Das Cover versprüht richtig gute Laune und eine herrliche Winterstimmung. Am liebsten würde ich beim Schneemann bauen mitmachen.
Gleich beim Aufklappen des Buches werden mir die Familien Sander und Johannson zeichnerisch vorgestellt. Die einzelnen Charaktere sind zusätzlich namentlich gekennzeichnet, sodass ich für den späteren Verlauf diese direkt vor Augen habe und auch erkennen kann. Das gefällt mir sehr gut.
Ein Winter in Schweden – Weihnachten in Småland wird in siebzehn angenehm langen Kapiteln erzählt. Das Lesebändchen finde ich klasse, denn so kann ich ganz einfach die Seite markieren, an der ich innerhalb der Geschichte pausieren möchte.
Der Einstieg ist ein wenig herausfordernd, da fast alle Charaktere gleichzeitig eingeführt werden. Da kommt mir besonders die Illustration der Familien zu Beginn zugute.
Relativ schnell habe ich das Gefühl, dass es vor Ein Winter in Schweden – Weihnachten in Småland schon Berührungspunkte der Familien gegeben haben muss. Und tatsächlich sind die Ereignisse von Ein Sommer in Schweden vorausgegangen. Ich kenne dieses Buch leider nicht, daher erschließen sich mir manche Bemerkungen, die ganz klar Bezug zu den Geschehnissen in Ein Sommer in Schweden nehmen, nicht. Anfänglich hat mich das gar nicht gestört, denn der Hauptstrang von Ein Winter in Schweden – Weihnachten in Småland beleuchtet überwiegend schwedische Sitten und Bräuche zur Weihnachtszeit.
So entdecke ich typische weihnachtliche Speisen wie Pepparkakor und Lussekatter, lerne etwas über das Luciafest und den interessanten Julkalender im Fernsehen. Schwedische Sätze und Wörter fließen ganz natürlich in die Geschichte ein und deren Bedeutung ergibt sich meist im Kontext. Auch ist die Weihnachtszeit in Schweden nicht nur durch gemütliche Stunden zu Hause beim Kochen und Spielen geprägt, sondern für die Kinder ebenfalls durch Abenteuer in der weiten Natur.
Im Nebenstrang wird eine kleine Detektivgeschichte erzählt, die sich jedoch scheinbar aus dem ersten Band bis zu diesem Fall spinnt. Ich habe mehrmals das Gefühl, dass mir wichtige Details dazu fehlen, weshalb ich die Ermittlung der Vasa Elche nicht komplett nachvollziehen kann. Das finde ich ein bisschen schade. Daher empfehle ich an dieser Stelle unbedingt vorab Ein Sommer in Schweden zu lesen.
Ein Winter in Schweden – Weihnachten in Småland ist kindgerecht aufgebaut und von einem schönen locker-leichten Erzählstil geprägt. Die Mischung aus Ferienabenteuer, Kinderkrimi und schwedisch-weihnachtlichen Reiseführer gefällt mir sehr gut.
Die Vielzahl an winterlich-farbenfroher und liebevoll umgesetzter Illustrationen von Uta Polster lassen die Erlebnisse von Ole und seinen Freunden visuell werden. Außerdem helfen sie dabei, einige der schwedischen Weihnachtstraditionen besser zu verstehen. Diese werden zwar auch ausführlich von der Autorin beschrieben, aber sie anzusehen, haucht dem Text Leben ein. Uta Polster unterstreicht mit ihren Zeichnungen wundervoll die verschiedenen Atmosphären der Geschichte. Insgesamt wirkt alles sehr heimelig und gemütlich.
Die Kinder sind mir durchweg sympathisch. Die Eltern sind lediglich Nebendarsteller, sodass besonders jüngere Lesende viele Möglichkeiten haben, sich mit den Protagonisten anzufreunden und sich in ihnen wiederzufinden.
Ich begleite die Kinder von der Adventszeit über die Weihnachtstage bis hin ins neue Jahr. So ermöglicht mir Miriam Schaps einen umfassenden Überblick über die verschiedenen Bräuche in Schweden zu dieser Jahreszeit.
Kurz bevor die Ferienzeit in Småland für Ole und seine Familie endet, wird ebenfalls der kleine Kriminalfall aufgelöst. Diesen finde ich nicht ganz so gut durchdacht, aber ich blicke hier auch mit der Erwachsenenbrille aufs Geschehen.
Am Schluss sind noch ein paar schwedische Wörter und ihre deutsche Bedeutung rund um Weihnachten abgedruckt. Die Idee gefällt mir. Gerade als ich das Buch schließen möchte, entdecke ich, dass auch der hintere innere Buchdeckel illustriert ist. Die Idee mit den fünf Bildern in Polaroid Optik, die vor dem Hintergrund eines zugefrorenen Sees liegen, gefällt mir ausgesprochen gut. So schließt sich auch die Geschichte optisch schön ab.
Fazit:
Ein Winter in Schweden – Weihnachten in Småland ist ein stimmungsvolles und kindgerechtes Buch, welches Traditionen und Abenteuer miteinander verbindet. Wer die volle Wirkung genießen möchte, sollte unbedingt zuerst Ein Sommer in Schweden lesen.















