Miranda July Der erste fiese Typ

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Inhaltsangabe zu „Der erste fiese Typ“ von Miranda July

»Denken Sie bloß nicht, Sie könnten dieses Buch verleihen – Sie werden es niemals wiederbekommen!« A.M. Homes Cheryl Glickman ist eine Mittvierzigerin mit System: Sie besitzt nur, was sie wirklich benötigt (z.B. einen Teller, eine Gabel, einen Löffel …) und bündelt ihre Energien maximal (Wenn Sie schon ein Buch lesen müssen, dann tun Sie es doch gleich neben dem Bücherregal und halten den Finger in die Lücke, damit Sie es dann wieder zurückstellen können!). Cheryl arbeitet bei einer Firma, die Selbstverteidigung zu Fitnesszwecken lehrt, sie ist seit Jahren verliebt in den zwanzig Jahre älteren Phillip und überzeugt, dass sie beide eigentlich seit Jahrtausenden ein Paar sind (Höhlenmann und Höhlenfrau). Als die Tochter ihrer Chefs bei ihr einzieht, wird ihre Ordnungs- obsession gnadenlos zerstört: Clee, 20 Jahre alt, ist ein Messie und hat keinerlei Manieren. Doch sie zeigt Cheryl eine andere Seite der Welt und schenkt ihr die große Liebe ihres Lebens.

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  • Andersartig erkundete abstruse Verhältnisse

    Der erste fiese Typ
    michael_lehmann-pape

    michael_lehmann-pape

    10. July 2017 um 14:01

    Andersartig erkundete abstruse VerhältnisseVon Anfang an, selbst in noch überaus unklaren Verhältnissen, die sich erst langsam in ihrer ganzen zunächst Absurdität und dann skurrilen Tiefe entfalten werden, schwant dem Leser, dass jene Cheryl Glickmann nicht umsonst alles in ihrem eben und um dieses Leben herum deswegen mit einem bis ins Detail durchdachte System versehen hat, um sich selbst, ihr Inneres einigermaßen unter Kontrolle zu halten.Dies kleinen „Ausrutscher“ im System, dieser Glaube und wiedergeborene Leben, diese merkwürdig erscheinende innere Verbindung zu nicht wenigen Säuglingen.„Andauernd werde ich bei den falschen Leuten geboren“.„Ich weiß!“.Dieses Beharren darauf, mit Phillip, dem 16 Jahre älteren Mann aus dem Vorstand der Firma seit Jahrhunderten (bis hin zur gemeinsamen „Höhle“ vor Urzeiten) bereits „füreinander bestimmt zu sein“ (was Phillip in einer Wendung der Ereignisse, die natürlich surreal und dennoch „vom Hocker reißend“ ist ad absurdum geführt wird), die lassen bereits Ahnen, dass eine Cheryl nur die Spitze ihres inneren Eisberges an Fülle von „Ticks“ und Emotionen zeigt.„Wir alle tun manchmal einige dieser Dinge. Mit einem System tut man sie immer alle“.Aber nur solange, bis das Leben sich vehement Bahn bricht. Ungewollt, aber unaufhaltsam. Was umgehend deutlich wird, als die Tochter ihrer Chefs in ihr akribisch geordnetes Zuhause einzieht. Vom Geruch des Fußpilzes bis zur Neigung, kaum Hygiene zu betreiben bis hin zu jener ominösen Kiste auf den Küchenschränken, deren Inhalt bald im gesamten Haus verteilt sein wird zeigt sich eine immense Hilflosigkeit Cheryls, für sich selber einzustehen.Was July mit umwerfender Situationskomik und ebenso präzise geschilderter psychosomatischer Begleiterscheinungen (der “Kloß im Hals) so anregend und nahegehend zu beschreiben versteht, dass sich die Seiten dieses Debütromans fast von selbst umdrehen und umdrehen und umdrehen.Der Irrwitz mit esoterischen Therapieformen, die „Spiele für Erwachsene“, die dann auch zu Hause mit einer Verve betrieben werden, welche die Fundamente des bisherigen Lebens samt Möbel und vieler blauer Flecken bis in die Grundfesten ins Wanken bringen werden.Und dann eine komplette, vorher nicht wahrnehmbare, überraschende Wendung der Ereignisse, mit der das bereits vorher hohe Tempo noch einmal an Fahrt aufnimmt.Zudem, neben den eigentlichen roten Fäden des Buches passt July mühelos jede Menge Seitenereignisse hinein, die das „moderne Leben“ in einer Art und Weise auf den Punkt erzählen, die fast zum Schreien komisch wäre, würde einem nicht manchmal (und auch das ist durchdacht und beabsichtigt), das „Lachen im Halse stecken bleiben“.Was eine moderne Ehe angeht, was die verquere Lust an unsinnigen japanischen Ritualen betrifft, was die ständige Frage „nach Erlaubnis“ durch eben jenen Philip an Cheryl angeht. Worum Philip bittet? Das sollte jeder Leser selber nicht nur Lesen sondern fast physisch schmerzlich erfahren während der Lektüre, denn dies ist einerseits so abseits von gewohnten Denkvorgängen, dass es unglaublich wirkt, aber nach einigen Seiten und einem Sacken lassen trifft es wiederum eine Tendenz in der Gesellschaft, alles möglich zu denken und nur irgendwoher den „Startschuss“ bekommen wollen. Weil man sich „einfach so“ wohl doch nicht traut (völlig zu Recht, aber natürlich nicht zu verhindern auf Dauer).So treibt die Frage immer mehr den Leser an, wie dieses unendliche Chaos und Panoptikum seltsam wirkender und doch nur die Gegenwart des Lebens wiederspiegelnder Gestalten am Ende ihren Weg finden wird. Oder auch nicht.Auch wenn es July an manchen Stellen zu weit treibt, auch wenn nicht selten sich eher Verwunderung statt Verstehen im Leser breitmacht und auch wenn eine solche Vielfalt an „gestörten Personen und Situationen“ den Leser nicht selten überfordert, insgesamt bildet der Roman eine andersartige, anregende und intensive Lektüre. Wenn man sich darauf einlässt.

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  • Der erste fiese Typ

    Der erste fiese Typ
    twentytwo

    twentytwo

    01. July 2017 um 17:07

    Cheryl Glickman, eine unattraktive Frau Mitte 40, verliebt in den wesentlich älteren älteren Phillip, der ebenso wie sie in einer Agentur arbeitet die DVDs für Fitnesskurse vertreibt, ist alleinstehend und ein ziemlich extremer Typ. Als sie von Carl und Suzanne, dem Ehepaar, das die Agentur leitet, deren inzwischen erwachsene Tochter Clee als Dauergast einquartiert bekommt, treffen zwei Extremtypen aufeinander, die wenig bis überhaupt nichts gemeinsam zu haben scheinen. Dennoch raufen sie sich zusammen und entgegen allen Erwartungen, gelingt es ihnen sich zwischen Sexträumen, stinkigem Fußpilz und abgedrehten Phantasien ihre eigene Welt zu schaffen.FazitWeder witzig noch geistreich, vielmehr nervig und schwachsinnig – ein Buch das man nicht gelesen haben muss.

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