Mirjam Pressler Nathan und seine Kinder

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Inhaltsangabe zu „Nathan und seine Kinder“ von Mirjam Pressler

»Ein hochaktuelles, spannendes Buch über Toleranz und die Koexistenz der drei Religionen, die ja bis heute nicht gelingt.« Frankfurter Rundschau Jerusalem, zur Zeit der Kreuzzüge um 1192: Ein junger Tempelritter rettet Recha, die Tochter des jüdischen Kaufmanns Nathan, aus dem Feuer. Daraufhin richtet Sultan Saladin die schwierigste aller Fragen an Nathan: Welche Religion ist die einzig wahre? Nathan antwortet mit dem berühmten Gleichnis von den drei Ringen – doch wird das den Sultan zufriedenstellen? Außerdem ahnt Nathan nicht, dass ihm inzwischen der christliche Patriarch von Jerusalem und ein moslemischer Hauptmann nach dem Leben trachten ... Mirjam Pressler erzählt den klassischen Stoff neu – provozierend zeitgemäß, aber nicht ohne Hoffnung für ein friedliches Nebeneinander der Religionen.

Gefällt mir einfach nicht

— webs77
webs77

Hat mich sehr gelangweilt. Nicht weiter zu empfehlen.

— NorayaKelly
NorayaKelly

Ein sehr interessantes historisches Märchen mit vielen tollen Charakteren und wichtigen Fragen. Außerdem sehr schön geschrieben!

— WordLover
WordLover

Der Inhalt ist top und aktuell wie eh und je - leider! Die Umsetzung finde ich für ein Jugendbuch dennoch sehr schwer zu lesen.

— Lesemomente
Lesemomente

Ein interessanter und realistischer Roman mit vielen Wahrheiten...

— JohnnyLuke
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— somniorum
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Gelungene Variation von "Nathan der Weise"

— Helentonia
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— Julia_20
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— Raindrops
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Schulliteratur Klasse 9, bis jetzt die beste Schullektüre.

— Ein LovelyBooks-Nutzer
Ein LovelyBooks-Nutzer

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  • Inhaltlich topaktuell, aber schwer zu lesen

    Nathan und seine Kinder
    Lesemomente

    Lesemomente

    31. October 2015 um 21:23

    “Nathan der Weise” von Lessing und seine Ringparabel – gehört hatte ich auf jeden Fall schon von diesem Drama, es aber selbst noch nicht gelesen. Nun bot sich mir mit “Nathan und seine Kinder” die Möglichkeit, eine etwas zeitgemäßere Version der Geschichte zu lesen. “Es gibt in jedem Volk gute und ehrliche Menschen, egal zu welchem Gott sie beten, so wie es überall auch böse und grausame Menschen gibt.” (S. 105) Die Koexistenz der Religionen, das Miteinander und Füreinander: All das sind hochaktuelle Themen. Wundervoll, dass sich Mirjam Pressler ihnen noch ein Mal gewidmet und versucht hat, sie moderner und durch die Form des Romans leichtlesiger zu verfassen. Leider muss ich sagen, dass mir persönlich der Zugang zur Geschichte sehr schwer fiel. Ich habe mehrere Wochen an dem Buch gelesen, es immer wieder beiseite gelegt und bin anfangs kaum über die ersten Seiten hinaus gekommen. “Ich habe einen Traum, dass eines Tages die Söhne von Juden, Muslimen und Christen miteinander am Tisch der Brüderlichkeit sitzen können.” (S. 166) Das änderte sich aber irgendwann, als ich ein Gespür für die verschiedenen Figuren, den Handlungsstrang und das Ziel der Geschichte bekommen hatte. Es ist Mirjam Pressler gut gelungen, einzelnen Figuren – allen voran Nathan und dem Waisenjungen Geschem – ein Profil zu geben. Schnell konnte ich mit den Figuren fühlen, ihre Gedanken und Weisheit annehmen. Ich kann mir gut vorstellen, dass sich das Buch auch als Schullektüre eignet, würde allerdings empfehlen, den Einstieg durch unterstützende Materialien, Zusammenfassungen oder ähnliches zu erleichtern. Dann jedoch bietet das Buch eine hoffnungsvolle Weltansicht, viel Diskussionspotenzial, Worte und Einstellungen, die – wären sie verbreiteter – die Welt zu einem friedlicheren Ort machen würden: “‘Gott oder Allah sind nur verschieden Namen für den einen, der Himmel und Erde gemacht hat’, sagte ich. ‘Mein Vater sagt, es sind nur die Wege, ihm zu dienen, welche die Religionen unterscheiden, der Kern ist gleich: die Liebe zu Gott und die Liebe zu den Menschen. Und die Dankbarkeit für das Leben.'” (S. 215/216) “Nathan und seine Kinder” soll die zeitgenössischere und leichtlesigere Version von “Nathan der Weise” sein. Ohne das Originalwerk zu kennen, kann ich nur sagen, dass mir die Umsetzung der Grundidee, die Kernaussage der Geschichte und die Aktualität des Themas sehr gut gefallen haben. Trotzdem kann ich mir vorstellen, dass die Geschichte, insbesondere am Anfang, vielen Jugendlichen schwer zugänglich sein wird. Ich vergebe insgesamt sehr gute 6 von 10 Sternen.

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  • Authentisch

    Nathan und seine Kinder
    Helentonia

    Helentonia

    24. August 2015 um 14:58

    Das Buch ist inspiriert und angelehnt an Lessings "Nathan der Weise". In diesem Roman gibt es allerdings weitere Charaktere, zudem rücken Randfigur mehr ins Zentrum des Geschehens.

    In meinen Augen ein sehr gutes Buch mit authentisch handelnden Personen. Sehr gelungen!

  • Leserunde zu "Mgdalena Himmelstürmerin" von Rudolf Herfurtner

    Magdalena Himmelstürmerin
    Gerstenberg Verlag

    Gerstenberg Verlag

    Passend zum Reformationstag am 31.10.2013 möchten wir mit euch einen Roman lesen, der in der Lutherzeit spielt. Es handelt sich hierbei um einen Jugendroman für Leser ab 12 Jahren.  Zum Buch: Jüterbog, 1517. Magdalenas kleine, überschaubare Welt gerät aus den Fugen, als der Vater und auch ihr zärtlich geliebter kleiner Bruder bei einem Bergwerksunglück ums Leben kommen: Statt für einen Arzt gibt die Mutter ihr Geld für Ablassbriefe aus. Als die Mutter die kleine Kate nicht mehr halten kann, wird Magdalena ins ferne Wittenberg zu ihrer Tante Elsbeth geschickt. In Wittenberg trifft sie nicht nur Veit wieder, einen Freund aus Kindertagen, sondern hört auch einen gewissen Doktor Luder predigen, bei dem Veit Theologie studiert. Die Tür zu einer neuen Welt öffnet sich Magdalena. Begierig nimmt sie Luthers Gedanken in sich auf. Sein Aufbruch ermutigt Magdalena, ihr Leben in die Hand zu nehmen - und dadurch bringt sie nicht nur sich selbst in große Gefahr. (Gerstenberg Verlag) Eine Leseprobe findet ihr hier: http://catalog.gerstenberg.com/bk/gerstenberg-verlag/bib/online/9783836957076/blaetterkatalog/   Über den Autor: Rudolf Herfurtner, geb. 1947 in Wasserburg am Inn, studierte Germanistik, Anglistik und Theaterwissenschaften in München, wo er auch heute noch lebt und arbeitet. Für seine Kinder- und Jugendbücher, Hörspiele, Drehbücher und Theaterstücke wurde er mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet, u.a. mit dem Großen Preis der Volkacher Akademie für Kinderliteratur und 2012 mit dem Goldenen Spatz für das beste Drehbuch (Tom und Hacke).   Haben wir euer Interesse geweckt? Dann bewerbt euch bis zum 24.10.2013 für eines von 15 Exemplaren und beantwortet uns diese Frage:   Welche historischen Kinder - /Jugendbücher habt ihr bereits gelesen?   Unter allen Bewerbern werden dann am 25.10.2013 die 15 Gewinner ausgelost.   Wir freuen uns auf das gemeinsame Lesen mit euch!     **Für die Bewerbung wird ein zeitnahes Lesen und Rezensieren vorausgesetzt. Für die Post übernehmen wir keine Haftung.**

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    • 350
  • Leserunde zu "Wer morgens lacht" von Mirjam Pressler

    Wer morgens lacht
    Daniliesing

    Daniliesing

    Heute erscheint der großartige neue Roman von Mirjam Pressler. In "Wer morgens lacht" erzählt die Autorin mit viel Feingefühl und einer wunderbaren Sprache die Geschichte zweier ungleicher Schwestern. Ein intensives Leseerlebnis ist euch mit diesem Buch garantiert! Mehr zum Inhalt: Anne war erst fünfzehn, als ihre ältere Schwester Marie spurlos verschwand. Doch in Annes Gedanken ist sie geradezu unheimlich präsent. Marie war immer die, die alles bekam. Zu schön, zu besonders und zu willensstark. Anne war immer nur die Vernünftige und Unscheinbare. Jetzt, als Biologie-Studentin – sie forscht über die symbiotischen und parasitären Beziehungen der Pilze -, möchte sie endlich aus Maries Schatten treten. Anne weiß, es gibt nicht nur eine einzige Wahrheit. Und tatsächlich werfen ihre Nachforschungen ein neues Licht auf die beiden Schwestern und ihre Kindheit, die kein Paradies war. --> Leseprobe Zusammen mit dem Beltz & Gelberg Verlag suchen wir 25 Testleser für diesen eindrucksvollen Roman. Dringt gemeinsam mit Anne in die Geheimnisse ihrer Familie ein und lasst euch von der bewegenden Handlung mitnehmen. Für die Testleseexemplare könnt ihr euch bis einschließlich des 21. Juli 2013 bewerben*, wenn ihr die folgende Frage in einem neuen Beitrag beantwortet. In "Wer morgens lacht" sind die Schwestern Anne und Marie sehr unterschiedlich. Habt ihr selbst Geschwister und wenn ja, was habt ihr gemeinsam und was unterscheidet euch? Wenn ihr keine Geschwister habt, verratet uns doch, wie die Schwester / der Bruder eurer Träume sein sollte! *Im Gewinnfall sind eine zeitnahe Teilnahme am Austausch in allen Leseabschnitten sowie das Schreiben einer abschließenden Rezension selbstverständlich.

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    • 377
  • nathan und seine kinder.

    Nathan und seine Kinder
    melanie_dreher

    melanie_dreher

    02. May 2013 um 20:12

    "nathan und seine kinder" von miriam pressler basiert auf g.e.lessings "nathan der weise". die geschichte spielt zu zeiten des zweiten kreuzritterzug in jerusalem um 1192 in denen der berühmte sultan  saldin regierte. die Protagonisten drehen sich alle um den liebenden vater nathan und um seine tochter recha und seine angehörigen. das ganze drama beginnt damit, dass recha von dem tempelritter,christ, aus dem brennenden anwesen ihres vaters gerettet wird. sie verliebt sich sofort in ihren retter und sieht ihn als engel. nathan, jude, möchte ihm danken und lädt ihn zu sich ein. die beiden werden freunde und auch der tempelritter merkt, dass er gefühle für recha, jüdin, hegt. doch er st an ein keuschheitsgelübde gebunden. die haushälterin daja, christin, verspürt mit dem auftauchen des tempelritters plötzliches heimweh. daja weiß ein gut gehütetes familien geheimniss und verrät es an den ritter. dieser ist unsicher und geht zu dem patriarchen, doch dieser verlangt den tod dessen der dieses verbrechen begangen hat.nathan ist ein reicher kaufmann und hat viele freunde die auch von unterschiedlicher religion sind, denn er träumt davon, dass einmal friede zwischen den drei hauptreligionen: christentum, judentum und islam, herrscht.auch als der sultan in zu sich ruft, und ihn eigentlich um geld bitten will weil er schulden hat, kann er ihn mithilfe einer geschichte nämlich der "ringparabe" als freund gewinnen. doch er möchte dem sultan einen gefallen machen und leiht ihm trotzdem geld.der höhepunkt der geschichte ist der abend an dem nathan mit seinem langjährigen freund in den palast geht um mit dem sultan und dessen schwester geschäfte zu machen. dort ist auch der tempelriter, den der sultan verschont hat als er alle anderen tempelritter geköpft hat, weil er glaubte seinen verschollenen bruder in ihm sah. als die zwei nach hause gehen werden sie überfallen und nathan wird dabei ermordet.Cover:auf dem cover ist jerusalem zu sehen. es ist sehr schön gestaltet und stellt den ort des geschehens in den mittelpunkt.Fazit:oft sind die sätzte sehr lange und kompliziert formuliert,aber wenn man sich mal eingelsen hat findet man sich gut mit der alten sprache zurecht. ich kenne das original nicht daher kann ich nicht sagen welches besser ist.da dieses buch 2013 prüfungslektüre für realschulen war, musste es man lesen, da haben wir auch besprochen dass einige handlungen von nathan nicht seinen prinzipien entsprechen zb, dass er zwar mit daja schläft, aber nie eine frau gefunden hat, die seiner ersten, die starb, das wasser reichen könne... trozdem kann man nathan als vorbild sehen, denn er hat seine rache gedanken an christen überwunden und kämpft für den frieden. ->wenn man sich für die zeit und historische detailes interessiert ist dieses buch auf jeden fall pflicht zum lesen. aber auch wenn nicht ist es sehr empfehlenswert es zu lesen.  

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  • Leserunde zu "Zoë" von Clay Carmichael

    Zoë
    Daniliesing

    Daniliesing

    Die Autorin Clay Carmichael lebt in North Carolina und ist eigentlich erfolgreiche Bilderbuchautorin. Mit "Zoë" ist gerade ihr erstes Jugendbuch im Hanser Verlag erschienen, in dem sie die Geschichte eines ganz besonderen Mädchens erzählt: die Geschichte von Zoë. In einer Leserunde könnt ihr jetzt gemeinsam das in den USA bereits ausgezeichnete Buch lesen und euch darüber austauschen. Lernt gemeinsam Zoë und ihre kleine, große Welt kennen. Und darum geht es im Buch: "Die zwölfjährige Zoë ist wild, unerschrocken und eigensinnig. Sie verlässt sich am liebsten auf sich selbst, zu oft ist sie enttäuscht worden. Mit Freundschaft und Familie hat sie wenig Erfahrung. Nach dem Tod der Mutter kommt Zoë zu ihrem Onkel Henry, einem Eigenbrötler, der in einem großen Haus am Waldrand lebt. Wird es wieder eine Enttäuschung? Zoë geht ihrer eigenen Wege. Bei langen Erkundungstouren im Wald stößt sie auf einen alten Wohnwagen. Wohnt darin der geheimnisvolle Junge, den sie im Schatten der Bäume vermutet? Eines Tages ist der Wohnwagen verwüstet. Spätestens jetzt muss sie herausfinden, was es mit dem Jungen auf sich hat. Doch dazu braucht Zoë Hilfe." Wer jetzt Lust bekommen hat, direkt schon mehr zu lesen, der findet hier die Leseprobe: http://files.hanser.de/hanser/docs/20110519_211519111612-55_978-3-446-23783-4.pdf Und auch einen Buchtrailer gibt es zur Einstimmung auf das Buch: https://www.youtube.com/watch?v=lKlRPVmxxDc&feature Möchtet ihr "Zoë" kennenlernen? Dann bewerbt euch jetzt als Testleser, wenn ihr Lust habt, euch mit anderen Lesern über das Buch auszutauschen und hinterher eine Rezension zu schreiben. Wir verlosen insgesamt 25 Exemplare des Buches unter allen, die bis einschließlich Mittwoch, 07. September, unter "Bewerbung & Bekanntgabe der Gewinner" einen Kommentar schreiben, in dem sie verraten, wieso sie das Buch gern lesen möchten und was sie selbst als Kind oder Jugendlicher an der eigenen Umwelt besonders fasziniert hat. ***************************************************** Die 25 offiziellen Testleser sind: Lhiannon, aba, Juliana1312, Ichbinswieder, Alena_Tess, Kiwi33, Livy, cab, Emma.Woodhouse, fireez, Cellissima, Cambion, Thaila, anja_bauer, Lillie-Sophie, CharlieL, Babsy1980, Leiraya, Asu, nothanks, Freiwelt, Sarlascht, Ellen07, Tialda, TalkySue

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  • Rezension zu "Nathan und seine Kinder" von Mirjam Pressler

    Nathan und seine Kinder
    mabuerele

    mabuerele

    01. September 2011 um 18:48

    Der Jugendroman spielt in Jerusalem im Jahre 1192. Grundlage der Geschichte ist das Drama von Ephraim Lessing „Nathan der Weise“. Mirjam Pressler hat dieses Drama für Jugendliche aufbereitet. Doch sie hat es nicht nur nacherzählt, sondern mit einer Geschichte verbunden. Die Grundgedanken sind dabei erhalten geblieben. Der Kenner der Klassik wird an vielen Stellen „seinen Lessing“ wiederfinden. Deshalb werde ich mich hier mit einer Inhaltsangabe zurückhalten. Mirjam Pressler lässt den Handlungsablauf von mehreren Personen erzählen. Zum einen ist da der Junge Geschem, der in Nathans Haus aufgenommen wurde. Er gehörte zu den Ärmsten der Armen. Seine Herkunft bleibt im Dunkel der Geschichte. Der Roman aber zeigt, wie wenig manchmal dazu gehört, einen Menschen glücklich zu machen. Zum zweiten ist es Daja, die als Erzieherin Rechas ins Haus kam. Sie stammt aus Deutschland. Daja hat Nathan viel zu verdanken, doch sie ist Christin… Es erzählt Elijahu, Nathans Verwalter. Jeder hat seine eigene Sicht der Dinge, auch Al-Hafi, der das Leben mit einem Schachspiel vergleicht. Er ist ein Verwandter von Saladin. Nur einer kommt nicht zu Wort: Nathan, den man den Weisen nennt. Die Ringparabel, die Nathan dem Sultan erzählt, weicht nicht vom Original ab. Die Worte des Richters „…Ich lade euch wieder vor diesen Richterstuhl, in tausend Jahren…“ haben mich betroffen gemacht. Nathan und Saladin haben sich in der Geschichte vor etwa 1000 Jahren getroffen. Das Zusammenleben der Religionen ist seitdem nicht friedlicher geworden. Jerusalem wurde keine Stätte der Brüderlichkeit. Auch Nathans Traum hat sich nicht erfüllt… Das Buch ist eigentlich ein historischer Roman. Ich als Leser erfahre von der Vergangenheit der handelnden Personen alles, was nötig ist. Die Charaktere der handelnden Personen ergeben sich zum Teil aus ihrer Vergangenheit. Die Grausamkeit der Kreuzzüge, die auf allen Seiten zu Mord und Gewalt führte, wird aufgezeigt. Der Person Saladins, dem eigentlichen Gegenspieler Nathans, wird der Roman gerecht. Er zeigt ihn in seiner Vielschichtigkeit. Der Schreibstil ist dem Alter der Zielgruppe angemessen. Die Kapitel sind relativ kurz. Die bildhafte Sprache des Orients findet man an vielen Stellen wieder. Zitate aus Bibel und Koran sind an passender Stelle kursiv eingefügt. Es ist ein Roman der Menschlichkeit. Das Buch stellt die Gemeinsamkeiten der Religionen in den Mittelpunkt, nicht die Unterschiede. Im Mittelpunkt steht die Frage: Wie gehen wir miteinander um? Das Buch setzt ein Zeichen gegen Hass und Intoleranz. In der Person des Nathans wird der Begriff „Vergebungsbereitschaft“ erlebbar. Und er hat – im Buch – Spuren hinterlassen, nicht zuletzt bei seiner Tochter Recha… Darf man klassische Dramen als Roman wiedergeben und verändern? Ich war skeptisch. Das Buch hat mich eines Besseren belehrt. Es schenkt die Möglichkeit, Kinder durch Literatur an die Begriffe Toleranz und Mitmenschlichkeit heranzuführen. Ich würde mir wünschen, dass dieses Buch Schullektüre wäre. Vielleicht greift mancher der jungen Leser danach freiwillig zu Ephraim Lessing…

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  • Rezension zu "Nathan und seine Kinder" von Mirjam Pressler

    Nathan und seine Kinder
    Ein LovelyBooks-Nutzer

    Ein LovelyBooks-Nutzer

    10. November 2010 um 12:13

    Kurzbeschreibung: Jerusalem, zur Zeit der Kreuzzüge um 1192: Die Christen haben die Heilige Stadt an Sultan Saladin verloren. Von den gefangenen Kreuzfahrern begnadigt er nur einen einzigen: den jungen Tempelritter Curd von Stauffen. Die gute Tat zieht eine weitere nach sich: Der Tempelritter rettet das Mädchen Recha aus den Flammen ihres Hauses. Sie ist die Tochter des jüdischen Kaufmanns Nathan, den man den Weisen nennt. Während Recha und ihr Lebensretter, die Jüdin und der Christ, einander zunächst verkennen und verfehlen, braut sich über Nathans Kopf Unheil zusammen. Sultan Saladin befiehlt ihn zu sich und stellt ihm die schwierigste aller Fragen: Welche Religion ist die einzig wahre? Nathan antwortet mit dem berühmten Gleichnis von den drei Ringen – doch wird das den Sultan zufriedenstellen? Außerdem ahnt Nathan nicht, dass ihm inzwischen der christliche Patriarch von Jerusalem und ein moslemischer Hauptmann nach dem Leben trachten... Zur Autorin: Mirjam Pressler, geboren 1940, lebt in Landshut. Sie ist eine der renommiertesten Kinder- und Jugendbuchautorinnen, ihre Bücher wurden vielfach ausgezeichnet, darunter die berühmten Romane "Bitterschokolade", "Wenn das Glück kommt, muss man ihm einen Stuhl hinstellen" und "Malka Mai". Zuletzt erschienen von ihr die Romane "Golem stiller Bruder" und "Shylocks Tochter". Für ihr literarisches Gesamtwerk wurde sie mit der Carl-Zuckmayer-Medaille und dem Deutschen Bücherpreis ausgezeichnet. "Nathan und seine Kinder" war für den Deutschen Jugendliteraturpreis 2010 nominiert. Mirjam Pressler selbst erhielt den Sonderpreis des Deutschen Jugendliteraturpreises 2010 für ihr Gesamtwerk. "Es fehlt ihm wohl noch an der Erfahrung, die jeder Mensch mit Vernunft irgendwann macht, nämlich dass Edelmut und Menschlichkeit nicht von der Religion abhängen. Es gibt in jedem Volk gute und ehrliche Menschen, egal zu welchem Gott sie beten, so wie es überall auch böse und grausame Menschen gibt." (Seiten 104/105) Rezension: Mirjam Pressler erzählt in "Nathan und seine Kinder" das wohlbekannte Stück "Nathan der Weise" von Gotthold Ephraim Lessing in einer variierten Form. Sie orientiert sich zwar größtenteils an Lessings Werk, erweitert und verändert es aber in einigen Teilen, z.B. durch neue Personen. Nathan lebt mit seiner Tochter Recha und seinen Bediensteten, wie z.B. Daja (Rechas Gesellschafterin), Elijahu (der Verwalter) und Jakob (Gehilfe Nathans) im Jerusalem des ausgehenden 12. Jahrhunderts. Als Nathans Haus brennt, wird seine Tochter Recha vom Tempelritter Curd von Stauffen aus den Flammen gerettet und Recha verliebt sich in ihn. Obwohl der Tempelritter und Nathans Familie zwei verschiedenen Glaubensrichtungen angehören, er Christ, die anderen Juden, entwickelt sich eine Freundschaft zwischen Nathan und Curd. Sultan Saladin, der Curd von Stauffen als einzigen Tempelritter am Leben ließ und der sich unter seinem Schutz befindet, zitiert Nathan eines Tages in seinen Palast, da er an Nathans Vermögen interessiert ist. Hier stellt er ihm die berühmte Frage, welche Religion die einzig wahre ist und Nathan antwortet mit der nicht minder bekannten Parabel über die drei Ringe. Erzählt werden die Kapitel jeweils aus der Ich-Perspektive von verschiedenen Charakteren: Geschem, dem Waisenjungen, der in Nathans Haus lebt, Daja, Rechas Gesellschafterin, Elijahu, dem Gutsverwalter Nathans, Recha, der Tochter, dem Tempelritter Curd von Stauffen, Al-Hafi, einem Derwisch, der in Saladins Diensten steht, Sittah, der Schwester Saladins und Abu Hassan, dem Hauptmann Saladins. Einzig Nathan wird hier außen vor gelassen, über ihn wird nur durch die Erzählung der anderen berichtet, nie aus seiner Blickweise. Etwas überrascht war ich vom Ende der Geschichte, da diese nicht gut ausgeht, sondern mit einem Mord. Die eigentliche Aussage des Textes, nämlich dass verschiedene Religionen nebeneinander und miteinander leben können, geht mit diesem anderen Schluss des Buches leider verloren. Trotz dieses Mankos ist Mirjam Pressler mit "Nathan und seine Kinder" eine, obwohl in historischer Zeit angesiedelte, moderne Erzählung gelungen, denn Verbrechen und Kriege im Namen der verschiedenen Religionen finden leider heutzutage noch genauso statt und ein Zusammenleben gestaltet sich nach wie vor als sehr schwierig. Zur Gestaltung des Buchs: Die Aufmachung hat mich sehr begeistert. Ein stabil gebundenes Buch in einem dunkelroten Einband, ausgestattet mit einem Lesebändchen. Das Cover ist in einem hellen Gelb gehalten, am oberen Rand ist eine Granatapfelblüte abgebildet, am unteren Rand die Stadtansicht Jerusalems. Am Beginn des Buches werden die einzelnen Personen aufgeführt, beendet wird das Buch durch eine Zeittafel, einen Zitatnachweis und einem informativen Glossar. Fazit: Ich vergebe ein "Empfehlenswert" für alle interessierten Leser, die "Nathan der Weise" einmal in einer Variation lesen möchten, die überaus fundiert ist, was die historischen Begebenheiten anbetrifft, aber mit einem anderen Ende der Geschichte aufwartet. Aber auch für Leser, die "Nathan der Weise" eventuell als zu "trocken" empfinden oder das Stück noch nicht kennen, ist "Nathan und seine Kinder" ein guter, leicht verständlicher Einstieg. Wertung: 4 von 5 Punkten

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  • Rezension zu "Nathan und seine Kinder" von Mirjam Pressler

    Nathan und seine Kinder
    Leselust

    Leselust

    04. October 2009 um 14:53

    Nathan der Weise, Lessings Plädoyer für religiöse Toleranz und menschliches Miteinander, ist eines der meistgespielten deutschen Dramen. Mirjam Pressler erzählt den klassischen Stoff neu. Jerusalem, zur Zeit der Kreuzzüge um 1192: Die Christen haben die Heilige Stadt an Sultan Saladin verloren. Von den gefangenen Kreuzfahrern begnadigt er nur einen einzigen, nämlich den jungen Tempelritter Curd von Stauffen. Dieser rettet wenige Tage später das Mädchen Recha aus den Flammen ihres Hauses. Sie ist die Tochter des jüdischen Kaufmanns Nathan, den man den Weisen nennt. Während Recha und ihr Lebensretter, die Jüdin und der Christ, einander zunächst verkennen und verfehlen, braut sich über Nathans Kopf Unheil zusammen. Sultan Saladin befiehlt ihn zu sich und stellt ihm die schwierigste aller Fragen: Welche Religion ist die einzig wahre? Nathan antwortet mit dem berühmten Gleichnis von den drei Ringen, der Ringparabel. Mirjam Presslers Romanfassung von Lessings "Nathan der Weise" ist eigentlich für Jugendliche bestimmt. Meiner Meinung eignet sich der Roman jedoch hervorragend auch für Erwachsene, die einen Klassiker neu lesen und genießen wollen. Die Autorin behält einerseits die Grundzüge des Stücks und dessen Komplexität bei , andererseits führt sie einige neue Figuren sowie Änderungen ein, welche allesamt dazu beitragen die Protagonisten noch differenzierter zu beleuchten. Eine große Stärke dieser Romanfassung liegt in der hervorragend recherchierten Vermittlung von Wissenswertem über Religionsgeschichte, Kreuzzüge, Lebensweisen und dem Flair der Stadt Jerusalem und seiner Bewohner um 1200. Ein dickes Lob für die Autorin!

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