Mirjam Kristensen

 4.2 Sterne bei 9 Bewertungen

Alle Bücher von Mirjam Kristensen

Ein Nachmittag im Herbst

Ein Nachmittag im Herbst

 (7)
Erschienen am 02.07.2009
Ein reiches Leben

Ein reiches Leben

 (2)
Erschienen am 01.02.2011

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MarliesBhullars avatar

Rezension zu "Ein Nachmittag im Herbst" von Mirjam Kristensen

Beeindruckend... absolut mitreißend.... poetisch
MarliesBhullarvor 5 Jahren

Ein norwegisches Pärchen, Rakel und Hans-Olav, reist in die Ferien nach New York. Der Weg führt sie ins Metropolitan Museum. Rakel lässt ihren faszinierten Mann vor einem großen Gemälde stehen, um schnell auf die Toilette zu gehen. Als sie zurückkommt, ist Hans-Olav verschwunden. Rakel sucht ihn... im Museum.... im Cafe.... im Hotel.... Vergebens! Ein beklemmend erzählter Roman vom Verlust eines geliebten Menschen, der sich beim Verschwinden als großer Unbekannter entpuppt. Die poetische Sprache der hochsensiblen Schreiberin hat mich tief beeindruckt. Sie lässt das Ende offen... man weiß nicht, wohin Hans-Olav verschwunden ist. (eines meiner Lieblingsbücher)

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mehrsonntags avatar

Rezension zu "Ein Nachmittag im Herbst" von Mirjam Kristensen

Rezension zu "Ein Nachmittag im Herbst" von Mirjam Kristensen
mehrsonntagvor 8 Jahren

Ein Besuch in New York, eine Reise zweier Menschen, die anders verläuft, als sie es sich vorgestellt haben. Hans Olav und Rakel haben lange davon geträumt, gemeinsam durch die Straßen der großen unbekannten Metropole zu ziehen, sich in Restaurants nieder zu lassen, ins Theater zu gehen, in die weltberühmten Museen und Galerien, einzutauchen in den Sog der Großstadt, die Atmosphäre zu atmen und sich treiben zu lassen.
Händchenhaltend tingeln sie durch den Central Park, es beginnt zu regnen. Das Metropolitan! Warum sind sie nicht früher darauf gekommen!
Sie geben ihre Jacken an der Garderobe ab, bekommen ein Märkchen für die Abholung. Vor einem Gemälde von de la Tour bleiben sie stehen, verharren. Hans Olav ist fasziniert von der dargestellten Frau, bleibt vor dem Bild stehen. Rakel muss auf die Toiletten, er verspricht gedankenverloren, genau an dieser Stelle auf sie zu warten.
Als Rakel von der Toilette zurück in den Ausstellungsraum tritt, findet sie ihren Mann nicht wieder. Hans Olav ist verschwunden.
Auch nach zwei Stunden, in denen sich Rakel ausschweifende Gedanken macht und die ihr wie Tage vorkommen, ist Hans Olav nicht aufgetaucht. Sie hatten vereinbart, sich nach exakt zwei Stunden, sollten sie sich einmal aus den Augen verlieren (das kann passieren in einer großen fremden Stadt, erscheint bei der Absprache aber nicht realistisch, sie lachen darüber), im Hotel zu treffen.
Rakel spricht mit der Aufseherin im Saal. Nicole steht auf ihrem Namensschild. Rakel spricht mit Nicole, fragt, ob sie ihren Mann gesehen hat. Einen großen Mann, braune Hose, dunkelrotes Hemd - oder war es umgekehrt? Einen Mann mit Bart, der vor diesem Bild gestanden hat.
Ja, sagt Nicole und versucht, ihre Erinnerung in Worte zu fassen, ja, der war da. Und er hat mit einer Frau den Saal verlassen.
Die Realität beginnt, Rakel einen Streich zu spielen, einen üblen Streich.
Sie findet das Hotelzimmer leer. Auch am nächsten Morgen, als sie die Augen vor Angst nicht öffnen will, als sie ahnt, das Hans Olav nicht ns Hotel zurückgekehrt ist, liegt sie allein im Hotelbett.
Sie versucht, sich zu erinnern, was haben sie geplant, wie haben sie sich gefreut, im Taxi vom Flughafen die Hände haltend Pläne gemacht für ihre Ausflüge in die Stadt. Kann es einen Grund geben für Hans Olavs Veschwinden?
Rakels Suche wird unerträglich. Auch ein Antiquar, der ihr verwirrende Geschichten erzählt und ihr die Brieftasche ihres Mannes, die er im Park unter einer Bank entdeckt hat, im Hotel überbringt und Fotos von Toten besitzt, bringt kein Licht in die Dunkelheit, in der sie sich befindet. Langsam beginnt Rakel, die Realität neu einzuschätzen.

Seltsam unpersönlich bleibt die Geschichte von Mirjam Kristensen, nicht wirkliche Sympathieträger sind Rakel und ihr Gatte, der nur auf den ersten Seiten eine tatsächlich handelnde Person in dieser Geschichte ist.
Es kommt trotz der guten Lesbarkeit keine Bindung auf zu Rakel, zu Hanna, einer Freundin ihrer Mutter, die seit 20 Jahren in New York lebt. Die anreisenden Eltern und der Bruder des vermissten Hans Olav bringen nur wenig Schwung in die Seiten. Es passiert nicht viel im Roman "Ein Nachmittag im Herbst". Die Geschichte endet.. offen. Rakel fliegt zurück nach Norwegen und hinterlässt mich, ohne mich wirklich nachhaltig beeindruckt zu haben.

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Claris avatar

Rezension zu "Ein Nachmittag im Herbst" von Mirjam Kristensen

Rezension zu "Ein Nachmittag im Herbst" von Mirjam Kristensen
Clarivor 9 Jahren

Mirjam Kristensen Ein Nachmittag im Herbst
Dörelmann Verlag ISBN 3908777488

Unerwartete Schicksalswende!

Der tiefgründige Schicksalsroman um das Verschwinden eines Ehemannes bieten den Plot zur dieser außergewöhnlichen Geschichte.

An einem ihrer ersten Urlaubstage in New York besuchen die junge Rakel und ihr Mann Hans Olav, die aus Norwegen stammen, das Metropolitan Museum, eines der größten und schönsten Museen der Stadt.
Während des Rundgangs geht Rakel kurz zur Toilette und lässt ihren Mann vor einem großen Gemälde von Georges de La Tour zurück. Dort wollen sie sich gleich wieder treffen. Als sie zurückkommt, kann sie ihren Mann nicht entdecken. Sie sucht, wartet, glaubt an ein Versehen bei der Verabredung,--aber nichts. Ihr Man scheint wie vom Erdboden verschwunden.
Nach anfänglicher Irritation und der Vorstellung, dass es sich um einen schlichten Irrtum handeln muss, macht sich Rakel auf die Suche nach ihm. Als stünde man ganz nahe dabei, sieht man sie hin und her laufen, Fragen stellen, sich umsehen, Verwechslungen auflaufen und schließlich mit schwerem Schritt den Weg ins Hotel nehmen.
Ratlos hin und her gerissen zwischen Hoffnung und Verzweiflung, bangt Rakel um den Verbleib ihres Mannes. Ist ihm etwas zugestoßen? Wohin kann er nur gegangen sein? Wer ist er, wenn nicht der, den sie kennt und schon lange liebt?

Seine Brieftasche findet sich, ein Antiquar hat sie gefunden und ins Hotel gebracht.

Mit ganz feinem Gespür für die Widrigkeiten des Lebens, lässt uns die Autorin Mirjam Kristensen an einer Suche teilnehmen, die in ihrer Einmaligkeit an tiefe Gefühle rührt.
Es werden existenzielle Ängste geweckt, und ein Mensch beginnt, an sich selbst und der eigenen Wahrnehmung zu zweifeln.

Wer kann schon begreifen, was in einem Menschen vor sich geht, der unerwartet vor einem Abgrund steht? Rakel fühlt sich absolut verloren in dem Gedanken, wie sie das Verschwinden ihres Mannes deuten soll!
Sie gerät in einen Zustand der Erstarrung, in dem sie wieder und wieder die gleichen Wege abschreitet und den Antiquar und eine Museumsaufseherin um Hilfe ersucht. Surreale Momente und Bilder folgen, und die Atmosphäre gleitet ab in eine irreale Welt. Doch findet Rakel zurück und beginnt, sich mit ihrem Leid einzurichten.
Der Raum mit den Bildern von Georges de La Tour im MoMA in New York sind Ausgangs -und Endpunkte der Suche.

Obwohl der Roman nicht als Krimi ausgewiesen ist, zeigt er doch die besten Kriterien für einen Psychothriller.
Mit Spannung und Teilnahme folgt man einer Frau, die an sich selbst irre zu werden beginnt, Phantomen hinter her läuft und schließlich ins reale Leben zurück findet.
Fazit: das Leben bietet sonderbare Entwicklungen; nicht alles ist verständlich, was man erlebt, und unerwartete Schicksalswendungen können Menschenleben erschüttern und an den Rand der Zerrüttung treiben.

Einziges Manko ist der sehr kleine Schriftsatz und die überzogen langen Wiederholungen alltäglicher Handlungen im Ablauf der Geschichte.
Insgesamt ist der Roman ausgezeichnet konzipiert, gut übersetzt und bietet spannende und inhaltlich überzeugende Unterhaltung.

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