Das Wunder von Coldwater

von Mitch Albom 
3,8 Sterne bei42 Bewertungen
Das Wunder von Coldwater
Bestellen bei:

Neue Kurzmeinungen

Positiv (27):
Elizzys avatar

Ein schöner Roman, der einem frei lässt, ob man an Wunder glauben möchte oder nicht.

Kritisch (3):
Schlehenfees avatar

Der Versuch, beim Leser den Glauben an ein Leben im Himmel bei Gott nach dem Tod zu wecken, ist bei mir gescheitert.

Alle 42 Bewertungen lesen

Auf der Suche nach deinem neuen Lieblingsbuch? Melde dich bei LovelyBooks an, entdecke neuen Lesestoff und aufregende Buchaktionen.

Inhaltsangabe zu "Das Wunder von Coldwater"

Es ist ein kühler Morgen, als bei Tess Rafferty in der kleinen Stadt Coldwater am Lake Michigan das Telefon klingelt. Am anderen Ende der Leitung hört Tess die Stimme ihrer Mutter – und lässt vor Schreck den Hörer fallen, denn ihre Mutter ist seit vier Jahren tot. Und auch andere Bewohner erhalten plötzlich Anrufe von Verstorbenen. Schnell ist die Rede von einem Wunder, und Coldwater rückt in den Fokus der Medien. Immer mehr Menschen glauben an die Worte aus dem Himmel. Nur einer nicht: Der Pilot Sully Harding ist entschlossen zu beweisen, dass alles ein riesiger Schwindel ist. Aber ist es das? Oder existiert das Wunder von Coldwater wirklich?

Buchdetails

Aktuelle Ausgabe
ISBN:9783442484263
Sprache:Deutsch
Ausgabe:Flexibler Einband
Umfang:336 Seiten
Verlag:Goldmann
Erscheinungsdatum:16.05.2016

Rezensionen und Bewertungen

Neu
3,8 Sterne
Filtern:
  • 5 Sterne12
  • 4 Sterne15
  • 3 Sterne12
  • 2 Sterne2
  • 1 Stern1
  • Sortieren:
    Elizzys avatar
    Elizzyvor 7 Monaten
    Kurzmeinung: Ein schöner Roman, der einem frei lässt, ob man an Wunder glauben möchte oder nicht.
    Das Wunder von Coldwater

    Zusammengefasst

    Das Setting des Buches ist eine Kleinstadt in Michigan. Eine Stadt mit dem Namen Coldwater, hier kennt jeder jeden und die Menschen sind sich ein ruhiges Leben gewöhnt. Doch diese Ruhe wird schlagartig gestört, als der erste Anruf vom Himmel die Erde erreicht. Es scheint ein Wunder zu sein. Die ersten paar Menschen werden von ihren Liebsten aus dem Jenseits kontaktiert. Doch nicht jeder freut sich über diese Anrufe. Die Geschichte nimmt aber erst so richtig Fahrt auf, als das ganze öffentlich wird und die einige der „Auserwählten“ sich zu den Anrufen bekennen.

    Plötzlich richten sich alle Augen auf Coldwater und jeder will an diesem Wunder beteiligt sein, egal ob finanziell oder auf eine Gläubige Art. Die Stadt ist nich mehr so wie sie einmal war. Doch nicht jeder glaubt an dieses Wunder und die ersten Nachforschungsarbeiten beginnen… wohin wird das ganze wohl führen?

    Darüber Gedanken gemacht

    Während dem Lesen lernt man einige Einwohner aus Coldwater kennen, schnell erfährt man deren Hintergrundgeschichte und schnell wird einem klar, welche Verbindungen bereits zu Anfang unter einander existieren. Besonders beeindruckt war ich über den Lauf den die Geschichte nahm. Aus einem einzigen Anruf wurde plötzlich so viel mehr.

    „Was dann geschah, hängt ganz davon ab,
    was man zu glauben bereit ist.“
    – S. 11

    Die Stadt wurde von Pilgern sowie auch Demonstranten nahezu überrannt. Die Hotels waren bis auf das letzte Bett ausgebucht, die Diner rappelvoll und sogar der Handyladen wurde überflutet.  Schnell wurde den Menschen rund um Coldwater klar; mit diesem Wunder lässt sich auch sehr viel Profit schlagen. Die Medien stürzten sich auf diese Geschichte und besonders durch deren Einfluss wurde das ganze riesig.

    Gefiel mir sehr

    Am meisten mochte ich den geschichtlichen Hintergrund, denn nebst der Handlung in Coldwater lernt man auch viel über die Entstehung des Telefons und somit auch über  dessen Erfinder Alexander Graham Bell kennen, der bereits zu seiner Zeit grosse Visionen hatte. Besonders schön fand ich dabei auch die Geschichte über seine grosse Liebe, eine Dame, die Gehörlos war und doch wesentlich dazu beitrug, dass das Telefon überhaupt erfunden wurde.

    „Ohne die Macht der Liebe, die den Erfinder dazu  veranlasst hatte, auf einen Zug zu  aufzuspringen, wäre Bells Erfindung vielleicht nie bekannt geworden. Doch als es dann geschah, war die Welt für immer verändert.“
    – S. 90

    Ebenfalls speziell zu lesen war die Entwicklung der einzelnen Protagonisten. So waren diese zu Anfangs nahezu alle Einzelgänger und mit der Zeit bildeten sich Freundschaften und sogar eine Liebesbeziehung. Es war schön zu lesen, wie einige durch dieses Wunder ihr persönliches Glück finden konnten und vor allem auch, wie sie auch mit der Vergangenheit abschliessen konnten.

    „Unsere Wünsche richten den Kompass aus,
    aber das wahre Leben lenkt den Kurs.“
    – S. 311

    Wundervoll fand ich die Botschaft am Ende des Buches, die ich hier aber nicht vorweg nehmen möchte, um nicht zu spoilern. Das Buch hinterlässt einen mit gemischten Gefühlen zurück. Es war schön, witzig und traurig zugleich, doch es war nie so, dass man das Gefühl hatte, zu einem Glauben gezwungen zu werden.

    Gefiel mir nicht

    Wenn ich dieses Buch mit „Dienstags bei Morrie“ vergleiche, fallen mir schon ein paar Schwachstellen auf, die Geschichte war zwar schön und enthielt viel Botschaft, doch nie so viel wie „Dienstags bei Morrie“, das mich einfach nicht mehr losliess. Irgendwie fehlte mir das gewisse Etwas an der Geschichte.

    Schreibstil & Cover

    Der Schreibstil war leicht und flüssig, der Aufbau der Protagonisten war meiner Meinung nach sehr durchdacht und stimmig. Das Cover gefällt mir richtig gut und wirkt sehr harmonisch.

    Fazit

    Mitch Albom hat hier ein tolles Buch geschrieben über ein Wunder, bei dem es einem selbst überlassen ist, wie viel man davon glauben möchte. Es ist eine tolle Geschichte für zwischendurch, die einen zum Nachdenken anregt. Von mir eine klare Leseempfehlung.

    Bewertung
    Buchlänge ♥♥♥♥♥ (5/5)
    Schreibstil ♥♥♥♥♥ (5/5)
    Botschaft ♥♥♥♥ (4/5)
    Lesevergnügen ♥♥♥♥ (4/5)

    Hier geht es zur Leseprobe
    Hier könnt ihr das Buch kaufen

    Kommentieren0
    1
    Teilen
    ChattysBuecherblogs avatar
    ChattysBuecherblogvor einem Jahr
    Kurzmeinung: Eine tolle und ergreifende Geschichte, die mich so manche Träne gekostet hat.
    Mein Leseeindruck

    Als der erste Anruf vom Himmel die Welt erreichte, packte Tests Rafferty gerade eine Packung Teebeutel aus. (1. Satz - Seite 7) 

    Mit den Worten "Die wichtigsten Nachrichten des Lebens werden durchs Telefon verbreitet. Die Geburt eines Kindes, die Verlobung eines Paares, ein tragischer Unfall auf nächtlicher Straße [...] kündigen sich durch das Läuten eines Telefons an" beschreibt der Autor eine fast unglaubliche Geschichte. Warum ich "fast" schreiben? Nun, die Gedanken sind frei. Jeder kann glauben was er will. Aber viel Wahrheit steckt auf jeden Fall in diesem Satz.

     Mit durchaus gemischten Gefühlen habe ich dieses Buch zur Hand genommen. Das Cover versprach etwas fröhliches, gute Unterhaltung eben. Aber schon nach den ersten Sätzen bemerkte ich, wie sehr mich diese Geschichte ergreifen würde. Ein Anruf vom Himmel. Wie sehr konnte ich mich in diesen Gedanken reinversetzen? Bis ich auf einmal merkte, dass ich Tränen in den Augen hatte. tränen, weil ich auch einen geliebten Menschen verloren hatte und mit dem Verlust immer wieder kämpfe. Was würde sein, wenn ich eines Tages solch einen Anruf erhalten würde? Ich glaube, dass mein neu aufgebautes Leben kräftig ins Wanken geraten würde.

     In dieser Geschichte geht es um Glauben an das Leben danach und leider auch die gnadenlose weltliche Sichtweise, wie man Gefühle vermarkten kann. Ich fand den Medienrummel, der durch diese Anrufer in Coldwater, entstand, sehr bedrückend.  Klar, es ist die Sensationslust die die Menschen trägt, Aber was ist mir den Menschen selbst? Mit der Botschaft des Anrufs?

     Obwohl mir der Gedanke der Geschichte sehr gut gefallen hat, blieb jedoch Sully für mich eher fremd. Ich konnte mich mit seinem Charakter einfach nicht so gut anfreunden, deshalb legte ich auch den Fokus mehr auf das Thema.

     Fazit:

     Dieses Buch beschäftigt sich zwar mit dem Thema Glauben, ist jedoch nicht als religiöse Literatur einzustufen. Es ist ein Roman, der tiefe Emotionen anspricht. Und ob man die Dinge nun glaubt oder nicht beschreibt schon das Lied: Die Gedanken sind frei.

    Kommentieren0
    15
    Teilen
    misery3103s avatar
    misery3103vor einem Jahr
    Kurzmeinung: Die Vorstellung ist schön. Noch einmal mit einem geliebten Menschen zu reden, der verstorben ist. Zu hören, dass es ihm gut geht.
    Anrufe aus dem Jenseits

    In Coldwater, einem kleinen Ort in der Nähe des Lake Michigan, ereignet sich ein Wunder. An einem Freitag erhalten mehrere Einwohner Anrufe von verstorbenen Angehörigen. Sully Harding, gerade aus der Haft entlassen, ist skeptisch und versucht, die Anrufe als Schwindel aufzudecken. Doch sind sie das wirklich?

    Die Vorstellung ist schön. Noch einmal mit einem geliebten Menschen zu reden, der verstorben ist. Zu hören, dass es ihm gut geht. Diese Grundidee des Romans mochte ich sehr und sie berührte mich. Kopfschüttelnd las ich, welche Folgen ein solches Wunder für die kleine Stadt und ihre Bewohner hat und konnte mir den Medienrummel bildlich vorstellen. Sullys Suche nach der Wahrheit war interessant und spannend. Auch die anderen Betroffenen und ihre gemischten Gefühle bezüglich der Anrufe waren nachvollziehbar geschildert und ließen mich jedem weiteren geschilderten Freitag mit neuen Anrufen entgegenfiebern.

    Die Auflösung des Wunders und die gleichzeitige Entdeckung eines neuen Wunders machte das Buch für mich ein bisschen unrund, weil sie mir zu gewollt daher kam. Insgesamt habe ich den Ausflug nach Coldwater aber genossen.

    Kommentieren0
    4
    Teilen
    ban-aislingeachs avatar
    ban-aislingeachvor 3 Jahren
    Kurzmeinung: Braucht man wirklich Anrufe von Toten um an den Himmel zu glauben?
    Telefonleitung zum Himmel

    „Das Wunder von Coldwater“ wurde von dem amerikanischen Schriftsteller Mitch Albom geschrieben und ist 2014 im Goldmann Verlag erschienen. Unter anderem hat der Autor noch die bekannten Bücher „Dienstags bei Morrie“ und „die fünf Menschen, die dir im Himmel begegnen“ geschrieben.

    Das Cover hat mich mit seinen schönen, saftigen Farben fast schon magisch angezogen. Es zeigt eine Kleinstadt wo zwischen den Häusern noch genug Platz für Bäume ist. Vor den Häusern kann man Wiesen und Felder erkennen.

    Eigentlich ist Coldwater eine von vielen Kleinstädten in den USA. Zumindest bis zu jenem Augenblick als einige Einwohner von Toten Anrufe bekommen. Unter anderem Katherine Yellin, bei der sich ihre über alles geliebte, verstorbene Schwester Diane meldet. Bis auf Katherine erzählt niemand etwas von diesen Anrufen. Sie jedoch steht eines Morgens in der Kirche auf und spricht darüber. Langsam bekommen die Medien von der Geschichte Wind und überrollen die Kleinstadt und langsam geben auch die anderen Einwohner zu, dass sie von Verstorbenen angerufen werden. Mit den Medien kommen sowohl Pilger wie auch Demonstranten nach Coldwater und verändern das Leben in der Kleinstadt. Zu den Gegnern zählt auch der ehemalige Pilot Sully Harding, welcher sich auf die Suche nach der Wahrheit macht, weil er nicht mit ansehen kann wie sein Sohn auf einen Anruf der verstorbenen Mutter wartet.

    Das Buch ist in der dritten Person Singular geschrieben und umfasst 322 Seiten. Das Buch ist in mehrere Kapitel unterteilt, deren Überschriften Zeitangeben wie z.B. zwölfte Woche ist. Mitch Albom ist es gelungen nicht nur die Nachrichtenprogramme wunderbar einzubinden, sondern auch Alexander Graham Bell. Denn man lernt durch das Buch auch die Geschichte des Telefons näher kennen. Da es immer wieder überraschende Entwicklungen gibt, bleibt es bis zum sehr interessanten Ende sehr spannend. Es gibt viele verschiedene Charaktere und somit meiner Meinung nach keine Person die raussticht. Denn alle sind wichtig und stehen für bestimmte Rollen. Ich konnte alle von ihnen ins Herz schließen, was wohl auch daran lag, dass deren Handlungen nachvollziehbar waren. Dennoch kann ich nicht behaupten, dass ich diese immer verstanden habe.

    Obwohl das Buch in einem flüssigen Schreibstil geschrieben wurde und sich somit angenehm lesen ließ, fiel es mir schwer das Buch wieder in die Hand zu nehmen, wenn ich es mal zur Seite gelegt hatte. Ich bin zwar bekennende Christin, aber das Buch hat mich nicht sehr fesseln und überzeugen können. Deswegen ziehe ich dem Buch einen Punkt ab. Einen weiteren Punkt muss ich wegen dem Ende abziehen, genauer gesagt wegen den letzten vier Seiten.

    Ich kann das Buch dennoch empfehlen. Es lohnt sich zu lesen, aber nur für Leute welche dem christlichen Glauben nicht kritisch gegenüber stehen.

    Kommentieren0
    33
    Teilen
    Schlehenfees avatar
    Schlehenfeevor 3 Jahren
    Kurzmeinung: Der Versuch, beim Leser den Glauben an ein Leben im Himmel bei Gott nach dem Tod zu wecken, ist bei mir gescheitert.
    Plump statt inspirierend

    In der kleinen Stadt Coldwater in Michigan wird das bisherige Leben auf den Kopf gestellt, als einige Bewohner plötzlich Anrufe von verstorbenen Familienmitgliedern erhalten, die ihnen von Liebe, Vergebung und Frieden im Jenseits berichten. Manche, wie Polizeichef Jack, verschweigen die Anrufe, andere flüchten, wie Elias Rowe, andere aber wie Tess und Katherine werden regelrecht besessen von den Anrufen. Als die Ereignisse publik werden, kann sich Coldwater vor Pilgern, Reportern und Schaulustigen kaum noch retten.
    Ex-Armeepilot und Ex-Knacki Sully versucht derweil, seinem Sohn ein normales Leben zu ermöglichen, doch der Junge wartet mit einem Spielzeughandy sehnsüchtig auf einen Anruf seiner verstorbenen Mutter. Sully möchte vor den Ereignissen fliehen, die sein Leben und das seiner Frau zerstörten und beginnt, Ermittlungen über das „Wunder von Coldwater“ anzustellen.

    Sehr berührend und inspirierend fand ich „Nur einen Tag noch“ von Mitch Albom, so dass mich auch die Idee zu „Das Wunder von Coldwater“ interessierte. Wie es scheint, sind Geschichten rund um das Jenseits und Verstorbene und ihre Hinterbliebenen seine Spezialität.

    Leider bewegte sich die Handlung permanent auf einer religiösen Ebene, die für mich nicht wirkte und mich nicht erreichte. Die Handlung ist schon sehr auf das US-amerikanische Verstehen von Religiösität zugeschnitten, finde ich. Scharen von Pilgern, die monatelang in jedem Wetter in einem Vorgarten ausharren und ekstatisch werden, findet man in Mitteleuropa wohl kaum.

    Abgesehen von dem religiösen Aspekt gefielen mir auch die Charaktere bis auf Sully nicht. Mit seiner Ausnahme bleiben alle anderen distanziert, abgesehen von ihrem Umgang mit den Anrufen, erfährt man kaum etwas über sie. So konnte ich mich nicht mit den handelnden Personen identifizieren.
    Etwas Schwung nimmt die Handlung auf, als Sully aktiv in seine „Ermittlungen“ einsteigt. Wie es zum „Wunder“ kam, finde ich dagegen etwas plump konstruiert. Und auch das Ende trieft vor Kitsch.

    Was auch immer nach dem Tod kommt, „Das Wunder von Coldwater“ inspiriert mich nicht, an den Himmel zu glauben. Die Auswirkungen eines (angeblichen) religiösen Wunders auf die Menschen und ihre Gemeinde finde ich besser porträtiert in David Gutersons „Unsere liebe Frau vom Wald“.

    Kommentieren0
    7
    Teilen
    melli_2897s avatar
    melli_2897vor 3 Jahren
    Kurzmeinung: Wenn die Idee etwas besser ausgeführt worden wäre, hätte sich das Buch sicher zum größeren Kassenschlager entwickelt.
    Tolle Idee, aber nur mittelmäßig ausgeführt

    Wie verhält man sich, wenn plötzlich ein verstorbener Angehöriger anruft? Dieses Szenario klingt skurril, stellt aber die Haupthandlung des Buches "Das Wunder von Coldwater" von Mitch Albom, einem erfolgreichen amerikanischen Schriftsteller, dar.


    Doch nicht nur eine Person muss sich diese Frage stellen, sondern gleich mehrere Einwohner der kleinen Stadt Coldwater im kalten Norden der USA. Als sich immer mehr von den "Auserwählten" dazu bekennen, mit ihren Liebsten im Jenseits zu telefonieren - und das auch noch regelmäßig - versinkt die ruhige Kleinstadt im Chaos. Zwischen den Fronten derer, die an ein Wunder glauben (wollen) und den festgefahrenen Atheisten entbrennt ein Streit, der sich schnell auf eine internationale Ebene ausweitet. Nur den ehemaligen Pilot Sully Harding interessiert der Aufmarsch der Medien nicht. Er ist fest dazu entschlossen, das augenscheinliche Wunder als den Schwindel zu entlarven, für das er es hält. Doch die Suche nach einer Erklärung stellt sich als schwieriger heraus, als erwartet. Steckt doch eine höhere Macht hinter den Anrufen?


    Meine Bewertung:


    Die Idee hat mich sofort neugierig gemacht, da die Story wirklich originell ist. Leider war der Schreibstil nicht so einnehmend, wie die Geschichte. Der Autor wechselt in sehr kurzen Intervallen zwischen verschiedenen Charakteren. An und für sich ist ein Perspektivenwechsel eigentlich förderlich für die Identifikation mit den fiktiven Personen. Doch das Vorstellen neuer Charaktere wollte schlicht und einfach nicht mehr aufhören. Es wurden einfach zu häufig die Sichtweisen zwischen zu vielen Personen geändert. Ich bin nicht nur gelegentlich mit den Namen durcheinander gekommen, es viel mir auch durch die vielen Wechsel unglaublich schwer gefallen, Sympathien für die Figuren zu entwickeln. Obwohl der Pilot Sully Harding wohl die Hauptrolle darstellen soll, lagen meine Sympathien durchgehend beim Polizeichef Jack Sellers. So viel zu Schreibstil und Personen.


    Einen weiteren Kritikpunkt, der sich schrittweise angeschlichen hat, war die starke religiöse Auslegung der Handlung. Fünf Pastoren für eine Kleinstadt scheinen mir ohnehin etwas übertrieben, aber die Absicht, dem Leser seinen Gott näher zu bringen, kann Mitch Albom nicht abstreiten. Mich als agnostischen Atheist hat diese Note des Buches daher kalt gelassen und gelegentlich sogar etwas genervt. Trotz der durchaus religiösen Bedeutung der Story hätte man das Christentum nicht zur unausweichlichen Zentralaussage machen müssen.

    Weil mir aber die Grundidee des Plots gefallen hat, gebe ich dem "Wunder von Coldwater" trotzdem noch 3 gut gemeinte Sterne.

    Kommentieren0
    2
    Teilen
    PollyMaundrells avatar
    PollyMaundrellvor 3 Jahren
    Kurzmeinung: Sehr gute Idee, die leider nicht ganz so gut umgesetzt wurde und dadurch viel Potenzial eingebüßt hat.
    Super Idee, leider hat mir die Umsetzung nicht ganz so gut gefallen

    Klappentext
    Es ist ein Abend im Herbst, als bei Tess Rafferty in der kleinen Stadt Coldwater am Lake Michigan das Telefon klingelt. Am anderen Ende der Leitung hört Tess die Stimme ihrer Mutter – und lässt vor Schreck den Hörer fallen. Ihre Mutter ist seit vier Jahren tot ... Und Tess bleibt nicht die einzige; auch andere Bewohner erhalten Anrufe von Verstorbenen. Schnell ist die Rede von einem Wunder, und Coldwater rückt in den Fokus der Medien. Immer mehr Menschen glauben an die Anrufe aus dem Himmel. Nur einer nicht: der Pilot Sully Harding ist entschlossen zu beweisen, dass alles ein riesiger Schwindel ist. Aber ist es das? Oder existiert das Wunder von Coldwater wirklich?

    Erster Satz
    Als der erste Anruf vom Himmel die Welt erreichte, packte Tess Rafferty gerade eine Packung Teebeutel aus.

    Cover
    Das Cover ist sehr fröhlich gestaltet - immerhin geht es hier um ein schönes Thema.
    Dass der Name des Autors, mit den Wolken verbunden ist, finde ich unglaublich passend. Immerhin ist es der Himmel, der in dieser Geschichte "die Strippen zieht". Die bunten Häuser mit den grünen Hügeln finde ich persönlich sehr niedlich.

    Insgesamt wirkt das Cover sehr leicht und unbeschwert auf mich - passt!

    Meinung
    Nachdem ich den Klappentext gelesen hatte, war ich sofort angetan von der Geschichte und musste dieses Buch unbedingt lesen. Telefonanrufe von Verstorbenen aus dem Himmel - wie schön wäre es, wenn das wirklich passieren würde? Ich denke jeder würde sich solche Telefonate mit mindestens einem Menschen wünschen.

    Das Buch ist innerhalb der Kapitel in viele kleine Passagen unterteilt und der Leser erlebt die Geschichte aus den Perspektiven der jeweiligen Personen. Dies ermöglicht ein schnelles Vorankommen.
    Eine Frau, die Anrufe ihrer Schwester erhält, ein Polizist dessen Sohn gefallen ist und sich nun bei ihm und seiner Exfrau meldet, eine Tochter dessen Mutter anruft, ein Toter, der das Handy seines Arbeitskollegen klingeln lässt und ein Zweifelnder, der seinem 6-jährigen Sohn erklären muss, weswegen die tote Mutter sich nicht bei ihm meldet.

    Coldwater wird zum Walfahrtsort vieler Gläubiger, aber auch von Gegendemonstranten und Kritikern. Abgerundet wird das ganze durch YouTube-Videos, Live-Übertragungen in sämtliche Nachrichten und riesige Werbungen für DAS Himmel-Handy. Es ist alles vorhanden, was auch im wirklichen Leben wahrscheinlich passieren würde - gut gemacht.

    Dass es bei so einer Geschichte viel um Gott, den Glauben und die Kirche gehen würde, war mir von Anfang an klar. Allerdings war es mir persönlich auf die Dauer einfach viel zu viel.
    In der Danksagung wird deutlich, dass der Autor selbst sehr gläubig zu sein scheint, was das Ganze erklärt.

    Mittlerweile habe ich das Gefühl, dass ich jeden Menschen aus Coldwater kenne. Es handelt sich um eine kleine Stadt mit wenigen Einwohnern, aber diese wurden scheinbar alle in irgendeiner Form angesprochen. Wirkliche Nähe und Bezug konnte ich weder zu ihnen, noch zu den Verstorbenen aufbauen. Die einzigen Personen, die ich wirklich mochte, waren der zweifelnde Sully, sein Sohn Jules und die Bibliothekarin Liz. Alle anderen sind halt irgendwie so dahin geplätschert.

    Zwischendurch kamen immer mal wieder kleine Abschnitte über die Erfindung des Telefons und Alexander Graham Bell. Diese fand ich wirklich interessant, allerdings fingen sie irgendwann an sich zu wiederholen und es kam mir vor, als wenn man versucht hatte, das Buch so um ein paar Seiten zu erweitern.
    Diese Abschnitte haben mit der eigentlichen Geschichte zwar nichts zu tun, aber immerhin ist das Telefon hier sowas wie der Protagonist und deswegen fand ich es nicht unpassend, sondern irgendwie ganz nett.

    Alles in allem konnte mich das Buch leider nicht ganz so überzeugen, wie ich es zu Beginn gedacht habe. Ungefähr ab der Hälfte gab es einen Umschwung und die anfängliche Euphorie für diese Geschichte verflog.
    Vielleicht war es mir zu viel Himmel, Glaube und Gott, vielleicht hat mir der wirkliche Tiefgang gefehlt - ich weiß es nicht genau.

    Ob es sich um ein Wunder oder um einen Schwindel handelt, möchte ich an dieser Stelle nicht verraten - lest es, wenn ihr es wissen wollt ;-)

    Zitate / Textstellen
    Das Leben geht weiter - so heißt es. Aber das Leben ist kein Brettspiel, und wenn man einen geliebten Menschen verloren hat, geht das Leben zwar weiter - aber ohne diesen geliebten Menschen.
    (Seite 19)

    "Ich habe MS", sagte sie mit einem Lächeln. "Nur für den Fall, dass Sie dachten, das hier sei ein neuer Tanzschritt."
    (Seite 117)

    Es gibt zwei Geschichten für jedes Leben - die wahre Geschichte und die Version, die von anderen erzählt wird.
    (Seite 172)

    Fazit
    Diese Geschichte hätte tatsächlich großes Potenzial gehabt. Die Idee dahinter ist eine wirklich gute, aber mir hat die Umsetzung nicht gefallen. Irgendwann waren mir die Menschen mehr oder weniger egal und ich wollte nur noch wissen, was sich hinter dem Wunder verbirgt.

    Ich kann mir aber vorstellen, dass sie für andere Menschen gut und berührend ist, deswegen möchte ich niemandem von diesem Buch abraten - es aber auch keinem empfehlen.



    Diese und alle meine anderen Rezensionen findet ihr auch auf meinem Blog.
    http://franzyliestundlebt.blogspot.de

    Kommentieren0
    16
    Teilen
    Rukhis avatar
    Rukhivor 3 Jahren
    Kurzmeinung: gute Idee, leider enttäuschende Umsetzung
    gute Idee, leider enttäuschende Umsetzung

    "Es gibt zwei Geschichten für jedes Leben - die wahre Geschichte und die Version, die von anderen erzählt wird."

    In "Das Wunder von Coldwater" gibt es viele Geschichten. Die der Frau, welche die Stimme ihrer verlorenen Schwester und einzigen Seelenverwandten wieder hören kann. Die der Tochter, welche die Vergebung der verstorbenen Mutter sucht. Die des Sohnes, welcher die Stimme der verlorenen Mutter gerne hören würden. Und die des Vaters, der seinen Sohn vor der Enttäuschung bewahren will, dass das Wunder nicht ganz verspricht was es hält.

    Ich bin selber nicht gläubig, fand die Idee des Buches aber interessant. Wie würde die Menschheit mit so einem Phänomen umgehen? Video-Beweise auf YouTube, 24-Stunden Live Übertragung auf News Kanälen, Plakat-Werbung für das Handy mit dem man mit dem Himmel telefonieren kann, Pilgerreisen in die Kleinstadt in der es angefangen hat… all das gehört in unserer heutigen Zeit dazu, und wurde im Buch sehr real dargestellt. Ich kann mir gut vorstellen, dass die Welt so auf das "Wunder" reagieren würde. Natürlich werden auch Protestdemos und Kritiker nicht vergessen. Da hört meine Lobrede auf das Buch dann aber leider auch schon auf.

    "Ob real oder eingebildet – in dieser kleinen Stadt im Mittelwesten hat sich jedenfalls in diesem Herbst vieles verändert. Doch was genau geschieht hier?"

    In einer kleinen Stadt wie Coldwater leben nicht so viele Menschen. Da scheint es sich der Autor zur Aufgabe gemacht zu haben, jedem einzelnen einen Platz in der Geschichte zu geben. Die Figuren sind aber nicht ausgefleischt genug, und auch für die einzelnen Schicksale der verstorbenen konnte ich mich, so wie sie rübergebracht wurden, nur bedingt interessieren.

    Zwischen den vielen wechseln der Hauptfiguren und den Zeitsprüngen ging es mir irgendwann so, dass ich die Erzähler nicht mehr auseinander halten konnte, Namen waren Schall und Rauch. Mehrmals habe ich richtig den Faden verloren. Das ist bei einem Buch wie diesem echt frustrierend, weil man immer das Gefühlt hat, jedes Detail könnte wichtig sein. So liest man manche Seiten 2,3 oder 4-Mal, bis man wieder weiß wo, wann und mit wem man gerade unterwegs ist.

    "Das Ende ist nicht das Ende."

    Dazu kamen noch Passagen, in denen über die Geschichte des Telefons philosophiert wurde. Über Alexander Graham Bell, seine Erfindungen, Freunde, Patente etc… Das mag zwar eine ganz interessante Geschichte sein, aber viele Details wurden immer und immer wiederholt, und ich glaube ich kann ohne zu Spoilern sagen, dass diese Geschichtsstunden nichts zur Geschichte beitrugen, und einfach nur überflüssig waren.

    Generell schienen viele Dinge überflüssig, und andere Informationen die für die Auflösung am Ende wichtig gewesen wären, wurden weggelassen. Als Leser ist man eben einfach enttäuscht, wenn man versucht mit dem Ermittler das Wunder aufzulösen, der Täter aber kaum im Buch auftaucht und keine Hinweise auf ihn zeigen. Ich weiß, "Das Wunder von Coldwater" ist kein Krimi und vielleicht ging es auch nicht um die Auflösung, aber ich hatte so einfach ein komisches Gefühl am Ende.

    "Als sich die Aufregung ein wenig legte, ragten sieben Bürger von Coldwater wie hohe Gräser auf einem Feld aus der Menge auf – sieben Bürger, die behaupteten, etwas erlebt zu haben, was zuvor unvorstellbar gewesen war: ein Gespräch mit dem Himmel."

    Fazit: Die Idee war gut, die Integration in unsere heutige Zeit auch, der Rest der Umsetzung war aber einfach nichts für mich. Vielleicht liegt es wirklich daran, dass ich überhaupt nicht gläubig bin, und das Buch als einen Thriller gelesen habe, bei dem ich die Lösung finden musste/wollte. Wenn jemand an die Geschichte und das Wunder aber anders herangeht, kann man "Das Wunder von Coldwater" durchaus weiterempfehlen.

    Kommentieren0
    1
    Teilen
    leseratte69s avatar
    leseratte69vor 3 Jahren
    Kurzmeinung: Ein wundervolles Buch über den Glauben der Menschen an ein Wunder. Sehr emotional einfach schön.
    Wunder oder Betrug?

    Klappentext
    Es ist ein Abend im Herbst, als bei Tess Rafferty in der kleinen Stadt Coldwater am Lake Michigan das Telefon klingelt. Am anderen Ende der Leitung hört Tess die Stimme ihrer Mutter – und lässt vor Schreck den Hörer fallen. Ihre Mutter ist seit vier Jahren tot ... Und Tess bleibt nicht die einzige; auch andere Bewohner erhalten Anrufe von Verstorbenen. Schnell ist die Rede von einem Wunder, und Coldwater rückt in den Fokus der Medien. Immer mehr Menschen glauben an die Anrufe aus dem Himmel. Nur einer nicht: der Pilot Sully Harding ist entschlossen zu beweisen, dass alles ein riesiger Schwindel ist. Aber ist es das? Oder existiert das Wunder von Coldwater wirklich?

    Über den Autor
    Mitch Albom begeisterte mit seinen Büchern »Dienstags bei Morrie« und »Die fünf Menschen, die dir im Himmel begegnen« weltweit unzählige Leserinnen und Leser. Seine Bücher wurden in 36 Sprachen übersetzt und waren Nummer-1-Bestseller. Er lebt mit seiner Frau Janine in Detroit.

    Meine Meinung

    Story
    Ich habe dieses Buch sofort nach einem tollen Buch gelesen, nämlich "Die letzten Tage der Rabbit Hayes" somit hatte das Buch es echt schwer, mit dem Vorgänger mitzuhalten. Dennoch kann man beide Bücher nicht vergleichen und ich hab schnell umschalten können und mich bei diesem Buch wohl gefühlt. Die Handlung ist wunderschön, wer würde nicht gerne Anrufe von den lieben Menschen bekommen, die uns schon länger verlassen haben ? Ob es ein Wunder ist, oder Betrug, das ist hier die Frage. Die zuerst euphorische Stimmung in Coldwater schlägt sehr schnell ins Negative um, als kranke Menschen auf einmal sterben, nachdem sie erfahren haben, das es nach dem Tode weiter geht. Schnell werden Hetzkampagnen gegen die Leute begonnen, die diese Anrufe bekommen haben. Denn nun wirft man ihnen vor, dass sie Schuld am plötzlichen Tot der kranken und alten Menschen haben. So beginnt dann langsam das es auch große Zweifler unter den Stadtbewohnern gibt, die der Sache auf den Grund gehen wollen, weil sie einfach nicht an Wunder glauben können. Natürlich versucht die Presse alles aufzubauschen und will sogar so einen solchen Anruf in einer Livesendung übertragen. Ob Wunder oder nicht, verrate ich an dieser Stelle nicht, dass soll jeder der das Buch lesen möchte selber herausfinden. Das Buch ist wirklich Wert gelesen zu werden und zudem sehr schön zu lesen, spannend und einfühlsam geschildert und hat viele schöne Lesestunden gebracht.

    Schreibstil
    Der Schreibstil ist einfach gehalten und leicht zu lesen. Es wird aus verschiedenen Sichten der unterschiedlichen Protagonisten erzählt, so das man sich verschieden Blickwinkel zu Nutzen machen kann. Einmal begonnen, möchte man das Buch nicht mehr aus der Hand legen.

    Charaktere
    Dies ist der einzige Kritikpunkt den ich habe, nämlich das ich nicht so wirklich warm mit den Charakteren werden konnte. Wo immer das auch dran gelegen haben mag, ich weiß es wirklich nicht. Sie werden vielleicht nicht tiefgründig genug dargestellt, oder es lag wirklich am Buch, welches ich davor gelesen habe, bei dem die Charaktere so toll zur Geltung kamen. Auf jedenfall ziehe ich deswegen eine Bewertungsnote ab, was immer noch ein sehr gutes Buch bedeutet.

    Mein Fazit


    Ein wirklich schönes Buch, mit einer ergreifenden und sehr schönen Thematik. Ich vergebe vier von fünf Sternen und kann euch das Buch nur ans Herz legen.

    Kommentieren0
    31
    Teilen
    Anchesenamuns avatar
    Anchesenamunvor 4 Jahren
    Rezension: "Das Wunder von Coldwater" (M. Albom)

    4,5 von 5 Sternen


    Zum Inhalt:

    „Hier ist Mom... ich muss dir was sagen.“ Als Tess diese Worte am Telefon hört, fällt sie aus allen Wolken, denn ihre Mutter ist schon seit vier Jahren tot. Und sie ist nur eine von acht Einwohnern des beschaulichen Städtchens Coldwater, die von da an jeden Freitag Anrufe von einem lieben Verstorbenen erhalten. Wie zum Beispiel der Polizist Jack, bei dem sich sein im Einsatz gefallener Sohn Robbie meldet. Und die gläubige Katherine, deren geliebte Schwester Diane Wunderbares vom Himmel berichtet.

    Bald erfahren die Medien von diesem Wunder, und Coldwater wird überflutet von gläubigen Pilgern. Die ambitionierte Journalistin Amy wird in die Kleinstadt geschickt, um sich an Katherines Fersen zu heften, die besonders gesprächig ist und die Botschaften vom Himmel bereitwillig mit allen teilen möchte.

    Doch es gibt auch Zweifler. Einer von ihnen ist der desillusionierte und um seine Frau trauernde Ex-Pilot Sully, der nach einem Gefängnisaufenthalt in seinen Geburtsort Coldwater zurückkehrt und seinen kleinen Sohn vor einer großen Enttäuschung schützen will, der von nun an jeden Tag auf einen Anruf seiner Mum wartet.

    Sind die Anrufe aus dem Jenseits tatsächlich ein Wunder oder doch nur Humbug?

    Meine Meinung:

    Wer Mitch Albom kennt, weiß längst, dass seine Bücher immer sehr gefühlvoll sind und zum Nachdenken anregen. Auch bei „Das Wunder von Coldwater“ ist dies definitiv der Fall, denn der Autor setzt sich hier mit sehr emotionalen und schwierigen Themen auseinander, vor allem mit der Trauer um geliebte Menschen und dem Glauben an ein Leben nach dem Tod.

    Die Szenen springen oft zwischen den vielen agierenden Personen hin und her. Es gibt die „Auserwählten“, die Anrufe von Verstorbenen erhalten. Es gibt die religiösen Oberhäupter von Coldwater, den Bürgermeister, Medienvertreter; dazu noch zahlreiche weitere Nebenfiguren. Zudem wird noch zwischendurch die Geschichte von Alexander Graham Bell und der Erfindung des Telefons erzählt.

    Zentrale Figur ist hierbei aber sicherlich Sully Harding, der an dem Wunder von Coldwater zweifelt und versucht, es als Humbug zu enttarnen.

    Die Wege der vielen Charaktere kreuzen sich, und man erfährt viel über ihre Vergangenheit und ihr Gefühlsleben. Nach und lernt man die Personen besser kennen, und es setzen sich viele Puzzleteile zu einem Gesamtbild zusammen. Angesichts der Fülle an Figuren in diesem Buch ist es dem Autor doch sehr gut gelungen, jeden Einzelnen dem Leser näher zu bringen. Auch wenn ich ehrlich sagen muss, dass ich manchmal den Überblick verlor und den ein oder anderen Namen erstmal verwechselt habe. Lesern mit schwachem Gedächtnis würde ich hier eventuell empfehlen, sich zu Beginn Notizen zu machen.

    Zum Ende möchte ich nicht viel verraten, denn natürlich soll jeder selbst herausfinden, ob das Wunder von Coldwater nun wirklich ein Wunder oder ein Fake war. Die Auflösung bleibt bis zum Schluss recht spannend, ich hätte jedenfalls nicht mit dieser Wendung gerechnet. Und der Autor hat es meiner Meinung nach geschafft, dass sich beide Parteien – die Zweifler und die Gläubigen – bestätigt sehen können.

    Das Buch beschäftigt sich natürlich auch viel mit Glauben, allerdings gibt es in der Geschichte sowohl gläubige als aus zweifelnde Menschen, so dass es dem Leser überlassen bleibt, woran er glauben möchte und woran nicht. Auch wenn man im Nachwort erfährt, dass der Autor selbst sehr gläubig ist, hatte ich nicht das Gefühl, dass es ein christliches Buch ist – damit hätte ich auch nicht viel anfangen können. Es kann also wirklich jeder lesen, egal wie er zu Gott und der Kirche steht. Hier wird niemandem etwas aufgedrängt oder eingeredet.

    „Das Wunder von Coldwater“ ist ein unterhaltsames, schönes, emotionales Buch für keine bestimmte Zielgruppe, wobei ich denke, dass es vor allem für diejenigen tröstend sein könnte, die um einen geliebten Menschen trauern. Aber auch alle anderen Leser wird die Geschichte sicherlich zum Nachdenken bringen.

    Kommentieren0
    3
    Teilen

    Gespräche aus der Community zum Buch

    Neu

    Starte mit "Neu" die erste Leserunde, Buchverlosung oder das erste Thema.

    Was ist LovelyBooks?

    Über Bücher redet man gerne, empfiehlt sie seinen Freunden und Bekannten oder kritisiert sie, wenn sie einem nicht gefallen haben. LovelyBooks ist der Ort im Internet, an dem all das möglich ist - die Heimat für Buchliebhaber und Lesebegeisterte. Schön, dass du hier bist!

    Mehr Infos

    Buchliebe für dein Mailpostfach

    Hol dir mehr von LovelyBooks