Mirjam Pressler Ein Buch für Hanna

(24)

Lovelybooks Bewertung

  • 26 Bibliotheken
  • 1 Follower
  • 0 Leser
  • 9 Rezensionen
(20)
(3)
(1)
(0)
(0)

Inhaltsangabe zu „Ein Buch für Hanna“ von Mirjam Pressler

»Pressler berichtet ohne Schnörkel vom Schicksal einer ungewöhnlichen Frau. Sie mutet den jungen Lesern die Wahrheit zu.« Die Welt Hanna ist erst vierzehn, als sie Nazi-Deutschland verlassen muss: Damit beginnt eine Odyssee, die sie zunächst nach Dänemark führt. Von dort wird sie, zusammen mit einer Gruppe jüdischer Mädchen, in das KZ Theresienstadt deportiert. Hanna hat mehr Glück als andere und überlebt das Lager. Neun Jahre später, 1948, gelingt es ihr, nach Palästina auszuwandern, wo sie endlich ein Zuhause findet. Ergreifend, poetisch und auf so intensive Weise, wie es selten in der Literatur ist, erzählt Mirjam Pressler eine Geschichte, die auf wahren Begebenheiten beruht.

Ein überzeugendes und dennoch erschreckendes Jugendbuch über Nazideutschland und das Leben im KZ

— Ecke100
Ecke100

Eine wirklich schöne Geschichte.

— MalaikaSanddoller
MalaikaSanddoller

Eine berührend, nicht schonend und poetisch erzählte Geschichte. Tiefsinnig, spannend und wunderschön- Respekt!

— DancinJOint
DancinJOint

Stöbern in Kinderbücher

TodHunter Moon - FährtenFinder

Fährten Finder, 🌟🌟🌟🌟🌟 eine Leseperle der magischen Art. Das Spin-off meines Lieblingsbuch hat mich nicht enttäuscht.

Septimus

Tuesday und das Jahr ohne Sommer

Toller Abschluss der Trilogie, der sich ganz nebenbei und gelungen mit dem Thema Trauerbewältigung auseinandersetzt. irveliest.wordpress.com

Irve

Saint Lupin´s Academy 1: Zutritt nur für echte Abenteurer!

Spannend und zauberhaft für junge Leser

TJsMUM

Zimt und zurück

Auch "Zimt und zurück" liest sich locker flockig und versüsst einem den Alltag mit viel Humor.

-Favola-

Bobo Siebenschläfer

Ein sehr süßes Buch und für Kindergartenkinder sicherlich genial.

Seelensplitter

Nightmares! - Die Stunde der Ungeheuer

Ein gelungenes, spannendes Ende der Reihe. Ich werde Charlie und die vielen Nachtmahre vermissen.

mareike91

  • Rezensionen
  • Leserunden
  • Buchverlosungen
  • Themen
  • Ein sehr schönes Buch!

    Ein Buch für Hanna
    MalaikaSanddoller

    MalaikaSanddoller

    05. May 2016 um 11:29

    Eine wirklich schöne Geschichte.
    Mann kann sich wirklich sehr gut in Hanna's Situation einfühlen.
    Da hat Pressler mich wieder einmal nicht enttäuscht!

  • Leserunde zu "Wer morgens lacht" von Mirjam Pressler

    Wer morgens lacht
    Daniliesing

    Daniliesing

    Heute erscheint der großartige neue Roman von Mirjam Pressler. In "Wer morgens lacht" erzählt die Autorin mit viel Feingefühl und einer wunderbaren Sprache die Geschichte zweier ungleicher Schwestern. Ein intensives Leseerlebnis ist euch mit diesem Buch garantiert! Mehr zum Inhalt: Anne war erst fünfzehn, als ihre ältere Schwester Marie spurlos verschwand. Doch in Annes Gedanken ist sie geradezu unheimlich präsent. Marie war immer die, die alles bekam. Zu schön, zu besonders und zu willensstark. Anne war immer nur die Vernünftige und Unscheinbare. Jetzt, als Biologie-Studentin – sie forscht über die symbiotischen und parasitären Beziehungen der Pilze -, möchte sie endlich aus Maries Schatten treten. Anne weiß, es gibt nicht nur eine einzige Wahrheit. Und tatsächlich werfen ihre Nachforschungen ein neues Licht auf die beiden Schwestern und ihre Kindheit, die kein Paradies war. --> Leseprobe Zusammen mit dem Beltz & Gelberg Verlag suchen wir 25 Testleser für diesen eindrucksvollen Roman. Dringt gemeinsam mit Anne in die Geheimnisse ihrer Familie ein und lasst euch von der bewegenden Handlung mitnehmen. Für die Testleseexemplare könnt ihr euch bis einschließlich des 21. Juli 2013 bewerben*, wenn ihr die folgende Frage in einem neuen Beitrag beantwortet. In "Wer morgens lacht" sind die Schwestern Anne und Marie sehr unterschiedlich. Habt ihr selbst Geschwister und wenn ja, was habt ihr gemeinsam und was unterscheidet euch? Wenn ihr keine Geschwister habt, verratet uns doch, wie die Schwester / der Bruder eurer Träume sein sollte! *Im Gewinnfall sind eine zeitnahe Teilnahme am Austausch in allen Leseabschnitten sowie das Schreiben einer abschließenden Rezension selbstverständlich.

    Mehr
    • 377
  • Rezension zu "Ein Buch für Hanna" von Mirjam Pressler

    Ein Buch für Hanna
    Ein LovelyBooks-Nutzer

    Ein LovelyBooks-Nutzer

    03. December 2012 um 23:00

    "Ein Buch für Hanna" ist ein Buch über das Mädchen Hannelore und ihre Geschichte zur Zeit der Nazidiktatur. Als gerade einmal 14-Jährige erhält sie 1939 die Möglichkeit mit anderen Jugendlichen Juden das Land zu verlassen und nach Dänemark zu gehen. Wie es ihr in Dänemark ergeht und wie sie dann deportiert wird, erzählt die Autorin auf eine wunderbare Art und Weise. Der Erzählstil an sich ist ein einfacher, jedoch schafft sie es mit mit verschiedenen Mitteln Hannas Leidensgeschichte sehr einfühlsam und doch stark zu erzählen. Ich lese viele Bücher zu diesem Thema, jedoch ist dies eins der sehr wenigen, die es schaffen, dass ich lächeln musste und Tränen in den Augen hatte. Ich bin so begeistert, dass mir etwas die richtigen Worte fehlen. Trotz des Themas der erzählten Geschichte, ist es ein einzigartiges Buch, das man nicht aus den Händen legen möchte. Es ist überwältigend und lässt mcih kaum los.

    Mehr
  • Rezension zu "Ein Buch für Hanna" von Mirjam Pressler

    Ein Buch für Hanna
    miss_mesmerized

    miss_mesmerized

    19. October 2012 um 16:48

    Mirjam Pressler zeichnet den Lebensweg von Hanna nach. Angelehnt an wahre Begebenheiten wird die Geschichte eines jungen, jüdischen Leipziger Mädchens erzählt, die sich mit ihren Freundinnen noch kurz vor den exzessiven Gewaltausbrüchen der Nazis nach Dänemark retten kann. Lebt sie zunächst in einer Art Sommercamp, wo sie trotz der Trennung von der Mutter fast ausgelassen den Sommer genießen kann, wird sie im Anschluss bei einer wohlhabenden Kopenhagener Familie untergebracht, die sie fast wie eine ihrer Töchter behandeln. Die Lage spitzt sich auch in Dänemark immer weiter zu, so dass die Freundinnen schon bald die Stadt verlassen müssen und aufs Land zu Familien ziehen. Da Leben dort ist hart und anstrengend, doch auch hier gelingt es Hanna und ihrer besten Freundin Mira das Beste daraus zu machen. Mit dem Angriff auf das Nachbarland hat das Naziregime auch dort die Situation für die jüdische Bevölkerung unmöglich gemacht und unausweichlich fallen die Mädchen den Soldaten schließlich in die Hände und werden nach Theresienstadt gebracht. Für manche die letzte Station ihres jungen, permanent von Flucht und Angst geprägten Lebens. Die Lebensgeschichte Hannas, sicherlich beispielhaft für viele der damaligen Zeit, geht dem Leser sehr nah. Die Beschreibungen in Theresienstadt sind unglaublich und erschreckend. Schön zu wissen, dass es trotz allem aber auch positive Momente und Erfahrungen gab, die jedoch vielfach in den Personen selbst begründet liegen. Ein nachdenklich Stimmendes Zeugnis der dunkelsten Epoche der deutschen Geschichte.

    Mehr
  • LovelyBooks Adventskalender Türchen 18: "Ein Buch für Hanna" von Mirjam Pressler

    Ein Buch für Hanna
    DieBuchkolumnistin

    DieBuchkolumnistin

    LovelyBooks wünscht allen Lesern am heutigen Adventssonntag eine ruhige und besinnliche Zeit. In unserem Adventskalender wartet in Türchen Nr. 18 ein von Kritikern bereits sehr hoch gelobtes Buch auf Euch - "Ein Buch für Hanna" von Mirjam Pressler aus dem BELTZ Verlag: ---------------------------------------------------------------------------------------------------------------- Die 14-jährige Hanna Salomon hasst den Spitznamen »Püppchen«, er macht sie so klein, wie sie sich selbst oft fühlt. Als sie im Sommer 1939 Deutschland zusammen mit anderen Mädchen verlässt, heißt es: »Ihr seid die Glücklichen, die Auserwählten!« Das Ziel ist Palästina, mit Zwischenstation Dänemark. Dort, auf dem Land, bei der alten Bente, gibt es zwar keine Palmen und das Meer ist nicht so blau wie in Andersens Märchen, aber man ist sicher vor den Nazis. Was ein Irrtum ist. Zusammen mit den Mädchen Mira, Bella, Rosa, Rachel und Sarah wird Hanna nach Theresienstadt deportiert. Eine Notgemeinschaft. „Aufgeben gilt nicht“, hat Mira immer gesagt, „das Leben geht weiter.“ Hanna hat mehr Glück als andere und überlebt das Lager. Erst neun Jahre später, 1948, gelingt es ihr, nach Palästina auszuwandern, wo sie endlich ein Zuhause findet..... Pressestimmen: »Hannas Geschichte ist gnadenlos traurig und unendlich hoffnungsvoll zugleich.« Lesefrüchte im WDR 5 »Mirjam Pressler entwickelt in dieser Geschichte eine erzählerische Intensität, die der Gefühlswelt der jugendlichen Hanna entspricht. Ein gelungener Balanceakt zwischen literarischer Distanziertheit und unvermittelter Sentimentalität.« Süddeutsche Zeitung »Pressler berichtet ohne Schnörkel vom Schicksal einer ungewöhnlichen Frau. Sie mutet den jungen Lesern die Wahrheit zu.« Die Welt Leseprobe und weitere Informationen: http://www.beltz.de/de/kinder-jugendbuch/beltz-gelberg/titel/ein-buch-fuer-hanna.html ---------------------------------------------------------------------------------------------------------------- Fünf Exemplare dieses dramatischen und dennoch poetischen Jugendbuchs verlosen wir zusammen mit dem BELTZ Verlag. Bitte postet uns dazu bis zum 31.12.2011, welche Bücher Ihr zu diesem Thema bereits kennt bzw. als besonders gut umgesetzt empfandet (wie z.B. "Das Tagebuch der Anne Frank") und warum es weiterhin so wichtig ist dieser Zeit zu gedenken und dies auch an Jugendliche zu vermitteln.

    Mehr
    • 109
  • Rezension zu "Ein Buch für Hanna" von Mirjam Pressler

    Ein Buch für Hanna
    walli007

    walli007

    02. September 2011 um 09:38

    Gegen das Vergessen Fast könnte man sagen, Hanna (eigentlich Hannelore) hätte Glück gehabt, denn sie hat überlebt. Doch mit wie viel Schmerz und Leid wurde das bezahlt. Bereits in den einleitenden Sätzen schreibt die Autorin, es könne kein Buch über Hanna geben, da Hanna im Jahr 2006 gestorben ist, bevor die Autorin auf den Gedanken kam, ihr die richtigen Fragen zu stellen. Deshalb sei es nun ein Buch für Hanna geworden. So gibt es aber doch eine Anlehnung an die Realität, die das Buch auf mich noch nachdrücklicher wirken ließ. Hanna (14) wird von ihrer Mutter schweren Herzens nach Dänemark geschickt. Von dort aus soll sie eigentlich nach Palästina gebracht werden, ins heilige Land. Doch durch den zweiten Weltkrieg werden alle Pläne durchkreuzt. Und mehrfach wird Hanna bei anderen Leuten einquartiert, dabei hat sie das Glück zu guten Leuten zu kommen, die sie nicht als Jüdin diskriminieren. Auch unter den Mädchen, die mit ihr auf den Weg gegeben wurden, findet sie Kameradinnen. Doch irgendwann ist das Glück aufgebraucht und sie wird gemeinsam mit einigen anderen aus ihrer Gruppe nach Theresienstadt deportiert. Sehr eindringlich beschreibt die Autorin die vielen Verluste, die Hanna auf ihrem Weg erleiden muss. Das fängt schon mit ihrer älteren Schwester an, die ihr nach Palästina voraneilt. Ihre Mutter, die traurig und mutlos in Leipzig zurückbleibt. Die verschiedenen Menschen, die sie aufgenommen haben. Und die vielen, die in die Vernichtungslager gebracht wurde oder die in Theresienstadt an Entkräftung sterben. Besonders Mira, die ihr immer Mut gemacht hat und ihr eingebleut hat, nie aufzugeben, schafft es nicht. Als dann endlich Rettung naht, können sich die Überlebenden nicht richtig freuen, ist doch der Gedanke an die Verstorbenen oder Vermissten immer da. Wieviel Leid wurde doch durch Hitler und das dritte Reich unter die jüdischen Menschen gebracht. Immer, wenn ich darüber lese, kann ich nicht begreifen, wie so eine "Herrenklasse" sich dermaßen unmenschlich verhalten kann, wie sie allen Hass auf Minderheiten insbesondere die Juden konzentrieren kann und deren Auslöschung bis zum Letzten verfolgt. Verstehen werde ich es wohl nie, das will ich auch gar nicht. Doch befassen werde ich mich immer wieder mit dem Thema und inständig hoffen, dass dergleichen nie wieder geschieht. Dieses Buch hat mich mit Trauer erfüllt. Aber auch mit Hoffnung, wegen der wenigen, die überlebten und in eine Zukunft blicken konnten.

    Mehr
  • Rezension zu "Ein Buch für Hanna" von Mirjam Pressler

    Ein Buch für Hanna
    Buchhandlung_Schmitz_Junior

    Buchhandlung_Schmitz_Junior

    27. August 2011 um 19:19

    »Los, Hanna, du schaffst das. Aufgeben gilt nicht«, flüsterte Mira und legte ihr die Hände auf die Schultern. Vielleicht sind dies die Worte, die Hanna tatsächlich am Leben halten. Das jüdische Mädchen, das erst vierzehn Jahre alt ist, als sie Deutschland, das von den Nazis beherrscht wird, 1939 gemeinsam mit acht weiteren jüdischen Mädchen, verlassen muss. Alle wollen sie nach Palästina, in das verheißungsvolle Land ihrer Väter. Doch ihr Weg führt sie nach Dänemark, wo das Meer zwar nicht so blau ist, wie Hanna es in den Märchen von Hans Christian Andersen gelesen hat, aber die Hoffnung auf Überleben ist größer als die Angst. Die Deportation in das Konzentrationslager Theresienstadt ändert alles und Hanna werden die Jahre ihrer Jugend auf brutalste Weise genommen. Doch sie hat Freundinnen, die ihr Schicksal teilen und Glück. Das Glück zu Überleben. Als Sandra vor einigen Wochen zu mir sagte: »Hanna, da liegt noch ein Buch für dich«, war ich erst ganz schön stutzig. Aber sie hat Recht behalten. »Ein Buch für Hanna« ist für mich mehr als ein Roman, dessen Protagonistin zufällig auch Hanna heißt. Er ist ein Stück Geschichte, die zu Herzen geht, poetisch und unglaublich ehrlich zugleich. Das Schicksal eines jüdischen Mädchens, das ihren ganz eigenen Weg finden muss, in einer Zeit, in der nicht nach Sinn oder Gerechtigkeit gefragt werden durfte, schon gar nicht, wenn man Jüdin war, hat mich sehr berührt. Mirjam Pressler ist es wieder einmal hervorragend gelungen, die Geschichte eines jungen Menschen zu umreißen, die von Abschiednehmen, Erwachsenwerden, unermesslichem Leid und Angst geprägt ist, ohne dass es belehrend, geschönt oder altklug klingt. Es gibt viele Bücher über die Nazi-Vergangenheit Deutschlands. Dieses gehört zu denen, die gelesen werden müssen. Ab 13 (Hanna Buiting)

    Mehr
  • Rezension zu "Ein Buch für Hanna" von Mirjam Pressler

    Ein Buch für Hanna
    sarahsbuecherwelt

    sarahsbuecherwelt

    21. June 2011 um 10:16

    Der zweite Weltkrieg und die damit verbundene Verfolgung von Juden ist ein düsterer Bestandteil der deutschen Geschichte. Damit auch die nachwachsenden Generationen diese Zeit nicht vergessen, gibt es zahlreiche Kinder- und Jugendbücher, die Aufklärung leisten. Dazu zählt auch das neue Werk von Mirjam Pressler. Mirjam Pressler erzählt die Geschichte der damals 14jährigen Hannelore, die als Jüdin 1939 aus Deutschland nach Dänemark fliehen kann. Unter ihrem neuen Namen Hanna lebt sie glücklich in Kopenhagen bei einer netten jüdischen Familie bis Hitler 1940 in Dänemark einfällt. Von Kopenhagen wird sie auf die Insel Fünen gebracht, wo sie wie andere jüdische Flüchtlinge auf einem Bauernhof unterkommt. Für Hanna eine glückliche, aber auch schwere Zeit, die mit einem dramatischen, nächtlichen Abtransport ins KZ Theresienstadt endet. Hier muss sie, zusammen mit ihren Freundinnen, ums nackte Überleben kämpfen. Ein Kampf den nicht jede gewinnt. Mit einem kleinen Vorwort stimmt Mirjam Pressler den Leser auf dieses bewegende Schicksal ein. Sie möchte mit ihrer kleinen Einleitung aufzeigen, dass es sich keineswegs um eine fiktive Geschichte handelt, sondern die Erinnerungen und Erlebnisse einer realen Person sind. Mirjam Pressler lernte die 2006 verstorbene Hanna vor über 30 Jahren in einem Kibbuz kennen. Dort freundeten sich beide an und nach dem Tod von Hanna kam der Autorin die Idee, die Erlebnisse von Hanna für die Nachwelt festzuhalten. Es ist daher keine exakte Biographie, aber gibt im Großen und Ganzen die Jugendjahre zwischen 14 und 20 von Hanna wieder. Mit diesem Wissen im Hinterkopf wird das Buch mit ganz anderen Augen gelesen, denn stets ist dieser biographische Aspekt gegenwärtig. Das Buch beginnt mit dem Bescheid, dass Hannelore ihre Sachen packen darf, um nach Dänemark auszuwandern. Auf den ersten Blick eine unpassende Stelle, die sich aber mit einigen Rückblenden und Anmerkungen schnell aufklärt. Trotzdem kommen zuerst die Fragen auf, warum eine Jüdin nach Dänemark auswandern will, im welchen Jahr man sich aktuell befindet und wer genau diese Hannelore ist, schließlich war vorab nur von Hanna die Rede. Wer sich informieren will und nicht blindlings in die Handlung gestoßen werden will, findet am Ende des Buches eine Zeitleiste, welche die groben Jahreszahlen und wichtigen Ereignisse noch einmal zusammenfasst. Dort befindet sich auch das Glossar mit den wichtigen Erklärungen von jüdischen Begriffen. Trotz einiger Fragen kommt der Leser schnell in die Handlung hinein. Die groben Züge sind bekannt und die restlichen Informationen werden zügig geliefert, sodass Hannelore, die später zu Hanna wird, bald ein lebendiges Bild entstehen lässt. Mirjam Pressler lässt eine für diese Zeit authentische Hanna entstehen, die der Leser nachvollziehen kann und sofort ins Herz schließt. Nach rund 60 Seiten sind alle Fragen geklärt. Man befindet sich in Dänemark im Jahre 1939 und kennt die Familiengeschichte von Hanna. Dabei verwendet die Autorin einen faszinierend, einfachen und doch authentischen Stil. Die Bedenken, die viele Leser und Nicht-Leser solcher Werke haben, dass hier auf die Tränendrüse gedrückt wird, kann ich komplett zerstreuen. Mirjam Pressler legt, wie ich finde, einen bildhaften, aber fast sachlichen Stil an den Tag. Emotionen, Ängste, Situationen und Gedanken werden glaubwürdig vermittelt ohne das unnötige Details es ausschmücken oder in die Länge ziehen. Man fühlt das Gewicht ihrer Worte, ohne dass sie viel sagen muss. Durch diesen interessanten Stil merkt man gar nicht, wie die Zeit vergeht. Wäre nicht stets die Gefahr durch Hitler gegenwärtig, könnte man Hanna für ein ganz normales Mädchen halten. Sie verliebt sich, lernt den ersten Herzschmerz kennen, muss hart arbeiten, aber hat auch zahlreiche schöne Erlebnisse. Auch an diesen Dingen erkennt der Leser, dass es keinesfalls auf Tränen und Mitleid ausgelegt ist. Erst als es ab Seite 170 ins KZ geht, realisiert der Leser das gesamte Ausmaß. Auch dort schockiert Mirjam Pressler auf eine sachliche Art. Sie selbst hat es nicht erlebt und die wahren Gefühle, ohne Mitleid zu erwecken, kann nur ein Betroffener schildern. An einigen Stellen, wie zum Beispiel der Zusammentrieb im Kessel, sind mir persönlich etwas zu nüchtern geschrieben. Ich erfahre was passiert, kann die Emotionen erahnen und mit fühlen, aber nicht lesen. In einigen Momenten, wie in diesem, fehlt es mir dann doch. Unterbrochen wird die Handlung regelmäßig von kleinen Zitaten, die sich mit den Märchen von Christian Andersen beschäftigen. Nicht nur Zitate, sondern auch kurze Inhaltsangaben werden regelmäßig von Hanna, die die Märchensammlung als einziges Buch aus Deutschland bei sich hatte, eingebaut. Sie zeigen, wie sehr sich ein teilweise 17jähriges Mädchen, an solch glückliche Geschichten klammert. Auf der anderen Seite wirken sie manchmal recht kindlich und wirft die Frage auf, warum auch andere Leute in ihr eher das Kind, als die Frau sehen. Neben den manchmal überflüssigen Märchen melden sich auch andere Personen, wie die Mutter oder eine Freundin zu Wort. Aus der Perspektive dieser Person wird in kursiver Schrift die aktuelle Situation beschrieben. Wenn man bedenkt, dass einige Personen verstorben sind und nicht jede die Autorin kannte, sind dies eher fiktive Ideen, die zwar die Situation verständlicher machen, aber auch fehlen dürften. Durch den eigenen Stil eignet sich das Buch sowohl für junge als auch ältere Leser. Aus diesem Grund kann ich das Buch auch für Schulen empfehlen. Es zeigt eine jüdische Verfolgung, die nicht in einem Kellerloch beginnt oder im KZ endet, sondern sachlich verschiedene Perspektiven aufzeigt, die sich teilweise von den Berichten polnischer oder niederländischer Juden unterscheiden. Ich empfand dieses Buch trotz der Märchen und des manchmal zu sachlichen Stils als sehr lehrreich. Man erfährt genügend über die geschichtlichen Fakten, die damalige Zeit und die Menschen. ===Bewertung=== Mirjam Pressler ist mit ihrem neusten Werk ein geschichtlicher Beleg gelungen, der bildhaft und doch sachlich die biographischen Jugendjahre der inzwischen verstorbenen Hanna festhält. Ohne wenn und aber kann ich hier fünf Sterne vergeben.

    Mehr
  • Rezension zu "Ein Buch für Hanna" von Mirjam Pressler

    Ein Buch für Hanna
    Ein LovelyBooks-Nutzer

    Ein LovelyBooks-Nutzer

    17. April 2011 um 20:37

    - Still, ein jüdisches Kind darf nicht auffallen. - Helene und Hannelore leben gemeinsam mit ihrer Mutter, die den Unterhalt der Familie mithilfe von Näharbeiten sichert, in Leipzig. Der Vater ist schon vor einigen Jahren gestorben und Hannelore kann sich schon gar nicht mehr recht an ihn erinnern. Als die Nationalsozialisten an die Macht gelangen, wird die Situation für die drei Frauen immer schlechter. Als der Bund (ein Zusammen- schluss verschiedener jüdischer Jugendbünde) daher den Vorschlag macht, Helene auf eine Ausreise nach Palästina vorzubereiten, stimmt ihre Mutter schweren Herzens zu. Und tatsächlich gelingt ihr der Plan und sie kann ein neues Leben beginnen. Auch Hannelore bereitet sich auf eine Übersiedlung vor und lernt in verschiedenen Einrichtungen wichtige Fertigkeiten, die sie für ihr Leben in einem Kibbutz gebrauchen kann. Als sie gerade mit anderen Mädchen auf einem Feld arbeitet, erhält sie die Nachricht, dass sie zu den Auserwählten zählt, die Deutschland verlassen können. Allerdings geht es nicht in das erhoffte Land, sondern zunächst nach Dänemark. Ihre Mutter stimmt auch hier widerwillig zu. Hannelore überlegt sogar ihrer Mutter zuliebe in Leipzig zu bleiben. Die Vernunft siegt aber und sie begibt sich schon einen Tag später zum Bahnhof, wo sich gelichzeitig mehrere Mädchen von ihren Familien verabschieden müssen. Gemeinsam bilden sie von nun an eine Schicksals- gemeinschaft und durchleben zusammen die schwersten Jahre ihres noch so jungen Lebens. Dabei gehen Hannelore, die von nun an Hanna heißt, immer wieder zwei Sätze durch den Kopf: "Still, ein jüdisches Kind darf nicht auffallen!" und "Aufgeben gilt nicht!" Diese Aussagen oder besser Aufforderungen werden zu ihren Lebensprämissen und beeinflussen ihr Handeln, ganz egal wo sie sich befindet. Bisher gab es für mich nur einen wirklich guten Jugendbuchautor, der wunderbar über historische Themen schreiben kann: Klaus Kordon. Doch nachdem ich nun Mirjam Pressler kennen gelernt habe, muss ich mein Urteil revidieren. Sie erzählt mit "Ein Buch für Hanna" eine wunderbare Geschichte, die von einer jungen Jüdin und ihrem Leben im Nationalsozialismus handelt. Dieses Thema wurde schon in zahlreichen Jugendbüchern behandelt und der Plot ist dabei häufig sehr ähnlich. Nicht so in diesem Werk. Die Geschichte ist völlig anders. Sie ist ruhig, mit wenigen kritischen Momenten und doch sitzt das Grauen immer hinter den eigentlichen Wörtern. Man spürt schon fast den Atem einer anderen Person im Nacken, die den Leser beobachtet, aber nicht aus ihrer Deckung tritt. Die Angst ist allgegenwärtig und trotzdem sind die Handlungen der Protagonisten meist alltäglich. Es muss erst wieder in das Bewusstsein gebracht werden wie das Leben aussehen könnte und was Hanna alles nicht machen kann. Sie erträgt ihr Schicksal mit so viel Kraft und Mut, dass man sie nur bewundern kann. Gleichzeitig hält sie sich aber für ein kleines graues Mäuschen, das nur nicht auffallen will. Ihr ist gar nicht klar was für eine Leistung sie vollbringt. Genauso ruhig wie die Handlung meist verläuft, ist auch die Sprache der Autorin. Man fühlt sich sanft gestreichelt von den Wörtern und tief berührt. Jedes Kapitel steckt voller unterschwelliger Weisheiten und wenn sich einzelne Figuren in einer Art Brief zu Wort melden, werden die Sätze noch gefühlvoller und schmerzlicher. Das vergießen von Tränen lässt sich beim Lesen nicht verhindern und zeigt wie tief die Geschichte in die eigene Seele eindringt. Ich habe mit Hanna gelitten, geweint, gelacht und gezittert. Und nach den gemeinsamen Stunden kann ich nur sagen: Dieses Buch muss man lesen!

    Mehr
  • Rezension zu "Ein Buch für Hanna" von Mirjam Pressler

    Ein Buch für Hanna
    Sternenstaubfee

    Sternenstaubfee

    16. April 2011 um 16:04

    1939: Hannelore ist ein 14-jähriges jüdisches Mädchen, das gemeinsam mit ihrer Mutter in der Nähe von Leipzig wohnt. Das Leben wird für Juden immer schwerer in Deutschland, und so fährt Hannelore mit einer Jugendgruppe gemeinsam nach Dänemark. Dort leben sie zunächst in einem Camp und werden dann bei verschiedenen Familien in Kopenhagen untergebracht. Als es auch in Dänemark immer gefährlicher für Juden wird, gelangt Hannelore - die inzwischen ihren Namen in "Hanna" ändern lassen mußte - auf eine dänische Insel. Doch auch dort gibt es keine Sicherheit mehr, und letztendlich wird Hanna ins KZ Theresienstadt gebracht. Sie hat noch Glück im Unglück, denn ihre Freundinnen aus Deutschland sind bei ihr. In Theresienstadt erleben die Mädchen die Hölle auf Erden und müssen mit der ständigen Angst leben, in ein Vernichtungslager gebracht zu werden... * Meine Meinung * Mirjam Pressler ist es gelungen, mit "Ein Buch für Hanna" ein ganz außergewöhnliches Buch zu schreiben! Ich hatte beim Lesen oft Tränen in den Augen, und das kommt wirklich selten bei mir vor. Es hat mich tief berührt, dieses Buch! Diese Geschichte zu lesen und zu wissen, daß es nicht nur eine Geschichte ist, sondern daß es genau so tatsächlich hätte gewesen sein könnnen! Vielleicht gab es ein Mädchen wie Hanna, die es so oder ähnlich erlebt hat! Das macht dieses Buch noch faszinierender und ich bin einfach nur dankbar, daß ich damals nicht gelebt habe! Das Mädchen Hanna in diesem Buch ist so lebendig, so mutig und stark. Die Autorin hat beim Schreiben dieses Buches an ihre Freundin gedacht, die tatsächlich im KZ war und überlebt hat. "Ein Buch für Hanna" ist außergewöhnlich, es ist ehrlich und offen, dabei überhaupt nicht rührselig oder kitschig. Sie erzählt in einfachen und nachvollziehbaren Kapiteln, wie das Leben für Hanna war, was sie für Gefühle, Sorgen und Ängste hatte. Dieses Jugendbuch sollten auch erwachsene Leser lesen; es lohnt sich wirklich!

    Mehr
  • Rezension zu "Ein Buch für Hanna" von Mirjam Pressler

    Ein Buch für Hanna
    WinfriedStanzick

    WinfriedStanzick

    15. April 2011 um 10:53

    Dieses wunderbare Buch hat die Schriftstellerin Mirjam Pressler geschrieben für ihre Freundin über dreißig Jahre, Hanna B., eine Überlebende des Holocaust, die sie seit drei Jahrzehnten in einem Kibbuz im oberen Galiläa fast jedes Jahr besucht hat. Als Hanna B. 2006 starb, konnte Mirjam Pressler, wie sie in einem Vorwort schreibt, nicht aufhören, an diese tapfere und aufrechte Frau zu denken. Gerne hätte sie ihr ganzes Leben beschrieben, aber dazu hatte sie zu wenig mit ihr über ihr Leben gesprochen. Und so hat sie sich letztes Jahr entschlossen, ein „Buch für Hanna“ zu schreiben, in das einiges von Hanna B.`s Leben eingeflossen ist, das ansonsten aber eine Fiktion ist. Eine Geschichte, die zeigen möchte, wie eine junge Frau, nach allem, was sie als Jüdin auf der Flucht vor den Nazis, im KZ und nach der Befreiung auf dem jahrelangen mühevollen Weg bis nach Israel, der „Heimstatt aller Juden“ erlebt hat, eine so ungewöhnliche Frau werden konnte, „freundlich und sanftmütig mit einem guten, mitfühlendem Herzen“, a mentsch eben. Mirjam Pressler erzählt die Geschichte eines jüdischen Mädchens aus Deutschland, Hanna, das zusammen mit anderen in Kursen sich vorbereitet auf die Ausreise nach Israel. 1936 schon hat ihre Schwester Helene diesen Schritt gewagt. Doch die Bedrohung durch die Nazis wird immer schlimmer, und eine ganze Gruppe von Mädchen wird nach Dänemark in Sicherheit gebracht, wo sie zunächst in einer Art Camp zusammenleben, um sich dort weiter vorzubereiten und zu lernen, und, als es auch dort zu gefährlich wird, bei dänischen Familien versteckt werden. Denn Hitler hat nach Frankreich, den Niederlanden und Luxemburg, auch Dänemark und Norwegen überfallen. Während die Norweger sich lange wehren, kapituliert der dänischen König sofort, was für die dänischen Juden zunächst eine Entlastung bringt. Doch Hanna und ihre Freundinnen, alle von Mirjam Pressler zart und einfühlend geschildert, werden irgendwann verhaftet und nach Theresienstadt gebracht. Dort erleben sie die Hölle. Die robuste Mira, die über Jahre die Mädchen immer wieder zum Durchhalten aufgefordert und damit nicht unwesentlich zu ihrem Überleben beigetragen hat, stirbt an einer Lungenentzündung. Doch auch Hanna, die seit ihrer Kindheit die Märchen von Hans Christian Andersen liebt, gelingt es immer wieder, sich an die Märchen erinnernd und Teile davon erzählend oder für sich selbst memorierend, andere aufzumuntern und sie zu trösten. Mirjam Pressler fügt die Geschichte Hannas ein in viele historische Tatsachen. Sie lässt sie Menschen begegnen, etwa dem Rabbiner Leo Baeck, deren Aufenthalt in Theresienstadt dokumentiert ist. Auch ihre Entlassung aus dem KZ zusammen mit 500 anderen dänischen Juden noch vor Kriegsende ist angelehnt an ein tatsächliches Geschehen. Wie können Menschen ein solches Leid, wie können sie eine solche Erniedrigung und Schändung ihrer Menschenwürde ertragen und dennoch Menschen bleiben, die das Lieben nicht verlernen und die Solidarität miteinander nicht vergessen? Dies ist das geheime Thema eines bewegenden, mit bewundernswerter literarischer Empathie geschriebenen Romans, der auf das Beste geeignet ist, mit Hilfe einer Protagonistin, deren Leben zwischen dem 14. und dem 20. Lebensjahr beschrieben wird, eine gestohlene Jugend, wie die Ärztin sagt, die Hanna nach der Befreiung in Dänemark behandelt, heutigen Jugendlichen, die immer weniger wissen, von dem was nach 1933 mit den Juden in Deutschland geschehen ist, etwas davon zu vermitteln. Mirjam Pressler schafft es, bei allem Bösen, was sie schildern muss, das Gute, die Liebe und die Solidarität als menschliche Werte zu beschreiben, die auch für uns heute eine Bedeutung haben. Der Roman fesselt seinen Leser von der ersten Seite an, er lässt mitfühlen und leiden, zeigt aber auch etwas von jenem Geheimnis, dass die historische Hanna B. „ a mentsch“ werden ließ. Ich kann das Buch für alle Jugendlichen ab 14 Jahren, aber auch jedem Erwachsenen nur empfehlen.

    Mehr