Mireille Zindel

 3.4 Sterne bei 70 Bewertungen
Autor von Kreuzfahrt, Irrgast und weiteren Büchern.

Neue Bücher

Reportagen #44

Neu erschienen am 29.11.2018 als Buch bei Puntas Reportagen.

Alle Bücher von Mireille Zindel

Kreuzfahrt

Kreuzfahrt

 (63)
Erschienen am 30.03.2016
Irrgast

Irrgast

 (7)
Erschienen am 01.03.2008
Reportagen #44

Reportagen #44

 (0)
Erschienen am 29.11.2018
Laura Theiler

Laura Theiler

 (0)
Erschienen am 23.08.2010

Neue Rezensionen zu Mireille Zindel

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naninkas avatar

Rezension zu "Kreuzfahrt" von Mireille Zindel

Spannendes Thema - schlecht umgesetzt
naninkavor 2 Jahren

Inhaltsangabe „Kreuzfahrt“ von Mireille Zindel

Ein Sommer in Ligurien, Meret und Jan begegnen sich. Beide sind verheiratet und haben kleine Kinder, beide haben ihre Familie am Strand zurückgelassen, um mal Ruhe zu haben, da tun sich plötzlich neue Möglichkeiten auf. Als Jans gelangweilte Frau Romy dafür sorgt, dass sie immer mehr Zeit zu viert verbringen und, zurück in ihrer Heimatstadt, sogar Nachbarn werden, wird die gegenseitige Anziehung zwischen Meret und Jan zu einer Liebesgeschichte. Hat sich Romy das gewünscht, um Jan durch Merets Augen wieder begehren zu können? Hat Dres seine Frau unwiderruflich verloren? Was ist es, wonach die vier wirklich suchen? In einem langen Brief an Jan schreibt Meret ihre ganze Geschichte auf, die nicht länger als ein Jahr gedauert hat, und beginnt diese dabei immer besser zu verstehen.

Diese Inhaltsangabe fasst gut zusammen, worum es geht. Doch das Ganze ist von einer deprimierenden Distanziertheit gefärbt, die für mich schier unerträglich war. Sämtliche Charaktere bleiben einem irgendwie fremd. Der nüchterne Schreibstil lässt keine Nähe zu. Was die eingeflochtenen Kreuzfahrtgeschichten von Gaia hier sollen - wobei ich sagen muss, dass sie doch etwas Abwechslung, Leichtigkeit und daher eine Ablenkung vom Wesentlichen boten - entzieht sich meiner Kenntnis. Ich verstehe es nicht. Nur Ablenkung oder zweckdienlich, um den Titel zu unterstreichen? Ohne allzu viel zu verraten überrascht der Schluss, denn plötzlich ist unklar, was Realität und was Fiktion ist.

Ich empfand bei diesem Buch leider gar kein Lesevergnügen- für mich war es zu deprimierend, zu kühl und emotionslos. Ich verstand den Einschub mit Gaia nicht und auch das Ende hinterlässt einen etwas ratlos. Zunächst liesst man eine nüchterne Nacherzählung der Geschehnisse, dann dieser nicht so zur Geschichte passende Nebenschauplatz und plötzlich ein Ende, von dem man nicht weiss, was wirklich wahr ist.... Schade, das Thema wäre spannend, doch für meinen Geschmack würde es nicht gut umgesetzt.

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Ginevras avatar

Rezension zu "Kreuzfahrt" von Mireille Zindel

Jeder ist eine Insel
Ginevravor 2 Jahren


In Mireille Zindels neuem Roman geht es um die komplizierten Beziehungsmuster zwischen zwei Ehepaaren: um Meret und Dres, sowie um Jan und Romy.
Bei einem Italien-Strandurlaub lernen Meret und Jan sich kennen. Obwohl sie zu Hause in Zürich eigentlich fast Tür an Tür wohnen, sind sie sich bisher nie begegnet. Für Meret ist es Liebe auf den ersten Blick, die interpretiert alle möglichen Sehnsüchte in Jan hinein, und er scheint ihre Gefühle zumindest teilweise zu erwidern.
Meret hält ihre Gefühle zurück, denn sie hat moralische Bedenken.

Jan´s Ehefrau Romy wittert dennoch die Gefahr und pirscht sich immer näher an Meret heran. Sie spielt die beste Freundin - aber was steckt hinter der dauerhaft lächelnden, alles tolerierenden Fassade?

Für Meret wird die Lage emotional immer bedrängender, als sie sich mit Jan heimlich in Zürich trifft... wie wird sie sich entscheiden?

Was ein wenig nach Kitschroman klingt, ist eigentlich ein vielschichtiger Beziehungsroman mit einigen überraschenden Wendungen, in einer wortgewandten Erzählsprache voller Bilder geschrieben. Soweit hat mir das Buch auch sehr gut gefallen. 
Ein paar Figuren (nämlich Romy, Dres und die Kinder) blieben für mich ziemlich unglaubhaft und flach. Merets Erzählung der Kreuzfahrerin Gaja dagegen fand ich richtig genial, denn sie durchlebt alle Sehnsüchte und Tiefen der großen Liebe, parallel zu Meret - und doch ganz anders.

Fazit: ein nicht ganz leicht verdaulicher Roman über Beziehungen, Loyalität, Treue und Verrat - 4 von 5 Sternen!

Kommentare: 1
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Julinos avatar

Rezension zu "Irrgast" von Mireille Zindel

Mireille Zindel: Irrgast
Julinovor 2 Jahren

Ein Vogel wird in der Ornithologie als Irrgast bezeichnet, wenn er während des Vogelzugs gewissermaßen vom Weg abkommt. Die gestrandeten Vögel tauchen dann in Gegenden auf, welche weit entfernt sind von ihren eigentlichen Brutplätzen oder Überwinterungsquartieren. Meist finden die verirrten Vögel nicht in ihre angestammten Gebiete zurück und finden an dem neuen Ort einen früheren Tod.

Die Schweizer Schriftstellerin Mireille Zindel hat dieses Motiv in ihrem 2008 erschienenen Debütroman Irrgast (Salis Verlag) literarisch verarbeitet und auf ihre Hauptfigur Eli angewendet. Eli ist 35 Jahre alt, Ärztin und lebt in Zürich. Ihrem Beruf geht sie momentan, zumindest in der erzählten Zeitspanne, nicht nach. Eli steht unter Schock, denn sie musste mit ansehen, wie ihr Freund Elias vor ihrer Haustür erstochen wurde. Der Fall erweckt großes Aufsehen. Ein Detektiv wird eingeschaltet. Er und sein Assistent ermitteln fortan im Fall Elias. Doch aus Eli bekommen sie nicht viel heraus. Sie kann sich nicht an das Aussehen des Mörders erinnern und schweigt deshalb vehement. Die nächsten Tage fühlt sich Eli vollkommen deplatziert in der Welt. Sie versinkt in Depressionen und verlässt nur für Spaziergänge am See das Haus. Ziellos irrt sie in einer Welt umher, die nicht mehr die ihre zu sein scheint. Aber da ist noch Anna, die ihr eines Tages plötzlich folgt, ihr zuhört, mit ihr redet und Elis einziger sozialer Kontakt wird. Anna scheint die Verirrte aufzufangen, sie in einem bildlichen Sinne als Gast aufzunehmen. So wird Eli zum Irrgast. Bei einem ihrer Spaziergänge untermauert sie diese Parallele zwischen ihrer Person und den Vögeln:

"Wenn eine Ente oder eine Möwe oder ein Schwan auftaucht, schaue ich auf. Ich beobachte das Tier. Ich werde zum Tier. Ich kann nicht anders."

Die Autorin schafft es so, die Verbindung Mensch – Tier in ihrem Roman zu thematisieren. Immer wieder wird indirekt auf das Motiv des Irrgastes rekurriert.
Eli wird diagnostiziert, dass sie unter einer Amnesie leide, die nach traumatischen Erlebnissen normal sei. Hier eröffnet sich ein Teil des Irrgast-Motives, welches den Vögeln und Eli gleich ist: das Nicht-Erinnern.
Eine weitere Komponente des Hauptmotives ist die Beobachtung. Die verirrten Vögel werden gern von OrnithologInnen beobachtet und in der Vogelkunde als aufsehenerregendes Phänomen gehandelt. Auch Eli wird beobachtet, von Anna, aber auch von sich selbst. Eli filmt sich in ihrer eigenen Wohnung und schaut sich die Kassetten danach gelegentlich an.
Auch wenn Eli sich erinnert, dass sie Elias vor seinem Tod besuchen musste, wie von einem unsichtbaren Magneten angezogen, erinnert dies an den Magnetsinn der Vögel. Dieser natürliche Magnetsinn scheint im Falle der Irrgäste allerdings nicht einwandfrei zu funktionieren, bei Eli wiederum fällt dieser Magnet mit Elias’ Tod weg.

Weiterhin wird das Hauptmotiv des Buches sehr direkt in die Handlung eingeflochten, wenn die Biologin Anna der Vogelkunde nachgeht:

"Wir müssen an den Thunersee! Ein Irrgast ist aufgetaucht!"

Für mich hätte der Plot diesen direkten Verweis auf den ornithologischen Irrgast nicht gebraucht. Ich hätte es angenehmer gefunden, wenn das Motiv ganz ohne direkte Nennung in das Buch eingeflossen wäre.

Abseits des Hauptmotivs liest sich Zindels Roman fast wie ein Krimi. Die Frage, wer denn nun Elias umgebracht hat, wird erst am Ende aufgelöst. Auch das Verhalten Elis wirft nach und nach immer mehr Rätsel auf. Als sie beginnt, das Haus nicht mehr zu verlassen, um Anna im Haus gegenüber zu observieren, offenbart sich schrittweise der psychische Zustand der Hauptfigur.
Allerdings nimmt die Spannung kurz vor der Klärung des Mordfalls ein wenig ab, da dessen Bedeutung angesichts Elis Verhaltensweisen immer weiter in den Hintergrund rückt. Ab der Mitte des Buches wird deutlich, dass Irrgast kein reiner Krimi ist, sondern eher ein vielschichtiger Roman mit spannenden Elementen.

Mireille Zindel hat sich in ihrem klugen Debüt intensiv mit dem ornithologischen Irrgast-Phänomen beschäftigt. Die Autorin setzt dieses aus der Natur entnommene Motiv gekonnt in einen literarischen Kontext. Diese Themensetzung ist das Besondere an Irrgast und bezeugt die literarische Handfertigkeit der Autorin.

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Gespräche aus der Community

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KEIN & ABER Verlags avatar

»Es war, als hätten wir schon immer gewusst, dass wir uns treffen würden.«


Zum Inhalt

Meret und Dres, Jan und Romy. Zwei Paare, bei denen sich Ernüchterung eingestellt hat – bis sich Meret und Jan ineinander verlieben. Beide sind verheiratet und haben kleine Kinder, beide haben ihre Familie am Strand zurückgelassen, um allein zu sein – da tun sich plötzlich neue Möglichkeiten auf. Als Jans gelangweilte Frau Romy dafür sorgt, dass sie immer mehr Zeit zu viert verbringen und zurück in ihrer Heimatstadt sogar Nachbarn werden, entwickelt sich zwischen Meret und Jan eine Liebesgeschichte.

Ein scharfsinniges, raffiniertes Kaleidoskop aller Facetten des Liebens, das durch seine sprachliche Finesse und sein Einfühlungsvermögen besticht.

»Präzise beschreibt Mireille Zindel, was uns vielleicht nicht mehr passieren wird: sich nochmals Hals über Kopf zu verlieben. Atmosphärisch dicht, poetisch, empatisch und spannend: ein Buch wie ein Meeresstrudel.«
Max Küng

Leseprobe

Zur Autorin

Mireille Zindel, 1973 geboren, Germanistin und Romanistin, arbeitet als Autorin und lebt in Zürich. Ihre beiden ersten Bücher Laura Theiler und Irrgast wurden von Presse und Publikum begeistert aufgenommen und mit Preisen ausgezeichnet.


Wenn ihr »Kreuzfahrt« von Mireille Zindel lesen wollt, dann beantwortet uns bis zum 11. April folgende Frage: Wohin und mit wem würdet ihr gern eine Kreuzfahrt machen?

Die Gewinner werden am 11. April bekannt gegeben.
Wir sind gespannt auf eure Antworten!
abas avatar
Letzter Beitrag von  abavor 2 Jahren
So ist es auch aus meiner Sicht.
Zur Leserunde
Hallo, ihr Lieben!

Auf meinem Blog Wild Book Heart und auf der dazu gehörigen Facebook-Seite könnt ihr derzeit "Kreuzfahrt" von Mireille Zindel gewinnen.

Ganz viel Glück!
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