Mircea Cartarescu

 4.1 Sterne bei 24 Bewertungen
Autor von Die Wissenden, Travestie und weiteren Büchern.

Neue Bücher

Die schönen Fremden

 (1)
Erscheint am 21.12.2018 als Taschenbuch bei dtv Verlagsgesellschaft.

Alle Bücher von Mircea Cartarescu

Sortieren:
Buchformat:
Die Wissenden

Die Wissenden

 (11)
Erschienen am 19.06.2015
Warum wir die Frauen lieben

Warum wir die Frauen lieben

 (4)
Erschienen am 10.03.2008
Travestie

Travestie

 (4)
Erschienen am 16.08.2010
Nostalgia

Nostalgia

 (3)
Erschienen am 09.03.2009
Die schönen Fremden

Die schönen Fremden

 (1)
Erschienen am 21.12.2018
Der Körper

Der Körper

 (1)
Erschienen am 29.08.2011
Die Flügel

Die Flügel

 (0)
Erschienen am 19.02.2016
Europa hat die Form meines Gehirns

Europa hat die Form meines Gehirns

 (0)
Erschienen am 05.10.2007

Neue Rezensionen zu Mircea Cartarescu

Neu
JulesBarroiss avatar

Rezension zu "Die schönen Fremden" von Mircea Cartarescu

Komisch – Ironisch - Grotesk
JulesBarroisvor 3 Jahren

Die schönen Fremden von Mircea Cartarescu (Autor), Ernest Wichner (Übersetzer), 304 Seiten, Paul Zsolnay Verlag (1. Februar 2016), 21,90 €, ISBN-13: 978-3552057647

„Die schönen Fremden“ hat nichts mit Liebe oder Sex zu tun, was man bei diesem Titel zunächst denken könnte.

Das Buch besteht aus drei Erzählungen: Anthrax, Die schönen Fremden und Wie von Bacovian.

In Anthrax erzählt er, wie der Autor einen Briefumschlag aus Dänemark bekommt, der mit dem tödlich Milzbrand kontaminiert ist. Seine Abenteuer auf der Polizeiwache sind absolut köstlich, eine Welt des Absurden. Es ist die komischste Geschichte in dieser kleinen Sammlung.

Die zweite Geschichte ist diejenige, die dem Buch seinen Titel gab. Der Autor und 11 weitere zeitgenössische rumänische Schriftsteller („wie ich ein Dutzendautor war“ Seite 55) sind auf einer Tour durch Frankreich eingeladen. Sarkasmus, Bitterkeit und groteske Akzente sind in vielfältigen Themen (Rumäniens Image in der Welt oder die angespannten Beziehungen zwischen rumänischen Autoren) miteinander verflochten. Vielleicht die ironischste Geschichte.

Die dritte Geschichte „Wie von Bacovian“ ist bei weitem die groteskeste. Ein Autor, gierig nach Ruhm und öffentliche Anerkennung, wir zu einer Reise nach Bacau eingeladen, um dort Gedichte zu präsentieren. Stattdessen findet er eine staubige kleine Stadt und eine Gruppe von lokalen Autoren, deren Hauptanliegen gegenseitige Schmeicheleien sind.

In den drei Geschichten erleben wir einen ganz unterschiedlichen Autor einmal spielerisch und humorvoll, sarkastisch und bitter, grotesk und provozierend. Alle drei Geschichten präsentieren unangenehme Erinnerungen und Missverständnisse. Sie zeigen den Konflikt des Autors mit dem Schicksal, aber als bittere Komödie dargestellt

Den Leser erwartet eine unkonventionelle Darstellung der menschlichen Welt, wie ein großer Zirkus. Mircea Cărtărescus Stil besticht durch Authentizität in einem typisch postmodernen Werk, bei dem jede neue Seite viel Spaß beim Lesen verspricht. Mircea Cărtărescu ist ein großer Schriftsteller. Er versteht zu erzählen, zu bezaubern

In all den Geschichten lernen Sie den Schriftsteller als einen Mann kennen, einen Mann wie jeder andere auch, mit seinen kleinen Momenten der Paranoia, seiner Gier, seinem Stolz, seiner falschen Bescheidenheit und seinen Kriege mit Literaturkritiker und Gegner. Und wir erfahren viel über rumänische Literatur und ihre Verfasser. „Wie traurig doch das Schicksal rumänischer Schriftsteller ist: Merkwürdigkeiten, die nicht einmal interessant sind, aus einem völlig ignorierten Raum, einem Land ohne Identität, ohne Geschichte, von dem wie von seinen Bewohnern nichts zu erwarten ist.„ (Seite 217)Man erlebt, wie der Verfasser die heutigen Welt sieht, in der wir leben

Ich habe selten ein Buch gelesen, bei dem ich so viel gelacht habe; bei dem ich aber auch so viel zum Nachdenken angeregt wurde. Ein Buch, das sich leicht und schnell lesen lässt.

Hier geht es direkt zum Buch auf der Seite des Hanser Verlages

http://www.hanser-literaturverlage.de/buch/die-schoenen-fremden/978-3-552-05764-7/

Fragen Sie in Ihrer örtlichen Buchhandlung nach diesem Buch. Wenn Sie in meiner Gegend „Landkreis Merzig-Wadern“ leben, dann wenden Sie sich an die Rote Zora: http://www.rotezora.de

Kommentieren0
5
Teilen
Beagles avatar

Rezension zu "Travestie" von Mircea Cartarescu

Sehr verwirrend...
Beaglevor 5 Jahren

Was Victor in seiner Jugend mit 17 im Ferienlager erlebt hat, wird er niemals vergessen, auch jetzt, mit 34, ist er immer noch von diesen Erlebnissen beeinflusst, lebt zurückgezogen und versucht, indem er die Geschichte niederschreibt, das Erlebte zu verarbeiten. Nichts deutete darauf hin, dass es eine außergewöhnliche Woche werden würde. Die Jugendlichen machen Party, erleben die erste Liebe oder den ersten Sex. Davon möchte Victor nicht viel wissen, viel mehr interessieren ihn seine Dichter und er versucht so gut wie möglich, sich von den Beschäftigungen der anderen fernzuhalten. Doch bei der Abschlussfeier mit Maskenball, ereignet sich dann das, was Victor gleichzeitig abstoßen und erregen wird. Lulu, einer seiner Mitschüler und als humorvoller Clown bekannt, hat sich als Frau verkleidet. In diesem Aufzug lauert er spät nachts Victor auf und küsst ihn ohne Vorwarnung, woraufhin Victor in eine Art von geisterhafter Wirrnis verbleibt, die Welt um ihn herum verschwimmt und entgleitet ihm. Grotesk und voller unzusammenhängender Geschehnisse – ein Buch, das man nicht lesen muss.

Kommentieren0
32
Teilen
Wolkenatlass avatar

Rezension zu "Der Körper" von Mircea Cartarescu

Rezension zu "Der Körper" von Gerhardt Csejka
Wolkenatlasvor 6 Jahren

Ein magisches, wucherndes Meisterwerk

Im Herbst 2011 ist der lange erwartete zweite Band der "Orbitor"-Trilogie (übersetzt bedeutet das ungefähr "Trilogie des blendenden Lichtes") des großen rumänischen Autors Mircea Cărtărescu erschienen. War schon der erste Teil der Trilogie "Die Wissenden" ein harter und ergiebiger Brocken, so geht Mircea Cărtărescu in "Der Körper" noch weiter. Ein Roman als Kunstwerk, als überbordendes, nicht in irgendwelche auch noch so großzügig bemessenen Beschreibungen passendes Kaleidoskop der Bilder, die, wenn überhaupt, dann durch Hieronymus Bosch, inspiriert sein könnten.

1956 in Bukarest geboren, ist Cărtărescu sicherlich der mit Abstand fortschrittlichste und wichtigste Autor in Rumänien. Seine Literatur ist, schon seit dem ersten Roman "Travestie" und dem vor ungefähr zehn Jahren in deutscher Sprache erschienenen Erzählungsband "Nostalgia", definitiv in die erste Reihe der vielschichtigen und großen Literatur zu reihen.

Gleich auf den ersten Seiten lässt Cărtărescu seinen Helden Mircisor Cărtărescu wie um die folgenden sechshundert Seiten vorzubereiten sagen: "Ich könnte die überladene Architektur meines Lebens unmöglich aufrecht erhalten, wäre ich nicht selbst voll und ganz Sinnesorgan dafür ...". Knapp danach führt er diesen Gedanken dann weiter, indem er den Bezug zu Borges und dessen berühmter Erzählung "Das Aleph" herstellt. Die Verschmelzung von Zeit und Raum als feinfühliges und nicht kontrollierbares Sinnesorgan, eine Art Überauge.

Und so wird der Leser zum Zeugen der Wahrnehmungen des unentwegt nervös weitersuchenden Sinnesorgans, das den Leser, ausgehend von einem sich im ehemaligen Kinderzimmer des Protagonisten befindenden Bettkastens, mitschleppt, von Idee zu Idee, unvorhersehbar und unermüdlich hektisch schreitend, aber auch zielstrebig weiterführend.

Der Protagonist blickt, wie schon im ersten Teil "Die Wissenden", hinunter auf die bereits bekannte Bukarester Stefan-cel-Mare-Chaussee, mit den sich in purpurnen Sonnenuntergängen spiegelnden "kubistischen Häusern". Eine Art kommunistischer Sozialrealismus der surrealen Art, wenn man die Einordnung der Welt Cărtărescus irgendwie beschreiben möchte.

Zu den stärksten Episoden dieses Romans gehören beispielsweise die, in denen die Hirngespinste des Protagonisten verzerrte Bauwerke bzw. Architekturen, Labyrinthe in Wohnblöcken oder alle möglichen Schmetterlinge als überwältigende Opfertiere in das fressbereite Maul einer Tarantel verschwinden lässt.

Wunderbar auch die "märchenhaften Blumen, rätselhaften Tiere ... in unverständlichem Farbgewirr", die auf dem von der Mutter geknüpften Teppich zu finden sind, der, in einen Traumfänger verwandelt, als Verstärkung, als Fernrohr der Fantasie des Autors als weiterer unerschöpflicher Helfer dient. Bedrohliche und wuchernde Szenen wechseln sich mit absurden Bildern von Geheimoperationen oder sowjetischen Kosmodromen, Bilder von Marilyn Monroe und römischen Kaisern ab. Das alles weitet sich immer mehr ins Paranoide aus, mit allen möglichen unvorstellbaren Auswucherungen.

Immer wieder gleitet Cărtărescu auch in Erkundungen und Bereiche ab, die sicherlich in gewissem Maße störend scheinen. Endlos scheinende Ausschweifungen über Fraktale, Paraganglien und andere physiologische Erforschungen machen es dem Leser in diesem wuchernden literarischen Labyrinth nicht leichter. Allerdings scheint Mircea Cărtărescu hier sehr bewusst vorzugehen, beim wiederholten Lesen merkt man, wie viele Zusammenhänge bei den vorigen Lesungen verlorengegangen sind.

Und so ist dieser Zyklus möglicherweise nur dann wirklich verständlich und ins Detail erkundbar, wenn man bereit ist, sich öfter und sehr lange mit den Romanen, auch zwischen den Bänden querlesend, zu beschäftigen. Der Autor schafft in diesem Werk einen eigenen Kosmos, der losgelöst vom bisher gekannten sich nur mit viel Mühe und Aufwand dem Leser öffnet. Cărtărescu fordert quasi eine bedingungslose Hingabe des Lesers, der dann allerdings immens dafür belohnt wird.

Die Übersetzung von Gerhardt Cejka und Ferdinand Leopold ist virtuos und immens überzeugend; unvorstellbar eigentlich, dieses literarische Meisterwerk so in die deutsche Sprache zu übersetzen, man will nicht glauben, dass das nicht das Original ist.

So bleibt dem Rezensenten nur mehr die Hoffnung, dass der dritte Teil möglichst bald, wieder übersetzt durch die Herren Csejka und Leopold, erscheinen wird.

(Roland Freisitzer; 02/2012)

Kommentieren0
11
Teilen

Gespräche aus der Community

Neu

Starte mit "Neu" die erste Leserunde, Buchverlosung oder das erste Thema.

Community-Statistik

in 43 Bibliotheken

auf 13 Wunschlisten

von 1 Lesern aktuell gelesen

von 1 Lesern gefolgt

Was ist LovelyBooks?

Über Bücher redet man gerne, empfiehlt sie seinen Freunden und Bekannten oder kritisiert sie, wenn sie einem nicht gefallen haben. LovelyBooks ist der Ort im Internet, an dem all das möglich ist - die Heimat für Buchliebhaber und Lesebegeisterte. Schön, dass du hier bist!

Mehr Infos

Buchliebe für dein Mailpostfach

Hol dir mehr von LovelyBooks