Mischa Meier

 4,1 Sterne bei 9 Bewertungen

Lebenslauf

Mischa Meier lehrt als Professor für Alte Geschichte an der Eberhard Karls Universität Tübingen. Er ist ein international renommierter Fachmann für die Übergangszeit der Spätantike zum Frühmittelalter. 2021 erhielt er den WISSEN!-Sachbuchpreis der wbg für sein Buch "Geschichte der Völkerwanderung".

Quelle: Verlag / vlb

Alle Bücher von Mischa Meier

Cover des Buches Geschichte der Völkerwanderung (ISBN: 9783406778131)

Geschichte der Völkerwanderung

(4)
Erschienen am 17.12.2021
Cover des Buches August 410 - Ein Kampf um Rom (ISBN: 9783608946468)

August 410 - Ein Kampf um Rom

(3)
Erschienen am 24.02.2010
Cover des Buches Justinian (ISBN: 9783534230013)

Justinian

(1)
Erschienen am 01.01.2011
Cover des Buches Pest (ISBN: 9783608943597)

Pest

(1)
Erschienen am 01.10.2005
Cover des Buches Anastasios I. (ISBN: 9783608943771)

Anastasios I.

(0)
Erschienen am 23.09.2009
Cover des Buches Die Hunnen (ISBN: 9783406829154)

Die Hunnen

(0)
Erschienen am 20.03.2025

Neue Rezensionen zu Mischa Meier

Cover des Buches Geschichte der Völkerwanderung (ISBN: 9783406739590)
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Rezension zu "Geschichte der Völkerwanderung" von Mischa Meier

Robin-Kaercher
Enorm hilfreich

Dieses Buch verschlingt man nicht, man arbeitet sich hindurch, staunt, verliert sich, blättert zurück, und ist am Ende nicht mehr ganz derselbe Leser wie zuvor.

Ich dachte, ich wüsste ungefähr, was mich erwartet: Germanen, Hunnen, der Untergang Roms. Stattdessen bekam ich ein Werk, das die "Great Migration" der Spätantike als globales, vielschichtiges Beziehungsgeflecht begreift. Europa, Asien, Afrika, Religion, Ökonomie, Klima, Kultur, Macht. Alles hängt mit allem zusammen, und Meier zieht die Linien so klar, dass man sich fragt, warum je jemand dieses Zeitalter auf ein paar wandernde Stämme reduziert hat.

Was mich am meisten beeindruckt hat, ist der enorme Umfang, ohne dass das Buch je in Beliebigkeit verfällt. Über 1.500 Seiten, und doch hat jede Seite Gewicht. Meier schreibt nicht trocken, aber auch nicht populistisch. Sein Stil ist manchmal fast poetisch, wenn er von den Bruchstellen der Geschichte erzählt. Von einem Imperium, das sich selbst verliert, oder von Menschen, die zwischen Welten geraten.

Ich habe mir ständig Notizen gemacht: zu Begriffen, Strukturen, zu diesem fast philosophischen Nachdenken darüber, was Wandel eigentlich bedeutet. Die Quellendiskussionen sind vorbildlich, und die Art, wie Meier antike Narrative hinterfragt, schlicht meisterhaft.

Für mich ist dies schon jetzt ein modernes Standardwerk, ein Buch, das man nicht nur liest, sondern immer wieder zur Hand nimmt, um die eigene Sicht auf Geschichte zu prüfen. Wenn ich je vergessen sollte, warum ich Geschichte studiere, dieses Buch wäre die Antwort.

Cover des Buches Geschichte der Völkerwanderung (ISBN: 9783406739590)

Rezension zu "Geschichte der Völkerwanderung" von Mischa Meier

Ein LovelyBooks-Nutzer
Ein gewichtiges Werk

Angesichts des Preises (58 €), des Umfangs (1532 Seiten, davon 1104 Seiten darstellender Text) und des Gewichts (nicht ganz 2 kg) sicherlich kein Buch für jedermann. Ich hatte es mir zu Weihnachten gewünscht und als Leseprojekt für die Sommerferien vorgenommen, doch der lockdown wegen Corona und der dadurch bedingte Umstieg auf homeschooling hat es ermöglicht, früher damit einzusteigen. Insgesamt habe ich gut fünf Wochen gebraucht (unterbrochen durch eine Romanlektüre) um dieses im doppelten Sinn gewichtige Werk zu lesen, was mal so eben nebenher auch nicht möglich ist.

Der Althistoriker Mischa Meier beschreibt in seiner "Geschichte der Völkerwanderung"  den Zeitraum vom 3. bis zum 8. Jahrhundert nach Christus, also den Übergang von der Spätantike zum Mittelalter und die Wechselwirkungen zwischen dem üblicherweise "Völkerwanderung" genannten Vorgängen mit dem allmählichen Verschwinden des Imperium Romanum.

Nach einem anregenden Einstieg, dem Vergleich zweier strukturell ähnlicher Ereignisse (die letztlich erfolglose Belagerung Konstantinopels durch die Awaren im Jahr 626  und die Eroberung Roms durch die Westgoten im Jahr 410) stellt der Fachmann einige umfangreiche Überlegungen zur Methodik seiner Analyse an, die für Nicht-Historiker vielleicht nicht ganz so interessant sind, doch dann beginnt die Darstellung des komplexen Sachverhalts, gegliedert nach Regionen (Europa/Nordafrika/Asien) und den jeweiligen Jahrhunderten. Dabei stellt sich die Frage, ob der Begriff "Völkerwanderung" überhaupt noch zutreffend ist und nicht falsche Vorstellungen weckt, die tatsächlich auch lange, insbesondere durch die nationalbewusste deutsche Geschichtsschreibung bedient wurden, man denke an Felix Dahns "Ein Kampf um Rom". Meier macht an zahlreichen Beispielen aus den drei genannten Regionen deutlich, dass es eben keine Völker waren, die sich geschlossen auf Wanderschaft begeben haben, oft mit einer Art Domino-Effekt begründet (irgendwo beginnt in der fernen Steppe ein Volk das andere zu verdrängen, so dass irgendwann die Folgen dieser Verdrängung an den Grenzen des Imperium Romanum zu spüren sind). Tatsächlich handelt es sich bei den zahlreichen "Stämmen", seien es die West- und Ostgoten, die Vandalen, die Franken, die Berber, um nur einige von vielen Beispielen, die Meier beschreibt, eher um militärische Verbände, die, angelockt durch lange Kontakte an den Grenzen, unter der Führung sogenannter Warlords immer wieder auch in kriegerischer Absicht ins Reich einfielen, um dort zu plündern oder sich dort, anfangs noch mit Billigung der west- und oströmischen Autoritäten niederzulassen. Da diese Anführer stets unter dem Druck standen, ihre Erfolge für die ihnen zustrebenden Kämpfer zu wiederholen (schließlich wollte jeder sein Stück vom Kuchen), wurden die Raubzüge immer zahlreicher und weiträumiger. Im Fall der Hunnen führte diese Dynamik letztendlich zu ihrem Verschwinden nach Attilas Tod. Doch waren die Führer erfolgreich, dann entstanden aus diesen anfangs eher lockeren Verbänden wirkliche Ethnien, die sich mal mehr (Franken), mal weniger erfolgreich (Vandalen/Goten) im Gebiet des Imperium Romanum breit machten [in einem anderen Kontext spricht Meier von "Findelkindern der Völkerwanderung" (S. 923). eine Metapher, die meiner Ansicht nach auf viele der genannten Verbände zutrifft). Damit wiederum trugen sie nicht unerheblich zu dessen Zusammenbruch bei, wenn auch nicht allein verantwortlich (auf die innerrömischen/-byzantinischen Verhältnisse geht Meier ebenso ausführlich ein). Das Reich wurde sozusagen von außen wie von innen zerfressen, mit jeder Provinz, die dem Imperium verloren ging, verminderten sich auch Steuereinnahmen und Rekrutierungsgebiete für neue Soldaten, beides dringend notwendig, um den imperialen Anspruch aufrecht zu erhalten.

Doch die Kontakte zwischen den Römern und den sogenannten Barbaren (wobei dieser Begriff verallgemeinert und den Fremden immer wieder die gleichen stereotypen Verghaltensweisen, schwankend zwischen Untieren und edlen Wilden"zuweist, Meier unterscheidet in diesem Kontext eher zwischen innen und außen) waren nicht nur kriegerisch. Das Einsickern von Menschen, Handelsgütern und kulturellen Vorstellungen beiderseits der Grenzen führte auch zu Annäherungen, die die o.g. Unterscheidung fragwürdig machten. So gab es durchaus Römer unter den Hunnen, und andererseits waren viele der bekannten  "germanischen" Heermeister eher Römer denn "Barbaren.

Gegen Ende seiner Darstellung widmet sich Meier dann ausgiebig den Entwicklungen im byzantinischen Reich, das durch zahlreiche Naturkatastophen, Kriege mit den Persern und damit verbundene Gebietsverluste sowie innere Unruhen, bedingt durch den Laien immer wieder verwirrende religiöse Auseinandersetzungen über die Natur Jesus regelrecht in Endzeiterwartungen erstarrte. Die zunehmende religiöse Durchdringung des Alltags, gipfelnd in der beinahe gottgleichen Selbstdarstellung der Kaiser sowie die Zusammenarbeit mit arabischen Stämmen zur Abwehr der Perser ebnete Meier zufolge auch dem Aufstieg des Islam ein stückweit den Weg.

Alles in allem ein durchaus gewichtiges Buch, das jedem historisch interessiertem Leser empfohlen werden kann.

Cover des Buches Pest (ISBN: 9783608943597)
Dubhes avatar

Rezension zu "Pest" von Mischa Meier

Dubhe
Rezension zu "Pest" von Mischa Meier

Wie man bereits erraten hat, handelt dieses Buch von der berüchtigten Seuche Pest.
Die Idee ist gut, doch dieses Buch ist ziemlich langweilig.
Es ist etwas freudlos geschrieben und man bekommt dieses Buch nur durch, wenn das Thema einen wirklich interessiert, was bei mir nicht ganz so der Fall ist, da ich bloß eine Arbeit für die Schule schreiben muss.

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