Rezension zu "Strudel oder Currywurst?" von Miriam Henrici
Ria Gruber, die eigentlich Maria heißt, wird nicht gern an ihre Herkunft erinnert. Zwar stammt sie aus einem kleinen Dorf in Bayern, jedoch flüchtete sie schon bald nach Berlin, um sich ihren Traum von einem eigenen Modelabel zu erfüllen.
Mittlerweile hat sie sich mit „C´est moi“ etabliert und auch schon einige treue Mitarbeiter an ihrer Seite. Privat ist Ria eher ungebunden und genießt ihr Singleleben in vollen Zügen.
Das soll sich auch nicht ändern, als unter ihr ein neuer Nachbar einzieht. Ausgerechnet ein Bayer und dazu auch noch Vater von zwei Söhnen. Ria möchte von Ferdinand nichts wissen, doch dann begegnet er ihr als Caterer auf einer Party wieder und rettet sie vor einer Vergewaltigung des Gastgebers.
Ria ist peinlich berührt, denn nun ist sie ihm zu Dank verpflichtet. Aber es bleibt nicht bei dieser einen Rettungsaktion. Schon bald muss sich Ria die Frage stellen: Strudel oder Currywurst? Berlin oder Bayern?
Mit ihrem Debütroman legen die beiden Autorinnen gleich richtig los. Schnell hat man sich als Leser in dem Buch festgelesen und das Tempo geben vor allem die Fettnäpfchen von Ria vor, in die diese mit einer außerordentlichen Treffsicherheit immer wieder reinstolpert.
Dabei bleibt die Protagonistin liebenswert und plastisch. Aber auch Ferdi bekommt einen Platz in meinem Leserherzen, denn immerhin ist er weder ein Casanova, noch ein weichgespülter Lover. Als bodenständiger Vater und Unternehmer scheut er sich auch nicht, Ria mal die Meinung zu sagen, dabei aber ruhig und beherrscht zu bleiben.
Einen ganz besonderen Platz gab es für die beiden Nebendarsteller Victor und Mausi, die zunächst unscheinbar waren, dann aber immer mehr an Farbe und Platz gewonnen haben, so dass man sie am Ende einfach gern haben musste.
Der Schreibstil konnte mich Zusehens begeistern und die Spannung stieg mit Rias Verzweiflung immer weiter an. Das Ende ist logisch, schlüssig und rund. Die Geschichte klingt sacht aus, so dass man die Protagonisten in Ruhe ziehen lassen kann, jedoch nicht, ohne sich doch ein wenig Hoffnung auf ein Wiedersehen zu machen.
Fazit:
Mir hat das Buch sehr gut gefallen und mich einige Stunden in die Welt einer hartarbeitenden Geschäftsführerin eines Modelabels entführt.