Mirko Zwack Die Macht der Geschichten

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Inhaltsangabe zu „Die Macht der Geschichten“ von Mirko Zwack

Werte werden durch Geschichten vermittelt. Das gilt allgemein und kann für Familienunternehmen besonders angenommen werden. Die Popularität dieser Hypothese hat sie lange vor einer systematischen Untersuchung bewahrt. In diese Lücke stößt dieses Buch, indem es die Verknüpfung von Werten und Geschichten auf Basis systemischer und narrativer Theorien und einem breiten empirischen Fundus nachvollzieht. Wie immer, wenn man Selbstverständliches in Frage stellt, weiß man danach, was man vorher wusste und ist dennoch überrascht. „...ein lebendiges Werk, das die Facetten des Themas in ihrer Vielfalt widerspiegelt. Ich wünsche diesem Buch viele interessierte Leserinnen und Leser, die bereit sind, sich für einige Zeit auf eine andere Art von Denken als gewohnt einzulassen.“ Prof. Dr. Arist von Schlippe Ausgezeichnet mit dem Forschungspreis 2011 der Systemischen Gesellschaft (SG)!

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  • Rezension zu "Die Macht der Geschichten" von Mirko Zwack

    Die Macht der Geschichten

    michael_lehmann-pape

    25. November 2011 um 14:30

    Wertvermittlung durch Erzählungen Dass das Erzählen von Geschichten seit Beginn des Homo Sapiens die zentrale Form der Weitergabe von Traditionen, Werten, Visionen ist, dass durch Geschichten sich eine Gesellschaft im Gesamten fundiert und ihrer selbst sich vergewissert, ist durchaus allgemein bekannt. Bücher, Medien, Zeitrungen, Fernsehen, Musik, all dies ist nichts anderes als das „Sitzen um das Lagerfeuer“ mit anderen Mitteln. Zur Unterhaltung einerseits, vor allem aber zum Transport eines Weltbildes, von Werten und eines inneren Selbstverständnisses sowohl beim Erzähler als auch bei den Zuhörern. Aus diesem fundamentalen Bereich menschlicher Existenz hat Mirko Zwack ein ganz konkretes Thema in seinem Buch einer näheren, fundierten und differenzierten Untersuchung auf dem Hintergrund systemischer und narrativer Theorien zugeführt. Der „Wertevermittlung durch Erzählungen in Familienunternehmen“. Ein Ort im öffentlichen und wirtschaftlichen Leben, der ob seiner besonderen inneren Struktur geradezu prädestiniert für eine solche Untersuchung ist. Es ist gerade die „Wert-Orientierung“, die dem Unternehmen seinen „individuellen Stempel“ aufdrückt. Fragen der Kontinuität des Unternehmens und der Glaubwürdigkeit sind eng mit dieser Wertorientierung verbunden. Die wissenschaftliche Befundlage zu diesem Gebiet ist allerdings bisher nicht sonderlich breit ausgeprägt. Erzählungen, durchaus im Lauf der Zeit auch in legendenhafter Form über Gründungsmythen, den Gründer selbst, Zeiten schwieriger Fahrwasser und entscheidend beteiligter Personen, so die Grundthese Zwacks (und im Rahmen seiner Untersuchung fundiert nachvollzogen) stellen ein eben entscheidendes „Vehikel der Wertevermittlung“ in Familienunternehmen dar. In drei Hauptteile gliedert Zwack hierbei seine, auf seiner Dissertation beruhende, Untersuchung. Zunächst stellt er allgemein die Thematik kultureller Werte in Familienunternehmen dar. Zeigt sodann den aktuellen Stand der Forschung mitsamt aktueller Hypothesenbildung auf und schließt mit einer theoretischen und empirischen Überprüfung, der er systemische Theorien zugrunde legt. Im Ergebnis weist Zwack nachvollziehbar nach, dass es eben jene „kulturellen Werte“ sind, die ein wesentliches Abgrenzungskriterium für diese Form der Unternehmen darstellen, die auch eine wesentliche Rolle für den Erfolg des Unternehmens am Markt und im Rahmen innerer Prozesse spielen. Werte allerdings, die durchaus zwischen Unternehmen divergieren und immer individuelle Ausformungen in sich tragen. Eine allgemeine Darstellung von allgemeingültigen Werten für „Familienunternehmen“ kann so nicht erhoben werden. In der Frage der Wertevermittlung (intern wie extern) ist die Methode der „Geschichte und Erzählung“ eines der herausragenden und feststellbaren Instrumente im Sinne der Kontinuität des Unternehmens. Innerhalb des „Kommunikationssystems Familienunternehmens“ ist es hierbei die „ständige Wiederholung (der Geschichten) die für den Erhalt des Systems sorgt. Ein wichtiges Unterfangen im Übrigen in einer Zeit, die gerade den Bestand kultureller Werte ob der oft vordergründig erwünschten Kurzfristigkeit von wirtschaftlichen Erfolgen unter Spannung geraten. Ein wesentliches Merkmal kontinuierlicher Arbeit und kontinuierlichen Erfolges hat Mirko Zwack in seiner Untersuchung herausgearbeitet und dabei sowohl die Stärken kontinuierlicher kultureller Werte benannt wie auch deren Gefahren und zudem die Mechanismen der Wertevermittlung im Rahmen narrativer und systemischer Theorien nachvollziehbar dargestellt. Zudem wird deutlich, wie eng die „Organisation der Familie“ mit dem weiteren Geschick des Unternehmens selbst zusammenhängt. Vielfach Dinge, die nicht neu erscheinen im Ergebnis. Nun aber fundiert untersucht vorliegen und einige Schlüsse auch für die Praxis der Arbeit in einem solchen Unternehmen zulassen (Impulse, die Zwack gegen Ende des Buches dezidiert in den Raum stellt), wie ebenso auch die weitere wissenschaftliche Betrachtung des Themas inspiriert. Ganz nebenbei wird durch die Untersuchung auch der gesamtgesellschaftliche Wert einer je eigenen kulturellen Sensitivität deutlich benannt. In nicht immer leicht zugänglicher und komplexer wissenschaftlicher Sprache legt Mirko Zwack eine umfassende Untersuchung zur Wertevermittlung in Familienunternehmen vor, die im Ergebnis nicht überrascht, für weitere Untersuchungen des Feldes und die allgemein Wertschätzung kultureller Werte aber durchaus von Bedeutung ist.

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