Mirjam Pressler Golem stiller Bruder

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Inhaltsangabe zu „Golem stiller Bruder“ von Mirjam Pressler

'Berührend und unheimlich!' Neue Zürcher Zeitung 'Spannend und zugleich ergreifend.' Generalanzeiger Bonn 'Ein literarisches Ereignis!' Die Zeit Prag um 1600: Der 15-jährige Jankel lebt bei seinem Großonkel, dem berühmten Rabbi Löw. Alles wäre gut, nur der stumme Mitbewohner unter dem Dach ist Jankel unheimlich: Josef ist Synagogendiener und eine Ausgeburt an Hässlichkeit und Stumpfsinn. Josef, so erfährt Jankel, ist ein Golem, den Rabbi Löw aus Lehm geschaffen hat. Mit seinen übermenschlichen Kräften schützt er die Juden immer wieder vor Übergriffen aufgehetzter christlicher Bürger. Und obwohl Josef kein Mensch ist, schließt Jankel ihn in sein Herz - eine Freundschaft, die ein tragisches Ende findet.

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  • Rezension zu "Golem stiller Bruder" von Mirjam Pressler

    Golem stiller Bruder
    angelinagoescultural

    angelinagoescultural

    18. February 2012 um 21:37

    um 1600. nachdem der vater von einer seiner vielen reisen nicht zurückgekehrt ist und seine tante schejndl krank darnieder liegt, machen der 15-jährige jankel und seine kleine schwester rochele sich den weg nach prag. dort lebt in der judenstadt ein entfernter onkel, der große rabbi löw, welcher die beiden bei sich aufnimmt. jankel arbeitet fortan in der bäckerei mendels, wo er den rothaarigen geschichtenerzähler schmulik kennenlernt, der sein bester freund wird. die beiden geschwister gewöhnen sich an das leben in der großen stadt und fühlen sich dort mehr und mehr zuhause. doch gibt es etwas, vor dem jankel sich fürchtet: der hünenhafte mitbewohner im hause seines onkels, eine grobschlächtige gestalt, die nicht zu sprechen versteht und mit niemandem in der familie in engerem kontakt steht. eines tages hält jankel seine neugier nicht mehr aus und schleicht sich auf den dachboden, wo der merkwürdige fremde untergebracht ist. dort findet er ihn auf dem boden liegend und wie tot, was ihn in angst und schrecken versetzt. doch noch größer ist sein schrecken als josef, wie er von allen genannt wird, am nächsten tag zu neuem leben erwacht die treppe herabsteigt und das haus verläßt. jankel berichtet schmulik von den beunruhigenden erlebnissen und dieser weiht ihn ein in das geheimnis der existenz dieses wesens: josef ist ein golem, aus lehm erschaffen allein zu dem zweck, die juden der stadt in der not zu verteidigen. und leider werden schon bald seine dienste benötigt, als nämlich die christen von der anderen seite der stadt wie schon so oft einen der ihren des mordes an einem christenkind bezichtigen und sie sich der gefahr von pogromen ausgesetzt sehen. jankel wir gemeinsam mit josef fortgeschickt, die unschuld des angesehenen reb meisl zu beweisen und auf dieser reise entsteht eine unerwartete und besondere freundschaft zwischen den beiden, die im zuge der weiteren ereignisse ein jähes und schreckliches ende findet. mirjam pressler zeichnet ein derart lebhaftes und anschauliches bild der prager judenstadt im 16. jahrhundert, dass man das gefühl hat, neben jankel durch die straßen zu gehen, schmulik und der schönen fejgele von angesicht zu angesicht gegenüber zu stehen und einen realistischen einblick in das damalige jüdische leben und die gefahren, von denen dieses täglich bedroht wurde, zu bekommen.

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  • Rezension zu "Golem stiller Bruder" von Mirjam Pressler

    Golem stiller Bruder
    HeikeG

    HeikeG

    15. August 2008 um 12:06

    Gut und Böse, Licht und Finsternis Mirjam Pressler zeigt jungen Lesern auf kindgerechte Art die Dialektik des Lebens Eine der wichtigsten deutschen, mehrfach prämierten Jugendbuchautorinnen hat mit ihrem neuen Buch Golem stiller Bruder einen Fantasy- und Entwicklungsroman mit historischem Hintergrund und jüdischem Thema vorgelegt. Prag schöpft seinen Reiz aus der Gleichzeitigkeit von Vergangenheit und Gegenwart, von Phantasie und Wirklichkeit. Die Stadt war über Jahrhunderte Zentrum des europäischen Judentums. Hier entstand ein jüdisches Ghetto, hier wurden sagenumwobene Synagogen gebaut - wie die Alt-Neu-Synagoge, bei deren Bau der Legende nach Grundsteine des zerstörten Tempels von Jerusalem verwendet wurden. In die "goldene Stadt" des 16. Jahrhunderts, schickt Mirjam Pressler den fünfzehnjährigen Jankel und seine kleine Schwester Rochele. Ihre Mutter ist tot, der Vater kommt von einer Reise nicht mehr nach Hause, und als schließlich ihre Tante krank wird, verlassen die Kinder ihr Heimatdorf Mořina und machen sich auf einen langen beschwerlichen Fußmarsch nach Prag zu ihrem Onkel, dem Hohen Rabbi Löw, einem berühmten und bedeutenden jüdischen Gelehrten. Tausend neue Erlebnisse stürzen auf den Jungen in der Judenstadt ein. Jankel beginnt beim Bäcker Mendel zu arbeiten, wo er auch Schmulik kennenlernt, mit dem ihn schon bald eine tiefe Freundschaft verbindet. Schmulik ist ein begnadeter Geschichtenerzähler. Durch ihn wird er und auch der junge Leser mit jüdischer Geschichte und jüdischem Alltag vertraut gemacht. Doch unbeschwert ist das Leben im mittelalterlichen Prag für die jüdische Gemeinschaft nicht. Immer wieder werden die zwei Jungen Zeugen der Hetzreden des Mönchs Thaddäus, der zum Mord aller Juden aufruft. Auch der ungeschlachte Riese Joseph, der in der Dachkammer Rabbi Löws wohnt, erzeugt bei Jankel durch sein gruseliges Aussehen Angst: "Ein Ungeheuer, eine Missgeburt, wie man sie auf Jahrmärkten zeigt. Der Blick, mit dem er mich anschaute, war seltsam gleichgültig und ging durch mich hindurch". Aber Schmulik klärt ihn auch darüber auf. Joseph ist ein Golem Mirjam Pressler hat auf die klassische jüdische Golemlegende zurückgegriffen, die besagt, dass der Hohe Rabbi Löw eine menschliche Gestalt aus Lehm formte und diese zum Leben erweckte. Ein Golem dient der Rettung und dem Schutz der Juden. Eines Tages tragen die Hetzreden von der christlichen Seite der Stadt Früchte. Der angesehene und wohlhabende Reb Meisel wird beschuldigt, ein Christenkind getötet und in sein Haus verschleppt zu haben, um dessen Blut zu rituellen Zwecken zu gebrauchen. Nun soll ihm der Prozess gemacht werden. Jankel wird mit Joseph, dem stummen Golem, losgeschickt, um herauszufinden, wer das tote Mädchen war. Aus Angst vor dieser unheimlichen Gestalt wird langsam eine seltsame Zuneigung. Jankel betrachtet seinen Begleiter beinahe als großen Bruder, "dessen Nähe Sicherheit und Geborgenheit verspricht (…) der stille Bruder meiner Seele." Die Eltern des toten Mädchens können ausfindig gemacht werden und der wahre Initiator dieser Verleumdung wird dingfest gemacht. Fortan stehen die Prager Juden unter kaiserlichem Schutz. Doch die Ruhe währt nicht lange. "Freude und Leid sind es, die Menschen zueinander bringen, es ist, als könnte ein Einzelner ein Übermaß an Gefühlen nicht allein tragen, als suche er seine Mitmenschen, um die Erschütterungen seiner Seele mit ihnen zu teilen.", heißt es im Buch. Bei einem erneuten gewaltsamen Übergriff eskaliert die Situation. Am Ende ist aus Jankel ein junger Mann geworden. Doch die vielen tragischen Erlebnisse haben ihn geprägt: "Ich stand dazwischen, allein, und nie zuvor hatte ich dieses Dazwischen so stark empfunden. Ich stand zwischen Mořina und Prag, zwischen dem Rabbi, dem Mann des Studiums, und Mendel, dem Mann der arbeit, ich stand auch zwischen der Kindheit, die vorbei war, und dem Leben als Mann, das ich noch nicht gefunden hatte, ich stand zwischen dem Gestern und dem Morgen und wusste nicht, wie ich das Heute überstehen sollte." Jankel trifft eine Entscheidung: Er setzt das Vermächtnis seines Freundes Schmulik fort. Und so wird sich auch für den Leser ein Kreis schließen, der trotz der schrecklichen Ereignisse, die mit der Vernichtung des Golems enden, einen positiven Eindruck hinterlässt. Mirjam Pressler hat erneut eine großartige, spannende und gleichzeitig hochwertige, sehr tiefgründige Geschichte für junge Leser geschrieben. Sie verwebt in einem historischen Szenario mythische Legenden (Golem von Prag, David und Goliath, David und Jonathan) mit wahren jüdischen Persönlichkeiten (Rabbi Löw) zu einer wunderbaren und lehrreichen Geschichte um einen jüdischen Jungen, der erwachsen wird. Mit kompositorischem Geschick arrangiert Mirjam Pressler die düsteren und dramatischen Ereignisse aus zwei Perspektiven: Mal in der 1. Person, wobei der 15jährige Jankel der Erzähler ist - dann wieder in der 3. Person von einem neutralen Erzähler. Beide Perspektiven wechseln kontinuierlich. Die Worte des Protagonisten am Ende des Buches können stellvertretend für diesen wundervollen Roman stehen: "Wie Brot Nahrung für den Leib ist, sind Geschichten Nahrung für Herz und Seele, und wenn sie nicht erzählt werden, müssen sie sterben. Geschichten verbinden die Vergangenheit mit dem, was heute ist und was morgen sein wird, sie dringen durch das Ohr in Kopf und Herz und lassen uns innerlich wachsen." Fazit: Ein sehr wertvolles und wichtiges, aber auch bewegendes und mitreißendes Buch für Kinder ab 12 Jahren, das ein lebendiges Bild vom jüdischen Leben im Prag des 16. Jahrhunderts vermittelt und dem man nur wünschen kann, viele Leser zu finden. Mystik und Fantasy werden hier nicht in Harry-Potter-Manie, sondern auf ganz andere, tiefere Weise näher gebracht.

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  • Rezension zu "Golem stiller Bruder" von Mirjam Pressler

    Golem stiller Bruder
    Katja

    Katja

    29. December 2007 um 18:46

    Spannend geschrieben, zudem sehr informativ für alle die sich nicht so gut mit der jüdischen Religion und Tradition auskennen und dies gerne ändern wollen. Gilt nicht nur für Jugendliche.