Ich habe ohne grosse Erwartungen das Buch begonnen und was soll ich sagen?
Was als Roadtrip beginnt, mit der eigentlichen Destination New York, endet nur wenige Kilometer vom Zuhause der Protagonistin, in einem schäbigen Motel. Skurril, mutig und herrlich ungemütlich schreibt Miranda July über eine Frau, Mitte Vierzig, die sich auf einen Weg der Selbstfindung begibt. Schon auf den ersten Seiten bin ich vollständig in die Geschichte eingetaucht. Miranda July Schreibstil ist wunderbar schräg, dass ich über die völlig überdrehten Szenen immer wieder laut lachen musste.
Es werden Themen wie das Älterwerden, die Menopause und das Verlangen auf eine Art behandelt, die ich so noch nie gelesen habe. Das Buch ist ungeschönt, manchmal unangenehm peinlich und oft schmerzhaft ehrlich. Hand aufs Herz: wer von uns hat nicht schon ähnliche Gedanken gehabt?
Miranda’s Buch erzählt aus der Ich-Perspektive, so dass ich das Gefühl hatte, mit einer guten Freundin unterwegs zu sein. Die intimsten Gedanken werden offen geteilt, manchmal so offen, dass man es kaum glauben kann. Das Buch wird sicher nicht jeden Geschmack treffen, und ich bin überzeugt, dass es genau das provozieren möchte.
Ich bin von der Idee begeistert und kann das Buch für alle empfehlen, die bereit sind, sich auf das Abenteuer einzulassen, sich manchmal zu schämen, aber vor allem sich köstlich zu amüsieren.




















