Misha Anouk

 4.4 Sterne bei 43 Bewertungen
Misha Anouk

Lebenslauf von Misha Anouk

Misha Anouk, geboren 1981 auf Gibraltar, ist Autor. Zuletzt erschien sein erzählerisches Sachbuch "Goodbye, Jehova!" (Rowohlt). Er lebt und arbeitet in Wien.

Alle Bücher von Misha Anouk

Goodbye, Jehova!

Goodbye, Jehova!

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Erschienen am 24.10.2014
Die ultimative Poetry-Slam-Anthologie I

Die ultimative Poetry-Slam-Anthologie I

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Erschienen am 03.11.2014

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Neue Rezensionen zu Misha Anouk

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Rezension zu "Goodbye, Jehova!" von Misha Anouk

Frauen in knielangen Röcken
berkavor 3 Jahren


...fallen auf. Sind sie in Begleitung eines Herrn im Anzug, der eine Aktentasche trägt so handelt es sich mit hoher Wahrscheinlichkeit um Zeugen Jehovas. Die machen sich in letzter Zeit rar, auch an der Haustür sind sie mir lange nicht begegnet. Aber es gibt sie noch. Einer ihrer Königreichssäle befindet sich in meiner Nachbarschaft, und dort ist gelgentlich Betrieb, freitagsabends und sonntags z. B.

Vertreter der Zeugen Jehovas sind mir schon häufig begegnet. Früher gehörten sie zum Straßenbild, den Wachtturm anbietend. Einmal haben sie mich in meinem Wohngemeinschafts-Zimmer besucht: ein älteres Paar stand eines morgens vor der Tür und bot ein Gespräch an. Ich ließ sie hinein. Der Mann zog ein schwarzes Etui aus seiner Tasche und für einen Moment fürchtete ich er könnte einen Revolver zücken. Es war aber nur seine Bibel.

Recht intensiven Kontakt hatte ich während eines Ferienjobs. Ich fuhr als Gehilfe mit einem Landvermesser durch die Gegend der aktiver Zeuge Jehova war. Während unserer Fahrten hatten wir viel Zeit für Gespräche, die er teilweise für religiöse Themen nutzte. Da ich zu jener Zeit Theologie studierte fühlte ich mich genötigt gegenzuhalten, muss aber eingestehen dass ich einen schweren Stand hatte. Sein Weltbild war recht geschlossen und er war gut geschult. Die Gespräche waren aber nicht unangenehm.

Noch später ließ ich mich einmal auf einen Besuch von zwei relativ jungen Zeuginnen ein der sich aus einem Haustürgespräch ergab, mit ähnlichem Verlauf. Ich musste mich aber schon recht deutlich abgrenzen um die Diskussion zu beenden. Seitdem vermeide ich weiterführende Gespräche. Mein Eindruck ist auch dass die Zeugen nicht mehr so präsent sind.

Soviel zu meinen Erfahrungen mit Zeugen Jehovas. Zum Buch hat Manuela schon viel gesagt.
Ich musste mich ein wenig hindurchkämpfen, denn es ist recht ausführlich und einige Dinge wiederholen sich. Ich habe aber viel darüber erfahren wie die Zeugen Jehovas intern funktionieren, und welchen Tücken ihre Mitglieder ausgesetzt sind. Aber auch über die Geborgenheit die eine solche Glaubensgemeinschaft bietet, solange man nicht an ihren Grundsätzen zweifelt.

Misha A. schreibt recht unterhaltsam und belegt seine Aussagen immer wieder mit Zitaten aus dem Schrifttum der Zeugen.
Er schildert den Jahresablauf und die Aktivitäten in der Gemeinde und geht auch auf deren Historie ein, weltweit und in Deutschland.
Erschreckend ist die Konsequenz mit der er sich von seinen Eltern trennen musste als er sich schließlich lossagte. 

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rumble-bees avatar

Rezension zu "Goodbye, Jehova!" von Misha Anouk

Gratwanderung zwischen Sachbuch und persönlichem Gespräch
rumble-beevor 4 Jahren

Das auffälligste Kennzeichen dieses Buches ist sicherlich, dass es sich in keine Schublade so recht einordnen lässt. Sicher ist es ein Sachbuch, hat aber deutliche Anteile von Erzählung, Reportage und Autobiographie. Von allem etwas! Dazu noch der teils recht flapsige Gesprächston, und fertig ist die Verwirrung.

Nein, so schlimm fand ich es wieder nicht! Ich fand die ungewöhnliche Mischung sogar ausgesprochen lesbar! Und das bei einem derart "verminten" und komplexen Thema. Ich empfinde es als nicht unerhebliche Leistung des Autors, den interessierten Leser nicht nur zu informieren, sondern auch persönlich anzusprechen und zu unterhalten. Im Non-Fiction-Sektor eine Seltenheit.

Misha Anouk ist in der Glaubensgemeinschaft der "Zeugen Jehovas" aufgewachsen, und berichtet hier von seinem langen Zweifeln und letztendlichem Ausstieg. Berührt hat mich seine schonungslose Ehrlichkeit, was seine "Sünden" und seine Ziellosigkeit nach dem Ausschluss betrifft. Einen dicken Kloß hatte ich im Hals, als er sogar im Nachhinein noch Verständnis für seine Eltern aufbringt, die er praktisch nicht mehr sehen darf.

Sicher, er kann sich eine teilweise bissige Darstellungsweise nicht verkneifen. Dafür punktet das Buch aber mit sehr profunden Gedankengängen im letzten Drittel: wie kann es passieren, dass sich ein Gedankengebäude derart verselbständigt? wie kommt es, dass kein Einzelner etwas Böses will, und dennoch menschliche Katastrophen entstehen? Wie entstehen überhaupt Religionen? Was ist Gedankenkontrolle? Warum wollen Menschen glauben? Und vieles mehr. Sicher ist Misha Anouk kein Religionswissenschaftler, macht dies aber durch Unmittelbarkeit und Nachvollziehbarkeit wieder wett.

Der Aufbau des Buches ist sicher auch etwas eigen. Es beginnt mit der Widerlegung von gängigen Vorurteilen. Dann folgt der Ablauf einer typischen "Zeugen"- Woche und -Karriere. Dann erst Hintergründe zur Entstehung der Sekte. Und zuletzt, in mehreren packenden Kapiteln, der Ausstieg, bzw. Ausschluss. An keiner Stelle verheimlicht der Autor dabei, dass es ihm die überwiegende Zeit als Kind gar nicht mal schlecht ging! Ich bin selber in einer ähnlichen Gruppierung groß geworden, und kann nur sagen, Misha Anouk hat die Mechanismen, die in solchen Gemeinschaften am Werk sind, großartig getroffen.

Ich würde potenziellen Lesern nur einen Rat mit auf den Weg geben wollen: bitte nicht lesen, wenn ihr ein wirklich profund recherchiertes und "wasserdichtes" Sachbuch erwartet. Hier wird man als Leser ganz persönlich angesprochen, und in die Geschichte gezogen. Wenn man bereit ist, sich darauf einzustellen, wird das Buch zur gelungenen Lektüre.

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Lobpreisfreaks avatar

Rezension zu "Goodbye, Jehova!" von Misha Anouk

Verschenktes Potential
Lobpreisfreakvor 4 Jahren

Ich habe mir viel Zeit mit der Rezension dieses Buches gelassen, weil ich es schwierig fand, es zu bewerten. Das liegt vor allem daran, dass nicht deutlich ist, was diese Monographie eigentlich sein möchte. Sie geht nicht stringent in eine Richtung. Dafür mit wackelnden Ansätzen in viele.
Zunächst einmal ist "Goodbye, Jehova!" ein Erfahrungsbericht mit der vielleicht größten Sekte der Welt. Mitunter ein sehr persönlicher. Das wird auch durch den Stil unterstrichen, der zweifelsohne dem eines persönlichen Gespräches nachempfunden ist. Die Folge sind nicht selten flapsige, sehr umgangssprachliche Formulierungen, die einige Rezensenten bereits dazu gebracht haben, das Buch als "sprachliches Desaster" zu bezeichnen. Dies ist sicherlich unfair. Es zieht nur das konsequent durch, was es sein will: ein persönliches Gespräch, was stets durch die Persönliche Anrede "Du" - was vielleicht wiederum einige Leser abschreckt - unterstrichen wird. Aber will es das.
Der Autor weist wiederholt darauf hin, dass seine Kritik den Zeugen Jehovas, ihrem Lehrgebäude und vor allem der Wachturm-Gesellschaft geht. Da kommt man um eine Kritik der Bibelauslegung der Zeugen nicht herum. So weit, so gut. Trotzdem hat man nicht selten das Gefühl, dass die Bibel und ihre Inhalte selbst - und damit auch alle auf ihr basierenden Glaubensgemeinschaften, wie Formen des Christen- und Judentums - angegriffen werden. Das ist an sich nicht unzulässig, geschieht aber in einer unqualifizierten Art und Weise weil es hier an Kenntnissen der theologischen Exegese mangelt. Das Problem hierbei ist,, dass Leser, die sich mit solchen Dingen sonst nicht beschäftigen, ein verzerrtes Bild nicht nur von den Zeugen, sondern von der Bibel selbst und dem auf ihr basierenden Glauben erhalten. "Das glauben die!?" Nein. Das glauben sie nicht. Das ist auch nicht mal zwingend Ansicht der Zeugen. Nur Ansicht des Autors. Diese ist jedoch nicht ausreichend als solche gekennzeichnet. Anuok verschafft seiner Monographie immer wieder einen pseudowissenschaftlichen Anstrich durch die Zitation mehrerer Quellen. Dadurch bekommt der Leser den Eindruck, "die Wahrheit" und nicht nur eine subjektive Darstellung vor sich zu haben. Viele seriöse Quellen, wie z.B. Max Weber sind dabei. Aber eben auch Dinge wie Christopher Hitchens´ "Der Herr ist kein Hierte" (engl.: "God is not great"), ein Buch, was sicherlich viele Leser gefunden hat, aber lediglich populärwissenschaftlich ist und in der wissenschaftlichen Philosophie kein hohes Ansehen genießt, weil es wissenschaftlichen Standards dieser Disziplin nicht gerecht wird. Auch hier ist wieder das Problem: Der durchschnittliche Leser wird dies nicht wissen. Wenn solche Quellen neben Max Weber auftauchen, hält man sie plötzlich auch für seriös. Und so pendelt Anuok immer zwischen Wissenschaft, Pseudo- und Populärwissenschaft und persönlicher Darstellung hin und her. Es ist nicht klar, was genau diese Monographie erfüllen will und dies birgt die Gefahr, dass der Leser - dank mangelnder Kennzeichnung- , Dinge für wissenschaftlich hält, die es nicht sind.
Ist man aber fähig und gewillt, die Dinge klar zu trennen und bei Bedarf entsprechende Recherche in die Leseerfahrung hineinzustecken und schreckt einen die persönliche Sprache nicht ab, dann ist Misha Anuoks "Goodbye, Jehova!" auf jeden Fall lesenswert. 

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Gespräche aus der Community

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MishaAnouks avatar

Liebe Lovelybooks-Menschen!



Am 24. Oktober 2014 erscheint mein erzählerisches Sachbuch "Goodbye, Jehova!" im Rowohlt Verlag als rororo-Taschenbuch. 

Schon vorab möchte ich euch zu meiner Leserunde einladen. 20 von euch erhalten noch vor dem Erscheinungstag die Möglichkeit, hineinzuschmökern. Ich würde mich wirklich sehr freuen, wenn 
  1. ihr euch zahlreich bewerbt 
  2. ihr diese Leserunde begleitet und bereichert.  
Ich freue mich auf euch! Hier die Inhaltsangabe von "Goodbye, Jehova!":


Was passiert eigentlich auf der anderen Seite der Tür, wenn du sie den Zeugen Jehovas vor der Nase zuschlägst?

Zeugen Jehovas kennen die meisten von uns nur aus der Fußgängerzone oder als lästigen Besuch an der Tür – häufig etwas bieder, vor allem aber harmlos. Misha Anouk weiß, wie es auf der anderen Seite aussieht. Er wuchs in einer Zeugen-Jehovas-Familie auf und lief im Predigtdienst von Haustür zu Haustür – stets hoffend, keine Mitschüler zu treffen. Mit erfrischendem Humor erzählt er von einer Kindheit ohne Weihnachten, aber mit Geistern, von ersten Zweifeln und Weltuntergängen, die auf sich warten lassen. In seinem mitreißenden Insiderbericht analysiert Misha Anouk die emotionale Verführung der Zeugen Jehovas, beschreibt Organisation und Struktur der Wachtturm-Gesellschaft und erzählt, weshalb er schließlich eine Sünde beging, um die bekannteste Sekte der Welt zu verlassen...


Misha Anouk, geboren 1981 auf Gibraltar, wohnhaft in Wien, ist freier Autor und bloggt regelmäßig auf www.indub.io und twittert unter @mishaanouk.



Informationen zum Buch auf der Homepage von Rowohlt.

Ihr möchtet bei der Leserunde mitmachen? Großartig! Teilt mir das in einem Kommentar mit und erzählt, ob und welche Berührungspunkte ihr schon mal mit Zeugen Jehovas hattet. Unter allen Teilnehmern verlose ich gemeinsam mit Rowohlt 20 Leseexemplare. Bewerbungsschluss ist Mittwoch, der 8. Oktober. Die GewinnerInnen erhalten dann noch vor der dem offiziellen Erscheinungstag ihr druckfrisches Exemplar – alle anderen dürfen und sollen natürlich trotzdem bei der Leserunde mitmachen und ab Erscheinungstag mit einsteigen. Ich werde versuchen, zwei bis drei Mal die Woche hier reinzuschauen und mich an eurer Leseerfahrung zu beteiligen. Ich freue mich auf den Austausch!

Viel Spaß,

euer Misha Anouk

P.S. In einem der Unterthemen findet ihr den Link zu einer Leseprobe!
PrinzessinAuroras avatar
Letzter Beitrag von  PrinzessinAuroravor 4 Jahren
Zur Leserunde

Zusätzliche Informationen

Misha Anouk wurde am 10. Dezember 1981 in Gibraltar (Großbritannien) geboren.

Misha Anouk im Netz:

Community-Statistik

in 75 Bibliotheken

auf 19 Wunschlisten

von 2 Lesern aktuell gelesen

von 5 Lesern gefolgt

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