Minna Lindgren Whisky für drei alte Damen oder Wer geht hier am Stock?

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Inhaltsangabe zu „Whisky für drei alte Damen oder Wer geht hier am Stock?“ von Minna Lindgren

Alter schützt vor Torheit nicht: Drei uralte Freundinnen gründen eine WG
Ein Buch über beste Freundinnen, die trotz ihres hohen Alters weder ihren Humor noch ihren Sinn für das, was im Leben zählt, verlieren und einfach nur wollen, dass man sie so leben lässt, wie sie das gerne möchten.

Die aufgeweckten, sehr agilen Witwen Siiri, Irma und Anna-Liisa sind Nachbarinnen in der Seniorenresidenz »Abendhain«. Als das Haus renoviert wird und man die Bewohner mit Krach, abgestelltem Wasser und einer kalten Küche malträtiert, beschließen sie, übergangsweise eine WG zu gründen. Mit dem »Botschafter«, Anna-Liisas Ehemann, und einer weiteren Bewohnerin ziehen sie zusammen. Aber das WG-Leben hat so seine Tücken, und manche Marotten können zu großen Problemen führen. Vor allem, wenn erst nach und nach klar wird, wofür die Wohnung vorher genutzt wurde und wer dort alles verkehrte …

In diesem zweiten Buch von Bestsellerautorin Minna Lindgren rund um drei (ur)alte Freundinnen geht es wieder turbulent zu. Ein lustiges und ehrliches Buch über Freundschaft, Alter und die Tücken des Zusammenlebens.

»Verrückte Geschichte mit viel feinem, schwarzen Humor.« Bunte über »Rotwein für drei alte Damen«

Für mich ein Fehlkauf. Meandert zwischen den krampfhaften Versuchen, lustig zu sein und schwierigen Themen, schlecht aufbereitet.

— juergenalbers

Nett und ziemlich skurril

— ChristinaB

WG-Leben mit 90 - höchst ironische Gesellschaftskritik auf den Punkt gebracht!

— talisha

Die Senioren-Multikulti-WG und was sich wirklich hinter der Immobilie verbirgt… Humor, Witz und Alt-Tagsleben. Band 2 steigert Band 1.

— Floh

Besser als der erste Teil!

— Buchina

Eine dahin plätschernde Erzählung, die nicht zum Punkt kommt. Nicht mein Geschmack.

— MalinaAnningan

Eine unterhaltsame und humorvoll, kritische Lektüre.

— twentytwo

Total witzig und aktuell - auch so kann Integration funktionieren. Hat mir wesentlich besser als Band 1 gefallen!

— TochterAlice

Sehr agile Damen, witziger Schreibstil, humorvoll und auch kritisch, amüsant und mit Tiefgang - absolute Leseempfehlung und 4,5 * :)

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    Whisky für drei alte Damen oder Wer geht hier am Stock?

    juergenalbers

    17. April 2017 um 17:58

    Liebe Minna, ich habe dein Buch „Whisky für drei alte Damen“ gelesen. Und da ich nicht lange drum herum schreiben will, sage ich es lieber gleich offen: Ich habe es nicht zu Ende gelesen. Bis Seite 281 (von 351) bin ich gekommen, dann war meine Kraft aufgebraucht. Das ist nicht schön. Ein Buch nicht auszulesen. Ein Buch, für das du dir so viel Zeit genommen hast, das dich sicher so viel Kraft gekostet hat. Aber ich konnte einfach nicht weiterlesen, auch nicht mehr die nur noch 70 Seiten. Es tut mir leid. Ich habe mir etwas anderes vorgestellt. Das Buch hat so ein freundliches Cover. Blau und grau, eine schwungvolle Titelschrift und alles passend verziert mit blauen Blüten. „Vergiss mein nicht“-Blüten, um genau zu sein. Sicher mit Bedacht gewählt. Aber das Cover mit der Zeichnung einer resoluten Dame samt Fuchspelz und hochhackigen Schuhen, da hatte ich einfach eine andere Idee vom Buch. Und der Klappentext, liebe Minna, der ist - ganz offen gesagt - auch nicht eben hilfreich. Da wird etwas über den Humor der drei alten Damen geschrieben, die sich in das verrückte Abenteuer stürzen, eine WG zu gründen. Irgendwie fühlte ich mich an den Hundertjährigen erinnert, der aus dem Fenster stieg und der mich grandios unterhalten hat. Das haben Siiri, Anna-Liisa und Irma nicht geschafft. Bis auf ganz wenige, sehr seltene Momente, in denen sich zumindest ein kleines Lächeln auf meine Lippen stahl. Sehr selten. Für 281 Seiten zu selten. Es ist sicher meine Schuld. Vielleicht ist es eine kulturelle Sache. Vielleicht sprecht und schreibt Ihr in Finnland offener, kühler über das Sterben, Sterbehilfe und das Leiden. Minna, du bist nur ein Jahr jünger als ich. Ich bin mir sicher, du denkst auch ab und an mal , wie ich, an dein Ende. Wie es sein wird, wie selbstbestimmt dein Ende sein wird. Ob du im Kreise lieber Menschen gehen kannst, wach und bewusst oder... Ich selbst neige der Ansicht Joanne K. Rowlings zu, nach der für einen gebildeten Geist der Tod nur das nächste große Abenteuer darstellt. Ich möchte es gern glauben. Und zumindest habe ich mir fest vorgenommen, mein Leben auszukosten, so viele positive Spuren wie möglich zu hinterlassen und den letzten Gang erhobenen Hauptes anzutreten. Ich möchte am frühen Abend gehen, im Frühling, unter einem Apfelbaum, mit einem Buch in der Hand. Ob das allerdings so sein wird, das habe nicht ich allein zu entscheiden. Das Schicksal verspricht viel und hält oft wenig. Vielleicht, liebe Minna, hast du an bestimmten Tagen auch schon einmal darüber nachgedacht, wie deine letzten Tage aussehen werden? Ich bin sicher, du hast es getan. Denn du hast über die letzten Tage deiner Protagonisten geschrieben. Es war schwer, diese Absätze, diese Seiten zu lesen. Diese Seiten, die vom Abschied erzählen. Von einem elenden Abschied, von einem kalten Ende in einem so kalten Gesundheitssystem, dass mir die Finger an den Seiten festfroren. Man muss darüber schreiben! Über Altenpfleger*innen, die durch Zeitvorgaben so mitleidlos geworden sind wie die Metzger in Schlachthöfen. Man muss über Altenheime sprechen, die Menschen ihrer Würde und ihrer Erinnerungen berauben, sie zu einer Ware degradieren, die je nach Gewinnkalkül hin und her geschoben werden. Man muss das tun. Aber man muss die Menschen, die das ängstigt, nicht als debile Alte darstellen, die wie hospitalisierte Papageien immer die gleichen Sätze wiederholen. Man muss Figuren, denen man das Schicksal eines dahinsiechenden Partners mitgibt, nicht noch ihre Würde nehmen. Sie ins Lächerliche ziehen. Man muss das nicht tun. Und ich muss das nicht lesen. 

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    • 5
  • Rezension zu "Whisky für drei alte Damen oder Wer geht hier am Stock?" von Minna Lindgren

    Whisky für drei alte Damen oder Wer geht hier am Stock?

    aba

    07. February 2017 um 17:37

    Mafiöse Zustände Als ich schon dachte, schlimmer könnte es für die drei 90-jährigen Siiri, Irma und Anna-Liisa nicht werden, wurde in der Tat das Leben in der Seniorenresidenz Abendheim zum absoluten Alptraum: Eine umfangreiche Renovierung des Gebäudes macht einen Aufenthalt auf längere Sicht einfach unmöglich. Die älteren Damen überlegen also, ob es nicht sinnvoll wäre zu flüchten. Aber wohin? "Whisky für drei alte Damen oder Wer geht hier am Stock?" von der finnischen Schriftstellerin Minna Lindgren erzählt eine fast gruselige Geschichte über die totale Renovierung der Altersresidenz, in der die drei quirligen Heldinnen wohnen, und über alles, was sie unternehmen, um dem Horror, den diese Renovierungsmaßnahme mit sich bringt, zu entkommen. Für eine ältere Dame bedeutet diese Unternehmung ein wahnsinniges Abenteuer. Aber Siiris perfekte Kenntnisse des Straßenbahnliniennetzes sind sehr hilfreich. Es dauert nicht lange, bis ihre beste Freundin Irma sich davon anstecken lässt, und so geht der Leser noch einmal mit der Helsinkier Straßenbahn auf Reisen. Siiri und Irma lernen neue Menschen kennen, Menschen, die ihnen neue Welten eröffnen. Perfekt Finnisch sprechende, bunt bekleidete und gut aussehende afrikanische Einwanderer begegnen ihnen in Markthallen zwischen exotischen Gewürzen, und blutjunge, komplett tätowierte grünhaarige Mädchen pflegen ihre hilfebedürftigen Freunde. Böse Überraschungen erleben die drei Freundinnen auch bei den Renovierungsarbeiten an der Seniorenresidenz, die offensichtlich unsachgemäß durchgeführt werden, etwas, das sogar für Laien offensichtlich ist. Selbstverständlich nehmen sich die drei Damen vor, diesen dubiosen Umständen auf den Grund zu gehen. Bei ihren Recherchen begehen sie die im Laufe der Renovierung zerstörten Räume in ihrem Alterswohnsitz und düstere Gänge in Pflegeeinrichtungen, und treffen deren völlig überforderte und gefühllose Mitarbeiter. Alles, was sie erleben, ist absurd, abstrus und fast kafkaesk, und erweckt bei ihnen den Eindruck, dass die wahren Verantwortlichen der Seniorenpflege in Finnland zur Mafia gehören. Minna Lindgren wählt für diese zweite Folge ihrer Trilogie einen sehr spannenden Schreibstil und verleiht ihren Figuren, egal, ob sie nur eine nebensächliche Rolle spielen, starke und sehr gut definierte Persönlichkeiten. Ganz deutlich wird dies, wenn die drei Freundinnen gleichzeitig in Erscheinung treten. Die vernünftige Siiri, die immer fröhliche Irma und die steife ehemalige Lehrerin Anna-Liisa haben gelernt, sich mit ihren Macken gegenseitig zu akzeptieren und vor allem von ihren noch vorhandenen Fähigkeiten zu profitieren, die sehr nützlich sind bei dem Versuch, das Geheimnis hinter den Renovierungsarbeiten zu lüften. Meine Lieblingsfigur ist Irma. Sie ist nicht nur nett, sie ist auch unternehmungslustig und durch ihre plötzlichen Einfälle und Geistesblitze hat sie mich oft zum Lachen gebracht. In ihrer Heimat ist Minna Lindgren dafür bekannt, schwierige Themen wie das Älterwerden zu behandeln. Dass sie sich darin sehr gut auskennt, zeigen ihre Beschreibungen der nicht selten unmenschlichen Umstände in dem finnischen Pflegesystem. Immer wieder bestanden ihre Dialoge aus Schilderungen von schlecht funktionierenden Institutionen und unprofessionell arbeitendem Personal. Alles natürlich sehr interessant und lehrreich, aus meiner Sicht aber etwas überflüssig, da der Leser allein durch die verschiedenen Szenen und Situationen die Lage versteht und dadurch schlauer wird. "Whisky für drei alte Damen oder Wer geht hier am Stock?" hinterlässt mehr Rätsel als der erste Band und macht sehr neugierig auf den dritten, in dem hoffentlich endlich die Gerechtigkeit siegt. Der Dreiteiler um die Seniorenresidenz Abendheim ist in Finnland ein Langzeitbestseller geworden und wurde bereits in mehrere Sprachen übersetzt. Auf den dritten Teil dieser Trilogie, die mit jeder Folge besser wird, und auf ein Wiedersehen mit Siiri und Irma, die ich in mein Herz bereits geschlossen habe, bin ich sehr gespannt!

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    • 2
  • Das WG-Leben ist immer gleich - egal ob mit 20 oder mit 90

    Whisky für drei alte Damen oder Wer geht hier am Stock?

    talisha

    29. January 2017 um 22:34

    Im zweiten Teil der "Drei alte Damen"-Serie von der finnischen Autorin Minna Lindgren werden wir Leser in das Chaos während dem Umbau im Altersheim Abendhain hineingezogen.Die Bewohner sollen selbst schauen, ob sie während des Umbaus anderswo eine Unterkunft finden oder sich sonstwie zurecht finden. Sie sind ganz auf sich selbst gestellt ohne Hilfe oder Alternativunterkunft, die von der Heimleitung organisiert wurde, so wie man es eigentlich erwartet. Sämtliche Entscheidungen werden getroffen ohne die Alten miteinzubeziehen. Auch allfällige Verwandte lassen die Betagten alleine und geben höchstens mal kurz Bescheid, wenn zu viel Leistungen auf dem Konto abgerechnet werden. Doch sich mit den Senioren hinsetzen und mit ihnen besprechen was vor sich geht oder sich mal die Heimleitung vorzuknöpfen? Fehlanzeige!Als bei den Bauarbeiten ein grosses Loch in die Badzimmerwand zwischen Siiri und Irmas Wohnung geschlagen wird und sie durch das Badezimmer in die jeweils andere Wohnung spazieren können, wird es ihnen definitiv zu bunt. Der Botschafter organisiert ihnen allen eine Wohnung und bald ziehen sie um - eine Senioren-WG entsteht! Das Interieur finden sie zwar schon etwas speziell, und auch, dass nicht nur haufenweise Pflegerinnen für Anna-Liisa, die gerade einen Spitalaufenthalt hinter sich hat, sondern auch andere komische unbekannte Leute plötzlich mitten in der Wohnung stehen. Um genau nachzuforschen weswegen das so ist, haben sie keine Lust und nehmen es einfach so hin. Das "einfach so Hinnehmen" fand ich unglaubwürdig. Ebenso die abwesenden Angehörigen, die nicht nachhaken, wenn nachweislich falsch abgerechnet wird oder sich für ihre Verwandten einsetzen, wenn es schon nicht von Seiten der Heimleitung getan wird. Vor allem, da das Abendhain schon einmal in den Schlagzeilen war (siehe Band 1). Natürlich wird hier alles extrem überspitzt und satirisch dargestellt, auch wenn das eine oder andere mit Sicherheit im realen Leben vorkommt. Wie zum Beispiel die Pflegekräfte, die entweder völlig lahm oder wie ein Feldweibel ohne irgendwelche Empathie ihre Patienten im 7-Minuten-Takt pflegen. Trotzdem haben mir Angehörige gefehlt, die sich nur ein Mü mehr für ihre ungerecht behandelten Verwandten interessieren.Thematisiert im zweiten Band wird der Umgang, oder anders gesagt, die Mühe der älteren Generation mit der modernen Technik. Abrechnungen werden nur noch per Mail zugeschickt, Bankgeschäfte immer komplizierter, da Abhebungen nicht mehr in allen Bankfilialen möglich sind (ausserdem müsste man sich auch noch an den Code der Bankkarte erinnern können), Billette lösen für die Strassenbahn - keine einfache Sache. Dem gegenüber stellt die Autorin Irma, die sich ein iPad kauft und es fast problemlos bedienen kann. Ein weiteres zentrales Thema ist Sterbehilfe, die in Finnland verboten ist. Margrit ist aktuell betroffen und möchte von allen möglichen Leuten deren Meinungen hören. Lustig zu lesen sind die Szenen aus dem WG-Leben, die sich kaum unterscheiden zum WG-Leben Anfang 20 - es sind ja doch immer die gleichen Leute die alles stehen lassen und die anderen, die alles aufräumen. Alle Leser, die selbst mal in einer WG wohnten, dürfte einiges sehr bekannt vorkommen...Siiri hat den WG-Kochjob übernommen und fühlt sich oft ausgenutzt, da sich alle anderen einfach nur bedienen lassen. Dafür hat sie sich in der Markthalle mit den Afrikanern Muhi und Mettaka angefreundet und tauscht mit ihnen Kochrezepte aus. Siiri ist die Einzige in der Serie, die sich mit jüngeren Leuten einlässt. Im ersten Band war es Mika, nun Muhi und Mettaka. Mit den beiden diskutiert sie nicht nur Rezepte, sondern auch kulturelle Unterschiede und das Leben als Flüchtling in einem fremden Land. Auch in Band 2 gefallen mir die Tramfahrten mit Siiri durch Helsinki am besten. Laut ihr gibt es nur drei interessante Bauwerke in der Stadt, was mir das Gefühl vermittelt, dass Helsinki keine Reise wert ist. Obwohl das Ende von "Whisky für drei alte Damen" dem des ersten Bandes ähnelt - vieles wird nicht konkret abgeschlossen, sondern mehr nur vermutet, dass es so und nicht anders ist - liest es sich einfacher als "Rotwein für drei alte Damen". Fazit: Auch im zweiten Band erwartet den Leser höchst ironische Gesellschaftskritik auf den Punkt gebracht. 3.5 Punkte.

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  • Dem Altenkrimi fehlt es an Schwung...

    Wir fangen gerade erst an

    parden

    DEM ALTENKRIMI FEHLT ES AN SCHWUNG...Dem Leben im Alter sehen viele von uns mit gemischten Gefühlen entgegen - der Umzug in ein Altersheim erscheint für die meisten wenig verlockend. Die Erfahrungen, die die fünf Hauptcharaktere des Buches mit ihrem Wohnsitz machen, sind nun auch nicht dazu geeignet, die Bedenken hinsichtlich dieser Wohnform zu zerstreuen.Dabei sind Märtha (79), Snille (78), Anna-Greta (81), Stina (77) und Kratze (84) noch recht rüstig für ihr Alter. Doch 'Sparen' heißt die Devise der neuen Geschäftsführung des Seniorenheims 'Diamant', und so gibt es immer mehr Einschränkungen, die die alten Leute über sich ergehen lassen müssen, und kaum noch Entscheidungen, die sie selber treffen dürfen. Was zu viel ist, ist zu viel - und so beginnt allmählich ein Plan zu reifen.Eine TV-Dokumentation über die Situation in Schwedens Gefängnissen zeigt den Alten, dass es um die Versorgung der Verbrecher besser gestellt ist als um ihre eigene - und da muss Abhilfe geschaffen werden. Und so fliehen die fünf aus dem Altersheim und beginnen ihre Verbrecherkarriere mit dem Ziel, den Rest ihres Lebens letztlich gut versorgt hinter Gittern zu verbringen. Doch aller Anfang ist schwer, zumal hinter der Seniorengang mit ihren Rollatoren niemand etwas Gesetzwidriges vermutet - erst recht nicht die Polizei. Da ist viel Einfallsreichtum gefragt...Leider hielt das Buch nicht ganz, was ich mir davon versprach. Erwartet hatte ich ein unterhaltsames Buch mit viel Seniorenpower, mit Charme und Witz, schwungvoll und bissig und mit dem Esprit der Geschichten eines Jonas Jonasson oder dem Wohlfühlcharakter der Romane eines Fredrik Backman. Doch dem Roman merkte man das Alter seiner Charaktere an: Unterhaltung mit Längen, teilweise eher lahme Dialoge, eine von zu vielen Zufällen geprägte Handlung und alles in allem eine zu bemüht und konstruiert wirkende Erzählung. Die Charaktere selbst sind recht klischeehaft gestrickt und wirken durch den fehlenden Hintergrund wenig greifbar. Trotz meiner Enttäuschung fand ich die Idee hinter der Geschichte gut, wenn auch die Umsetzung mehr Potential gehabt hätte. Ebenfalls gefallen hat mir die durchgehend geäußerte Kritik am Umgang der Gesellschaft mit den Alten - an dieser Stelle würde ich mich der Seniorengang gerne anschließen. Insgesamt eher Mittelmaß - da ist noch deutlich Luft nach oben. Ob Band zwei 'Jetzt kriegt jeder was ab' da eine Steigerung ist? Keine Ahnung. Noch nicht jedenfalls. Aber erst einmal reicht es mir mit den fünf Senioren...© Parden

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    • 13
  • Whisky für drei alte Damen

    Whisky für drei alte Damen oder Wer geht hier am Stock?

    Schattenauge

    17. January 2017 um 13:53

    Da die Seniorenresidenz “Abendhain“ gerade renoviert wird und der ein oder andere Missstand sowie die ein- und auslaufenden Bauarbeiter nicht gerade für Wohlfühlatmosphäre sorgen, beschließen die drei Nachbarinnen und gute Freundinnen zusammen in eine WG zu ziehen. Aber auch das Leben in einer WG ist nicht so entspannend und ruhig wie das sich die drei Freundinnen, der Botschafter sowie Margit vorgestellt haben. Das Cover gefällt mir sehr gut und sticht auch mit seiner blauen verschnörkelten Schrift im Buchladen heraus. Der Roman verspricht eine locker leichte Lektüre im Stil des „Der Hundertjährige, der aus dem Fenster stieg und verschwand“ zu werden. Leider hat mir dann die Umsetzung des Romans nicht so gut gefallen. Vielleicht hatte ich mir zu viel erwartet und auch, dass ich den ersten Band nicht gelesen habe, war wahrscheinlich nicht sehr hilfreich. Für mich hat sich der Anfang viel zu lange gezogen und es hat gefühlt eine Ewigkeit gebraucht, bis die Geschichte ein bisschen fahrt aufgenommen hatte. Aber selbst da konnte der Roman mich leider nicht packen, besonders, da ich am Anfang die Protagonisten nicht ganz auseinanderhalten konnte. Auch der Humor der Autorin war leider gar nicht mein Geschmack. Ich habe nicht verstanden, warum eine der Freundinnen anscheinend zusammenhangslos Döden, döden, döden rief und auch dem alltäglichen Leben der Damen sowie ihren Erlebnissen konnte ich leider nichts Lustiges abgewinnen. Gut gefallen hat mir, das Minna Lindgren auch ernstere Themen, wie Sterbehilfe angesprochen hat. Auch hat sie realitätsnah die Zustände in einem Altenheim geschildert. Egal ob privat oder staatlich, schon alleine durch den Mitarbeitermangel hat man nicht genug Zeit sich um die pflegebedürftigen Menschen zu kümmern und ignoriert unter umständen ihre Wünsche und Ansichten. Das finde ich sehr traurig! Auch eine solch laute Renovierung finde ich unzumutbar und überhaupt nicht witzig. Sehr liebenswürdig fand ich aber die Ausarbeitung der Hauptprotagonisten durch Frau Lindgren. Alle haben ihre Eigenheiten und ihre eigenen Geschichten. Auch, dass die Damen durchaus nicht auf den Mund gefallen waren, hat mir sehr gut gefallen! Mir persöhnlich hat das Buch leider nicht gefallen aber es hat durchaus das potenzial jemanden mit einem anderen Geschmack gut zu unterhalten!

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  • Die Senioren-Multikulti-WG und was sich wirklich hinter der Immobilie verbirgt…

    Whisky für drei alte Damen oder Wer geht hier am Stock?

    Floh

    08. January 2017 um 03:33

    „Whisky für drei alte Damen – oder Wer geht denn hier am Stock?“, so lautet der verheißungsvolle Titel nach dem Senkrechtstart für den Auftakt dieser humorvollen, skurrilen und unterhaltesamen Romanreihe mit Zügen eines Krimis nach „Rotwein für drei alte Damen – oder Wie starb der Koch?“ von der finnischen und ideengeladenen Autorin Minna Lindgren. Hier erleben wir, wie das Leben im Alter mit all seinen Klischees, Entbehrungen und Zugewinnen funktioniert, funktionieren kann und funktionieren sollte. Doch die Protagonistinnen im Buch, allen voran natürlich Siiri, halten sich nicht gern an Regeln und brechen auch mal Tabus. Zum Leidwesen der Mitbewohner. Doch nun soll in ihrer heimeligen Senioren-Residenz umgebaut und renoviert werden und die drei Damen, Siri, Anna-Liisa und Irma ziehen in eine WG. Und diese WG hat es in sich… Vor allem, wenn drei alte Damen sich auf einmal wieder wie Studenten fühlen und das WG-Leben beim Wort nehmen. Erschienen im KiWi Verlag (http://www.kiwi-verlag.de/)Inhalt / Beschreibung:"Ein Buch über beste Freundinnen, die trotz ihres hohen Alters weder ihren Humor noch ihren Sinn für das, was im Leben zählt, verlieren und einfach nur wollen, dass man sie so leben lässt, wie sie das gerne möchten.Die aufgeweckten, sehr agilen Witwen Siiri, Irma und Anna-Liisa sind Nachbarinnen in der Seniorenresidenz »Abendhain«. Als das Haus renoviert wird und man die Bewohner mit Krach, abgestelltem Wasser und einer kalten Küche malträtiert, beschließen sie, übergangsweise eine WG zu gründen. Mit dem »Botschafter«, Anna-Liisas Ehemann, und einer weiteren Bewohnerin ziehen sie zusammen. Aber das WG-Leben hat so seine Tücken, und manche Marotten können zu großen Problemen führen. Vor allem, wenn erst nach und nach klar wird, wofür die Wohnung vorher genutzt wurde und wer dort alles verkehrte …"Das passiert, kurz mit eigenen Worten erzählt:Das friedliche Seniorenleben in dem Seniorenheim Abendhain wird jäh durch Baustaub, Krach, Gerüste, schweres Gerät und gekappten Leitungen gestört. Anna Liisa schwebt noch im siebten Himmel, hat sie sich doch den gut betuchten Botschafter und Diplomaten Onni geangelt, der auch schon eine zündende Idee für die drei alten Damen hat. Wieso nicht der Baustelle entkommen und in eine WG ziehen? Immobilien hat Onni genug und Geld auch und selbst mit einziehen würde er auch noch. Klingt nach dem perfekten Plan. Genug Zimmer sind da und die drei können mit einer weiteren Mitbewohnerin Margit, schnell einziehen und sich wieder ihren Themen widmen. Soduko, finnische Grammatik, Weltgeschehen, Klatsch und Tratsch und dass, was Siiri in der Straßenbahn alles aufschnappt und beobachtet… Doch die Ruhe währt nur kurz, denn ominöse Gestalten suchen immer wieder diese Wohnung auf, komische Gesellen und zwielichtige Gestalten. Und warum rennt Margit eigentlich immer nackig durch die Flure? Siiri, Anna-Liisa und Irma wundern sich und wollen diesen Dingen so bald wie möglich auf den Grund gehen. Dafür darf auch mal der Abwasch oder Wischdienst liegen bleiben….Neben aberwitzigen Themen des Alters mit all seinen Tücken und Marotten, die von der Autorin wunderbar aufs Korn genommen werden, werden jedoch auch ernstere Themen angesprochen, mit denen man sich als Leser auseinandersetzt. Gute und weniger gute Tage, Lebensfreude, gezählte Tage, Sterbehilfe, Pflegereform, Politik, Staat, Würde, Misshandlungen, Achtung und Respekt… Viele der angesprochenen Probleme treffen auch gut auf Deutsche Gesetze und Reformen zu. Ein Missstand, der neben den humorvollen und ironischen Szenen nicht vergessen wird und einen Appell gleicht. Schreibstil:Das Ankommen, bzw. das miteinander Umziehen im zweiten Teil der drei alten Damen ist mir wahrlich viel leichter gefallen, als das Ankommen in den ersten Band. Da ich die erste Geschichte der uralten Freundinnen aus Finnland ja bereits kenne, wusste ich sofort, was mir mit dem neuen Abenteuer der drei sonderbaren alten Damen blüht. Ich kenne Siiri, Irma und Anna-Liisa nun schon so gut, dass ich mich hier in diesem Folgeband gleich bei ihnen heimisch fühlte. Dafür sorgt auch die Autorin, die hier und da kleine Anekdoten und Rückblenden aus dem ersten Band gibt um auch so Quereinsteiger in diese Reihe gekonnt einzubinden und diese ausreichend zu informieren. Denn man muss schon wissen, wie die einzelnen Charaktere ticken, um ihre speziellen Eigenarten, Marotten und Charakterzüge zu verstehen zu wissen. Der Schreibstil und der Erzählstil der Autorin Minna Lindgren ist sehr locker, von Humor, Witz und Situationskomik geprägt und trotz der mahnenden Themen zwischen den Zeilen sehr leicht gehalten. Sie berichtet aus Sicht der dritten Portion vom Leben der drei sympathischen uralten Damen, Freundinnen und Nachbarinnen Siiri, Irma und Anna-Liisa, die trotz des eintönigen und von anderen bestimmten Altenheimalltags ein abwechslungsreiches und turbulentes Leben führen. Sie fühlen sich relativ agil (Siiri reist zudem auch noch sehr viel in Helsinki herum), sind helle im Kopf, körperlich eigentlich noch ganz gut in Schuss und geistig auf der Höhe. Ihnen macht man so schnell nichts vor. Und da man im Alter nicht mehr viel zu befürchten hat, so haben sie auch ein sehr loses und schnelles Mundwerk. Ja, diese drei sind nicht so einfach zu bändigen. Daher lassen sie sich auch den Baulärm nicht gefallen und wollen handeln. Onni kommt ihnen mit seiner glorreichen Idee gerade recht… Durch den ehrlichen, lockeren und berichtenden Schreibstil der finnischen Autorin Minna Lindgren bekommt dieser Unterhaltungsroman neben den skurrilen Begebenheiten und humorvollen Passagen auch unheimlich viel Tiefe und Nähe, sowie Herzlichkeit und Elan. Aber auch uralte Menschen haben auch mal schlechte Tage. Auch das wird erzählt. Neben all den harmonischen und geselligen, teils sehr jung und agil anmutenden Passagen und die neu gewonnene WG- Lebensfreude, wird hier aber auch ein Bild sichtbar, wie wachsam, selbstbestimmt und klar manche alten Leute doch noch im Kopf sind und wie sehr sie sich denunziert fühlen, wenn Behörden, Aufseher, Pflegekräfte oder Vormunde das Leben regeln, bestimmen und die Selbstbehauptung dadurch nehmen. Zu all den Hindernissen und Alltagsproblemen, die in so einer bunten WG dann doch recht schnell offensichtlich werden und zur Sprache kommen, werden aber auch all die Hoffnungen und Zugewinne samt Bereicherungen beschrieben, die das Privileg Alter mit sich bringt. So darf man sich schon so manches Recht herausnehmen ohne mit Blicken und Erstaunen gestraft zu werden, weil nun mal die Gesellschaft denkt, die Alten handeln nun mal so…. Die Autorin lässt den Leser allwissend die Situationen aus allen Standpunkten miterleben. Manchmal wirkte es jedoch für mich so, als ignorieren die alten Damen das Treiben rund um ihre neue Bleibe. Da tauchen skurrile Gestalten auf und die Drei wollen erstmal zur Ruhe kommen, ehe sie dann doch alarmiert wirken, nicht zuletzt wegen Margit, die sich komisch verhält… Für mich ist dieser Roman wunderbar offen und herzlich geschrieben und mit genau der richtigen Dosis Humor versehen, dass ich mir einfach gut vorstellen könnte, die Geschichten der drei Damen verfilmt zu sehen. Meinung:Den Auftakt „Rotwein für drei alte Damen“ zu dieser Reihe, Band 3 wartet schon mit dem Titel Sherry für drei alte Damen, habe ich mit gemischten Gefühlen gelesen. Da ich aber nun schon wusste, was mich hier womöglich erwarten wird und welchen Stil die Autorin beherzt, konnte ich mich schnell und ganz auf den Folgeband einlassen und freue mich schon riesig auf das Frühjahr, um auch Band 3 erleben zu können. Denn Siiri, Irma und Anna-Liisa sind mir inzwischen sehr ans Herz gewachsen. Hach, wären doch alle alten Leute so gewitzt, herzlich, selbstironisch, behauptend und altklug. Leider erlebt man zu oft verbitterte, ruhiggestellte, schweigsame und dämmernde alte Leute. Mit diesen drei alten Damen erlebt man noch was, auch als junger Mensch. Wer vielleicht den Bestseller „Eierlikörtage: Das geheime Tagebuch des Hendrik Groen, 83 1/4 Jahre“ kennt, der wird sich auch mit den drei alten Damen bestens verstehen. Ich denke, wenn man als Leser nicht zum allerersten oder auch nicht zum zweiten Mal Berührung mit einem Unterhaltungsroman dieser Art macht, wird es ein richtig gutes und beeindruckendes sowie unvergessliches Leseerlebnis werden. Das Thema ist einfach in unserer Gesellschaft brandaktuell und präsent. Der herrschende Humor und die lustige Selbstironie in den Zeilen sind grandios und einmalig herzlich und lebendig, verlieren aber nie den Bezug zur Realität, denn es gibt auch Schattenseiten und weniger schöne Aspekte des Alters. Inzwischen habe ich es auch hingenommen, dass beinahe jeder Verlag oder viel Autoren auf den Erfolgskarren: agile und skurrile Senioren aufspringen und es auf dem Buchmarkt bereits vieler ähnlicher Storys gibt. Trotzdem hat doch so jede Geschichte ihren eigenen Charme und zur Abwechslung finde ich es wunderbar einfach mal in die Welt der älteren Generation abzutauchen und diese mit Ironie und Sarkasmus zu erleben um aber auch die ernsten Themen aufzunehmen und zu verstehen. Persönlicher Pluspunkt:Ich mag die skandinavische Literatur in all seinen Facetten. Die finnische Autorin Minna Lindgren macht nicht nur durch ihren Namen sehr neugierig, sondern auch durch ihre Schauplätze. Im ersten Band dieser Reihe habe ich es schon sehr genossen, mit Siiri durch die Straßen Helsinkis zu fahren, Land und Leute zu erleben und öffentliche Plätze und Stationen kennenzulernen. Speis und Trank, Kultur und Politik. Auch in band 2 lobe die feine Ausarbeitung mit authentischen Namen der Protagonisten, der Straßen und öffentlichen Plätze. Das ist hier wirklich gut gelungen und ein großer Pluspunkt für dieses schöne Buch. Persönliche Kritik:Es bleiben wieder recht viele Fragen und Handlungsfetzen offen. Das liegt wohl daran, dass es in wenigen Wochen den dritten Band geben wird. Als Leserin fühle ich mich jetzt aber etwas wie in „Zwangsurlaub“ versetzt. Zudem wurden für meinen Geschmack die drei Damen doch erst recht spät hellhörig, bzw. aufmerksam über die Zustände in ihrer neuen Bleibe. Hier scheint es, als hätten sie lange verdrängt, was sich rund um ihre Türe treibt… Dafür, dass sie sich doch sonst nix vormachen lassen…. Das passte nicht so ganz zu den drei Freundinnen, wie wir sie sonst kennengelernt haben und bildet einen Widerspruch. Schauplätze:Der skandinavische und finnische Einfluss ist hier sehr präsent, das hat mir schon im ersten Roman wunderbar gefallen. Die Personen, Behörden, Straßen und öffentlichen Gebäude haben ihre landestypischen Namen behalten. Man fühlt sich gleich unter Land und Leuten. Wunderbar interessant ist es auch zu entdecken, dass sogar im sozialstarken Skandinavien ähnliche (Pflege-) Missstände herrschen wie in Deutschland. Ich habe es sehr genossen, die Räume des Seniorenheims zu verlassen und mit den aufgeweckten Damen und dem Herren in eine WG zu ziehen. Das bietet Abwechslung und ganz neue Möglichkeiten, die wunderbar ausgeschöpft werden. Der Schreibstil der Autorin M. Lindgren lässt uns stets mit wachsamen Blicken durch die Seiten schweifen. Mal sitzen wir zusammen mit Irma und Siiri bei Kaffee und Kuchen, erledigen den unliebsamen Abwasch, stellen WG Regeln auf, wundern uns über die freizügige Margit, schlendern auf dem Markt und integrieren einen Araber in der WG, arrangieren uns mit Jung und Alt und frönen dem selbstbestimmten Leben abseits der Regeln des Heims. Charaktere:Die drei alten Damen Anna-Liisa, Irma und Siiri sind einfach zum Umarmen, naja meistens… Aber auch der Herr im neuem Hause ist für den einen oder anderen Überraschungsmoment zu haben, und Margit erst… Aber dazu verrate ich erstmal nichts. Wer den ersten band gelesen hat, wird die drei Freundinnen und jetzt Mitbewohnerinnen sehr schnell wieder willkommen heißen und begrüßen. Aber auch Neuleser werden die drei Seniorinnen schnell kennenlernen und sich an ihre Seite stellen. Man wird die drei Alten sehr schnell mögen und erkennen, wie unterschiedlich und doch gleich die drei Freundinnen sind. Jede für sich ist ganz besonders und einzigartig. Dieser besondere Charme der drei Grazien wird natürlich durch die zahlreichen Marotten und Ecken und Kanten begünstigt. Sie lassen sich eben auch nicht so schnell hinters Licht führen. Mit ordentlich viel Lebenserfahrung, Weitblick und Schalk überraschen sie die Leser immer wieder aufs Neue. Hauptrollen und Nebenrollen bieten hier ein Zusammenspiel und sorgen für Kurzweil und Facette. Klischeehaft, Witzig und enorm bunt! Die besondere Charaktervielfalt ist das Kernstück dieses humorigen Romans. Der Autorin Minna Lindgren sind besonders gelungene Bilder entsprungen, die wahres Kopfkino mit Herz und Spannung bedeuten. Die Autorin:"Minna Lindgren, geboren 1963, ist eine finnische Journalistin und Bestsellerautorin, deren Romane rund um das Altenheim »Abendhain« in Finnland von der Presse gefeierte Bestseller sind und in zahlreiche Länder verkauft wurden. Minna Lindgren lebt in Helsinki."Cover:Das Cover ist besonders erlebnisreich, genau wie das Leben der drei Damen aus dem Buch. Als würde man Erinnerungsfetzen aus deren Leben hier erblicken. Künstlerisch und auffallend schön. Verspielt, nuanciert und mit kleinen Anspielungen auf das Leben im fort-fortgeschrittenen Alter. Das Buch ergänzt sich wunderbar mit dem rot gehaltenen ersten Band und bildet die Mitte zum baldigen gelben dritten Teil. Fazit:Band 2 gefällt mir auf Anhieb besser als der Auftakt. Ich fühle mich sofort wieder an die Seite der drei Damen gestellt und freue mich ihr turbulentes Treiben im Alter wieder miterleben zu dürfen! Willkommen im hohen Norden! Willkommen in Finnland bei Siiri, Irma und Anna-Liisa. Herzlich, humorig, tief und sehr facettenreich dargestellt. 4 verdiente Sterne!Gerne hier meine Rezension zum ersten Band:https://www.lovelybooks.de/autor/Minna-Lindgren/Rotwein-f%C3%BCr-drei-alte-Damen-oder-Warum-starb-der-junge-Koch-1207429269-w/rezension/1228336094/

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    • 7
  • Witzig, tragisch zugleich

    Whisky für drei alte Damen oder Wer geht hier am Stock?

    Buchina

    22. December 2016 um 16:52

    Nachdem mich zwar der erste Teil der Serie um die alten Damen nicht unbedingt vom Hocker gehauen hat, war ich dennoch neugierig, wie es mit ihnen weitergeht. Viele Fragen blieben im ersten Teil unbeantwortet, was mich sehr störte. Ich hoffte in diesem Teil schlauer zu werden. Aber die für mich offenen Fragen blieben unbeantwortet. Das Leben geht zwar nahtlos weiter, aber die mysteriösen Geschehnisse werden nur ab und zu erwähnt, aber nicht aufgelöst. Ganz im Gegenteil es kommen neue Geheimnisse dazu. Diesmal werden Siri und ihre Freundinnen gezwungen aus ihrer betreuten Wohnung wegen großer Umbaumaßnahmen auszuziehen. Zum Glück weiß der Botschafter Rat und stellt eine ungewöhnliche Wohnung zur Verfügung, in die er mit einzieht. Siri lernt nicht nur eine neue Umgebung kennen, sondern auch neue interessante Menschen. Man lernt, dass auch 90jährige ähnliche WG-Probleme haben, wie Studenten z.B. wer macht den Abwasch. Es gibt viel zu schmunzeln, aber auch ernste Themen finden Eingang, z.B. Sterbehilfe. Auch wenn es auch in diesem Teil immer wieder mysteriöse illegale Dinge angesprochen werden, haben sie nicht so eine Dominanz wie im ersten Teil. Siri und Freundinnen mit all ihren Problemen und Freuden stehen im Mittelpunkt. Das gefiel mir, denn meiner Meinung nach, braucht der Roman dieses mysteriöse, geheimnisvolle, was immer wieder angesprochen, aber nie richtig aufgelöst wird, nicht. Mir ist Siri diesmal richtig nah gegangen und ich mag ihren Charakter sehr. Ihre Freude beim Straßenbahnfahren durch Helsinki zaubert mir immer ein Lächeln übers Gesicht. Ein Buch was ich sehr gern gelesen habe mit gut herausgearbeiteten Charakteren und einer gut dosierten Kritik am gesellschaftlichen Umgang mit alten, kranken Menschen. Nur die immer wieder angedeuteten illegalen Geheimnisse um Abendhain und den Botschafter hätten nicht sein müssen. Der Roman baut auch so genug Spannung auf.

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  • Döden, döden, döden.......

    Whisky für drei alte Damen oder Wer geht hier am Stock?

    MalinaAnningan

    15. December 2016 um 12:21

    Kurzbeschreibung Da ihre Seniorenresidenz “Abendhain” vom Renovierungschaos überrollt wird, gründen die drei uralten Freundinnen Siiri, Anna-Liisa und Irma kurzerhand eine WG. Mit von der Partie sind Anna-Liisas Ehemann der “Botschafter” und die schwermütige Margit. Doch das WG-Leben gestaltet sich anstrengender als erwartet und es fällt den Freundinnen nicht immer leicht, die Eigenheiten und Marotten der anderen zu ertragen. Cover Das Cover besteht aus einer wunderschön gestalteten Collage von Ranken, Flügeln und anderen zauberhaften Motiven, in deren Zentrum in geschwungener Schrift der Titel prangt. Die Farbauswahl ist sehr harmonisch, insbesondere die verwendeten Blautöne, die sowohl im Titel als auch in den abgebildeten Vergissmeinnicht zu finden sind finde ich sehr ansprechend. Das Cover wirkt zugleich altmodisch und modern, was ich sehr gelungen finde. Schreibstil Minna Lindgren schreibt sehr ausführlich, beschreibt detailliert den Alltag der alten Damen und die damit verbundenen Komplikationen. Vor allem zu Beginn schildert sie liebevoll die Gedanken und Gefühle ihrer Protagonistin Siiri. Teilweise erschienen Sätze mir “merkwürdig” und unpassend; Da ich das Buch auf Deutsch gelesen habe, kann das natürlich an der Übersetzung liegen. Die finnischen Eigennamen sind etwas gewöhnungsbedürftig, aber meiner Ansicht nach sorgfältig gewählt, so dass auch ein internationales Publikum damit zurecht kommt. Die Erzählung ist nicht durchgängig, oft fehlen Tage oder Wochen, die ohne Erklärung ausgelassen wurden. Hin und wieder werden allerdings auch Kapitel mit einer Beschreibung des Tages eingeleitet, später stellt sich jedoch heraus, dass es noch der gleiche Zeitpunkt ist wie im vorhergehenden Kapitel Meinung Döden, döden, döden “Whisky für drei alte Damen” entspricht leider gar nicht meinem Geschmack. Dem Klappentext nach zu urteilen soll der Roman humorvoll sein, meinen Humor trifft er allerdings nichts. Langatmig und schrecklich deprimierend wird immer wieder beschrieben, wie die alten Leute auf sich selbst gestellt sind und mehr oder weniger hilflos durch ihren Alltag rudern. Dabei kommt man an Themen wie “Sterbehilfe”, “Misshandlung durch Pflegekräfte” oder “würdevolles Altern” nicht vorbei - meiner Meinung nach sehr wichtige Themen, über die man sprechen sollte! Aber ich möchte sowas bitte nicht in einem Roman untergejubelt bekommen, der so tut als wäre er lustig. Die im Buch erwähnten “Missstände”  und Probleme halte ich für einigermaßen realitätsnah und das finde ich gar nicht witzig sondern einfach nur traurig. Ich habe den Vorgängerroman “Rotwein für drei alte Damen” nicht gelesen und hatte daher anfangs Schwierigkeiten die Protagonisten auseinanderzuhalten. Es werden mehr als drei alte Damen vorgestellt und für mich war bis zum Schluss nicht klar, warum ausgerechnet drei der Damen nun die Hauptpersonen sind und die vierte sowie der alte Herr nichts im Titel verloren haben. Obwohl ich den Vorgänger nicht kannte, war mir die “Einleitung”  aber trotzdem zu lang und spannungsfrei - es passiert schlicht gar nichts Aufregendes. Leider trifft das auch auf den Rest des Romans zu. Es wird zwar hin und wieder das mysteriöse Verschwinden und Wiederauftauchen eines Gegenstandes erwähnt, sowie fremde Menschen, die sich in der Nähe der Rentner-WG herumtreiben oder sich sogar Zutritt zur Wohnung verschaffen wollen, die alten Damen (und  der Herr) interessieren sich aber kaum dafür und die Sache wird nicht weiter verfolgt. Man könnte vermuten das mangelnde Interesse der Senioren an solchen Geschehnissen sei auf Senilität und Verwirrtheit zurückzuführen. Andererseits werden sie aber als “aufgeweckt” und “agil” beschrieben, lösen Sudokus, schreiben Beschwerdebriefe und diskutieren über finnische Grammatik... Natürlich sind alte Menschen (wie junge übrigens auch) nicht jeden Tag gleich “fit”, aber dass die Protagonisten bei bestimmten Themen plötzlich jeglichen gesunden Menschenverstand verlieren erscheint mir einfach unglaubwürdig. Dass eine der Damen immer wieder ohne jeglichen Zusammenhang “Döden, döden döden” in den Raum wirft und eine andere gelegentlich einen Hahn imitiert, verbessert meinen Eindruck nicht gerade. “Döden” ist übrigens laut google-Übersetzer  Schwedisch (Ja, Schwedisch, nicht Finnisch) für “Tod”. Was daran witzig sein soll und warum ausgerechnet dieses Wort in Schwedisch da stehen muss und nicht übersetzt wird ist mir unverständlich. Um Seite 280 herum habe ich aufgehört zu lesen, da der Roman mich nur noch frustriert und gelangweilt hat. Vergebene Sterne setzen sich wie folgt zusammen: Ein Stern für mein Versäumnis, den Vorgänger zu lesen, der mich vielleicht auf Band 2 vorbereitet hätte. Ein Stern für die letzten (nicht gelesenen) ca 70 Seiten, die vielleicht doch noch interessant gewesen wären. Und ein Stern für die Weltanschauung der Autorin, die ich glaube zwischen den Zeilen zu lesen und die ich wirklich sympathisch finde. Leider ist mir nicht klar, in welchem Umfang die geschilderten sozialen Missstände der  Fantasie der Autorin entspringen und was genau auf gewissenhafter Recherche beruht. Ich kann dem Roman also nicht einmal einen gewissen Informationsgehalt abgewinnen.Immerhin hat das Buch nur um die 350 Seiten, Schnellleser mit Interesse an der Thematik kommen also möglicherweise auf ihre Kosten.

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  • Whisky für drei alte Damen

    Whisky für drei alte Damen oder Wer geht hier am Stock?

    twentytwo

    07. December 2016 um 11:54

    Als der Krach, den die Bauarbeiter während den anstehenden Renovierungsarbeiten in der Seniorenresidenz Abendhain veranstalten nicht mehr auszuhaltenist, reift bei den Freundinnen eine ungewöhnliche Idee: sie beschließen eine WG zu gründen. Schließlich kennt man sich und im Grunde genommen lebt man ja sowieso schon zusammen. Dank dem Botschafter, Anna-Liisas Ehemann, der einen Teil seines Geldes in Immobilien angelegt hat, ist die Wohnungssuche kein Problem und so beziehen sie wohlgemut ihre neue Bleibe. Das neue Miteinander spielt sich nach und nach ein und so bleibt genügend Zeit über Gott und die Welt, sprich das Leben im Allgemeinen und die Tücken des Alters im Besonderen, zu reflektieren. Im Grunde genommen können sie nicht klagen, es geht ihnen gut und sie haben ihre Ruhe. Dennoch gibt es, altersbedingt, das ein oder andere Problem, das einer Lösung bedarf und nur gemeinsam bewältigt werden kann.FazitWie schon in „Rotwein für drei alte Damen“ nimmt auch „Whisky für drei alte Damen“, humorvoll den unwürdigen Umgang mit älteren Menschen aus Korn. Eine unterhaltsame Fortsetzung des ersten Bandes, die sich nett liest aber nicht allzu viel Neues bietet.

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  • Whisky für drei alte Damen

    Whisky für drei alte Damen oder Wer geht hier am Stock?

    thenight

    07. December 2016 um 10:17

    Inhalt: Die drei, nicht nur im übertragenen Sinn "Uralten Freundinnen" Siiri, Irma und Anna Liisa, haben die Nase voll vom Lärm, Staub und unangenehmen Einschränkungen, die die Renovierungsarbeiten im Haus Abendhain, mit sich bringen. Sie beschließen eine vorübergehende WG zu gründen.Meine Meinung: Witzig ohne das Leben der Senioren ins Lächerliche zu ziehen, beschreibt die Autorin Minna Lindgren in ihrem zweiten Buch nach Rotwein für drei alte Damen, wieder einmal das Leben der fidelen Seniorinnen in einem Altenstift und dieses Mal auch in der WG, die diese gründeten. Nicht ahnend, was sich vorher in der Wohnung abspielte. Die frühere Nutzung der Wohnung ist ein Punkt, der immer wieder für Verwicklungen und Missverständnisse sorgt.Mit tiefsinnigem Humor und leiser Ironie beschreibt sie die Umstände in finnischen Seniorenheimen, die sich gar nicht so sehr von denen in deutschen Einrichtungen unterscheiden, auch in Finnland wird wohl mit der Stoppuhr in der Hand gepflegt.Sie lässt ihre Leser teilhaben am Leben ihrer Protagonisten. Minna Lindgren stellt uns mit Siiri und ihren Freunden Menschen vor, die trotz ihres hohen Alters immer noch voller Lebensfreude und Energie stecken, die auch vor modernster Technik nicht zurückschrecken und nicht in ihrem Zimmer geduldig auf den Tod warten, Siiri z. B. liebt es mit der Straßenbahn durch Helsinki zu fahren und zeigt uns als Leser auch gleich die schönsten Ecken Helinskis.Mir sind die Damen ans Herz gewachsen, wie schon im ersten Buch konnte ich mit ihnen lachen und mich mit ihnen sorgen, um die die ihnen am Herzen liegen.Whisky für drei alte Damen ist Leser die es gern etwas ruhiger haben möchten, die fast schon beschaulich durch ein Buch wandern möchten ohne sich auch nur eine Minute zu langweilen, denn es ist immer etwas los, wo Siiri und ihre Mitstreiterinnen und Mitstreiter auftauchen.Ein Lob gibt es von mir auch für das wirklich wunderschöne Cover, das perfekt zum Buch passt.

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  • Whisky für drei alte Damen

    Whisky für drei alte Damen oder Wer geht hier am Stock?

    thenight

    23. November 2016 um 11:20

    Inhalt: Die drei, nicht nur im übertragenen Sinn "Uralten Freundinnen" Siiri, Irma und Anna Liisa, haben die Nase voll vom Lärm, Staub und unangenehmen Einschränkungen, die die Renovierungsarbeiten im Haus Abendhain, mit sich bringen. Sie beschließen eine vorübergehende WG zu gründen. Meine Meinung: Witzig ohne das Leben der Senioren ins Lächerliche zu ziehen, beschreibt die Autorin Minna Lindgren in ihrem zweiten Buch nach Rotwein für drei alte Damen, wieder einmal das Leben der fidelen Seniorinnen in einem Altenstift und dieses Mal auch in der WG, die diese gründeten. Nicht ahnend, was sich vorher in der Wohnung abspielte. Die frühere Nutzung der Wohnung ist ein Punkt, der immer wieder für Verwicklungen und Missverständnisse sorgt. Mit tiefsinnigem Humor und leiser Ironie beschreibt sie die Umstände in finnischen Seniorenheimen, die sich gar nicht so sehr von denen in deutschen Einrichtungen unterscheiden, auch in Finnland wird wohl mit der Stoppuhr in der Hand gepflegt. Sie lässt ihre Leser teilhaben am Leben ihrer Protagonisten. Minna Lindgren stellt uns mit Siiri und ihren Freunden Menschen vor, die trotz ihres hohen Alters immer noch voller Lebensfreude und Energie stecken, die auch vor modernster Technik nicht zurückschrecken und nicht in ihrem Zimmer geduldig auf den Tod warten, Siiri z. B. liebt es mit der Straßenbahn durch Helsinki zu fahren und zeigt uns als Leser auch gleich die schönsten Ecken Helinskis. Mir sind die Damen ans Herz gewachsen, wie schon im ersten Buch konnte ich mit ihnen lachen und mich mit ihnen sorgen, um die die ihnen am Herzen liegen. Whisky für drei alte Damen ist Leser die es gern etwas ruhiger haben möchten, die fast schon beschaulich durch ein Buch wandern möchten ohne sich auch nur eine Minute zu langweilen, denn es ist immer etwas los, wo Siiri und ihre Mitstreiterinnen und Mitstreiter auftauchen. Ein Lob gibt es von mir auch für das wirklich wunderschöne Cover, das perfekt zum Buch passt.

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  • Noch immer alt und oho

    Whisky für drei alte Damen oder Wer geht hier am Stock?

    TochterAlice

    23. November 2016 um 10:30

    sind Siiri, Irma und Anna-Liisa - alle drei 90plus - gerade ihre Lebenserfahrung ließ sie zu dem werden, was sie heute sind - freche alte Damen mit ordentlich Mutterwitz und Lebensklugkeit ausgestattet, die sich kein X für ein U vormachen lassen. Diesmal sind sie ganz besonders gebeutelt, denn ihre Seniorenresidenz "Abendhain wird umgebaut und dabei werden die bejahrten Einwohner kein bisschen geschont, nein, es geht voll ans Eingemachte. Wie gut, dass sie inzwischen einen Beschützer an ihrer Seite haben und zwar einen mit ausreichend Kohle, nämlich den frischgebackenen Ehemann von Anna-Liisa, den Diplomaten Onni, dem alsbald eine Lösung einfällt - zusammen mit der etwas speziellen Margit, derer sie sich nicht erwehren können, machen sie eine WG auf - nicht umsonst besitzt der "Botschafter" schließlich etliche hochpreisige Wohnungen, die bislang nur als Geldanlage dienten. Und da geht es bald rund: mysteriöse, zugleich dubiose Gestalten stehen vor der Tür, außerdem läuft Margit immer nackich rum und, und, und - wie gut, dass Siiri auf dem nahegelegenen Markt bald den Afrikaner Mohammed, genannt Muhis, kennenlernt, der die Leichtigkeit in ihr Leben - und das der Mitbewohner bringt! Eine ganz eigene Art der Integration. Mir hat dieser zweite Band wesentlich besser gefallen, als der Vorgänger "Rotwein für drei alte Damen. Ich fand ihn wesentlich spritziger (auch wenn es nicht um Champagner, sondern - zumindest im Titel - um Whisky ging) und ich hoffe auf ein weiteres Erlebnis mit den den Alkohol, aber vor allem das Leben liebenden Damen. Noch immer sind die bejahrten Ermittler Ex-Agent 0070 James Gerald aus der Feder von Marlies Ferber und der laotische Leichenbeschauer Dr. Siri, der von Colin Cotterill geschaffen wurde, meine Favoriten, aber  in Band zwei sind ihnen die drei finnischen Mädels hart auf der Spur! Und wieder bin ich neugierig darauf, wie es in Helsinki weitergeht - und zwar in Helsinki mit allem Drum und Dran! Ein besonders positiver Aspekt ist nämlich die Akzentuierung städtischer Besonderheiten, vor allem baulicher Art. Mit dem Buch durch die Stadt zu wandern und zu schauen - das wäre bestimmt spannend!

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  • döden, döden, döden ;)

    Whisky für drei alte Damen oder Wer geht hier am Stock?

    SigiLovesBooks

    20. November 2016 um 18:46

    "Whisky für drei alte Damen" von Minna Lindgren (die Fortsetzung von "Rotwein für drei alte Damen"); versehen mit einem wunderschönen Cover voller nostalgisch anmutender 'Motive', die dem Alter der drei 'alten Damen' Siiri, Irma und Anna-Liisa Respekt zollen und sehr gut zum Roman passen, ist im KiWi-Verlag 2016 (tb, broschiert) erschienen. Er umfasst 38 Kapitel auf 350 Seiten, die vom Finnischen ins Deutsche von Niina und Jan Costin Wagner übersetzt wurden. Die allesamt noch recht munteren und rüstigen Witwen Irma, Siiri und Anna-Liisa (ihrerseits verheiratet mit dem 'Botschafter' Onni) sind beste Freundinnen im Helsinkier Seniorenheim "Abendhain". Sie nehmen die Unruhe und Belästigung, die die Renovierungsarbeiten in der Seniorenresidenz mit sich bringt, nicht mehr länger hin und ziehen in ein altes Haus in einem aparten Stadtteil von Helsinki, um dort eine Alten-WG auf Zeit zu gründen. Dubios und witzig zugleich ist die Tatsache, dass die Damen nicht wissen können, wer zuvor in der großen Wohnung der Altbau-Villa gewohnt hat, was im Roman immer wieder zu 'Verwicklungen' führt, die natürlich das Interesse der Damen schüren.... Auch Margit ist mit von der Partie, eine zuweilen etwas depressiv und überfordert wirkende ungleich jüngere (87) Seniorin: Die Mitbewohnerin verdüstert immer mal wieder die sonst sehr fröhliche Stimmung der anderen, da ihr Eino in einem Heim für Demenzkranke immer mehr von der Bildfläche der Realität verschwindet, worunter Margit mehr zu leiden scheint als ihr Mann selbst.... Irma erfreut sich der Technik eines iPads und ist trotz ihres hohen Alters (94) eine lebensfrohe alte Frau, die gerne lacht und fröhlich ist; ihre Kinder (die 'Goldstückchen') sind immer im Stress und lassen sich daher nie blicken, was Irma jedoch nichts weiter auszumachen scheint. Siiri ist umtriebig, versteht sich prächtig mit anderen, besonders mit Irma und liebt es, stundenlang mit sämtlichen Straßenbahnlinien durch Helsinki zu fahren; hierbei lernt auch der Leser die facettenreiche Stadt in Finland kennen, was mir sehr gefiel. Anna-Liisa, als frühere Lehrerin, wirkt auch im Alter etwas streng und forsch und liebt es, wenn sich der Gesprächspartner sehr gewählt auszudrücken vermag. Sie wird nach einem Klinikaufenthalt von ihrem Mann Onni, den Freundinnen und diversen Pflegekräften wieder 'aufgepäppelt'; Anna-Liisa ist im Besitz (und manchmal nicht) eines Schmuckkästchens aus Mahagoni, das eine rätselhafte Rolle in diesem amüsanten Roman zu spielen scheint.... Einzelne Passagen sind leicht satirisch angehaucht und die Autorin versteht es, dem Leser sehr oft ein Schmunzeln oder Lachen zu entlocken, da vieles sehr realistisch, authentisch wirkt. Trotz aller Fröhlichkeit und ungebremstem Optimismus wird auch mit Kritik nicht ausgespart, die den Leser eher mal schwer schlucken lassen: Das Erreichen der Pflegestufen, die Verwaltungsabläufe, die Stoppuhr, mit der Pflege (wohl auch in Finland ebenso wie hier) stattfindet und die nicht immer drollige Welt der Demenzkranken, die hier von Eino personifiziert wird; bei allen Punkten halten sich jedoch Humor und eine leichte Feder, aus der die Worte fließen, mit außerordentlichem Tiefgang die Waage, was mir persönlich sehr gefallen hat. Dazu kommt, dass man Siiri, Irma und Anna-Liisa und ihren Umgang miteinander einfach nur ins Herz schließen kann, so sympathisch sind diese drei hochbetagten SeniorInnen ;) In wohl jedem Kapitel dieses herrlich-ironisch geschriebenen Romans begleitet man als Leser das Leben in der Alten-WG (und das des vielbeschäftigten Botschafters sowie Margits) und erlebt sie aktiv, an Schwimmgymnastik-Kursen teilnehmend oder Tram-fahrend; abends gerne bei Rotwein oder Whisky ("Das ist Medizin, die mir mein Arzt verschrieben hat!" - Zitat Irma) gemeinsam herrliche, von Siiri gekochte Gerichte essend und Canasta spielend... Zudem ist da viel Mitmenschlichkeit, in dem sich alle Damen z.B. um schwangere Pflegerinnen bemühen, die unter dem Zeitdruck des Pflegerhythmus zusammenzubrechen drohen.... Obgleich am Romanende Irma's Lieblingsworte ("döden, döden, döden", deren Bedeutung kurz vor Schluss gelüftet wird) im wahrsten Sinne des Wortes sehr zum Tragen kommen, schließt man das Buch, auch wenn die Rätsel des Botschafters nicht vollends ergründet wurden, mit einem Schmunzeln im Gesicht und voller Respekt gegenüber dieser lebensbejahenden, skurrilen und fröhlichen hochbetagten "Damen". Fazit: Ein Roman voller Humor und Tiefgang, der auf ironische Weise und mit Seitenhieben auf reale Missstände aufzeigt, wie wichtig es ist, bis ins hohe Alter ein möglichst selbstbestimmtes Leben führen zu können. Ich habe mich bestens unterhalten gefühlt und vergebe eine klare Leseempfehlung (LeserInnen mit Humor jeden Alters ;) sowie ein Chapeau an Minna Lindgren und 5 Sternen am Lesefirmament.

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  • Buchverlosung zu "Whisky für drei alte Damen" von Minna Lindgren

    Whisky für drei alte Damen oder Wer geht hier am Stock?

    aba

    Eine ganz besondere WG Alter ist definitiv nur eine Kopfsache. Wer nicht daran glaubt, der sollte einfach die 90-jährigen Siiri, Irma und Anna-Liisa fragen. Darüber hätten sie viel zu erzählen. Denn genug Geschichten haben sie erlebt und zahlreiche Abenteuer überstanden, bei denen andere - viel jüngere und fittere - Menschen das Handtuch geworfen hätten. In "Whisky für drei alte Damen" von der finnischen Bestsellerautorin Minna Lindgren wagen die drei älteren Damen den Schritt in die Freiheit und die Unabhängigkeit: Sie gründen eine WG. Nach "Rotwein für drei alte Damen oder Warum starb der junge Koch?" kehren die lustigen und alles andere als schrulligen Finninnen zurück und zeigen uns noch einmal, was wirklich heißt, jung zu sein!Wir garantieren euch: An Abenteuern wird es in diesem zweiten Teil um die drei Freundinnen auch nicht fehlen!Mehr zum InhaltDie aufgeweckten, sehr agilen Witwen Siiri, Irma und Anna-Liisa sind Nachbarinnen in der Seniorenresidenz "Abendhain". Als das Haus renoviert wird und man die Bewohner mit Krach, abgestelltem Wasser und einer kalten Küche malträtiert, beschließen sie, übergangsweise eine WG zu gründen. Mit dem "Botschafter", Anna-Liisas Ehemann, und einer weiteren Bewohnerin ziehen sie zusammen. Aber das WG-Leben hat so seine Tücken, und manche Marotten können zu großen Problemen führen. Vor allem, wenn erst nach und nach klar wird, wofür die Wohnung vorher genutzt wurde und wer dort alles verkehrte…In diesem zweiten Buch von Bestsellerautorin Minna Lindgren rund um drei (ur)alte Freundinnen geht es wieder turbulent zu. Ein lustiges und ehrliches Buch über Freundschaft, Alter und die Tücken des Zusammenlebens.Zur AutorinMinna Lindgren, geboren 1963, ist eine finnische Journalistin und Bestsellerautorin, deren Romane rund um das Altenheim "Abendhain" in Finnland von der Presse gefeierte Bestseller sind und in zahlreiche Länder verkauft wurden. Minna Lindgren lebt in Helsinki.Möchtet ihr wissen, wer Siiri, Irma und Anna-Liisas Vormieter waren und wozu die Wohnung vorher gut war? Habt ihr Lust, euch von den drei lustigen Freundinnen entzücken zu lassen?Zusammen mit KiWi verlosen wir 10 Exemplare von "Whisky für drei alte Damen" unter allen, die sich über den blauen "Jetzt bewerben"-Button bis zum 19.10. bewerben* und auf folgende Frage antworten:WG oder Altersheim?Wie sollte eure Altersresidenz aussehen? Würdet ihr euch gerne im Luxus-Altersheim verwöhnen lassen? Oder würdet ihr lieber auch so wie Siiri, Irma und Anna-Liisa eine WG gründen? Wen hättet ihr als Mitbewohner? Ich bin gespannt auf eure Antworten und wünsche viel Glück!* Bitte beachtet auch unsere Richtlinien für Buchverlosungen und Leserunden.

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