Mitchelson A und N Utechin Sherlock Holmes - Die Höllenvögel von Heaven's Portal

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Inhaltsangabe zu „Sherlock Holmes - Die Höllenvögel von Heaven's Portal“ von Mitchelson A und N Utechin

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  • Sherlock Holmes im Ersten Weltkrieg

    Sherlock Holmes - Die Höllenvögel von Heaven's Portal
    TheRavenking

    TheRavenking

    13. November 2015 um 20:29

    Etwas haarsträubend klang die Geschichte schon, die das reizende junge Mädchen Sherlock Holmes erzählte: Ihr Onkel war verschwunden, und für sie stand fest, dass er ein Opfer der sagenhaften "Höllenvögel von Heaven's Portal" geworden war. Kein Wunder, dass der berühmte Detektiv wenig Interesse verspürte, den Verschwundenen zu suchen. Aber bald sollte sich herausstellen, dass in Heaven's Portal tatsächlich seltsame Dinge vor sich gingen, die freilich weniger dämonischen Kräften zuzuschreiben waren. Sherlock Holmes und Dr. Watson erleben bei Aufklärung dieses Falles gefährlichste Abenteuer, die beinahe mit Holmes' Tod geendet hätten. Manchmal da findet man doch noch Perlen, von deren Existenz man nichts gewusst hat. Vollkommen zufällig habe ich dieses Buch im örtlichen Antiquariat entdeckt. Aufmachung und Cover schienen nicht eben vielversprechend, aber bei Sherlock Holmes muss man natürlich einfach zugreifen. Der Klappentext suggeriert eine Geschichte mit leicht übernatürlichem Hauch wie Der Hund der Baskervilles, aber beim Lesen stellte sich schnell heraus: „Höllenvögel“ ist eine Fortsetzung der Kurzgeschichte „Seine Abschiedsvorstellung“. Es ist 1915, der Erste Weltkrieg tobt. Dem finsteren deutschen Spion Von Bork ist es gelungen aus seinem Verlies im Londoner Tower zu entkommen. Mycroft Holmes vermutet, dass Von Bork im Besitz wichtiger Informationen ist, die er der deutschen Heeresleitung zukommen lassen will. Das muss natürlich um jeden Preis verhindert werden und Sherlock Holmes ist der richtige Mann dafür. Die beiden Brüder nehmen die Verfolgung auf. Holmes und Watson jagen den Feind bis nach Paris und müssen schließlich in einer waghalsigen Aktion hinter die deutsche Frontlinie gelangen. Es gibt ein Wiedersehen mit Irene Adler und auch der Rote Baron, Manfred von Richthofen hat einen kurzen Auftritt. Zunächst hat es mich gewurmt, dass wir Deutschen hier wieder die bösen sind, aber im Folgenden wurde ich doch noch positiv überrascht, denn hier handelt es sich keineswegs um eine einseitige patriotische Veranstaltung, in der brave britische Helden über teuflische Teutonen triumphieren. Vielmehr zeigt das Buch das Grauen auf beiden Seiten, das Leiden der einfachen Soldaten und die Sinnlosigkeit des barbarischen Blutvergießens. „Seine Abschiedsvorstellung“ ist sicherlich eine der schwächeren Sherlock-Holmes-Geschichten, aber Utechin und Michelson machen aus dieser Not eine Tugend. Hatte die Erzählung so gut wie keine Handlung, spinnen sie hier ein fesselndes Abenteuer, das einige Überraschungen bereithält. Besonders schön ist aber, dass es ihnen gelingt den Original-Ton der Sherlock-Holmes-Geschichten so gut zu treffen. Das ist bereits das zweite Buch, welches das Autorenduo über Sherlock Holmes schrieb, der Vorgänger „Die Erdbebenmaschine“ steht nun auch auf meiner Leseliste. Leider ist es mir nicht gelungen mehr über die Autoren herauszufinden. Nicholas Utechin verfasste auch noch ein Sachbuch über Sherlock Holmes, aber damit scheint seine literarische Karriere sich erschöpft zu haben. Obwohl im eher obskuren Xenos-Verlag erschienen und heute nur noch antiquarisch erhältlich ist das Buch für Sherlock-Fans eine Lektüre wert.

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