Minka Pradelski

 3,6 Sterne bei 34 Bewertungen
Autor*in von Und da kam Frau Kugelmann, Und da kam Frau Kugelmann und weiteren Büchern.

Lebenslauf von Minka Pradelski

Minka Pradelski, 1947 als Tochter Überlebender im DP-Camp Zeilsheim geboren, studierte Soziologie in Frankfurt am Main und arbeitete danach als wissenschaftliche Mitarbeiterin bei Clemens de Boor im Sigmund-Freud-Institut an dem Projekt »Nachwirkungen massiver Traumatisierungen bei jüdischen Überlebenden der NS-Zeit«. Darüber hinaus war sie viele Jahre ehrenamtlich für die USC Shoah Foundation tätig. Sie lebt in Frankfurt am Main. Nach ihrem erfolgreichen Roman »Und da kam Frau Kugelmann« folgt mit »Es wird wieder Tag« ein wichtiges Buch über ein Kapitel deutscher Geschichte, dessen Zeitzeugen schwinden.

Quelle: Verlag / vlb

Alle Bücher von Minka Pradelski

Cover des Buches Und da kam Frau Kugelmann (ISBN: 9783442736195)

Und da kam Frau Kugelmann

 (21)
Erschienen am 04.06.2007
Cover des Buches Es wird wieder Tag (ISBN: 9783627002770)

Es wird wieder Tag

 (3)
Erschienen am 27.08.2020
Cover des Buches Und da kam Frau Kugelmann (ISBN: B00DDV087S)

Und da kam Frau Kugelmann

 (1)
Erschienen am 01.09.2005
Cover des Buches Und da kam Frau Kugelmann (ISBN: 9783866041851)

Und da kam Frau Kugelmann

 (8)
Erschienen am 15.01.2007
Cover des Buches Es wird wieder Tag (ISBN: B08FMVLDX6)

Es wird wieder Tag

 (1)
Erschienen am 27.08.2020
Cover des Buches Es wird wieder Tag (ISBN: 9783844926033)

Es wird wieder Tag

 (0)
Erschienen am 27.08.2020

Neue Rezensionen zu Minka Pradelski

Cover des Buches Es wird wieder Tag (ISBN: B08FMVLDX6)
Wortklaubers avatar

Rezension zu "Es wird wieder Tag" von Minka Pradelski

Es wird wieder Tag
Wortklaubervor einem Jahr

Ausgerechnet am 24. Dezember bringt eine Jüdin in einem katholischen Krankenhaus in Frankfurt kurz nach Kriegsende einen Jungen zur Welt. Der diensthabende Arzt schlägt nach getaner Arbeit militärisch die Hacken zusammen, die Oberschwester tut sich schwer mit dem Wort „jüdisch“, und die Kinderschwester, eine Nonne, ist so verunsichert, dass sie den Säugling am liebsten gar nicht berühren möchte. Nur die Hebamme, Helga, geht pragmatisch mit der Situation um: Der einzige Junge auf der Neugeborenenstation mache bestimmt eine gute Figur bei der Weihnachtsfeier der Belegschaft: als lebendige Verkörperung des Jesuskindes in der Krippe.

 

Trotzdem man ahnt, dass hier in der Folge kein unbeschwertes Thema behandelt werden könnte, ist es leicht, in diesen Roman einzusteigen: Der Ich-Erzähler des ersten Kapitels ist nämlich der Säugling selbst. Und zwar (und das kann es jetzt für einige retten oder aber noch schlimmer machen) ein altkluger und selbstherrlicher.

So eine Figur im Umfeld des hochgradig verstörenden Themas Shoah ist natürlich nicht unheikel. Mit dieser Überhöhung, durch Bärel als unmissverständlich fantastische Kunstfigur in den Roman einzuführen, gelingt es der Autorin aber tatsächlich, Beklommenheit zu zerstreuen. Hinter allem steht die Frage: Darf man denn überhaupt in erzählender Weise über dieses Grauen schreiben? Minka Pradelski hat es in einer anfangs womöglich gewagten, wohl aber auch sehr gut lesbaren Art getan.

 

Klara und Leon Bromberger sind polnische Juden, die sich in einem Displaced Persons Camp der Amerikaner nahe Frankfurt kennengelernt haben. Ihr Sohn, den sie Bärel nennen, verschleißt bereits als Säugling Kindermädchen um Kindermädchen. Die Hebamme Helga, die sich in die Dienste der Eltern hat abwerben lassen, liebt ihr „Bärchen“ zwar, kapituliert aber vor seiner rasanten Entwicklung. Mehr Kobold als Kind, malträtiert und vergrault er die, die sich nach ihr um ihn kümmern sollen. Nachdem seine Eltern es schließlich aufgeben, Kinderschwestern anzustellen, lässt Bärel es gut sein – um eine Bluttat zu vermeiden, die die beiden Alten sonst an ihm verüben könnten – und gibt sich altersgemäß kleinkindhaft in die Obhut der Mutter.

Bei einem Spaziergang mit Bärel im Park begegnet Klara einer Frau, die sie aus ihrer Vergangenheit kennt. Im Konzentrationslager haben die Insassinnen die zierliche Frau mit der Kinderstimme heimlich Liliput genannt. Der Schmerz der Erinnerung und die Verbitterung, die Oberaufseherin frei – und hochschwanger – zu sehen, droht Klara zu zerbrechen. Leon stellt sie vor ein Ultimatum: Aufschreiben soll sie alles, was sie erlebt hat, oder er gebe den vernachlässigten Bärel fort.

Klara will Bärel behalten, also beginnt sie zu schreiben. Sie erzählt von der Zeit mit ihren Eltern im Ghetto Zamość, ihrer Flucht, der Zeit im Lager und als Zwangsarbeiterin in einer Rüstungsfabrik.

Sie übernimmt damit im Roman die zweite Erzählstimme von insgesamt dreien – Vater, Mutter, Kind.

 

Als die Stimme der Erwachsenen Klara der der Heranwachsenden wich, verlor mich der Roman ein Stückweit. Hinter den Stationen des jungen Mädchens im besetzten Polen schien mir zudem zu sehr das Muster der Heldenreise durch – dem Roman das vorzuwerfen, wäre aber verfehlt. Die Figuren, denen Klara auf ihrer Flucht begegnet, schienen mir märchenhaft, überzeichnet. Aber auch das – eine zwielichtige Frau in ihrem Hexenhäuschen am Rande der Stadt, eine überaus schöne Frau, die mit einem SS-Offizier, als personifiziertem Vertreter des Bösen, ins Bett geht – hat System: Alles bewegt sich durchaus im Rahmen des Möglichen, fügt sich aber auch ein in das Muster der Überhöhung, die in Gestalt des Bärel begonnen hat.

 

Eines der hervorstechenden Themen des Romans sind Eltern-Kind-Beziehungen.

Bärels Vater denkt am Tag der Geburt schon an sein eigenes Ableben: Mein Kaddisch-Sager ist geboren, sagt er im Kreißsaal, denkt ausgerechnet da an seinen eigenen Tod. Aber warum auch nicht ausgerechnet da. Es ist der Lauf der Welt. Und er spricht vom Fortbestand seines Volkes, zu dem sein Sohn nun gehört.

Klaras Eltern ermöglichen ihrem Kind die Flucht aus dem Ghetto. Als Klara selbst Mutter wird, reflektiert sie ihr bisheriges Leben. Wie viele Überlebende bezichtigt sie sich selbst der Schlechtigkeit: Wie kann es sonst sein, dass sie überlebt hat, wenn so viele andere, „bessere“ Menschen in den Tod gegangen sind? Ihre Mutter hatte ihr vorgehalten, immer nur zu nehmen. Milch hat sie im Überfluss, mit dem neugeborenen Bärel aber wird sie nicht recht warm.

 

„Es wird wieder Tag“ ist ein Roman über den selten beleuchteten Aspekt, wie Verfolgte, Mitläufer und Täter nach dem zweiten Weltkrieg in Deutschland zusammenlebten, ein Buch auch über die Auseinandersetzung mit traumatisierenden Erlebnissen durch den Prozess des Aufschreibens, über Aushaltenlernen und über Beziehungen (Mann/Frau, Eltern/Kind).

 

Die Autorin Minka Pradelski wurde 1947 als Tochter von Holocaust-Überlebenden in einem Frankfurter Lager für Displaced Persons geboren. „Es wird wieder Tag“ ist ihr 2020 veröffentlichter zweiter Roman (auch als Hörbuch erhältlich).


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Cover des Buches Es wird wieder Tag (ISBN: 9783627002770)
Susanne_Probsts avatar

Rezension zu "Es wird wieder Tag" von Minka Pradelski

Schreiben, um zu verdauen...
Susanne_Probstvor 2 Jahren

Frankfurt nach dem 2. Weltkrieg. 


Bärel wird 1946 als erstes jüdisches Kind nach Kriegsende in einem katholischen Krankenhaus geboren. 

Seine Eltern Klara und Leon haben das Grauen der Nazizeit als einzige Überlebende ihrer Familien überlebt.  Mit der Geburt ihres Sohnes soll der Schrecken endgültig der Vergangenheit angehören. 

Sie soll Neubeginn, Leben und Glück markieren.


Und dann passiert eines Tages in einem Park ein einschneidendes Erlebnis. Klara begegnet während eines Spaziergangs mit Bärel im Kinderwagen ihrer ehemaligen KZ-Oberaufseherin Liliput. 


Es ist ein Augenblick, der sie schlagartig retraumatisiert und, nachdem sie panisch weggerannt ist, paralysiert.

Klara verfällt in eine Schockstarre, sperrt sich zu Hause ein, hört auf, zu sprechen und Bärel zu versorgen.

Leon ist verzweifelt und überfordert und hat dann einen brillanten Einfall, als er seiner Frau empfiehlt, all ihre Erlebnisse, Gedanken und Gefühle niederzuschreiben. 


Klara befolgt den Rat und bringt ihre Erinnerungen zu Papier. 

Buchstabe für Buchstabe, Wort für Wort und Satz für Satz füllen sich die Seiten. 

Klara schreibt aber nicht nur über die unmenschliche Zeit im Lager, sondern auch über das Schuhgeschäft ihres Vaters, über den überstürzten Abschied von ihren Eltern, die sie regelrecht wegjagten, um sie zu retten, über die furchtbare Zeit auf der Flucht, bei der sie sich als 13-jährige mit einem Decknamen als Deutsche tarnte, über die Trauer um Familienmitglieder uvm.

Alles schreibt sie sich von der Seele. Es ist eine regelrechte Schreibtherapie.

Klara durchlebt dabei entsetzliche Qualen, Rache-Phantasien und Gerechtigkeitswünsche und durchschreitet dabei tiefste Dunkelheit... aber „Es wird wieder Tag“. Das wird auch schon auf dem farbenfrohen und beschwingten Cover angedeutet, das erstmal nicht zu dem grauenhaften Thema zu passen scheint. 


Auf diese Weise erfahren wir die tragische und ergreifende Geschichte von Klara. 

Auch die die Perspektive Leons sowie Bärels Säuglingsblick und seine Sicht der Dinge beleuchten die Geschehnisse. 

Diese Perspektive muss man mögen. Sie ist gewagt, gewöhnungsbedürftig und bestimmt nicht jedermanns Sache, aber wenn man bereit ist, sich an dieser Stelle auf ein etwas phantastisches Abenteuer einzulassen, kann man vielleicht seinen Gefallen daran finden. Außerdem ändert sich die Erzählperspektive nach ca. 40 Seiten und spätestens ab da ist das Buch ein 5 Sterne Roman. 

Und was sind schon 40 von 384 Seiten?!

Ich wurde, was das Lautwerden der Gedanken eines Babies anbelangt, prompt an den Film „Kuck mal wer da spricht“ von 1989 erinnert.


„Es wird wieder Tag“ ist ein fesselndes, berührendes  und beklemmendes Werk, das man am Schluss ergriffen und in nachdenklicher Stimmung zuklappt.


Neuartig und außergewöhnlich an diesem Buch über den 2. Weltkrieg war für mich, dass über diese Zeit hinaus erzählt wird. 

Wir erfahren von Gedanken und Gefühlen Überlebender. Da ist eben nicht nur unendliche Erleichterung, sondern da sind auch Selbsthass, Schuld- und Schamgefühle.

Die Vorstellung, einem ehemaligen Täter zu begegnen muss ständig latent für die Opfer präsent gewesen sein, da sie ja lange Zeit frei herumliefen. Dass Minka Pradelski, die selbst Tochter Überlebender ist und kurz nach dem Krieg geboren wurde, genau diese Vorstellung und dieses Szenario aufgegriffen hat, finde ich gleichermaßen naheliegend, wie genial und originell.


„Es wird wieder Tag“ hat mich nachhaltig beeindruckt und ich empfehle es sehr gerne weiter. 


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Cover des Buches Es wird wieder Tag (ISBN: 9783627002770)
Buecherschmauss avatar

Rezension zu "Es wird wieder Tag" von Minka Pradelski

Displaced Persons
Buecherschmausvor 2 Jahren

Die Frankfurter Soziologin Minka Pradelski wurde 1947 im Lager für Displaced Persons in Zeilsheim geboren, in ihrem neuen Roman Es wird wieder Tag fügt sie der großen Geschichte der Shoah ein weiteres, persönliches Mosaiksteinchen hinzu. Sie erzählt von Überlebenden, deren Leidensweg weit über die Befreiung der Lager hinausgeht, die ihre Traumata in die Nachkriegszeit mitnehmen und an die Nachfolgegenerationen weitervererben. Gerade weil sie diese davor schützen wollen. Durch Schweigen.

Minka Pradelski lässt in Es wird wieder Tag drei Ich-Erzähler:innen sprechen. Der erstaunlichste davon – und ich will es gleich vorwegnehmen am wenigsten gelungene – ist ein Säugling, der die ersten sechzig Seiten des Romans zur Hürde für Leser:innen macht. Etliche sind bereits an diesem ersten Teil gescheitert, und ich kann gut verstehen warum. Altklug und ein wenig rotzig-frech berichtet der kleine Bärel von seiner Geburt, den unbekannten „Alten“, die fortan seine Eltern Klara und Leon Bromberger sein würden, und seinem Eintritt in deren Welt. Er ist „der erste nach dem Krieg in einem katholischen Krankenhaus in Frankfurt zur Welt gekommene jüdische Säugling“, und dass nicht alle Deutschen ihre Gesinnung mit dem Tag der Befreiung abgelegt haben, zeigt sich direkt bei den Säuglingsschwestern, die den Kleinen gleich mal für ihre anstehende Weihnachtsfeier als Jesuskind „ausborgen“.

Bärel entwickelt sich nach seinem eigenen Bekunden zu einem schwierigen, unzufriedenen Baby. Seine Beobachtungen sind sehr genau und unerbittlich. Eines Sonntags begegnet die Mutter auf einem Spaziergang mit ihm im Park einer Frau, die sie von früher kennt. Diese Begegnung wirft Klara aus der Bahn. Sie ist sich sicher, Liliput, der ehemaligen Oberaufseherin im polnischen Arbeitslager, begegnet zu sein, die ein hartes, grausames Regiment geführt hat. Klara hat dieses Lager nur mit sehr viel Glück überlebt. Nun scheint sie an dieser Wiederbegegnung zu zerbrechen, verfällt in eine Depression, kann sich nicht mehr um ihren Sohn kümmern.

Leon, auch ein Überlebender der Shoah, den sie auf der Flucht nach Westen, fort aus Polen, kennengelernt hat und mit dem sie in Frankfurt nur Zwischenstation auf dem Weg nach Amerika machen will, drängt sie, ihre Erinnerungen zu Papier zu bringen, ihre Dämonen durch Schreiben zu bannen. Sprache als Mittel zur Bewältigung von traumatischen Erfahrungen - das klappt tatsächlich zeitweise ganz gut. An anderen Tagen verfällt Klara wieder in die Depression.

Der zweite, weitaus größere Teil des Romans wird von Klara erzählt. In ihren Rückblicken erinnert sie sich an ihre Kindheit und Jugend. Der Beginn der Judenverfolgung in Polen durch die Nationalsozialisten fällt auf Klaras Pubertätszeit. Sie ist fünfzehn, und wie viele Teenager in diesem Alter ist Klara nicht einfach. Wie manche ihren Eltern vielleicht vorhalten, dass andere viel besser für ihre Kinder sorgen, weil sie ihnen viel mehr erlauben, kaufen etc., so wirft Klara ihren Eltern vor, dass andere Kinder schon längst vor den Deutschen in Sicherheit gebracht wurden. Sie macht diese Vorwürfe mit der in ihrer Altersgruppe verbreiteten Ich-Bezogenheit und Grausamkeit. In dieser Form habe ich das noch nie in einem Buch über die Judenverfolgung gelesen. Überzeugend ist es schon, auch verfolgte jüdische Teenager waren nun mal auch in erster Linie Teenager.

Die Eltern bringen also ihre Tochter bei einem ehemaligen Arbeitskollegen unter, der sie im Keller versteckt. Das wird nur die erste einer Reihe von Stationen sein, in denen Klara, die bald falsche Papiere auf den Namen Maria Gajda erhält, untertaucht. Polen riskieren ihr Leben, indem sie Klara verstecken. Sie tun das nicht immer bewusst. Und sie werden auch nicht als Held:innen dargestellt. Bei vielen von ihnen regen sich auch Eigennutz und Boshaftigkeit. Die größte Gefahr stellt aber Klara für sich selbst dar. Unwissenheit, Hilflosigkeit, aber auch Unvernunft bringen sie immer wieder in brenzliche Situationen. Und eines Tages wird sie enttarnt, verhaftet und landet im Lager Sackisch, einem Außenlager von Groß-Rosen. Nur durch Zufall entgeht sie dort der Selektion. Man schreibt da bereits 1944. Wahrscheinlich ein Grund, weshalb sie die KZ-Zeit überhaupt überlebt.

Als Dritter erhält Leon Bromberger eine Stimme. Auch er hat, wie Klara, seine gesamte Familie während der Shoah verloren. Von seinem Schicksal erfahren wir aber deutlich weniger. Er berichtet fast ausschließlich von der unmittelbaren Nachkriegszeit, von der Armut, der Unsicherheit, der Bürokratie, dem Schwarzmarkt. Und vom Leben im Land der Täter, denen man auf Schritt und Tritt begegnen könnte und deren Gesinnung mit der Entnazifizierung durch die Amerikaner nicht sogleich verschwindet. Er erzählt auch von der Schuld, überlebt zu haben. Kein Wunder, dass für viele der Überlebenden das Ziel Auswandern hieß - Amerika, Palästina, nur fort.

Familie Bromberger wird sich am Ende fürs Bleiben entscheiden. Anders als die Familie Pradelski, die zunächst nach Amerika emigrierte, aber 1955, weil man sich dort nicht recht integrieren konnte, nach Frankfurt zurückkehrte.

Minka Pradelski ist mit Es wird wieder Tag ein bereicherndes Buch zum Thema der Judenverfolgung im Nationalsozialismus gelungen. Am interessantesten war für mich dabei der Blick auf die Zeit „Danach“. Wie man sich im Land der Verfolger einrichtete, wie das überhaupt gelingen konnte. Wie viele Überlebende schwiegen auch die Brombergers. Klara fand die Sprache, das Erzählen als einen Ausweg. Vielen war das nicht vergönnt.

Ein wichtiges Buch, ein lesenswertes Buch. Daran soll auch die nicht stimmige Säuglingsperspektive Bärels nichts ändern.

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