Miriam Neidhardt

Alle Bücher von Miriam Neidhardt

Cover des Buches Kein Zurück (ISBN: 9781477826973)

Kein Zurück

 (18)
Erschienen am 21.10.2014
Cover des Buches Weg vom Schuss (ISBN: 9781477823712)

Weg vom Schuss

 (6)
Erschienen am 26.08.2014
Cover des Buches Bestseller (ISBN: 9783938625651)

Bestseller

 (3)
Erschienen am 01.06.2011
Cover des Buches Er oder keiner (ISBN: 9781477830345)

Er oder keiner

 (2)
Erschienen am 05.05.2015
Cover des Buches In Scherben (ISBN: 9781477823439)

In Scherben

 (1)
Erschienen am 01.07.2014
Cover des Buches Glaubenskriege (ISBN: 9783826070815)

Glaubenskriege

 (1)
Erschienen am 01.05.2021
Cover des Buches Breakdown – Eine Liebesgeschichte (ISBN: 9781503949935)

Breakdown – Eine Liebesgeschichte

 (0)
Erschienen am 01.09.2015
Cover des Buches Glaubenskriege (ISBN: 9783826080715)

Glaubenskriege

 (0)
Erschienen am 15.01.2022

Neue Rezensionen zu Miriam Neidhardt

Cover des Buches Glaubenskriege (ISBN: 9783826070815)A

Rezension zu "Glaubenskriege" von Junis Sultan

Mutterland? Vaterland? Vatersprache? Muttersprache?
Almut_Scheller_Mahmoudvor einem Jahr





Was sind die Beurteilungskomponenten für Menschen, für Menschen, die dunklere Hautpigmente haben, dunklere Augen, dunklere Haare? Die anders sind als wir, die Mehrheitsgesellschaft, die sich trotz (oder gerade wegen?) der gepriesenen Globalisierung immer mehr abkapselt. 


Klar ist, dass es Fremdenhass und farbig kodierten Rassismus nicht nur bei uns in Deutschland gibt. Es sind Begriffe, die bis in die aristotelische Antike reichen. Schwarz war schon immer eine „bösartige“ Farbe. Etwas verwundert bin ich, was Junis Sultan über seinen Aufenthalt in Kalifornien schreibt: die USA seien ein Einwanderungsland (richtig), dort habe man Respekt und Hautfarbe und Name spielten keine Rolle. Das scheint mir trotz seiner dunklen Augen eine blauäugige Sicht der Dinge zu sein. Mag sein, dass es gerade während seines Aufenthalts und in seinem universitären kalifornischen Umfeld tolerant, offen und respektvoll zuging. Aber so wie er für Deutschland die sozio-ökonomischen Verhältnisse von Immigranten ins Spiel bringt, so ist es in den Vereinigten Staaten nicht anders. 


Sein Buch, das er zur eigenen Heilung seiner Zerrissenheit, seiner Depressionen, seiner gefühlten Minderwertigkeit und Hilflosigkeit geschrieben hat, ist ein „Sesam öffne dich“ für Andere, damit diese sich in die Welt der „Fremden“ einfühlen können, damit sie nachvollziehen können, was in in den Seelen angerichtet wird. Das beschreibt er ausufernd und für meinen Geschmack zu sehr im „Opfermodus“. Denn für mich sind seine Zerrissenheit, seine Ungeborgenheit, seine Einsamkeit primärlein familiäres Produkt.  Wobei die äußeren Faktoren des deutschen Umfeldes und der deutschen Gesellschaft entsprechende Multiplikatoren sind. 

Die Familie: der Vater Iraker, der in England Maschinenbau studierte, wo er eine junge Deutsche, die dort als Aupair weilte,  kennen- und lieben lernte. Sie heirateten schnell, nachdem er in den Irak zurückgekehrt war und sie nach Deutschland, sozusagen „Hals über Kopf“, gegen den Willen der mütterlichen Eltern. Der Vater stieg die Karriereleiter als Unternehmer mehrerer Fabriken steil aufwärts, umworben vom Regime und Saddam Hussein persönlich wie auch von ausländischen Investoren. Doch nie vergaß er seine eigene bescheidene Herkunft, immer bemüht, an seinem Erfolg auch seine Mitarbeiter teilhaben zu lassen. Er kümmerte sich um Weiterbildungen und Krankenversicherungen, baute Wohnungen und Schulen. Die Familie lebte ein großbürgerliches Leben mit Bediensteten und in wohlhabender Sicherheit.


All das änderte sich 1991, 3 Jahre nach dem Waffenstillstand des ersten Golfkriegs (Irak/Iran). Saddams Einmarsch in Kuwait und die strafende „Operation Wüstensturm“ der Amerikaner und ihrer Anhängsel beendete ihr gutes Leben.  Es gab nur die Option „Fliehen oder sterben“. Die Mutter konnte mit ihren 4 kleinen Kindern nach Deutschland ausreisen, (die 2 großen Töchter waren schon verheiratet), während der Vater noch dort blieb, um die Geschäfte zu regeln und dem Baath-Regime keinen Grund für Repressionen zu liefern. 

Sie kamen bei Großmutter Erika, einer ehemaligen Lehrerin, unter in einem kleinen niedersächsischen Dorf. Sie war ein emotionaler Stützpunkt gegen die Gereiztheiten der Mutter, die sich von diesem neuen Leben mit den Kindern überfordert fühlte. 

Der Umzug in eine kleine Stadt mit ca. 10.000 Einwohnern, weiße Mittelschicht durchmischt mit 130 Asylbewerbern, brachte der Mutter zwar 3 Jobs gleichzeitig, aber die Kinder spürten sofort die kleinstädtische offene oder versteckte Ablehnung und Feindseligkeit. Die Mutter wurde immer gehetzter und gereizter, wütender und verzweifelter und schlug die Kinder, besonders Junis. Für ihren Frust gab sie dem Vater die Schuld: Iraker hätten keine Manieren, keine Kultur, keine Religion. Welche Manieren hatte sie, welche Kultur? Sie selbst war katholisch. 

Der Vater kam aus dem Ruhestand endlich zu ihnen, doch die Eltern stritten, beschimpften sich, umhüllten sich mit Feindseligkeiten und Enttäuschungen. Beide narzisstische Persönlichkeiten: wer dachte an die Kinder und den elternhäuslichen seelischen Ballast, den sie ihnen aufluden? Im Irak sollen sie eine gute Ehe geführt haben. Mag sein, da stimmte zumindest das ökonomische Niveau. Ich finde es nur befremdlich, dass laut Aussage des Autors seine Mutter, als sie in den Irak kam und dort heiratete, ziemlich jung noch und lebensunerfahren, nichts vom Irak, seinen Menschen, seiner mesopotamischen Kultur wusste und natürlich auch nichts vom Islam. Der wurde nun einer der Streitpunkte: er sei eine böse Religion. Und später, zum 48. Hochzeitstag zog die Mutter aus: sie sei immer unterdrückt worden, sie sei missbraucht worden und alle würden dafür beim Jüngsten Gericht bestraft werden. Alice Schwarzers Buch über den Islam lieferte schlagkräftige Munition: unsere Toleranz dem Islam gegenüber sei eine aus dem schlechten Gewissen durch die eigene Geschichte, dem Islam fehle jede Menschlichkeit. 

Nach der Zäsur des 11. September 2001  begann Junis Sultan ein Tagebuch zu schreiben, er wandte sich dem Koran zu, lernte Arabisch, fand Zuflucht und Orientierung in der Religion seines Vaters. Immer wieder unterbrochen von den verbalen Ausrastern seiner Mutter: sie wollte ein deutsches Baby adoptieren, wollte jemand haben, der so sei wie sie, ihre Kinder seien doch nur halbe Kinder. 

Immer wieder driftete Junis ab in Selbstverleugnung und Selbstzerstörung, in Schmerz und Leere, sein demonstratives Selbstbewusstsein war nur oberflächlich, abhängig von der Anerkennung des Außen, von Zuneigung, dem Kampf (er boxte) und den schulischen Noten. Er sah sich als Versager in der deutschen Gesellschaft, wertlos, ungewollt, ungeliebt. 


Nach der Aufdeckung der NSU stand er kurz vor dem Suizid, doch die Idee, ein Buch zu schrei-ben, um sich selbst zu retten, um anderen mit seiner Geschichte zu helfen und zu ermutigen, rettete ihn. 

Seine Entscheidung, Lehrer zu werden, denn Kinder sind Hoffnung und Zukunft, bescherte ihm zwei Stipendien: eines davon Fulbright für 9 Monate USA. 


Nach seiner Rückkehr begann er ein zweijähriges Refendariat und gab Boxunterricht für Kinder.

Bildung ist für ihn der Schlüssel zu Integration :ein integratives mehrsprachiges Schulsystem. Denn Integration ist keine Einbahnstraße. Das wissen die Politiker, es werden Ansätze lautstark propagiert, aber wirklich geändert hat sich nichts. Dies ist gerade jetzt in den pandemischen Corona-Zeiten auffällig: Kinder aus den schwächeren sozio-ökonomischen Schichten (deutsche wie ausländische) sind die Verlierer. 


Junis Sultans Buch ist eine aufrüttelnde Lektüre, besonders für jene, die sich noch nicht intensiv mit den angesprochenen Problemen beschäftigt haben. Alle unsere Mitmenschen sind betroffen: jene die nicht einen vaterländisch-muttersprachlichen Namen tragen, deren Haut eine dunklere Pigmentierung als das blondierte Marmorweiß der Einheimischen hat, die einen anderen Glauben als den an den Gefolterten am Kreuz haben. Und für all jene, die vergessen, dass auch sie jederzeit zu „Fremden“ werden könnten: ein Kinderspiel in diesen Zeiten, sei es durch das Klima, sei es durch übereifrigen bellizistischen Knopfdruck …..


Und gerade Deutschland hat doch eine so wunderbare Hymne aus Beethovens 9. Symphonie: Alle Mernschen werden Brüder. Und gerade das christliche Deutschland hat doch so ein wun-derbares Gebot: Liebe Deinen Nächsten wie Dich selbst (wobei sich die Frage ergibt: lieben Sie sich?). Und gerade Deutschland mit seinem Kant’schen Kategorischen Imperativ: Handle nur nach derjenigen Maxime, durch die du zugleich wollen kannst, dass sie ein allgemeines Gesetz werde.“

Und nach des deutschen Universalisten Goethe: Wer sich selbst und andere kennt, wird auch hier erkennen: Orient und Okzident sind nicht mehr zu trennen.

Das könnten lehrreiche Maximen sein für ein anderes, ein besseres, ein menschlicheres Miteinander sein. 


Auf dass Junis Sultans Buch viele aufmerksame und nachdenkliche und hinterfragende Leser und Leserinnen finden wird. Damit sein Einsatz gewürdigt wird, die Offenlegung seiner intimsten Seelenqualen zu teilen. 

Und dass Leser und Leserinnen erkennen, dass Migration eine zivilisatorische Unentbehrlichkeit ist (Fernand Braudel). Denn wir lernen doch durch Austausch, menschlichen Austausch, kulturellen Austausch, händlerischen Austausch. Wer will schon stehen bleiben in seiner eigenen Entwicklung? Die ewig Gestrigen. Aber wir leben heute, im Hier und Jetzt und fast schon ein bisschen im Morgen.


Schön wäre es gewesen, wenn der Verlag die zitierten Werke und Leseempfehlungen der deutschen Ausgaben aufgeführt hätte, z.B. Hannah Arendt, Pierre Bourdieu, Michel Foucault, Immanuel Kant, Edward Said. 

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Cover des Buches Kein Zurück (ISBN: 9781477826973)D

Rezension zu "Kein Zurück" von Tiffany Snow

bitte mehr davon
dorothea84vor 6 Jahren

Kathleen Turner arbeitet in einer Anwaltskanzlei als Mädchen für alles und abends als Barkeeperin, denn nur so kann sie sich über Wasser halten. Als Single in Indianapolis, aber in ihrer Kanzlei gibt es einen Anwalt der richtig heiß ist. Blane ist ein Frauenheld, doch als ihre Freundin ermordet kommt er ihr zu Hilfe. Plötzlich ist Blane der einzige der zwischen ihr und der Tot steht.

Wow, so eine fesselnde Geschichte habe ich schon lange nicht mehr gelesen. Obwohl da hatte ich erst letzten eins. Gut, in Richtung Thriller. Kathleen ist eine super Frau, die ein paar schlechte Angewohnheiten hat, die sie immer wieder in Schwierigkeiten bringen. :) Die Schwierigkeiten bringen auch ein Haufen Männer in ihr Leben. Blane scheint erst ein totaler Frauenheld zu sein, dann bekommt irgendwie das Image von einem Bad Boy und am Schluss wusste ich nicht mehr wer der Kerl jetzt wirklich ist. Die Spannung und Action verfolgt einem das ganze Buch lang und lässt einem kaum Zeit zum Atem holen und plötzlich ist man an der letzten Seiten angelangt ohne es zu merken. Natürlich musste ich gleich nachschauen ob es Nachschub von den beiden gibt und ich hatte Glück. Es gibt sogar mehr als eins..... :)

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Cover des Buches Kein Zurück (ISBN: 9781477826973)L

Rezension zu "Kein Zurück" von Tiffany Snow

Konnte es nicht mehr weglegen!
ladysoleravor 6 Jahren

Inhalt: Die 23-jährige Kathleen Turner arbeitet als Mädchen für alles in einer erfolgreichen Kanzlei in Indianapolis. Als ihre Freundin ermordet wird, stellt sich der Partner der Kanzlei, Blane Kirk zwischen Kathleen und den Leuten, die sie tot sehen wollen. Unter anderem Kade Dennon, ein gutaussehender Berufskiller. Nach und nach verstrickt sich Kathleen immer tiefer in das Netz aus Lügen und Morden und stellt fest, dass sie niemandem trauen kann, wenn sie überleben möchte. Nicht einmal Blane.

Schreibstil: Tiffany hat einen wunderbaren Schreibstil. Mit Humor und Spannung reisst sie einem in die Geschichte und sorgt dafür, dass man das Buch nicht mehr zur Seite legen kann.

Meine Meinung: Ich liebe dieses Buch. Seit langem war ich auf der Suche nach einer Geschichte die mich wieder richtig fesseln konnte. Ich hätte nicht gedacht, dass es sich dabei um dieses Buch handeln würde, da ich sonst eher kein Fan von Thrillern und Krimis bin. Es hat aber auch eine romantische und erotische Seite, sowie viel Humor mit Biss. Die Charaktere sind wunderbar gelungen. Die Charaktere sind fast schon ein wenig ZU gut, ein paar kleine Makel würden mir gefallen. Trotzdem kann ich dieses Buch bedingungslos weiterempfehlen und freue ich mich auf den nächsten Band!

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