Lichter als der Tag

von Mirko Bonné 
3,5 Sterne bei12 Bewertungen
Lichter als der Tag
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Neue Kurzmeinungen

Positiv (6):
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Schöne Kindheit, schönes Leben?

Kritisch (2):
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Schöner Schreibstil, aber langatmig. Alle Protagonisten haben mich nicht überzeugt, schwache oder vermeintlich starke Menschen.

Alle 12 Bewertungen lesen

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Inhaltsangabe zu "Lichter als der Tag"

Raimund Merz kennt Moritz und Floriane von Kindheit an. Ihr Lebensmittelpunkt ist ein wilder Garten am Dorfrand. Als Inger zu ihnen stößt, die Tochter eines dänischen Künstlers, bilden die vier eine verschworene Gemeinschaft, bis sich beide Jungen in das Mädchen verlieben. Inger entscheidet sich für Moritz, Raimund und die ehrgeizige Floriane werden ebenfalls ein Paar. Jahre später kreuzen sich die Wege der vier erneut – für Raimund die Chance, sich der Leere seines Lebens ohne Inger zu vergegenwärtigen. Verzweifelt sucht er nach einem Weg zurück zu sich selbst und zu einer Aussöhnung mit der Vergangenheit. In einem furiosen Finale bricht er auf nach Lyon zu einem Gemälde, das ihn in Bann zieht wie in der Kindheit der wilde Garten.
Mirko Bonnés großer Liebesroman überträgt das WAHLVERWANDSCHAFTEN-Thema in die heutige Zeit. Er fragt nach Gründen von Entzweiung und Entfremdung und zeichnet dabei das ergreifende Porträt eines Mannes, der die Kraft findet, aus dem Schatten über seinem Dasein hinauszutreten.

Buchdetails

Aktuelle Ausgabe
ISBN:9783895614088
Sprache:Deutsch
Ausgabe:Fester Einband
Umfang:336 Seiten
Verlag:Schöffling
Erscheinungsdatum:18.07.2017

Rezensionen und Bewertungen

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    Printyvor 2 Monaten
    Kurzmeinung: Schöne Kindheit, schönes Leben?
    Traurig

    Die Personen sind gut und glaubwürdig dargestellt. Wie ist das mit der heimlichen Liebe die immer heimlich bleibt? Trotz Nähe und Gemeinsamkeiten. Ist die eigentliche Ehe gar keine Liebeshochzeit gewesen, sondern nur eine Trotzreaktion? Ist die erste Liebe auch dann die größte, wenn man eigentlich nicht richtig zusammen war. Ein tolles gefühlvolles Buch. Viele Fragen des Lebens werden gestellt ohne das sie beantwortet werden müssen.


    PRINTY, LESTER, LEGASTIKER, BUCHLER

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    YaseminNoels avatar
    YaseminNoelvor 10 Monaten
    Kurzmeinung: Im letzten Drittel wird es ein großartiges Buch und berechtigt dazu auf der Longlist für den deutschen Buchpreis gestanden zu haben.
    Das Durchhalten in der Mitte des Buches wurde belohnt

    Ich bin mit den Büchern, die auf den jeweiligen Listen für den Deutschen Buchpreis standen mit den Jahren vorsichtig geworden. Oft habe ich bei den Büchern das Gefühl gehabt nicht intelligent genug zu sein dem Autor und seinen Gedankengängen folgen zu können.
    Bei Mirko Bonné war es von Anfang an anders. Stillistisch fein geschrieben, las es sich unerwartet gut. Leider zog sich die Geschichte in der Mitte sehr und ich muste mich zwingen weiterzulesen. War die Mitte aber überschritten, wurde es in zunehmendem Maße ein großartiges Buch. Und am Ende konnte ich die Nominierung 2017 für die Longlist nachvollziehen.

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    WinfriedStanzickvor einem Jahr
    Ein Porträt eines Mannes auf der Suche nach seiner verloren gegangen Lebendigkeit



    Dieser auf der Longlist für den Deutschen Buchpreis 2017 nominierte Roman des in Hamburg lebenden Schriftstellers Mirko Bonne erzählt die Geschichte von vier Menschen, die sich seit ihrer Jugend kennen und ihrer Freundschaft und Liebe zueinander.  Raimund Merz, die Hauptperson, kennt seit seiner Kindheit Moritz und Floriane. Ein wilder Garten am Dorfrand ist nicht nur ihr regelmäßiger Treffpunkt, sondern so etwas wie Heimat für sie. Eine Tages stößt die Tochter eines dänischen Künstlers zu ihnen, Inger. Schnell ist sie integriert und die vier wachsen zu einer engen und verschworenen Gemeinschaft zusammen, bis sich beide Jungen in Inger verlieben. Schlussendlich entscheidet sich Inger für Moritz und Raimund und Floriane werden auch ein Paar.

    Eine tragische Geschichte findet vorerst ihren Abschluss, in der die Liebe für Verwirrung, Schmerz, Leid, Lust und Frust sorgt. Falsche Entscheidungen und Untätigkeit führen zu lange nachwirkenden Konsequenzen. Dabei trägt keiner eindeutig die Schuld – aber auch keiner der Vier ist wirklich unschuldig.

    Doch es gibt ab da keinen Kontakt mehr. Eifersucht und Misstrauen auf Seiten Floris und ein unendlich tief vergrabener Schmerz bei Raimund verhindern dies zuverlässig.

    Doch dann sieht Raimund viele Jahre später Inger wieder. Sie ist in die Stadt zurückgekehrt. Seit diesem Tag bricht die ganze Leere seines Lebens aus ihm heraus. Er sucht voller Schmerz und Sehnsucht nach einem Weg, der ihn endlich zu sich selbst zurückführt. Dabei spielen Kunst und die Bedeutung des Lichts eine immer wiederkehrende Rolle.
    Flori spürt Raimunds Veränderung und vermutet richtig Inger dahinter. Doch Raimund geht seinen zunächst für den Leser unverständlichen Weg, der ihn bis nach Lyon führt zu einem Bild, das eine wichtige Bedeutung für ihn hat, die hier nicht verraten werden soll.

    Der Roman Bonnes spielt mit Goethes Wahlverwandtschaftenthematik und erzählt die bewegende Geschichte eines Mannes, der konsequent seine Schatten abschüttelt und zu sich selbst finden will. Ein Porträt eines Mannes auf der Suche nach seiner verloren gegangen Lebendigkeit und im Grunde ein wahrer Liebesroman.



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    wandablues avatar
    wandabluevor einem Jahr
    Kurzmeinung: Sprache ist schön, aber ausschweifend. Die Motive des Antihelden habe ich nicht nachvollziehen können. Viel Langeweile erlebt.
    Über Licht, Kunst und Unglück oder: Jammern auf hohem Niveau

    Über Licht, Kunst und Unglück
    „Lichter als der Tag“ ist das vierte Longlistbuch 2017, das ich lese, also nach dem grandiosen Roman „Die Hauptstadt“, nach „Phantome“ und nach „Nach Onkalo“, und „Lichter als der Tag“ hat mir bis jetzt am wenigsten von diesen allen zugesagt. Es ist nicht weniger kunstvoll, nur hat es meinen Lesegeschmack nicht getroffen. Deshalb wird die Rezension von Mirko Bonnés „Lichter als der Tag“, ausnahmsweise einmal eine recht persönlich gefärbte!

    Was ich sehr gut bewerte und was mich unterhalten hat, war die Frage, ob man jemals einen Menschen so gut kennt, wie man denkt. Die Kiefernchirurgin Florentine Lepsius und Raimund Merz, ein Ehepaar um die 50, kennen sich jedenfalls überhaupt nicht. Ganz klar muss man sagen, dass dieses Nichtkennen zu Lasten Raimunds geht.

    Raimund ist besessen von den Farben des Lichts im Hamburger Bahnhof und von den Farben und dem Motiv eines Bildes des Malers Camille Corot, „Champs de blé dans le Movan“, einem Kunstwerk, das in einem Museum in Frankreich hängt. Das Motiv einer inneren Besessenheit von Licht, das sich durch den ganzen Roman zieht, ist ein besonderes. Möglicherweise ist die Suche nach dem Licht ein wenig sonderbar. Die Beweggründe Raimunds habe ich jedenfalls nicht nachvollziehen können und es ist schade, dass der Autor es nicht vermocht hat, mir diese Besessenheit des Hauptprotagonisten Raimund Merz besser zu erklären. Vielleicht ist sie per se unerklärbar. Entweder man versteht sie oder man versteht sie nicht.

    Ein anderes Motiv, das sich durch das Buch zieht ist die Kindheit Raimunds. Die Idylle. Echt oder scheinbar? Geträumt oder gelebt? Man bräuchte einen Psychologen, um offenzulegen, warum Raimund nicht erwachsen werden kann und die Bilder und Eindrücke seiner Kindheit nicht hinter sich lässt.

    Anderes habe ich verstanden. Dass Raimund nie den Mund aufmacht, dass er weder sagt, was er will noch weiß, was er will, aber jeden, besonders seine Frau Florentine dafür verantwortlich macht, dass er unglücklich ist. Ohne Worte, selbstredend. Er verweigert sich einfach. Ha, ich hätte Raimund an die Wand klatschen können!

    Raimund hat drei Kinder, die er angeblich liebt, die ihn aber gedanklich nicht in der Gegenwart halten, einen Job, der ihn von dem Geld seiner tüchtigen, ergebnisorientierten Frau, die ihn aus unerklärlichen Gründen anbetet, unabhängig macht, aber dankbar ist er dafür nicht. Noch nach Jahr und Tag heult er seiner verflossenen Jugendliebe Inger hinterher, die aus mir ebenfalls nicht verständlich gewordenen Gründen, seinen Jugendfreund Moritz ehelichte, obwohl sie ebenfalls Raimund liebte. Der Autor bietet eine Erklärung an, die ich aber nicht geschluckt habe.

    Raimund hat ein hübsches Haus, wenigstens äußerlich eine funktionierende Ehe, hat sich befriedigenderweise fortgepflanzt, kann auch konsequenzenlos Tage im Büro schwänzen und mault und leidet auf höchstem Niveau vor sich hin und den Leser an. Leute, ich kann Raimund nicht ausstehen!

    Eines Tages dreht er durch, verschwindet mit seiner jüngsten Tochter nach Frankreich und jagt dem erwähnten Bild hinterher. Habe ich schon mal gesagt, dass ich den verantwortungslosen Raimund nicht ausstehen kann?

    Als er nach diversen inneren und äusseren Abenteuern, die allesamt nicht meine Billigung finden, wiederkommt, das heißt, also er muss eigentlich geholt werden, warum hat er treue Freunde, die ihn suchen, er weiß sie nicht zu würdigen, haben seine Handlungen seltsamerweise keinerlei strafrechtlichen Folgen für ihn, was, ehrlich gesagt, vom Autor zwar ganz geschickt hingedreht wird, ich ihm aber dennoch nicht abgenommen habe. Deshalb hat mir nicht mal der versöhnliche Schluss gefallen, der aber so gar nicht zu der deprimierenden Grundstimmung des Romans, die sonst vermittelt wurde, passt.

    Fortan lebt Raimund ein vergnügtes Leben mit seiner Jugendfreundin. Im Büro scheint auch wieder alles paletti.

    Es ist klargeworden, dass der Inhalt des Romans mich nicht verzückt hat, es ist jedoch noch nicht klargeworden, wie sehr mich diese endlosen inneren Monologe und Grübeleien Raimunds gelangweilt und genervt haben. Obwohl Herr Bonné selbstredend hervorragend schreibt, eine kleine Leseprobe seines Könnens: „Selbstzerstörung begann im Herzen, die eigenen Sehnsüchte verlor man stets zuerst aus den Augen, und sehr schnell erschien einem der innere Gefühlskompass zusammengeschrumpft auf die Größe eines Sandkorns.“

    Gefallen haben mir noch die Ausführungen über Insekten, da Raimund sich wenigstens für eines interessierte: für Entomologie.

    Fazit: Man kann Herrn Bonnés Werke nicht unter drei Sternen veranschlagen. Wegen seiner Komposition. Wegen seiner Sprache. Wegen seiner Ideen. Dabei bleibts aber auch. Mir hats nicht gefallen. Das Gefasel über Licht bleibt für mich schlichtweg Gefasel, ich will in meiner Bewertung jedoch in Rechnung stellen, dass andere Leser damit eventuell mehr anfangen können.

    Kategorie: Zu anspruchsvolle Literatur für mich.
    Verlag: Schöffling, 2017

    Kommentare: 5
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    Lottchens avatar
    Lottchenvor 3 Monaten
    Kurzmeinung: Großartige Darstellung von einem Mann am Rande des Abgrunds und wie es soweit kam. Freundschaft und Liebe spielen eine zentrale Rolle.
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    Iras avatar
    Iravor 7 Monaten
    Kurzmeinung: Schöner Schreibstil, aber langatmig. Alle Protagonisten haben mich nicht überzeugt, schwache oder vermeintlich starke Menschen.
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    hundertwassers avatar
    hundertwasservor einem Jahr
    Kurzmeinung: Sprachlich sehr schön, machmal gleitet man aber beim Text aus. Etwas weniger Altherrenprosa und etwas mehr Esprit wären schön gewesen ...
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    Weltenwandlers avatar
    Weltenwandlervor einem Jahr
    Kurzmeinung: Das war eine Herausforderung an meine Geduld, 2 Drittel Erklärung für das "Warum es so gekommen ist", anstrengend! Erst dann wird es gut.
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    connys avatar
    connyvor einem Jahr
    FrauGoldmann_Buechers avatar
    FrauGoldmann_Buechervor einem Jahr

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