Miriam Gebhardt

 4.3 Sterne bei 31 Bewertungen
Autor von Als die Soldaten kamen, Die Weiße Rose und weiteren Büchern.

Alle Bücher von Miriam Gebhardt

Als die Soldaten kamen

Als die Soldaten kamen

 (13)
Erschienen am 08.03.2016
Die Weiße Rose

Die Weiße Rose

 (9)
Erschienen am 12.02.2018
Alice im Niemandsland

Alice im Niemandsland

 (5)
Erschienen am 17.09.2012
Rudolf Steiner

Rudolf Steiner

 (4)
Erschienen am 12.01.2011
Wir Kinder der Gewalt

Wir Kinder der Gewalt

 (0)
Erschienen am 08.04.2019

Neue Rezensionen zu Miriam Gebhardt

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MatthiasBreimanns avatar

Rezension zu "Die Weiße Rose" von Miriam Gebhardt

Wie Menschen zu Wiederstandskämpfern werde
MatthiasBreimannvor einem Jahr

Das Werk „Die Weiße Rose“, erzählt in einem neuen Blickwinkel, die Geschichte der gleichnamigen Widerstandsgruppe und ihrer sechs Hauptfiguren, die sich mit Flugblattaktionen gegen das NS-Regime stellten.
In ihrem Buch wirft die Autorin die Frage auf, wie aus ganz normalen Deutschen, widerstandskämpfer wurden.
Das Buch ist in drei große Teile gegliedert.
Im ersten Teil, wird auf das Leben der sechs Hauptakteure, Sophie Scholl, Hans Scholl, Christoph Probst, Willi Graf, Alexander Schmorell und Kurt Huber und ihr Leben als Kinder und Jugendliche, eingegangen. Sei es ihre familiäre Situation, der Glaube, oder dergleichen.
Keiner der Hauptakteure, zeigt große Gemeinsamkeiten auf. Wobei auch einige der Mitglieder zuvor selbst positiv der Idee des Nationalsozialismus gegenüberstanden.

Im zweiten Teil, wird dann sehr detailreich auf die Pläne, die Entwicklung und die Aktionen selbst eingegangen.

Im dritten und letzten Teil des Werkes, wird dann auf die Verfolgungen, den Verhören, den Prozessen und den Hinrichtingen eingegangen.
Dieses schafft die Autorin so detailliert zu beschreiben, das man sich doch ein wenig in die schreckliche Situation der Mitglieder und deren Angehörigen, einfühlen kann.

Natürlich erfährt man über das gesamte Buch hinweg, viele Details über die Zeit des Nationalsozialismus. Wie die Kinder indoktrinierten wurden zum „Wohle“ für die Gemeinschaft, Feinde des Regimes verfolgt, diskriminiert und zum Schluss ermordet wurden, uvm.

Im Epilog werden dann noch die eher nicht so bekannten Mitglieder der Weißen Rose aufgezählt.

Auch versucht die Autorin, den bis heute so endlos großen Mythos um die Weiße Rose, zu lüften und aber auch, auf alle Mitglieder einzugehen und nicht wie anderen Schriften, nur auf die Geschwister Scholl.

Zusammengefasst: Ein sehr interessantes Buch und empfehlenswertes, wo hervorgeht, dass es in einem System wo die Unmenschlichkeit und Ungerechtigkeit herrscht, es Menschen geben muss, die sich dagegenstellen.

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BubuBubus avatar

Rezension zu "Die Weiße Rose" von Miriam Gebhardt

Solide
BubuBubuvor einem Jahr

„Die weiße Rose“ der Name der Widerstandsgruppe rund um Sophie und Hans Scholl sollte jedem ein Begriff sein. In der Schule wird darüber gesprochen und es gibt unzählige Literatur dazu, vor allem zu den beiden Scholl-Geschwistern.
Die Historikern Miriam Gebhardt fügt der Literaturliste ein weiteres Werk hinzu, welches sich nicht hauptsächlich mit den bekannten Persönlichkeiten Hans und Sophie beschäftigt, sondern auch mit den weiteren Hauptakteuren Alexander Schmorell, Christoph Prost, Willi Graf und Kurt Huber.
Diese Namen waren mir bis dato nicht bekannt, beziehungsweise ich habe nicht viel über die weiteren Widerstandsgruppenmitglieder gewusst.
Die Autorin untersucht die Biografie der Beteiligten und versucht die Frage zu beantworten, wie  ganz normale Deutsche zu Widerstandskämpfern gegen den Nationalsozialismus entwickeln konnten und so ihr Todesurteil unterschrieben.
Miriam Gebhardt ist Historikern und Journalistin, und genau das merkt man diesem Werk an. Sie bemängelt vorhandene Literatur zur weißen Rose, indem sie die unreflektierte Sichtweise vieler Autoren bemängelt und ihren Blickwinkel auf die Historie als vollständiger betrachtet. Inwieweit sie damit Recht hat, kann ich nicht beurteilen.
Ich hatte das Gefühl sie konnte sich nicht entscheiden ob es ein geschichtswissenschaftliches Werk sein soll oder ein Sachbuch mit journalistischem Anspruch.  Als Einführung ist es auf jeden Fall lesenswert, die Sprache ist einfach und fließend zu lesen. Dennoch hätte ich mir den Fokus mehr auf den Ereignissen gewünscht. Der Untertitel – Wie aus ganz normalen Deutschen Widerstandskämpfer wurden – weist natürlich darauf hin, dass der Fokus mehr auf den Akteuren als auf dem Geschehen selbst liegt. Den Teil der Persönlichkeitsstudien finde ich gelungen, da viele Namen mir keinen Begriff waren. Der Leser bekommt einen Überblick über die Personen, deren Biografie und den Motiven.  Viel bleibt spekulativ, wahrscheinlich wegen mangelnder oder ungenauer Quellen.
Die Motive der Gruppe bleiben schwammig und die Interpretation der Autorin etwas fragwürdig.  Wer sich mehr mit den Flugblättern, Handlungen und Auswirkungen beschäftigen möchte, ist meiner Meinung nach mit diesem Werk nicht gut bedient. Wer mehr über die Charaktere erfahren möchte, oder generell wenig über „Die weiße Rose“ weiß, kann dieses Werk zur Hand nehmen.  Als historisch korrektes Werk kann dies nicht betrachtet werden, da viel reine Interpretation der Autorin ist und viele Fakten o.ä. über „Die Weiße Rose“ nicht in Erfahrung gebracht werden konnte und nicht mehr gebracht werden kann.

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Eva-Maria_Obermanns avatar

Rezension zu "Die Weiße Rose" von Miriam Gebhardt

Spannend, ehrlich, entmythologisiert
Eva-Maria_Obermannvor 2 Jahren

Die Weiße Rose ist ein Begriff, der aus der deutschen Geschichte nicht mehr wegzudenken ist. Der Mythos dieser Widerstandsgruppe, die mit Flugblättern das Grauen der nationalsozialistischen Herrschaft aufzudecken versuchte, und gleichzeitig andere zum Mitmachen animieren wollten, ist enorm. Zentral dabei die Geschwister Scholl und vor allem Sophie Scholl. Straße, Schulen, Denkmäler wurden benannt. Erst kürzlich hat der Film über die letzten Tage von Sophie Scholl diesen Mythos weiter befeuert. Dabei war die Weiße Rose weit mehr.

Miriam Gebhard setzt früh an. Sie versucht die unterschiedlichen Theorien zum Grund für den Widerstand aufzuarbeiten. Dabei trifft sie auf ganz unterschiedliche Gründe bei den einzelnen Mitgliedern. So unterschiedlich sind die Vorgeschichten der Münchener Widerstandsgruppe, so vielseitig die Hintergründe. So zeigt das Buch, dass ein gemeinsamer Grund ebenso unglaubwürdig ist, wie ein gemeinsames Ziel. Die Münchener Gruppe wollte viele verschiedene Dinge. Sie war sich allein darin einig, dass die nationalsozialistische Regierung weg musste.

Ich fand es unheimlich spannend, tiefer in diese Materie einzudringen. Dass Miriam Gebhard zu Beginn die Mitglieder der Gruppe einzeln fokussiert, fand ich sehr gut. So wurde nicht nur die unterschiedliche Position der Akteure klar. Gleichzeitig wurden Sophie und Hans Scholl eingeordnet, von dem Podest gehoben, das im gleichen Rahmen auch erklärt wurde. Dieser Blick erzeugte eine gewisse Nähe. Und auch der weitere Verlauf, die Geschichten hinter den Flugblättern, war so interessanter und konnte sehr gut verfolgt werden.

Das Buch ist deshalb so gut, weil es relativiert, Unstimmigkeiten in dem bisherigen Mythos um die Weiße Rose aufzeigt und dann entmythologisiert. Wie aus ganz normalen Deutschen Widerstandskämpfer wurde heißt auch diese „Normalität“ zu zeigen. Die Verbindungen und Abgrenzungen zum Nazi-Regime. Die individuellen Beweggründe und Verläufe. Das große Problem der Aufklärung um die Münchener Gruppe, da gerade die ersten Berichte maßgeblich von der Schwester von Hans und Sophie geleistet wurden. Es ist, was es sein soll. Ein Sachbuch, das nicht wertet.

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