Miriam Toews Das gläserne Klavier

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Inhaltsangabe zu „Das gläserne Klavier“ von Miriam Toews

Elfrieda von Riesen ist eine umjubelte Konzertpianistin, reich, berühmt, verheiratet mit dem Mann, den sie liebt. Ihre Schwester Yoli ist pleite, geschieden und schläft unfehlbar mit den falschen Männern. Unterschiedlicher könnten zwei Schwestern nicht sein. Und doch gibt es niemanden, dem sie näher stünden als einander. Aber Elfrieda will nicht mehr leben. Kurz vor ihrer neuen Welttournee bricht sie zusammen und bittet ihre Schwester um das Unmögliche, bittet sie um diesen letzten Dienst, der bei weitem das übersteigt, was einem Menschen zumutbar ist. Während ihr Agent sie verzweifelt zu erreichen versucht, setzt Yoli alles daran, Elfrieda Kraft und Zuversicht einzuflößen, sie für die Tour fit zu machen. Sie kämpft aus Leibeskräften. Denn wie sollte man einem solchen Wunsch entsprechen? In ihrem neuen Roman erzählt Miriam Toews von der Liebe zweier Schwestern, von einer Familie, die zusammenrückt und mit Witz und Menschlichkeit den Zumutungen des Lebens trotzt. Und ihr gelingt das Unglaubliche: selbst angesichts des Schwersten bringt sie uns zum Lachen.

Eine Geschichte mit Verwirrungen und einem Thema zum Nachdenken!

— Bambisusuu
Bambisusuu

Bedrückend (auf Grund des Themas) aber sehr lesenswert!

— TanyBee
TanyBee

Ein fast handlungsloser Roman über das unablässige Wirken von suizidaler Depression.

— JulesBarrois
JulesBarrois

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  • Zerbrechliches Leben

    Das gläserne Klavier
    YukBook

    YukBook

    05. March 2017 um 09:06

    „Our house was taken away on the back of a truck one afternoon late in the summer of 1979“. So beginnt die englische Fassung dieses Romans von Miriam Toews. Dieser originelle Satz genügte, um mich für den Kauf dieses Buches zu entscheiden. Nun könnte man eine skurrile und vergnügliche Familiengeschichte erwarten. Zum Glück war ich vorgewarnt, dass dem nicht so ist. Ganz im Gegenteil: Die Ich-Erzählerin Yolandi erzählt von der bedingungslosen Liebe zu ihrer selbstmordgefährdeten Schwester Elfrieda, kurz Elf. In Rückblicken erfahren wir, wie sie als Kinder von Mennoniten in der kanadischen Provinz aufwuchsen. Schon immer stand Yoli im Schatten von Elf und deren künstlerischen Begabung. Doch Elf hat das Suizid-Gen des Vaters geerbt und will nicht mehr leben. Nach einem missglückten Selbstmordversuch landet sie in der Psychiatrie eines Krankenhauses.  Yoli lässt uns hautnah erleben, wie schwer es ist, sich in einen Menschen mit Todessehnsucht hineinzuversetzen. Was geht in ihren Köpfen vor? Wie kann man ihre Lebenslust wieder wecken? Während der Krankenbesuche fragt sich Yoli, ob Elf über Gründe nachdenkt, am Leben zu bleiben oder über Möglichkeiten, ihr Leben zu beenden. Dabei hätte sie allen Grund, glücklich zu sein: Sie hat einen Ehemann, der sie über alles liebt, und wird als Konzertpianistin umjubelt. Ist ihr Leben so perfekt, dass sie es nun beenden kann? Yoli dagegen sieht ihre Existenz als gescheitert: sie ist beruflich erfolglos, pleite und und schlägt sich nach zwei missglückten Ehen als alleinerziehende Mutter durch. Und doch legt sie eine unbändige Energie, Hartnäckigkeit und Leidenschaft an den Tag, wenn es darum geht, ihre Schwester am Leben zu erhalten. Während sie überlegt, ob sie Elf nicht in ein gefährliches Land schicken sollte, wo es ums nackte Überleben geht, verlässt sich Elfs Ehemann Nic lieber auf die regelmäßige Einnahme der Medikamente. Auch wenn sie unterschiedlich mit ihrer Situation umgehen, teilen sie doch den Glauben an ein Wunder und die Hoffnung, dass sie doch noch auf Welttournee gehen könnte. Trotzdem erscheint es Yoli zunehmend grausam, jemanden gegen seinen Willen zum Leben zu zwingen. Umso zerrissener fühlt sie sich, als Elf sie bittet, sie in die Schweiz zu begleiten und ihr beim Sterben zu helfen.  Miriam Toews kehrt in diesem autobiografisch geprägten Roman ihr Innerstes nach Außen und zieht uns in ihre widersprüchliche Gedankenwelt hinein. Auch wenn die Geschichte bedrückend und aufwühlend ist, sorgt sie durch witzige und ironische Passagen auch für heitere Momente und bietet mit großer Erzählkraft vielfältige Einsichten in ein ernstes Thema. 

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  • So chaotisch, dass mir die Tiefe abhanden gekommen ist.

    Das gläserne Klavier
    dominona

    dominona

    07. January 2017 um 11:57

    Dieses Buch war einfach überhaupt nicht mein  Fall, auch, wenn mir das Thema an sich gut gefallen hat. Wenn die eigene hochbegabte Schwester öfter versucht sich umzubringen und dann auch noch ausgerechnet dich fragt, ob ihr gemeinsam in die Schweiz fahrt, damit sie sich das Leben nehmen kann, dann beeinflusst das jeglichen Aspekt des Lebens. Allerdings war mir die Protagonistin sehr unsympathisch und die Dialoge haben mich ermüdet.

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  • Die Menschlichkeit des Lebens

    Das gläserne Klavier
    Bambisusuu

    Bambisusuu

    18. June 2016 um 14:05

    Der Roman "Das gläserne Klavier" wurde von der Autorin "Miriam Toews" verfasst und ist im "Berlin-Verlag" erschienen. Ein schöner Roman, der um Liebe zweier Schwestern handelt und der Menschlichkeit des Lebens. Elfrieda von Riesen ist eine umjumbelte Konzertpianisin, reich, berühmt, verheiratet mit dem Mann, den sie liebt. Ihre Schwester Yoli ist pleite, geschieden und schläft unfehlbar mit den falschen Männern. Unterschiedlicher könnten zwei Schwestern nicht sein. Und doch gibt es niemanden, dem sie näher stünden als einander. Aber Elfrieda will nicht mehr leben. Kurz vor ihrer neuen Welttorunee bricht sie zusammen und bitter ihre Schwester um das Unmögliche. Die Autorin Miriam Toews löst mit diesem Buch viele Emotionen und Gedanken aus. Es geht um das Leben, die Verbindung zwischen Geschwister und das Schicksal. Ein Thema, das ein teilweise mehr bedrückt, als aufheitert. Das Buch hat keine richtige Zeitabfolge. Zu Anfang wechseln oft die Ansichten und auch zwischen den Charakteren wird es häufig chaotisch. In diesem Buch werden einige Themen angesprochen, die nicht unbedingt für eine aufheiternde Stimmung sorgen. Dadurch wurde für mich das Buch nach einer bestimmten Zeit etwas träge. Trotzdem hat die Autorin einen anspruchsvollen Schreibstil, den ich sehr interessant finde. Das Thema ist sehr schwer und zugleich bewundernswert, wie die Autorin die Situationen schildert. Miriam Toews ist es gelungen den Leser festzuhalten und ihnen an den Gedanken der Hauptprotagonisten teilzuhaben. Dadurch hatte das Buch für mich interessante Ansätze und hat sich einfach nur teilweise in die Länge gezogen. Aus diesem Grund gebe ich dem Buch eine mittlere Bewertung, da mir eine Handlung von Anfang bis Ende nicht klar wurde und das Buch teilweise sehr chaotisch war. Trotzdem ein interessantes Thema!

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  • Bedrückend und bewundernswert

    Das gläserne Klavier
    Estrelas

    Estrelas

    12. June 2016 um 18:19

    Elfrieda ist eine bekannte Pianistin und will nicht mehr leben. Ihre Familie muss irgendwie damit umgehen. Besonders betroffen von den Selbstmordversuchen ist ihre Schwester Yolandi, die einerseits ihre Schwester unterstützen, andererseits sie nicht verlieren will. "Das Gläserne Klavier" flicht die Familientragödie ein in die Traditionen der kanadischen Mennoniten. Es werden Alltagssituationen geschildert, und es gibt lustige Momente. Dennoch bleibt der Grundtenor bedrückend. Der Einstieg ist nicht ganz leicht, weil die Autorin zwischen Ereignissen verschiedener Protagonisten und Zeitebenen hin- und herspringt, dann auch noch Gedanken untermischt, was zunächst ganz schön chaotisch wirkt. Andererseits passt es gut zu der etwas verrückten Familie. Mit diesem Roman bringt die Autorin auf bewundernswerte Art ein schwieriges Thema mit autobiografischem Hintergrund zur Sprache.

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  • Bedrückend, aber lesenswert!

    Das gläserne Klavier
    TanyBee

    TanyBee

    Yolandi lebt ihr ganzes Leben im Schatten ihrer großen Schwester. Schon als Kind ist sie eine begabte Klavierspielerin und Yoli versucht, wenigstens die Seiten perfekt umzublättern, währen Elfrieda spielt. Später wird Elf eine gefeierte Konzertpianistin und Yoli ist eine alleinerziehende Mutter mit zwei Kindern von verschiedenen Vätern. Und doch will Elfrieda sterben. Sie hat schon mehrere Selbstmordversuche hinter sich. Schließlich bittet sie Yoli mit ihr in die Schweiz zu fahren, damit sie in Frieden sterben kann und dabei nicht alleine sein muss. Das Buch wird erzählt aus der Sicht von Yolandi. Trotz vieler schlimmer Ereignisse im Buch behält sie immer ihren Pragmatismus und einen gewissen Witz. Selbst ihre Zusammenbrüche schildert sie sehr lesenswert. Elf bleibt eigentlich eine Nebenfigur im Buch, auch wenn sich alles um sie dreht. Ich habe das Buch begonnen zu lesen ohne mir vorher große Gedanken zum Inhalt zu machen. Ich muss sagen, dass ich die Handlung dann als sehr bedrückend empfunden habe und es mir oft schwerfiel, wieder zum Buch zu greifen und weiter zu lesen. Das liegt aber überhaupt nicht am Schreibstil, sondern nur am Thema. Für Elfs Depression und Todeswunsch wird kein „Grund“ genannt und als Leser kann man es kaum nachvollziehen. Aber:  so ist es auch in Wirklichkeit, oder? Depressionen haben eben meistens keinen „Grund“. Trotzdem möchte man Elf manchmal einfach schütteln und sagen „Nun reiß dich mal zusammen!“. Umso beeindruckender ist es, wie ihre Familie mit ihr umgeht und wie viel Liebe es dort gibt, obwohl sie schon einige Schicksalsschläge hinnehmen mussten. Die Erzählweise der Autorin hat mich, trotz des schwierigen Themas, bei der Stange gehalten. Es ist, als würde man in Yolis Gedanken eintauchen. Mit allen Gedankensprüngen, Zweifeln, Meinungsänderungen. Obwohl man es kaum erwarten würde, gibt es in diesem Buch viele witzige Stellen und sehr viele liebenswerte Figuren. Bei einem solchen Buch fällt es mir immer schwer, Sterne zu vergeben. Am Anfang war ich sogar versucht, abzubrechen, um Yoli nicht auf ihrem beschwerlichen Weg begleiten zu müssen. Aber: es hat sich gelohnt durch zu halten! Es ist wirklich ein tolles Buch, aber manchmal eine beschwerliche Lektüre. Deswegen gebe ich 4 Sterne. Ich möchte auf jeden Fall noch mehr von der Autorin lesen!

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    • 2
  • Leserunde zu "Das gläserne Klavier" von Miriam Toews

    Das gläserne Klavier
    Berlin_Verlag

    Berlin_Verlag

    Elfrieda von Riesen ist eine umjubelte Konzertpianistin, reich, berühmt, verheiratet mit dem Mann, den sie liebt. Ihre Schwester Yoli ist pleite, geschieden und schläft unfehlbar mit den falschen Männern. Unterschiedlicher könnten zwei Schwestern nicht sein. Und doch gibt es niemanden, dem sie näher stünden als einander. Aber Elfrieda will nicht mehr leben. Kurz vor ihrer neuen Welttournee bricht sie zusammen und bittet ihre Schwester um das Unmögliche, bittet sie um diesen letzten Dienst, der bei weitem das übersteigt, was einem Menschen zumutbar ist. Während ihr Agent sie verzweifelt zu erreichen versucht, setzt Yoli alles daran, Elfrieda Kraft und Zuversicht einzuflößen, sie nicht nur für die Tour wieder fit zu machen. Sie kämpft aus Leibeskräften. Denn wie sollte man einem solchen Wunsch entsprechen? In ihrem neuen Roman erzählt Miriam Toews von der Liebe zweier Schwestern, von einer Familie, die zusammenrückt und mit Witz und Menschlichkeit den Zumutungen des Lebens trotzt. Und ihr gelingt das Unglaubliche: selbst angesichts des Schwersten bringt sie uns zum Lachen.

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    • 38
  • Challenge: Literarische Weltreise 2016

    Euphoria
    Ginevra

    Ginevra

        Liebe Lovelybookerinnen und –booker, habt Ihr Lust, im Jahr 2016 auf Weltreise zu gehen – literarisch gesehen? Dann begleitet mich durch 20 verschiedene Lese- Regionen! Die Aufgabe besteht darin... -  12 Bücher in einem Jahr zu lesen;-   Mindestens 10 verschiedene Regionen auszuwählen (zwei Regionen dürfen also doppelt vorkommen);-   Autor und/oder Schauplatz und/oder eine bzw. mehrere der Hauptfiguren müssen zu dieser Region passen.-   Bitte postet Eure Rezensionen und Beiträge bei den passenden Regionen;-   Auch Buchtipps ohne Rezension sind jederzeit willkommen;-   Am Ende des Jahres zählen Eure 12 Rezensionen - bis zu zwei Kurzmeinungen sind erlaubt!-   Eure Beiträge werde ich verlinken;-   Einstieg und Ausstieg sind natürlich jederzeit möglich;-   Genre und Erscheinungsjahr sind egal:-   Hörbücher, Graphic Novels, Biographien, Krimis, Literatur – bei dieser Challenge ist alles erlaubt!Gut geeignet sind z.B. die Bücher verschiedener Literaturpreise oder Empfehlungslisten (Booker- Preis, Preis des Nordischen Rats, ZEIT- Liste zur Neuen Weltliteratur, usw.).Diese Challenge eignet sich also auch hervorragend dazu, den SuB abzubauen, oder um andere Challenges damit zu kombinieren.Unter den TeilnehmerInnen, die die Challenge erfolgreich beenden, verlose ich am Ende des Jahres drei Bücher aus meinen Beständen - natürlich passend zum Thema!Ich freue mich sehr auf Eure Beiträge und werde zu jeder Region ein Unterthema erstellen, so dass es etwas übersichtlicher wird. Einige Tipps und Empfehlungen werde ich schon mal vorab anhängen - Ihr müsst davon natürlich nichts lesen. Dann wünsche ich uns allen...Bon voyage – Buon viaggio - Have a nice trip - Tenha uma boa viagem - Приятной поездкиСчастливого пути - ¡Qué tengas un buen viaje! -旅途愉快!- すばらしい旅行をなさって下さい。-Gute Reise! TeilnehmerInnen:abaAberRushAmayaRoseAriettaArizonaarunban-aislingeachBellastellaBellisPerennisBibliomaniablack_horseBonniereadsbooksBuchraettinBücherwurmBuchinaCaroasCode-between-linesConnyMc CorsicanaCosmoKramerDaniB83DieBertaDunkelblauElkeelmidiGelindeGinevraGingkoGruenentegstGwendolinahannelore259hexepankiInsider2199IraWirajasbrjeanne1302kopikrimielseKruemelGizmoleiraseleneleseratteneuleseleaLeonoraVonToffiefeelesebiene27leucoryxLexi216189lieberlesen21LibriHollylittleowllouella2209MaritaGrimkeMinnaMminorimiss_mesmerizedmozireadnaninkaNightflowerOannikiOrishapardenPetrisPMelittaMPostboteRyffysameaSchlehenfeeschokolokoserendipity3012Sikalsnowi81StefanieFreigerichtstefanie_skysursulapitschiSvanvitheTalathielTanyBeeTatjana89Thaliomeevielleser18wandablueWanderdueneWedmawerderanerWollywunderfitz

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    Das gläserne Klavier
    JulesBarrois

    JulesBarrois

    02. May 2016 um 07:13

    Das gläserne Klavier - Miriam Toews (Autorin), Monika Baark (Übersetzerin), 368 Seiten, Berlin Verlag (2. Mai 2016), 22 €, ISBN-13: 978-3827012494 Elfrieda, genannt Elf, ist eine reiche, berühmte und umjubelte Konzertpianistin. Trotz allem hat sie das Gefühl zur falschen Zeit geboren zu sein. „ … Samuel Coleridge, der definitiv ihr Liebhaber gewesen wäre, wäre sie auf die Welt gekommen, als sie eigentlich auf die Welt hätte kommen sollen.“ (Seite 13) Sie hat immer wieder versucht, ihr Leben zu beenden. Ihre jüngere Schwester Yolandi, genannt Yoli, pleite und geschieden, sehnt sich danach ihre Schwester am Leben zu erhalten. Beide sind aufgewachsen als Kinder von Mennoniten, geprägt von der Gemeinde, „Staatsfeind Nummer eins war für diese Männer ein Mädchen mit Buch.“ (Seite 19). Trotzdem könnten die beiden Schwestern nicht gegensätzlicher sein. Dreißig Jahre später, kommt alles aus der viel versprechenden Jugend Elfs zum Tragen: Sie ist eine weltbekannte Pianistin mit einem Partner, der sie liebt. Wie konnte sie in einer psychiatrischen Abteilung an ein Krankenhausbett geschnallt landen? Nach einem Selbstmordversuch? Die Fragen nach diesem unergründlichen, dämonenhaften Geheimnis zu beantworten, ringt Yoli in diesem Roman. Warum kann Elf ihr gesegnetes Leben nicht schätzen? Ist sie dadurch vorbelastet, dass schon ihren Vater vor einem Zug sprangen? Ist sie durch das Leiden ihrer Vorfahren geprägt, die vor einem Jahrhundert in Sibirien ermordet wurden? Was lässt einen erfolgreichen, geliebten, sonst gesunden Menschen in der Dunkelheit stranden? Der Roman wechselt zwischen den Kindheitserinnerungen der trotzigen und unabhängigen älteren Schwester und dem Jetzt, wo sie in einem Krankenhaus liegt. Die unbeschwerte Frau wird dieser stoische Frau gegenübergestellt. Miriam Toews legt einen unerträglich traurigen und zur gleichen Zeit unglaublich witzigen Roman vor. Ein außerordentlich lebendiger Roman. Über die widersprüchlichen Wünsche nach Leben und Tod. Sie nimmt uns auch auf eine herzzerreißende Reise durch die emotionale Landschaften ihre Figuren, über die grausamen Gelände der Verzweiflung, in dem Elf gelandet ist. Sie wirft Licht auf die dunkelsten Orte der Seele. Das ganze Buch ist im Grunde eine Beschreibung der Million-und-eine Art und Weise, in der unsere Protagonistin traurig ist. Ein fast handlungsloser Roman über das unablässige Wirken von suizidaler Depression. Eine besondere Gabe von Miriam Toews ist die Fähigkeit, ihre Charaktere sehr komplex zu schichten und formen und dann ihre Charakterisierungen bewusst zu untergraben. Und sie ist in der Lage, in diesem schwierigen Thema über die ultimative Unfähigkeit und die existenzielle Bedeutung. Beschreibungen zu finden, ohne in Plattitüden zu verfallen und auch ohne ausführlich zu philosophieren. Hier zeigt sich die sehr erfahrene Schriftstellerin. Toews zwingt den Leser zu bedenken, dass auch in uns "geheime Mörder lauern", all unsere nihilistischen Gedanken und Impulse als Nebenprodukte unserer Erfahrungen. Sie erreicht mit diesem Roman, wozu wenige in der Lage sind: sie organisiert furchtlos ihre Trauer durch das Schreiben, sie erzeugt eine Fülle von Einsichten und bietet Trost und Empathie mit, all denen von uns, die ihre Erfahrungen teilen. Es gibt kein Urteil oder Schuldzuweisung, es ist einfach eine Hommage an eine geschwisterliche Beziehung. Hier geht es direkt zum Buch auf der Seite des Berlin Verlages http://www.berlinverlag.de/buecher/das-glaeserne-klavier-isbn-978-3-8270-1249-4 Fragen Sie in Ihrer örtlichen Buchhandlung nach diesem Buch. Wenn Sie in meiner Gegend „Landkreis Merzig-Wadern“ leben, dann wenden Sie sich an die Rote Zora: http://www.rotezora.de

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