In Topics of Conversation begleiten wir eine namenlose Ich-Erzählerin, die über eine Zeitspanne von 17 Jahren ihr Leben anhand von Gesprächen schildert. Alles beginnt 2000, als sie mit einer Freundin im Italienurlaub ist um dort auf deren 7-Jährige Zwillingsbrüder aufzupassen. Sie ist noch eine junge Frau, gerade mal 21, Studentin, die das Leben noch vor sich hat. 17 Jahre später ist sie 38, mittlerweile geschieden, alleinerziehende Mutter eines 4-jährigen Jungen, Vater nicht vorhanden.
Der Weg zwischen diesen beiden Punkten im Leben ist gepflastert von Gesprächen. Gesprächen mit Freunden, Gesprächen mit der Familie aber auch Gespräche mit Fremden. Sie spricht von Themen, die Frauen normalerweise nicht zustehen oder die sich niemand auszusprechen wagt. Von sexueller Begierde, von Verlangen, von Träumen und Wünschen. Sie spricht von Mutterschaft, von fehlender Liebe zum Kind oder von zu viel Liebe, von sexueller Dominierung aber auch von sexueller Gewalt. Sie spricht von Fantasien, von Familie, von Heirat und Ehe. Sie spricht von Wahrheit, von Treue, aber auch von Lügen und Betrug, allem voran Selbstbetrug. Und v.a. spricht sie ohne Zurückhaltung, ohne Rücksicht auf andere oder auf die Gesellschaft, sie spricht das Schöne im Leben einer Frau an aber auch das Hässliche.
Zugegebenermaßen war der Erzählstil am Anfang etwas gewöhnungsbedürftig. Es ist ein nie enden wollendes Aneinanderreihen von Gedanken und Dialogen ohne groß einen Plot zu entwickeln. Sie wechselt abrupt das Thema, springt in der Zeit vor und zurück und verliert den Leser dabei doch nicht aus den Augen. V.a. im Fortschreiten des Buches entwickelt sich so ein Sog, der mich immer mehr in seinen Bann zog.
Ich habe oft gelesen, dass Popkey mit Sally Rooney verglichen wird, doch dem kann ich nicht zustimmen. Denn Popkey ist so viel besser! Wer eine handlungsgeführte Story sucht, ist hier falsch, für alle anderen lohnt sich aber ein Blick in dieses außergewöhnliche Buch.

