Mitch Cullin Mr Holmes

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Inhaltsangabe zu „Mr Holmes“ von Mitch Cullin

It is 1947, and the long-retired Sherlock Holmes lives in a remote Sussex farmhouse with his housekeeper and her young son. He tends to his bees, writes in his journal, and grapples with the diminishing powers of his mind. But in the twilight of his life, as people continue to look to him for answers, Holmes revisits a case that may provide him with answers of his own to questions he didn't even know he was asking - about life, about love, and about the limits of the mind's ability to know. Now a major film starring Sir Ian McKellen, directed by Oscar-winner Bill Condon. Previously published as A Slight Trick of The Mind.
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  • Mr. Holmes

    Mr Holmes

    TheRavenking

    09. August 2015 um 16:58

    Es ist 1947 und der mittlerweile 93 Jahre alte Sherlock Holmes lebt zurückgezogen in einem Cottage in Sussex. Neben der Bienenzucht, der er sich mit großem Eifer widmet gehört das Verfassen wissenschaftlicher Arbeiten über den Detektivberuf zu seiner Hauptbeschäftigung. Der nun schon im Greisenalter angekommene Meisterdetektiv verbringt die späten Tage seines Lebens in fast vollkommener Abgeschiedenheit. Nur eine Haushälterin und deren junger Sohn, Roger, leisten ihm Gesellschaft. Roger zeigt großes Interesse an den Bienen und so bringt ihm Holmes das Imkerhandwerk bei. Aber Roger möchte auch mehr über Holmes‘ Detektivvergangenheit wissen, so schleicht er sich immer wieder in dessen Arbeitszimmer und studiert die dortigen Bücher. Bei einem dieser Ausflüge findet er ein unvollendetes Manuskript, das von einem alten Fall handelt. Mr. Holmes erschien ursprünglich unter dem Titel A Slight Trick Of The Mind. Autor Mitch Cullin hat gesagt, dass ihn der Zustand seines eigenen alternden Vaters zum Buch inspirierte. Denn auch der größte Detektiv der Welt ist nicht vor Altersproblemen gefeit. Sherlock Holmes ist nicht mehr die perfekt funktionierende Maschine, die er einst war. Sein Gedächtnis spielt ihm Streiche, er vergisst Dinge, bringt manches durcheinander. Seine nicht mehr einwandfrei funktionierenden Sinnesorgane bringen ihn immer wieder in Verlegenheit. Die Handlung von Mr. Holmes spielt sich auf drei verschiedenen Zeitebenen ab. Da ist zunächst einmal die Gegenwart, 1947, Holmes ist gerade von einer Japanreise zurückgekehrt, und erholt sich von den Strapazen der Reise, dann die unmittelbare Vergangenheit, hier erfahren wir über Holmes‘ Aufenthalt in Japan, und schließlich haben wir eine um über 40 Jahre zurückliegende Periode gegen 1903, über die in Holmes‘ Manuskript berichtet wird. Diese drei Ebenen wechseln sich ständig ab: Mal sind wir mit Holmes in Sussex, dann wieder in Tokio und wenn Roger jeweils ein Kapitel des Manuskripts liest, befinden wir uns im London des frühen 20. Jahrhunderts. Während das Leben in England recht ereignislos vor sich hinplätschert bieten die Rückblenden mehrere Rätsel. Holmes kommt auf die Einladung eines gewissen Mr. Umezaki nach Japan. Gemeinsam reisen sie durch das zerstörte Land, besuchen auch Hiroshima, den Ort des Atombombenabwurfs. Sein japanischer Gastgeber gibt sich als großer Fan des Detektivs zu erkennen, wobei allerdings eine gewisse Skepsis mitschwingt, ob Holmes wirklich all diese Dinge vollbracht hat, von denen Dr. Watson in seinen Aufzeichnungen erzählte. Aber Mr. Umezaki hat noch ein persönliches Anliegen, nur, ist Sherlock Holmes überhaupt noch in der Lage als Detektiv zu funktionieren? Mr Umezakis Vater ist irgendwann vor Jahren in England verschwunden. In seinem letzten Brief schrieb er, er wäre dem großen Detektiv Sherlock Holmes begegnet. Doch Holmes kann sich nicht mehr an ihn erinnern. Vater-Sohn Beziehungen bilden das zentrale Thema in Mr. Holmes. Sherlock Holmes beginnt Roger als den Sohn zu betrachten, den er nie hatte, während Mr. Umezaki, der Japaner, auf der Suche nach seinem lange verschollenen Vater ist. Aber Mitch Cullin belässt es nicht hierbei, im letzten Drittel führt er ein weiteres Thema ein: Sherlock Holmes verliebt sich in die Ehefrau eines Klienten. Doch hier gilt am Ende: zu wenig, zu spät. Denn Sherlocks Leidenschaft bleibt für den Leser kaum nachvollziehbar. Altern, Vergänglichkeit, körperlicher und seelischer Verschleiß – das sind die traurigen Gewissheiten, die uns alle irgendwann im Laufe unseres Lebens erwarten. Auch die größten der Großen sind den grausamen Gesetzen der Natur unterworfen. Die effektivsten Momente des Buches sind jene, in denen Sherlock mit seiner Sterblichkeit ringt. Er spürt wie ihm das Leben langsam entgleitet. Eine tiefe Melancholie zieht sich durch das gesamte Buch. Aber die Humanisierung des Meisterdetektivs will trotzdem nicht ganz gelingen. Die kompliziert verschachtelte Erzählstruktur führt vielmehr zu einer gewissen Distanz. Das Werk wirkt durch die verschiedenen Geschichten und Themen etwas überfrachtet. Mr. Holmes verdient Respekt für seine Ambitionen, aber es ist schwer das Buch zu lieben. Vieles bleibt vage, nur unzureichend erklärt, wer erwartet, dass die verschiedenen Handlungsstränge letztendlich ineinander greifen und ein schlüssiges Ganzes ergeben, wird enttäuscht. Die Mischung aus Drama, Detektivrätsel und Liebesgeschichte geht nicht auf. Mitch Cullins Buch ist ein interessantes Experiment, das durch seine ungewöhnliche Herangehensweise zwar aus der Flut von Sherlock-Holmes-Pastiches hervorsticht, bei dem die Umsetzung der Idee aber nicht gerecht werden kann. Mitch Cullin wurde in 1968 in Santa Fe, New Mexico geboren. 1984 als er 16 Jahre alt war, widmete ihm ein Magazin einen Artikel als größter Sherlock-Holmes-Fan der Welt. Er ist Autor mehrerer Romane, von denen Tideland (von Terry Gilliam) und nun auch Mr. Holmes (von Bill Condon, mit Ian McKellen) verfilmt wurden.

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