Miriam Meckel Brief an mein Leben

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Inhaltsangabe zu „Brief an mein Leben“ von Miriam Meckel

Das ehrliche, persönliche Protokoll einer Burnout-Krise und ihrer Überwindung

'Ich war fünfzehn Jahre um die Welt gereist, hatte gearbeitet, geredet, geschrieben, akquiriert, repräsentiert, bis der Arzt kam. Im Wortsinne. Ich habe keine Grenzen gesetzt, mir selbst nicht und auch nicht meiner Umwelt, die zuweilen viel verlangt, mich ausgesaugt hat wie ein Blutegel seinen Wirt. Und das meiste von dem, was ich gemacht habe, hat mir tatsächlich Freude gemacht … Aber ich habe in alldem nicht die aristotelische Mitte finden können zwischen dem ‹Zuviel› und dem ‹Zuwenig›. Nun war ich plötzlich stillgelegt, wiederum im Wortsinne …'

Intellektuelle Burn-Out-Patientin verliert sich im Philosophieren über die Welt an sich

— Tini2006

Offener + schonungsloser Bericht über die Überschreitung eigener Grenzen. Kommt allerdings an manchen Stellen etwas zu theroetisierend daher

— heerlich

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    Brief an mein Leben

    Tini2006

    20. March 2016 um 19:58

    Miriam Meckel, Professorin der Kommunikationswissenschaften und irgendwie auch prominent, hat einen Burn Out erlitten. Das verwundert wenig, wenn man im Laufe des Lesens von BRIEF AN MWEIN LEBEN quasi zwischen den Zeilen erfährt, welche Prioritäten die Dame so in ihrem Alltag setzt, was ihr wichtig ist und wie sie ihr Leben gestaltet. Berufliche Erfolge stehen über privaten Agenden; Termine reihen sich aneinander, sie ist ständig unterwegs. Damit ist sie sicherlich in dieser beruflichen Liga keine Ausnahmeerscheinung. Allerdings hat sie das Pech, dass ihre Seele da nicht mitspielt und ein Burn Out die Folge ist. In einer speziellen Klinik soll sie im Rahmen einer Reha-Maßnahme nun lernen, damit umzugehen, zur Erkenntnis zu gelangen und Vorfälle wie diese künftig zu verhindern, in dem sie lernt, ihre eigenen Bedürfnisse mehr zu berücksichtigen.Wie lernt jemand, der sich nicht zu spüren scheint, seine Wünsche und Bedürfnisse wahr zu nehmen? Wie gelingt es einem Menschen, für den beruflicher Erfolg über allem zu stehen zu scheint, auch mal auf die Bremse zu treten und sich dem Privatleben zu widmen? Und: würde diesen Menschen sein Privatleben überhaupt genauso erfüllen wie sein Beruf?Antworten auf diese Fragen habe ich in diesem Buch sicher nicht erhalten, ganz im Gegenteil - all diese Fragen keimten im Laufe des Lesens überhaupt erst auf. M. Meckel präsentierte sich mir als abgehobene Intellektuelle, die sich lieber in philosophische Ausführungen flüchtet, als eine echte Auseinandersetzung mit sich selbst zu suchen. Seite um Seite wirft sie ein Thema nach dem anderen auf; Themen, die sich auf die Politik im Lande beziehen, auf Kommunikation, auf andere Personen - sehr, sehr wenig aber auf ihr eigenes Leben. Wirr und in vollkommenem Durcheinander, wie Gedankensprünge, reihten sich diese Abhandlungen aneinander, was das Lesen teilweise mühsam machte. Einen roten Faden gab es nicht.Ich kannte Miriam Meckel vorher nur dem Namen nach. Nach dem Lesen dieser Lektüre ist sie mir noch fremder. In BRIEF AN MEIN LEBEN wirkt sie sehr unpersönlich und unnahbar. Wieso sie ihre Aufzeichnungen, die sie während ihres Klinik-Aufenthalts niederschrieb, veröffentlichte, ist mir ein Rätsel. Anderen Burn Out Opfern hilft dieses Buch sicher nicht weiter.

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  • Rezension zu "Brief an mein Leben" von Miriam Meckel

    Brief an mein Leben

    Ein LovelyBooks-Nutzer

    Miriam Meckel, Kommunikationsprofessorin , immer unterwegs, immer up-to-date , immer mit einem Auge im Terminplaner, auf dem Sprung zum nächsten Vortrag erleidet einen Burnout. Was zunächst eine Modediagnose zu sein scheint, entpuppt sich als tückische Krankheit die das Leben bestimmt, ja anders laufen lässt als gedacht. Mit dem Buch will Frau Meckel aufklären und für Akzeptanz werben. Meiner Meinung nach , als ehemals selbst Betroffene, gelingt ihr das nur bedingt. Woran das liegt ? Zunächst erstmal an dem konfusen Stil. Wie ein Kontrastprogramm das die Krankheit selber ausmacht liest sich das Buch. Zum einen hochgestochene stilistisch ausgeprägte Phrasen mit Fremdwörtern und Redewendungen die manch einen Intellektuellen in den Wahnsinn treiben können, auf der anderen Seite klare einfache Sätze die die ungeschminkte realistische Wahrheit und den Zustand während eines Burnouts widerspiegeln. Wenn ich als Leser wählen dürfte wäre mir letzteres durchgängig lieber gewesen. Hinzu kommen Zeitsprünge die verwirren und nicht immer nachzuvollziehen sind , ganz so als ob Frau Meckel noch jede Menge erzählen will aber nicht weiß wo sie anfangen soll. Das macht das Buch konfus und den Leser nach der Hälfte des Buches ebenfalls. An Fakten, Therapien, Informationen erfährt man nicht viel neues. Alt bekanntes wird noch mal aufgehübscht in den Klinikalltag eingebaut präsentiert. Das sich die Welt der Privatpatienten (denen Frau Meckel sicherlich zuzurechnen ist wie sie zähneknirschend zugibt) und der Kassenpatienten drastisch voneinander unterscheidet brauche ich nicht zu erwähnen. Daher ist das Bild das sie von der Therapie zeigt, sicherlich ein verfälschter der für den Otto-Normalbürger kaum zutreffen wird. Nachdenklich machen können einen die ein oder anderen Sätze schon, das steht außer Frage. Das liegt aber nicht nur an dem Buch sondern ergibt sich wenn man sich näher mit dem Thema beschäftigt. FAZIT: Ein Erfahrungsbericht der durch den konfusen Stil leider nicht so schön lesbar ist wie er sein müsste um dem Thema gerecht zu werden. Als gebundene Ausgabe deutlich zu teuer.

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    • 2

    Buecher_und_Meer

    07. August 2011 um 10:39
  • Rezension zu "Brief an mein Leben" von Miriam Meckel

    Brief an mein Leben

    SonnenBlume

    24. July 2011 um 20:37

    Miriam hat "medizinischen Stubenarrest" bekommen, der sie dazu zwingt, 48 Stunden in ihrem Zimmer in der allgäuer Klinik zu verbringen. Ob sie will oder nicht, sie muss sich mit sich selbst auseinandesetzen, da Fernsehen, Laptop, Bücher, Handy und sogar Gespräche mit anderen Patienten tabu sind. Während diesen zwei Tagen nimmt sie uns mit auf die Reise in sich selbst, erzählt, wie es zum Burnout kam, wie sie sich jetzt fühlt, was im Klinikalltag passiert. Ich hatte damit gerechnet, dass die Autorin ihre Geschichte chronologisch aufbaut, aber dem war nicht so. Sie hat uns das erzählt, das ihr während ihres "Stubenarrests" einfiel, als sie nachdachte. Erst am Ende habe ich verstanden, dass wir das ganze Buch über immer wieder in das Zimmer in der Klinik im Allgäu zurückkehren und nie von dort weg waren, sondern nur immer Frau Meckels Gedanken gefolgt sind. Sie mag den Begriff Burnout nicht, deshalb verwendet sie ihn auch nur äußerst selten, das fällt schon zu Beginn auf. Eine erfolgreiche Karriere scheint schon hinter und auch noch vor ihr zu liegen, aber dann war eben dieser Zwangsausstieg aus ihrem Alltag. Ich habe mir gewünscht, dass wir mehr von der Zeit vor dem Burnout erfahren, nicht immer nur solche kleinen Ausschnitte. Deshalb wäre mir auch der chronologische Aufbau lieber gewesen. Ich war auch erschrocken, als ich ganz zu Anfang regelrecht in die Geschichte und somit ins mehr oder minder kalte Wasser geschmissen wurde. Betroffenen würde ich das Buch nicht empfehlen, denn ein Ratgeber ist es keiner, es ist wirklich nur die Schilderung aus der Sicht einer Erkrankten (mir widerstrebt dieses Wort ein bisschen, ...), aus der man, meiner Meinung nach, nicht wirklich Hilfe bekommt. So leid es mir tut, ich konnte mit dem Buch nicht warm werden, zumal die Schilderungen oft abschweiften und eigentlich nicht mehr viel mit der Geschichte zu tun gehabt haben. Deshalb gib es von mir für die Erfahrungen mit einem Burnout nur 2,5 Sterne ...

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  • Rezension zu "Brief an mein Leben" von Miriam Meckel

    Brief an mein Leben

    Mirka

    Manchmal, da habe ich mich ein bisschen in den Gedanken von Miriam Meckel verloren. In diesen Momenten, da konnte ich die Kritiker ihres Buches verstehen. Und in anderen Momenten, da hat sie mich ungemein inspiriert und mit ihren Worten schier weggefegt. Viel kritisiert wurden die mehr als 60 Fußnoten, die Meckel auf nur 217 Seiten verteilt hat. Das sei doch nur akademisches Imponiergehabe, ihr Schreibstil zum Teil zu gehoben, um Burnout ginge es in vielen Passagen ja sowieso gar nicht und überhaupt - Thema verfehlt, 6, setzen. Ich sehe das anders. Ich habe das Buch einer Frau, Akademikerin und prominent hin oder her, gelesen, die sich in sich selbst zurückzieht und sich mit dem, was sie dort findet, intensiv auseinandersetzt. Ich habe das Buch einer Frau gelesen, die überfordert ist von der Kommunikationsgesellschaft, von dem ewigen Leistungsdruck, von sich selbst gegenüber ihr aufgebautem Druck. Ich habe das Buch einer Frau gelesen, die es mir an vielen Stellen leicht gemacht hat, mich mit ihr zu identifizieren, obwohl uns 25 Jahre trennen und wir uns in völlig verschiedenen Phasen unseres Lebens befinden. Ich habe mich ihr in ihren Erzählungen phasenweise sehr nahe gefühlt - was mir gezeigt hat: Burnout, das kann uns allen passieren, vor allem in einer Zeit wie der diesen, in einer Zeit, in der zu jedem Zeitpunkt ein Leistungsmaximum erwartet wird und auf den Einzelnen keine Rücksicht genommen werden kann, weil das bedeuten würde, man müsse wirtschaftliche Einbußen in Kauf nehmen. Und das funktioniert in unserer Höher-Schneller-Besser-Gesellschaft nicht mehr. Der Mensch wird nach und nach zu einer schlichten Variable: Wir als Individuen zählen nicht mehr - und unseren Job, den kann auch einer anderer, ähnlich qualifizierter machen. Was ich unbedingt betonen möchte: Wer sich Lebenshilfe von einem Sachbuch, das mit dem Thema Burnout arbeitet, erwartet, der sollte nicht zu "Brief an mein Leben" greifen. Miriam Meckel hat kein Patentrezept gegen eine Krankheit entwickelt, die in einer Welt wie der diesen kaum zu besiegen ist. Sie blickt vielmehr sehr philosophisch auf die Ereignisse und Parameter, die sie in ihre jetzige Situation gebracht haben, die den Klinikaufenthalt haben notwendig werden lassen, zurück. Sie schreibt auch über den Klinikalltag, über Herausforderungen, den sie sich selbst dort, bei ihrer Suche nach sich selbst und dem für sie richtigen Weg, stellen muss, und über die Menschen, die ihr begegnen und die nicht unterschiedlicher sein können. "Brief an mein Leben" ist auch eine Ode an das Leben - Miriam Meckel liebt das Leben, das merkt man, sie hat nur für eine aus den Augen verloren, wie genau ihr Weg weitergehen soll. Ob sie es nach dem Klinikaufenthalt wirklich weiß, das bleibt offen, aber darum geht es in "Brief an mein Leben" auch nicht. Es geht darum, dass es wichtig ist, sich mit sich selbst auseinanderzusetzen, sobald man merkt, dass man in einer Sackgasse gestrandet ist. An dieser Auseinandersetzung lässt uns Meckel teilhaben. Kein Ratgeber, sondern ein Dokument ihrer eigenen Hilflosigkeit und ihres mutigen Versuches, sich aus ebendieser zu befreien. Ich spreche eine Empfehlung an all diejenigen aus, die sich für die Auswirkungen der modernen Kommunikationsmöglichkeiten auf unsere Lebensweise interessieren, die gerne die Gedanken anderer Menschen zu verstehen versuchen, die sehen wollen, wie anders man mit einem Burnout literarisch umgehen kann, als es die meisten anderen tun.

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    • 3
  • Rezension zu "Brief an mein Leben" von Miriam Meckel

    Brief an mein Leben

    Julschaen

    10. June 2011 um 22:33

    Meine Meinung:

    Ich hatte mir leider ein wenig mehr erwartet. Das Buch ist sehr interessant und gut geschrieben, einige Passagen haben mir aus dem Herz gesprochen, aber die Erwartungen hat es doch nicht ganz erfüllt.
    Wer auf Bücher mit psychologischem Hintergrund steht, für den gibts ne klare Leseempfehlung!

  • Rezension zu "Brief an mein Leben" von Miriam Meckel

    Brief an mein Leben

    lapiratesse

    29. April 2011 um 08:22

    Miriam Meckel erzählt ihre Erfahrung mit einem Burnout und wie es bei ihr überhaupt dazu gekommen ist. Wie sie als erfolgreiche Frau unter ständigen Stress in der Welt herumgereist ist und in diversen Ländern Vorträge gehalten hat, wie sie keine Zeit und keinen Mut zur Trauer hatte als ihre Mutter starb und schliesslich auch wie die Therapie verläuft welche sie in der Klinik kriegt. Das Buch ist sehr interessant. Manchmal sind gewisse Abschnitte über ein Buch aus dem sie erzählt oder Theorien die sie uns näher bringt fast etwas trocken, im Ganzen ist es aber ein spannendes Buch darüber wie jemand der bisher mit beiden Füssen im Leben stand plötzlich aufgrund Überanstrengung aus dem normalen Alltag gerissen wird. Und mit der Meinung von Miriam Meckel, dass wir in unserer Gesellschaft mit unserer Arbeitsweise und den Anforderungen die an uns gestellt werden solche Krankheiten provozieren, bin ich mit ihr absolut einig.

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  • Rezension zu "Brief an mein Leben" von Miriam Meckel

    Brief an mein Leben

    Ein LovelyBooks-Nutzer

    09. January 2011 um 14:25

    Miriam Meckel, erklärte Kommunikationsexpertin, erkrankt an der neuzeitlichen Krankheit Burnout. Burnout ist ein beliebtes Krankheitsbild im 21. Jahrhundert. Aber was besagt es eigentlich? So richtig weiß ich es immer noch nicht, da Frau Meckel dieses Buch wohl eher aus selbsttherapeutischen Gründen als aus der Absicht heraus, über die Krankheit zu berichten, schrieb. Der Rahmen des Buches sind 48 Stunden, in denen die Autorin „Rede-Verbot“ erhielt. Ihre Gedanken, die sich um Spaziergänger, andere Therapieteilnehmer, verschiedene, zum Teil absurd anmutende Gesundheitskurse, und um ihren Alltag drehen, sind interessant. Leider bleibt man manchmal etwas auf der Strecke beziehungsweise möchte gern mehr erfahren. Aber das Buch ist eben nur ein Brief an ihr Leben und keine Autobiographie. Den eigentlichen Brief an ihr Leben finde ich schwach und macht einen gezwungenen Eindruck. Dort werden Phrasen gedräscht. Schade!

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  • Rezension zu "Brief an mein Leben" von Miriam Meckel

    Brief an mein Leben

    Schiller-Buchhandlung

    24. June 2010 um 14:36

    „Der Burnout gehört zum erfolgreichen Berufsleben wie das Eigenheim zur Vorzeigefamilie“. Dieser Satz findet sich im vierten Kapitel des Buches von Miriam Meckel, in dem sie über ihre Erfahrungen mit ihrem Burnout reflektiert. Reflektieren ist das richtige Wort dafür, denn bei diesem Buch handelt es sich nicht um einen der klassischen Erfahrungsberichte über einen Burnout, sondern hier setzt sich eine Intellektuelle auseinander mit etwas, das sie nicht haben will und das sie trotzdem hat. Zwei Tage „kommunikativer Stubenarrest“ in der Allgäuer Klinik, in denen sie auf ihrem Zimmer bleiben muss: Keine Gespräche mit anderen, nichts lesen, kein Fernsehen, keine Musik, kein Handy und kein Laptop (Der offizielle Ausdruck dafür ist „Inaktivitätstage“) - in diesen zwei Tagen schreibt sie nieder, was sie beschäftigt, denn schreiben, das darf sie. Und so erfahren wir, in verschiedenen Abschnitten etwas darüber, wie sie sich in ihrem Alltag immer mehr von dem entfremdet hat, was sie empfindet und was ihr wichtig ist. Dabei spielen die Geschwindigkeit ihres Lebens, die permanente Kommunikation online und offline eine große Rolle und die Tatsache, dass sie immer so funktioniert hat, wie es gewünscht war. Besonders berührt hat mich dabei der Abschnitt „Inseln ihn mir“, in dem sie Erfahrungen mit dem Tod ihr nahestehender Menschen beschreibt. In manchem hat mich das Buch an Joan Didions großartiges Buch „Das Jahr magischen Denkens“ erinnert, denn ähnlich wie sie lässt auch Miriam Meckel zahlreiche Leseerfahrungen in den Text mit einfließen, so dass man sich beinahe eine kleine Liste der Bücher anlegen möchte, die man irgendwann auch einmal zu Hand nehmen möchte. In manchem machte es mich aber auch nachdenklich und ich ich fühlte mich einige Male fast ertappt, wenn sie bestimmte Gewohnheiten beschrieb. So empfehle ich dieses Buch als eine überaus anregende Lektüre, die Bewusstsein dafür schaffen kann, die eigenen Grenzen zu respektieren und achtsam mit sich umzugehen. (Susanne Martin)

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  • Rezension zu "Brief an mein Leben" von Miriam Meckel

    Brief an mein Leben

    Stadtbuecherei_Wuerzburg

    26. May 2010 um 12:04

    Der Untertitel dieses Buches lautet „Erfahrungen mit einem Burnout“, doch bereits im ersten Drittel des schonungslosen Erfahrungsberichts erfahren wir, wie Miriam Meckel über diesen Begriff denkt. Burnout, so die Autorin, vermittle Stress als Lifestyle-Überforderung und gehöre wohl heutzutage genauso zum erfolgreichen Berufsleben wie das Eigenheim zur Vorbildfamilie. Burnout sei so was wie die gesellschaftlich anerkannte Edelvariante der Depression und Verzweiflung, die auch im Moment des Scheiterns das Selbstbild unangetastet lässt. Etwas plakativ könnte man sagen, dass in unserer Leistungsgesellschaft nur die Verlierer depressiv werden. Burnout dagegen ist eher die Diagnose für Gewinner, genauer für ehemalige Gewinner. Und genau da setzt das Buch der Professorin für Kommunikationswissenschaften und früheren Regierungssprecherin Miriam Meckel an. Es nennt die Dinge beim Namen, es lässt den Leser teilhaben an der Introspektive, an den Ängsten, Sorgen, Projektionen und Gedanken der Autorin und wirkt dabei nie voyeuristisch oder oberflächlich. Sie offenbart die negativen Folgen von Überlastung und schildert wie sie versuchte, diese durch noch mehr Leistungssteigerungen zu bewältigen bis der ständige Erwartungsdruck, funktionieren zu müssen, eines Tages den Körper streiken lässt.. Es geht hier nicht um eine Erkrankung als generelles Phänomen, auch nicht um die Erfahrungen einer Privilegierten aus einer höheren Gesellschaftsschicht, sondern um die wesentlichen Dinge des menschlichen Lebens. Schnell wird klar, dass wir uns alle in dieser Grauzone der Überforderung und Erschöpfung bewegen. Wenn wir dies nicht rechtzeitig erkennen, weil wir verlernt haben auf Körpersignale zu achten, Achtsamkeit und Bewusstheit zu üben, kann es jederzeit uns treffen. Das macht dieses Buch so authentisch: weil es reflektiert, annimmt, erkennt und versucht zu verstehen, um Veränderungen im Handeln voranzubringen. Es macht auch deutlich, dass dies das Protokoll einer Ratlosigkeit ist; denn in einer Kultur, in der alles jederzeit möglich ist, man jederzeit verfügbar ist und Grenzen nur noch selten akzeptiert werden, ist es umso wichtiger dies zu erkennen und sich ausschließlich darauf zu konzentrieren, was wirklich wichtig ist. Wie schwierig es sein kann, das Wesentliche wieder wahrzunehmen, sich von Vorurteilen und „krankmachenden“ Projektionen des Verstandes zu verabschieden, wird einem vor Augen geführt. Somit ist dieses Buch auch ein Buch des Erwachens. Glücklicherweise verliert sich Miriam Meckel dabei nicht in kulturpessimistischen Klagen und Phrasen. Ihre ergreifenden Schilderungen über die Akzeptanz des Todes, über die Unfähigkeit des Trauerns in der Gesellschaft, über ihren persönlichen Zusammenbruch und ihren Klinikaufenthalt, zeigen die Aufrichtigkeit und Autonomie, die die Autorin durch dieses therapeutische Schreiben zurückgewinnen will.

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  • Rezension zu "Brief an mein Leben" von Miriam Meckel

    Brief an mein Leben

    KarlMay

    11. May 2010 um 18:54

    „Der Burnout gehört zum erfolgreichen Berufsleben wie das Eigenheim zur Vorzeigefamilie“. Dieser Satz findet sich im vierten Kapitel des Buches von Miriam Meckel, in dem sie über ihre Erfahrungen mit ihrem Burnout reflektiert. Reflektieren ist das richtige Wort dafür, denn bei diesem Buch handelt es sich nicht um einen der klassischen Erfahrungsberichte über einen Burnout, sondern hier setzt sich eine Intellektuelle auseinander mit etwas, das sie nicht haben will und das sie trotzdem hat. Zwei Tage „kommunikativer Stubenarrest“ in der Allgäuer Klinik, in denen sie auf ihrem Zimmer bleiben muss: Keine Gespräche mit anderen, nichts lesen, kein Fernsehen, keine Musik, kein Handy und kein Laptop (Der offizielle Ausdruck dafür ist „Inaktivitätstage“) - in diesen zwei Tagen schreibt sie nieder, was sie beschäftigt, denn schreiben, das darf sie. Und so erfahren wir in verschiedenen Abschnitten etwas darüber, wie sie sich in ihrem Alltag immer mehr von dem entfremdet hat, was sie empfindet und was ihr wichtig ist. Dabei spielen die Geschwindigkeit ihres Lebens, die permanente Kommunikation online und offline eine große Rolle und die Tatsache, dass sie immer so funktioniert hat, wie es gewünscht war. Besonders berührt hat mich dabei der Abschnitt „Inseln ihn mir“, in dem sie Erfahrungen mit dem Tod ihr nahestehender Menschen beschreibt. In manchem hat mich das Buch an Joan Didions großartiges Buch „Das Jahr magischen Denkens“ erinnert, denn ähnlich wie sie lässt auch Miriam Meckel zahlreiche Leseerfahrungen in den Text mit einfließen, so dass man sich beinahe eine kleine Liste der Bücher anlegen möchte, die man irgendwann auch einmal zu Hand nehmen möchte. In manchem machte es mich aber auch nachdenklich und ich ich fühlte mich einige Male fast ertappt, wenn sie bestimmte Gewohnheiten beschrieb. So empfehle ich Euch dieses Buch als eine überaus anregende Lektüre, die Bewusstsein dafür schaffen kann, die eigenen Grenzen zu respektieren und achtsam mit sich umzugehen.

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  • Rezension zu "Brief an mein Leben" von Miriam Meckel

    Brief an mein Leben

    Clari

    17. March 2010 um 18:12

    Burnout Syndrom: ein Erfahrungsbericht! Als die bekannte Medienforscherin Miriam Meckel eines Morgens nach einem angestrengten Arbeitstag zusammenbricht, steht damit auch ihr Selbstbild und ihre Tatkraft auf dem Prüfstand. Ihre aufreibende Arbeit als Kommunikationswissenschaftlerin, Professorin und gefragte Vortragsreisende hat sie an die Grenzen ihrer Kräfte getrieben. Nach einem Zusammenbruch mit Hörsturz und anderen Symptomen begibt sich die schöne, begabte und erfolgreiche Frau in eine Klinik im Allgäu. Dort sucht sie Ruhe, Heilung und Erholung. Die ärztliche Diagnose lautet: Burnout! Nun hat sie ein Buch über ihre Erfahrungen geschrieben, in denen sie sehr persönlich ihre Geschichte erzählt. Es ist eine Geschichte von Erfolg, Ehrgeiz und endlosen Aktivitäten, denn sie ist überall in der Welt gefragt als Moderatorin, Vortragende und Dozentin. Der Gesundheitscrash bietet Gelegenheit, einzuhalten und ihr Leben zu überdenken. In der Klinik muss sie sich an einen strengen internen Tagesablauf gewöhnen. Ihr wird zur Einstimmung auf die kommenden Wochen mit Therapien aller Art ein Wochenende des Alleinseins verordnet. Man erwartet, dass sie sich jeder Tätigkeit enthält und ganz still und alleine den Tag verbringt. Allein auf ihrem Zimmer erzählt sie in langen Passagen über ihre Sinneseindrücke in der Stille und vom dem kalten und nebligen Draußen. Der Eindruck einer intelligenten, nachdenklichen jungen Frau, die in Ruhestunden gerne Musik hört und liest, und die dennoch mit ihren Kräften nicht haushalten konnte, bestätigt sich. In ihrem Alltag gab es keine Rast, sondern andauernde Hyperaktivität, die zerrüttend wirkte. Sichtbar hat man es bei der Autorin mit einer Lebens -und Sinnkrise zu tun, die so manchen Zeitgenossen gelegentlich erwischt. Euphorisierende Wirkungen haben Aufenthalte in Kliniken, in denen sich Menschen aller Couleur versammeln, um in ihren jeweiligen Krisen Hilfe zu suchen. Da entsteht eine Nähe, die unter fremden Menschen eher unüblich ist. Man merkt, wie sich Miriam Meckel zögerlich auf die verschiedenen Ebenen einzelner Therapien und auf die Begegnung mit ihren Mitpatienten einlässt. Ihre neuen Erfahrungen wecken Erinnerungen an vergangenes Leben, erlittene Verluste von Freunden und Verwandten und fördern neue Einsichten. In ihrem Buch beschreibt Miriam Meckel den ganz normalen Alltag in einer psychosomatischen Klinik, in der Übungen verschiedener Art dazu herausfordern, inne zu halte, das bisherige Leben zu überdenken und sich neue Perspektiven für die Zukunft vorzustellen. Ihre Niederschrift gleicht Tagebuchaufzeichnungen mit sehr persönlichen Einsichten. Der Bericht mag eine Art Befreiung für sie bedeuten, ---aber muss die Öffentlichkeit davon wissen? Ohne die gewohnte öffentliche Resonanz lebt es sich offensichtlich schwer! Echtes Leid ist nur schwach spürbar. Eher handelt es sich um einen Erschöpfungszustand, wie ihn viele erleben. Die Geschichte ist als Erfahrungsbericht interessant und bedient die Bedürfnisse jener Menschen, die sich in ähnlichen inneren Konflikten verfangen haben, ohne dem Leser wirklich tiefer gehende und außergewöhnliche Erfahrungen zu vermitteln.

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