Miranda Richmond Mouillot

 4.5 Sterne bei 20 Bewertungen
Autor von Anna und Armand, Anna und Armand und weiteren Büchern.

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Rezension zu "Anna und Armand" von Miranda Richmond Mouillot

Ein Paar in schweren Zeiten und ihre Enkelin
MadameFlamussevor 8 Monaten

Was für ein Buch, was für eine spannende Familie. „Anna und Armand“ wurde mir nochmal von Devona empfohlen als ich vor kurzem „Die Mutter meiner Mutter“ vorgestellt habe.

Miranda Richmond Mouillot ist eine recht typische Kriegsenkelin, eine Frau der schon als Kind der Krieg in den Knochen sitzt, vererbt durch Ihre Großeltern mütterlicherseits. Ich fand mich in vielem wieder und spürte auch an sovielen Stellen die eigene Lücken in meinem Leben so sehr das mich das Buch wirklich ganz schön zum weinen brachte.

Eine ergreifende Geschichte., immer vermischt mit dem Erzählstrang der das aktuelle Leben Mirandas wiedergibt. Es ist schön Ihr zu folgen, auf Ihrer Lebensreise und im erforschen der Geschichte die von Amerika aus nach Frankreich geht und in die Schweiz. Miranda Richmond Mouillot ist wohl fast das was man eine Weltenbürgerin nennen kann, beheimat in den USA wo Sie geboren wurde und dem Ort Ihrer Seele in Frankreich wo Sie auch der Liebe begegnet. (was mich persönlich sehr gefreut hat)

Diesmal hab ich mit Bleistift gelesen um die mir wichtigen Sachen beim lesen anzustreichen, nicht das ich nachher bei den Seitenmarkierungen meinen Lesegedanken nicht mehr folgen kann.

Kurz zum Inhalt: die Großeltern haben sich vorm 2. WK kennengelernt und bekamen später zusammen 2 Kinder. Miranda kannte Ihren Großvater aber kaum, da das Paar sich vor langer Zeit getrennt hatte. Auf vielen Seiten beschreibt Sie die Annäherung an diesen nicht ganz einfachen Mann, der mit 30 Jahren als Dolmetscher bei den Nürnberger Prozessen teilnahm. Seine Eltern hatten den Nationalsozialismus nicht überlebt. Eine beeindruckende Person. Genauso wie auch die Großmutter, zu der Miranda eine sehr viel engere Bindung hat, die Ihr sehr nahe steht bis hin zu bestimmten Talenten die Sie von Ihr geerbt hat.

Mir wird auch an dieser Geschichte wieder mal deutlich wieviel man doch von den Großeltern übernimmt – ziemlich oft scheinen Sie viel näher als die Eltern zu sein. Alles in allem hat die Autorin sehr viel Glück in Ihrem Leben gehabt, von der Familie her, Ihren Möglichkeiten und dem was sich auf Ihrer Forschungsreise so ergibt. Was Sie auch selbst so beschreibt und was immer wieder durchschimmert, gerade wenn Sie eben von den schlimmen Zeiten erzählt die Ihre Großeltern auf der Flucht und in den Kriegsjahren erleben mußten. Äußerlich haben sich beide sicher gut aufgerappelt, aber es gibt tiefe Wunden die bleiben, körperlich, seelisch und in diesem nichtgreifbaren Raum zudem öfter jemand aus den Folgegenerationen Zugang findet.

„Uns beiden stand eine leichte Ehrfurcht darüber ins Gesicht geschrieben, dass manchmal unvollendete Geschichten viel, viel später von anderen Menschen zumindest zum Teil abgeschlossen werden…“

Am Ende gibt es außer den Quellenangaben noch einen kleinen Anhang zu Texten und Büchern die Miranda Richmond Mouillot beeinflußt haben, fand ich sehr interessant. Und „Die Glut“ werd ich jetzt wohl auch endlich mal lesen.

Ein sehr berührendes und spannendes Buch. Und ein richtiger Schmöker mit seinen über 300 Seiten. Ein Buch zum versinken in anderen Leben, also Vorsicht, am besten keine Termine machen in diesem Zeitraum.

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YvetteHs avatar

Rezension zu "Anna und Armand" von Miranda Richmond Mouillot

War es Liebe?
YvetteHvor einem Jahr

Klappentext:

Sie fanden die Liebe. Sie überlebten. Und sprachen 50 Jahre kein Wort mehr miteinander. 1948, nachdem sie gemeinsam den Zweiten Weltkrieg überlebt haben, kaufen Anna und Armand – die Großeltern der Autorin – ein altes Steinhaus in einem abgelegenen, malerischen Dorf in Südfrankreich. Fünf Jahre später packt Anna ihre Sachen und verlässt Armand. Die Schreibmaschine und die Kinder nimmt sie mit. Abgesehen von einer kurzen Begegnung, haben die beiden nie mehr miteinander gesprochen, nie neu geheiratet oder irgendjemandem offenbart, was sie so unwiederbringlich entzweit hat. Dieses Buch ist die mitreißende Geschichte der Reise, die Miranda Richmond Mouillot unternahm, um zu den Wurzeln dieses verbitterten, unbeugsamen Schweigens vorzudringen. Einer Reise, auf der sie lernte, wie man nicht nur überlebt, sondern das Leben in all seiner Schönheit umarmt – indem sie das alte Steinhaus und das kleine südfranzösische Dorf zu ihrem Zuhause machte und die Liebe fand …
 
Meine Meinung:

Ein Buch, das dem Leser klar macht, welche Auswirkungen der zweite Weltkrieg noch viele Jahre später auf die Überlebenden haben kann.

An den Schreibstil musste ich mich erst gewöhnen. Die Autorin schreibt aus der Ich-Perspektive, allerdings auch in der verwirrenden Reihenfolge der Erinnerungen ihrer Großeltern.

Anna und Armand werden toll beschrieben, man lernt sie immer besser kenne und hat am Ende eine echte Idee warum die beiden über 50 Jahre nicht miteinander gesprochen haben.

Die Handlung ist teilweise etwas verwirrend, da die Autorin die Erinnerungen ihrer Großeltern so aufschreibt, wie sie sich erinnern. Leider springt man dadurch oft hin und her. Allerdings kann man durchaus nachvollziehen wie die Geschehnisse sich auswirken.

Und ob es Liebe war oder nicht müsst ihr selbst herausfinden!

Mein Fazit:

Eine gelungenes Stück Zeitgeschehen, das sich zu lesen lohnt, aber einiges an Konzentration erfordert.
Von mir gibt es

4 Sterne.

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StefanieFreigerichts avatar

Rezension zu "A Fifty-Year Silence: Love, War, and a Ruined House in France" von Miranda Richmond Mouillot

"Continue telling until the stones fall down“
StefanieFreigerichtvor einem Jahr

Miranda has grown up with quite a bunch of internalized behaviorisms: ensure you do not bring up your maternal grandparents‘ rage – especially do not try to talk to one of them about the other, do not try to make them both come to the same place at the same time, since they have not exchanged a word for quite some time (the book has not been given its title for nothing). And do keep your shoes next to the door at night, consider potential routes out for emergencies, and never, never when you lock up your best friend’s brother to tease him never play music to ensure nobody can hear him. This is what they did with children at the camps when they were killing them.

Miranda is the granddaughter of Holocaust survivors, and the experience still wears down even to the third generation after them, even though she, her parents and her grandmother now live in the United States where she has been born, where her gran used to hold her practice for quite a while. The seemingly sensitive child appears to feel both responsible to tend for her beloved ones and also is curious to find out what had happened to alienate her grandparents so strongly as well is anxious to lessen this alienation. Upon visiting her grandfather, she discovers that both her grandparents actually did buy a house together – and falls in love with the old building immediately.

This book is the story behind all of this, true as it can be as it has been written by the aforementioned granddaughter based upon what she learns, what she finds in written, what her family tells her, based upon memories, sometimes hearsay, personal impression, influenced by aversion and love. The book is full of love, emotion, humourous, caring, aware how difficult it is to remain objective under the given circumstances, insightful, and just brilliant to listen to. It travels the USA, France and Switzerland with some backdrops to Romania, the tone is pensive, full of melancholy and compassion and inherent wit.

It is easy to follow as an audio book, although I slightly miss not having been capable to transcribe more of the author’s wonderful sentences such as „But of course, we all have room in our hearts for infinite measures of love and loss“. chapter 18 Recommendation with solid 5 out of 5 stars

 

In deutscher Sprache: "Anna und Armand", die Vornamen der beiden Großeltern.

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