„Das können wir uns nicht leisten“ von Miriam Davoudvandi ist viel mehr als eine autobiografische Erzählung. Es ist ein eindringlicher Blick darauf, was Armut in Deutschland wirklich bedeutet und wie es sich anfühlt.
Das Buch beinhaltet elf Kapitel, die alle mit einem Rap beginnen und dann Themen wie Armut und Wohnen oder Armut und Gesundheit aufgreifen. Die Autorin beschreibt sehr einfühlsam wie allumfassend Armut wirkt, vor allem auf das eigene Selbstbild. Es geht dabei nicht nur um das fehlende Geld, sondern um psychologische, soziale und existentielle Spuren, die bleiben.
Besonders stark ist die Verbindung aus persönlicher Geschichte und wissenschaftlichen Fakten. Die Einordnung in größere gesellschaftliche Zusammenhänge macht deutlich, dass Armut kein individuelles Problem ist, sondern Ausdruck struktureller Ungleichheit. Was am meisten nachhallt sind die Langzeitfolgen. Wer als Kind Armut erfährt, hat auch im späteren Leben oft Angst vor dem Briefkasten, vor Rechnungen oder vor einem leeren Konto. Die Gefühle und die Scham bleiben, selbst wenn die finanzielle Situation sich längst gebessert hat. Die Autorin zeigt sehr deutlich, dass Armut nicht einfach verschwindet, sondern sie prägt das Denken, das Verhalten und den Selbstwert.
Dieses Buch räumt mit Vorurteilen auf und zeigt, wie sehr finanzielle Unsicherheit alle Lebensbereiche beeinflusst. Es ist nicht nur ein gesellschaftskritisches Sachbuch, sondern ein dringender Appell für mehr soziale Gerechtigkeit.
Meine absolute Leseempfehlung für dieses bewegende, ehrliche und unglaublich wichtige Buch.
Miriam Davoudvandi
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Quelle: Verlag / vlb
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Das können wir uns nicht leisten
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Das können wir uns nicht leisten
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„Das können wir uns nicht leisten“ ist ein eindringliches und wichtiges Buch über Armut in Deutschland – und darüber, was es wirklich bedeutet, jeden Tag mit finanziellen Sorgen leben zu müssen. Miriam Davoudvandi beschreibt nicht nur die materiellen Schwierigkeiten, sondern vor allem auch die gesellschaftlichen Folgen von Armut: Scham, Ausgrenzung, fehlende Chancen und das Gefühl, in einer Gesellschaft ständig zurückgelassen zu werden.
Besonders stark ist, dass das Buch mit vielen Vorurteilen aufräumt. Es zeigt, dass Armut nicht einfach mit persönlichem Versagen zu tun hat, sondern oft das Ergebnis sozialer Ungleichheit, fehlender Unterstützung und struktureller Probleme ist. Die Autorin schreibt dabei ehrlich, verständlich und sehr nah an den Lebensrealitäten vieler Menschen in Deutschland.
Das Buch macht deutlich, wie sehr finanzielle Unsicherheit alle Bereiche des Lebens beeinflusst, sei es Bildung, Gesundheit, Beziehungen und die psychische Belastung im Alltag. Gerade deshalb ist es nicht nur ein gesellschaftskritisches Sachbuch, sondern auch ein Appell für mehr Empathie und soziale Gerechtigkeit.
„Das können wir uns nicht leisten“ ist ein Buch, das eigentlich jeder lesen sollte. Es eröffnet einen wichtigen Blick auf Lebensrealitäten, die oft übersehen oder verdrängt werden, und regt dazu an, über soziale Ungleichheit in Deutschland neu nachzudenken. Ein bewegendes, relevantes und dringend notwendiges Buch.
Dieses Buch ist für mich ein klares Fünf-Sterne-Highlight – nicht nur, weil es literarisch überzeugt, sondern weil es gesellschaftlich hochrelevant ist.
Ausgehend von einem viralen 1.-Mai-Post erzählt Miriam Davoudvandi in dieser autobiografischen Erzählung von ihrem Aufwachsen in Armut – und davon, wie tiefgreifend diese Erfahrung ein Leben prägt. Besonders gelungen finde ich die Struktur: Jedes Kapitel beleuchtet einen eigenen Lebensbereich, etwa Armut und Wohnen, Armut und Beziehungen oder Armut und Aussehen. Dadurch wird sichtbar, wie allumfassend Armut wirkt – nicht nur materiell, sondern auch psychologisch, sozial und existenziell.
Was das Buch für mich besonders macht, ist die Verbindung aus persönlicher Geschichte und fundiertem Wissen. Davoudvandi schafft es, individuelle Erfahrungen immer wieder in größere gesellschaftliche Zusammenhänge einzuordnen, ohne dass es belehrend wirkt. Die Rap-Zitate zu Beginn der Kapitel geben dem Ganzen zusätzlich eine kulturelle und emotionale Tiefe.
Viele Szenen sind mir nachhaltig im Gedächtnis geblieben. Besonders erschütternd fand ich die Episode mit der Lehrerin, die Davoudvandi trotz bester Leistungen auf die Hauptschule schicken wollte – ein Beispiel für strukturelle Diskriminierung, das sprachlos macht und ich, trotz Universitätsabschluss und Forschungstätigkeit, in der Schule genauso erlebt habe. Ebenso berührend war die Szene, in der sie ihrer Mutter einen Friseurbesuch schenken möchte und diese ablehnt, weil sie gelernt hat, dass selbst kleine Ausgaben „unnötig“ sind und sich selbst in der Rolle und in dem Mindset verloren hatte.
Was mich persönlich am meisten getroffen hat, war die Beschreibung der Langzeitfolgen von Armut. Diese Angst vor dem Briefkasten, vor Rechnungen, vor dem leeren Konto – Gefühle, die einen auch dann noch begleiten, wenn sich die finanzielle Situation längst verbessert hat. Hier habe ich mich in vielen Momenten wiedererkannt.
Auch ihre Beobachtungen aus dem Studium fand ich spannend: Dass sich Armut und Reichtum äußerlich oft angleichen (z. B. durch Thrift Stores oder WG-Leben), aber sich Unterschiede weiterhin subtil zeigen – etwa im Auftreten, in Selbstverständlichkeit oder im Wissen darüber, wie „das System“ funktioniert.
Ein zentrales Fazit des Buches ist für mich: Armut nimmt dir nicht nur Geld, sondern Zeit, Möglichkeiten und oft auch ein Stück Selbstwert. Und genau deshalb ist es so wichtig, darüber zu sprechen.
Dieses Buch sollte Pflichtlektüre sein – gerade in Schulen. Es schafft Bewusstsein für soziale Ungleichheit, ohne zu vereinfachen oder zu moralisieren.
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