Das Ganze funktioniert so: Ich gebe jeweils zum Monatsanfang ein neues Motto bekannt (siehe Unterthema) und dann heißt es: ran an die Bücher...ran an den SUB. Viel Spaß!

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    • 1027
  • Spannend und fesselnd auf nur 218 Seiten!

    Der Keller
    Sammyandme_

    Sammyandme_

    20. August 2016 um 21:51

    [ausgelesen] "Der Keller" von Minette Walters. Das Buch hat 218 Seiten, ist im GoldmannVerlag erschienen, und als Taschenbuch für 9,99€ zu haben. [Darum gehts:] Die kleine Muna lebt im Keller seit sie denken kann. Das ist aber nicht so schlimm. Viel schlimmer ist, das sie die Sklavin der Songolis ist, und deshalb der Prinzessin, dem Master und deren furchtbaren Söhnen Olubayo und Abiolas, sämtliche Wünsche erfüllen soll. Sie spricht kein Englisch und laut der Prinzessin hat sie zudem einen Hirnschaden, wie soll sie dieser Hölle also je entkommen? Doch eines Tages kommt Abiolas nicht von der Schule nach Hause, und so nehmen die Dinge ihren Lauf... [Meine Meinung:] Zuerst hatte ich etwas Bedenken wie spannend die Geschichte auf "nur" 218 Seiten sein kann?! Das war sie aber dennoch! Es ist beängstigend sich nur ansatzweise in Munas Situation zu versetzen, und doch so glaubwürdig und realistisch in dieser heutigen Welt. Man freut sich fast mit ihr, wie sie ein "Problem" nach dem anderen löst, und ihr Umfeld sich stetig bessert...

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  • hoher Gruselfaktor

    Der Keller
    melli.die.zahnfee

    melli.die.zahnfee

    01. August 2016 um 13:01

    Munas Leben ist die Hölle. Und niemand kommt ihr zu Hilfe, denn keiner weiß, dass die Familie Songolis ihr Hausmädchen behandelt wie eine Sklavin. Dabei muss sie sich nicht nur Tag für Tag bis zur Erschöpfung um das Wohl der Songolis kümmern, sondern wird auch noch jede Nacht in einen dunklen, fensterlosen Keller gesperrt. Doch dann kehrt eines Tages der jüngste Sohn der Familie aus unerklärlichen Gründen nicht mehr nach Hause zurück. Damit die ermittelnden Polizeibeamten nichts von Munas Schicksal erfahren, darf sie ihren Keller verlassen. Und diese Chance nutzt sie auch. Denn Muna ist sehr viel klüger, als alle ahnen – und ihre Pläne sind sehr viel schockierender, als irgendjemand jemals vermuten würde ...Dieses Buch habe ich geradezu verschlungen. Es ist mal etwas anderes.Aus der Sicht Munas erzählt. Sehr spannend geschrieben und obwohl es nur um die Familie geht ( also sehr wenig Protagonisten) bleibt die Spannung erhalten. Na klar errät man ziemlich schnell was wirklich los ist in der Familie aber auch dieses Wissen tut der Spannung keinen Abbruch.Ein paar mehr Details hätte ich mir schon gewünscht in Bezug auf Lebensdaten , aber okay. Manchmal war die ganze Geschichte ein wenig unglaubwürdig und das Ende fand ich nicht passend.Deshalb nur vier Sterne aber eine klare Leseempfehlung.

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  • Der Keller

    Der Keller
    Engelchen07

    Engelchen07

    24. July 2016 um 14:41

    Muna wohnt bei Familie Songoli und wird dort als Sklavin gehalten. Sie muß tagsüber die Wohnung auf Vordermann bringen und die Familie bedienen und nachts muß sie im Keller schlafen. Doch eines Tages kommt der jüngste Sohn der Familie nicht mehr heim. Da die Polizei das Haus durchsuchen und die Familie befragen will, muß Muna jetzt in ein richtiges Zimmer umziehen und als "Familienmitglied" behandelt werden. Die Kommissarin bemerkt gleich, das mit Muna was nicht stimmt, doch da Muna nicht ihre Sprache spricht und die Familie immer übersetzt kommt die Kommissarin nicht auf Muna's Geheimnis. Ein nett geschriebener Psychothriller. Mir war er insgesamt aber zu langweilig und fast schon übertrieben.

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  • Fesselnd, düster, verstörend

    Der Keller
    Pippo121

    Pippo121

    21. July 2016 um 23:46

    Munas Existenz ist das wohl größte Geheimnis der Familie Songoli. Denn die 14-jährige Muna ist deren Sklavin, wird ausgebeutet, benutzt und misshandelt. Die Nächte muss sie in einem dunklen, fensterlosen Keller verbringen und überlebt nur dank ihres starken Willens. Doch als eines Tages der jüngste Sohn der Familie verschwindet, beginnt für Muna ein neues Leben als angeblich rechtmäßige Tochter der Familie. Niemand ahnt, wie intelligent und gerissen das junge Mädchen sich daran macht, die Kontrolle über ihre einstigen Peiniger zu übernehmen. Denn diese haben Muna unterschätzt, ein Fehler, den sie nun bitter bereuen werden! Minette Walters hat einen sehr direkten, schonungslosen Schreibstil und schreckt nicht vor der Schilderung von Brutalität und Grausamkeit zurück. Die Autorin hält sich nicht lange mit Beschreibungen der Nebensächlichkeiten auf, sondern treibt die Handlung in einem rasanten Tempo voran. Das erklärt dann auch die sehr geringe Seitenzahl. Dem zartbesaiteten Leser sollte von diesem Thriller eher abgeraten werden, da es doch recht gewalttätig zur Sache geht. Die neutrale Gefühlslosigkeit mit der Muna ihre Widersacher ausschaltet grenzt an Wahnsinn, dennoch faszinierte ihre Wandlung mich. Denn angesichts der Qualen die das Mädchen unter der Familie erdulden musste, kann es einen kaum wundern, dass Muna zu ihren eigenen Mitteln greift um sich aus diesem Albtraum zu befreien. Geschickt nutzt sie ihre neu gewonnene Macht um die Familienmitglieder gegeneinander auszuspielen und profitiert schamlos davon, dass alle Welt sie unterschätzt und für dumm hält. Dabei analysiert Muna ihre Umgebung und ihre Schänder ganz genau und kann ihre Reaktionen besser einschätzen und voraussagen als sie selbst! Dämonen spielen in diesem Buch eine zentrale Rolle, teils weil sie der „Prinzessin“ einen Vorwand geben Muna zu quälen, teils weil Muna sich einbildet, der Teufel würde ihr helfen. So stellt Muna sich nach jedem Mord vor, wie der Teufel mit ihr lacht und sie anfeuert. Erst zum Schluss erfährt man durch einen Einwurf des Familienvaters Ebuka, dass dieses Lachen keineswegs nur in Munas Kopf stattfindet, sondern dass sie selbst es ist, die derart lacht. Dies ist Muna jedoch nicht bewusst, denn in ihrer Verzweiflung während der Gefangenschaft hat sie sich derart in diese Vorstellung hineingesteigert, dass sie sich nun nicht mehr so ohne Weiteres davon lösen kann. Familienvater Ebuka hat mit den bösen Geistern nichts am Hut und hält seiner Frau in einem Streit den Spiegel vor: „Die Dämonen sind in deinem Kopf, da, wo sie schon immer waren. Du hältst an ihnen fest, weil sie dir einen Vorwand für deine Grausamkeiten geben“ (Seite 94) Dennoch vergreift auch er sich an Muna und erst als er durch seine Behinderung auf sie angewiesen ist, beginnt er sie zu schätzen und zu achten. Dadurch begibt er sich in eine emotionale Abhängigkeit Muna gegenüber, die dies gar nicht verstehen kann und sogleich ausnutzt. Denn die jahrelange Folter der Familie hat in Muna alle Gefühle absterben lassen, sodass sie zu einer echten zwischenmenschlichen Beziehung nicht mehr fähig ist. Sie nimmt sich was sie braucht und manipuliert die Menschen solange, bis sie bekommt was sie will. Ihre berechnende Art verleitet sie dann auch dazu, Menschen gegenüber keinerlei Empathie zu empfinden. „Es war seltsam. Sie hatten Muna zu Spiegelbildern ihrer selbst geformt, und doch gefiel ihnen nicht, was ihnen da entgegenblickte.“ (Seite 98) Ihr Rachefeldzug ist menschlich nachvollziehbar und man hat als Leser das Gefühl, dass jedem Familienmitglied irgendwie seine gerechte Strafe zugeführt wird. Doch durch die schnelle und problemlose „Beseitigung“ der unliebsamen Verwandtschaft durch ein so junges Mädchen büßt der Roman auch einiges an Glaubwürdigkeit ein. Denn dass gleich drei Familienmitglieder spurlos verschwinden und der Vater durch einen mysteriösen Unfall im Rollstuhl sitzt, müsste die Polizei doch in jedem Fall viel stärker auf den Plan rufen. Immerhin gibt es überhaupt keine Anhaltspunkte zum Aufenthaltsort der Mutter und den beiden Söhnen und ich kann mir nicht vorstellen, dass die Polizei in einem solchen Fall überhaupt keine Ermittlungen aufnimmt… Insgesamt ein fesselnder Thriller, der nicht immer glaubwürdig und manchmal ziemlich brutal ist.

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    Crimehands

    Crimehands

    10. July 2016 um 15:01

    Wer bei „Der Keller“ einen fulminanten Thriller erwartet, erwartet etwas falsches. Der Roman ist eher als Drama im Thrillermantel zu sehen, bei dem man lange nach Spannung suchen und sie doch nicht finden wird. Allzu schlecht ist das Buch trotzdem nicht, denn es ist interessant zu lesen, wie sich die vom Leben gebeutelte Muna, die einst von ihrer jetzigen „Prinzessin“ heimtückisch aus einem afrikanischen Waisenhaus entführt wurde, langsam emanzipiert und endlich leben darf. Und bei diesem Weg in die Freiheit begleitet man Muna, die so behandelt wird wie eine Natascha Kampusch dazumal, in einem dunklen Keller hausen muss und regelmäßig vom „Master“, wie der Hausherr Ebuka genannt wird, vergewaltigt wird. Nur dass die Geschichte von Muna mit der Zeit immer drastischer wird und in der nach und nach alle Familienmitglieder verschwinden.Die Dialoge in der hauseigenen Sprache Haussa, die darauf zurückschließen lassen, dass die Songolis vermutlich aus Nigeria kommen, werden nicht als solche gekennzeichnet, was auch bedeuten könnte, dass die Gespräche entweder gar nicht stattfinden oder nur in Munas Gedanken. Ganz nachvollziehbar ist diese nicht-Kennzeichnung jedenfalls nicht. Auch ist nicht nachvollziehbar, wieso Muna offensichtlich perfekt englisch spricht, obwohl im Buch mehrmals die Rede davon ist, dass sie lediglich wichtige Phrasen, die ihr bei einer Befreiung helfen sollen, mühsam in ihrem Verlies geübt hat. Das hätte die Autorin glaubwürdiger vermitteln können.Aber bei diesen Ungereimtheiten bleibt es ja leider nicht. Muna ist anscheinend ein sehr kluges Mädchen, okay, geschenkt, aber ein Smartphone perfekt bedienen zu können, nachdem man es nur einmal gesehen hat, sich eine 16-stellige Nummer zu merken, ohne Zahlen lesen zu können, sondern nur anhand der Bewegungen – das ist unmöglich und einfach nicht glaubwürdig. Dazu kommt, dass Muna mehrmals die Chance hat, ihre so lange im Keller geübten Hilferufe in die Tat umzusetzen, aber sie einfach nicht nutzt. Wieso nicht? Nur weil die Menschen nicht schwarz sind? Schwarze Menschen traktieren und vergewaltigen mich jahrelang und dann traue ich den Weißen nicht? Mir ist in der Situation doch scheißegal, ob die Leute Schwarz, Weiß, Violett der einarmig sind, ich will einfach nur weg von da! Dazu kommt, dass es quasi kein Ende gibt. Zwar liest man einen Brief der Nachbarin, die ab der Hälfte in die Geschichte einsteigt, aber was die Konsequenz daraus ist oder ob sie ihn überhaupt abschickt, bleibt offen.Dennoch: Auch wenn es ziemlich viele Ungereimtheiten gibt, ist „Der Keller“, wenn nicht gerade ein Thriller, dann doch eine interessante Sozialstudie mit interessanten, aber nicht unvorhersehbaren Ereignissen. Kann man lesen, muss man aber nicht gelesen haben. Warum dann trotzdem drei Hände? Weil es nichtsdestotrotz gut zu lesen ist und der Charakter Muna ein sehr interessanter ist.

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  • Hat mich gleich gefesselt

    Der Keller
    Its_only_me_thats_it

    Its_only_me_thats_it

    10. July 2016 um 14:31

    Titel: Der Keller Autorin: Minette Walters Seitenanzahl: 221 Verlag: Goldmann ISBN: 978-3-442-48432-4 Inhalt Ihr zuhause ist ein Kellerloch, ihr Leben das einer machtlosen Sklavin. Und ihr Racheplan kennt kein Erbarmen ... Munas Leben ist die Hölle. Und niemand kommt ihr zu Hilfe, denn keiner weiß, dass die Familie Songoli ihr Hausmädchen behandelt wie eine Sklavin. Dabei muss sie sich nicht nur Tag für Tag bis zur Erschöpfung um das Wohl der Songolis kümmern, sondern wird auch noch jede Nacht in einen dunklen, fensterlosen Keller gesperrt. Doch dann kehrt eines Tages der jüngste Sohn der Familie aus unerklärlichen Gründen nicht mehr nach Hause zurück. Damit die ermittelnden Polizeibeamten nichts von Munas Schicksal erfahren, darf sie ihren Keller verlassen. Und diese Chance nutzt sie. Denn Muna ist sehr viel klüger, als alle ahnen - und ihre Pläne sind sehr viel schockierender, als irgendjemand jemals vermuten würde ... Meine Meinung Dieses Buch hat mich sofort gefesselt und ich konnte gar nicht mehr aufhören zu lesen, sodass ich es innerhalb eines Tages beendet habe. Angesichts der nicht allzu vielen Seiten war dies sicherlich keine unglaubliche Leistung, aber man sollte sich von der Seitenzahl nicht täuschen lassen. Was Frau Walters in diese Seiten packt ist ein Psychothriller, der sich gewaschen hat. Der Schreibstil in diesem Buch ist etwas ganz Besonderes. Sehr kühl und distanziert gibt er die Geschehnisse wieder ohne sich mit vielen Beschreibungen aufzuhalten. Auch wenn dieses Buch nicht aus der Ich-Perpektive erzählt wird, erlebt man doch alles aus Munas Sicht, sodass man durch diesen Schreibstil fühlt, wie Muna die Welt wahrnimmt. Ohne Emotionen und mit einfachen Gedanken. Eine weitere Besonderheit des Schreibstils ist, dass obwohl viele Gespäche statt finden, diese nicht mit Anführungszeichen gekennzeichnet werden, sondern mehr oder weniger unauffällig und nur durch Absätze erkennbar in den Text eingearbeitet sind. Bei mir dauerte es nicht lange sich an diese Form zu gewöhnen. Die Figuren waren meiner Meinung nach realistisch dargestellt. Am interessantesten von ihnen ist sicher Muna. Die vielen Misshandlungen haben schwere Schäden bei ihr hinterlassen. In diesem Fall sowohl psychsich als auch physisch. Außerdem wirkt sie wie jemand, der einen hohen IQ hat. Zwar hat sie ihre Probleme damit in der "richtigen" Welt zurechtzukommen, doch ihr hat es niemand beigebracht und dafür sind ihre Fortschritte erstaunlich. Und wir alle wissen ja, dass Intelligenz und psychische Schäden eine extrem gefährliche Mischung sind. Die Story war die ganze Zeit spannend und unberechenbar. Man wusste einfach nicht, was als nächstes passieren würde. Das Einzige, das mich etwas gestört hat, war dass sich alles zu gut gefügt hat. Munas Pläne sind meistens auf Glück und Zufall angewiesen und dafür klappt einfach alles zu gut. Das halte ich für etwas unrealistisch. Das Ende war ziemlich offen, was aber zur Geschichte gepasst hat und den Leser selbst nachdenken lässt, was und ob noch etwas passiert.

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