Miranda July

 3,6 Sterne bei 158 Bewertungen
Autorin von Zehn Wahrheiten, No One Belongs Here More Than You und weiteren Büchern.

Lebenslauf

Miranda July, geboren 1974 in Vermont, ist us-amerikanische Filmemacherin, Künstlerin und Schriftstellerin. Ihre Werke wurden sogar schon im Museum of Modern Art und auf der Biennale in Venedig gezeigt. Sie schrieb u.a. die Drehbücher für die Spielfilme "Ich und du und alle, die wir kennen" und "The Future" und spielte auch die Hauptrolle. Ihr Romandebüt "Zehn Wahrheiten" wurde mit dem Frank O’Connor-Preis ausgezeichnet. July lebt in Los Angeles.

Neue Bücher

Cover des Buches Auf allen vieren (ISBN: 9783462001174)

Auf allen vieren

 (5)
Neu erschienen am 13.05.2024 als Gebundenes Buch bei Kiepenheuer & Witsch.
Cover des Buches Es findet dich (ISBN: 9783462047684)

Es findet dich

Neu erschienen am 07.05.2024 als Taschenbuch bei Kiepenheuer & Witsch.

Alle Bücher von Miranda July

Cover des Buches Zehn Wahrheiten (ISBN: 9783462047691)

Zehn Wahrheiten

 (90)
Erschienen am 11.05.2016
Cover des Buches Der erste fiese Typ (ISBN: 9783462050332)

Der erste fiese Typ

 (21)
Erschienen am 07.06.2017
Cover des Buches Es findet dich (ISBN: 9783257020977)

Es findet dich

 (5)
Erschienen am 22.02.2012
Cover des Buches Auf allen vieren (ISBN: 9783462001174)

Auf allen vieren

 (5)
Erschienen am 13.05.2024
Cover des Buches Cindy Sherman (ISBN: 9783775734868)

Cindy Sherman

 (2)
Erschienen am 22.05.2013
Cover des Buches Es findet dich (ISBN: 9783462047684)

Es findet dich

 (0)
Erschienen am 07.05.2024
Cover des Buches Zehn Wahrheiten (ISBN: 9783257802047)

Zehn Wahrheiten

 (2)
Erschienen am 18.03.2008
Cover des Buches No One Belongs Here More Than You (ISBN: 9781782116295)

No One Belongs Here More Than You

 (25)
Erschienen am 05.02.2015

Neue Rezensionen zu Miranda July

Cover des Buches Auf allen vieren (ISBN: 9783462001174)
Zauberberggasts avatar

Rezension zu "Auf allen vieren" von Miranda July

Rasanter Start mit gnadenlosem "Östrogenabfall"
Zauberberggastvor 16 Tagen

Von "Auf allen vieren” von Miranda July (Übersetzung Stefanie Jacobs) musste ich mich erstmal erholen, bevor ich darüber schreiben konnte. Ich hatte komplett falsche Erwartungen und dachte, es wäre ein Roman, der sich mit der physischen und psychischen Transformation einer 45-jährigen Frau auseinandersetzt, die in die Wechseljahre mit einem existenziell bedeutsamen Roadtrip hineinschlittert. Das ist es zwar schon irgendwie im Kern, aber der Fokus wurde fast hauptsächlich auf den s*xuellen Aspekt dieser Lebensphase gelegt. Leider auf eine sehr unangenehme, pornöse Art und Weise, die mir angesichts der expliziten Beschreibungen viel zu viel war.


Ich will nicht zu viel von der Handlung preisgeben, weil sie so viele Überraschungsmomente enthält, die ihr am besten selbst entdeckt. Nur so viel: Eine etablierte Medienkünstlerin (45) und namenlose Ich-Erzählerin möchte sich eine zweieinhalbwöchige Auszeit nehmen, ihren Mann und ihr siebenjähriges Kind in deren Zuhause in Malibu lassen und quer durch die USA nach New York mit dem Auto fahren, dort 6 Tage die Metropole genießen und wieder heimfahren. Doch es kommt alles anders als sie denkt: Kurz nach Los Angeles begegnet sie dem attraktiven 31-jährigen Davey und das Damoklesschwert Wechseljahre mit Bonustrack Östrogenabfall senkt sich immer tiefer auf sie herab. Wird sie eine Affäre haben und den Rest ihres Lebens davon zehren?

 

Aufgrund der Parallelen zwischen der Ich-Erzählerin und der Autorin kann man davon ausgehen, dass es sich hier um ein weitgehend  autofiktionales Buch handelt. Welche Teile davon wirklich der Realität entsprechen, weiß wohl nur sie selbst. Autorin und Ich-Erzählerin sind jedenfalls beide bisexuelle Künstlerinnen, in Amerika relativ bekannt (die Ich-Erzählerin bezeichnet sich als “B-Promi”), sie haben beide einen im Medienbusiness erfolgreichen Ehemann und ein nonbinäres Kind. Diesen letztgenannten Aspekt fand ich beispielsweise sehr interessant, darüber liest man viel zu selten etwas. An die Verwendung der nonbinären Pronomen “dey/demm/deren” habe ich mich sehr schnell gewöhnt. Allerdings wird das alles nur anerzählt und ich hätte sehr gern mehr dazu erfahren. Sie schreibt irgendwann, dass ihr Kind Sam vielleicht selbst Östrogene bräuchte irgendwann und da könnte man vielleicht daraus schließen, dass das Thema Transsexualität im Raum steht. Allerdings wird das nicht wirklich klar und überhaupt fand ich wurde viel zu wenig auf die Bedürfnisse von Sam geachtet. Dey müssen das kapriziöse Verhalten und letztlich den Egotrip von deren Eltern, vor allem der Mutter, einfach hinnehmen. Klar kann man auch Eltern sein und Mensch bleiben, aber das was hier abgeht war mir in dem Zusammenhang einfach viel zu egozentrisch.


Ich mochte den ersten Teil, in dem sich die Geschichte aufbaut, am liebsten. Hier geht es wirklich noch um existenzielle Fragen und die Protagonistin versucht sich an den neuen Lebensabschnitt anzunähern: “Das könnte der Wendepunkt meines Lebens werden. Falls ich neunzig wurde, hatte ich jetzt genau die Hälfte. Oder wenn man es als zwei Leben betrachtete, stand ich jetzt am Beginn meines zweiten.” (S. 23) Die etwas “schräge” Persönlichkeit konnte man in diesem Anfangsteil noch als “verschroben/liebenswert besonders/witzig” abtun. Ihre Einfälle sind nämlich stellenweise sehr originell und man fliegt zeitweise förmlich durch die Geschichte. Als das Buch dann allerdings seinen Höhepunkt überschritten hat, geht es leider erzählerisch - wie beim Östrogenabfall - nur noch bergab. Jedenfalls empfand ich das so. Es wurde zunehmend unangenehm, denn die Protagonistin hatte quasi in jeder zweiten Szene die Hand zwischen ihren Beinen. Kann man machen, muss man aber in einem literarischen Roman für meinen Geschmack nicht, zumindest in der Frequenz. Spätestens bei der Szene mit der Inzest-Fantasie bin ich dann komplett ausgestiegen, da hat die Autorin für mich den Bogen überspannt und ich habe den ganzen Roman immer mehr in Frage gestellt.


Allein aufgrund meines Alters, das sich dem der Protagonistin unaufhaltsam nähert, interessieren mich Romane über die mittleren Lebensjahre/Midlife Crisis/Wechseljahre immer mehr. Hier war es aber sehr schwer, sich mit der exzentrischen Protagonistin zu identifizieren. Außerdem ist dieses Buch aus einer sehr elitären Perspektive in Bezug auf die Ich-Erzählerin heraus geschrieben. Sie ist erfolgreiche freischaffende Künstlerin, finanziell absolut unabhängig. Auch ihr Mann, in dessen Villa in Malibu sie leben, verdient gutes Geld als Musikproduzent. Sie hat soeben zwanzigtausend Dollar für einen einzigen Werbespruch bekommen, die sie jetzt ganz dekadent allein auf den Kopf hauen darf. Ihr Road Trip aka Selbstfindungstrip ist purer Luxus, den sie sich einfach mal zur Feier der Mitte ihres Lebens gönnen darf. Hier spricht eine privilegierte Frau über ein Leben, das gefühlt keine Grenzen kennt. Natürlich hat auch sie Traumata, vor allem die Horror-Geburt von Sam, erlebt, aber sie kann sich zu deren Überwindung die besten Therapeut:innen leisten und hat familiären und freundschaftlichen Rückhalt (vor allem ihre beste Freundin und ihren esoterisch-philosophisch angehauchten Vater). Nicht dass das die Traumata besser oder schlechter machen würde, aber für die Durchschnittsperson dürfte das alles deutlich schwieriger sein. 


Ein Roman, den sicher sehr viele feiern und feiern werden. Ich persönlich kann mich leider nicht in diese Stimmen einreihen, aber macht euch bei Interesse natürlich gerne selbst ein Bild. “One (wo)man's trash is annother (wo)man's treasure”, wie man so schön sagt. 😉



Cover des Buches Auf allen vieren (ISBN: 9783462001174)
PinkBookLadys avatar

Rezension zu "Auf allen vieren" von Miranda July

Solide
PinkBookLadyvor 23 Tagen

 "Auf allen Vieren" von Miranda July ist ein recht ungewöhnlicher und vielschichtiger Roman, der mich als Leserin auf eine recht interessante Reise mitnimmt.

Autorin Miranda July zeichnet hier ein eindringliches Porträt einer Frau in der Lebensmitte, die mit ihren Entscheidungen und ihrer Identität ringt. Die Protagonistin ist eine, wie ich finde, recht vielschichtige Figur, deren innere Konflikte und Wünsche authentisch und nachvollziehbar dargestellt werden, aber nicht immer kam ich mit ihrem Tun und Handeln so wirklich klar. 

Der Schreibstil der Autorin, ist, wie soll ich es sagen? Ein wenig anders aber auch unverwechselbar. Sie verwendet eine gekonnte Mischung aus scharfsinnigem Humor und tiefem Mitgefühl.

An manchen Stellen wirkte die Handlung etwas zäh und langatmig und die recht "vielen"  spice Szenen, waren für meinen Geschmack ziemlich heftig und auch derb dargestellt.

Die Rückblicke auf ihr Leben fand ich wiederum sehr tiefgründig und regen zum nachdenken an. Über die Ehe zu dem Mann von unserer Protagonistin wird im übrigen auch viel nachgedacht. 

Die verschiedenen Schauplätze wurden von der Autorin mit viel Liebe zum Detail gut beschrieben.

Fazit: Insgesamt ist "Auf allen Vieren" ein lesenswerter Roman für all diejenigen, die sich auf eine tiefgründige und unkonventionelle Erzählung einlassen möchten.

Cover des Buches Auf allen vieren (ISBN: 9783462001174)
A

Rezension zu "Auf allen vieren" von Miranda July

Queer
Anja_Anja1vor einem Monat

Ein Roman, über eine perfektionistische Frau im mittleren Alter, die auf einmal alles infrage stellt. Ich glaube dieses Gefühl kennen viele Frauen und umso neugieriger war ich auf dieses Buch.

Es gab viele Rückblicke in ihr Leben, vor allem zur traumatischen Geburt ihres Kindes. Diese Abschnitte empfand ich als sehr tiefgründig und haben mich nachdenklich gestimmt. Auch über die Beziehung zu ihrem Mann wurde viel nachgedacht. Hier ist vieles queer, das Kind ist nonbinär, also schon sehr modern. Es gab für mich unerwartet (ich nenne es mal spice) Szenen, die für meinen Geschmack schon etwas heftig und derb waren.
Im ersten Drittel hab ich sehr viel gelacht, teilweise war das Buch schon richtig schräg und komisch.

Ein sehr direkter Roman, fern von jeder Konvention und Norm, auch über die Wechseljahre mit der ganzen Bandbreite an Symptomen oder vielleicht auch über eine sehr schrägen Frau. Liegt ja immer im Auge des Betrachters.

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Zusätzliche Informationen

Miranda July wurde am 15. Februar 1974 in Barre, Vermont (Vereinigte Staaten von Amerika) geboren.

Miranda July im Netz:

Community-Statistik

in 265 Bibliotheken

auf 41 Merkzettel

von 7 Leser*innen aktuell gelesen

von 4 Leser*innen gefolgt

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